Donnerstag, 18. August 2016

Tabitha Suzuma: Forbidden von CORINNA

Quelle: Oetinger
INHALT:
Verantwortung übernehmen und selbstlos sein. Dies sind die Dinge die Lochan schon sehr früh lernen musste. Der sehr schüchterne Schüler übernimmt mit seiner Schwester Maya die Verantwortung für die drei Geschwister.
Der Vater ist weg, die Mutter lebt als Alkoholikerin fast ausschließlich bei ihrem neuen Freund und so sind die Kinder als Familie auf sich allein gestellt. Die älteren Geschwister übernehmen so automatisch die Elternrolle und fügen sich dieser. Doch Lochan und Maya verbindet mehr als die Tatsache das sie Bruder und Schwester sind. Und dieser Faktor darf nicht sein, auch wenn er noch so stark ist.


© Corinna Pehla


Ich bin vor Jahren bereits auf das Buch „Forbidden“ von Tabitha Suzuma aufmerksam geworden. Ich meine es wurde damals von Kossi auf ihrem YouTube-Channel vorgestellt.

Die Tatsache, dass es in diesem Buch um eine verbotene Liebe geht, die jede Grenze übersteigt und alles andere als normal ist, machte mich neugierig.

Beim Stöbern in der Bücherei war es dann soweit, dieses Buch durfte mit nach Hause.
Es geht um den Zusammenhalt von Geschwistern, um die Vernachlässigung der Eltern und um die Liebe zweier verwandter Seelen.
Was auf den ersten Blick abstoßend wirkt, nimmt andere Züge an, wenn man den Hintergrund, die Verzweiflung und die Einsamkeit der Geschwister kennt.

Maya und Lochan sind am Ende ihrer Kräfte. Dies alles wird ohne es zu Verschönern erzählt und gleichzeitig in einer sentimentalen Art berichtet, dass es mir schier das Herz brach. Gleichzeitig keimt etwas zwischen Lochan und Maya auf, dass so einfühlsam, so zerbrechlich, so schön und im selben Moment so falsch ist.

Natürlich ist es nicht richtig, dass sie sich langsam verlieben. Trotzdem spürt man diese Liebe auf jeder Seite und ich habe lange gehofft, dass es eine Lösung für sie gibt.

Tabitha Suzuma hat mit ihrem Erstling ein Tabuthema angesprochen, dass alle Grenzen überschreitet. Sie lässt allerdings weder den erhobenen Zeigefinger sprechen und verurteilt damit auch nicht. Eine Befürworterin ist sie dadurch aber natürlich auch nicht. Die Autorin lässt ihre Protagonisten erzählen und wir als Leserinnen und Leser schauen von außen zu.

Was mich allerdings störte waren die Längen, die „Forbidden“ durchaus aufweist. Es dauert seine Zeit, bis die Geschichte wirklich beginnt. Es wird viel auf Lochans Schüchternheit eingegangen, was gut ist um ihn zu verstehen, trotzdem wünschte ich mir so manches Mal ein wenig mehr Tempo.

© Corinna Pehla

Erzählt wird „Forbidden“ aus der Sichtweise von Maya und Lochan. Beide wechseln sich von Kapitel zu Kapitel ab und schaffen so eine Nähe zu uns Lesern. Viele Gefühle, Handlungen und Gegebenheiten werden so verständlicher.

Mein Fazit:
Ein sensibles Buch mit einem brisanten Thema. Tabitha Suzuma lässt ihre Figuren sprechen, unterhält wunderbar, auch wenn das Buch mit einigen Längen zu kämpfen hat.

7 von 10 Punkten

Verlag: Oetinger
Erschienen: 2011
Seiten: 448
ISBN: 978-3-7891-4744-9
Format: Hardcover


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