Sonntag, 13. August 2017

Jo Watson - Kopf aus, Herz an von SONJA


Quelle: Lyx



INHALT:
Wenige Minuten vor der Trauung mit 500 Gästen wird Lilly von ihrem Verlobten sitzen gelassen. Nach etlichen Heulkrämpfen und Wutanfällen beschließt sie, die Hochzeitsreise nach Thailand allein anzutreten. Im Flugzeug lernt sie den attraktiven und gleichzeitig auch eigenen Damien kennen. Zu zweit erkunden sie Thailand und erfahren schnell, dass das Äußere nichts über die inneren Werte aussagt.

FAZIT:
Bereits auf der ersten Seite musste ich mich vor Lachen biegen und ich schlug sofort nach, welche Bücher noch von der Autorin erhältlich sind. Große Freude noch dieses Jahr kommt ein weiteres Buch der Autorin. Warum der Schreibstil so einzigartig ist? Die Autorin stürzt ihre Protagonistin Lilly in ein Chaos à la Bridget Jones und hält mit dem Leser - vermutlich eher Leserin - eine Art zynischen und sarkastischen Dialog.

Damien ist optisch der Bad Boy: Tattoos, schwarze Klamotten und etwas wortkarg. Doch bei genauerer Betrachtung ist er einfühlsam und flieht selbst aus geordneten Verhältnissen. Er schafft es, Lilly aus ihrem Ordnungs- und Kontrollwahn zu holen und in Thailand mal einen draufzumachen. Dabei ist er jedoch der kontrollierte Beschützer.

Prägung durch Kindheitserlebnisse, Vorurteile, Stalking per Facebook, klischeehafte Honeymoon Suiten, thailändische Shopping Touren, Stripclubs oder geheime Parties bieten ordentliche und lustige Abwechslung zu den üblichen Liebesromanen. 

Die Burning Moon Party hat mich zeitweise und vage an den Film "The Beach" mit Leonardo DiCaprio denken lassen. Die Beschreibung von Lillys Heimat Südafrika und die thailändische Flucht lassen etwas Fernweh aufkommen. Auch muss ich sagen, dass es mir gut gefallen hat, mal literarisch andere Landstriche zu betreten.

Der Originaltitel "Burning Moon" hätte mir hier zwar besser gefallen, aber das Cover tröstet über den ausgetauschten Titel hinweg. Volle Punktzahl für diese humorvolle Liebeskomödie.



Verlag: Lyx
erschienen: 2017
Seiten: 320
ISBN: 978-3736304215

© Sonja Kochmann

Bibliografie: Jo Watson


Destination Love:

01) Kopf aus, Herz an
02) Herz auf Anfang

Quelle: Lyx


Quelle: Lyx

Geneva Lee - Royal Destiny von SONJA


Quelle: Blanvalet


INHALT:
Im britischen Königshaus wird wieder geheiratet, die Ermittlungen bezüglich des Attentäters laufen auf Hochtouren und auch in den Betten und überhaupt überall geht es hoch und heiß daher.

FAZIT:
Dieses ist der nun siebte Band der Royal Reihe. Wer bislang noch kein Buch aus der Reihe gelesen hat, braucht mit diesem Band gar nicht erst anfangen. 

Auch wenn das Buch sich aus romantischer Perspektive diesmal Edward und seinem David widmet, haben die anderen Paare kapitelweise ihren großen Auftritt, so dass das Buch ein gelungener Abschluss ist. Denn es ist genug erzählt. Es sei denn, Claras Schwester und Georgia bekommen auch noch einen Mann.   ;)

Etwas irritiert war ich, dass das Buch zur Weihnachtszeit ist. Zwar haben wir momentan im August recht herbstliches Wetter, aber es fiel mir zeitweise doch etwas schwer die weihnachtliche Stimmung der Figuren nachzuvollziehen. Vielleicht hätte der Verlag uns da doch ein paar Monate mehr warten lassen sollen, um mit dem Leser ins verschneite Balmoral aufzubrechen.

Dies tut jedoch der Handlung an sich keinen Abbruch. Die vorhandenen Pärchen haben mit Alltagsproblemen wie Babywunsch, Vertrauen, Unterwerfung etc. zu kämpfen und da ist es doch unwichtig, ob man der Königsfamilie angehört oder ob man Kleinlieschen von der Ecke ist. Doch die Umgebung und der Style ist natürlich etwas besonderes und so schafft es Geneva Lee mich immer wieder, literarisch in die erotische und intrigante Welt der Royals zu ziehen: 9 von 10 Punkten.



Verlag: Blanvalet
erschienen: 2017
Seiten: 320
ISBN: 978-3734104763


© Sonja Kochmann



Dienstag, 8. August 2017

Steven Moffat / Mark Gatiss / Jay - Sherlock. 1: Ein Fall von Pink von SINA

Carlsen Comic

Dr. John Watson befindet sich in therapeutischer Behandlung. Nach seiner Arbeit als Militärarzt im Afghanistankrieg ist er nun nach einer Verletzung nach London zurückgekehrt. Er humpelt und auch seine Hände zittern unentwegt. Ihm wird nahegelegt, seine Erfahrungen in einem Blog zu verarbeiten und sich auch neue Freunde zu suchen.
Durch Zufall stößt er auf Sherlock Holmes, einen brillanten und gleichermaßen verrückten Detektiv, der mit sehr außer- und ungewöhnlichen Methoden an die Lösung der Fälle herangeht. 
Eine Reihe von Selbstmorden gibt der Polizei Rätsel auf und so machen sich Holmes und Watson an die Aufklärung. 

© Sina Frambach
Mein erstes Manga und es hat mich einige Nerven gekostet. Die ungewöhnliche Leseweise hat mich manchmal verzweifeln lassen. Man liest von hinten nach vorne und als ob dies nicht schon genug wäre auch noch von rechts nach links. 
Für uns Europäer, die die links nach rechts-Weise und von vorne nach hinten gewohnt sind, schon eine arge Umstellung.

Aber nach ca. 1/3 des Buches hatte ich es dann drauf, mich von hinten nach vorne zu bewegen. Nur da Lesen von rechts nach links hat mich manchmal etwas verzweifeln lassen. So musste ich mehrere Seiten nochmals lesen, bis ich die richtige Reihenfolge der Bilder endlich erfasst hatte.

© Sina Frambach

Und doch war ich dann auch wieder fasziniert von dem Aufbau des Mangas. Es war für mich eben eine neue Art des Lesens.

Sherlock Holmes ist jedem bekannt. Die Serie "Sherlock" besticht durch die genialen Schauspieler Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes und Martin Freeman als Dr. John Watson. 
Der uns bekannte Sherlock Holmes von Arthur Conan Doyle wird in das moderne London versetzt und kann nun mit den neuesten technischen Errungenschaften arbeiten. Durch seine Genialität kann er jeden Fall lösen und bekommt Unterstützung durch Dr. John Watson.

© Sina Frambach
Im Comicstil wird nun der erste Fall sprich die erste Folge der Serie nacherzählt. Sherlock und Watson versuchen eine Reihe von Selbstmorden aufzulösen. Dabei ist es Sherlock, der durch seine für uns wirren Gedankengänge auf eine Spur stößt und diese stur weiterverfolgt. 
Watson, der Sherlock gerade erst kennengelernt hat, verfolgt mit Interesse die Herangehensweise und vergisst darüber auch schon mal seine traumatische Erfahrung, die bedingt durch den Afghanistankrieg in seinem Inneren wütet.

© Sina Frambach

Die Zeichnungen des Mangas sind sehr gelungen. Sind die Anfänge der Kapitel noch in Farbe gehalten, wird die eigentliche Geschichte in Grautönen erzählt. Dies finde ich aber sehr passend und erhöht auch die Spannung und die Stimmung, die die eigentliche Geschichte mit sich bringt.

Gerade die Gedankengänge von Sherlock sind spannend und interessant. Seine logischen Schlussfolgerungen führen dazu, dass sich neue Spuren ergeben und so der Fall immer ein Stück weitergetrieben werden kann.

© Sina Frambach
Ganz nebenbei entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen Sherlock und Watson und man wird Zeuge einer ungewöhnlichen Entwicklungen, die sich gerade auf Watson positiv auswirkt.

Beide Figuren, so schrullig sie auch rüberkommen, haben eine sehr sympathische Art und man muss sie einfach gern haben. Da die Zeichnungen den Schauspielern sehr ähneln, kann man sich auch lebhaft vorstellen, wie sich beide bewegen, sie agieren und vor allem in welcher Lautstärke und Stimmart sie miteinander reden.

© Sina Frambach


Der Fall ist verzwickt und für "Normal"Sterbliche gar nicht zu lösen. Mit Sherlocks Logik und Watsons Einfallsreichtum allerdings "leicht" zu lösen.

Fazit:
Ich ziehe meinen imaginären Hut vor Arthur Conan Doyle für diesen enormen Einfallsreichtum und vor den Autoren für die geniale Umsetzung in die heutige Zeit. Nebst den tollen Zeichnungen ergibt sich hier eine tolle Ergänzung, die in keiner Sherlock Holmes-Sammlung fehlen darf. Von mir gibt es 10 von 10 Punkten.

Verlag: Carlsen Manga!
erschienen: 2017
Format: Softcover
Printseiten: 212
ISBN: 978-3-551-72884-5

© Sina Frambach

© Sina Frambach

Alan Dean Foster - Bannsänger-Zyklus: Die Zeit der Heimkehr (6) von SINA

Heyne

Jon-Tom ist am Boden zerstört. Seine geliebte Duar, ein gitarrenähnliches Musikinstrument, mit der er Banngesang betreiben kann, ist kaputt. Laut dem Hexer Clodsahamp gibt es nur einen, der sie reparieren kann. Doch dieser wohnt weiter entfernt hinter dem Glittergeist-Meer. Also macht sich Jon-Tom auf den Weg, natürlich wieder begleitet von seinem treuen Freund Mudge.
Unterwegs warten wieder etliche Abenteuer. Aber Jon-Tom und auch Mudge finden etwas, dass ihre Zukunft für immer verändern wird.

Der sechste Teil fängt sehr traurig an, denn Jon-Tom zerstört versehentlich seine Duar, die er dringend zum Bannsingen benötigt. Klar ist dann schon, das nur einer die Fähigkeit besitzt, sie zu reparieren und dieser natürlich sehr weit weg wohnt.
Jon-Tom geht schweren Herzens, ist er doch frisch verheiratet mit seiner Talea. Diese ist nicht gerade begeistert, dass Jon-Tom geht, doch sie weiß, dass er gehen muss, weil er seine Duar zum Zaubern braucht.
Der Weg ist weit und Jon-Tom weiß, dass die ein oder andere Gefahr auf ihn und Mudge lauert.

Und es kommt, wie es endlich mal kommen muss. Jon-Tom findet einen Zugang zu seiner Welt und steht nun vor einer großen Entscheidung: entweder geht er zu seiner geliebten Talea zurück oder er beginnt in seiner Welt wieder mit seinem alten Leben.

Band 6 als (erstmaligen) Abschluss der Bannsänger-Reihe konnte mich nicht so sehr überzeugen. Es folgt ein Abenteuer nach dem anderen, es gibt fast keine Ruhepause. Aus allen Abenteuern kommen unsere Freunde, die sich um den Waschbären Vorsicht und die Otterdame Weegee erweitert, mit Leichtigkeit heraus. Dann auch noch der zufällige Fund des Verbindungsweges zu Jon-Toms Welt. 

Es kommt mir fast so vor, als wäre dem Autor die Idee ausgegangen und er hat verzweifelt nach einem vorläufigen Abschluss der Reihe gesucht.

Ohne große Anstrengung kommen die Freunde aus den Gefahren heraus. Dies hat mich zugegebenermaßen sehr gestört, da hier weniger mehr gewesen wäre. Weniger Entführungen, Festhaltungen, Gefangennahmen oder Verfolgungen, dafür eine ausgereiftere Flucht, Befreiung oder Rettung. 

Frischen Wind haben der Waschbär Vorsicht und das quirlige, aber sehr kluge Ottermädchen Weegee in die Geschichte gebracht. Die Beziehung zwischen Mudge und Weegee ist herzerfrischend und lebhaft, wie es bei Frischverliebten eben so ist.

Jon-Tom muss gegen Ende des Buches so einige Entscheidungen treffen. Manche kann ich nachvollziehen, andere wiederum nicht.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und so kommt man auch gut durch die Geschichte durch, doch durch die unzähligen Gefahren wird das Lesevergnügen geschmälert.

Dieser Teil wird als letzter Teil der Bannsänger-Reihe angesehen, obwohl noch zwei weitere Bände folgen. Hier geht es jedoch um eine andere Hauptfigur, während Jon-Tom nur noch eine Nebenrolle spielt. 

Fazit:
Ein vorläufiger Abschluss der Bannsänger-Reihe. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 1997
Printseiten: 364
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3453027633

Alan Dean Foster - Bannsänger-Zyklus: Die Pfade des Wanderers (5) von SINA

Heyne

Eines Morgens findet sich Jon-Tom verändert vor. Er hat sich in ein Insekt verwandelt. Kurze Zeit später ist jedoch alles wieder normal. Laut dem Hexer Clodsahamp ist dafür eine kosmische Störung verantwortlich: der Wanderer. Ein Phänomen, das durchs All wandert und eigentlich den Planeten nur kurz streift und für eine kleine Verwirrung sorgt. Doch nun scheint der Wanderer festgehalten zu werden und stürzt alles in Chaos. Wird er nicht befreit, kann es sein, dass eine Änderung für immer bleibt und so alles Gefahr läuft, vernichtet zu werden.
Jon-Tom macht sich zusammen mit Clodsahamp, dem Otter Mudge und dem Famulus Sorbl auf den weiten Weg, um den Wanderer zu befreien.

Schon der Anfang der Story ist sehr witzig, denn Jon-Tom erwacht aus seinem Schlaf und findet eigentlich alles normal. So normal es sein kann, wenn man mit Stilaugen, Zangen und einem Chitinpanzer ausgestattet ist. Als er merkt, dass er nun statt eines Menschenkörpers ein Insektenskelett hat, reagiert er gewohnt chaotisch und versucht sich an einem Banngesang.

Und schon sind wir wieder mitten in einem Abenteuer in einem Parallel-Universum, in dem pelztragende Tiere, Federvieh und Insekten gleichgestellt sind mit Menschen und sich durch den Alltag schlagen müssen.

Die Alltag ist nun jedoch gefährdet durch das Phänomen des Wanderers, der mit erst noch leichten Veränderungen Störungen herbeiführt. Doch im Laufe der Geschichte werden diese immer größer und dramatischer.

Diesmal bekommt Jon-Tom Unterstützung durch Mudge, Clodsahamp und dem (sehr alkoholliebenden) Schüler des Hexers, dem Fledermäuserich Sorel. Unterwegs stoßen sie noch auf den Koala Colin, der als Runendeuter sein täglich Brot verdient, jedoch jetzt ebenfalls auf dem Weg ist, seine Welt zu retten.
Nicht nur der Koala Colin, sondern auch das sprechende (Pack)Pferd Dormas bringen Schwung in die Geschichte und auch eine gehörige Portion Sarkasmus.

Diesmal ist die Geschichte trotz des brandgefährlichen Auftrages sehr lustig. Die Veränderung bringen alle aus dem Konzept, aber alle sind dadurch auch unfreiwillig komisch.
So verwandeln sie sich nicht nur in Insekten, sondern auch in Monsterkrabben, Mikroben oder Pflanzen. 
Diese führt zu witzigen Szenen und bringt alle auch gleichzeitig an den Rand des Wahnsinns. Wie z. B. als sich die Tiere in Menschen verwandeln und Menschen in Tiere.

Für mich ist "Die Pfade des Wanderers" einer der gelungensten Teile der Bannsänger-Reihe, da er gerade durch Einfallsreichtum und Humor glänzt.
Der Autor hat der ganzen Reihe dadurch nochmals einen großen Pfiff verliehen und mit dem fünften Teil eine sehr abenteuerliche Story geschaffen.

Durch den flüssigen Schreibstil fliegt man durch die Geschichte und Ruck-Zuck ist man am Ende, wo einem nochmals viele Überraschungen erwarten. Altbekannte Personen tauchen auf und bringen am Ende nochmals Schwung in die eh schon interessante Geschichte. Und legen alle Möglichkeiten für die Folgebände offen. 

Wie auch bei den Bänden vorher bin ich immer noch fasziniert von der vom Autor geschaffenen Parallelwelt. Mittelalterlich anmutend, da keinerlei Technik vorhanden, unterscheidet sie sich eben durch die Artenvielfalt der sprechenden Tiere. 

Fazit:
Wieder ein gelungener Streich diesmal mit viel Witz und Humor. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2001
Printseiten: 346
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3453027626

Donnerstag, 3. August 2017

Anne Töpfer - Das Brombeerzimmer von SONJA


Quelle: List Taschenbuch


INHALT:
Nora liebt das Kochen von Marmelade und das gemeinsam Essen mit ihrem Mann Julian. Frisch verheiratet, haben sie die ganze Zukunft vor sich. Doch Julian erleidet einen Herzinfarkt und Nora weiß gar nicht mehr, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. 

Bei Aufräumarbeiten findet sie einen Brief von Julian an seine Großtante Klara. Er wollte von ihr ein Familienrezept für Marmelade erfragen. Kurzerhand nimmt Nora Kontakt auf und findet in der Vorpommerschen Boddenlandschaft mehr als ein Marmladenrezept.....

FAZIT:
In dieses Buch wollte ich nur mal eben hineinlesen, da ich zu diesem Zeitpunkt ein anderes Buch las. Doch das war schnell vergessen. Denn die sympathische Nora und ihr Schicksal hatten mich bereits nach den ersten Zeilen eingefangen.

(Dies ist mir übrigens bei einem anderen Buch der Autorin unter dem Pseudonym Anne Barns - Apfelkuchen am Meer schon einmal so ergangen. Damit ist die Autorin definitiv zu einer meiner Lieblingsautorinnen aufgestiegen!)

Neben der Trauerbewältigung und einem zögerlichen Neuanfang wird in diesem Buch ordentlich gekocht und einem als Leser der Mund wässrig gemacht. Die einzelnen Rezepte sind zwischen den Kapitel zu finden und am Ende des Buches in einem Inhaltsverzeichnis aufgeführt. So habe ich, Gott sei Dank, demnächst die Möglichkeit "Gurko" anzusetzen und auszuprobieren!

Nora bekommt Zuspruch von ihrer quirligen und beziehungsgestörten Freundin Katharina. Sie spricht ihr Mut zu und ist ein dankbarer Abnehmer für den entstehenden Marmeladenschrein. Ein Marmeladenschrein? Ja, lest selbst. Auf der Suche nach der Großtante Klara findet Nora in Mandy eine weitere Freundin, die....nein mehr verrate ich nicht. Doch die Vorpommersche Boddenlandschaft bietet nicht nur literarisch wundervoll beschriebene Landschaften, sondern auch schrullige Einwohner in Klaras Dörfchen, die bei der Entdeckung eines Familiengeheimnisses für ordentlich Irrungen und Wirrungen und ein paar Schmunzler sorgen. Lustige Dialoge und turbulente Verstrickungen sorgen für unterhaltsame Lesestunden. (Eine Wasserpistole mit Schnaps gegen bissige Hunde ist wirklich mal ein Test wert.) 

Am Ende hätten es durchaus ein paar Seiten mehr sein können, aber ich vergebe volle Punktzahl und schmiere mir jetzt ein Brötchen mit Brombeermarmelade.....

Verlag: List Taschenbuch
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3548613178

© Sonja Kochmann

Lucy Clarke - Die Bucht, die im Mondlicht versank von SONJA


Quelle: Piper


INHALT:
Jacob hat Geburtstag und als er sich Abends zu einer Party verabschiedet, ahnen seine Eltern nicht, dass sie ihn das letzte Mal gesehen haben. Am nächsten Tag ist Jacob verschwunden. Verschwunden am gleichen Strandabschnitt, an dem vor genau 7 Jahren sein Freund Marley in den Wellen verschwand. Seine Mutter Sarah ist verzweifelt und sucht nach ihm. Dabei stößt sie auf eine Menge Ungereimtheiten, die sowohl zu Jacobs als auch zu Marleys Verschwinden führen.

FAZIT:
Wer selber Kinder hat, muss bei diesem Buch starke Nerven behalten! Denn die Autorin schafft es bereits auf der ersten Seite den Leser gefühlsmäßig auf Sarah einzustimmen. Wut und Hilflosigkeit bei einem pubertierenden und aufsässigen Teenager und dann pure Verzweiflung, Liebe und Überforderung mit der Situation.

Dennoch lässt die Mutterliebe Sarah nicht in der Schockstarre verweilen, sie sucht und hinterfragt. Durch kleine Blicke in die Vergangenheit und kleine Fährten entdeckt Sarah, dass die Strandbewohner nicht alle mit offenen Karten spielen. Jeder hat sein kleines Geheimnis. Wirklich jeder. Doch was hat das mit Jacobs und sogar Marleys Verschwinden zu tun?

Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, doch die letzten Seiten und auch das Ende haben mich sehr überrascht.

Streckenweise hat mich das Buch aufgrund der Darstellung von Sarahs Gefühlswelt an Anna McPartlins "Irgendwo im Glück" erinnert und mich sehr aufgewühlt, so dass einige Nachtstunden mit Lesen verbracht wurden.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und der Schreibstil der Autorin hat mir so gut gefallen, dass ich vor einigen Tagen die anderen Bücher der Autorin erstanden habe, die bereits erschienen sind. Volle Punktzahl. Wer also einen echten Gefühlsschocker für den Strandurlaub sucht, der ist hier richtig.


Verlag: Piper
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3492060271


© Sonja Kochmann

Bibliografie: Lucy Clarke


Der Sommer, in dem es zu schneien begann
Das Haus, das in den Wellen versank
Die Landkarte der Liebe
Die Bucht, die im Mondlicht versank


Quelle: Piper

Quelle: Piper

Quelle: Piper

Mittwoch, 2. August 2017

Debbie Macomber - Die Maschen des Schicksals von SONJA


Quelle: Mira TB


INHALT:
Nach "Das Muster der Liebe" geht es wieder in die Blossom Street: in Lydias Wollgeschäft "A Good Yarn". Ein neuer Strickkurs beginnt und neue Maschen führen zu Socken und Verknüpfungen von Einzelschicksalen.


FAZIT:
Das Konzept von Debbie Macomber mit einer zentralen Protagonistin (hier: Lydia) eine Menge anderer Personen zusammen zu fügen und deren Probleme zu lösen, ist bereits bekannt und bewährt. Ich liebe bereits ihre Reihe um Rose Harbor. Dies ist der zweite Band um die Blossom Street und uns wird noch einiges erwarten, wenn man einmal auf die englische Homepage der Autorin schaut.

Die Kursteilnehmerinnen sind wieder hervorragend abwechselungsreich gelungen: Elise, die durch eine Fehlinvestition ihr Erspartes an einen Bauunternehmer verlor und nun bei ihrer Tochter lebt; Bethanne, die nach einer Scheidung alles versucht, um für ihre Kinder ein selbständiges und schönes Leben wiederherzustellen; Courtney, die in ihrem letzten High School Jahr zu ihrer Oma ziehen muss und keinerlei Freunde hat.

Sie alle haben alltägliche Probleme in Kindererziehung, Übergewicht, Einsamkeit, Geldsorgen, Mobbing, Rosenkrieg, Zukunftsängste. Auch Lydia und ihre Schwester Margret werden diesmal nicht verschont. 

Aber auch die bereits bekannten Personen Jacquelin, Carol und Alix tauchen wieder auf und so fügt sich eins zum anderen zusammen und die Seiten fliegen nur so dahin. Das erste Buch ist aufgrund der Schreibweise kein Muss; es ist aber dennoch ein wunderbares Wiedersehen. Wer denkt, dass das Ganze kitschig ist, der irrt. Die Vielfalt der Charaktere und der Probleme sind realistisch, denn trotz der angestrebten Verbesserung und dem Mut etwas zu verändern, klappt nicht alles so, wie man sich das gern ausmalen würde.

Am Ende des Buches gab es übrigens eine Strickanleitung für Socken. Wer sich also animiert fühlt, kann gleich zu Wolle und Nadel greifen. Ich gebe zu, wenn ich nicht viel lieber lesen würde und es genauso einen Wollladen bei mir um die Ecke geben würde, ich würde auch mal zur Nadel greifen wollen. Aber so freue ich mich bereits auf den nächsten Band in der Blossom Street "Der Garten des Lebens". Mal sehen, wer oder was mich da erwartet. Volle Punktzahl.



Verlag: Mira TB
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3956496523



© Sonja Kochmann

Kirsty Moseley - Fighting to be Free: Nie so geliebt von SONJA

Quelle: Mira Taschenbuch


INHALT:
Jamie hat nach seiner Entlassung aus dem Jugendgefängnis den festen Vorsatz, sich nicht mehr in illegale Machenschaften verwickeln zu lassen. Doch sein alter Auftraggeber erhebt Ansprüche und es ist gar nicht so einfach ehrlich zu sein, wenn man mit nichts da steht. Doch dann trifft er Ellie und er versucht alles, um ihr Partner zu sein, der ihre Liebe verdient. Doch was passiert, wenn sie von seinen dunklen Taten erfährt? 

FAZIT:
Das Buch hat mir anfänglich ordentlich zu schaffen gemacht. Denn dieses Buch ist wohl eindeutig dem Genre New Adult zu zu ordnen. Jamie gibt sich jedoch, als ob er nicht 18 sondern mindestens 28 Jahre alt ist. 
Sicherlich hat er durch seine dunkle Vergangenheit mehr Erfahrungen gesammelt und musste schneller Erwachsen werden, aber irgendwie störte mich dieses Auseinanderklaffen. Auch Ellie gibt sich schon sehr erwachsen, obwohl sie noch im letzten High School Jahr steckt. Denn ein One Night Stand der beiden ist auf einmal ein unaufhaltsamer Flächenbrand, der zu mehr führt. (War ich mit 18 so anders???)

Ich hatte einfach das Gefühl, das dies nicht zueinander passte. 

Als die Handlung Fahrt aufnahm, habe ich dies dann einfach ignoriert, denn Jamie ist ein interessanter Charakter, dessen Vergangenheit für den Leser und auch für Ellie erst nach und nach ans Licht bekommt. Der Leser erfährt zwar einige Dinge vor Ellie, da die Kapitel abwechselnd aus der Sicht von Jamie und Ellie geschrieben sind, wird aber teilweise auch im Dunkeln gelassen. 

Jamies kriminelles Tun ist schwerer und organisierter Autodiebstahl, der mich vom Ablauf sehr an den Film "Nur noch 60 Sekunden" mit Nicholas Cage erinnert hat. (Als ich nachgeschaut habe, wann dieser Film im Kino lief - 2000 - kam ich mir dann doch irgendwie alt vor.)

Manchmal möchte man einfach ins Buch brüllen: Lass das sein, das geht schief! Und dann nahmen die Dinge ihren Lauf. Einige Stellen waren etwas langatmig gestaltet und man musste trotz des leichten Schreibstils ordentlich Durchhaltevermögen beweisen. Da die Handlung in einigen Zügen vorhersehbar war, blieb ich am Ball und dann kam der Punkt, an dem man konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. 

Auch die Nebencharaktere tragen zur Unterhaltung bei: eine fiese Mutter, ein verständnisvoller Vater, eine kleine Schwester, ein hinterhältiger Exfreund, eine quirlige Freundin, eine Junkiemutter, ein Kredithai, ein kriminelles Oberhaupt...wer zu wem gehört, müsst ihr selbst herausfinden.

Die Mischung aus leichter Erotik und dem Krimianteil hat mich einige Stunden unterhalten. Auch wenn ich nur 8 von 10 Punkte vergebe, MUSS ich den Abschlussband "Fighting to be Free: Nie so begehrt" unbedingt lesen, da dieses Buch mit einem Cliffhanger für das junge Paar endet.


Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2017
Seiten: 528
ISBN: 978-3956496806


© Sonja Kochmann

Bibliografie: Kirsty Moseley


Fighting to be Free:

1) Nie so geliebt
2) Nie so begehrt

Quelle: Mira Taschenbuch
Quelle: Mira Taschenbuch


Brigitte Aubert - Die vier Söhne des Doktor March von SINA

dotbooks

Jeanie ist Haushälterin bei der Familie March. Durch Zufall stößt sie auf das Tagebuch von einem der Söhne. Da es sich allerdings um Vierlinge handelt, kann sie nicht zuordnen, welcher Sohn es ist. Der Schreiber gibt sich auch nicht selbst zu erkennen und erzählt von allen Personen des Haushalts in dritter Person. Jeanie versucht herauszufinden, um wen es sich handelt, denn die Aufzeichnungen sind verstörend. Es werden Morde beschrieben und die Gelüste, einen neuen Mord zu begehen. 
Jeanie fängt an, selbst Tagebuch zu führen und Beweise zu sammeln. Doch bekommt sie nicht genug zusammen, um damit zur Polizei zu gehen. 
Bis der Mörder sich in seinem Tagebuch plötzlich an Jeanie wendet, sie persönlich anspricht und ihr androht, sie ebenfalls umzubringen. 

Dieses Buch ist ungewöhnlich, sowohl vom Schreibstil her, als auch vom Aufbau.
Die Handlung wird in Tagebucheinträgen erzählt. Immer abwechselnd geschrieben vom Mörder und der Haushälterin Jeanie. 
Während Jeanie das Tagebuch des Mörders lesen kann, hat er keinen Zugang zu ihren Aufzeichnungen und doch scheint er immer einen Schritt voraus zu sein und zu wissen, was Jeanie denkt und vor hat. 

Ich habe lange gebraucht, bis ich mich an den Aufbau gewöhnt habe, da dieser doch anstrengend war.
Doch irgendwann macht es „Klick“ und ich war so gefesselt von der spannenden Handlung. Ich rätselte mit, welcher der vier Söhne der Mörder ist und ob Jeanie es wohl schaffen würde, ihn zu entlarven. 

Erschwerend kommt hinzu, dass Jeanie es nicht schafft, Beweise außer dem Tagebuch zu sammeln. Sie hat Angst, wenn sie zur Polizei geht, dass das Tagebuch als Hirngespinst abgestempelt wird. Vor allem, da bekannt ist, dass Jeanie auch gerne mal Alkohol zu sich nimmt. 
Und doch gibt es Leichen, die als Beweis angenommen werden könnten. Jeanie ist jedoch zu feige, alles an die Polizei abzugeben. 

Eine Wendung gibt es, als die Tagebucheinträge sich in Briefe an Jeanie verwandeln und sie nun persönlich angegangen wird. Sie wird verhöhnt, mit falschen Hinweisen gefüttert und bedroht. Spätestens jetzt hätte sie sich der Polizei anvertrauen müssen, doch nun ist auch ihr Ehrgeiz geweckt und sie möchte den Mörder stellen. Sie nimmt also die Herausforderung an.

Dieses Hin und Her zwischen dem Mörder und Jeanie, die vielen Informationen zu den einzelnen Familienmitgliedern und die Rückblicke in die Kindheit der vier Söhne lassen einem fast glauben, dass man selbst in die Geschichte verwickelt ist.

Das Rätseln hat großen Spaß gemacht und am Ende wurde ich dann nochmals sehr überrascht. So hätte ich nicht damit gerechnet, aber ich finde es sehr passend und erklärend.

Die Autorin hat mich mit ihrer Idee positiv überrascht. Gerade das Ungewöhnliche konnte mich sehr packen, auch oder gerade wegen der Anlaufschwierigkeiten.

Jeanie hätte ich nur manchmal schütteln können. Sie hätte trotz der wenigen Beweise doch zur Polizei gehen sollen. Ich denke, mit vernünftigen Worten hätte sie sich dort Hilfe holen können. Andererseits kann ich aber auch verstehen, dass sie Angst hatte, sich jemandem anzuvertrauen. Sie wollte einfach nicht als naiv oder feige dastehen. 
Gerade als der Mörder sie persönlich mit Worten angreift, ist die Angst noch größer.

Durch die Tagebucheinträge erfährt man sehr viel persönliches. Von Jeanie, vom Mörder, von der ganzen Familie. Und wird dadurch dann auch noch viel verwirrter. Die Autorin nutzt hier geschickt die Worte, um einem in ein wahres Labyrinth aus Hinweisen zu schicken.

Der Mörder treibt ein perfides Spiel und Jeanie lässt sich voll darauf ein. Es gibt sehr beklemmende Momente und Situationen und doch reißt Jeanie sich immer wieder zusammen, um weitere Hinweise zu sammeln.

Fazit:
Ein ungewöhnlicher Krimi mit ungewöhnlichen Protagonisten und beklemmenden Situationen. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

Verlag: dotbooks
erschienen: 
Format: ebook
Printseiten: 208

ISBN: 9783958249554

A.K. Benedict - Die Seelen von London von SINA

Droemer Knaur
Die blinde Maria findet an der Themse beim Schlammgründeln einen abgetrennten Finger mit einem Ring, in welchem „Heirate mich, Maria“ eingraviert ist. Detectiv Inspector Dark geht der Sache nach und kommt dabei einem ungewöhnlichen Stalker auf die Spur. Dieser verschleiert jedoch seine Existenz so gut, dass Dark und sein Ermittlerteam ständig im Dunkeln tappen und sogar falschen Hinweisen nachgehen. Doch dadurch ergibt sich ein weiterer Fall, der auch mit dem Ring an dem abgetrennten Finger zu tun hat. Denn dieser ist aus der Asche eines Verstorbenen hergestellt worden. Die Firma, die diese Schmuckstücke herstellt, scheint ebenfalls Dreck am Stecken zu haben. 
Dark kann jedoch nicht beweisen, wie diese beiden Spuren zusammenhängen und so gerät er an den Bestatter Frank, der ihm mit ungewöhnlichen Methoden zur Hand geht. Denn Frank kann Geister sehen…

Ich liebe es, mich in London zu bewegen. Das Setting ist für mich einfach wundervoll und auch geradezu prädestiniert, dass sich dort Geistergeschichten abspielen. Vor der Kulisse dieser schönen Stadt kann man sich eben solche Spukgestalten sehr gut vorstellen. 
Die Mischung „London“ und „Geister“ führte dann auch dazu, dass ich mit großem Interesse an diesen Roman herangegangen bin. 

Ich hatte allerdings einige Startschwierigkeiten, da die Autorin einen eigenwilligen Schreibstil hat. Nicht nur schreibt sie im Präsens, was für mich schon schwierig zu lesen ist, da ich ständig in die Vergangenheitsform falle, nein sie führt einem auch gleich zu Anfang etwas wirr durch die Geschichte. 
Doch nach einigen Seiten hatte ich mich daran gewöhnt und die Autorin konnte mich derart packen, dass ich das Buch eigentlich nur mit Widerwillen weglegen konnte.

Die Protagonisten sind allesamt mit Problemen behaftet. Sei es die blinde Maria, die eigentlich nach einer OP wieder sehen kann, dies aber gar nicht will. Sei es der interessante DI Dark, der sich von seiner Frau getrennt hat, jedoch unsicher ist, ob er das Richtige getan hat. Sei es der Bestatter Frank, der mit einem ungewöhnlichen Hausgast zusammenlebt. 
Jeder hat sein Päckchen zu tragen und alle müssen zusammenarbeiten, wenn sie den Stalker fassen wollen. Doch dieser macht es ihnen nicht leicht und hat zudem auch noch ein Limit vorgegeben, bis er sich Maria zu erkennen gibt und ihr ein Leid zufügen wird.

Maria hat ein sehr außergewöhnliches Hobby. Sie ist Schlammgründlerin, d. h. sie geht bei Ebbe an das Ufer der Themse und gräbt in den Steinen und im Schlamm herum, bis sie etwas interessantes findet. Solche Funde sind z. B. Tonpfeifen, Münzen oder auch Scherben. Jedes „Ding“ das gefunden wird, hat seine Geschichte. Meist ist diese alt und kann auch historisch nachvollzogen werden. Doch dann gibt es auch grauenhafte Funde, wie der abgetrennte Finger. 

Maria liebt diese Arbeit, kann darin versinken und abschalten. Ihre Blindheit hat ihr bis dahin sehr geholfen. Nun kann sie dank einer OP wieder sehen, möchte dies jedoch nicht und trägt deshalb permanent eine Augenbinde, damit sie weiter in „Dunkelheit“ lebt. So entgeht ihr einiges, obwohl ihr Hör- und Geruchssinn sehr ausgeprägt ist. 

DI Dark ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Er ist sehr melancholisch, was aber auch an der Trennung von seiner Frau liegt. Er denkt ständig an sie, fragt sich, ob er einen Fehler gemacht hat. Doch die Trennung ist in meinen Augen berechtigt. Man weiß aber auch, meist aus eigener Erfahrung, dass Liebe keinen Ausschalt-Knopf hat. Und so vergeht er in Selbstmitleid und zieht damit auch ungewöhnliche Figuren an.

Der Charakter des Frank war mir persönlich eine der Liebsten. Er ist ein sehr ruhiger Charakter, der eine ungewöhnliche Gabe hat. Er kann Geister sehen und auch mit ihnen agieren. Er führt ein Bestattungsunternehmen und hat deshalb auch rund um die Uhr mit dem Tod zu tun. Es ist also von Vorteil, wenn die Toten ihm selbst sagen können, wie ihre Bestattung aussehen soll. Doch es gibt auch viele Nachteile, wenn man Geister sehen kann. 

Die Idee, Geister mit ins Boot zu nehmen, ist zwar nicht neu, doch hat die Autorin diese geschickt ausgenutzt und auch in die Geschichte eingeflochten.
Hier bin ich dann wieder auch beim Setting London, das einfach dazu passt. London ist dunkel, mysteriös, geheimnisvoll und voller Möglichkeiten. 
Dieser Mix führt dazu, dass man förmlich an der Geschichte klebt und nur mit Mühe loskommt.

Dazu kommt eine spannende Handlung, die eigentlich in zwei Teile gesplittet ist. Einmal der geheimnisvolle Stalker, der Maria keine Ruhe lässt. Auf der anderen Seite die Recherche nach den Herstellern des Rings. Durch beide Teile zieht sich jedoch ein roter Faden, der am Ende zusammenläuft.

Der Tod ist im Buch allgegenwärtig und begleitet alle wie ein unsichtbarer Schatten. Und das macht in meinen Augen die Geschichte auch so einzigartig. 

Am Ende erlebte ich eine Überraschung, da ich doch ganz andere Vermutungen hatte. Ich mag es, wenn man mich auf eine falsche Fährte führt. 

Auf eine Fortsetzung gab es auch Hinweise bzw. ich wünsche mir, dass es eine Fortsetzung gibt. Denn es hat sich gerade am Ende so einiges ergeben, was in einer Fortsetzung zu klären gilt. Und ich würde mich auch auf einen weiteren Teil freuen.

Fazit:
Ein sehr düster angehauchter Thriller mit vielen Fantasy-Elementen. Spannend, geistreich (Achtung! Wortspiel!) und fesselnd. Von mir gibt es 10 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur

erschienen: 2017
Format: ebook
Printseiten: 400

ISBN: 978-3-426-43413-0