Mittwoch, 30. Dezember 2015

Andreas Geist - HAMBURG RAIN 2084: Die Seuche (6) von SINA

Droemer Knaur

Ein Hacker namens Joker drangsaliert die gesamte Stadt mit seinen Computerviren. Kein Computer ist vor ihm sicher und so stößt er auch in Hochsicherheitssysteme vor. Andreas Melzer ist der Cyberspezialist bei der Kripo und wird von Aron Fuller angeheuert, sich des Jokers anzunehmen. Je näher Andreas jedoch an den Joker herankommt, umso mehr muss er sich auch mit seiner Vergangenheit abgeben. Und merkt, dass diese mit dem Joker und auch Aron Fuller verbunden ist. Nur inwieweit? Und welche Auswirkungen haben die Machenschaften des Jokers? Droht Hamburg im Chaos zu versinken?

Der letzte Teil der ersten Staffel der HAMBURG RAIN 2084-Reihe wartet nochmal mit einem echten Showdown auf. Rasant fängt es an und geht auch genauso weiter. Allerdings nur, wenn man sich in den verwirbelten Handlungssträngen nicht verliert. Und genau das ist mir leider passiert.

Zu Anfang lernt man Andreas Melzer kennen, der sich als Cyberspezialist bei der Kripo Hamburg verdingt. Er scheint sich mit seinem Job abzufinden, weiß aber, dass da noch was anderes ist. Nur kann er nicht einordnen, was genau. So kommt es ihm gerade recht, dass er vom Vorstand einer Sicherheitsfirma dazu angeheuert wird, sich auf die Suche nach dem berühmten Hacker Joker zu begeben. Mit Eifer stürzt er sich in die Arbeit, vergisst aber nicht, dass er auch noch ein privates Leben führt. 

Und ab hier bin ich mir nicht ganz sicher, was genau der Autor mit der Einbringung der Beziehung zwischen Andreas und seiner Freundin Stina bezwecken möchte. Ich kann nur davon ausgehen, dass Stina in der nächsten Staffel vielleicht noch eine größere Rolle spielen wird. Denn es wird einiges angedeutet, jedoch nicht richtig aufgelöst.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit dem letzten Teil dann doch etwas überfordert war. Es waren zu viele computertechnischen Begriffe und Abläufe. In meinen Augen verlor sich der Autor in der Geschichte und wollte vieles unterbringen. Es gab mehrere Handlungsstränge, die zwar letztendlich zu einem führten, sich jedoch so verkomplizierten, dass ich Probleme hatte, der Handlung zu folgen.

Allerdings hat die Geschichte auch zum Nachdenken angeregt. Wie abhängig ist man von computergesteuerten Maschinen, wie sehr lässt man sich von diesen kontrollieren? Insoweit hat es der Autor einem gut vor Augen geführt, wie mit ein paar Codes, Tastenkombinationen und Algorithmen etwas sehr schnell den Bach runtergehen kann.

Diesmal befinden wir uns in den höheren Ebenen von Hamburg und erhalten Einblick in die etwas privilegierten Personen. Diejenigen, die die Chance erhalten haben, ein gutes Leben zu führen. Hier spielt Geld und Macht eine große Rolle und genau das ist es, was der Joker auch ankreiden will. Er möchte aufmerksam machen auf die Ungerechtigkeit, die in Hamburg herrscht. Oben die Reichen und unten die Armen.

Trotz der vielen technischen Begriffe, die mich etwas holpern ließen, gab es dann doch sehr spannende Momente, vor allem am Ende, als alles anfing, sich aufzulösen (mit Ausnahme der Figur Stina).

Auch wenn mich die letzten Bände der Reihe nicht gerade vom Hocker gerissen haben, hat mich doch die ganze Staffel sehr beeindruckt. Hier eben schon die Idee, dass die Welt im Regen versinkt und sich Hamburg zu einer großen Festung entwickelt hat, die in mehrere Ebenen eingeteilt ist. 

Ich freue mich auf die zweite Staffel und hoffe, dass etwas mehr von der technischen Schiene zurückgegangen wird und vielleicht auch mehr Action ins Spiel kommt.

Fazit: 
Für computerversierte Nerds garantiert ein Genuss, für weniger technisch Begabte ein Buch mit Sieben Siegeln. Insgesamt jedoch lesenswert und interessant. Von mir gibt es für "Die Seuche" daher leider nur 5 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2015
Format: ebook
Printseiten: 188
ISBN: 978-3-426-43752-0




1 Kommentar:

  1. Hey,

    wenn es wirklich so "nerdy" ist, ist es wohl nichts für mich.

    LG
    Sonja

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