Donnerstag, 25. August 2016

David Bourne - Evolution Z: Stufe Zwei (2) von SINA

David Bourne
Ray, Scott und Josh haben es geschafft und sich nach Fort Benning durchgeschlagen. Nun kehrt etwas wie Ruhe ein. Nur Scott und Ray haben immer noch nicht ihre Familien wiedergefunden. Allerdings versuchen sie sich in die Gemeinschaft zu integrieren und mit ihren Fähigkeiten wertvolle Hilfe zu leisten.
Plötzlich ergibt sich eine Möglichkeit, die das Leben aller verändern könnte.

Diesmal konnte ich wieder einige Parallelen zu verschiedenen Fernsehserien und Filmen ziehen. Vor allem zu "The Walking Dead". Dies hat mir das Lesevergnügen dann doch genommen. 
Es ergab sich nichts Neues und es stehen auch hier eher wieder die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund. Nur waren diese auch wieder sehr schnell abgehandelt. Die Figuren wirkten wieder blass und es konnte kein Bezug zu ihnen aufgenommen werden. Ich hätte mir hier etwas mehr Tiefe gewünscht.

Ich habe auch nichts gegen Gefühle bei Männern, doch fand ich es eher unpassend, wie Ray und Scott sich gedanklich immer wieder für ihre tolle Freundschaft "lobten". Diese Gefühlsduselei passte zu den beiden einfach nicht.
Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich mit den beiden auch nicht so viel anfangen konnte.

Nur Josh - der leider nur kurze Auftritte hat - war für mich ein interessanter Charakter, obwohl er auch etwas mehr Eigeninitiative hätte zeigen können. Er verlässt sich zu sehr auf seine Eltern, ich traue ihm jedoch viel mehr zu.

Die Story plätschert wieder vor sich hin, bis Personen auftauchen, die Schwung in die Geschichte bringen. Und doch kommt der Autor nicht mehr aus der Schiene heraus, dass alles einfach nichts Neues und schon mal da gewesen war.
So verlor ich dann doch das Interesse an der Geschichte und hätte es am Ende nicht doch noch eine interessante Wendung gegeben, hätte ich die Reihe wahrscheinlich abgebrochen. Aber so werde ich mich doch noch dem dritten Teil widmen.

Eins ist mir aber dann doch noch unangenehm aufgestoßen. Der Autor weist in seiner "Danksagung", die eigentlich eher eine "Bittstellung" ist, darauf hin, dass er Selfpublisher ist und deswegen auch auf Rezensionen und Empfehlungen angewiesen ist. Dies ist in meinen Augen jedoch nicht mehr erwähnenswert, das es ja jedem Selfpublisher so geht. Danke wird hier eigentlichem keinem gesagt, weshalb man die "Danksagung" eher in ein "Nachwort" ändern sollte.

Fazit:
Wider Erwarten war der erste Teil besser. So gibt es von mir nur 5 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2015
Printseiten: 240
Format: ebook
ISBN: 978-3-1507858868

David Bourne - Evolution Z: Stufe Eins (1) von Sina

David Bourne
Eines Tages ist nichts mehr so wie es war. Menschen mutieren zu Zombies und greifen andere an. Kommt es dabei zu einer Verletzung durch den Zombie, ist der Angegriffene innerhalb kürzester Zeit ebenfalls dazu verdammt, als Untoter herumzuwandeln.
Mitten in diesem Chaos gibt es den Piloten Ray, der ein Flugzeug mit Zombies notlanden muss. Und auch Scott, der sich nur auf die Ferien zu Hause freut, muss sich mit seiner mutierten Nachbarin herumschlagen. Und Josh, der in der Pathologie gerade sein Praktikum macht, merkt, dass die Toten gar nicht mehr so tot sind. Alle drei sind unterschiedlich und doch haben sie mehr gemeinsam, als sie denken.

Der Klappentext hörte sich sehr vielversprechend an und so wagte sich mich an die Reihe von einem mir unbekannten Autor. Doch leider konnte mich das Buch am Ende nicht so sehr überzeugen, wie ich mir erhofft hatte.

Durch verschachtelte Sätze und zu knappe Informationen wird man mitten in das Geschehen geworfen. Durch die Kürze des Buches muss der Autor auf schnellstem Wege alle Protagonisten vorstellen und hätte dabei nicht außer Acht lassen dürfen, dass es ja noch eine Handlung zu bewerkstelligen gibt. Doch leider blieb einiges auf der Strecke.

Wie es zu dem Ausmaß der Katastrophe kommt, wird zu Anfang kurz angerissen. Und doch bleibt man mit vielem im Dunkeln stehen und muss sich selbst einiges zusammenreimen. Im Grunde ist dies nichts schlechtes, doch hat es mich diesmal schon gestört, so im Ungewissen gelassen zu werden.

Auch war es der ordinäre Schreibstil, der mich persönlich sehr gestört hat. So konnte ich auch nicht richtig in die Geschichte finden.
Außerdem blieben die Figuren sehr blass. Man bekommt zwar Informationen über ihr Leben, jedoch keine so richtig interessanten. Dies finde ich sehr schade, denn so konnte ich keinen Bezug zu ihnen aufbauen.

Ray, der Pilot, ist Alkoholiker und hat nicht nur mit Zombies, sondern auch mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Er hat sein Leben nicht mehr im Griff und droht nun endgültig an allem zu zerbrechen.
Scott ist Holzfäller und freut sich sehr auf seinen bevorstehenden Urlaub und seine Familie. Doch zu Hause erwartet ihn alles andere als Ruhe. Er kommt - entgegen seinem starken Beruf - sehr sanftmütig daher.
Josh ist angehender Mediziner und hat dadurch schon einig Tote gesehen. Allerdings verlässt er sich zu sehr auf seine Eltern und fühlt sich nun mit allem etwas überfordert.

Diese drei Figuren könnten nicht unterschiedlicher sein und doch müssen sie sich zusammenraufen, um der Apokalypse ins Auge zu sehen.

Die Story plätschert so vor sich hin. Richtig Fahrt kommt erst auf, als sich die Zombies rasend schnell ausbreiten. Ab da kommt man nicht mehr so richtig zur Ruhe. Ein Ereignis jagt das andere. Aber erst zum Schluss konnte mich die Geschichte dann doch packen, so dass ich auch Lust verspürte, den zweiten Teil der Trilogie zu lesen.

Die Zombies gehen sehr aggressiv vor und es scheint auch "besondere" Zombies zu geben und so ergibt sich ein vollständiges Bild der Apokalypse. Trotzdem hat man das Gefühl, eine Mischung aus "The Walking Dead", "Z-Nation" und "Dawn of the Dead" zu lesen. Richtig wirkliche Neuerungen sind eben nicht dabei.

Fazit:
Einige Anlaufschwierigkeiten, die der Autor hoffentlich im zweiten Teil ausbügeln kann. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2015
Printseiten: 183
Format: ebook
ISBN: 978-3-1507858868



Derek Landy - Skulduggery Pleasant: Rebellion der Restanten (5) von SINA

Loewe

Walküre Unruh und Skulduggery Pleasant sehen sich einem großen Problem gegenüber. Ein Restant konnte sich befreien und treibt nun sein Unwesen und versucht hier das Geheimnis von Darquise zu kommen. Walküre weiß, was passiert, wenn er es herausfindet und versucht, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Doch der Restant ist mächtig und hat auch mächtige Freunde. Als Walküre von ihm gefangen genommen wird, scheint die Lage aussichtslos.

Nach langer Zeit habe ich mich dieser Reihe endlich wieder gewidmet. Zu Anfang hatte ich die Angst, nicht wieder in die Geschichte hineinzukommen, da ja doch in den Vorbänden einiges passiert ist und auch viele Namen auftauchen. Doch der Autor hat es durch seine unvergleichliche Art, die Story zu erzählen, geschafft, dass ich gleich wieder drin war.

Und wieder ist es der Sarkasmus, der mir alles versüsst hat. Gerade Walküre und Skulduggery haben mit ihren Unterhaltungen so manches Mal ein Lachen in mein Gesicht gezaubert und dafür gesorgt, dass die Zeit wie im Flug vergeht.
Außerdem sind so manche Wendungen vorgekommen. Dies brachte so einigen Biss rein und am Ende konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie es denn nun weitergeht.

Es gilt, einige Geheimnisse zu lüften, doch müssen auch einige Personen aufpassen, dass ihre Geheimnisse nicht preisgegeben werden.
So ergibt sich ein Hin und Her, ein Hier und Dort und langsam, aber sicher schleicht sich das Böse in Irland ein.

Aber nicht nur das macht Walküre zu schaffen, denn da ist auch noch Caelan, ein Vampir und sehr interessiert an Walküre, nur die mag Fletcher und ist auch mit diesem zusammen. Und auch das geringste Problem von Walküre.



Der gewohnt sarkastisch-tolle Schreibstil des Autors zieht einem in den Bann und so liest man den 512 Seiten starken Band fast in einem Rutsch durch.

Aber es kommt auch etwas Traurigkeit auf, was damit zu tun hat, dass die Reihe sich nun langsam dem Ende zuneigt. Aber ich habe ja noch zwei Bücher und einen Sonderband über Tanith Low vor mir und kann deshalb noch etwas Zeit mit dem wandelnden Skelett und Walküre verbringen.

Am Ende de Buches wendet sich nochmals das Blatt dramatisch. Von liebgewonnenen Freunden muss man sich verabschieden, neue kommen dazu. Über andere muss man nachdenken.

Und man bekommt natürlich auch gleich Lust, den nächsten Teil zu lesen. Ich freue mich auf das nächste Abenteuer mit Skulduggery und Walküre.

Fazit:
Der Gentleman mit der Feuerhand und seine Totenbeschwörer-Freundin Walküre rocken Irland. Diesmal gibt es von mir 8 von 10 Punkten.

Verlag: Loewe
erschienen: 2011
Printseiten: 512
Format: ebook
ISBN: 978-3-7855-7130-9

s. a. Bibliografie Derek Landy


Montag, 22. August 2016

Tommy Krappweis - Ghostsitter: Vorsicht, Poltergeist (2) von SINA

Schneiderbuch

Tom hat sich ziemlich schnell daran gewöhnt, mit einem Vampir, einem Geist, einem Werwolf, einer Mumie und einem Zombie zusammenzuleben. Als sie sich auf dem Jahrmarkt in Grubweiler mit ihrer Geisterbahn "Schreckensfahrt" aufstellen wollen, haben sie eine seltsame Vorahnung, die sich auch kurz darauf bewahrheitet. Ein Poltergeist treibt sein Unwesen und es scheint, als müsste der Jahrmarkt abgebrochen werden. Doch dann merken Tom und seine Freunde, auf wen es der Poltergeist abgesehen hat und eilen zur Rettung.

Auch der zweite Teil der Ghostsitter-Reihe fängt rasant und vor allem interessant an. Und bietet auch gleich wieder Platz für allerlei Spekulationen. So rätselt man mit Tom mit, der von seinen Freunden nur bröckchenweise Informationen bekommt und als er die ganze Wahrheit erfährt, mit Feuer und Flamme dabei ist. 
Diesmal macht den Freunden ein Poltergeist zu schaffen und wieder bin ich erstaunt über Tom, der mit seinen 14 Jahren eigentlich viel zu jung für solche Abenteuer ist. Er ist aber trotzdem mit viel Elan dabei und schafft es auch mit seiner Cleverness und einer gehörigen Portion "Erwachsensein" so richtig mitzumischen und auch den Respekt der anderen zu verdienen.
Sei es von dem besserwisserischen Vampir Vlarad, dem niedlichen Geist namens Mimi, dem mürrischen Werwolf Welf, der würdevollen Mumie Hop-Tep oder dem starken Zombie Wombie. 

Sie raufen sich zusammen und sind ein besseres Team als gedacht.
Die Story ist spannend und witzig zugleich. Man merkt eben das komödiantische Talent des Autors, der schon mit "RTL Samstag Nacht" oder der Erfindung von "Bernd, das Brot" zu den ganz Großen im Comedy-Geschäft gehört. 
Deutlich kommt dies zum Ausdruck mit den verstecken Kleinigkeiten in der Geschichte sowie auch Toms Sarkasmus. Am besten gefällt mir der rosa Plüschhase namens Odor, der ein fester Bestandteil von Wombie ist. 

Ich liebe alle Figuren, die der Autor so schön gezeichnet hat und bin auch mehr als gespannt, was man von ihnen noch so erfahren wird. Insbesondere der Zombie namens Wombie hat es mir angetan. Trotz seiner äußerlichen Teilnahmslosigkeit scheint er ganz genau zu wissen, was in den anderen vorgeht. Und er geht für alle sprichwörtlich mit dem Kopf durch die Wand, um zu helfen. 
Aber auch alle anderen Figuren haben so ihre sympathischen Eigenarten. 


Auch die kleinen Zeichnungen am Anfang der Kapitel zeugen von der Liebe zum Detail und bieten eine tolle Ergänzung zum Rest der Geschichte. Da ich mit meinem Sohn den ersten Teil "Geister geerbt" nun nochmals zusammen lese und er davon schon nach kurzer Zeit begeistert war, gehe ich von aus, dass ihm auch der zweite Teil gefallen wird.

Einen Kritikpunkt habe ich: Das Buch war viel zu kurz. Ich hätte noch ein paar Seiten mehr lesen können und hätte mir persönlich noch einige Erklärungen mehr gewünscht, aber in Hinsicht dessen, dass es sich um ein Kinderbuch handelt, ist die Länge vollkommen ausreichend. 

Ich freue mich auf den dritten Teil, der im September 2016 unter dem Namen "Hilfe, Zombie-Party" erscheinen wird. 

Fazit:
Ein tolles Kinderbuch mit vielen tollen Szenen. Von mir gibt es dafür wieder die volle Punktzahl.

Verlag: Schneiderbuch
erschienen: 2016
Printseiten: 256
Format: ebook
ISBN: 978-3-505-13851-5

Tommy Krappweis - Ghostsitter: Geister geerbt (1) von SINA

Schneiderbuch
Tom erfährt überraschend, dass er von seinem Onkel Heinrich eine Menge Geld erben wird. Allerdings bekommt er dies nur, wenn er es schafft, mit der mitgeerbten Geisterbahn namens "Schreckensfahrt" durchs Land zu reisen und damit Geld zu verdienen. Toms Erstaunen wird jedoch noch größer, als er merkt, dass die Geisterbahn keine Plastikmonster beherbergt, sondern echte Geister, genauer gesagt einen Vampir, einen Geist, eine Mumie, einen Werwolf und einen Zombie. Nun müssen sich die fünf "Monster" und Tom zusammenraufen, denn es gibt jemanden, der die Geisterbahn unbedingt haben will - notfalls mit Hilfe göttlicher Heerscharen.

Nach "Mara und der Feuerbringer" war ich begeistert vom Schreibstil des Autors und habe mich nun mit seiner zweiten Kinderbuch-Reihe beschäftigt. 
Diesmal geht es um die monströsen Sagengestalten und den 14 Jahre alten Tom, der mit seinem überraschenden Erbe erst mal gar nichts anfangen kann. Er nimmt es als gegeben hin, erkundet langsam die Lage und erkennt nach und nach das große Ausmaß des Erbes. Tom ist geflasht, aber auch gleich bereit, sich allem zu stellen.
Dies hat mich etwas gestört, schließlich ist Tom erst 14 Jahre alt und kaum in der Lage, alleine Entscheidungen zu treffen, auch wenn er mit seinem Onkel Welf einen Vormund gestellt bekommt.
Auch wäre es für einen Jungen in diesem Alter wohl angemessen, dass er tausend Fragen haben müsse, aber er hatte sie nicht. Diese Akzeptanz des Außergewöhnlichen fand ich dann doch ungewöhnlich.

Erst nach und nach ergibt sich alles und damit wird auch Toms Abenteuerlust geweckt. Erst im letzten Drittel des Buches fängt Tom an zu hinterfragen und so bekommt er endlich meine ersehnten Antworten.

Tom war mir jedoch gleich sehr sympathisch, genau wie die fünf "Monster". Jedes auf seine Art hat ein einnehmendes Wesen. Mimi, der Geist, Vlarad, der Vampir, Welf, der Werwolf, Hop-Tep, die Mumie und Wombie, der Zombie. 

Ein aufregendes Abenteuer beginnt und Tom findet endlich richtige Freunde, nachdem er sich vorher eher in der virtuellen Welt, sprich vor dem Computer aufgehalten hat. 

Natürlich gibt es einen fiesen Gegenspieler und alle müssen zusammenarbeiten, um das Böse abzuwenden. 

Der Schreibstil des Autors ist an die Kinder angepasst, für die diese Geschichte bestimmt ist. Und so ist man ohne lange Erklärungen mitten in der Geschichte drin und erlebt eine spannende Achterbahn, äh... nein Geisterbahnfahrt. Ich habe nun angefangen, das Buch nochmals zusammen mit meinem 7jährigen Sohn zu lesen, der nach drei Kapiteln auch schon total begeistert ist. 

Ich hatte beim Lesen das Gefühl, als würde der Autor hier seine gesamte kindliche Fantasie ausüben. Herausgekommen ist dabei eine spannende, monströse und vor allem von Freundschaft geprägte Geschichte voller Geheimnisse. Hierzu gibt es auch ein spannendes Interview mit Tommy Krappweis.


Teil 2 "Vorsicht, Poltergeist" hab ich auch schon hier liegen und ich freue mich auf ein Wiederlesen mit Tom und seinen Geisterfreunden.

Fazit: 
Eine Schreckensfahrt ins Ungewisse. Für mich aber gewisse 10 von 10 Punkten.

Verlag: Schneiderbuch
erschienen: 2015
Printseiten: 256
Format: ebook
ISBN: 978-3-505-13757-0


Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher: Die Frau aus den Wolken (eShort) von SINA

Loewe
Achtung, Spoiler! Falls man "Die Stadt der Regenfresser" - den ersten Teil der Chroniken der Weltensucher - noch nicht gelesen hat, bitte NICHT weiterlesen.

Als der Goldsucher Gustafsson in Bolivien einen herrenlosen Zeppelin erspäht, denkt er gleich ans große Gold. Wenn er das Fluggerät ausschlachten kann und die Sachen zu Geld macht, kann er sich seinen großen Traum erfüllen: die Suche nach dem sagenumwobenen El Dorado. Doch im Inneren des Zeppelin erwartet ihn eine große Überraschung in Form einer rothaarigen Frau. Valkrys Stone ist gar nicht tot, wie die Bewohner von Xi'mal und auch Humboldt gedacht haben.

Kurze Geschichten bekommen kurze Rezensionen (sonst verrät man zu viel). 

Dieser eShort beschreibt auf wenigen Seiten, wie Valkrys Stone ums Überleben kämpft, nachdem sie nach dem Angriff der Königin des Insektenvolkes der Ukhu Pacha schwer verletzt und für tot gehalten wurde.
Valkrys war mir ja am Anfang der "Chroniken der Weltensucher" und hier dem Band "Die Stadt der Regenfresser" erst sehr unsympathisch, was sich jedoch gegen Ende gelegt hat. Dass sie überlebt hat, hat mich dann doch sehr gefreut. Und dass sie ihr Leben nun vielleicht ändern will. Wie sie jedoch zu der Erkenntnis kommt, muss in dem eShort nachgelesen werden. 

Dieser interessante Aussicht auf Valkrys Zukunft lässt auch ein bisschen Hoffnung aufkommen, dass vielleicht doch noch die "Chroniken der Weltensucher" weitergeführt werden, obwohl mit "Das Gesetz des Chronos" eigentlich ein Abschluss geschaffen wurde. Aber man weiß ja nie.

Fazit:
Toller eShort und tolle Ergänzung zur eigentlichen Reihe. Volle Punktzahl dafür.

Verlag: Loewe
erschienen: 2013
Printseiten: 30
Format: ebook
ISBN: 978-3-7320-0044-9

s. a. Bibliografie Thomas Thiemeyer

Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher: Das Gesetz des Chronos (5) von SINA

Loewe

Ein Attentat auf den beliebten Kaiser und seine Frau überschattet Berlin. Der Tod des Monarchen stürzt die Stadt in eine Krise. Zur gleichen Zeit sorgt ein Zeitungsartikel für Aufregung, der besagt, dass Humboldt es geschafft habe, eine Zeitmaschine zu bauen. Kann sie dazu benutzt werden, das Kaiserpaar zu retten? Humboldt weigert sich, da ein Eingriff in die Vergangenheit zu einer Katastrophe führen könnte. Doch dann wirft Humboldt unfreiwillig einen Blick in die Zukunft und überdenkt plötzlich alles, was er je über die Zeit gelernt hat.

Der letzte Teil der Chroniken der Weltensucher hat mich sehr traurig gestimmt. Zum ersten, weil es eben der letzte Teil der Reihe ist und meine Abenteuer mit Carl Friedrich von Humboldt, Oskar, Charlotte, Eliza und Wilma nun zu Ende sind. Zum zweiten, weil das Buch ab dem letzten Drittel auch sehr traurig und melancholisch ist. Gerade so, als falle es dem Autoren auch sehr schwer, seine Protagonisten endgültig gehen zu lassen.

Mich persönlich hat es sehr gefreut, dass Eliza einen größeren Part in dieser Geschichte gespielt hat. Auch wenn ich mir hier anderes für sie vorgestellt habe. Erst konnte ich mich mit den Gedanken des Autors nicht so anfreunden, doch nach Beendigung des Buches konnte ich einen Blick auf das Gesamtbild werfen und war dann mehr als zufrieden mit der Story. Doch lässt der Autor sich trotz allem viele Hintertürchen offen, um die Reihe vielleicht irgendwann weiterzuführen zu können. Und so besteht ein kleines bisschen Hoffnung.

Im Mittelpunkt steht natürlich das Thema Zeit. Wieder lernt man nebenbei so einiges. Diesmal über Physik. Eigentlich ja ein trockenes Thema, das aber wieder spannend verpackt wurde. Aber auch andere Themen wie z. B. die Freimaurerloge werden angeschnitten und interessant in die Story eingebunden. So verbindet der Autor wieder geschickt die Fiktion mit historischen Begebenheiten.

Dass sich diesmal alles im heimischen Berlin abspielt, hat mich nicht gestört. Zwischendrin gibt es ja einige "Ausflüge" in andere "Gebiete".
Oskar und Charlotte spielten diesmal jedoch eher eine Nebenrolle, auch wenn alles mehr oder weniger aus deren Sicht geschildert wird. Dabei kam es mir allerdings so vor, als würden die beiden eher als Erzähler oder Chronisten fungieren, eben als Außenstehende. Nur bei wenigen Szenen haben sie aktiv ins Geschehen eingegriffen. Der Hauptaugenmerk lag diesmal auf Carl Friedrich von Humboldt.
Er war es auch, der mir in den ersten vier Romanen nicht so ans Herz gewachsen war. Dies lag an seiner eher distanzierten und geheimnistuerischen Art. Doch hier - im letzten Teil - hat auch er es geschafft, mich von sich zu überzeugen. Eben weil er nur ein Mensch ist und Gefühle hat - und diese auch endlich mal zeigen kann.

Gerade sein Umgang mit Oskar hat sich gewandelt. So war er in den ersten Teilen noch distanziert seinem Sohn gegenüber. Im letzten Teil allerdings bindet er ihn merklich mehr in alles ein und sucht auch seinen Rat. 

Ich finde, dass sich das letzte Buch der Reihe deutlich von seinen Vorgängern unterscheidet, weil das Abenteuerfeeling irgendwie fehlt. Und doch ist es ein guter Abschluss der Serie, weil es einen Krimitouch hat, eben die Aufklärung des Mordes an dem Kaiserpaar.

So muss auch ich mich von dem ungewöhnlichen Team verabschieden, dass sich immer mehr zusammenraufen musste. Dadurch entstanden jedoch stark Freundschaften und Bindungen. Diesen Weg zu verfolgen fand ich persönlich sehr interessant.

Fazit:
Anders, spannend und emotional. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Loewe
erschienen: 2013
Printseiten:448
Format: ebook
ISBN: 978-3-7320-0054-8

s. a. Bibliografie Thomas Thiemeyer

Ella Simon - Ein Gefühl wie warmer Sommerregen von SONJA


Quelle: Goldmann 


INHALT:
Alis arbeitet bei der walisischen Küstenwache, hat seit 10 Jahren eine solide Fernbeziehung mit Matthew und ist mit ihrem Leben zufrieden. Doch dann passieren lauter Dinge gleichzeitig, ein smarter Tierarzt mit einem durchnässten Schaf muss gerettet werden, ihre kranke Mutter braucht Hilfe auf der Farm und Matthew....Alis muss sich den Schatten der Vergangenheit stellen und für sich klären, was sie im Leben erreichen will.

FAZIT:
Ich möchte nach Tenby in Wales! Die Schilderungen der Umgebung und der Einwohner sind idyllisch und man möchte gleich seinen Koffer packen, um dieses Stück Küste zu erkunden!

Die Autorin hat es geschafft, ihre Liebe zu Wales und Pferden gekonnt mit in die Geschichte fließen zu lassen. Auch das Interesse an der Royal National Lifeboat Institution bietet spannende Abwechselung in der Handlung. 

Das Hauptprotagonistenpaar sind Alis und der Tierarzt Evan, die natürlich einige Irrungen und Wirrungen überstehen müssen. Doch dieses Buch enthält ein weiteres Pärchen, das den steinigen Weg zum Ziel beschreiten muss. Evans Schwester Sianna, die ebenfalls Tierärztin ist und der mürrische Stallmeister Rhys.

Hier fliegen die Fetzen und Sianna und Rhys zeigen dem Hauptduo wie es geht. Ich fand sogar diese Paarung zeitweise spannender und spritziger, weil diese durch das Temperament und den Sarkasmus spritzigere Dialoge zu bieten hatten.

Alis Vergangenheit prägt sie sehr und der Leser erfährt erst nach und nach, was dahinter steckt. Eine dunkle Vermutung zieht sich durch das Buch und wird es gegen Ende aufgelöst. Ich fand Alis Art zwar glaubhaft aber teilweise etwas zu schwermütig. 8 von 10 Punkten für diesen wundervollen Ausflug an die Küste von Wales.

P.S.: Hinter dem Namen Ella Simon verbirgt sich Sabrina Qunaj. Ihre Bücher spielen im historischen Wales und sind ebenfalls im Goldmann Verlag erschienen.


Verlag: Goldmann
erschienen: 2016
Seiten: 384
ISBN: 978-3442483839

© Sonja Kochmann

Donnerstag, 18. August 2016

Tabitha Suzuma: Forbidden von CORINNA

Quelle: Oetinger
INHALT:
Verantwortung übernehmen und selbstlos sein. Dies sind die Dinge die Lochan schon sehr früh lernen musste. Der sehr schüchterne Schüler übernimmt mit seiner Schwester Maya die Verantwortung für die drei Geschwister.
Der Vater ist weg, die Mutter lebt als Alkoholikerin fast ausschließlich bei ihrem neuen Freund und so sind die Kinder als Familie auf sich allein gestellt. Die älteren Geschwister übernehmen so automatisch die Elternrolle und fügen sich dieser. Doch Lochan und Maya verbindet mehr als die Tatsache das sie Bruder und Schwester sind. Und dieser Faktor darf nicht sein, auch wenn er noch so stark ist.


© Corinna Pehla


Ich bin vor Jahren bereits auf das Buch „Forbidden“ von Tabitha Suzuma aufmerksam geworden. Ich meine es wurde damals von Kossi auf ihrem YouTube-Channel vorgestellt.

Die Tatsache, dass es in diesem Buch um eine verbotene Liebe geht, die jede Grenze übersteigt und alles andere als normal ist, machte mich neugierig.

Beim Stöbern in der Bücherei war es dann soweit, dieses Buch durfte mit nach Hause.
Es geht um den Zusammenhalt von Geschwistern, um die Vernachlässigung der Eltern und um die Liebe zweier verwandter Seelen.
Was auf den ersten Blick abstoßend wirkt, nimmt andere Züge an, wenn man den Hintergrund, die Verzweiflung und die Einsamkeit der Geschwister kennt.

Maya und Lochan sind am Ende ihrer Kräfte. Dies alles wird ohne es zu Verschönern erzählt und gleichzeitig in einer sentimentalen Art berichtet, dass es mir schier das Herz brach. Gleichzeitig keimt etwas zwischen Lochan und Maya auf, dass so einfühlsam, so zerbrechlich, so schön und im selben Moment so falsch ist.

Natürlich ist es nicht richtig, dass sie sich langsam verlieben. Trotzdem spürt man diese Liebe auf jeder Seite und ich habe lange gehofft, dass es eine Lösung für sie gibt.

Tabitha Suzuma hat mit ihrem Erstling ein Tabuthema angesprochen, dass alle Grenzen überschreitet. Sie lässt allerdings weder den erhobenen Zeigefinger sprechen und verurteilt damit auch nicht. Eine Befürworterin ist sie dadurch aber natürlich auch nicht. Die Autorin lässt ihre Protagonisten erzählen und wir als Leserinnen und Leser schauen von außen zu.

Was mich allerdings störte waren die Längen, die „Forbidden“ durchaus aufweist. Es dauert seine Zeit, bis die Geschichte wirklich beginnt. Es wird viel auf Lochans Schüchternheit eingegangen, was gut ist um ihn zu verstehen, trotzdem wünschte ich mir so manches Mal ein wenig mehr Tempo.

© Corinna Pehla

Erzählt wird „Forbidden“ aus der Sichtweise von Maya und Lochan. Beide wechseln sich von Kapitel zu Kapitel ab und schaffen so eine Nähe zu uns Lesern. Viele Gefühle, Handlungen und Gegebenheiten werden so verständlicher.

Mein Fazit:
Ein sensibles Buch mit einem brisanten Thema. Tabitha Suzuma lässt ihre Figuren sprechen, unterhält wunderbar, auch wenn das Buch mit einigen Längen zu kämpfen hat.

7 von 10 Punkten

Verlag: Oetinger
Erschienen: 2011
Seiten: 448
ISBN: 978-3-7891-4744-9
Format: Hardcover


Montag, 15. August 2016

Adriana Popescu - Paris, du und ich von SONJA


Quelle: cbj

INHALT:
Emma hat sich während eines Schüleraustausches in Alain verliebt und will diesen während der Herbstferien in Paris überraschen. Dummerweise hat dieser, trotz seiner Liebesschwüre in Deutschland, bereits seit Jahren Chloé an seiner Seite. Tieftraurig strandet Emma in einem Bistro und trifft dort Vincent, der hat auch kürzlich der Liebe abgeschworen und so schließen beide einen Pakt: sie wollen Paris als Freunde ohne Liebe und Co. erkunden..... 

FAZIT:
Mit diesem Buch hat die Autorin Adriana Popescu ein echtes Buch zum Träumen geschaffen. Warum? Erfahrt ihr natürlich:
Emma ist mit ihren 16 Jahren bodenständig, liebt Bücher und träumt seit Jahren von Paris. Der Schüleraustausch bringt versteckte Träume und Wünsche mit dem Franzosen Alain hervor, obwohl sie, trotz seines Drängens, nicht bereit ist, den letzten Schritt mit ihm zu gehen.

Obwohl ich inzwischen nicht mehr 16 Jahre alt bin (*hust*) konnte ich mich gut mit Emma identifizieren. Sie war mir bereits auf den ersten Seiten sehr sympathisch und ließ mich für ihre Träume in Paris alles Gute wünschen.

Doch dann kommt alles anders. Man leidet als Leser mit Emma mit und kann das Buch kaum aus der Hand legen. Die Begenung mit Vincent und die dazugehörigen Dialoge sind zum kringelig lachen, so dass Leser und Protagonisten Hoffnung für einen wundervollen Parisaufenhalt haben dürfen. (Kleine Anmerkung: Sprachliches Desaster und kulinarisches Asyl - Adriana, das ist einfach genial!)

Die Schilderungen von den kleinen Gassen, Bistros und den übrigen Begebenheiten von Paris sind wundervoll - fast malerisch. Da möchte man am Liebsten gleich buchen. 

Beide - Emma und Vincent - sind im Buch ihrer Linie treu, obwohl es viele Einwirkungen von Außen gibt, die die beiden verbiegen wollen. So fallen beide durch Besonderheiten in der grauen Menge, wie pinke Flamingos, auf. Etwas Schützenhilfe in der verworrenen Gefühlswelt der beiden gibt es durch einen einsamen alten Mann namens Jean-Luc mit einem kleinen putzigen Hund und so musste ich mich nach ca. 36 Stunden 12 Minuten und 5 Sekunden, 6...7...8 Lesezeit (inkl. Schlaf- und Essenspausen) leider von diesen Weggefährten mit einem lachenden und weinenden Auge verabschieden: volle Punktzahl!

Verlag: cbj
erschienen: 2016
Seiten: 352
ISBN: 978-3570172322


© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann