Mittwoch, 31. Oktober 2012

Rezension // Dori Mellina - Frag mich nach Sonnenschein (SINA)

Laura ist Italienerin und lebt in Deutschland zusammen mit ihrem Freund und ihrer Tochter Sara. Sie muss sich tagtäglich mit verschiedenen Klischees herumschlagen. Gerade Deutsche haben ein Bild von Italien, dass Laura einfach nicht verstehen kann. Aber aus diesem Bild möchte sie Profit schlagen und gründet zusammen mit drei Freundinnen die Agentur „Frag mich nach Sonnenschein“. Italienische Klischees sollen ganz groß rauskommen. Und ihren ersten Job haben sie auch gleich.

Dori Mellina erzählt in ihrem kleinen, aber feinen Roman von den Unterschieden zwischen Deutschen und Italienern. Und dies in einem witzigen, leicht lesbaren Schreibstil, der dazu verleitet, sofort nach Italien zu fahren und dort Urlaub zu machen. Aber nicht am Strand, sondern genau dort, wo die Italiener “leben“.

Der Hauptcharakter Laura muss sich gegen viele Klischees wehren und dann kommt ihr die zündende Idee, gerade daraus Kapital zu schlagen und gründet die Agentur „Frag mich nach Sonnenschein“, die sie zusammen mit drei Freundinnen (ebenfalls Italienerinnen) betreiben möchte. Die vier sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, aber im Herzen sind sie alle Italien treu und möchten den Deutschen ein Stück Italien zeigen.

Laura hat es nicht einfach. Sie wohnt zusammen mit ihrem Freund und Kindsvater zusammen, doch die Beziehung läuft mehr schlecht als recht und Laura überdenkt dies alles. Dafür zieht sie Vergleiche heran (Italien / Deutschland).

Manche Klischees waren mir sehr bekannt und ich muss nun meine Meinung darüber revidieren. Andere Klischees waren mir neu.

Der lockere Schreibstil führt dazu, dass man das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlingen muss, will man doch wissen, ob Laura und ihre Freundinnen (die alle sehr sympathisch sind) es schaffen, mit ihrer Agentur erfolgreich zu werden.

Ins Herz geschlossen habe ich Lauras Tochter Sara, von der man leider immer nur ein paar Bröckchen zu hören bekommt. Dieser kleine „Sonnenschein“ ist Lauras ganzer Stolz.

Wer eine Liebesgeschichte erwartet, ist mit diesem Buch vollkommen falsch. Denn Laura ist bereits in einer Beziehung. Auch wenn diese nicht das Gelbe vom Ei ist, ist es doch erfrischend, wie Laura sich ihre Gedanken darüber macht und versucht, ihre große Liebe zu retten. Im Vordergrund steht diese Beziehung jedoch nicht.

Eigentlich müsste ich Punkteabzug geben, da das Buch eindeutig zu kurz ist. So aber bekommt es von mir die volle Punktzahl, gerade weil es frei von der Leber weg geschrieben ist.

Herzlichen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.

Fazit:
Eine Italienerin in Deutschland. Vielleicht darf man auf eine Fortsetzung hoffen.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Kindle Edition
erschienen: 2012
Printseiten: 103
ASIN:  B009Q2IBYK

Dienstag, 30. Oktober 2012

Rezension // Josephine Angelini - Göttlich vverdammt (Band 01) (SINA)

Als Helen Hamilton das erste Mal auf Lucas Delos trifft, wird sie vor Hass fast zerfressen und versucht ihn zu töten. Dabei ist Helen eher ein schüchternes Mädchen, das versucht, nirgends aufzufallen. Aber bei der Familie Delos kann sie sich nicht beherrschen und hat nur eins im Sinn: sie alle zu töten.
Als Lucas und Helen sich jedoch gegenseitig das Leben retten, passiert etwas total unerwartetes: sie verlieben sich ineinander. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Denn sie sind beide Nachfahren der griechischen Götter und ihre Liebe könnte einen Krieg hinaufbeschwören.

Der erste Teil der "Göttlich"-Reihe überzeugt nicht gerade durch stilistische Finesse. Viele Wiederholungen, viele Worte um nichts und eine sehr kindliche Schreibweise haben mich oft nachdenken lassen, das Buch abzubrechen.

Letztendlich hat mich dann doch die Story gehalten. Denn es war interessant zu lesen, wie die Autorin das Thema umgesetzt hat.

Der Hauptcharakter Helen hat mich jedoch nicht überzeugt. Ihre sehr naive Art, die sie immer wieder zur Schau gestellt hat, hat mich teilweise sehr genervt. Ich hätte sie am liebsten geschüttelt und ihr ins Gesicht geschrieen, dass sie endlich ihre Augen öffnen und den Ernst der Lage begreifen soll. Mit ihren 17 Jahren kam sie mir auch sehr kindisch vor.

Ihr "Gegenspieler" Lucas hingegen hat mir sehr gut gefallen. Er wirkt erwachsen und reif, versucht sich den Gegebenheiten anzupassen und weiß auch genau, was er will.

Die ganze Familie Delos war mir sehr sympathisch. Die Autorin hat es auch geschickt geschafft, die einzelnen Attribute der griechischen Götter auf ihre Nachfahren zu übertragen.

Ich muss nochmals auf die Wiederholungen eingehen. Hat man auf einer Seite schon einen Abschnitt gelesen, kam es vor, dass man diesen Abschnitt in geänderter Form noch ein bis zweimal zu lesen bekam - nur ein paar Seiten weiter.

Alles in allem war ich dann doch recht enttäuscht, hatte ich mir doch vorgestellt, diesen "hochgelobten" Roman in meine Favoritenliste einzureihen. Leider hat er dies nicht geschafft und ich bin ernsthaft am Überlegen, ob ich die Trilogie weiter verfolgen soll.

Fazit:
Interessanter Ansatz, der mich leider in keinster Weise überzeugt hat.

Ich vergebe 6 von 10 Punkten, wobei der sechste Punkt für das doch sehr schöne Cover ist.

Verlag: Dressler
erschienen: 2011
Printseiten: 496
ISBN: 978-3-7915-2625-6

s. a. Bibliografie: Josephine Angelini

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Rezension // Marie Lu - Legend: Fallender Himmel (Band 01) (SINA)

June Iparis arbeitet für die Republik und hat nur ein Ziel. den Mörder ihres Bruders zu finden. Day lebt in den Slums und hat auch ein Ziel: seinen Bruder vor der Seuche zu retten. Doch Day soll auch der Mörder von June's Bruder sein. Als June als verdeckte Ermittlerin in Day's Leben auftaucht, freunden sich die beiden an und verlieben sich ineinander. Doch June zeigt Loyalität gegenüber der Republik und verrät Day. Welche Zukunft ist für beide vorhergesehen?

Schon das Cover ist ein Hingucker. Auf weißem Hintergrund prangt in goldenen Lettern das Wort LEGEND. In Lila gehalten steht darunter: Fallender Himmel. Das goldene Zeichen über dem Titel stellt einen geteilten Kreis mit dem Buchstaben R dar.

Gleich von Anfang an ist man in der Welt gefangen, in der Day und June leben. Zwei Seiten, die eine reich und modern. Die andere dreckig und ums Überleben kämpfend.
June lebt auf der reichen Seite, hat eine aussichtsreiche Karriere vor sich und bekommt, was sie sich wünscht. Sie ist rebellisch, fügt sich aber trotzdem ihrem Schicksal und nach dem Tod ihres Bruders ist sie froh, dass sie vorgeschrieben bekommt, was sie zu tun hat.

Day lebt in den Slums und ist ein gesuchter Verbrecher. Er hält die Polizei zu Narren, stiehlt Geld und Essen und ist ein moderner Robin Hood. Er tut dies nämlich nicht für sich selbst, sondern für seine Familie und seine Freunde.

Mich wundert jedoch, dass die Autorin mit ihrem doch sehr einfachen Schreibstil es schafft, einem so richtig zu packen. Keine großen Ausführungen und Erklärungen sind von Nöten, um sich das System vorzustellen, in welchem June und Day aufwachsen. Es ist von Days Seite gesehen einfach nur trostlos und ungerecht. Von Junes Seite her fair und fördernd.

Da in letzter Zeit viel Dystopien auf den Markt kamen, vorneweg ja „Panem“, war ich vorab sehr skeptisch, ob die Autorin etwas Neues und Aufregendes erschaffen hat.
Etwas Neues ist es definitiv nicht, aber etwas Aufregendes ist sehr klar entstanden.

Zeitweise musste ich etwas an „Total Recall“ denken, den Film mit Arnold Schwarzenegger. Denn die Slums, die die Autorin beschrieben hat, sahen in meinem Kopfkino genauso aus, wie die in diesem Film.

Day kam mir – wie oben schon geschrieben – als moderner Robin Hood vor. Er stiehlt, um seine Freunde und seine Familie zu unterstützen. Und June war die moderne Lady Marian, die erst gegen ihn kämpft und dann doch seinen Reizen verfällt.

Wie gesagt, nichts Neues, aber doch etwas anderes. Und gerade durch die Vermischung von verschiedenem schon Dagewesenem eine einzigartige Welt, wie sie sich keiner in der Zukunft vorstellen mag.

Was allerdings der Titel (englisch wie deutsch) mit dem Buch zu tun hat, bleibt mir noch verborgen, ich hoffe jedoch, dass dies in den Folgebänden noch verdeutlicht wird.

Schön fand ich, dass immer abwechselnd einmal aus Junes und einmal aus Days Perspektive erzählt wurde. So hatte man Einblick in den Gefühlszustand von beiden und auch, was die beiden jeweils voneinander halten.

Fazit:
Spannender Auftakt zu einer Dystopie mit dem Ansatz zu etwas Einzigartigem.

Ich vergebe knappe 9 Punkte von 10.

Verlag: Loewe
erschienen: 2012
Seiten: 383
ISBN: 978-3785573945

s. a. Bibliografie: Marie Lu

Dienstag, 23. Oktober 2012

Rezension // Frank Lauenroth - New York Run: Der zweite Marathon-Thriller (Band 02) (Sina)

Brian Harding und sein Freundin Elaine könnten ein normales Leben führen. Aber durch ihren Betrug mein Boston Marathon vor einem halben Jahr und dem vermeintlichen Tod ihres Freundes Christopher Johnson ist der Oligarch Stalin mehr als wütend und verpasst Chris und Brian Sprengladungen, die in ihren Sportschuhen versteckt sind. Chris und Brian müssen laufen, alle drei Sekunden den Boden berühren, damit die Sprengladungen nicht zünden. Und Stalin ist sich sicher: der New York Marathon ist dafür der beste Ort. Doch Brian und Chris setzen alles daran, gegen Stalin zu arbeiten und verbünden sich mit der CIA und der NSA, um dem Oligarch das Handwerk zu legen. Mit überraschenden Wendungen!

Herzlichen Dank an den Sportwelt Verlag für das Rezensionsexemplar. Nachdem mir der erste Teil „Boston Run“ schon sehr gut gefallen hat, war ich natürlich gespannt, wie der Autor das Thema Marathon wieder zu einem spannenden Thriller umsetzen konnte.

Zuerst möchte ich sagen, dass mir bis Mitte des Buches der erste Teil „Boston Run“ sehr viel besser gefallen hat. Ich dachte, dass das Thema ausgereizt ist und man einfach keine Steigerung finden könnte.
Doch ist es dem Autor wahrhaftig gelungen, mich von meinem Glauben abzubringen und einen spannenden, actiongeladenen Thriller zu präsentieren.

Ohne viel Vorgeplänkel ist man gleich wieder mitten im Geschehen und fiebert mit, ob es Brian und Chris schaffen, die Auflagen des Oligarchen Stalin zu erfüllen. Und die sind teilweise knallhart.

Diesmal wird weniger auf den Marathon eingegangen, als mehr auf die Arbeit der CIA und NSA. Etwas störend fand ich jedoch, dass für alle Probleme gleich eine Lösung gefunden wurde, sei es mit technischen Hilfsmitteln oder einfach dem Warenhaus Macy's in New York. Hier hätte ich mir dann doch etwas mehr Einfallsreichtum gewünscht.

Trotz dieser kleinen Schwäche war ich jedoch wieder gefangen und wäre ich nicht so ein Sportmuffel, hätte ich mir wahrscheinlich meine Turnschuhe geschnappt (vorher natürlich nachgeschaut, ob sie mit Sprengladungen gespickt sind) und wäre ein paar Kilometer gelaufen. Allerdings konnte mich der Autor noch nicht überzeugen, meine Bequemlichkeit aufzugeben. Lieber lese ich dann noch etwas aus seiner Feder.

Das Ende wartet mit Überraschungen auf und lässt auch ein klein bisschen Hoffnung auf einen dritten Teil zu.

Fazit:
Wieder ein gelungener Marathon-Thriller!

Ich vergebe 8 von 10 Punkten!

Verlag: Sportwelt Verlag
erschienen: 2012
Seiten: 283
ISBN: 978-3941297197


s. a. Bibliografie: Frank Lauenroth

Montag, 22. Oktober 2012

Rezension // Rachel Hawkins - Hex Hall: Dämonenbann von SONJA


Im dritten und letzten Teil der Reihe geht es hoch her: Sophie lüftet ein weiteres Geheimnis ihrer Abstammung und scharrt Verbündete um sich, um den Krieg gegen die Dämonen beschwörenden Hexenschwestern zu beginnen.

Der witzige zynische Dialogstil ist gleich geblieben und macht diese Reihe einfach zu dem, was sie ist. Leider sind einige Monate vergangen seit dem ich Band 2 gelesen habe, so dass ich am Anfang dieses Buches doch erhebliche Einstiegsschwierigkeiten hatte.

Vom Ausgang des Krieges und dessen Auswirkungen war ich schon ein bisschen geschockt. Doch nach ein paar Seiten war ich versöhnt. Es findet sich endlich eine Lösung für Sophie, Archer, Cal und Elodie.

Ich gebe dem Buch 8 von 10 Punkten und hoffe, dass die Autorin kein weiteres Buch über Hex Hall schreibt, da das Thema meiner Meinung nach nun ausgereizt ist.

Verlag: egmont lyx
erschienen: 2012
Seiten: 301
ISBN: 978-3802582417




Rezension // Alan Bradley - Flavia de Luce: Vorhang auf für eine Leiche von SONJA

© Sonja Kochmann

Flavia ist zurück. Im 4. Fall von Flavia de Luce geht es wie immer hoch her: Flavia versucht den Weihnachtsmann zu stellen und eine Fimcrew hat sich auf Buckshaw eingenistet. Der Vikar des Dorfes wittert die Chance für eine Gratisvorstellung, um sein Kirchendach zu finanzieren, doch es kommt wie es kommen muss, im Laufe des Abends, gibt es eine Leiche....

Die Reihe wird immer besser. Flavias Schwestern sind in Hochform. Die Verehrer von Feely brauchen bald Nummern, Flavias Vater versucht Buckshaw zu retten.

Besonders schön finde ich das Zusammenspiel von Dogger und Flavia. Die beiden haben ein besonderes Verhältnis zueinander, das nicht viele Worte braucht. Dies schafft der Autor tatsächlich anhand der Szenen besonders hervorzuheben.

Bis zur Mitte des Buches werden mal wieder einige skurrile Personen vorgestellt und einige Personen aus den Vorbänden kommen zur Gratisvorstellung nach Buckshaw. Ein gelungenes Wiedersehen und geeignet, alle zu versammeln. Ich will nicht zuviel verraten, aber die Mordwaffe ist durchaus mal etwas Neues und Verschwörungen und mögliche Verdächtige gibt es mal wieder genug.

Flavia ist in meinen Augen eine Kreuzung aus Wednesday Addams und Kalle Blomquist. Einerseits ist Flavias Ermittlungsgespür mal wieder gefragt und sie versucht mit den erwachsenen Polizisten zu konkurrieren, anderseits wartet sie auf den Weihnachtsmann und ist überzeugt, dass es ihn gibt. Dies lässt den Leser hier und da ordentlich schmunzeln.

Die Situation auf Buckshaw mit der eingeschneiten Landschaft und Flavias Warten auf den Weihnachtsmann ist eine schöne Gelegenheit sich mit einer Tasse Tee und einer Decke in einen Sessel zu kuscheln und das Buch zu lesen. Vielleicht mag der eine oder andere das Buch ja auch in der Vorweihnachtszeit vorlesen, um das tatsächliche Warten auf den Weihnachtsmann zu verkürzen?!

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Interessant ist für mich als Hannoveranerin auch die Danksagung. Hier werden doch tatsächlich die Eigentümer der Buchhandlung Leuenhagen + Paris namentlich erwähnt. (Ich war ja bereits zu zwei Lesungen dort - Alyson  Noël und Marc Elsberg- ). Die Welt ist ja so klein.


Verlag: Penhaligon
erschienen: 2012
Seiten: 320
ISBN: 978-3764530983



Sonntag, 21. Oktober 2012

Rezension // Sophie Page - Wie man einen Prinzen heiratet von SONJA


Bella Greenwood ist ein Schussel hoch 3. Auf einer Party lernt sie den englischen Thronfolger Richard kennen und merkt es noch nicht einmal. Die beiden treffen sich schließlich mehrmals und nach einigen Anlaufschwierigkeiten werden die beiden ein Paar. Doch die unmittelbare Umgebung beginnt, dem jungen Glück Steine in den Weg zu legen.

Eine wundervolle Liebesgeschichte, die tatsächlich an manchen Punkten gesellschaftskritisch ist. Bella ist eine selbstbewusste Frau, die selbst aus einer Patchwork-Familie stammt. Das Hofprotokoll und die Presse nimmt sie aufgrund der Liebe zu Richard in Kauf. Es dauert eine Weile bis sie es schafft, sich gegen Intrigen, Neider und Co. durch zu setzen.

Auch Richard macht im Laufe der Beziehung zu Bella eine Entwicklung durch. Er versucht seinen Status als Thronfolger mit dem privaten Richard zu vereinbaren.

Die Randfiguren wie die beste Freundin Lottie und ihr Vater mit der Antiroyalhaltung haben mir sehr gut gefallen. Es ergeben sich dadurch einige spritzige Dialoge und Wendungen.

Ein bisschen gestört hat mich der Name Bella. Ich finde für die weibliche Hauptfigur ist dieser Name inzwischen ziemlich "verbraucht". Ähnlichkeiten zu bekannten englischen Royals sind wohl zum Teil gewollt und Seitenhiebe auf das Baisierkleid von Lady Diana gibt es auch.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten, weil das Buch einfach schön ist.

Verlag: Goldmann
erschienen: 2011
Seiten: 384
ISBN: 978-3442476886




Lesung // Alyson Noël (16.10.2012) von SONJA

Am 16.10.2012 war es endlich soweit: die Lesung mit Alyson Noël fand in der Buchhandlung Leuenhagen + Paris in Hannover statt.


© Sonja Kochmann


Vorgestellt wurde das neue Buch "Soul Seeker - Vom Schicksal bestimmt", dass ich bereits gelesen habe. Auch die anderen Bücher der Autorin wurden kurz erwähnt.


© Sonja Kochmann


Die Autorin las ein Kapitel auf englisch vor und der Moderator des Abends Marc Langebeck las dieses nochmals auf deutsch vor. 


© Sonja Kochmann


Im Anschluss wurde ein Interview mit der Autorin geführt und auch die anwesenden Leser erhielten die Chance Fragen zu stellen. 


© Sonja Kochmann


Alyson Noël antwortete stets ausführlich und "sprudelte fröhlich wie ein Wasserfall", so dass Marc Langebeck manchmal eine schwere Aufgabe hatte, alles zu übersetzen und wiederzugeben. Dies gelang ihm jedoch hervorragend. Die beiden passten im Dialog super zusammen und ich fand die Stimme von Marc Langebeck sehr angenehm. (Vielleicht sollte ein Verlag mal mit ihm ein Hörbuch aufnehmen.)


© Sonja Kochmann


Anschließend konnten die Leser Bücher signieren lassen, was die Autorin sehr ausführlich machte und für jeden ein paar nette Worte fand.


© Sonja Kochmann


Hier ein paar Anekdoten:

  • Wusstet ihr, dass Alyson Noël an der ersten Evermoregeschichte 15 Jahre schrieb, bevor ein Verleger sie zu sehen bekam?
  • Und dass, sie danach nur 6 Monate Zeit bekam, das zweite Buch zu schreiben?
  • Der erste Leser einer neuen Buchfassung ist ihr Mann.
  • Manche Textfassungen werden bis zu 20x geändert.
  • Sie liebt twitter.
  • Für jedes Buch erstellt Sie einen Soundtrack, den sie beim Schreiben hört. Nach Fertigstellung des Buches mag sie diese Musik aber mindestens ein Jahr nicht mehr hören. Bei Soul Seeker hörte sie hauptsächlich Santana.
  • Für Soul Seeker recherierte sie in Indianerreservaten und besuchte sogar einen dreitägigen Schamaneneinführungskurs.
Ein schöner Abend der mit einem zufälligen Treffen mit einer weiteren Bloggerin (read and be yourself)  aus Hannover endete - die Welt wird durch das Internet und durch gemeinsame Interessen (BÜCHER!) ja so schön klein.


© Sonja Kochmann




Samstag, 20. Oktober 2012

Rezension // Dostojewkis Erben - Agenten-Roulette (SINA)

In einem Casino in Wiesbaden kommt es zu einem Mord, doch der Mörder ist in diesem Fall das Opfer. Denn er hat es nicht geschafft, sein eigentliches Ziel umzubringen und ist dabei selbst ums Leben gekommen. Lars Rieken fängt an zu ermitteln und kommt hinter Geheimnisse, die er lieber nicht wissen will. Als er merkt, dass seine ehemalige Freundin Anna ebenfalls in diese Intrigen mitverwickelt ist, versteht er die Welt nicht mehr. Und der Dobermann Mo weiß alles und versucht seinem Frauchen Kevser mitzuteilen, wer hinter allem steckt.

16 Autoren haben sich zusammengeschlossen, um einen Kettenkrimi zu schreiben und ich war wirklich gespannt, wie diese Autoren es schaffen, 16 verschiedene Gedanken und Entwicklungen in eine Geschichte zusammenzufassen.

Beim Lesen fällt zuerst auf, welch unterschiedliche Stile die Autoren haben. Jeder ist unverwechselbar und bei manchen Autoren, von denen ich schon „ganze“ Bücher gelesen haben, habe ich den Stil auch gleich wiedererkannt.

Die Geschichte an sich ist am Anfang etwas undurchsichtig, bis zum Schluss alle Fäden zusammenlaufen. Interessant ist dabei, wie jeder einzelne Schriftsteller seinen Gedanken eingebracht hat und wie auch Gedanken der „Vorgänger“ aufgegriffen und weitergesponnen wurden.

Ich stelle es mir sehr schwer vor, einfach weiterzuschreiben, wenn schon ein Plot vorgegeben ist und man auch aufpassen muss, dass die Geschichte jetzt nicht 1000 Seiten lang wird.

Ich weiß nicht genau, wie die Autoren es letztendlich gelöst haben, dass dabei ein kleiner Krimi entstanden ist, aber sie haben es meiner Meinung nach sehr gut gelöst. Jedoch war die Geschichte meiner Meinung nach einfach zu kurz. Vieles bleibt unbeantwortet, aber mir ist auch klar, dass dies auf den wenigen Seiten nicht machbar war.

Besonders sympathisch war mir der Charakter Kevser, eine Security-Frau mit Witz und Verstand und einem Dobermann namens Mo, dem eigentlichen Held der Geschichte.

Fazit:
Ein schönes Projekt, dass hätte länger sein können, aber auf jeden Fall Lust auf mehr aus den Federn der 16 Autoren macht.

Ich vergebe 7 von 10 Punkten.

Verlag: Brücken Verlag
erschienen: 2012
Seiten: 106
ISBN: 978-3944080000

s. a. Bibliografie: Dostojewkis Erben

Freitag, 19. Oktober 2012

Rezension // Mara Laue - Talisker Blues von SINA

Kieran MacKinnon hat zwanzig Jahre im Gefängnis verbracht wegen Mordes an seiner damaligen Freundin Allison. Doch Kieran kann sich an die Tat nicht erinnern. Dazu kam, dass er völlig betrunken war, allerdings mit der Tatwaffe in der Hand bei der Leiche gefunden wurde. Kieran akzeptiert sein Schicksal, tief im Inneren weiß er jedoch, dass er die Tat nicht begangen hat.
Nun kehrt er zurück nach Skye, seiner Heimat, um ein neues Leben zu beginnen. Er scheint sein Glück gefunden zu haben, als er einen neuen Job und eine kleines Zimmer bekommt. Doch dann wird den Leuten klar, wer wieder nach Hause zurückgekehrt ist und das Misstrauen setzt sein. Als dann eine weitere Frau erstochen am Strand gefunden wird, ist allen klar: Kieran hat wieder zugeschlagen!

Als erstes herzlichen Dank an „Blogg Dein Buch“ sowie den Goldfinch-Verlag, die mir das Rezensionsexemplar haben zukommen lassen.

"Talisker Blues - Ein Schottland-Krimi" – so steht es auf dem Cover. Und dem wird das Buch auch vollkommen gerecht. Nicht nur eine spannende Geschichte erwartet einem hinter dem Buchdeckel, sondern auch eine Flut an Landschaftsbeschreibungen und Sitten und Gebräuche der Schotten. Viele davon waren mir nicht vertraut und man merkt doch deutlich den Unterschied zwischen Schottland und Deutschland.

Aber man lernt auch die Schotten als herzensgute Menschen kennen und manche Vorurteile werden aus dem Weg geräumt.

Mein Mann ist Whiskytrinker und so habe ich natürlich auch schon etwas von der Destillerie Talisker gehört und wusste auch, dass diese die einzige auf der Insel Skye ist. Insoweit bin ich also schon als eine Art „Fachfrau“ an das Buch herangegangen.

Die Geschichte lässt sich sehr gut lesen, hat die Autorin es doch geschafft, mich durch ihren farbenfrohen und vor allem gefühlsbestimmten Schreibstil so in den Bann zu ziehen, dass mein Kopfkino einfach mitarbeiten musste.
Ich hatte die Landschaften und Orte immer vor Augen, dabei war ich selbst noch nicht in Schottland, um mir ein Bild davon zu machen.

Mein Traum, mir Schottland allerdings mal persönlich anzusehen, ist durch das Buch nur noch gestiegen.

Kieran (augesprochen: Kjären) ist mir von Anfang an sehr sympathisch. Er ist ein Gentleman durch und durch. Seine Zurückhaltung ist nicht gespielt und man kann ihm sehr deutlich anmerken, dass er keinem auf der Tasche liegen will und einen großen Drang hat, alles selbst hinzukriegen und endlich wieder ein normales Leben führen zu dürfen.
Er scheut sich, Hilfe anzunehmen, merkt jedoch bald, dass er ohne Hilfe nicht weiterkommen kann.

Kierans Gefühlswelt ist bestimmt von Selbstzweifel und Zurückhaltung. Intimität ist ihm fremd und er kann manchmal nicht aus sich raus. Trotzdem ist er ein Sympathieträger und man ist überzeugt davon, dass er es schaffen soll.

Der Spannungsbogen baut sich langsam auf, wird dann jedoch bis zum Ende hin gehalten. Gerade das Ende hält dann nochmals eine Überraschung parat.

Die Autorin verwendet öfters gälische Ausdrücke oder Sätze in ihrem Erzählfluss. An einer Stelle zieht sich das über mehrere Sätze hin. Im Anhang befindet sich ein Glossar, in welchem die Wörter übersetzt werden. Mich hat es jedoch teilweise gestört, immer nachzublättern, was das gelesene auf Deutsch heißt. Hier hätte ich mir gleich eine Auflösung gewünscht (in Klammern oder als Fußnote).

Fazit:
Der Autorin ist ein spannender Roman über einen Mord im wunderschönen Schottland gelungen.

Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Goldfinch
erschienen: 2012
Seiten: 357
ISBN: 978-3940258168

s. a. Bibliografie: Mara Laue

Dienstag, 16. Oktober 2012

Rezension // C.S. Steinberg - Savinama: Der Wächter von SINA

Savinama ist der fünfte Wächter. Er hält die Waage und ist der Bote von Anfang und Ende. Als er erscheint, verliebt er sich in einen Menschen, in Ineana. Und durch sie lernt er das Leben kennen. Gefühle werden in ihm wach, die er nicht verstehen kann. Um die Welt zu retten, belegt er sich selbst mit einem Bann. Er vergisst sein vorheriges Sein und wird zum normalen Magier, um das Leben und die Liebe kennenzulernen.

Erst mal herzlichen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar.

Mit diesem Buch liegt mir die Vorgeschichte zur im Herbst 2012 erscheinenden Trilogie „Magie der Schatten“ vor. Es wird die Geschichte von Savinama erzählt, dem fünften Wächter. Er kennt keine Gefühle, verliebt sich aber in Ineana, eine Menschenfrau. Sie lehrt ihn das Leben und so entschließt sich Savinama sein früheres Sein zurückzulassen und damit die Welt zu retten und ein normales Leben zu führen.

Ich habe Savinama auf seinem weiten Weg vom Wächter bis hin zu seiner Ausbildung zum Lehrer und Kreisführer begleitet und kann nur sagen, dass ich begeistert bin von der Welt, die die Autorin geschaffen hat.

Der Hauptcharakter Savinama ist rätselhaft, unnahbar und arrogant. Er muss erst lernen, sich in der Welt zurechtzufinden und das hat die Autorin sehr gut rübergebracht.

Die Geschichte ist spannend zu lesen und man will immer wissen, wie es mit Savinama weitergeht.

Unangenehm im Lesefluss war allerdings, dass mit den Abschnitten gespart wurde. Manchmal musste ich manches zwei Mal lesen, um den Zusammenhang zu erkennen. Auch Worte wie „okay“ und „ich hab dich ganz doll lieb“ passten nicht so ganz in die Fantasy-Welt, die die Autorin erfunden hat.

Am besten hat mir Arthol gefallen, ein älterer Mann, der sich immer rührend um alle gekümmert hat.

Fazit:
Ein spannender Auftakt zu einer Trilogie, die mich nun sehr neugierig gemacht hat.

Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

erschienen: September 2012
Printseiten: 387
Format: ebook 
ASIN: B009D3C6SE

Sonntag, 14. Oktober 2012

Rezension // Susan Mallery - Jennissimo von SONJA


Jenna zieht sich nach ihrer Scheidung in ihr Heimatstädtchen zurück. Erschüttert in ihrem Selbstbewusstsein eröffnet die einstige tolle Köchin einen Laden mit Kochutensilien. Alles läuft schief und auf einmal stehen ihre leiblichen Eltern vor ihr....Chaos pur.

Wer hier eine reine Liebesgeschichte erwartet, liegt hier falsch. Es ist eine wundervolle Familiengeschichte mit viel Liebe und tollen Freundschaften. 

Die Freundschaft zwischen Jenna und ihrer Ladenmitarbeiterin Violet ist gut gelungen und macht die Chaosbewältigung im beruflichen Bereich glaubwürdig. Kochen als Beruf und Stressabbau in einem Buch ist nicht neu. Jenna bringt dies als verunsicherte Heldin aber wunderbar rüber, so dass man Lust bekommt, bei ihr einen Kurs zu besuchen.

Die leiblichen Hippieeltern stehen im wunderbaren Gegensatz zu den bodenständigen Adoptiveltern. Denn trotz allem findet Jenna doch zu allen ihre spezielle Bindung. Die Gründe für die Kontaktaufnahme von Jennas leiblichen Eltern ahnt man im letzten Drittel und geben dem Buch eine nachdenkliche Note.

Die eingeflochtenen Liebesgeschichten von Jenna und Violet sind meiner Meinung nach eher nebensächlich, aber runden das Buch wunderbar ab. Das Buch ist bislang Anwärter auf meinen Tipp des Monats.

10 von 10! 


Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2012
Seiten: 352
ISBN: 978-3862783496



Rezension // Seth Grahame-Smith - Abraham Lincoln: Vampirjäger von SONJA

© Sonja Kochmann

Abraham Lincoln ist nicht nur Präsident der Vereinigten Staaten gewesen. Er war auch Vampirjäger. Wie er dazu wurde und was sein Leben ausmachte, wird in dieser fiktiven Biografie geschildert.

Die Idee ist äußerst interessant. Die Geschichte des Abraham Lincoln an sich bietet ja eigentlich genug Stoff, um spannende Szenen mit und um Vampire einzuflechten.

Mir als deutschem Leser waren leider einige Daten und Namen der amerikanischen Geschichte nicht so präsent, so dass ich manche Passagen etwas langweilig fand. Die Kampfszenen oder die Szenen, in denen es um die Verschwörungen (z. B. Norden gegen Süden inkl. Vampire oder das tödliche Attentat) ging, fand ich jedoch sehr gelungen. Das Ende war mir ein bisschen abrupt  Hier hätte ich mir nochmals einen Bezug zur Einleitung gewünscht. (Mehr verrate ich nicht.)

Der Schreibstil lies sich leicht lesen. Auch auf einige belegte Bilder wurde Bezug genommen.

Ich vergebe 6 von 10 Punkten und bin gespannt auf die Verfilmung.

Verlag: Heyne
erschienen: 2011
Seiten: 496
ISBN: 978-3453528321




Rezension // Bettina Wulff - Jenseits des Protokolls von SONJA


Bettina Wulff, jüngste Bundespräsidentengattin in der Geschichte Deutschlands schreibt ihre Gedanken über den Weg an die Spitze des Landes und den Weg zurück ins Alltagsleben nieder.

Das Thema Bettina und Christian Wulff an sich hat in der Vergangenheit für viel Gesprächsstoff gesorgt. Dies möchte ich hier auch gar nicht thematisieren, da jeder hierzu seine eigene Meinung vertrete sollte.

Motivation war für mich als Biografiemuffel, dass ich Bettina Wulff aus meiner Schulzeit noch als Bettina Körner kenne. Sie war auf meiner Schule einige Jahrgänge über mir und ist mir in meiner Schulzeit nur im positiven Sinne aufgefallen. Das Paar Bettina und Christian Wulff ist mir auch schon im Biergarten über den Weg gelaufen. Damals war Christian Wulff noch kein Bundespräsident aber alle Anwesenden waren gar nicht in der Lage ihr Bier zu trinken ohne sich die Hälse zu verdrehen.

Von daher war ich einfach auf diese Sichtweise neugierig. Das Buch enthält Kapitel über das Kennenlernen, die Kinder, den Hauskauf, Promis, Wohltätigkeitsorganisationen, die Presse etc.

Viele Themen, die von der Presse negativ zerrissen wurden, enthalten Fakten, die durchaus für Frau Wulff sprechen z.B. Versteuerung des geldwerten Vorteils von Kleidung oder aber auch Fakten seit wann bestimmte Freundschaften bestehen. Eigentlich schade, dass die heutige Medienlandschaft für Gegendarstellungen keinen Platz findet und lieber auf Negativschlagzeilen setzt.

Ich kenne nicht alle Fakten und ich bin auch der Meinung, dass der normale Leser nie eine neutrale Fassung der Dinge zu Gesicht bekommen wird, aber in diesem Buch war mir in manchen Passagen ein bisschen zuviel Gejammere. 

Ich kann mir schon vorstellen, dass für Familie Wulff der derzeitige Zustand belastend ist. Dennoch hätte ich von diesem Buch mehr erwartet als Schuldzuweisungen, da das Buch ja auch zusammen mit der Autorin Nicole Maibaum geschrieben wurde. Ein ausführlicher humorvoller Blick hinter die Kullissen wäre neben den o.a. Schilderungen ein guter Ausgleich gewesen: 598 Tage können aufgrund von Begegnungen mit Prominenten nicht nur schlecht gewesen sein. Denn die Passagen mit Michelle Obama, Angela Merkel kommen mir hier zu kurz.

Daher vergebe ich 7 von 10 Punkten.

Verlag: Riva
erschienen: 2012
Seiten: 224
ISBN: 978-3868832730



Dienstag, 9. Oktober 2012

Rezension // Laurent Bach - Claude Bocquillon: Mord auf französisch (Band 01) (SINA)

Claude Bocquillon ist Privatdetektiv. Doch hält er sich mehr schlecht als recht über Wasser und muss nebenbei noch als Kellner arbeiten. Als eines Tages Pascal Melot auf grausame Weise umgebracht wird, fängt er an zu ermitteln. Denn zu Pascal verband ihn mehr als nur Freundschaft. Die Polizei geht von Selbstmord aus, doch Claude kann dies nicht glauben. Als dann noch Julien auftaucht, auch ein ehemaliger Liebhaber von Pascal, ist Claude verwirrt. Er findet Julien sehr sexy, doch hat er Zweifel, ob Julien es ehrlich meint.

Erstmal herzlichen Dank an den Autor, der mir das Buch als Rezensionsexemplar überlassen hat. Ich wurde nicht enttäuscht.

Der vorliegende Kriminalfall strotzt nur vor Emotionen und die kochen manchmal ganz schön über. Claude ist jung, temperamentvoll und ein absolut liebenswerter Kerl. Er war mir von Anfang an sehr sympathisch.
Seine offene und ehrliche Art öffnet ihm Tor und Tür, lassen ihn aber auch gleichzeitig in Fettnäpfchen treten.

Eigentlich bin ich ja kein Frankreich-Fan, der Autor schafft es aber, mir dieses Land doch schmackhaft zu machen. Gerade dieses Fleckchen um Anduze muss sehr reizvoll sein.

Die Geschichte lässt sich einfach so weg lesen. Zu keiner Zeit kommt Langeweile auf und man fiebert mit Claude mit, ob er es schafft, den Fall zu lösen.
Auch die anderen Charaktere im Buch sind scharf gezeichnet und man muss sie einfach mögen (wenn es nicht gerade die „Bösen“ sind).

Vor allem der ruppige Inspector Frederic Lambert, den ich zu Anfang mal so gar nicht leiden konnte, hat es mir letztendlich angetan. Ich hoffe, dass er im zweiten Teil wieder eine Rolle spielen wird und sich vielleicht besinnt und sein Glück bei den Hörnern packt.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und konnte mich auch in alles sehr gut hineinversetzen. Das Kopfkino hatte mächtig was zu tun.

Die erotischen Szenen waren kurz gehalten, manchmal nur angedeutet, aber geschmackvoll umschrieben. Sie stehen eindeutig nicht im Vordergrund.

Einziges Manko: Manchmal war die Geschichte nicht sehr gut ausgearbeitet, an manchen Stellen fehlte ein wenig mehr Erklärung.

Fazit:

Ein spannender Kriminalroman um einen jungen Privatdetektiv.

Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Bruno Gmünder
erschienen: 2012
Seiten: 248
ISBN: 978-3867873796

 s. a. Bibliografie: Laurent Bach

Sonntag, 7. Oktober 2012

Rezension // Patrick Swayze - The Time of my Life: Die Geschichte meines Lebens von SINA

Patrick Swayze's Autobiographie, die er zusammen mit seiner Frau Lisa Niemi vor seinem Tod geschrieben hat, erzählt in einem fast nüchternen Schreibstil sein Leben von 1970 bis kurz vor seinem Tod 2009.
Er beschreibt den Anfang seiner Tanzkarriere, die jedoch durch einen Footballunfall zum Scheitern verurteilt ist, bei welchem er sich sein Knie verletzt. Verbissen trainiert er weiter, den Tanz ist sein Leben.
Erst spät begreift er, dass er so seine Gesundheit ruiniert und wechselt in das Fach Schauspielerei.
Patrick Swayze erzählt von seinen größten Erfolgen wie "Fackeln im Sturm", "Dirty Dancing" und "Ghost" aber auch von seinen Niederlagen und Rückschlägen. Auch die Tiefen seines Lebens wie seine Alkoholabhängigkeit werden erwähnt. Und natürlich der Schicksalsschlag 2007: Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Swayze's Buch kam mir vor wie eine große Liebeserklärung an den Tanz, seinen Beruf und nicht zuletzt an seine Frau Lisa, die er über alles geliebt hat.

In kurzen Kapiteln werden die wichtigsten Stationen in seinem Leben geschildert, die auch teilweise hinter die Kulissen Hollywood's blicken lassen.

Fazit:
Ein sympathischer Mensch, mit Ecken und Kanten, mit Fehlern und mit Interessen, die ich mir an ihm gar nicht vorstellen konnte.

Leider ist er zu früh von uns gegangen, denn seine Karriere ging gerade wieder bergauf.

Verlag: Piper
erschienen: 2009
Seiten: 295
ISBN: 973-3-492259189




Samstag, 6. Oktober 2012

Rezension // Olga A. Krouk - Im Visier des Todes von SONJA


Leahs Schwester Celiné ist Model. Ihre Leiche wird mit den schlimmsten Entstellungen und Misshandlungen gefunden. Doch die Polizei ist ratlos. Als auf der Beerdigung rätselhafte Fotos von einer noch blutenden und um ihr Leben flehenden Celiné auftauchen, beschließt Leah selbst zu ermitteln. Sie stößt auf die Fotografen Kay und Nick und auch ihre Schwester scheint ein Leben geführt zu haben, von dem Leah und ihre labile Mutter nichts gewusst haben....

Das Buch ist wirr und chaotisch. Genau wie Leah. Denn schließlich gerät das eigene Leben schon einmal aus den Fugen, wenn die Schwester grausam ermordet wird und die eigene Mutter nur noch ein Nervenbündel ist.

Kapitelweise gibt es Einschübe aus der Sichtweise des Mörders, die sich extrem vom anderen Schreibstil des Buches unterscheiden. Trotz dieser Einschübe erfährt der Leser erst nach einigen Finten, wer der Mörder ist.

Ich fand dieses chaotische wirre Versteckspiel und Finten legen der Autorin anfänglich sehr anstrengend zu lesen. Erst auf den letzten 50-60 Seiten wurde klar, wer hier der Mörder ist. Dies ist bei meinem Buchkonsum der letzten Jahre schon eine Leistung und muss einfach gewürdigt werden.

Das Buch fällt aufgrund einer eingeflochtenen Liebesgeschichte unter die Kategorie Romantic-Thrill und hat durchaus seine erotischen Passagen.

Die Heldin Leah war mir teilweise etwas zu naiv, so dass ich auf 8 von 10 Punkten komme und definitiv mal andere Bücher der Autorin testen werde. 

Verlag: egmont lyx
erschienen: 2012
Seiten: 340
ISBN: 978-3802586408



Rezension // J. D. Robb - Mord ist ihre Leidenschaft von SONJA


Eve will eigentlich Feierabend machen. Doch so etwas darf man niemals laut sagen, denn genau in dem Moment, als sie das Büro verlassen will, ruft ein Serienmörder an. Er will spielen. Er will grausam töten. Er stellt Eve Rätsel. Doch wer steckt dahinter und zieht Roarke mit hinein? Zunächst deutet alles auf Summerset hin. Aber ist Roarkes Butler wirklich ein kaltblütiger Killer?

Dieser 6. Band der Eve Dallas Reihe hat mir sehr gut gefallen. Eve ist hin und her gerissen. Sie will den Serienmörder um jeden Preis zur Strecke bringen, um Roarke zu schützen und ihren Job gewissenhaft aus zu üben. Summerset kann sie überhaupt nicht leiden und dennoch muss sie sich eingestehen, dass.....(verrate ich nicht).

Als Krimi ist das Buch super aufgebaut. Bis zum Ende ist man in dem Katz- und Mausspiel gefangen und fiebert mit Eve mit. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2003
Seiten: 448
ISBN: 978-3442356348



Montag, 1. Oktober 2012

Rezension // Sylvie Wolff - Wolfswasser (SINA)

Lena's 16. Geburtstsag wird ihr noch lange in Erinnerung bleiben. Denn seit diesem Tag steht ihr Leben Kopf. Nicht nur die neue Beziehung zu ihrem Sandkastenfreund Mark macht ihr zu schaffen, sondern auch ihre Albträume und die Stimmen in ihrem Kopf. Sie hält es nicht mehr aus und weist sich selbst in die Psychiatrie ein. Doch dann flieht sie und lernt Goran kennen. Und er bestätigt ihr, was Lena schon seit längerem vermutet. Sie ist eine Wölfin – und ihre Bestimmung ist es, mit Goran ein Rudel zu gründen. Doch eine weitere Stimme warnt sie vor Goran. Doch wer ist es, der die Warnungen ausspricht?

Auf einem faszinierenden Weg von den Anfängen der Verwandlung bis hin zum Ende begleitet man Lena und ist stets mittendrin. Denn alles ist aus Lenas Sicht geschrieben. Und so wird man auch Augenzeuge ihrer Gefühle und ihrer Empfindungen. Verwirrt und ängstlich beginnt ihr Weg. Mit der Zeit wird sie stärker und reifer und trotzdem hat man immer das Gefühl, sie beschützen zu müssen.

Ab dem zweiten Drittel des Buches wird alles sehr rasant und man hat nur kurze Augenblicke zum Luft holen. Aber man hat auch Momente des Durchatmens. Diese zeigen viel von Lena's Innerstem.

Mir kommt Lena allerdings etwas zu naiv vor, dies scheint aber beabsichtigt und zeigt, wie unerfahren sie mit ihren 16 Jahren doch ist.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach, aber informativ. Ohne viel Schnörkel wird die Geschichte Lena's erzählt.

Hat die Autorin in ihrem ersten Roman „Die Stadtwölfin“ viel Sinn für Humor gezeigt, wird mit diesem Werk klar, dass sie auch eine andere Seite hat. Denn viel zu Lachen gibt es hier nicht. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Die anfängliche depressive Seite wechselt schnell zu Angst und auch gleichzeitiger Hoffnung.

Diese Mischung hat mir gut gefallen und ich konnte auch wunderbar den Zwiespalt nachfühlen, in dem sich Lena befindet. Das Neue, das Unbekannte hat Lena's Neugier geweckt und gleichzeitig aber auch die Sehnsucht nach ihrem alten Leben.

Das Buch ist zwar von der Geschichte her abgeschlossen, lässt jedoch noch eine Menge Handlungsspielraum offen für einen zweiten Teil.

Fazit:

Ein etwas anderer Blick auf die Verwandlung zum Wolf. 

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: kdp
erschienen: Oktober 2012 als ebook
Printseiten: 214
ASIN:  B009JUBCJK 

s. a. Bibliografie Sylvie Wolff