Montag, 29. April 2013

Interview // Ursula Poznanski von SONJA

Obwohl ich nach Erscheinen die Bücher "Erebos" und "Saeculum" immer mal wieder in der Hand hatte, habe ich es immer wieder weggelegt. 2012 packte es mich dann und ich habe alle Bücher von Ursula Poznanski verschlungen und alle mit Bestnoten bewertet 
(s. Verlinkungen zu den Rezensionen unten).
 Aus Neugier stöberte ich ein bisschen im Netz und postete die Rezensionslinks auf der Facebookseite der Autorin. Es ergab sich ein netter Austausch und Anfang des Jahres durfte ich der Autorin Fragen stellen. Die Buchmesse, das Erscheinen des neuen Buches "Blinde Vögel" und das Schreiben der Fortsetzung "Die Verratenen" haben das Ganze etwas verzögert, doch hier ist das langersehnte Interview:

©  Doris Bretterbauer


Sie haben Japanologie, Publizistik, Rechtswissenschaften, Theaterwissenschaften studiert. Wer oder was hat Sie dann zum Schreiben gebracht?

Ich habe immer gern geschrieben, auch während meines Studiums – damals aber ohne die Absicht, veröffentlicht zu werden. Meine Studien habe ich alle nicht abgeschlossen, aber ich habe einen schreibenden Beruf ergriffen – Journalistin. Ideal für mich, dachte ich, weil ich damals mit kurzen Texten viel besser zurecht gekommen bin als mit langen.

Wollten Sie schon immer Autor/in werden? Haben Sie mit dem großen Erfolg Ihrer Bücher gerechnet und wie kommen Sie mit der Popularität zurecht? Lässt sich dies alles gut mit Ihrem Job als Medizinjournalist vereinbaren?

Ich war lange nicht sicher, was ich werden sollte. Der Autorenberuf war einer, den ich mir sehr schön vorgestellt habe, gegen den aber eine Menge Vernunftgründe gesprochen haben. Was den Erfolg betrifft, so kann man damit seriöserweise nicht rechnen, nur darauf hoffen. Das habe ich natürlich getan – überrascht hat mich die Resonanz auf „Erebos“ aber trotzdem. Popularität ist für Autoren übrigens kein großes Thema. So lange man nicht regelmäßig im Fernsehen auftaucht, kennen die Leser viel eher die Bücher eines Autors als sein Gesicht. Ich werde eigentlich nur auf Buchmessen und gelegentlich in Buchläden erkannt. Sonst nie.
Meinen Job als Medizinjournalistin habe ich vor einiger Zeit an den Nagel gehängt, weil er sich mit dem Bücherschreiben nicht mehr vereinbaren ließ.

Wie lange dauerte es, bis Sie einen Verlag für Ihr erstes Buch gefunden haben?

Mein allererstes Buch war eines für Kinder von ungefähr sechs Jahren, es hieß „Buchstabendschungel“ und ich habe meinen Verlag damals auf die klassische Art gefunden: das Manuskript an fünf Verlage auf einmal geschickt und dann gewartet. Ich habe wirklich Glück gehabt, ein österreichischer Kinderbuchverlag hat sich innerhalb von zwei Wochen gemeldet und das Buch ein Jahr später herausgebracht.

Wie schreiben Sie? Wie verläuft ein Arbeitstag bei Ihnen?

Unterschiedlich. Wenn außer Schreiben nicht viel auf dem Programm steht, setze ich mich kurz nach acht an den Computer, allerdings dauert es dann oft ein oder zwei Stunden, bis ich wirklich anfange. Manchmal auch länger. Aber es gibt immer Mails zu beantworten, organisatorische Sachen zu erledigen, etc. Mein Ziel ist es, jeden Tag 1300 Worte zu schreiben – das klappt nicht immer, aber doch recht häufig. Wenn ich damit fertig bin, habe ich frei.

Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller?

Ich habe keinen erklärten Lieblingsschriftsteller, es gibt so viele großartige Autoren.

Was ist Ihr Lieblingsbuch?

Damit verhält es sich ähnlich wie mit den Schriftstellern. Aber ich liebe „Melodien“ von Helmut Krausser sehr, oder „Das Foucaultsche Pendel“ von Umberto Eco.


© Sonja Kochmann


Woher kam die Idee für das Buch „Erebos“?

Der Anreiz, das Buch zu schreiben, kam eigentlich aus der Idee heraus, dass ein Computerspiel eine perfekte "Gegenwelt" sein kann, vergleichbar mit den fremden Welten in Fantasyromanen. Ein gut gemachtes Spiel kann den Spieler absorbieren, ihn aus der Realität in die Spielewelt hineinziehen – das in einem Buch zu verarbeiten, hat mich fasziniert. Trotzdem ist es meiner Meinung nach keine Geschichte die von Spielsucht handelt, sondern von Manipulation.

Sie üben selbst das Hobby Geocaching aus. Was war ihr schönster Fund? Gab es andere Jagdsituationen an die Sie sich gern erinnern? Haben Sie noch andere Hobbys?

Es gab eine Menge schöner Funde, ganz besonders toll fand ich einen magnetischen Cache, an dem wir sicher zehn Mal vorbeigelaufen sind, weil wir ihn für etwas ganz anderes gehalten haben. Schnitzeljagden und Rätselrallys mochte ich immer schon gerne.
Für Hobbies war in den letzten Jahren nicht allzu viel Zeit, aber ich liebe das Schifahren, lese natürlich viel und fotografiere oft, wenn auch nicht so gut, wie ich gerne möchte.

Saeculum und Fünf spielen überwiegend in der Natur. Halten Sie sich dort gern auf?

Ja, absolut. Besonders im Wald fühle ich mich sehr zu Hause.

Es gibt nur einen Teil Ihrer Bücher als Ebook. Wie stehen Sie zum Ebook?

Es ist eine tolle Erfindung, besonders für unterwegs. Trotzdem kaufe ich mir laufend „normale“ Bücher, weil ich einfach das haptische Erlebnis nicht missen möchte. Wie ein Buch riecht, wie es sich anfühlt … da kann das Ebook niemals mithalten.

Welche/n Autor/in würden Sie gerne mal treffen? Welche Frage würden Sie ihm/ihr stellen?

Unerfüllbar, aber wenn ich die Wahl hätte, dann Sheakespeare. Schon um zu erfahren, ob es ihn wirklich gegeben hat aber vor allem natürlich, um zu sehen, wie ein Mann, der so unvergleichlich großartige Dinge geschrieben hat, als Mensch war. Und ein bisschen in der Hoffnung, dass Genie abfärbt.


Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2013 
© Sonja Kochmann


Die Fortsetzung von „Fünf“ mit Beatrice Kaspary („Blinde Vögel“) ist im April 2013 erschienen. Können Sie etwas darüber verraten? Wie viele Bände sind mit Beatrice Kaspary geplant?

In „Blinde Vögel“ spielt das Internet eine große Rolle, ganz konkret gesagt Facebook. Es werden zwei Tote gefunden, zwischen denen es dem ersten Anschein nach keine Verbindung gibt, doch dann stellt sich heraus, dass sie beide in einer Facebook-Gruppe aktiv waren, die sich mit Gedichten beschäftigt. Zu dieser Gruppe zu gehören erweist sich im Verlauf des Romans als ziemlich ungesund.
Wie viele weitere Bände es mit Beatrice noch geben wird, weiß ich selbst nicht genau – aber zumindest zwei sollten es sein.


© Sonja Kochmann


Und wie geht es weiter mit den Verratenen?

Da erscheint der zweite Teil im Oktober. Fertig geschrieben ist er schon, im Moment wird er gerade lektoriert.

Wie stehen Sie zu Buchreihen? Sind Sie davon begeistert, oder mögen Sie lieber Einzelbücher?

Ich mag beides. Als Autorin gibt mir eine Buchreihe die Möglichkeit, eine sehr große Geschichte zu erzählen, die ich rein platzmäßig nicht in einen Einzelband packen könnte. Außerdem muss ich die Figuren, die mir über ein Buch hinweg ans Herz gewachsen sind, nicht gleich wieder verlassen. Ein Einzelband hat den Vorteil, dass die Leser nicht auf Fortsetzungen warten müssen. Ich kann gut verstehen, dass das lästig ist.

Welche Pläne/Ideen wollen Sie literarisch noch verwirklichen?

Im Moment wäre ich höchst zufrieden, wenn ich so weiterschreiben könnte wie bisher. Vielleicht mache ich noch den einen oder anderen Ausflug in Genres, die ich bisher noch nicht ausprobiert habe, wer weiß.

Sie leben in Wien. Eine sehr interessante Stadt. Ich habe an einem verlängerten Wochenende selbst gemerkt, dass man gar nicht alles anschauen kann. Was würden Sie Kurzurlaubern besonders empfehlen?

Ich würde zumindest ein Museum besuchen – das kunsthistorische liebe ich besonders, allein wegen der Architektur der Eingangshalle, aber auch die Nationalbibliothek ist wunderschön; ein echtes Wiener Kaffeehaus besuchen, durch die Innenstadt spazieren oder durch die Parkanlagen von Schloss Schönbrunn, auf den Naschmarkt gehen und danach wieder ins Kaffeehaus oder ins Theater.

Vielen Dank für das ausführliche Interview!


Sonntag, 28. April 2013

Rezension // Jennifer Benkau - Dark Canopy (01) von SINA


Kennt Ihr das? Man liest viel über ein Buch, jeder findet es gut, man überlegt lange, ob man es sich holt und dann liest man es und fragt sich letztendlich, warum so ein Hype darum gemacht wird? Zuletzt ging mir dies mit Shades of Grey und nun auch hier mit dem vorliegenden Buch.

Die fast durchweg positiven Rezensionen haben mich dazu verleitet, das Buch zu kaufen, obwohl ich wirklich lange überlegt habe, so viel Geld dafür auszugeben. Und nun bin ich enttäuscht, dass mich nicht so die Hammergeschichte erwartet hat, wie gedacht.

Joy ist ein Rebellenmädchen und zusammen mit ihrem Clan kämpft sie täglich ums Überleben. Ihr Zeit ist gefüllt mit Sammeln von Essebarem und dem Tauschen von Utensilien, die für andere brauchbar sind. So macht sie sich eines Tages mit einer Freundin auf in die Stadt, um dort Felle zu tauschen. Die Stadt ist jedoch nicht sicher, wird sie von den Percents regiert. Die Percents sind ehemalige Klone, die sich gegen die Menschen gestellt haben und nun herrschen. Durch eine Maschine namens Dark Canopy können sie den Himmel verdunkeln, da sie selbst auf Sonnenlicht reagieren.
Als Joy das Tauschgeschäft abschließen will, merkt sie, dass sie in eine Falle getappt ist und flieht, doch ihre Freundin Amber wird gefangengenommen.
Zusammen mit Matthial und weiteren Rebellenfreunden versucht Joy Amber zu befreien, gerät dann jedoch selbst in Gefangenschaft.
Sie wird zu einem Soldaten und dient ab sofort Neél, er sie ausbilden soll, damit sie bei Chivvy, der Menschenjagd überlebt und so Neél in seinem Rang aufsteigt.

Da ich zur Zeit Fan von Endzeit-Romanen bin, war ich wirklich neugierig auf den ersten Teil von Jennifer Benkau. Doch muss ich sagen, dass ich nach dem Lesen doch recht enttäuscht war.
Was zu Anfang sehr gut anfängt und einem eine spannende und tolle Geschichte verspricht, entpuppt sich letztendlich als ein Dahingeplätscher von endlosen Erklärungen und Wiederholungen. Erst im letzten Drittel kommt Fahrt ins Spiel, als sich einige Dinge zusammenreimen. Trotzdem sind noch Fragen offen, die im zweiten Teil geklärt werden sollen.

So endet das Buch auch mit einem Cliffhanger, der dazu verleitet, den zweiten Teil zu lesen, was ich mit Sicherheit auch tun werde, denn neugierig bin ich schon, wie es denn mit Neèl und Joy sowie ihren Rebellenfreunden weitergeht.

Ich hoffe nur, dass sich die Autorin im zweiten Teil die Wiederholungen etwas verkneift. Nach dem vierten Kapitel über Joys Gewissensbisse und Schuldgefühle war mir dann auch klar, dass Joy eben diese hat.

Die Kapitel, die sich dann dem Lauf der Geschichte gewidmet haben, fand ich auch sehr interessant. So kam Fahrt auf und die Spannung wurde gehoben.

Auch interessant fand ich, dass die Autorin die meisten Kapitel aus der Ich-Perspektive aus Joys Sicht schrieb, zwischendrin aber immer mal wieder Kapitel aus Matthials Sicht in Erzählform eingeschoben hat. So sah man Joy auch mal auf andere Weise.

Fazit:
Mal wieder ein hochgelobtes Buch, bei welchem ich gar nicht verstehen kann, warum!

Ich vergebe 6 von 10 Punkten.

Verlag: script5
erschienen: 2012
Printseiten: 576
ISBN: 978-3-8390-0144-8

s. a. Bibliografie Jennifer Benkau

Freitag, 26. April 2013

Rezension // Mira Grant - Blackout: Kein Entrinnen von SONJA


Nach dem dramatischen zweiten Teil "Deadline - Tödliche Wahrheit" geht es inhaltlich zügig weiter. Das verbleibende Bloggerteam rückt der Wahrheit immer näher und gefährdet damit sich und ihre Lieben. 

Das Buch büßt auch im dritten Teil nicht an Tempo ein. Es nehmen zwar die Szenen mit ausführlichen Schilderungen der Zombiemetzeleien ab, dafür dringt die Bloggerberichterstattung und die Wahrheitsfindung der Blogger ordentlich Geschwindigkeit in den zeitlichen Ablauf des Buches. Erneut vergehen 500 Seiten wie im Fluge.

Dies wird auch durch ständigen Perspektivwechsel unterstrichen, der eigentlich gar nicht so mein Fall ist. Hier passt er hervorragend und zeigt die Sicht auch aus der Perspektive einer Totgeglaubten.

Mehr darf und kann man nicht verraten. Band 1 (Feed - Viruszone) und 2 (Deadline - Tödliche Wahrheit) MÜSSEN vorher gelesen werden, denn hier greifen massive medizinische und politische Verschwörungen ineinander, so dass es sehr viele Wendungen und Aha-Effekte gibt, die sonst einfach nicht zusammenhängend verstanden werden können.

9 von 10 Punkten, da ich am Ende dieser Trilogie doch gern ein paar Seitchen mehr gehabt hätte, obwohl dies vermutlich Geschmacksache ist.

Verlag: egmont lyx
erschienen: 2013
Seiten: 500
ISBN: 978-3802584183


Rezension // Timur Vermes: Er ist wieder da von SONJA


Im Sommer 2011 geschieht etwas Ungewöhnliches: Adolf Hitler erwacht auf einem Baugrundstück in Berlin in seiner Uniform. Er ist allein und schaut sich interessiert um. Er ist dem Fortschritt gnadenlos ausgesetzt und es hat sich scheinbar (!?) viel verändert.

Puh, das wird eine schwere Rezension. Erst einmal muss ich sagen, dass die Idee der Zeitreiseromane ja schließlich nicht neu ist. Es jedoch eine Besonderheit, dass die Zeit reisende Person eine kontroverse Person der Geschichte ist. Adolf Hitler ist in Deutschland ein Thema für sich. In den Schulen wird dieses Thema nicht nur einmal, zweimal, dreimal und sogar in meinem Fall vielfach durch genommen (Deutsch, Geschichte, Politik, Werte und Normen etc.und das in diversen Jahrgängen). Auf n-tv und n24 laufen Reportagen noch und nöcher und eigentlich kann das Thema keiner mehr hören, obwohl es doch wichtig und immer noch aufgrund extremer politischer Richtungen brisant und aktuell ist.

Darf man daher darüber lachen?

Die ersten 100 Seiten hab ich herzlich gelacht, da ich es schon komisch fand, dass Hitler seine Uniform in eine türkische Blitzreinigung bringt oder er die Sportleibchen mit Namensaufdruck von Hitlerjunge Ronald gut findet. Doch dann häuften sich Reden und Äußerungen der Romanfigur, die ich nicht mehr witzig fand. Das es sich hierbei um Endlösung, Juden usw. handelt, muss ich an dieser Stelle wohl nicht schreiben.

Der Autor fügt zwar im Laufe der Geschichte Hinweise ein, dass auch der Leser dies zwar hinterfragen, man eigentlich auch den Medien kritisch gegenüber stehen und nicht alles blind konsumieren sollte, aber mich hat es beim Lesen gestört. Dies steigerte sich derart, dass ich mich zum weiterlesen gezwungen habe. Lesegenuss habe ich daher eher weniger empfunden. Stoff zum Nachdenken gab es mit Sicherheit. Daher vergebe ich 6 von 10 Punkten. Ob ich damit gerecht bin, weiß ich nicht, denn das Geschichtliche ist gut recherchiert und auch die Hommage an Chaplin und einige Andere sind gelungen.

Hinweis: Das Hörbuch wird von Christoph Maria Herbst gesprochen, der auch inhaltlich mehrfach erwähnt wird. Genial.

Verlag: Eichborn Verlag

erschienen: 2012
Seiten: 400
ISBN: 978-3847905172


Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2013 
© Sonja Kochmann

Dienstag, 23. April 2013

Rezension // Catherine Fisher - Incarceron: Fliehen heißt sterben (01) von SINA

Ich muss zugeben, dass ich die ersten 100 Seiten überhaupt nicht richtig gewusst habe, was die Autorin mit der Geschichte eigentlich ausdrücken will. Ich war verwirrt, konnte mir nichts richtig zusammenreimen und schon versucht, das Buch wieder zur Seite zu legen und mich einem Anderen zu widmen. Aber irgendwas hatte die Geschichte und ich konnte doch nicht richtig loslassen. Wahrscheinlich war es genau dieses „Verwirrte“, dass mich dazu bewog, weiterzumachen.

Verwirrt hat mich die Autorin mit ihrer Erzählweise dahingehend, dass ich zu Anfang Finn kennenlerne, der in einer düsteren Welt lebt, in der es keine Hoffnung und keine Zukunft zu geben scheint. Ich begleite Finn ein Kapitel lang, um im nächsten dann Claudia kennenzulernen, die sich anscheinend im Mittelalter befindet. Denn sie erhält Unterricht im Fechten, widmet sich Studien mit ihrem Lehrer und wohnt in einem Schloss. Alles hat den Anschein einer mittelalterlichen Zeit, wären da nicht Geräte, die eigentlich verboten sind. Scanner, Steckdosen, Computer etc.

So geht es einige Kapitel hin und her und man lernt die beiden Hauptcharaktere immer besser kennen und dann plötzlich macht es „Knack“ - und man ist mittendrin in einer ungewöhnlichen Geschichte, in der es scheint, als haben die beiden Hauptcharaktere irgendetwas gemeinsam. Und diese Gemeinsamkeit ist keine Kleinigkeit, denn beider Leben hängt davon ab, dass sie sich gegenseitig helfen.

Wie die beiden Kontakt zueinander aufnehmen können, da sie doch anscheinend in verschiedenen Welten und auch Zeiten lebe, wird eingehend beschrieben und zeitweise hatte ich auch das Gefühl, dass die Autorin manche Szenen und Kapitel nur als Lückenfüller eingefügt hat, um der Geschichte etwas mehr Größe zu verleihen. So zog sich manches in die Länge.

Trotzdem war die Geschichte sehr spannend zu lesen, auch wenn das Ende nach etwas zwei Drittel des Buches zu erahnen war.

Die Idee, ein Gefängnis zu erschaffen, dass selbständig denken und handeln kann, war faszinierend. Wer sich quer stellt, wird eliminiert, wer sich an die Regeln hält, bleibt am Leben, hat aber trotzdem keine Zukunft.

Das Ende ist offen, einige fragen blieben ungeklärt und es lässt so auf einen weiteren Band schließen. Mich würde brennend interessieren, wie es mit Finn und Claudia weitergeht.

Fazit:
Eine ungewöhnliche Idee, die etwas gewöhnlich verpackt wurde, aber trotzdem eine spannende und auch sehr interessante Geschichte ergeben hat.

Ich vergebe 7 von 10 Punkten.

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2013
Printseiten: 476
ISBN: 978-3-7645-3080-8

s. a. Bibliografie Catherine Fisher

Freitag, 19. April 2013

Rezension // Angelika Diem - Vollstrecker der Königin: Der Baeldin-Mord (01) von SINA


Am Anfang des Buches wird einem Lynna vorgestellt, ein kleines Mädchen, dass sich nur schwer an Regeln halten kann und tut, was es für richtig hält. Als sie dann jedoch mitbekommt, wie ihr Vater einem Diener seinen Willen aufzwängt und dieser durch seinen Gehorsam getötet wird, weiß sie eins: sie will später Vollstreckerin werden. Sie möchte ungeklärte Fälle auflösen und mit ihrer Gabe, jemanden das tun zu lassen, was sie will, dem Guten helfen. Jahre später bekommt sie ihren ersten Fall: eine Zofe wurde grausam ermordet. Caitlynn – wie sie sich jetzt nennt – macht sich auf den Weg, um den Mord aufzuklären, und Gerechtigkeit zu üben. Doch schon bald merkt sie, dass hinter der ermordeten Zofe mehr steckt, als alle ahnen.

Mit 115 Printseiten ist das Buch eigentlich recht schnell gelesen und so ist einem von Anfang an klar, dass es eigentlich nicht sein kann, dass groß Erklärungen gemacht werden. Trotzdem war ich überrascht, wie die Autorin eine Unmenge an Details eingebaut hat. Dies fängt an mit der Vorgeschichte, wie Caitlynn überhaupt auf den Gedanken kam, Vollstrecker zu werden. Die kleine Lynna ist mir auf den wenigen Seiten, die sie auftreten durfte, sehr ans Herz gewachsen und ich konnte mir in der späteren, sehr erwachsen und streng wirkenden Caitlynn nur unschwer das kleine unbeschwerte Mädchen vorstellen.
Warum sie so wurde, wird in dieser Vorgeschichte erwähnt und man kann sehr gut nachfühlen, dass sie diesen Lebensweg genommen hat.

Auf dem Schloss, auf dem der Mord an der Zofe passiert ist, lebt die Fürstenfamilie. Diese sind überrascht von dem Mord und drängen auf eine baldige Aufklärung. Caitlynn tut ihr Bestes und verschweigt zuerst, dass sie von der Königin selbst geschickt wurde, um den Mordfall zu lösen. Deshalb stellt sich später eine größere Frage: was steckt hinter dem Mordfall, dass sogar die Königin Interesse daran zeigt?

Wie es dazu kommt, was hinter dem Mordfall steckt und ob es Caitlynn schafft, den Mörder zu finden, wird in einer sehr ruhigen Art von der Autorin geschildert. Und trotzdem geht es rasant zur Sache, hat Caitlynn ja nicht viel Zeit für die Auflösung.

Diese ruhige Art hat mich dazu verführt, dass Buch zu lesen, ohne abzusetzen. Man wurde von einer Seite auf die andere weitergeleitet und versuchte, ebenfalls auf die Lösung zu kommen. Dass die Autorin sich einem Fantasy-Element wie Magie zugewandt hat, fand ich gar nicht so abwegig, ist die von ihr geschaffene Welt doch darauf ausgelegt. Caitlynn hat nämlich die Gabe, jemandem ihren Willen aufzuzwängen. Dies ist in Adelskreisen sehr verbreitet und führt zu Manipulationen und Verwirrungen.

Ich bin gespannt, welche Fälle noch auf Caitlynn warten, endet das Buch doch mit einer Überraschung, auf die ich wirklich nicht gekommen wäre. Es ist war in sich abgeschlossen, lässt aber Freiraum für weitere Ermittlungen.

Gewünscht hätte ich mir jedoch ein bisschen mehr Gefühlsregung von Caitlynn. Zwar gibt es einen kurzen Moment, in dem ich dachte, dass sie sich jetzt öffnet, doch wirkte sie sehr verschlossen und unantastbar.

Bei YouTube gibt es auch einen Buchtrailer, den ich Euch nicht vorenthalten will: BUCHTRAILER (bitte bei YouTube googeln, da der Link aus datenschutzrechtlichen Gründen entfernt wurde).

Fazit:
Da ich mir Raum für eine höhere Bewertung bei den Folgebänden freihalten möchte, vergebe ich hier nicht die volle Punktzahl. Trotzdem ist die Geschichte lesenswert und ich kann sie nur empfehlen.

Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

Verlag: Machandel
erschienen: 2013
Printseiten: 115
ISBN: 978-3-939727-28-6

s. a. Bibliografie Angelika Diem

Lesung // Edward Kelsey Moore - Mrs Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner von SONJA

Vergangenen Dienstag ging ich (mal wieder) zu einer Lesung. Doch diesmal war es aus einer Vielzahl von Gründen etwas ganz Besonderes:

1. Ich war Gast des Verlages und durfte bei den musikalischen Proben (später mehr dazu) dabei sein und ich durfte vorher mit etwas sprachlicher Unterstützung von Berit Böhm (Danke nochmals) den Autor vor der Lesung interviewen. Dadurch dass sich der Herr vom NDR verspätete, wurden aus den geplanten 10 Minuten 30 Minuten und wir gerieten ins Plaudern, was sich auch durch die lockere sympatische Art des Autors ergab:


© Sonja Kochmann

Die Idee für das Buch mit den drei unterschiedlichen Frauen ergab sich aus einem Gespräch mit einem Freund. Es ging um Tapferkeit und Courage, so dass er gedanklich Odette entwarf, die tapfer ist und keine Angst fühlt.

Er selbst stammt aus einer Familie, wo die Frauen nach den Familienfeiern beim Aufräumen viel und gern miteinander gesprochen haben. Er hat dabei immer zugehört. Doch keine Angst in dem Roman "Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl's Diner" werden keine Familiengeschichten verraten. Es war die Art und Weise wie die Fraen sich unterhalten haben, die den damals noch kleinen Edward Kelsey Moore fasziniert haben. Als Kind habe er sich auch am Liebsten in der Bücherei aufgehalten, wo Geschichten immer präsent waren.


© Sonja Kochmann

Sein Vater war Baptistenprediger und von der Art des Auftretens und seinem Verhalten wie Big Earl aus dem Buch. Jeder sollte so eine Vater haben und von ihm unterstützt werden. Auch die eigene Nähe zur Religion machte es ihm möglich, in seinem Debutroman die Religion auch mit einem zwinkernden Auge darzustellen.

Die Frage, welches seine Lieblingsfigur in dem Buch sei, wurde spontan mit "Mama" beantwortet und ich muss sagen, dass ich die jointrauchende alte Dame auch sehr mag, obwohl ich ja eigentlich mit einer der drei Supremes als Antwort gerechnet hätte. Ganz vorn im Ranking mit dabei ist auch Mrs. Roosevelt, da er es lustig fand, eine hoch angesehene Frau, die viel für die armen Leute in Amerika getan hat, nach ihrem Tod als etwas fies, versoffen und zänkisch darzustellen. Auch die Idee einer Wahrsagerin, die immer falsch liege, fand er besonder witzig.

Odette kann im Buch Geister sehen und mit Ihnen sprechen. Dies ist jedoch kein reiner Fantasyeinfluss. Sondern vielmehr eine Erinnerung aus der Gegenwart in die Vergangenheit. Den lange Freundschaften und auch lange Beziehungen wirken (auch wenn sie zurückliegen) in die Gegenwart.


© Sonja Kochmann

Das Schreiben dauert 2 1/2 Jahre und der Autor bediente sich als Hilfe für das Schreiben nicht etwa wie bei manch anderen Autoren üblich seiner Familie, sondern tauschte sich in einer Schreibgruppe aus. Im Nachhinein vertritt er die Meinung, dass dies einiges erschwert habe. Da er keine literarische Ausbildung habe, bediente er sich der musikalischen Darstellungsweise von Sinatra. Ich muss sagen, dass hat hervorragend geklappt und ich bin gespannt wie der zweite Roman wird, der bereits geschrieben wird, aber über den leider noch nichts verraten wird.


© Sonja Kochmann

Es könnte jedoch sein, dass es wieder einen Bezug zu einigen Personen aus Plainview gibt. Diesen Ort gibt es übrigens nicht. Er ist dem Herkunftsort seiner Mutter Summersville in Kentucky nachempfunden.


© Sonja Kochmann

Im Klappentext des Buches wird darauf hingewiesen, dass der Autor gern musiziert, schreibt und gärtnert. Auf die Frage, welches davon seine Lieblingstätigkeit wäre, antwortete er überraschenderweise gärtnern, wobei die Blumen eher vernachlässigt werden würden, da er gern isst und damit das Gemüse den Vorzug in seinem Garten erhält.

2. Wie bereits oben angeführt ist der Autor eigentlich Cellist im Orchester von Chicago. Die Lesung wurde mit Unterstützung des NDR Musiker Oliver Mascarenhas mit dem Stück "Der Schwan" von Saint-Saens eröffnet.


© Sonja Kochmann

Auch für jede seiner Hauptfiguren hat der Autor zwischen den einzelnen Leseabschnitten ein besonderes Stück vorgetragen. Es war wunderschön und auch interessant, wie vertieft ein Musiker in seine Musik sein kann. 

Seine Tätigkeit als Cellist auf Hochzeiten hat ihm übrigens zahlreiche Vorlagen für die chaotische Hochzeit aus dem Buch geliefert, denn er hat schon einige flüchtende Tiere, Streitigkeiten und Pannen erlebt. 

3. Ein weiteres Highlight war auch der auf deutsch gelesene Part. Dieser wurde von Regina Lemnitz übernommen. Das sagt Dir/Ihnen nichts?! Doch bestimmt. Es handelt sich um die deutsche Stimme von Whoopie Goldberg, Roseanne und Berta aus "Two and a half Men". Es war genial: Regina Lemnitz hat nicht einfach gelesen. Sie hat die einzelnen Figuren gespielt. Hier merkte man deutlich  dass sie nicht nur Synchronsprecherin, sondern auch Schauspielerin ist. 
Die Passagen mit den Schimpfwörtern waren so flammend vorgetragen  dass sogar Edward Kelsey Moore meinte, einige Personen würden jetzt nur noch auf deutsch in seinem Kopf sprechen. Es werde also Zeit deutsch zu lernen.


© Sonja Kochmann

Beendet wurde die Lesung mit einer Zugabe von Oliver Mascarenhas und ich muss sagen, es war eine der abwechslungsreichsten Lesungen auf der ich bislang war. Hier war für jeden etwas dabei: Ein Autor zum Anfassen, eine temperamentvolle Lesung auf deutsch, wundervolle Musik und das alles in einer Buchhandlung die familiär geführt wird und dadurch eine besondere Atmosphäre bietet.

© Sonja Kochmann

Vielen Dank an alle die diesen Abend mitgestaltet haben.

© Sonja Kochmann

Rezension // Angelika Schwarzhuber: Hochzeitsstrudel und Zwetschgenglück von SONJA


Hanna ist eine Stadtpflanze, als ihr der letzte Wille ihrer Oma Berta eröffnet wird, hält sie alles für einen schlechten Witz: Sie erbt den Bauernhof und ein beträchtliches Barvermögen nur, wenn sie die nächsten 3 Monate inklusive Nächte auf dem Hof verbringt und einen Mann aus der Landwirtschaft heiratet. Schon bald geben sich die Verehrer die Klinke in die Hand. Doch es gibt nicht nur Verehrer....

In letzter Zeit boomen die Liebesromane mit "lokalkolorit". Ich selbst habe als Liebesromanfan schon mehrfach zugegriffen, so dass es natürlich schwer ist, dem Leser noch etwas Neues zu bieten. Auch lässt sich das grundsätzliche Schema eines Liebesromans nicht wirklich abwandeln: Frau A trifft Mann B. Sympathie, Gekabbel, Probleme, Lösung: Happy End.

Die Gestaltung dieser Kette ist das Entscheidende und das ist hier im zweiten Roman der Autorin hervorragend gelungen. Die Haupt- und auch Nebenprotagonisten einschließlich Quotenhund  sind sympathisch und liebenswert. Selbst der oder die Unruhestifter/in ist glaubwürdig und sorgt für ein ordentliches Kuddelmuddel. Auch hat die gute Hanna auch nicht nur ein Problem, was zu lösen gilt, so dass die arme Heldin vor lauter Stress beinah die echte Liebe übersieht.

Der berufliche Teil von Hanna und auch der Rückblick auf einen jungen Mann in der Vergangenheit lassen die Leser sogar ein bisschen grübeln, was in einer Beziehung wirklich wichtig ist.

Es gibt auch ein Wiedersehen mit Lene und Karl aus Liebesschmarrn und Erdbeerblues, worüber ich mich sehr gefreut habe. (Schließlich will man ja wissen, wie es seinen Romanfiguren so geht.) Dies ist jedoch so neutral gehalten, dass man diesen Band nicht unbedingt kennen muss. (Aber er ist wirklich gut - nur so am Rande.)

Die verwendeten bayrischen Begriffe sind minimal und halten sich in Grenzen. Es werden keine ganzen Dialoge damit bestritten, sondern einzelne Begriffe damit "koloriert". Wer aufgrund seiner Herkunft, ins Stocken gerät, kann nachschlagen. Eine Erklärung ist dabei. Wimmerl klingen übrigens viel hübscher als Pickel.

10 von 10 Punkten für dieses turbolente Liebeschaos.

Tipp: Auf der Verlagsseite gibt es ein aktuelles Interview und auf unserer Blogseite gibt es ein Interview, was im Rahmen des Debutromans mit der Autorin 2012 geführt wurde.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2013
Seiten: 416
ISBN: 978-3442380749


Rezension // Vina Jackson - 80 Days: Die Farbe des Verlangens von SONJA


Die ukrainische Ballettänzerin Luba wandert nach New York aus. Dort ist alles so anders. Sie verfällt dem mysteriösen Bernsteinhändler Chey, der Verlangen in ihr weckt und....

Ich gebe zu, ich bin langsam übersättigt, was das Genre Erotik angeht. Dennoch wollte ich wissen, wie die Reihe 80 Days weitergeht. Denn im Gegensatz zu den ersten drei Bänden handelt es sich nicht um die Hauptfiguren Summer und Dominik, sondern um die bisherige Nebenfigur Luba.

In den ersten drei Bänden taucht Luba immer wieder als erotische Tänzerin auf und wirkt selbst geheimnisvoll und lasziv. Dadurch war meine Neugier geweckt. Wie wurde aus der Ballettänzerin eine sinnliche Nackttänzerin mit Live-Sex und einem besonderen Tattoo? Die Entwicklung Lubas ist nachvollziehbar und man neigt beim Lesen dazu, ihr Glück zu wünschen, da nicht alles so gradlinig läuft wie geplant.

Die Szenen, in denen Luba in den Vorbänden vorkam, tauchen erneut im Zusammenhang mit Lubas Geschichte auf und ich fand es erstaunlicherweise nicht langweilig diese "nochmal" aus anderer Perspektive zu lesen. Aufgrund mancher spärlicher Randinformationen zu bestimmten Konstellationen von Personen, Zeiten und Orten, empfiehlt es sich, die Vorbände zu lesen. Auch ein Wiedersehen mit den Personen aus den Vorbänden gibt es hier. 

Die erotischen Szenen, sind zum Vergleich zu den Vorbänden eher zahm und haben kaum SM-Anteil.

Ich vergebe 8 von 10 Punkten und freue mich dennoch auf den letzten (?) Band, in dem es um das Mädchen mit der tattoowierten Träne geht. Mal sehen, wie sich diese Nebenrolle mausert.

Verlag: carl's Books
erschienen: 2013
Seiten: 320
ISBN: 978-3570585269



Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2013 
© Sonja Kochmann

Donnerstag, 18. April 2013

Rezension // David Gray - Sherlock Holmes: Der Geist des Architekten (01) von SINA

Dies war mein erster Sherlock Holmes-Roman, obwohl ich schon vieles über den berühmten Detektiv gehört habe. Gelesen hatte ich jedoch noch nichts, was ich aber bestimmt noch ändern werde.

Der Autor hat sich dem Romanhelden Sherlock Holmes gewidmet und eine Geschichte geschrieben, die von Spannung nur so durchzogen ist.

Zu Anfang erzählt der Autor von sich selbst, wie er bei Recherchen über den Unabhängigkeitskrieg auf ein Dossier eines gewissen Dr. John Hamish Watson stößt und in seiner unnachgiebigen Neugier einen Blick hineinwirft. Was er liest, ist unglaublich, erzählt Dr. Watson doch von einem Fall des berühmten Detektivs aus der Baker Street.

Ein Architekt wendet sich an Sherlock Holmes, da er nachts in seinem auf dem ehemaligen Grundstück einer Mörderin erbauten Hauses Schritte und Geräusche hört. Er denkt, ein Geist treibt sein Unwesen und möchte von Holmes den Fall aufgeklärt wissen. Zusammen mit seinem treuen Freund Dr. Watson macht sich Holmes an die Aufklärung und findet dabei ungeheuerliches heraus.

Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, was aber auch sicherlich daran lag, dass der Autor auf 107 Seiten so viel wissenswertes und spannendes untergebracht hat, dass man gar keine Lust hatte, das Buch wegzulegen. Ich war wie gebannt, gerade auch von der Schreibweise. Denn dieser Stil kommt mir nicht oft unter und ich muss zugeben, dass ich ihn einfach liebe. Die Sätze fliegen nur so dahin, man ist gefangen und gebannt und taucht nur widerwillig aus der Welt des Sherlock Holmes wieder auf.

Der geschilderte Fall war erst undurchsichtig, doch durch Sherlock Holmes Spürsinn, Auffassungsgabe und die Eigenschaft, Kleinigkeiten zu einem großen Ganzen zusammenzufügen, kommt man Schritt für Schritt an die Auflösung, nur um am Ende doch wieder am Anfang zu stehen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde mir mit Sicherheit noch weitere Bücher des Autors zulegen, der laut Autorenportrait dafür bekannt ist, auch schon mal Thriller der härten Sorgen zu schreiben.

Fazit:
Ein spannender Fall sowie ein sympathisches Ermittlerduo. Sehr lesenswert!

10 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2013
Printseiten: 107
ISBN:  978-1484000588

s.a. Bibliografie David Gray

Mittwoch, 17. April 2013

Rezension // Nina Melchior - Die Vampirheilerin: Himmelsgnade (01) von SINA



Ich muss gleich am Anfang sagen, dass ich skeptisch war, ob man eine logische Erklärung für das Heilen von Vampiren finden kann. Ich habe überlegt und mir verschiedene Dinge zurechtgesponnen und bin eigentlich immer wieder dabei gelandet, dass man sie doch pfählen muss, doch die Autorin hat es geschafft, einen völlig neuen Weg zu finden und die Sache mal andersherum anzugehen. Warum töten, wenn auch heilen geht? So denkt sich dies die Hauptprotagonistin Elise Brennan, die ein Jahr nach dem grausamen Tod ihres Vaters nun endlich bereit ist, dessen Erbe anzutreten: die Heilung von Vampiren. Doch Elise weiß nichts genaueres, hat sie doch nur die unvollständigen Aufzeichnungen ihres Vaters.
Zusammen mit Michael, in welchen sie verliebt ist, diese Liebe jedoch nicht erwidert wird, macht sie sich auf die Suche nach der Zusammensetzung.
Doch gleichzeitig wird sie von einem weiteren Mann „belästigt“, dem Vampir Magnus, der nur eins im Sinn hat. Sie zu töten oder selbst zu einem Vampir zu machen. Bis er herausfindet, woran Elise arbeitet...

Schon gleich am Anfang ist man irgendwie gebannt von der sehr gefühlvollen Art der Autorin. Ich hatte mehr als einmal das Bedürfnis, Elise in die Arme zu nehmen und zu halten und ihr beruhigende Worte zuzuflüstern. Ich wollte sie schütteln, sie dazu anhalten, endlich aus sich herauszugehen, ihre Gefühle zuzulassen und tapfer zu sein. Mit ihr lachen, weinen und lieben.
Die Geschichte ist in Irland angesiedelt – Elise lebt alleine auf einem Schloss – und man konnte sich gut das Verlassene und Einsame vorstellen, das Elise umgibt.

Mit Michael hat Elise einen Beschützer an der Seite, der ihre verliebten Gefühle jedoch nicht erwidern kann. Warum erfährt man im Laufe der Geschichte. Gestört hat mich jedoch, dass Elise's Spitzname für Michael „Micha“ ist. Irgendwie passte dies nicht in die englischen/irischen Namen, die in der Geschichte verwendet werden. „Mike“ wäre vielleicht besser gewesen. Micha ist für mich ein deutscher Name.

Trotz diesem kleinen Manko ist die Geschichte gerade durch das sehr Gefühlvolle wunderbar zu lesen und man fühlt sich auch irgendwie mittendrin.

Michael und Magnus, die beiden Männer, für die Elise's Herz schlägt, sind sehr sympathisch und haben ihre Reize. Ich kann Elise sehr gut verstehen, dass sie sich zu beiden hingezogen fühlt.

Ich hatte viel Spaß beim Lesen des Buches, gerade weil es nicht darum ging, dass Vampire getötet werden oder Vampire gut sind, sondern dass es darum geht, ob Vampirismus eine Krankheit ist, die geheilt werden kann.

Das Buch ist in sich abgeschlossen, endet jedoch im letzten Satz mit einem kleinen Cliffhanger. Der zweite Teil ist schon in Arbeit und ich bin gespannt, wie es mit Elise, Magnus und Michael weitergeht.

Fazit:
Eine gefühlvolle Geschichte, die fast ganz ohne Gewalt und Sex auskommt. Wunderbar!

09 von 10 Punkten

Verlag: bookshouse
erschienen: 2013 unter dem Namen "Für Elise", 2015 bei bookshouse
Printseiten: 244
Format: Kindle Edition
ISBN: 9789963527052

s. a. Bibliografie Nina Melchior

Dienstag, 16. April 2013

Rezension // Sebastian Fitzek - Der Nachtwandler von SINA

Ich bin – mal wieder – total begeistert, wie der Autor einem immer wieder aufs Neue so dermaßen verwirren kann, dass man zum Schluss selbst nicht mehr weiß, ob man schläft oder wach ist. Man fühlt sich zeitweise wie Leon Nader, den Hauptcharakter im Buch, der wegen seiner Schlafstörungen schon in der Jugend in psychiatrischer Behandlung war.
Als seine Frau plötzlich verschwindet und eigentlich alles darauf hindeutet, dass sie ihn verlassen hat, Leon jedoch erhebliche Zweifel daran hegt, weiß er, dass es wieder anfängt. Er besorgt sich eine Stirnkamera, die filmen soll, was er im Schlaf macht. Und tatsächlich findet er verwertbares Filmmaterial am nächsten Morgen. Doch was er auf dem Bildschirm seines Laptops findet, lässt sein Blut in den Adern gefrieren. Er steigt durch eine Geheimtür in seinem Schlafzimmer in die Dunkelheit hinab.

Ich frage mich wirklich, woher Sebastian Fitzek noch seine Ideen nimmt. Gerade mit zwei (bald drei) Kindern muss man als Familienvater doch eher die sanfte Variante des Geschichtenerzählens drauf haben. Aber da ihm dies anscheinend nicht genügt, lebt er seine „blutige“ Ader in seinen Romanen für uns Lesern aus.

Wieder war ich beim Lesen total gebannt und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit regelrecht inhaliert, um ja nicht den Faden zu verlieren. Denn dies ist auch nötig, war ich mir zeitweise überhaupt nicht mehr sicher, ob Leon jetzt eigentlich wach ist oder gerade eine schlafwandlerische Phase durchmacht.
Dieses Verwirrspiel zieht sich gleich von Anfang an durch das Buch und bis kurz vor Schluss konnte ich nicht mit Sicherheit sagen, was denn jetzt eigentlich wirklich passiert ist. Und mit dem Epilog setzt der Autor dann nochmal eins drauf.

Fitzek = Spannung pur und dies ist mal wieder in hervorragender Weise gelungen. Wenn ich jedes Buch so schnell verschlingen würde, hätte ich keine Probleme mehr mit meinen SuB ;-)

Erwähnenswert ist auch wieder die Aufmachung des Buches, ist doch bei fast jedem Fitzek-Roman ein kleines Gadget eingebaut. Sei es ein Post-It, eine Telefonnummer auf dem Cover oder eine mysteriöse eMail-Adresse. Hier ist es das ungewöhnliche Lesezeichen. Die Einbandseite hinten ist doppelt und verdeckt die Schnittkante des Buches, so dass es wirkt, als wäre das Buch in eine Schutzhülle gepackt.

Fazit:
Und wieder meine Frage: Wann kommt das Nächste, Herr Fitzek?

10 von 10 Punkten.

Verlag. Droemer Knaur
erschienen: 2013
Printseiten: 320
ISBN: 978-3-426-50374-4

s. a. Bibliografie Sebastian Fitzek

Sonntag, 14. April 2013

Rezension // Nadja Losbohm - Die Jägerin: Die Anfänge von SINA



 Ada Pearce ist eine junge Frau, die eigentlich nur ein Paket bei ihrem Nachbarn abholen will und kurz darauf in die gefahrvolle Welt voller dunkler Kreaturen gezogen wird. Denn sie ist eine Jägerin, deren Schicksal es ist, die Menschen vor diesen Kreaturen zu beschützen. Ihr neues Leben beginnt damit, dass sie in die unterirdischen Räume einer Kirche zieht und eine einjährige Ausbildung absolvieren muss.
Als es notwendig ist, ihr Leben der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, kontaktiert Ada einen Journalisten, der sie interviewen soll. Dabei erzählt Ada in Rückblicken ihr Leben.

Dieses Buch ist eine Mischung aus „ uffy – The Vampire Slayer“ und „Interview mit einem Vampir“ - und doch wieder ganz anders. Mit Witz, Charme und einer gehörigen Portion (Selbst)Sarkasmus wird in Rückblicken die Geschichte von Ada erzählt, ihre Probleme erörtert und ihr Zukunftsängste geschildert.

Zu Anfang erfährt man zunächst gar nichts über Ada, bis sie sich mit einem Journalisten trifft und diesem ihr Leben schildert. Sie erzählt, wie es dazu kam, dass die Jägerin wurde und warum.

Es hat Spaß gemacht, die Anfänge von Ada's Jägerinnen-Schicksal mitzuerleben. Auch wenn ich erst leicht verwirrt war, war es dann doch interessant, ihren Werdegang kennenzulernen. Mit jedem neuen Kapitel lernt man Ada und ihren Beschützer, Pater Michael näher kennen.

Actionszenen gibt es nur ganz wenige, steht doch eher im Mittelpunkt, wie es denn zu all dem kam. Dies war mal eine interessante Erzählweise. Ich gehe von aus, dass in den Folgebänden dann mehr auf die Kämpfe mit den dunklen Kreaturen eingegangen wird.

Die Autorin schildert Ada als schlagfertige Person, die sich nicht so leicht den Wind aus den Segeln nehmen lässt. Jedoch merkt man auch, dass es bei Ada innerlich gar nicht so aussieht, wie sie sich äußerlich gibt. Und dies führt zu einigen Verwirrungen.

Ich bin gespannt, wie die Autorin diese Reihe weiterführen möchte. Zur Zeit kann ich mir gar nichts vorstellen, weil es sich bei „Die Anfänge“ wirklich nur um den Rückblick auf eben diese Anfänge von Ada dreht.

Mir hat der Schreibstil besonders gut gefallen. Wenn ich schon auf den ersten Seiten des Buches schmunzeln oder – wie hier – lachen muss, ist es schon um mich geschehen.

Fazit:
Kleine Sachen, die das Buch nicht perfekt gemacht haben, geben etwas Abzug. Allerdings bekommt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung meinerseits.

Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

Verlag: Selbstverlag
erschienen: 2013
Printseiten: 211
Format: kindle Edition
ISBN: B00BJO2VT4

s. a. Bibliografie Nadja Losbohm

Samstag, 13. April 2013

Rezension // Sebastian Fitzek + Michael Tsokos - Abgeschnitten von SONJA


Bei der Autopsie einer verstümmelten Frauenleiche findet der Rechtsmediziner Paul Herzfeld eine Telefonnummer: die seiner Tochter. Die Mailboxansage bestätigt den grauenvollen Verdacht. Seine Tochter wurde entführt und eine grauenvolle Schnitzeljagd mit mehreren Leichen beginnt. Kann er seine Tochter vor Vergewaltigung, Verstümmelung und dem sicheren Tod retten?

In der mörderischen Schnitzeljagd spielen eine Vielzahl an unterschiedlicher Personen eine Rolle: Rechtsmediziner (durchgeknallt und bislang systemtreu), ein Student mit Millionen auf dem Konto, ein stalkender Exfreund, ein Vergewaltiger, mehrere Mörder (?), ein türkischer Hausmeister, eine Comiczeichnerin und und und

Wie passen diese alle zusammen? Dieses Bild setzt sich erst nach und nach zusammen und die schrittweise Auflösung ist spannend gestaltet.

Die Autopsie bzw. die Beschreibung der Leichen ist packend, was natürlich auf den Einfluss von Michael Tsokos zu führen ist und teilweise nichts für schwache Nerven.

Bei den Szenen mit der "Haut wie Butterbrotpapier" und dem "Schamhaarnest" musste ich beim Lesen doch Lachen, da dies die Szenen waren, von denen die beiden Autoren auf der Leipziger Buchmesse so lustig und lebhaft erzählt haben. Ansonsten gibt es bei diesem Buch nicht viel zu Lachen, denn die Taten sind grausam und man musste beim Lesen doch ordentlich Schlucken. Wer also nicht auf Blut und Co. steht, sollte hier nicht zu greifen.

Das Buch schafft es, gekonnt Kritik am Rechtssystem aus zu üben. Denn die Verhältnismäßigkeit im Strafmaß von Vergewaltigung bzw. Kindesmissbrauch zu Steuerhinterziehung müsste wohl mal überdacht werden. 

Die im Anschluss an den Roman beigefügten Erklärungen der Pathologieinstrumente fand ich überflüssig, da die "Leichenschau" hier ja sowieso nicht wie üblich durchgeführt wurde.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten und möchte nochmal einen Roman von diesem dynamischen Duo haben!

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2012
Seiten: 400
ISBN: 978-3426199268



Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2013 
© Sonja Kochmann

Freitag, 12. April 2013

Rezension // Mitch Winehouse - Meine Tochter Amy von SINA

Amy Winehouse hatte eine unvergleichliche Stimme und mit ihren Songs, die einem Gänsehaut bescheren, hat sie auch einen prägenden Eindruck hinterlassen. Doch so bewegend ihre Musik war, so bewegend war auch ihr Leben.

Jeder weiß, woran sie gestorben ist, aber wie es dazu kam, weiß kaum einer.

Mitch Winehouse war nicht nur Amys Vater, sondern auch einer ihrer besten Freunde, ihr Vertrauter und ihr Fels in der Brandung. Egal, wie es um Amy stand, er hielt zu ihr, versuchte sie aufzubauen, half, wo er konnte und hatte immer nur eins im Sinn: dass seine Amy glücklich ist.

Mitch Winehouse fängt mit seiner Erzählung in den wilden Jugendjahren von Amy am. Schon als Kind war sie aufmüpfig, hielt sich nur schwer an Regeln und eckte ständig an. Doch hatte sie schon von Kind auf eine Leidenschaft: Musik. In der Musik fand sie Halt, konnte ihre Gefühle ausdrücken und sich so mitteilen.

Amy's Vater erzählt in sehr einfachen Worten und in einer stoischen Schlichtheit die viel zu kurze Lebensgeschichte seiner Tochter. Er schildert, wie sie in die Drogensucht schlitterte, erfolgreich wieder herauskam, um sich dann der Ersatzdroge Alkohol zuzuwenden und von diesem Teufelszeug nicht los kam. Erst kurz vor ihrem Tod hatte Mitch den Eindruck, dass es mit Amy bergauf gehe und sie endlich ein ruhiges und normales Leben führen könne.

Ich bewundere Mitch Winehouse für seine Geduld, die er mit seiner Tochter hatte. Ständige Versprechungen ihrerseits, die sie letztendlich jedoch nicht einhielt, hielten ihn bei der Stange, gaben ihm Hoffnung und ließen ihn immer und immer wieder neue Wege finden, seine Tochter zu unterstützen.

Gleichzeitig schildert er Amy als sozialen Menschen, die ohne zu zögern auch mal einem Mann mit Leistenbruch die komplette Operation bezahlt, für Kinder einen Monat lang jeden Tag die Reitstunden bezahlt und der Mutter eines Freundes eine 20.000 Pfund teure Uhr schenkt.

Wenn man Amy nur aus der Presse kennt, sieht man nur das „Schlechte“, das ihr widerfahren ist. Die Hochzeit mit ihrem drogensüchtigen Freund, ihr Abrutschen in die Drogen- und Alkoholabhängigkeit, der Erfolg mit ihrer Musik.

Fazit:
Dank Mitch Winehouse kenne ich jetzt auch die private Amy. Es ist schön zu lesen, wie sehr er seine Tochter geliebt hat und wie sehr auch Amy an ihrer Familie hing.

Verlag: Edel Germany
erschienen: 2012
Printseiten: 254
Format: epub
ISBN: 9783841901453



Donnerstag, 11. April 2013

Lesung // Justin Cronin - Die Zwölf von SONJA

Am vergangenen Dienstag war es endlich soweit: Justin Cronin las in der Buchhandlung Leuenhagen und Paris aus dem zweiten Band der Passage-Trilogie "Die Zwölf" vor und stand  dem Publikum und Margarete von Schwarzkopf Rede und Antwort. Den deutschen Part las der Schauspieler Heio von Stetten.


© Sonja Kochmann


Sowohl der erste Band (Der Übergang) als auch der zweite Band (Die Zwölf) sind vom Umfang episch: Eine Vielzahl an Personen und Zeitsträngen fordern den Leser ordentlich heraus dabei zu bleiben. Ich muss zugeben, ich habe zeitweise geschwächelt.


© Sonja Kochmann


Nach der Vorstellung von Justin Cronin und Ausblick auf seinen eigentlichen Beruf als Hochschullehrer in Englisch wurde ich nachdenklich. Wenn ein Autor manche Bücher selbst erst nach 3 x Lesen gut findet, war ich dann bei meiner Punktevergabe zu hart? Immerhin ist das Zusammentreffen der Personen, Zeitstränge meisterlich gelungen......Sympathisch machte es das Ganze, dass der Autor selbst von Listen und Inventarverzeichnissen redet. Das dritte Buch ist derzeit in der Entstehung und soll erst in 2 (!) Jahren erscheinen. Es soll im Gegensatz zu den anderen beiden Büchern weiter in die Vergangenheit (1979) zurück gehen und schließlich (endlich!) die Geschichte um Amy auflösen.

Wie kam es zu Amy? Seine Tochter hat sich eine Geschichte gewünscht, von einem Mädchen, das die Welt rettet. So einfach ist das. Und wie kam es zu der bedeutungsvollen 12? Etwa wie die Tafelritter? Nein, es sollen dann doch eher die 12 Apostel sein.

Überhaupt enthält das Buch viele Hinweise zu literarischen Meisterwerken, die dann doch den eigentlichen Beruf des Autors preisgeben. Ich geb es zu: Ich habe sie nicht alle erkannt und danke Margarete von Schwarzkopf für diese Hinweise (Virgina Woolfs - Mrs. Dalloway, Shakespeare usw.).

Während der erste Band wie eine Art Western geschrieben wurde, ist der zweite Band wie George Orwells "1984" gestaltet. Justin Cronin hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Mittelstück der Trilogie eigenständig zu gestalten, so dass es viele Kehrtwendungen, neue Varianten und Charaktere gegeben hat.

Die Virals stellen übrigens für ihn etwas ganz Besonderes dar: Es sind die Flugzeuge von 9/11. Ein wunderschöner Tag im September und BAMM alles ist anders. Sie sind nach ca. 10 Jahre ohne kalter Krieg etc. ein nicht genau bestimmbarer Gegner  Darauf wäre ich ehrlich gesagt nie gekommen. Aber manche Autoren habe einfach besondere Einfälle. Deswegen schreibt ja auch nicht jeder einen Bestseller, oder?


© Sonja Kochmann


Heio von Stetten las den deutschen Teil übrigens sehr sehr gut. Ich war schon bei vielen Lesungen, aber diese Stimme war sehr angenehm und mitreißend  Man hat gemerkt, dass er dieses Buch gern gelesen hat. (Was man auch an der zerfledderten Ausgabe gemerkt hat, in die er ständig streng geheime Eintragungen gemacht hat.) Ich hatte nach der Lesung kurz Gelegenheit mit ihm über das Vorlesen und das Buch zu sprechen und er ist eindeutig ein Fan der Reihe. Ich würde gern noch mehr Lesungen mit diesem Schauspieler besuchen.

Während Heio von Stetten deutsch vorgelesen hat, hat Justin Cronin übrigens hochkonzentriert mitgelesen und sich sehr gefreut, dass wir den "bunny joke" verstanden haben. Denn bei 1 Million Wörter muss ein Autor auch in einem Horrorroman Witze reißen. Die amerikanische Aussprache von Häschen ist übrigens zum kringelig Lachen.


© Sonja Kochmann



© Sonja Kochmann


Eine Lieblingsfigur hat er übrigens nicht, denn alle können sterben...oder auch nicht.

In diesem Sinne, werde ich wohl Teil drei lesen, denn ich MUSS wissen wie es weitergeht......