Donnerstag, 4. Februar 2016

Miranda Dickinson - Fünfzig Dinge, die du tun sollst, wenn ich tot bin von SINA

mtb
Elsie ist noch jung, hat jedoch schon eine Menge erleben müssen. Vor 18 Monaten verstarb ihr Mann Lucas an Krebs und seit dem versucht sie, wieder ins Leben zurückzufinden. Dafür hat sie eine kleine Satinbox auf dem Nachttisch stehen, in welcher sich Botschaften ihres verstorbenen Mannes befinden, die sie sich zu Herzen nehmen soll. 
Mit neuem Mut macht sich Elsie an die Umsetzung und gründet als erstes einen Chor, um sich auch wieder unter Menschen zu mischen. Und sie möchte sich wieder mit Männern treffen. Als sie Olly kennenlernt, merkt sie, dass es noch vieles gibt, dass sie verarbeiten muss, gibt sich aber größte Mühe, dies auch zu tun. 
Aber plötzlich gibt es eine Situation, in der sie so stark an Lucas erinnert wird, dass alles zusammenzustürzen droht.
Und dann ist da noch der nervende Anwalt Torin, der immer wieder unerwartet in ihrem Leben auftaucht und alles noch komplizierter macht.

Als erstes muss ich sagen, dass der Klappentext nicht dem entspricht, was die Geschichte hergibt. Hier wird verwirrenderweise mitgeteilt, dass Elsie 50 Botschaften ihres verstorbenen Mannes liest, die sie erfüllen soll, allerdings ist es so, dass sie in der Zeit des Wartens auf das Sterben zusammen mit ihrem Mann schon 50 Dinge erledigt hat, ihr Mann jedoch einen 51. Wunsch hatte, der nicht mehr erfüllt werden konnte.

Elsie hat jedoch eine Box auf ihrem Nachttisch stehen, in welcher sich Botschaften ihres verstorbenen Mannes befinden, die Elsie in dem Leben nach seinem Tod helfen sollen, sich wieder zurechtzufinden. So z. B. "Ich liebe Dich, weil du nie aufgibst was auch immer geschieht".

Dies hat mich ehrlicherweise etwas enttäuscht, da ich mich auf etwas ganz anderes eingelassen hatte, als ich letztendlich präsentiert bekommen habe.

Erst gegen Mitte des Buches war ich bereit, mich auf das andere einzulassen und so hat es sehr lange gedauert, bis ich Bezug zu den einzelnen Charakteren fand und dies dann auch nur in geringem Maße.

Elsie ist eine junge Frau, die schon etliches durchmachen musste. Erst das Weglaufen ihrer karrierebesessenen Mutter, das Aufwachsen mit zwei mehr oder weniger durchgeknallten (im positiven Sinne) Schwestern und einem Hippie-Vater, dann die Krebsdiagnose ihres Mannes und das gemeinsame Warten auf den Tod.

Die Geschichte spielt im beschaulichen Brighton, einem kleinen englischen Touristenort. Elsie arbeitet dort als stellvertretende Geschäftsleiterin eines Eiscafes, in welchem höchst seltsame Sorten an Eiscreme angeboten werden. Hier musste ich mehrmals schmunzeln, welche Kreationen von der Autorin erfunden wurden (Tomaten-Basilikum-Oliven-Eis, Veilchen-Rosenblüten-Eis, Salzkonfekt-Eis usw). Auch ansonsten war die Autorin sehr experimentierfreudig, gerade was den Vater von Ellie angeht, der mit ausgefallenen Essenskreationen es aber trotzdem schaffte, dass mir das Wasser im Mund zusammenlief.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach gehalten und war mir mitunter etwas zu einfach. Vielleicht konnte ich mich deshalb nicht so recht in die Geschichte einfinden.

Elsies Familie entspricht nicht dem normalen Bild einer Familie. Alle sind liebenswert, herzensgut und würden für Elsie alles machen. Aber letztendlich war mir dann alles doch etwas zu viel der Liebe, Güte und Hilfsbereitschaft.

So auch alle anderen Freunde, die Elsie hat. Sie wird zwar behandelt wie ein rohes Ei, was angesichts ihres Verlusts auch nachvollziehbar ist, doch finde ich, dass alles etwas zu übertrieben, zu künstlich und zu aufgesetzt wirkt. 
Dies war mitunter ein Grund, warum ich mich nicht mit den Charakteren identifizieren konnte. Vielleicht lag es aber auch an der englischen Mentalität, die mich eigentlich noch nie richtig reizen konnte.

Gegen Mitte das Buches war ich kurz davor, das Buch abzubrechen, habe mich dann aber nochmals durchringen können, es zu beenden, da mich interessiert hat, wie sich Elsie dazu durchringen kann, wieder ein Leben in Freude zu führen. Das Ende wird etwas emotionaler und ich hatte dann auch richtig Lust, weiterzulesen. Doch dann wurde das - was ich schon am Anfang des Buches vermutete - wahr und die Luft war wieder raus.

Fazit:
Leider nicht so, wie erwartet. Deswegen gibt es von mir nur 4 von 10 Punkten.

Verlag: mtb
erschienen: 2016
Format: ebook
Printseiten: 432
ISBN: 978-3-95649-519-9 

s. a. Bibliografie Miranda Dickinson


Kommentare:

  1. Huhu,

    also ich muss dir direkt erst mal recht geben, dass man sich beim Klappentext einen eindeutig anderen Inhalt vorstellt. Aber nicht nur deswegen, sondern auch wegen dem Titel vom Buch. Ich meine "Fünfzig Dinge die du tun sollst wenn ich tot bin" scheint doch eindeutig etwas anderes zu sein, als wie du die Handlung beschreibst. Schade, das hätte mich sicherlich auch enttäuscht und dann noch die Kritikpunkte die du nennst... *ne ne* Dieses Buch ist wohl nichts für mich. Tolle Rezi! =)

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

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  2. Stimmt, Titel sowie Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches sind schicht "falsch"....schade, denke dies sollte die Autorin unbedingt wissen, ist ev. schon der Fall. :-)
    Trotzdem, locker und angenehm zu lesen, und doch komplex, mit Rückblenden und so. Familie etwas schön gezeichnet, stimmt, stört mich nicht weiter. Mag die englische Art und den englischen Humor, welcher dafür sorgt, dass es nicht zu sentimental wird. Kann das Buch nur empfehlen,
    ist ein Lesevergnügen

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