Montag, 6. Juni 2016

Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher: Der Atem des Teufels (4) von SINA

Loewe
Ein neuer Auftrag seitens der Universität führt Humboldt, Oskar, Eliza und Charlotte diesmal nach Java. Denn dort sind es die Steinernen, die ihr Unwesen treiben. Angeblich leben sie unter der Erde und kommen in den Nächten nach oben, um Menschen zu rauben. Humboldt ist sich sicher, dass hinter den Anschuldigen etwas anderes steckt. Doch als die Steinernen die vier Abenteurer direkt angreifen, muss er alle Zweifel aus der Welt räumen. Und so machen sich Humboldt, Oskar, Eliza und Charlotte auf den Weg unter die Erde, um herauszufinden, was die Steinernen wirklich sind.

Auch das vierte Abenteuer von Humboldt, Oskar, Eliza und Charlotte hat es in sich. Diesmal führt sie ihr Weg unter die Erde, was natürlich sehr an "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" erinnert. Dies ist aber gewollt, denn es werden auch - gerade von Oskar - Vergleiche zu dem Roman gezogen. Ich finde es schön, dass der Autor seinem Protagonisten die Liebe zum geschriebenen Wort angedichtet hat und Jules Verne zu dessen Lieblingsautoren zählt.

Der Handlungsort ist diesmal Java. Hier steht der Vulkan Krakatau, der im Jahre 1883 ausgebrochen war, also knapp 12 Jahre vor der Handlung der Geschichte. Er spielt ein große Rolle in der Story und die Legenden, die sich rund um ihn ranken, bieten natürlich jede Menge Stoff für tolle Unterhaltung.

Die Geschichte beginnt rund ein Jahr später, wo Band vier geendet hat. In der Zwischenzeit scheint nicht so viel geschehen zu sein. Nur Humboldt hat sich einem geheimnisvollen Projekt gewidmet und verbringt die meiste Zeit im Keller des Hauses. Was genau er dort treibt, weiß keiner. Dies zieht sich auch wie ein roter Faden durch das Buch und wird auch nicht richtig aufgelöst - ist also eine Vorbereitung für den nächsten und (vorerst?) letzten Band der Reihe.

Der Ausflug nach Java hat mir persönlich sehr gefallen, obwohl ich gerne etwas mehr über die Landschaft erfahren hätte. Außer Hitze und Grün wurde eigentlich nicht viel erwähnt und so hatte ich etwas Mühe, mir das Land richtig vorzustellen. Dafür wurde der Ausflug in die "Unterwelt" umso genauer beschrieben und ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie es denn unter der Erde so aussehen könnte.

Diesmal war noch eine fünfte Person mit auf Reisen. Lena, ein Mädchen aus Oskars früherer Band und nunmehrige Angestellte von Humboldt. Sie hat es vor allem Oskar sehr schwer gemacht. Ihr Werben um ihn führte ihn mehrmals in Verlegenheit und Versuchung. Charlotte dagegen reagierte, wie eine Eifersüchtige eben reagieren muss. Und so ergab sich ein kleines Dreiecksspiel, bei dem Oskar meist der Leidtragende war, aber eigentlich gar nichts dafür konnte.

Humboldt hatte diesmal auch einen kleinen Gegenspieler. Lilienkorn heißt der gute Professor und steht in direkter Konkurrenz zu Humboldt was das Forschen anbetrifft. Aber die beiden müssen zusammenarbeiten, da die Universität beide für den gleichen Auftrag ausgewählt hat. Dies ist schwer, da Humboldt wie auch Lilienkorn zwei starke Persönlichkeiten sind, die sich nichts vorsagen lassen und auf ihrer Meinung beharren.

Eliza hatte, wie auch in den vorherigen Bänden nur kleinere Auftritte, war aber wie immer die gute Seele des Teams. Sie bringt Ruhe in die Geschichte und hat immer ein gutes Wort parat. Sie ist eine Seelentrösterin, eine Zuhörerin, diejenige, die mit Vernunft an vieles herangeht. Man könnte meinen, dass sie durch den kleinen Part nicht viel zur Geschichte beiträgt, aber gerade Eliza ist eine der Charaktere, die mich am meisten berührt und mir am Liebsten ist.
Genauso wie Wilma, der kleine Kiwi, der auf keiner Reise fehlen darf. Es ist immer gut, sie in der Nähe zu wissen. Der kluge Vogel kann so manche Situationen, in denen es kritisch erscheint, entschärfen.

Die spannende Reise unter der Erde lässt sich wie auch die Vorgänger leicht und flüssig lesen. Es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf und man fühlt sich, als wäre man Teil der Expedition.

Allerdings hat mich diesmal das Ende etwas gestört. Es kam mir irgendwie "zu einfach" vor, zu schnell und zu unproblematisch. Deshalb kann ich dieses Mal leider nicht die volle Punktzahl vergeben.

Trotzdem war wieder für Unterhaltung gesorgt und ich freue mich auf den nächsten Teil. Bei der Recherche habe ich auch gesehen, dass es noch eine Kurzgeschichte zu der Reihe gibt. "Die Frau aus den Wolken" handelt von einer alten Bekannten aus dem ersten Teil. Dieses eShort ist jedoch nur als ebook erhältlich.

Auch das Cover ist wieder erwähnenswert. Diesmal in warmen Rottönen gehalten, spiegelt es deutlich die Hitze und Wärme wider, die im Inneren der Vulkane und der Erde herrscht. Sehr gelungen.

Fazit:
Gefährliche Vulkane, der Vorstoß in unbekannte Tiefen und ein bisschen was fürs Herz. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

Verlag: Loewe
erschienen: 2012
Printseiten: 464
Format: ebook
ISBN: 978-3-7320-0050-0

s. a. Bibliografie Thomas Thiemeyer

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