Freitag, 19. Juli 2013

Marlies Lüer: Miras Welt von CORINNA

© Marlies Lüer

INHALT:
Als die Journalistin Melissa Fink an einer Reportage über „Heilerinnen des Dorfes“ arbeitet, lernt sie die über 70 jährige Mira Mertens kennen. Noch ahnt sie nicht, dass sich von nun an ihr ganzes Leben verändern wird.
Denn Mira kann nicht nur Tarotkarten legen (und damit Menschen bei ihrer Wegfindung helfen), nein, sie kennt sich auch mit Kräutermischungen und Engeln aus.

Als Melissa bei ihrem Interview zu Fall kommt und damit ein spontaner „Gast“ von Mira wird, fällt ihr das Buch „Lebenslicht“ in die Hände. Dieses Buch erzählt das Leben von Miras jüngstem Sohn Martin, der an Autismus leidet und leider viel zu früh verstirbt.

Eine aufregende Zeit in Melissas Leben beginnt, in der Mira ihr zu einer wichtigen Freundin wird...




„Miras Welt“ ist das erste Buch einer zweiteiligen Reihe und ich bin sehr froh, dass die Autorin Marlies Lüer mir ihr Werk zum Lesen angeboten hat.

Was mir spontan zu diesem sehr bewegendem Buch einfällt ist, dass es mich nicht so leicht losgelassen hat. Teilweise war es mir nur möglich in kleinen Abschnitten zu lesen, weil es mich an bestimmten Stellen schon sehr berührte bzw. mir sehr nahe ging.

Aber von vorne.
Marlies Lüer, die ich vor diesem Buch noch nicht als Autorin kannte, hat einen sehr flüssigen, sympathischen und bildlichen Schreibstil. Zu jeder Zeit hatte ich das Gefühl auch Bilder zum Buch sehen zu können.
Ich lernte Melissa und Mira kennen und mochte die beiden Frauen, die so unterschiedlich sind, sofort. So hatte ich dann teilweise das Gefühl selbst bei Mira zu Gast zu sein und zusammen mit ihr und Melissa im Garten zu sitzen.

Auch wenn es durchaus amüsante Stellen in der Geschichte gab (ich mag Melissas Gedanken, die in Klammern standen), so ist dieses Buch vor allem sehr bewegend. Denn Miras Leben war nicht nur von schönen Momenten geprägt.
Ihr Buch „Lebenslicht“ spielt da natürlich eine wichtige Rolle und erzählt ihr Leben und das ihres Sohnes Martin. Dies wird sehr realistisch, ergreifend, aber auch nicht beschönigend erzählt, so dass ich zwischen Mitleid, Hoffnung, aber auch der Freude an den guten Momenten schwankte.
Und ich gebe zu, ohne Tränen konnte ich diese Abschnitte nicht lesen.

Trotzdem fand ich auch diese Momente gut und wichtig. Für mich persönlich, da ich zwei gesunde Töchter habe, war es einfach noch einmal ein Wachrütteln, nicht immer alles zu ernst zu nehmen. Manche Dinge vielleicht lockerer zu sehen und auch Verständnis zu haben, für die Menschen, die vielleicht gerade mit Kindern unterwegs sind, die nicht nur kontrolliert und leise sein können. Denn ich denke alle Eltern kennen diese Blicke, wenn Kinder wild und nicht ruhig zu bekommen sind. Wie muss es dann erst sein, wenn man ein behindertes Kind hat?

Übrigens gibt es als kleine Überraschung am Ende des Buches noch eine Kurzgeschichte und einige Kochrezepte, die ich sicher noch ausprobieren werde. Denn Mira war im Buch stets fleißig und ich daraufhin über Seiten hinweg auch hungrig.

Dies ist die Reihenfolge der Bücher:
  1. Miras Welt
  2. Melissas Welt

Mein Fazit:
„Miras Welt“ ist sicher keine einfache Kost, aber dies muss es auch nicht sein. Es ist ein Buch für all die Menschen, die einen Sinn nach mehr suchen, in einer ähnlichen Situation sind, oder einfach ein packendes Buch mit einem wahren Kern lesen möchte.

Ich gebe 9 von 10 Punkten!

Verlag: Traumstunden Verlag
Erschienen: 2013
Seiten: 372
ISBN: 978-3942514958


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