Mittwoch, 18. März 2015

Treffen zum 5. Geburtstag von Chicken House auf der LBM15

Mein persönliches Messehighlight war das Bloggertreffen des Chicken House Verlages.
Der Chicken House Verlag Deutschland ist ein Imprint des Carlsen Verlages. Er entstand aus einer Kooperation von Carlsen mit The Chicken House (England). Der Gründer und Verleger des englischen Verlages, Barry Cunningham, entdeckte unter anderem die nun weltweit bekannte Autorin Joanne K. Rowling mit ihren Harry Potter-Romanen. Barry orientiert sich aber auch an anderen Ländern und so ist auch die deutschsprachige Autorin Cornelia Funke bei ihm unter Vertrag.

Bei Chicken House Deutschland erscheint eine Auswahl der besten Bücher des englischen Verlages. Hierbei wird der Schwerpunkt auf schnelle und handlungsintensive Geschichten gelegt.

Bei dem Treffen am 14.03.2015 auf der Leipziger Buchmesse, welcher auch gleichzeitig der 5. Geburtstag des Verlages war und mit einer wunderschönen Torte gefeiert wurde, merkte man gleich, dass der Verlag keineswegs mehr in den Kinderschuhen steckt, aber trotzdem eine Unbekümmertheit bewahrt hat und auch mal alles nicht so ernst genommen wird. Dazu später mehr.

sina frambach

Barry Cunningham war bei diesem Termin ebenfalls anwesend, genauso wie die bekannte Autorin Sophia Bennett.
Gleich zum Anfang wurden Fragen an die beiden gestellt, wobei Barry mit seiner sehr sympathischen und witzigen Art gleich mal Pluspunkte verteilte.

Wie entstand eigentlich der Name Chicken House? Die Antwort darauf ist so spannend, wie einfach. Im Garten der Cunninghams stand ein altes, mobiles Hühnerhaus, in welchem auch immer Barrys Kinder gespielt haben.

Natürlich war die spannendste Frage, wie er sich gefühlt hat, als alle Verlage Joanne K. Rowling abgelehnt hatten, er jedoch den Mut hatte, ihre Geschichten zu veröffentlichen. Hier strahlten seine Augen wie die eines kleinen Kindes. Man merkte ihm deutlich an, dass er stolz auf seine Entdeckung ist. Barry fand es am Schwierigsten, nicht verraten zu dürfen, wie es denn mit HP weiterginge. Gerade beim letzten Band. Doch auch hier sagte er mit seinem unverwechselbar kindlichem Charme, dass er ja vorher wusste, was passiert und alle, alle erst spät nach ihm.

sina frambach
Als er gefragt wurde, woran genau er denn festmachen konnte, dass die HP-Bücher gut sind, meinte er, dass ihm die Freundschaft der Kinder so gut gefallen hat. Und dieser Punkt war für ihn ausschlaggebend. Mit einem verschmitzten Lächeln gab er dann auch zu, dass er froh war, dass alle Charaktere erst seine Freunde waren und erst später für alle anderen auch.

Seine größte Entdeckung war bis heute Joanne K. Rowling, aber auch andere Autoren stehen nicht nach. So Rachel Ward, die mit ihrer Trilogie "Numbers" in seinem Verlag vertreten ist. Hier war ursprünglich nur eine Kurzgeschichte von Rachel Ward geschrieben worden. Barry fand diese Idee jedoch so großartig, dass nun eine Trilogie mit einem Prequel daraus gemacht wurde.

Auf die Frage hin, was Chicken House denn ausmache, gab Barry zur Antwort, dass er auf der Suche nach packenden und berührenden Geschichten ist. Diese Geschichten müssen einen prägen, mitreißen.
Lange bevor daran gedacht wurde, einen Film aus den Büchern zu machen, war Maze Runner schon im Verlag. Hier ist Barry auf amerikanischem Boden auf James Dashner aufmerksam geworden.


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Sein neuester Streich "Big Game", welches Ende April erscheinen wird, ist ebenfalls eher ungewöhnlich entstanden. Barry hat dazu das Drehbuch gelesen und war so begeistert, dass er einen Autor gesucht hat, der aus dem Drehbuch ein Buch macht. Dan Smith hat dies geschafft und nun erscheint "Big Game" als geschriebene Version Ende April, während der Film im Mai anläuft.

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Die Autorin Sophia Bennett war ebenfalls zugegen und stellte sich einigen Fragen. Vor allem, wie es denn war, entdeckt zu werden.

sina frambach
Daraufhin erzählte sie die wunderschöne, wie auch lustige Geschichte: Schon mit 7 Jahren wollte sie Schriftstellerin werden, verwarf dies jedoch bald wieder und widmete sich der Schule sowie dem Studium von Sprachen. Erst als sie HP gelesen hatte, fing sie wieder an zu schreiben und begann mit ihrem ersten Buch. Als sie dieses bei Verlagen einreichte, kam jedoch die Ablehnung. So schrieb sie noch ein Buch und reichte es ein. Und wurde wieder abgelehnt. Und noch ein Buch. Und wieder eine Ablehnung.
Ihre Mutter erzählte ihr dann von einem Schreibwettbewerb, bei welchem Sophia dann auch mitmachte. Es gab strenge Auflagen, wie z. B. 1 1/2zeiliger Abstand oder auch Spiralbindung und Sophia hielt sich streng daran.
Als sie eines Tages in einem Laden stand, um ein T-Shirt zu kaufen, klingelte ihr Handy und Barry war dran. Er erzählte ihr, dass sie den Schreibwettbewerb gewonnen hätte und nun eine richtige Autorin sei. Sophia war überwältigt.
Barry warf daraufhin ein, dass Sophia nur gewonnen hätte, weil sie ja ihr Manuskript so ordentlich nach den Auflagen abgegeben hätte.

sina frambach
Sophia und Barry legten einem dann nochmal das Schreiben ans Herz. Falls man doch abgelehnt würde, sollte man sich keine Gedanken machen. Es ist nicht die Qualität, die abgelehnt wird. Nur passt das Geschriebene vielleicht gerade nicht zu dem, was der Lektor sucht oder was ihm wichtig ist. Nicht aufgeben sei die Devise. Joanne K. Rowling hat es auch geschafft.

Sophia warf daraufhin ein, dass Ideen wie Flugzeuge sind, die landen müssen. Sie holt sich ihre Inspiration aus dem Familienalltag oder aus der Musik. Ihr sind aktuelle Themen wichtig und welche Schattenseiten darin vorkommen. So entstand auch ihr neuster Roman #rausmitderdicken, in welchem es um Mobbing geht.

Barry beantwortete dann noch die Frage, wie er denn Manuskripte auswählten würde. Hier gab er zu, dass er gerne sage, dass er darüber lange nachdenken müsse, doch in Wahrheit sei es eine kurze Entscheidung, man wüsste es sofort. Dies sei ein emotionaler Moment.

In Amerika wurde nun auch ein Ableger des Chicken House Verlages gestartet, allerdings wurde er dort umbenannt in Double Cluck, da Chicken House dort eine andere, nicht jugendfreie Bedeutung hat.
Nach diesen sehr informativen Fragen an Barry Cunningham und Sophia Bennett gab es dann auch noch die Gewinnerziehung zum veranstalteten Quiz. Hier natürlich noch herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen, die mit dem Buch "Big Game" und einer Eintrittskarte fürs Kino bedacht wurden.

Dann kam das Highlight des Treffens. Am Anfang der Veranstaltungen wurden kleine Kärtchen ausgeteilt mit Bildern von verschiedenen Covern des Verlages. Alle, die das Big Game Cover bekommen hatten, durften gegen Barry und Sophia "Eierlaufen" machen. Und da begann ein witziger Wettlauf, wobei Barry mit sehr unlauteren Mitteln versuchte, den ersten Platz zu erreichen. Doch er schaffte es nicht gegen die Bloggerinnen zu bestehen. Als erste ging Stefanie Hasse vom Blog "His & Her Books" durchs Ziel und gewann damit alle Bücher von Sophia Bennett.

Und eine schöne Torte gab es dann auch noch, die fast zu schade zum Essen war, trotzdem von allen verputzt wurde.

sonja kochmann
Barry und Sophia standen danach noch für Autogramme und Fotos zur Verfügung und schon war dieses tolle Treffen auch schon zu Ende, wird aber noch lange in meinen Erinnerungen bleiben, da es einfach eine so lockere und schöne Atmosphäre war. Und ich kann mir vorstellen, dass Chicken House Deutschland wirklich so ein Haufen verrückter Hühner ist.

Herzlichen Dank an das Chicken House-Team für diese rundum gelungene Veranstaltung. Ich hoffe auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.




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