Montag, 28. Mai 2012

Rezension // David Safier - Happy Family von SINA

Die Wünschmanns sind eine ganz normale Familie. Mutter Emma betreibt einen Kinderbuchladen, der mehr schlecht als recht läuft. Vater Frank ist Anwalt und damit im Streß. Tochter Fee befindet sich mitten in der Pubertät und lässt dies natürlich an der Familie aus und Sohn Max ist ein Angsthase und verkrümmelt sich lieber hinter seinen Büchern.
Als eines Tages eine ehemalige Freundin von Emma in deren Buchhandlung auftaucht und ihr vorschwärmt, wie toll doch ihr aufregendes Leben mit den Reichen und Schönen ist, kommt Emma ins Grübeln, ob sie wirklich eine normale Familie zu Hause hat.
Nach einer misslungenen Kostümparty, die eigentlich gar keine ist, flippt Emma aus und macht ihren drei Liebsten und natürlich sich schwere Vorwürfe über das verkorkste Leben. Da passiert das Unglaubliche: die Hexe Babba Yaga, die zufällig Zeuge des Ausbruchs von Emma wird, verhext die vier. Fortan müssen die Wünschmanns als Vampir, Frankenstein, Mumie und Werwolf ihr Leben meistern.

Mit "Mieses Karma" fing die Erfolgsstory von David Safier an. "Jesus liebt mich" und "Plötzlich Shakespeare" führen die Welle weiter und nun liegt mir der neue Roman aus seiner Feder vor.
Doch ich bin enttäuscht worden, denn an die Vorgänger kommt diese Geschichte in keinster Weise ran.

Zwar bleibt der Charme des Autors sicherlich vorhanden, doch fehlt der Witz und der Sarkasmus, der gerade die ersten Bücher so geprägt hat.

Die Charaktere zerfließen dermaßen in Selbstmitleid, dass sie einem gar nicht leid tun können. Man wünscht sich eigentlich nur, dass sie endlich getrennte Wege gehen und jeder mal sein eigenes Leben führen muss ohne die Hilfe der anderen.

Wie schon oben erwähnt, hat mir der Witz gefehlt. Trotz der sehr abgefahrenen Story konnte ich fast nirgends schmunzeln oder auch mal lachen so wie z. B. in "Mieses Karma". Und dies macht meiner Meinung nach einfach einen Roman von David Safier aus.

Das Ende war für mich sehr enttäuschend, gerade so, als hätte die zündende Idee gefehlt.

Positiv sind natürlich wieder die Zeichnungen im Buch. Sie sind einfach herrlich und haben mir dann doch ein Lächeln abgerungen.

Fazit:
Ein recht enttäuschender Roman. Hoffen wir, dass David Safier wieder zu seiner alten Form findet.

Ich vergebe 4 von 10 Punkten.

Verlag: Kindler
erschienen: 2011
Seiten: 324
ISBN: 978-3-463-40618-3

s. a. Safier, David

Sonntag, 27. Mai 2012

Rezension // Markus Heitz - Oneiros: Tödlicher Fluch von SINA

Konstantin Korff gilt als Koryphäe in seinem Fachgebiet, der Thanatologie. Er ist Bestatter mit Leib und Seele. Denn er ist dem Tod näher, als so manch anderer. Denn er ist ein Todesschläfer. Sobald er einschläft, stirbt um ihn herum alles, was lebt. Als ein weiterer Todesschläfer scheinbar ziellos durch die Welt tingelt und Menschen tötet, wird er vom MI6 angefordert, den Mann zu finden und notfalls zu eliminieren. Doch Konstantin sieht eine Chance, dem Fluch der Todesschläfer zu entkommen und begibt sich auf seinen eigenen Ermittlungsweg.

Zu Anfang fällt gleich das für mich geniale Cover auf. In grau, schwarz und weiß gehalten, bildet es einen Ring mit einem Totenkopf ab. Es hat zugleich etwas faszinierendes und anziehendes und verleitet geradezu, nach dem Buch zu greifen.
Der Klappentext allerdings deutet auf nicht sehr viel hin und man ist quasi gezwungen, einen näheren Blick in das Buch zu werfen.

Und er lohnt sich garantiert, denn mit einer spannenden Geschichte, die so ganz ohne Vampire, Werwölfe oder gar Zwerge (*lol*) auskommt, rechnet man bei Markus Heitz gar nicht.
Und doch schafft er es, genau dies auf 624 Seiten zu verpacken.

Ohne viel Schnörkel, aber mit viel Liebe zum Detail wird die Story um Konstantin Korff erzählt, der eigentlich ein Bestattungsunternehmen betreibt und so mit dem täglichen Umgang mit dem Tod konfrontiert wird. Doch dass er nicht nur beruflich mit dem Tod zu tun hat, wissen nur ausgewählte Personen.

Ich war zu Anfang doch ein bisschen skeptisch, ob Markus Heitz es schafft, mich mit einem Roman zu überzeugen, der vollkommen ohne seine typischen Figuren wie Vampire, Werwölfe oder Zwerge auskommt.
Doch gleich nach ein paar Seiten war ich gefangen und wollte unbedingt wissen, was genau es denn mit Konstantin Korff und seinem Geheimnis so auf sich hat.

Mit interessanten und facettenreichen Charakteren wird die Geschichte aufgewertet und man ist gezwungen, das Buch in jeder freien Minute an sich zu nehmen und zu lesen.

Ohne Frage ist es Markus Heitz gelungen, ein neues Thema zu kreieren und dem Fantasy-Bereich eine neue Sparte hinzuzufügen.

Auch wenn er nicht darüber nachdenkt, hat Heitz es nicht ausgeschlossen, einen zweiten Teil zu schreiben und es würde mich sehr freuen, zu erfahren, ob das doch recht offene Ende und die damit ausstehenden Fragen, einen Abschluss und Antworten bekommen, die wieder in einer interessanten und spannenden Story untergebracht werden.

Fazit:
Spannend, packend – Markus Heitz.
Ich vergebe 10 von 10 Punkten und stufe dieses Buch als mein Mai-Highlight ein.

OT: Meine Version hat sehr viele Rechtschreibfehler, welche aber bestimmt in der nächsten Auflage korrigiert sind.

Verlag: Knaur
Seiten: 624
erschienen: 2012
ISBN: 978-3-426-50590-8


Freitag, 25. Mai 2012

Rezension // Jennifer Donnelly - Die Wildrose von SONJA


Die Helden des 3. Teils der Rosen-Romane von Jennifer Donnelly sind diesmal Willa und Seamus (Seamie). Beide sind uns schon aus dem Vorband bzw. Vorbänden bekannt. Willa und Seamie verbindet die Leidenschaft des Kletterns durch einen Unfall werden die beiden entzweit und durch die Vorboten des 1. Weltkrieges...ach, ich verrate nichts....

Das Buch hat ein interessantes Liebespaar als Hauptprotagonisten. Willa lebt nach dem Motto höher, schneller, weiter und Seamie hat die ungesunde Unruhe eines Forschers und Entdecker. Durch diese Unruhe sich selbst zu übertreffen, geraten beide zum Teil gemeinsam und zum Teil allein in lebensgefährliche Situationen, die kaum zu bewältigen sind. Es scheint, als ob sie dies für immer oder immer wieder entzweit werden. Doch der Autorin gelingt es wahrlich meisterlich die Schicksalsfäden dieser Hauptpersonen UND der liebgewonnenen Personen der Vorbände miteinander zu verweben. 

(An manchen Stellen habe ich mich gefragt, ob die Autorin eine riesige Pinnwand mit Post It's und Pfeilen besitzt, weil sich alles über 1000 Ecken wieder zusammenfindet etc.)

Als geschichtlicher Hintergrund ist in diesem Band die Vorboten des 1. Weltkrieges, Spionage, der 1. Weltkrieg, Lawrence von Arabien, die Einführung des Frauenwahlrechts in England und die Problematik von Kriegstraumata in der Medizin und Gesellschaft gewählt worden. Ich fand besonders die Passagen um Lawrence von Arabien total spannend. Vor meinem Auge hatte ich ständig den Klassiker mit Peter O'Toole und Omar Sharif. Gleichzeitig musste ich auch an den Film "Der englische Patient" denken, obwohl der im 2. Weltkrieg spielt.

Als feststand, dass ich diesen Band 3 bei vorablesen.de gewonnen habe. (Danke nochmals.) Habe ich mir schnell Band 1 und 2 besorgt und mal soeben vorweg gelesen. (Beide Vorbände haben über 700 Seiten. - Daher die etwas verspätete Angabe der Rezension. 3 Wochen waren dann doch etwas knapp.) 
Dieses Buch kann durchaus allein gelesen werden. Allerdings bin ich der Auffassung, um die Familiengeschichte von Seamie und die politischen und gesellschaftlichen Verwicklungen besser verstehen zu können, müssen alle Bände gelesen werden. Ich kann jedem nur die komplette Rosen-Reihe ans Herz legen und vergebe die volle Punktzahl!


01) Die Teerose
02) Die Winterrose
03) Die Wildrose

Verlag: Piper
erschienen: 2012
Seiten: 752
ISBN: 978-3492300384



Sonntag, 20. Mai 2012

Rezension // Marc Elsberg - Blackout: Morgen ist es zu spät von SINA



Was passiert, wenn der Strom ausfällt? Und nicht nur für kurze Zeit, sondern für Tage? Genau dies passiert in einem Großteil von Europa. Millionen von Menschen müssen ohne Strom auskommen und um ihr Überleben kämpfen. Erst fehlen wichtige Dinge wie fließendes Wasser, Heizung und die Kühlung von Lebensmitteln, dann wird es schlimmer, denn die Notstromversorgung in Atomkraftwerken und Chemiekonzernen droht auszufallen.
Der Italiener Piero Manzano kommt durch Zufall auf den Verdacht, dass ein Hacker das Stromnetz stillgelegt hat und versucht, Europol davon zu überzeugen, diesem Verdacht nachzugehen. Doch dadurch gerät er selbst in Verdacht, etwas mit dem Stromausfall zu tun zu haben.

Das schlichte Cover lässt nicht vermuten, dass in dem Buch eine spannende Geschichte steckt, die mit kühler Klarheit die Schrecken eines tagelangen Stromausfalls erzählt.
Gleich auf der ersten Seiten ist der Strom schon ausgefallen und ab da geht es eigentlich nur noch rasant weiter. Auf übermäßige Actionszenen muss man jedoch verzichten. Einfach nur die Vorstellung, was alles passieren kann, so wie es der Autor schildert, lässt es einem schon eiskalt den Rücken herunterlaufen.

Nach 200 Seiten war ich so sehr in der Geschichte gefangen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich malte mir aus, wie es wohl wäre, wenn wirklich tagelang kein Strom da wäre.

Die Szenen, die geschildert wurden, sind erschreckend. Man merkt, wie selbstverständlich es für einen ist, Licht, warmes Wasser, Heizung und gekühlte Lebensmittel zu haben.

Die Geschichte besteht aus kurzen Kapitel, die abwechselnd in den verschiedenen Städten bzw. Firmen und Behörden spielten.

Die Einbeziehung aktueller Geschehnisse, gerade Fukushima, hat der Autor laut eigener Aussage, noch kurzfristig mit eingebaut. Die Recherche für sein Buch fand nämlich bereits 2009 statt.

Es gab rührende, erschreckende und tiefgründige Momente. Weiter wurde ein Bild vermittelt, wozu verzweifelte Menschen in der Lage sein könnten.

Der Schreibstil war sehr flüssig und ging an den richtigen Stellen ins Detail. Gestört hat mich jedoch, dass die Charaktere immer mit Nachnamen genannt wurden (Manzano, Shannon, Armströng, etc.). Selten wurden die Vornamen benutzt, fast nie ein Herr/Frau oder Mr./Mrs. davorgesetzt. Das hat mir das Gefühl einer Distanziertheit zu den Personen vermittelt.

Fazit:
Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und einem die Augen öffnet. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: blanvalet
erschienen: 2012
Seiten: 800
ISBN:  978-3-7645-0445-8

s. a. Interview mit Marc Elsberg


Samstag, 19. Mai 2012

Rezension // Mary Janice Davidson - Die mit dem Werwolf tanzt von SONJA


Eine Wahrsagerin prophezeit dem Werwolfrudel aus den Betsy-Büchern, dass Morgan Le Fay auferstanden ist und die Welt zerstören will. Derik macht sich auf den Weg und trifft auf Sara, die alles andere ist, als das was er erwartet hat. Sein Plan A schlägt fehl und daher muss schnell Plan B her.

Tja, zu diesem Buch bin ich gekommen, da ich die Betsyreihe einfach super finde. Monatelang bin ich um das Buch herumgeschlichen und hab mir stets eingeredet, dass ich schon genug Geld für Bücher ausgegeben habe...bis...nein nicht Biss...bis, die Bücherei das Buch hatte. Gott sei Dank, Entlastung für den Geldbeutel.

Die Handlung ist teilweise etwas merkwürdig, aber die Protagonisten sind sehr lustig und schlagfertig. Die weibliche Hauptdarstellerin macht sich ständig über ihren Werwolfbegleiter lustig (mit Hundewitzen) und natürlich haben die beiden ein Techtelmechtel und retten nebenbei die Welt. Ich muss sagen die angehängte Bonusstory fand ich besser als das Buch, denn da ging es deftig zur Sache...*rote Ohren glüh*.

Kein Buch für die Ewigkeit. Aber ganz nett. Ich vergebe 8 von 10 Punkten.



Verlag: egmont lyx
erschienen: 2009
Seiten: 288
ISBN: 978-3802582165


Rezension // Mary Janice Davidson - Traummann an der Angel von SONJA


Unter uns sind Meerjungfrauen! Ja, wirklich. Dr. Frederika Bimm (Spitzname Fred) ist Meeresbiologin und nimmt den Kampf gegen Umweltsünder auf. Irgendwer verseucht das Hafenwasser. Doch auch liebestechnisch tut sich hier einiges: ein smarter Meeresbiologe und eine männliche Meerjungfrau kämpfen um ihr Herz.

Jeder hat ein Bild von Meerjungfrauen. Dieses Bild ist vermutlich von Walt Disney und Co geprägt worden. Doch diese Meerjungfrau ist anders: Sie ist gegen Meeresfrüchte allergisch und hasst Algen im Meer. Sie spaziert lieber an Land.
Parallelen zu dem 80iger Jahre Film "Splash - jungfrau am Haken" mit Darly Hannah sind beabsichtigt und sind eine schöne Erinnerung. Natürlich gibt es ein Liebeswirrwarr und eine kniffelige Situation zu lösen. 
In dem Buch ist noch eine Bonusgeschichte enthalten, die sich inhaltlich kurz an die Kurzgeschichte aus dem 7. Betsy Band "Wer zuletzt beißt" anlehnt. Gewohnt lustig. Für diese Arielle gebe ich 10 von 10 Punkten.



01) Traummann an der Angel
02) Mehr Mann fürs Herz
03) Unter Wasser liebt sich's besser


Verlag: egmont lyx
erschienen: 2009
Seiten: 304
ISBN: 978-3802582509



Rezension // Mary Janice Davidson - Weiblich, ledig, untot von SONJA


Betsy ist ein Blondine durch und durch: Schuh- und Klamottentick und manchmal ein bisschen naiv. Nach einem chaotischen Abend wacht sie auf und stellt fest, dass sie zum Vampir geworden ist. Dies bringt einige Verwicklungen mit sich....

Auf der Suche nach Abwechselung im Vampirlesealltag bin ich schon einige Zeit um dieses Buch herum geschlichen. Da ich bereits einige Male auf falsche Reihenfolgen hereingefallen bin, hab ich erst einmal im Internet nach der richtigen Reihenfolge und Bewertungen gesucht.

Bei der Recherche fiel mir auf, dass sich die Autorin eine echt gute Coverreihe ausgedacht haben. Mit Freuden habe ich festgestellt, dass das Buch richtig gut ist und ich mich über Betsys Alltagssorgen richtig kringelig gelacht habe. Auch wenn von vielen Lesern der Vergleich als nicht passend empfunden wird: Sex and the city meets Vampire! Dafür vergebe ich 10 von 10 Punkten.

01) Weiblich, ledig, untot
02) Süß wie Blut und teuflisch gut
03) Happy Hour in der Unterwelt
04) Untot lebts sich auch ganz gut
05) Nur über meine Leiche
06) Biss der Tod Euch scheidet
07) Wer zuletzt beißt
08) Man stirbt nur zweimal
09) Zum Teufel mit Vampiren


Verlag: egmont lyx
erschienen: 2007
Seiten: 314
ISBN: 978-3802581236


Freitag, 18. Mai 2012

Rezension // Patricia Amber - Kosakensklavin von SONJA


Der Kosake Andrej nimmt die adelige Sonja im St. Petersburg des 18. Jahrhunderts als Kriegsbeute. Sie muss ihm dienen....und zwar in sämtlichen Bereichen. Doch dies ist gar nicht so grausam, den die Alternative wäre eine Vermählung mit dem grausamen Fürsten Baranow.

Engelchen und Teufelchen machen eine Rezi:


Engelchen: Ja, dieses Buch gehört zu den rote Ohren Büchern....

Teufelchen: Mann, nun hab dich doch nicht so, das ist ein Erotikroman wie ihn Frau von heute liest...

Engelchen: Ja hast ja recht, aber da sind ganz schon heftige Szenen drin (mit Peitsche, ohne Peitsche mit 2 – 4 Personen etc.) ...

Teufelchen: Ja und was hast Du erwartet? Einen normalen Liebesroman? Dann musst Du eine andere Autorin wählen.

Engelchen: Ist ja schon gut, aber die Worte sahnig und cremig mag die Autorin wahrscheinlich. Ich hätte Strichliste führen sollen....

Teufelchen: Sei doch froh das es flutscht....;-)

Engelchen: Die Handlung mit dem guten sexy Kosaken und den bösen Verlobten war auch ganz nett....

Teufelchen: Ganz nett, der Kosake war heiß!!!

Engelchen: Na gut – hast ja recht – ich vergebe 9 von 10 Punkten.


Verlag: rororo
erschienen: 2009
Seiten: 320
ISBN: 978-3499252020




Rezension // Christine Lehmann - Der Ruf des Kolibris von SONJA


Jasmin geht mit ihrer Familie für ein Jahr nach Kolumbien. Dort lernt sie die Besonderheiten des Landes kennen. Dies ist nicht nur die Landschaft sondern auch Gewalt - ausgelöst durch politische Unruhen. Sie lernt Damian kennen und verliebt sich trotz ungünstiger Umstände in ihn.

Romeo, Julia, Damian, Jasmin, ein Kolibri und ein Bär - Tja, was haben diese gemeinsam? Eine wundervolle Liebesgeschichte in einem fremden Land. Diese junge Liebe steht unter einem schlechten Stern: Vorurteile bei unterschiedlichen Rassen, politische Unruhen und die Angehörigen, die die jungen Erwachsenen noch beschützen wollen. Die Themenauswahl für dieses Jugendbuch fand ich sehr gelungen und gut miteinander kombiniert. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen.

Ich habe dieses Buch verschlungen und war ganz in die Schilderungen des Urwaldes und der Lebensumstände versunken. Das warme freundliche Cover finde ich auch sehr gelungen. TOP! Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Thienemann Verlag
erschienen: 2009
Seiten: 544
ISBN: 978-3522200233


Rezension // Rachel Gibson - Küssen hat noch nie geschadet von SONJA


Autumn lernt bei einem Kurztrip nach Las Vegas den Eishockeyspieler Sam kennen. Die beiden haben eine heiße Affäre, die damit endet, dass sie schwanger und verheiratet sitzen gelassen wird. Notgedrungen haben die beiden aufgrund der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes auch nach der Scheidung noch Kontakt.

Die ersten 100 Seiten des Buches drehen sich immer wieder darum, was in Las Vegas passiert ist und warum die beiden sich nicht ausstehen können. Dann kommt endlich die Wandlung und Sam erkennt den wahren Wert einer Familie. Die beiden finden wieder zu einander. Aber auch dieser Weg ist steinig....

Punktabzug gibt es definitiv für die ersten 100 Seiten, da mir hier der typische Flair der Bücher von Rachel Gibson gefehlt hat. Erst danach geht es endlich zur Sache....Da diese Romane immer ähnlich aufgebaut sind, spar ich mir hier eine ausführliche Schilderung und sage, dass mich der Rest des Buches doch versöhnt hat und ich 7 von 10 Punkten gebe.

Das Buch gehört zur Reihe der Seattle Chinooks. Man kann das Buch jedoch auch ohne die anderen Bücher zu kennen, lesen. Es befinden sich jedoch Querverweise zu bereits verkuppelten Eishockeyspielern, die ich als schönes Wiedersehen empfunden habe.


01) Liebe, fertig, los!
02) Sie kam, sah und liebte
03) Ein Rezept für die Liebe
04) Küsse auf Eis
05) Was sich liebt, das küsst sich
06) Küssen hat noch nie geschadet



Verlag: Goldmann
erschienen: 2011
Seiten: 288
ISBN: 978-3442476282



Rezension // Jill Smolinski - Die Wunschliste von SONJA


Junes Leben wird bei einem Autounfall auf den Kopf gestellt: Die erst kürzlich kennengelernte Marissa stirbt in Ihrem Auto. Diese hatte eine Wunschliste in der Handtasche, was sie alles bis zu ihrem 25. Geburtstag alles gemacht haben wollte.

Von Schuldgefühlen geplagt, entdeckt June diese Liste und beschließt, die Punkte für Marissa abzuarbeiten. Doch ihr bleiben nur 6 Monate bis zum besagten Geburtstag. Einige Punkte lassen sich leicht erledigen und einige erscheinen aussichtslos.

Wunderschön traurig und dann doch mit Herz. Manche der Punkte z.B. "Einen Fremden küssen" erfordern einfach nur, dass June ihren "inneren Schweinehund" überwindet. Doch das ist genau der Punkt, der das Buch so interessant macht: hin und her gerissen, steht auch die Gefühlswelt von June Kopf. Man leidet mit und hofft, dass sie die Aufgaben erfüllen kann, die sogar ihr eigenes Leben beeinflussen....Die Aufgaben führen manchmal auch zu komischen Verwicklungen, so dass man bei diesem Buch sowohl die Taschentücher braucht als auch Raum zum laut loslachen. Ich will an dieser Stelle nicht zuviel verraten, aber das Buch hat ein wirklich schönes Ende.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Leider hat die Autorin im Deutschen bislang keine weiteren Bücher veröffentlicht.

Für Freunde von gefühlvollen Büchern und Liebesromanen ein MUSS. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Knaur TB

erschienen: 2008
Seiten: 416
ISBN: 978-3404151752



Mittwoch, 16. Mai 2012

Rezension // Jane Christo - Blanche: Der Erzdämon (1) von SINA


Blanche ist auf der Straße aufgewachsen, bevor sie von Wayne, einem Profikiller quasi adoptiert wurde. Er brachte ihr alles bei, was sie für's Überleben benötigte.
Als er stirbt, taucht der Dämon Beliar bei Blanche auf und fordert von ihr, Wayne's Schulden zu bezahlen. Denn Wayne hat sich nicht in der Hölle blicken lassen. Und Saetan ist mächtig sauer.
Doch dann kommen Beliar und Blanche ihre Gefühle dazwischen. Und Zoey, den Blanche jagt, da sie mit ihm noch eine Rechnung offen hat.

Die Autorin hatte ich in einer Buch-Community kennengelernt und schon dort hat mir ihre Art, Kommentare und Buchgeschichten zu schreiben, sehr gut gefallen. Und nun hatte ich ihren Debüt-Roman vorliegen und kam in den Genuss, ihre tolle Art zu schreiben in einer gut verpackten Geschichte zu lesen.

Die Idee, die Hauptcharaktere namens Blanche bei einem Profikiller aufwachsen zu lassen, fand ich schon sehr interessant. Eigentlich müsste man davon ausgehen, dass sie dann nicht gerade eine liebenswerte Person ist, doch die Autorin konnte mich vom Gegenteil überzeugen. Blanche ist tough, zeigt Mut und wirkt durch ihre kühle Art manchmal distanziert und überheblich. Doch steckt unter der rauen Schale ein sehr weicher Kern.

Beliar, der Dämon, wirkt gleich am Anfang sehr vertrauenserweckend und sympathisch, obwohl er eigentlich auf der „falschen“ Seite steht.

Die Geschichte ist sehr bildhaft beschrieben. Ich konnte mich gut in alle Charaktere hineinversetzen und das Kopfkino hatte auch einiges zu tun.

Ich hätte mir eine Karte gewünscht, damit man sich die Orte, die Blanche und Beliar aufsuchen, auch genauer vorstellen könnte. Außerdem wäre ein Glossar hilfreich gewesen, den gerade ein paar französische Ausdrücke musste ich nachschlagen bzw. googeln.

Ansonsten war die Geschichte ein toller Auftakt zu einer Trilogie, die ich gerne weiterverfolgen werde.

Fazit:
Solides Grundgerüst mit einigen Nebensträngen, die letztendlich in einer tollen Story zusammenlaufen.

Ich vergebe 8 von 10 Bewertungspunkten.

Verlag: Sieben Verlag
erschienen: 2012
Seiten: 200
ISBN: 978-3864430480

s. a. Christo, Jane

Montag, 14. Mai 2012

Rezension // Alan Bradley - Flavia de Luce: Halunken, Tod & Teufel von SONJA

© Sonja Kochmann

Flavia kann es auch im dritten Teil einfach nicht lassen: Ein einfacher Besuch auf dem Jahrmarkt endet im Desaster. Aus Versehen zündet Flavia das Zelt der Wahrsagerin an. Als Wiedergutmachung bietet Flavia der Zigeunerin an, im Gehölz des Anwesens ihrer Familie zu campen. Doch die Wahrsagerin wird in der Nacht lebensgefährlich zusammengeschlagen und auch die nächste Leiche wartet schon...

Die Schilderungen von Alan Bradley sind wie immer köstlich. Die Streitigkeiten der Familienmitglieder und die Dialoge der inzwischen liebgewonnen Figuren (auch die Nebenfiguren) sind die Besonderheit an diesem Krimi. Der Krimi (d.h. Mord und Totschlag) sind klassisch angelegt und verfügen über ordentliche Umwege zum Täter. Das eigentliche Sahnehäubchen ist Flavia mit ihrem trockenen, schwarzen und englischen Humor. 

Ich fand einen Absatz der Danksagung des Autors besonders erwähnenswert: "Und schließlich, wie immer, in Liebe meiner Frau Shirley, die mir den Rücken freihält, in dem sie alles, wozu ich nicht komme mit Freuden erledigt, ganz abgesehen, davon, dass sie auch noch mein persönlicher Computerservice ist. Niemand macht ausgeleierte Tastaturen geschickter wieder flott und entfernt dabei auch gleich die Krümel."

Ich freue mich schon jetzt auf Band 4, der Ende 2012 erscheint und vergebe 9 von 10 Punkten. Wollen wir hoffen, dass die Krümelentfernerin weiterhin zur Verfügung steht und Band 5 in Bearbeitung ist.


Verlag: Penhaligon
erschienen: 2011
Seiten: 352
ISBN: 978-3764530266


Sonntag, 13. Mai 2012

Rezension // Elizabeth Amber - Die Nacht des Satyrs von SONJA


Vorweg: Es handelt sich um den zweiten Band der Reihe "The Lords of Satyr". Wer den ersten Band nicht kennt, sollte die folgenden zwei Absätze überspringen: Nachdem Nick im ersten Band seine Angetraute gefunden hat, ist der zweite Satyrbruder auf der Suche nach der verschollenen Feentochter. Und die hat es auch in sich bzw. an sich.

Das die Satyrjungs bei Vollmond gleich zwei Argumente haben, hat ja bei uns weiblichen Lesern schon für viel Verwunderung gesorgt. Doch in diesem Buch wird die Autorin noch kreativer: Die Feentochter Jordan hat...ätsch...wird nicht verraten. Nur soviel; durch diese Besonderheit sind noch mehr verrückte Sexschilderungen möglich, als in einem normalen Erotikroman.

An manchen Stellen war mir dieses Buch zu kreativ. Aber es ist halt was besonderes. *zwinker* Ich vergebe 8 von 10 Punkten.


01) Der Kuss des Satyrs
02) Die Nacht des Satyrs
03) Die Braut des Satyrs
04) Der Traum des Satyrs
05) Der Ruf des Satyrs
bislang auf Englisch:
06) Bastian
07) Sevin

Verlag: Knaur TB
erschienen: 2010
Seiten: 416
ISBN: 978-3426506967



Rezension // Elizabeth Amber - Der Kuss des Satyrs von SONJA


Der Roman spielt im 19. Jahrhundert in der Toskana. Drei Brüder tragen ein mystisches Geheimnis "an" und in sich. Um dieses zu erhalten muss jeder Bruder die Tochter des verstorbenen Feenkönigs heiraten. Doch ihr Aufenthaltsort ist noch geheim und auch das Böse lauert.

Holla, die Waldfee. In diesem Buch geht es ab. Sex, Drugs (der Wein und andere Gesöffe). Rock'n Roll fehlt hier, da es sich zu einer anderen Zeit abspielt. Wer also Mieder und lange Kleider bei einem Erotikbuch toll findet, sollte es hiermit probieren.

Die Varianten des Satyrs (ich sag nur: Mädels, er hat bei Vollmond 2!), der Feen (Flügel) und Nymphen sind eine gelungene Abwechselung.

Es handelt sich um den Auftakt einer Reihe, die sogenannten The Lords of Satyr:

01) Der Kuss des Satyrs
02) Die Nacht des Satyrs
03) Die Braut des Satyrs
04) Der Traum des Satyrs
05) Der Ruf des Satyrs
bislang auf Englisch:
06) Bastian
07) Sevin

Ich vergebe für das äußerst neckisches Waldgeschöpf 10 von 10 Punkten.

Verlag: Knaur TB
erschienen: 2009
Seiten: 416
ISBN: 978-3426501535

Rezension // Heidi Rehn - Gold und Stein von SINA

Die 17jährige Agnes lebt zusammen mit ihrer Mutter Gunda und ihrer Großmutter Lore in Wehlau. Ihre Mutter ist eine berühmte Braumeisterin und Agnes hat von ihr schon vieles gelernt. Eines Tages läuft sie Laurenz Selege über den Weg. Und gleich ist sie begeistert von ihm. Doch Laurenz deutet an, dass er sie schon vor 17 Jahren kennengelernt hat. Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder. Agnes ist verwirrt, denn sie hat keinen Bruder. Als sie ihre Mutter darauf anspricht, streitet diese alles ab. Agnes ist verwirrt, ob der Gefühle zu Laurenz und dem Geheimnis, dass ihre Vergangenheit umwittert. Laurenz und sie fliehen nach Königsberg. Und Agnes weiß nur eins: in Königsberg wurde sie geboren.

Heidi Rehn hat mich mit ihren beiden Romanen "Die Wundärztin" und "Hexengold" schon überzeugt. Und jetzt lag mir "Gold und Stein" vor.

Mit diesem Roman hat mich die Autorin auf eine Achterbahn der Emotionen geschickt. Über Trauer, Wut, Liebe und Hass war einfach alles dabei.

Der bildhafte und detailreiche Schreibstil lässt einem in das Mittelalter abtauchen. Die Charaktere sind einfach wunderbar ausgearbeitet.

Gerade Agnes, ihre Mutter Gunda, die Hebamme namens Hundskötterin sowie Laurenz haben mich aufgeregt, gerührt, zum Lachen gebracht. Und das Hassen gelernt.

Besonders die Beschreibungen der Ortschaften waren wundervoll und ich konnte mir sehr gut vorstellen, wo sie die einzelnen Szenen abspielten.

Ich durfte das Buch zusammen mit der Autorin in einer Leserunde genießen und war froh, Heidi mit Fragen löchern zu dürfen bzw. einiges hinter den Kulissen zu erfahren. Herzlichen Dank dafür!

Lange hat es ein Buch nicht mehr geschafft, mich derart aufzuregen, dies aber in sehr positivem Sinne.

Fazit:

Gerade für historisch Interessierte ein wundervolles Buch um Liebe und Hass im Mittelalter.

Ich vergebe 10 von 10 Bewertungspunkten.

Verlag Knaur
Seiten: 720
erschienen: 2012
ISBN: 978-3426652619

Samstag, 12. Mai 2012

Rezension // Jennifer Donnelly - Die Winterrose von SONJA


(Anmerkung vorweg: Es handelt sich um den zweiten Band der Rosentrilogie. Einige Ereignisse sind für diesen Band zum Verständnis wichtig.) 

London 1900: Die junge Ärztin India stammt aus adligen Verhältnissen. Sie hat jedoch Träume in den Armenvierteln Londons eine Klinik für Frauen und Kinder zu eröffnen. Ihr hinterhältiger Verlobter stellt ihr hierbei einige Steine in den Weg. Sie trifft auf den Chef der hiesigen Unterwelt: Sid Malone und verliebt sich in ihn. Doch das Glück der beiden trifft auch einige Hindernisse.

Aus Band eins trifft man viele liebgewonne und auch verloren geglaubte Figuren wieder. Die Autorin knüpft geschickt Handlungsfäden, die sich immer wieder mit einander verknüpfen und schließlich mit einem schönen Ende zusammenfinden. Ich möchte an dieser Stelle nicht zuviel über das Schicksal der Personen verraten, aber die Medizin, Politik und Afrika um 1900 fand ich sehr interessant. Der kleine Ausflug von London nach Afrika hat mich auch ein bisschen an den Film "jenseits von Afrika" erinnert. Der Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen.

Auch die bereits begonnene Geschichte von Seamie und Willa lässt auf einen guten dritten Band hoffen. Ich vergebe 9 von 10 Punkten, da ich die Hauptperson India nicht ganz so sympathisch fand wie Fiona in Band 1.

01) Die Teerose
02) Die Winterrose
03) Die Wildrose

Verlag: Piper
erschienen: 2008
Seiten: 784
ISBN: 978-3492252812


Rezension // Kerstin Gier: In Wahrheit wird viel mehr gelogen von SONJA


Das Buch beginnt inhaltlich nach dem Tod von Carolins Mann. Sie hat einiges zu bewältigen und erzählt abwechselnd vom Kennenlernen Ihres Mannes und der Bewältigung ihres Alltages. Dabei kommen ihr nette und chaotische Menschen zur Hilfe.

Dieses Buch baut inhaltlich auf den ersten drei Bänden von Kerstin Giers Mütter-Mafia auf. Man kann diesen Band theoretisch auch ohne die anderen Bände lesen, aber ich bin der Meinung, dass man einige Gags, der Personen nur versteht, wenn man die Vorgeschichte kennt.

01) Die Mütter-Mafia
02) Die Patin
03) Gegensätze ziehen sich aus


In diesem Buch wird der gewohnte "Gier Humor" toll umgesetzt. Dennoch fand ich das Thema ich ein bisschen traurig. Da ich mich jedoch sehr auf das Wiedersehen der Hauptfiguren aus der Mütter-Mafia gefreut habe, habe ich durchgehalten und das Ende hat mich sehr versöhnt. Für dieses trauriges Wiedersehen mit der Mütter-Mafia vergebe ich 7 von 10 Punkten.

Ich werde wohl nach und nach die Gier Bücher lesen, da ich die Dialoge einfach so witzig finde.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2009
Seiten: 272
ISBN: 978-3404165520


Rezension // Kerstin Gier - Gegensätze ziehen sich aus von SONJA


Dies ist der dritte Band um die Vorsitzende der Mütter-Mafia Constanze. Es gilt wieder allerlei Chaos zu bewältigen:

die nervige Nachbarn
die sabotierende Tochter des Freundes
die Eröffnung eines Schuhladens
die Entdeckung eines Knotens
die nervigen Eltern

Trotz der kritischen Themen sind die Dialoge zum kringelig lachen und es findet alles irgendwie seinen Weg.

TOP! Alle guten Dinge sind drei. Daher vergebe ich 10 von 10 Punkten.

01) Die Mütter-Mafia
02) Die Patin
03) Gegensätze ziehen sich aus

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2008
Seiten: 288
ISBN: 978-3404159062



Rezension // Kerstin Gier - Die Patin von SONJA


Die Patin ist die Fortsetzung der Mütter-Mafia und einfach nur genial geschrieben.

Das Chaos (SPOILER: neue Nachbarn mit Kampfhunden, Schlägertypen, die einen geschiedenen Vater bedrohen, immer noch kein Sex mit Anton, Backfischliebe der Tochter undundund) pur will wieder von Constanze und ihren Mitstreiterinnen bewältigt werden. Die Dialoge sind zum totlachen. 

Da die Einführungsphase diesmal wegfällt, fand ich das Buch wesentlich besser als den Vorgänger). Ich hab das Buch innerhalb von ein paar Lesestunden durchgehabt.

Empfehlenswert auch für Nichtmamis. Ich vergebe für die Patin der Mütter-Mafia 10 von 10 Punkten.

01) Die Mütter-Mafia
02) Die Patin
03) Gegensätze ziehen sich aus

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2006
Seiten: 320
ISBN: 978-3404154623





Rezension // Kerstin Gier - Die Mütter-Mafia von SONJA


Constanze (keine abgeschlossene Berufsausbildung, 2 Kinder 14 und 4 Jahre alt) steht vor den Trümmern ihrer Ehe. Das Chaos kam quasi über Nacht.

Sie wird von ihrem zukünftigen Exmann in das gräßlich eingerichtete Haus seiner verstorbenen Mutter verfrachtet und muss mit nervigen Rentnernachbarn, Schickmickmuttis und und und klar kommen.

Doch sie findet unverhofft Hilfe in Form *ätsch* wird nicht verraten. Es formiert sich jedoch eine Gegenbewegung zu den Schickimickimuttis und das ist wirklich komisch. Die Sprüche sind klasse.

Nach anfänglichen Einstiegsschwierigkeiten (daher Punktabzug) fand ich das Buch aufgrund der verschrobenen Charaktere und der lustigen Dialoge sehr gut.

Ich vergebe 8 von 10 Punkten für Chaotische Mütter vs. Schickimickimuttis

01) Die Mütter-Mafia
02) Die Patin
03) Gegensätze ziehen sich aus


Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2005
Seiten: 320
ISBN: 978-3404152964




Mittwoch, 9. Mai 2012

Interview // Marc Elsberg von SONJA


Interview mit Marc Elsberg -
BLACKOUT: Morgen ist es zu spät



Auch wenn die Frage immer wieder auftaucht: Wie sind Sie auf die Idee für das Buch gekommen?
Ich wollte einen Thriller darüber schreiben, welche Auswirkungen die Vernetzung aller Lebensbereiche auf die Menschen hat. 


Bei den Recherchen bin ich bald dahintergekommen, dass die Grundlage aller Bereiche des modernen Lebens die Energieversorgung ist. Dass sich diese bald darauf zum Top-Thema entwickeln würde, konnte ich damals noch nicht ahnen.



Energieversorgung und Strom im Speziellen interessiert aber bis heute erst einmal kaum jemanden. Strom kommt aus der Steckdose. Für eine spannende Geschichte musste ich also zuerst dafür sorgen, dass sich die LeserInnen bewusst werden, wie elementar der Strom für unser Leben ist. Und da ist es wie bei der Liebe: Man bemerkt erst, wie wichtig etwas war, wenn man es nicht mehr bekommt.



Manche Passagen im Buch nehmen Bezug auf aktuelle Ereignisse (Fukushima, Stuxnet). Wie lange haben Sie für dieses Buch inkl. Recherchezeit gebraucht und haben Sie durch aktuelle Ereignisse manche Passagen eingefügt/ergänzt?
Ich habe vier Jahre an dem Buch gearbeitet. Das erste davon habe ich nur recherchiert. 


Aktuelle Ereignisse wie das Auftauchen von stuxnet (eine Schadsoftware für eine iranische Atomanlage) oder die Katastrophe von Fukushima haben meinen ursprünglichen Entwurf lediglich bestätigt. Allerdings bekam ich noch Anregung für Details.



Ihre Recherchequellen wollen ja nicht genannt werden, haben Sie bei Interviews manchmal Bedenken sich zu „verplappern“?
Nein.


Was ist das für ein Gefühl, wenn die Leser nach Lektüre Ihres Buches erst einmal die Batterien der Taschenlampe und die Vorräte überprüfen?

Ein gutes :-) Denn das heißt, dass mein Buch sie berührt hat und nicht sofort vergessen wird, sobald man den letzten Satz gelesen und den Umschlag zugeklappt hat.



Was machen Sie bei einem Stromausfall? Hat sich Ihre eigene Denk- und Handlungsweise geändert?

Ich habe mehr Vorräte zuhause als früher. Und mein Auto ist immer gut getankt. Ich wohne in einer Großstadt, die ich wahrscheinlich nach ein paar Tagen verlassen würde. Wohin, dass sage ich nicht.



Durch das Buch steht man ja der Technik etwas kritischer gegenüber. Wie stehen Sie zum Ebook?
Prinzipiell finde ich die Idee des Ebooks gut, ich habe aber noch keinen Reader gefunden, der meine Ansprüche erfüllt. Wie jede neue Technik schafft sie Gefahren und Chancen, in diesem Fall für Verlage und Autoren. Wir sollten weniger über die Gefahren jammern und die Chancen ergreifen.


Wer oder was hat Sie veranlasst, Autor zu werden?
Beruflich schrieb ich als Werbetexter schon lange – im allgemeinen allerdings kurze Texte. 


Zum Romanautor wurde ich aus einem einfachen Grund: Die Geschichten, die ich gern lesen wollte, fand ich nicht als Buch – also musste ich sie schreiben!



Wie verläuft ein Arbeitstag bei Ihnen?

Sehr unterschiedlich. Ich arbeite nach wie vor für eine Agentur, kann mir meine Zeit allerdings ganz gut einteilen. Meist beginne ich am spätem Nachmittag oder Abend zu schreiben. Manchmal nehme ich mir auch frei. Und dann sind da natürlich die Nächte, Wochenenden und Urlaube...



Zu welchem Autor/in oder Genre greifen Sie, wenn Sie zur Entspannung ein Buch lesen?

Sachbücher, um zu recherchieren. Finde ich im allgemeinen sehr fesselnd und damit auch entspannend. Dazwischen kommen immer wieder Romane, Thriller, Krimis, Satiren, Essays, Philosophie, Biografien.



Welchen Autor/in würden Sie selbst gern treffen und welche Fragen würden Sie ihm/ihr gern stellen?
Treffen würde ich einige gern, darunter 
René Goscinny (ua. Autor der Asterix-Comics 1-24, gestorben 1977), 
Paddy Chayefsky (ua. Drehbuchautor des Films „Network“ (1975), einer Satire auf das Fernsehgeschäft, gestorben 1981), 
Giuseppe Tomasi die Lampedusa (Autor des Romans „Il Gattopardo“,gestorben 1957)
Mark Twain (Autor von ua. Huckleberry Finn, Tom Sawyer, gestorben 1910) 
und und und ...


Fragen hätte ich zahllose. Stellen würde ich sie am liebsten allen gemeinsam bei einer netten Flasche Wein (oder mehreren...)



Bei der Lesung in Hannover lief ein Fussballspiel, was Sie gern gesehen hätten. Was machen Sie privat, wenn Sie sich nicht mit Bücher schreiben/lesen/recherieren befassen.
Auch privat nimmt Lesen einen großen Teil meiner Zeit ein. Das sind dann nicht nur Bücher sondern auch sehr viele Zeitschriften, Magazine und alles Mögliche im Internet. Dabei gehen Interesse, Zerstreuung und Recherche fließend ineinander über. Sonst verbringe ich viel Zeit mit meiner Frau, mit Freunden, gehe ins Theater, und zu Konzerten, schaue Filme im TV oder online (legal!), treibe etwas Sport (allerdings kein Fußball) oder schaue auch einfach mal in die Luft ...

Vielen Dank für das Interview. Wer nach diesem Interview und dem Bericht über die Lesung in Hannover Lust auf eine Lesung bekommen hat, sollte die Chance noch Bis Ende 2012 nutzen. 


© Sonja Kochmann








Sonntag, 6. Mai 2012

Rezension // Woody Allen - Central Park West von SINA

Ich habe das Buch nur gekauft, weil es als Mängelexemplar 1,00 Euro gekostet hat. Aber ich muss sagen: Der Euro hat sich mehr als gelohnt. Drei (Theater)-Stücke ("Riverside Drive", "Old Saybrook" und "Central Park West") in bester Woody-Allen-Manier. Es geht um Seitensprünge, Sex, Mord und einfach ein paar durchgeknallte Typen. Die drei verschiedenen Stücke sind witzig, tiefgründig und vor allem nur irr.

"Riverside Drive" erzählt von dem Schriftsteller Jim, der an einem abgeschiedenen Ort eigentlich nur mit seiner Geliebten Schluss machen will, weil ihm klar geworden ist, dass er immer noch seine Frau liebt. Ein etwas durchgeknallter Fremder stellt sich plötzlich zu ihm und fordert von ihm Tantiemen, weil Jim angeblich seine Lebensgeschichte niedergeschrieben hat. Der Fremde namens Fred weiß auch auf unerklärliche Weise alles über Jim. Sogar, dass er jetzt hier steht, um Schluss zu machen. Barbara, die Geliebte, kommt dann auch noch zu der Szene dazu und droht - nachdem ihr Jim die Umstände erklärt hat - mit Jims Frau zu sprechen. Doch Fred hat eine andere Lösung parat...

"Old Saybrook" handelt von einem Häuschen im Grünen, in dem gerade eine Grillparty stattfindet. Plötzlich klingelt es an der Tür und Hal und Sandy stehen davor. Sie hatten mal in dem Haus gewohnt und wollten es sich nur nochmals kurz ansehen. Sie kommen mit den Partygästen ins Gespräch und Hal erwähnt kurz, dass es in dem Haus auch einen Tresor gibt. Die neue Besitzerin des Hauses Sheila weiß nichts von dem Safe. Hal öffnet ihn und zum Vorschein kommt ein Tagebuch und unglaubliche Sexspielchen unter den Partygästen...

In "Central Park West" geht es um Phyllis, die gerade von ihrem Mann Sam verlassen wurde und zwar wegen ihrer besten Freundin - glaubt sie. Und glaubt auch ihre Freundin. Doch auch hier kommt es anders, als alle Beteiligten denken. Sogar für Sam...

Die Bücher sind in einfachem Drehbuch-Stil geschrieben und sehr locker zu lesen. Woody Allen schafft es in einfachen Worten, einem zu bannen und mit den Hauptcharakteren mitzuleiden und auch - obwohl manche Taten nicht zu billigen sind - diese zu verstehen und zu würdigen. 

Der typische Stil ist in allen drei Stücken vertreten. Man kommt sich vor, wie in einem Film und will einfach nur mehr.

Fazit:
Wer Woody Allan-Filme liebt, wird dieses Buch ebenfalls mögen. Schade, dass das Buch nur 150 Seiten hat. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Fischer
erschienen: 2006
Seiten: 150
ISBN: 978-3-596-16997-9


Rezension // Suzanne Collins - Die Tribute von Panem: Flammender Zorn (3) von SINA

Katniss hat auch die zweiten Hungerspiele überlebt und versucht nun, in Distrikt 13 ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Doch außer Gefahr ist sie noch immer nicht. Denn das Kapitol hält Peeta gefangen. Sein Wille wurde gebrochen und das Kapitol hat nur einen Gedanken: Die Vernichtung der Rebellen und insbesondere von Katniss.
Die Spiele gehen in die letzte Runde und Katniss muss sich entscheiden. Kämpft sie mit oder gibt sie auf?

Wieder ist auf dem Cover das wunderschöne Frauengesicht zu sehen, diesmal umrahmt von orangenen Blättern, gerade so, als würde das Gesicht in Flammen stehen. Die grünen Augen der Frau stechen hervor und verleihen dem Gesicht etwas Geheimnisvolles.

Mit großer Erwartung bin ich an den dritten Teil herangegangen und wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil. Meine Erwartungen wurden übertroffen.

Brutal, aufreibend, spannend, emotional und mit schonungsloser Hingabe hat Suzanne Collins den dritten Teil präsentiert.

Die Entwicklung von Katniss und Peeta wird sehr deutlich. Katniss Zerrissenheit ist spürbar und lässt einem mehr als einmal mit ihr leiden.

Die Autorin hat etwas geschafft, was schon lange kein Buch mehr bei mir ausgelöst hat. Ich habe mitgelitten, habe mitgekämpft, habe Tränen vergossen. Zeitweise konnte ich nicht weiterlesen, da mich die Ereignisse einfach überrollt haben.

Die Brutalität, die an den Tag gelegt wird, hat mich sehr stark getroffen und berührt, hat mich zum Nachdenken angeregt und gezeigt, wie es sein könnte, wenn man dem Falschen die Kontrolle überlässt.

Katniss endgültige Verwandlung vom zu beschützenden Mädchen zur starken, selbstbewussten Frau hat mir besonders gut gefallen.

Allerdings würde ich die ganze Trilogie mittlerweile nicht mehr als Jugendliteratur einschätzen. Manche Szenen waren für mich, als über 30jährige, sehr grausam und sehr realitätsnah.

Fazit:
Ein würdiges Ende einer Trilogie. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger
erschienen: 2011
Seiten: 430
ISBN: 978-3-7891-3220-9


s. a. Collins, Suzanne

Rezension // Suzanne Collins - Die Tribute von Panem: Gefährliche Liebe (2) von SINA

Im zweiten Teil der "Panem-Reihe" geht es darum, wie Katniss und Peeta nunmehr ihr Leben nach den Spielen auf die Reihe kriegen müssen. Stets unter strengster Bewachung müssen sie weiterhin ihr Bild als Liebespaar wahren, sich weiterentwickeln und aufpassen, dass sie und ihre Familien nicht bestraft werden.
Doch dann kommt es anders, als gedacht. Die 75. Hungerspiele stehen bevor und dafür haben sich die Spielemacher des Kapitols etwas ganz besonderes ausgedacht. Unter den Siegern der letzten 75 Spiele werden die Tribute ausgelost. Katniss und Peeta müssen zurück in die Arena.

Der zweite Teil der Panem-Reihe hat mich genauso in den Bann gezogen, wie schon sein Vorgänger. Katniss ist für mich ein starkes, selbstbewusstes Mädchen, das versucht, es jedem Recht zu machen, aber trotzdem mit allen Mitteln versucht, ihren Willen durchzusetzen.
Ihr Sinneswandel, nunmehr zu bewirken, dass Peeta die Spiele überlebt, koste es was es wolle, zeigt mir, dass sie doch Gefühle für ihn hat. Stark freundschaftliche, die vielleicht doch zu etwas mehr werden können.

Peeta und Katniss haben sich sehr verändert. Waren sie vor Beginn der ersten Spiele noch Jugendliche, sind sie jetzt schon zu Erwachsenen geworden, viel zu früh und viel zu schnell.
Doch geht es ihnen beiden um das Überleben des anderen und der Familie.

Die Autorin hat mich fesseln können, hat mir Bilder in den Kopf gezaubert, von denen ich manche nicht sehen wollte, hat mir (mal wieder) gezeigt, dass Freundschaft und Liebe zwei der wichtigsten Eigenschaften auf der Welt sind.

Ich bin der Panem-Reihe total verfallen und freue mich auf den dritten Teil, der im Januar 2011 erscheinen wird.

Fazit:
Eine faszinierende Buchreihe mit Suchtcharakter. 

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger
erschienen: 2010
Seiten: 400
ISBN: 978-3-7891-3219-3

 s. a. Collins, Suzanne

Rezension // Suzanne Collins - Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele (1) von SINA

Katniss Everdeen lebt im Distrikt 12, dem ärmsten und verachtenswertesten Distrikt von Panem, einem Land, dass nach Krieg und Naturkatastrophen auf der Erde entstanden ist - regiert vom "Kapitol", einer grausamen Führungsrige, welche keine Kosten und Mühen scheut, für "Zucht und Ordnung" zu sorgen. Dies zeigen auch die jährlich stattfindenden Hungerspiele, bei denen ein Mädchen und ein Junge jedes Distrikts dazu verdammt sind, solange in einer Arena zu kämpfen, bis nur noch einer übrig ist. Dem Sieger winkt Reichtum und Ansehen.
Als Katniss kleine Schwester Prim dazu ausersehen ist, in der Arena zu kämpfen, nimmt sie die Stelle ihrer Schwester ein. Katniss kämpft ums Überleben.

Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, fiel mir gleich eins ein: Welch grausame Geschichte wird hier nur erzählt. Lange habe ich mich gewährt, mir das Buch anzuschaffen.
Doch nach dem Lesen der Geschichte bin ich begeistert.

Die ungewöhnliche Story ist detailreich beschrieben. Vor allem Katniss Kampf ums Überleben, ihr Einfallsreichtum, ihr Mut und ihre Liebe zu ihrer Schwester.

In einfachen, aber wirkungsvollen Worten nimmt die Autorin einem mit auf die Reise in die Arena, man leidet mit Katniss und den anderen Kandidaten, freut sich über Erfolge, trauert um die Verstorbenen.

Auch wenn es sich um ein Jugendbuch handelt, bin ich doch manchmal erschrocken, mit welch gleichgültiger Grausamkeit manche Szenen beschrieben sind. Doch zeigt die Autorin auch viel Gefühl und lässt einem an Katniss' Schicksal teilhaben.

Fazit:
Mit Liebe zum Detail und einer ungewöhnlichen Story hat sich die Autorin mit diesem Buch einen Platz in meiner Favoriten-Liste erschlichen. Teil 2 wird mich hoffentlich nicht enttäuschen.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger
erschienen: 2009
Seiten: 414
ISBN: 978-3-7891-3218-6


s. a. Collins, Suzanne