Samstag, 4. Mai 2013

Nathan Jaeger - Graues Meer und blaue Sonnen von SINA

Quelle: Nathan Jaeger
Julius ist jung, frei und schwul. Er kostet sein Leben aus und mit seinen Freunden verbringt er jede freie Minute und die Nächte. Als ihm jedoch eines Tages klar wird, dass sein Freund Tim mehr für ihn ist, als nur Sex und Freundschaft, ändert sich für ihn alles. Julius und Tim werden ein Paar, heiraten und sind glücklich. Bis Tim eines Tages völlig unerwartet stirbt. Julius fällt in ein tiefes Loch und nur einer kann ihm da heraushelfen. Sein Psychiater und ehemaliger Jugendfreund Phil. Doch Julius merkt bald, dass er mehr für Phil empfindet. Doch Phil liebt schon lange jemand anderen...

Gibt es ein Märchen ohne Happy End? Dieser Frage geht der Autor sehr ausführlich nach. Denn er schafft ein Märchen von Liebe und Freundschaft. Von Glücklichsein und Nähe, von Zukunftsplanung und Vertrauen. Und dann kommt das bittere Ende. Der Tod, die Trennung von seinem Allerliebsten, seinem Heiligsten.

Genau dies widerfährt Julius. Er verliebt sich in Tim, führt eine perfekte Beziehung. Er ist so glücklich und kann sich nicht vorstellen, ohne Tim zu sein, bis es dann doch passiert. Tim stirbt und Julius ist allein, ohne Tim, ohne seine große Liebe.

Vorweg nimmt das Buch einen großen Teil des Märchens ein, bis der große Schlag kommt, das „un“happy End sozusagen. Der zweite Teil nimmt den Platz des Ins-Leben-zurückfindens ein. Ein Prozess, der Julius sehr schwer fällt. Dies wird ebenso ausführlich geschildert und ich konnte mich so gut in Julius hineinversetzen. Seine Trauer hat mich manchmal so überwältigt, dass ich ebenfalls ein paar Tränchen vergießen musste.

Julius hat mir sehr gut gefallen, eben weil ich mir genau vorstellen konnte, was er fühlt, was er denkt, wie er mit Zweifeln kämpft, versucht ein normales Leben ohne Tim zu führen und mit jedem „glücklichen“ Gedanken, der ihm eigentlich verboten ist, einen Schritt zurückmacht.

Mit Phil, seinem Psychiater, ist dem Autor ein sehr gefühlvoller Charakter gelungen, der Julius immer wieder vom Boden aufhebt und ihm klar macht, dass das Leben mehr als lebenswert ist.

Die Erotik ist zwar vorhanden, steht jedoch nur am Anfang in deutlichen Vordergrund. Danach rückt sie aus dem Licht, die Gefühle der Charaktere sind wichtiger. Der Verarbeitungsprozess von Julius hat Vorrang und auch Phil wird immer näher vorgestellt.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, mit den Figuren gelitten und mich über jeden kleinen positiven Schritt seitens Julius sehr gefreut.

Fazit:
Ein schöner Roman über das Leben, den Tod und die Liebe auf den zweiten Blick.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Selbstverlag
erschienen: 2013
Printseiten: 480
ASIN: B00BXUA1RI

s. a. Bibliografie Nathan Jaeger

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