Donnerstag, 15. Juni 2017

George R. R. Martin - Wild Cards. Die erste Generation: Der Schwarm (2) von SINA


Randomhouse
Als das Wild Cards-Virus in den 40er Jahren die Welt veränderte, wurden 90 % der Opfer getötet. 9 % mutierten zu den sog. Jokern, verachtet vom Rest der Welt. Die restlichen 1 % wurden zu Assen, geliebt und gefürchtet. Ihre Fähigkeiten sind ohnegleichen.
Doch plötzlich müssen alle zusammenarbeiten, denn eine außerirdische Bedrohung ist auf dem Weg zur Erde, um alles zu vernichten. Die Schwarmmutter will die Herrschaft übernehmen - und keine Macht konnte sie je aufhalten.

Die Wild Cards-Reihe ist dem Superhelden- und Alterntivweltgeschichten-Genre zuzuordnen. Dies sind Geschichten, die in einer Welt spielen, "...in der der Lauf der Weltgeschichte irgendwann (am sog. Divergenzpunkt) von dem uns Bekannten abgewichen ist..." (Quelle: wikipedia). 
George R.R. Martin, der zusammen mit anderen Autoren aus New Mexico die Serie Wild Cards ins Leben gerufen hat, ist auch der Herausgeber. 
Der sog. "Mosaikroman" zeichnet sich dadurch aus, das verschiedene Charaktere eine zusammenhängende Handlung abdecken, erzählt in einzelnen Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren (Quelle: wikipedia).

Hier befinden wir uns in den 40er Jahren, ein Virus verändert die Menschheit. Viele werden getötet, einige werden zu Jokern (Mutationen) und einige Wenige werden zu sog. Assen, die ihre Fähigkeiten meist für Gutes einsetzen.

In "Der Schwarm" wird nun von der ersten Generation erzählt, von den Menschen, die unmittelbar von dem Virus betroffen sind. 
Eine Bedrohung aus dem All macht den Bewohnern der Erde zu schaffen. Die Schwarmmutter lässt ihre "Kinder" frei, um die Erde einzunehmen. Die Asse machen sich auf zur Bekämpfung, doch auch die Joker müssen ihren Teil dazu beitragen.
Und so schließen sich die verhassten Joker mit den Assen und den Normalsterblichen zusammen.
Doch nicht jeder arbeitet so, wie von ihm erwartet wird. Und dann sind da noch die ägyptischen Freimaurer, die ein Wörtchen mitreden wollen.

© Sina Frambach
Immer wenn ich ein neues Buch der Wild Cards-Reihe anfange, habe ich Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden. Es wirkt immer alles so wirr und unkoordiniert, was aber auch daran liegt, dass an dem Werk ja mehrere Autoren mitwirken. Und so lernt man viele neue Charaktere kennen bzw. man bekommt suggeriert, dass man sie schon kennen würde. Bis man richtig versteht, um was es eigentlich geht, ist meist schon das erste Drittel rum.

Wer sich auf das Wild Cards-Universums einlässt, erlebt eine Komplexität ohnegleichen. Unendliche Möglichkeiten ergeben sich, die von den Autoren geschickt ausgenutzt werden. Die Fähigkeiten der Asse sind perfekt auf die Bedrohung abgestimmt. 
Sei es Telekinese, Übertragung des Bewusstseins durch Sex, Fliegen, Teleportation, Bilden von Hologrammen, Gedankenbeeinflussung, Verwandlung in verschiedene Dinosaurier etc. Alles scheint ausgereift und stimmig, bringt aber noch mehr Verwirrung rein.

Wenn man bedenkt, dass an dem Projekt so einige Autoren beteiligt sind, könnte man meinen, dass am Ende totaler Quatsch rauskommt und doch ist dem nicht so.
Selbst vom Schreibstil her ist es fast nicht möglich - zumindest mir - Unterschiede festzustellen.

Und trotzdem war ich letztendlich nicht so zufrieden wie bei den anderen Bänden. Es hat das gewisse Etwas gefehlt. Zwar steht die Bedrohung durch Außerirdische im Vordergrund. Und doch nimmt diese keinen großen Raum ein. Die Bekämpfung wirkt unspektakulär. Es geht hauptsächlich um Joker und deren Machenschaften. Kaum ein Ass kommt zur Sprache oder es werden ihnen größere Szenen gewidmet.
Neben der Hauptstory geht es um viele kleine Machenschaften, die zwar immer wieder zum eigentlichen Thema führen, aber doch den Anschein erwecken, wichtiger zu sein.

Der Faszination tut dies fast keinen Abbruch, obwohl ich ca. in der Hälfte des Buches einen Durchhänger hatte und erst mal etwas anderes lesen musste.

Die Autoren haben sich etwas mit anderen Dingen verzettelt und Nebencharaktere eine größere Rolle zugewiesen, obwohl dies in meinen Augen nicht notwendig war.

Wild Cards ist so ein Ding für sich. Entweder man liebt es oder man mag es nicht. Ich persönlich bin jedoch froh, diese Reihe für mich entdeckt zu haben. 

Erwähnen möchte ich, dass mitten in der Reihe die Covergestaltung geändert wurde. Leider passen nun Band 1 und Band 2 optisch nicht mehr zueinander. 

© Sina Frambach

Fazit:
Ich bleibe der Reihe treu, auch wenn "Der Schwarm" für mich nur 6 von 10 Punkten erreicht.

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2017
Printseiten: 576
Format: Paperback

ISBN: 978-3-7645-3171-3

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