Dienstag, 17. Januar 2017

Joanne K. Rowling - Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (Drehbuch) von SINA

Carlsen

Newt Scamander, Magizoologe und Forscher aus Leidenschaft, kommt mit einem Koffer voll phantastischer Tierwesen nach New York, um dort seinen Wissenschaften nachzugehen. Doch durch unglückliche Umstände wird sein Koffer mit dem von Jacob Kowalski vertauscht, der eigentlich nur einen Wunsch hat: eine Bäckerei zu eröffnen. Natürlich ist nun das Chaos vorprogrammiert, denn aus dem Koffer entfliehen einige Tiere und machen New York unsicher. Newt, der zwischenzeitig von Tina Goldstein, einer Mitarbeiterin des Zaubereiministeriums von New York, in Gewahrsam genommen wurde, versucht alles, um seine Tiere wieder einzufangen. Doch nicht nur seine Tiere stehen im Mittelpunkt der Ermittlungen, auch ein Obscurus, der schon einige Tote verbuchen kann, droht damit, die Magierwelt öffentlich zu machen.

Carlsen

Ach, was war der Film so schön. Im Kino sitzen und wieder in die magische Welt voll Zauberer, Hexen und phantastischer Tierwesen eintauchen. Ein Heimkommen, ein Wiedersehen. Auch wenn die Geschichte viele Jahre vor dem Auftauchen von Harry Potter und seinen Freunden spielt.

Wir befinden uns in den 20er Jahren mitten in New York und entdecken die Zaubererwelt in den USA. Und wir müssen uns umgewöhnen. Die Muggel heißen hier No-Maj. Das Zaubereiministerium heißt MACUSA und die Zaubererschule Ilvermorny. Alles anders, aber doch vertraut. Deswegen sprach ich oben von Heimkommen.

© Sina Frambach

Nun legt uns JK Rowling mit "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" das Originaldrehbuch vor. Und genau so ist auch das Innenleben des Buches, ein Drehbuch. D. h. es ist in Szenen aufgeteilt, gibt an, ob man sich Innen oder Außen aufhält, ob es einen Schnitt gibt, eine Nahaufnahme, einen Off-Screen, eine Totale usw.

Für mich war es nicht mehr ungewohnt, diese Art von Buch zu lesen, war ich ja schon begeistert von "Harry Potter und das verwunschene Kind", welches ebenfalls in der Art des Drehbuchs geschrieben ist.

© Sina Frambach

Nicht zuletzt wegen der schauspielerischen Glanzleistung von Eddie Redmayne, der Newt Scamander verkörpert, ist der Film für mich ein voller Erfolg. Es wird gezaubert, es wird geheimnisvoll, es wird fantastisch, es wird einzigartig.

Als ich das Drehbuch gelesen habe, kam ich mir vor, als wäre ich wieder im Kino. Die Szenen waren eins zu eins wie im Film. Selbst die Dialoge kamen mir so vor, als wären sie die selben. Ich hatte ein tolles Kopfkino, hatte die Schauspieler vor Augen, konnte mir die Special-Effects vorstellen und hatte einfach meinen Spaß beim Lesen.

Das Drehbuch zu "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" ist eine tolle Ergänzung für die Sammlung zu Hause und ist ein Muss für jeden Harry Potter-Fan. 

© Sina Frambach

Insbesondere muss ich den Charakter der Queenie Goldstein hervorheben, die mir in dem Film auch schon sehr gut gefallen hat. Sie ist eine verträumte Hexe, die mit ihrer einfühlsamen Art und ihrer leicht losen Mundwerk die Herzen im Sturm erobert.

Das Skript ist einfach toll, lässt sich leicht lesen und das Buch ist auch noch ein richtiger Hingucker. Das in blau gehaltene Cover lädt zum Träumen ein. Die goldenen Buchstaben sind teils erhaben. Carlsen ist ja bekannt für wunderschöne Cover. So macht sich das Buch natürlich auch gut im Regal.

Die Geschichte selbst ist spannend, zauberhaft und magisch. 

Fazit:
Charaktere, die einem ans Herz wachsen, eine spannende Geschichte und phantastische Tierwesen. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2017
Format: Hardcover
Printseiten: 304
ISBN: 978-3-551-55694-3

© Sina Frambach

Ariel S. Winter - Mr. Sapien träumt vom Menschsein von SINA

Droemer Knaur

Mr. Sapien steht kurz vor der Abschaltung und so macht er sich auf nach Barren Cove, um dort der Hektik der Stadt zu entfliehen. An der englischen Küste angekommen, stößt er auf seine Vermieter und ihre ungewöhnliche Art des Zusammenlebens. Die Asimovs haben ein Geheimnis. Unter ihnen soll der letzte Mensch leben. Für Mr. Sapien, einen bekennenden Menschenfreund, natürlich ein Ansporn, sich näher mit der Familie zu beschäftigten.

Als ich den Klappentext las, dachte ich, dass mich ein Roman darüber erwartet, dass ein Roboter den Sinn des Lebens sucht und ihn dadurch findet, dass er mit einem der letzten Menschen der Erde darüber sinniert.
So verstehe ich zumindest die Zusammenfassung des Klappentextes. Doch schon von den ersten Seiten an befand ich mich in einer Geschichte, die ich nicht so recht verstand. 

Droemer Knaur


Es hat lang gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass es sich gar nicht um die Geschichte von Mr. Sapien dreht, sondern das Buch gespickt ist mit Rückblicken auf die Geschichte der Vermieter der Hütte, in der sich Mr. Sapien eingemietet hat. 


Wir lernen Mary kennen, eine Roboterfrau, die zusammen mit ihrem (Roboter)Vater und ihrem (Roboter)Bruder am Strand in Barren Cove leben. Ihr Vater hat einen kleinen Menschenjungen bei sich aufgenommen. Beachstone. Mary fühlt sich gleich zu dem Jungen hingezogen und kümmert sich rührend um ihn.


Sie kauft in der Stadt bei einem Menschen Lebensmittel ein, hält das Haus sauber, versucht Beachstone ein gutes Leben zu bieten und - da der Junge sehr oft krank ist - pflegt ihn gesund.



Marys Bruder Kent ist jedoch eifersüchtig auf den Menschenjungen und fängt an, seine Schwester und auch den Jungen zu schikanieren, jedoch immer wieder gebremst von Marys Vater. Als dieser "stirbt" und abgeschaltet wird, zeigt Kent sein wahres Gesicht. 


© Sina Frambach




So weit, so gut. Doch dann wird es total verworren. Abwechselnd gibt es Szenen aus der Vergangenheit und der Gegenwart, jedoch erst erkennbar, wenn man schon einige Zeilen oder gar Absätze gelesen hat. Dabei wird aus Mr. Sapien, der ja laut Titel anscheinend eine Hauptfigur ist, immer mehr an den Rand gedrängt. Er ist eigentlich gar nicht wichtig für die Geschichte.

Außerdem verwirrten mich die Aussagen der einzelnen Charaktere. Mary zum Beispiel kümmert sich rührend um Beachstone und beschützt ihn, ist aber zeitgleich so naiv, nicht zu sehen, dass ihr Bruder Kent etwas im Schilde führt, obwohl er keinen Hehl daraus macht, dass er Beachstone nicht mag.


Dann ist mir auch der Sinn der ganzen Geschichte nicht so klar. Es gab viele Ungereimtheiten und auch meist keine Erklärungen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie die Roboter aussehen. Die Beschreibung des Dörfchens Barren Cove war auch sehr spärlich. Außer dem Strand und einer Straße mit Geschäften im Dorf sowie einer "Kneipe" für Roboter erfuhr man fast gar nichts.



Außerdem ergaben manche Szenen für mich einfach keinen Sinn. So lernt Mr. Sapien eine Roboter-Clique kennen, die ihn dazu verleitet, "Drogen" zu nehmen (Drogen in Form von Chips bzw. Sims, die in den dafür vorgesehen Slot eingeführt werden und Halluzinationen verursachen). Warum ist das für die Geschichte wichtig? Welche Aussage steckt dahinter?


© Sina Frambach



Ich kam einfach mit der Erzählweise des Autors nicht klar. Ständige Zeitenwechsel, ungenaue Erklärungen, konfuse Szenen. Es war einfach nicht meins.

Im Grunde wird eine Familiengeschichte erzählt, eine tragische Geschichte voll Eifersucht, Liebe, Zuneigung, Neid, Intrigen. Und doch wird wiederum gar nichts erzählt, da einfach nicht richtig etwas passiert. Zusammenhanglose Szenen werden aneinandergereiht. Es entsteht der Eindruck, als hätte der Autor vergessen, den roten Faden einzubauen. 

Fazit:
Die Grundidee fand ich sehr ansprechend, die Umsetzung konnte mich nicht überzeugen. Deswegen gibt es von mir leider nur 3 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2016
Printseiten: 240
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-51932-5



Montag, 16. Januar 2017

James Dashner - Die Auserwählten: Phase Null (Prequel 2) von SINA

Chicken House
Thomas wird als kleiner Junge von seinen kranken Eltern weggeholt. Bei der Organisation ANGST wird er daraufhin verschiedenen Tests unterzogen, den Thomas ist immun gegen "Den Brand", einen Virus, der auf der Erde die Menschen in zombieähnliche Verrückte verwandelt. Zusammen mit einigen anderen Kindern wird er auf die kommende Zukunft vorbereitet. Doch je mehr Zeit Thomas bei der Forschungseinrichtung verbringt, umso mehr wird ihm klar, das ANGST nicht das verfolgt, was sie ihm glauben machen. Auch Teresa, die mit ihm ausgebildet wird, hat ihre Zweifel, doch wird sie immer mehr in die Fänge von ANGST gezogen. Als eine Gruppe von Kindern in ein Experiment geschickt wird, das Thomas und Teresa mitentwickelt haben, versucht Thomas alles, um die Kinder zu retten.

© Sina Frambach
Mit „Phase Null“ hat sich der Autor nun an die Vorggeschichte seiner Trilogie „Die Auserwählten“ herangetraut. Er erklärt, wie es dazu kam, dass die Kinder im ersten Teil „Im Labyrinth“ überhaupt im Labyrinth gelandet sind.

Dabei geht es hauptsächlich im Thomas, der schon als kleines Kind von der Organisation ANGST rekrutiert wird. Er bekommt eine spezielle Ausbildung, wird Tests unterzogen und dahingehend getrimmt, dass er ja jemand besonderes ist, weil er gegen den Virus Der Brand immun ist. Mit seiner Hilfe könne ein Heilmittel gefunden werden, welches die Menschheit vor dem Aussterben rettet. Thomas hat nie etwas anderes gelernt und fängt an, den Angestellten und Ärzten von ANGST zu vertrauen. Auch Teresa, die ebenfalls etwas besonderes zu sein scheint, unterstützt ANGST in ihrem Bemühen.

© Sina Frambach
Die Geschichte fängt damit an, dass Thomas sich zurechtfinden muss in seinem neuen Leben. Dabei ist sehr auffällig, dass er ja mit fünf oder sechs Jahren in die Forschungseinrichtung geholt wird, jedoch sein Verhalten schon einem größeren Kind zugeordnet werden kann. Dies ist schon etwas besonderes, denn normalerweise würde ein so kleines Kind doch nach seinen Eltern fragen. Doch Thomas macht dies nicht. Er nimmt es als gegeben hin, dass er nun Teil eines Experiments ist. Nur eins kann er nicht verstehen, warum er anfangs keinen Kontakt zu den anderen Kindern aufnehmen darf. 

© Sina Frambach
Es wird ein langer Zeitraum abgehandelt und Thomas und Teresa werden immer weiter in die Machenschaften von ANGST verstrickt. Und so wird man selbst auch auf den ersten Teil der Trilogie „Im Labyrinth“ vorbereitet. 
Wie es zu allem kommt, ist sehr interessant. Vor allem, wenn man die Trilogie schon kennt. Insoweit gebe ich auch den Rat, zuerst die Trilogie zu lesen und dann die Prequels „Kill Order“ und „Phase Null“ zu lesen, da man sich sonst einiges vorweg nimmt.

Auch wenn sich angeblich gar nicht so viel in der Geschichte tut, ist es auch Dank des Schreibstils des Autors sehr spannend, Thomas Werdegang zu verfolgen und selbst herauszufinden, wie es zu allem kam.

Da das Buch in kurze Kapitel aufgeteilt ist, kommt einem die Geschichte sehr kurzweilig vor. Und doch kommt es auch in einer sehr düsteren Art daher. Passend zu der apokalyptischen Stimmung, die vorherrschend ist.

Fazit:
Die Vorgeschichte zur Trilogie. Interessant und spannend. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

Verlag: Chicken House
erschienen: 2016
Printseiten: 440
Format: ebook
ISBN: 978-3-551-52077-7



Chicken House





James Dashner - Die Auserwählten: Kill Order (Prequel 1) von SINA


Chicken House
Sonneneruptionen haben das Leben auf der Erde zu einem Graus gemacht. Wer nicht bei dem Ausbruch ums Leben kam, sucht nach anderen Überlebenden. Alec, Mark und Trina haben sich in eine Siedlung gerettet und versuchen, zu einem normalen Leben zurückzukehren. Doch eines Tages tauchen Berks am Himmel auf. Aus den Flugzeugen heraus schießen Soldaten auf die flüchtende Menschenmenge der Siedlung. Kleine Pfeile treffen Dutzende von Menschen. Alec, Mark und Trina schaffen es zusammen mit ein paar Freunden, nicht getroffen zu werden. Doch müssen sie feststellen, dass die Getroffenen sich sofort verändern. Sie mutieren zu Franks, die mit ihrem irrationalen Verhalten sogar vor Mord nicht zurückschrecken. Mark und seine Freund machen sich auf den Weg zu einem sicheren Ort und müssen bald feststellen, dass alles aus dem Ruder läuft.

© Sina Frambach
Nachdem ich vom ersten Teil „Die Auserwählten - Das Labyrinth“ sehr begeistert war, mich die nächsten beiden Teile „Die Brandwüste“ und „Die Todeszone“ schon nicht mehr so begeistern konnten, war ich trotzdem gespannt, wie der Autor denn nun erklärt, wie es denn überhaupt zu dem Ausbruch des Virus gekommen ist, der die Hälfte der Menschheit in sog. Cranks verwandelt. 
Und ich muss sagen, dass es ihm sehr gut gelungen ist, mich in eine Welt zu versetzen, in der der nackte Kampf ums Überleben in jeder Minute stattfindet.

Wir lernen die Charaktere Alec, Mark und Trina kennen. Drei sehr unterschiedliche Personen, die sich jedoch zusammengerauft haben, um ihr Überleben zu sichern. Alec ist ein ehemaliger Soldat, kennt sich sehr gut in militärischen Belangen aus und übernimmt auch die Führung der Gruppe. Mark und Trina waren Studenten, die ihr Leben in vollen Zügen genossen hatten, durch die Katastrophe dann jedoch schlagartig erwachsen werden mussten.

© Sina Frambach
Die drei haben sich sehr gut mit ihrer neuen Situation arrangiert, versuchen auch, andere dazu zu bewegen, sich in das neue Leben einzufinden. Nach Ausbruch des Virus jedoch überschlagen sich die Dinge und es müssen neue Lösungen her. Für Alec ist dies eine neue Herausforderung. Er nimmt sich gleich der Problemlösung an und führt Mark und Trina sowie weitere Überlebende an, um die Lösungen auch durchzuführen.

Weitestgehend geht es jedoch um Mark, aus dessen Sicht die Geschichte auch erzählt wird. Man bekommt hautnah mit, was Mark durchmacht, was ihn quält, erfreut, traurig macht und vor allem, wie er versucht, selbst eine Lösung zu finden. Dabei ist er Alec eine große Hilfe. Seine Liebe zu Trina lässt Mark auch über sich hinauswachsen und führt zu manchen Situationen, in denen man zeitweise nur mit dem Kopf schütteln kann, weil sich Mark unüberlegt in Gefahren stürzt.

© Sina Frambach
Zu Trina dagegen konnte ich keine Verbindung aufbauen. Sie war zeitweise sehr teilnahmslos, hat sich an nichts beteiligt, sondern einfach darauf verlassen, dass Mark und Alec schon dafür Sorge tragen, dass ihnen nichts passiert. 

Der Schreibstil des Autors ist jedoch fesselnd und so konnte ich mich von dem Buch fast nicht loseisen. Ich musste wissen, wie die drei ihren Weg finden, um ihr Überleben zu sichern und dabei kamen ständig neue Wendungen ins Spiel. So führte ein solider Spannungsbogen durch das ganze Buch. Die Vorgeschichte zu „Die Auserwählten“ hat damit für die später spielende Trilogie so einiges Neues erklären können. Trotzdem würde ich empfehlen, erst die Trilogie zu lesen und sich dann den Prequels („Kill Order“ und „Phase Null“) zu widmen, sonst nimmt man sich für die Trilogie doch einiges vorweg.

© Sina Frambach
Insgesamt konnte ich für „Kill Order“ wieder mehr Begeisterung aufbringen, als für den zweiten und dritten Teil der Trilogie.

Fazit:
Ein spannendes Prequel, welches viele offenen Fragen aus der Trilogie beantworten kann. Von mir gibt es dafür 8 von 10 Punkten.

Verlag: Chicken House
erschienen: 2016
Printseiten: 448
Format: ebook
ISBN: 978-3-551-52076-0

Chicken House




Dienstag, 10. Januar 2017

[Hörbuch] Mary Higgins Clark: Spürst du den Todeshauch von CORINNA

Quelle: Randomhouse Audio

INHALT:
Es ist diese Explosion, die alles verändert. Mitten in der Nacht fliegt die Möbelfabrik der Familie Connelly in die Luft und der traditionelle Betrieb ist Geschichte.
Doch gleichzeitig kommen erste Fragen auf. Zwar wurde auch Kate, die älteste Tochter des Inhabers verletzt und befindet sich momentan im Koma, doch auch finanzielle Sorgen des Betriebes sind kein Geheimnis und erste Bedenken kommen auf.
Handelt es sich bei der Explosion um Versicherungsbetrug? Ist Kate die Brandstifterin? Doch eine Tote taucht in den Trümmern des Grundstücks auf und es scheint als möchte jemand nicht, dass Kate je wieder aus dem Koma aufwacht...



„Spürst du den Todeshauch“ von Mary Higgins Clark ist das erste Hörbuch, welches ich von der Autorin hörte. Ihre Bücher haben einen festen Platz in meinem Krimiregal und doch ist es einige Jahre her, dass ich das letzte von ihnen gelesen habe.

Gleich zu Beginn war ich neugierig. Wird mir die Erzählart noch zusagen, finde ich die Geschichte spannend und mag ich die Autorin noch? Die Antwort lautet ganz klar JA.
Mary Higgins Clark ist nicht umsonst bekannt für gute Unterhaltung. Auch „Spürst du den Todeshauch“ ist ein spannender Krimi, der bis zum Ende hin Überraschungen bietet. Gleichzeitig lernt man verschiedene Figuren kennen, erfährt ihre Hintergründe und beginnt im Kopf zu puzzeln, wer der Täter ist, was in der Nacht passierte und wie es zu der Tat kam.

Der Stil der Autorin ist flüssig und man kann ihm leicht folgen. Auch wenn ich hier „nur“ lauschen durfte, war ich gebannt und legte fest, dass demnächst ein nächstes Buch von Mary Higgins Clark unbedingt von mir gelesen werden muss.

Was mir aber am Besten gefallen hat, war die Auflösung. Sie kommt schleichend, wie schon berichtet puzzelte ich ein für mich korrektes Ergebnis, doch dann schlug die Auflösung wie eine Bombe ein und meine Theorie brach in sich zusammen.
Doch sind wir ehrlich, solche Krimis liebt man doch. Eine spannende Geschichte und ein überraschendes Ende.

Gelesen wurde das Hörbuch von Michou Friesz, die eine sehr einfühlsame Stimme hat und der ich gerne einmal in einem anderen Genre lauschen würde. Bei diesem Hörbuch fand ich sie nicht immer zu 100% gelungen.

Mein Fazit:
Endlich mal wieder ein Krimi von Mary Higgins Clark. Auch nach langer Pause konnte die Krimiautorin überzeugen und macht Lust auf mehr.
Eine spannende Geschichte und ein überraschendes Ende, was will man noch?

9 von 10 Punkten

Verlag: Randomhouse Audio
Erschienen: 2013
Laufzeit: 6 Std., 38 Min.
ISBN: 978-3-8371-2186-5

s.a. Autorenseite von Mary Higgins Clark

Nick Hein - Polizei am Limit von SONJA


Quelle: Rowohlt



INHALT:
Anhand der Ereignisse der Silvesternacht 2015/2016 am Kölner Hauptbahnhof erläutert der Expolizist Nick Hein, was derzeit in Deutschland in der Strafverfolgung schief läuft.

FAZIT:
Dieses Buch sollte eigentlich jeder lesen. Denn es erklärt die aktuelle Situation der Polizei. Wie kam es zum "kaputt sparen" eines Systems, was die Bürger schützen und einen Spiegel der Gesellschaft darstellen soll?

Desweiteren wird anhand von aktuellen Beispielen aufgezeigt, wie die Wahrnehmung der Öffentlichkeit und die Vorgabe und die Äußerungen der Politiker die Arbeit der Polizei beeinflussen bzw. erschweren.

Warum habe ich zu diesem Buch gegriffen? In meiner Familie gibt es einige Polizisten. Ich bin mit bestimmten Themen aufgewachsen und die zunehmende öffentliche Kritik, die ja gerade auch wieder in den letzten Tagen sehr dominant war, veranlasste mich dazu, zu diesem Buch zu greifen.

Ich muss sagen, ich war erschrocken. Sicherlich waren bestimmte Themen für mich nicht neu. Zum Beispiel, dass bestimmte Ausrüstungsgegenstände von den Polizisten selbst bezahlt und angeschafft werden müssen. Doch die mittlerweile überhand genommene Sparkultur scheint sich noch weiter ausgeweitet zu haben: 
Fehlendes Schießtraining, keine Fortbildungen, keine aktuelle IT, maroder Funk und ein absoluter herunter gewirtschafteter Personalbestand, der auf dem letzten Loch pfeift, weil er schlicht weg mit Überstunden verheizt wird.

Liebe Politiker, in diesem Buch wird nochmals anschaulich erklärt, dass die Polizisten vor Ort meist die ersten Einsatzkräfte dicht am Geschehen sind. Die Spezialisten kommen später! 
Eine desolate Ausstattung/Optik wirkt nicht deeskalierend! Sie führt dazu, dass die Polizisten auftreten wie ein Witzverein a la Police Academy. Sie gefährden durch mangelnde Ausstattung ihr eigenes Leben und das Leben derer, die sie eigentlich schützen wollen!

Motivierte Polizisten, mit fundierter Ausbildung, gut ausgestattet, die ausgeruht in einen Einsatz gehen, können viel mehr bewirken! Wem nützt der suizidale Sparkurs? Dem Bundes- und Landeshaushalt? 
Man sollte dieses Buch als Weckruf sehen und handeln. Lest das Buch, um zu verstehen. Lest das Buch, um nach den eigenen Möglichkeiten zu unterstützen. Volle Punktzahl für dieses beängstigende Bild der Polizei am Limit. Danke an alle Polizisten und Polizistinnen, die ihren Dienst unter diesen Umständen dennoch tun.


Verlag: Rowohlt
erschienen: 2016
Seiten: 208
ISBN: 978-3499632389

© Sonja Kochmann

Sonntag, 8. Januar 2017

Audrey Carlan - Trinity: Verzehrende Leidenschaft von SONJA


Quelle: Ullstein

INHALT:
Gilian Callahan ist aufgrund der Misshandlungen ihres Exfreundes beziehungsunfähig. Inzwischen hat sie sich zurück ins Leben gekämpft und arbeitet für die Organisation Safe Haven, die sie damals rettete. 
Auf einer Vorstandssitzung lernt sie den Vorsitzenden Chase Davis kennen, dessen Anziehungskraft unbeschreiblich ist. Der Millidär hat ein Auge auf Gillian geworfen und er bekommt immer, was er will. Kann Gillian ihre Ängste besiegen?

FAZIT:
Nachdem ich erst kürzlich die "Calendar Girl Reihe" der Autorin beendet habe, war ich schon ein bisschen traurig, denn der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Um so mehr hab ich mich auf das Erscheinen des ersten Bandes dieser Reihe gefreut. (Es werden übrigens 5 Bände!)

Der Schreibstil hat mich auch diesmal gleich auf der ersten Seite eingefangen, auch wenn die Autorin diesmal beide Protagonisten aufeinander treffen lässt ohne das Leserin oder die Protagonisten aufgrund der Perspektive selbst wissen, wer die beiden sind. Die Luft zwischen den beiden knistert sofort und man ist von der Geschichte sofort gepackt. Erst in den Seiten danach erfahren alle mehr und schnell merkt man (äh frau), dass die beiden füreinander bestimmt sind. Doch der Weg dahin ist sehr steinig, denn beide haben Altlasten.

Im Gegensatz zu der "Crossfire Reihe" finde ich diese Altlasten, in Relation zu den Ängsten und den Möglichkeiten diese zu beheben, allerdings realistischer. 

Auch die Nebenfiguren sind äußerst gelungen. Gilian hat drei Freundinnen, die eine Menge verschiedener Eigenschaften mitbringen und ihr aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit die Familie ersetzen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (Trinity) eint die Mädels. Ein bunter Haufen Frauenpower, der in den Folgebänden, Gott sei Dank, wichtig wird (Entschuldigung - ich musste Klappentexte linsen.)

Auch Chase hat Unterstützung. Ein wortkarger massiver Bodyguard namens Jack und einen Haufen Cousins und Cousinen deren Namen alle mit C beginnen.

Ein wundervoller Reihenauftakt mit Leidenschaft, Liebe und einer tödlichen Gefahr, die das Buch mit einem bösen Cliffhanger enden lässt: volle Punktzahl!


Verlag: Ullstein
erschienen: 2017
Seiten: 448
ISBN: 978-3548289342


© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

Mark Forsyth - Lob der guten Buchhandlung von SONJA


Quelle: Fischer Verlage



INHALT:
Mark Forsyth beschreibt in diesem kleinen Buch, warum es unverzichtbar für einen Buchliebhaber und auch eine Buchliebhaberin ist, eine gute Buchhandlung persönlich aufzusuchen.

FAZIT:
Dieses Buch war ein Zufallsfund. Eigentlich kann man dieses Buch auch nur so finden. Denn der Autor beschreibt in seinem Büchlein genau dieses Phänomen. Als Leser (Männlein und Weiblein) kennt man drei Arten von Bücher: 

1. Bücher, die man gelesen hat
2. Bücher, die man nicht gelesen hat, deren Titel etc. aber bekannt sind und
3. Bücher, von denen man gar nicht weiß, dass es sie gibt

Die Herausforderung für jeden Leser besteht darin, die Bücher der Kategorie 3 aufzustöbern, denn darin können sich wahre literarische Schätze verbergen. Das Aufstöbern geht auch nur in einer Buchhandlung. Denn in einem Internetshop wird auch nur nach bereits eingegeben Stichworten und Verknüpfungen gesucht.

In der besagten guten Buchhandlung werden die Bücher auf Tischen mit den wunderschönen Covern angeordnet. Die Kunst des Buchhändlers ist es, diese Vielfalt immer qualitativ gut zu halten und optisch zum Stöbern einzuladen.

Ich könnte Euch an dieser Stelle noch viel mehr über das kleine Büchlein erzählen, aber das tue ich nicht. Ich habe jedoch über meine Leseauswahl ein wenig nachgedacht. Ich vergebe volle Punktzahl und hoffe, ihr habt genau wie ich eine gute Buchhandlung, in der dieses Buch erhältlich ist, denn es ist zum Teil nicht mehr lieferbar.


Verlag: Fischer Verlage
erschienen: 2015
Seiten: 39
ISBN: 978-3-596-03610-3
© Sonja Kochmann


Donnerstag, 5. Januar 2017

Sarah Morgan - Für immer und einen Weihnachtsmorgen von SONJA


Quelle: Mira TB

INHALT:
Skylars Beziehung zu Richard findet ein dramatisches Ende und Alec, der eigentlich mit Skylar nicht viel zu tun haben will, kann nicht anders und eilt ihr zu Hilfe.


FAZIT:
Nach den beiden Vorbänden "Einmal hin und für immer" und "Für immer und ein Leben lang" kommt nun das große Finale auf Puffin Island mit Skylar mitten im Schneegestöber zur Weihnachtszeit.

Ich gebe zu, ich mag es nicht, wenn liebgewonnene Trilogien bzw. Mehrteiler als Weihnachtsspecial enden. Denn häufig kommt man in der Weihnachtszeit nicht zum lesen und will man zu Ostern oder im Sommer vom Weihnachtsmann und Schnee lesen? Nun ja, diesmal hat es zeitlich und auch inhaltlich wirklich gepasst. 

Skylar und Alec (es war nach den Vorbänden vorhersehbar und daher sollte die Reihenfolge unbedingt eingehalten werden) können sich eigentlich nicht ausstehen und fetzen sich ständig. Doch die Ereignisse überschlagen sich und beide erhalten gezwungener Maßen Gelegenheit, sich erst bei einem Familienbesuch in England und dann auf Puffin Island besser kennen zu lernen.

Alecs englische Familie und das Durcheinander bei Tisch sind einfach wundervoll. Neckereien und Fürsorge für alle. Eine andere Zeit als die Weihnachtszeit hätte da zugegebener Maßen nicht gepasst. Auch Skylars Motivsuche für eine neue Kollektion im Schneegestöber lässt einen hier zu Lande von einer weißen Weihnacht träumen. Gut das die beiden, nach einigen Startschwierigkeiten, einen Weg finden, sich zu wärmen. Volle Punktzahl für dieses Glück und volle Punktzahl für das Wiedersehen mit Emily, Ryan, Brittany und Zach.


Verlag: Mira TB
erschienen: 2016
Seiten: 400
ISBN: 978-3956496028


© Sonja Kochmann

Sarah Morgan - Für immer und ein Leben lang von SONJA



Quelle: Mira TB


INHALT:
Die Archäologin Brittany ist auf Puffin Island aufgewachsen. Dort hat sie in ihrer Jugend den Bad Boy Zachary kennengelernt und Hals über Kopf geheiratet. Doch dieser verließ sie vor über 10 Jahren ohne ein persönliches Wort mitten in den Flitterwochen. Als sie nach einem Unfall ihre Verletzung auf Puffin Island auskurieren will, staunt sie nicht schlecht. Zachary lebt inzwischen hier und die Insulaner haben Mitleid mit ihr. Hin und her gerissen zwischen Wut und Trauer, knistert es plötzlich zwischen ihr und Zach.

FAZIT:
Bereits der erste Band "Einmal hin und für immer" um die drei Frauen Emily, Brittany und Skylar hat mich gepackt. Die Insel, die Insulaner und die Freundschaft der drei jungen Frauen fand ich äußerst gelungen.

Nachdem Emily und Ryan ein Paar geworden sind, ist in diesem Band Brittany dran. Wut, Trauer und Frustration lassen sich hervorragend aus der Vergangenheit von Brittany und auch Zach ableiten. Die Beweggründe der beiden sind verständlich und so möchte der Leser teilweise am liebsten auf den Tisch hauen und die beiden zur Aussprache verdonnern. Denn diese beiden Dickköpfe sind füreinander bestimmt: es fliegen verbal die Fetzen und .... stimmt auch ;) Das Inselcamp, ein hässlicher Hund und die beiden Dickköpfe brauchen einander und so kommt es wie es kommen muss......

Amüsant finde ich auch das parteiische Verhalten der Insulaner und die Mitleidsbekundungen durch Platzieren eines Auflaufes vor der Haustür. Volle Punktzahl für meine Rückkehr nach Puffin Island, die durch den nächsten Band mit Skylar abgerundet wird. 


Verlag: Mira TB
erschienen: 2016
Seiten: 304
ISBN: 978-3956495922


© Sonja Kochmann