Donnerstag, 30. Mai 2013

Rezension // Monica Davis - Nick aus der Flasche (03) von SINA



Der dritte Teil um Nick und Julie ist der rasanteste. Hier überschlagen sich die Ereignisse, denn Nick und Julie scheinen einen Weg gefunden zu haben, um zusammensein zu können, so dass Nick ein normales Leben führen kann. Connor versucht den beiden zu helfen, doch dann taucht plötzlich eine Hexe namens Ginger auf und stellt nicht nur Nick und Julies Leben auf den Kopf. Auch Connor weiß nicht mehr so recht, wem er trauen kann.

Nahtlos schließt der dritte an den zweiten Teil an. Da der zweite Teil mit einem Cliffhanger endet und gleich am Anfang vom dritten Teil die Situation für Nick und Julie gut ausgeht, meint man, beruhigt aufatmen zu können. Doch dann geht es Schlag auf Schlag.

Die Anziehungskraft und die Leidenschaft, die zwischen Nick und Julie herrscht, nimmt zu und eigentlich denkt man, dass es keinen Ausweg für die beiden gibt. Denn je näher sich Nick und Julie kommen, desto schlechter geht es Nick. Er wird schwach, er kann seine Kräfte nicht mehr einsetzen und braucht Abstand von Julie um sich zu erholen. Diese Situation ist für beide unerträglich. Doch dann stoßen sie auf einen Weg, der dem allen ein Ende machen könnte.

Connor ist in diesem Teil mein größter Held. Er setzt sich für Julie und Nick ein, kämpft mit Kräften, die ihm überlegen sind und ist auch sonst einfach nur sehr sympathisch. Konnte ich ihn in den beiden vorherigen Teilen nicht so recht einschätzen, hat er jetzt mein vollstes Vertrauen gewonnen und ich wünsche ihm einfach nur das Allerbeste.

Nick und Julie sind einfach nur zuckersüß. Die beiden sind total ineinander verliebt, wollen auch zusammensein, doch steht den beiden die Kraft von Nick dazwischen.

Die Lösung scheint eben so einfach wie sinnvoll zu sein. Doch findet die Autorin immer wieder Mittel und Wege, dass doch nicht alles so ist, wie es eigentlich scheint.

Die letzte Hälfte ist spannend und rasant. Und natürlich kommt die Autorin auch nicht ohne eine sehr erotische Szene aus. Aber dies ist eben ihr Markenzeichen und gehört zu ihren Büchern, wie das Wasser zum Fisch.

Das Ende hält einige Überraschungen bereit. Trotzdem ist die Geschichte abgeschlossen. Einiges ist jedoch offen und so kann man hoffen, dass die Reihe von der Autorin weitergeführt wird.

Fazit:
Insgesamt ist die aus drei Teilen bestehende Geschichte rund um den Flaschengeist Nick und seine Herrin Julie ein wunderschönes Märchen rund um das Verliebtsein.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Selbstverlag
erschienen: 2013
Printseiten: 124
Format: epub
ISBN: 978-3-8476-3742-4

s. a. Bibliografie Monica Davis 

Mittwoch, 29. Mai 2013

Rezension // Renée Holler - Die Diebe von London (01) von SINA



Allein das Cover ist schon einen Blick wert. Der zweite Blick auf „Die Diebe von London“ ist dann noch viel schöner. Denn nicht nur die Geschichte ist toll und bestens für Kinder geeignet, nein auch die enthaltenen Illustrationen sind einfach nur schön.

Alyss ist ein junges Mädchen, dass den Tod ihres Vaters verkraften muss. Dieser ist nämlich bei der Überfahrt in die Neue Welt mit dem Schiff untergegangen. Alyss' Onkel hat sich nun aber in Hatton Hall, dem Landsitz von Alyss' Familie eingenistet und trachtet nach ihrem Leben. Nur ein goldener Salamander, den ihr Vater ihr hinterlassen hat, kann sie retten. Als Junge verkleidet macht sich Alyss nach London auf, um dort nach Sir Christopher zu suchen und ihm den Salamander zu geben, damit er ihr hilft, ihren Onkel aus Hatton Hall zu vertreiben.
In London angekommen, findet sich Alyss gleich auf einen Jahrmarkt wider und staunt nicht schlecht über die Farbenvielfalt und ungewöhnlichen Kunststücke. Und das wird ihr zum Verhängnis, denn Jack, ein Dieb, stiehlt ihre Geldbörse – und darin befand sich das einzige Hilfsmittel: der goldene Salamander...

Das Cover des Kinderbuches ist der absolute Hingucker. Man sieht Alyss und Jack auf der Flucht. Alles ist bunt und in großer Schrift prangt der Titel des Buches. Aber auch das Innere ist lesenswert. Die Geschichte beginnt damit, dass Alyss von ihren Cousins durchs Haus gejagt wird und Alyss sich verstecken muss. Als sie mit anhört, wie ihre Cousins von einem Häscher reden, der auf sie angesetzt worden sein soll, beschließt sie, nach London zu gehen, um sich Hilfe zu holen. Und ab diesem Zeitpunkt besteht Alyss ein Abenteuer nach dem anderen und muss sich immer wieder vor ihrem Onkel in Acht nehmen.
Aber auch eine Kinderhändler-Bande treibt ihr Unwesen. Alyss und der Dieb Jack werden da mit hineingezogen und müssen auch dort einiges durchstehen.

Die Schreibweise ist kindgerecht und ich kann mir gut vorstellen, die Geschichte auch zusammen mit meinem Sohn zu lesen bzw. sie ihm vorzulesen. Die Spannung zieht sich durch das ganze Buch und es entsteht kein Moment der Langeweile.

Die Kapitel sind nicht allzu lang und so kann das Buch zum Vorlesen auch gut unterteilt werden.

Mir sind zwar ein paar stilistische Fehler aufgefallen, aber letztendlich hat dies dem Lesefluss keinen Abbruch getan.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, was ich persönlich für ein Kinderbuch nicht sehr gelungen finde. Denn so bleiben Fragen offen, die dem Kind noch nicht beantwortet werden können. Die Geschichte ist jedoch als der Auftakt einer Reihe angelegt. Hoffen wir, dass noch weitere Geschichten rund um Jack und Alyss erscheinen.

Fazit:
Eine schöne, spannende Geschichte aus dem Mittelalter, kindgerecht und mit schönen Illustrationen, die das Buch nochmals aufwerten.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: ars edition
erschienen: 23.08.2014
Printseiten: 268
ISBN: 978-3-8458-0770-6

s. a. Bibliografie Renée Holler

Dienstag, 28. Mai 2013

Rezension // Kristin Harmel - Solange am Himmel Sterne stehen von SONJA

© Sonja Kochmann

Hope leitet die Familienbäckerei im kleinen amerikanischen Dörfchen Cape Cod. Ihre Ehe wurde geschieden, ihre Tochter befindet sich in der rebellischen Pubertät, die Bank will ihren Kredit kündigen, ihre Mutter ist gestorben und ihre einzige Stütze, ihre Großmutter Rose, befindet sich im Endstadium einer Alzheimererkrankung. In einem lichten Moment bittet diese Hope nach Paris zu fahren und das Schicksal ihrer Familie herauszufinden. Denn bislang wusste niemand von den jüdischen Wurzeln, einer verloren geglaubten Liebe und dem vermeintlichen Schicksal der Familie. Kann Hope Rose ein letztes Mal helfen?

Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich dieses Buch nicht lesen wollte! Warum? Zum einen habe ich selbst in meinem engsten Familienkreis einen Fall von Demenz und es ist schwer mit anzusehen, wie sich ein Mensch verändert und wie Erfahrungen und Geschichten verloren gehen. Zum anderen hat es auch in meiner Familie während des Zweiten Weltkrieges Verluste gegeben, so dass ich mir nicht sicher war, ob mir das Buch nicht zu nahe geht.

Warum habe ich es dann doch gelesen? Waren es die Kuchenfotos der PR-Aktion bei Facebook? Oder das esoterisch wirkende Cover? Es war Neugier: Ich wurde belohnt.

Die vergessene Geschichte der Rose wird in diesem Buch schrittweise enthüllt. Dies wird durch die Recherche von Hope und in einigen Kapiteln (in Kursivschrift) durch Gedanken von Rose dargestellt. Nachdem die Geschichte ihre Einleitung überwunden hatte, nahm das Buch Fahrt auf. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen, aus Angst, ich könnte bei der Suche etwas verpassen. Hope befindet sich schließlich auch unter Zeitdruck, denn der Zustand von Rose verschlechtert sich täglich.

Ich will an dieser Stelle nicht zuviel verraten, aber es gab zwei Szenen in diesem Buch, da MUSS man Taschentücher parat haben (Ich heule sonst nie bei Büchern und war etwas unvorbereitet.)

Hinterher benötigt man definitiv auch eine Diätberatung, sollte man all die wundervoll klingenden Backrezepte ausprobiert haben oder zum Bäcker nebenan gelaufen sein. Denn im ebook werden zwischen den Kapiteln die Backrezepte der Familie aufgeführt. Diese Backrezepte stehen inhaltlich im Zusammenhang zu der rätselhaften Flucht von Rose. Eine interessante Variante die zum Nachdenken anregt. Haben die Weltreligionen wirklich nichts gemeinsam? Was verbindet uns?

Das Buch regt nicht nur zum Nachdenken über die geschichtliche Vergangenheit, das religöse Miteinander an, sondern auch über seine eigenen Wünsche und Pflichten. Denn Hope steht an einem Scheideweg und ist sich selbst nie Genug. Sie findet Zuspruch und vielleicht auch die Liebe...

Das Buchcover finde ich persönlich etwas unpassend. Es wirkt auf mich wie ein Hippie-Batikrock. Auch wenn mir inhaltlich klar ist, warum diese Farben gewählt wurden, hätte ich einen dunklen Sternenhimmel bzw.Dämmerung mit Sternen besser gefunden.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten für dieses wundervolle Buch und kann sagen, dass es ein heißer Anwärter für meinen Tipp des Monats ist.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2013
Seiten: 480
ISBN: 978-3442381210

Rezension // Vina Jackson - Die Farbe der Sehnsucht von SONJA


Lily ist eine unauffällige Studentin, die ihr normales Leben anödet. Sie lässt sich ein Tränentattoo ins Gesicht stechen, lernt daraufhin eine Auswahl an interessanter Männer kennen und sammelt Erfahrungen in der SM- und Fetischszene Londons.

Die Farbe der Sehnsucht ist der nun mehr fünfte Band der Erotik-Reihe 80 Days. Die Person der Lily taucht in den Vorbänden nur am Rande auf, so dass meine Erwartungen sich doch sehr in Grenzen hielten.

Wer also die Vorbände nicht kennt, kann gut mit diesem Band einsteigen, denn das Wiedersehen mit den anderen Figuren fällt sehr knapp aus und konzentriert sich nicht so sehr auf die bereits eingeführten Charaktere.

Lily gleicht von der Beschreibung sehr Schneewittchen (dies war auch der Spitzname, der ihr durch die Familie vergeben wurde) und sie will nun endlich aus diesem Muster ausbrechen. Dieser Ausbruch ist gelungen dargestellt: Tattoo im Gesicht, älterer Freund, Affäre mit einem Rockstar, Job im Fetischclub usw. 

Zur Abwechselung hat der Leser es nun mal mit einer jungen Frau zu tun, die Gefallen an der dominanten Unterwerfung findet und dies schrittweise für sich entdeckt. Sie wird zur Domme ausgebildet, doch ihr fehlt dennoch die Liebe, der Weg dahin ist steinig und abwechslungsreich in den erotischen Szenen beschrieben.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten für Schneewittchen mit der Peitsche und der Träne auf der Suche nach sexueller Erfüllung und der wahren Liebe.

Verlag: carl's books
erschienen: 2013
Seiten: 336
ISBN: 978-3570585276

Sonntag, 26. Mai 2013

Rezension // Monica Davis - Nick aus der Flasche (02) von SINA


Nick hat sich von der Verletzung, die er sich am Ende des ersten Teils zugezogen hat, erholt und ihm steht nun sein erster Schultag bevor. Und dieser verläuft für Nick einfach nur fantastisch. Er wird von allen gleich willkommen geheißen und die Mädchen der Schule sind hin und weg. Josh, der bislang die Rolle des Casanovas an der Schule inne hatte, gefällt dies natürlich gar nicht und lässt Nick dies auch deutlich spüren.
Julie indes muss sich eingestehen, dass sie doch mehr für Nick empfindet, als sie ursprünglich gedacht hat.

Die Geschichte steigt gleich dort ein, wo der erste Teil aufgehört hat.
Nick und Julie entwickeln sich weiter und vor allem entwickeln sich die Gefühle füreinander, obwohl Julie dies nicht richtig wahrhaben will. Was sie jedoch weiß ist, dass ihre Gefühle für Josh nicht richtig sind.
Denn Josh entwickelt sich zu einem regelrechten Mistkerl.

Connor, Julies Bruder, hingegen hat diesmal eine größere Rolle und wird einem auch erst richtig sympathisch, bis er dann jedoch eine Bedingung stellt, die ihn wieder unsympathisch macht.

Julies Eltern finde ich klasse. Sie stellen zwar Regeln auf, können aber auch richtig lässig sein. Bis... tja, bis es am Ende des Buches wieder zu einem Cliffhanger kommt, der für Julie und Nick eigentlich nur richtig Ärger bedeuten kann. Aber wie es weitergeht, wird man erst im dritten Teil erfahren.

Nick muss einen Verlust erleiden, der selbst mir ein paar Tränchen ins Auge getrieben hat. Dies zeigt mir mal wieder, wie sehr einem die Charaktere doch vertraut sind und ans Herz wachsen.

Fazit:
Der zweite Teil war zwar nicht so rasant und erfrischend, wie Teil eins, doch aufgrund der Emotionen nicht weniger lesenswert.

10 von 10 Punkten.

Verlag: neobooks Self-Publishing
erschienen: 2013
Seiten: ca. 100
ISBN: 9783847637059


s. a. Bibliografie Monica Davis

Rezension // Michaela B. Wahl - Rashen: Einmal Hölle und zurück (SINA)

Schon das Cover ist ein Hingucker. Auf weißem Hintergrund grinst einem ein frecher kleiner Dämon mit nur einem Auge an. Wie ich das Cover das erste Mal sah, war ich schon begeistert. Und nun hatte ich auch das Vergnügen, das Buch lesen zu dürfen.

Rashen ist ein Oishine, ein Dämon der niedersten Art. Seine Aufgabe: Menschen Wünsche zu erfüllen, während diese ihre intimsten Geheimnisse preis geben müssen.
Eines Tages wird Rashen von Claire gebannt, ausgerechnet in den Körper des toten Verlobten von Claire. Das dies nicht gut gehen kann, ist wohl schon klar. Dazu kommt auch noch, dass Claire sich ihren Lebensunterhalt mit Strippen verdient, um damit ihr Studium zu finanzieren. Rashen lässt dies natürlich nicht kalt.
Doch dann findet er heraus, dass Claire einen Blutspakt geschlossen hat – ausgerechnet mit dem Dämon, den Rashen am wenigstens erwartet hat.

Was sich im ersten Moment sehr verwirrend anhört, wird jedoch während des Lesen des Buches sehr klar und deutlich.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich verliebt bin – in die Geschichte selbst. Denn sie ist eine Mischung aus Bartimäus und Harry Potter mit einer prickelnden Prise Erotik und einer gehörigen Portion Witz bis teilweise hin zum schwarzem Humor. Diese Mischung hat mir ausgesprochen gut gefallen und dies ist unter anderem der Grund, warum das Buch nun in meiner Favoritenliste gelandet ist und ich es jedem nur wärmstens empfehlen kann, die Geschichte zu lesen.

Außerdem spielt Johnny Depp eine ungewollt große Rolle – und wer Johnny Depp erwähnt, hat bei mir sowieso schon gewonnen ;-)

Aber Spaß beiseite: Die Geschichte ist rasant, witzig und originell.
Rashen ist ein Oishine, ein Dämon, der auf der untersten Stufe des Bösen rangiert. Und dementsprechend wird er auch behandelt. Doch trotz seines niedrigen Stands hat er seinen Witz und seinen Sarkasmus nicht verloren oder vielleicht auch gerade aufgrund dessen. Er war früher ein Incubus und da diese bekanntlich sehr auf Sex stehen, schlägt diese Seite immer wieder durch. Rashen war mir von Anfang an sympathisch.

Claire ist eine junge Frau, die schon einiges durchmachen musste. Der Tod ihrer Eltern, kurz darauf der ihrer Großmutter und dann noch ihr Verlobter. Sie hat eine vorwitzige und sehr forsche Art, hinter der jedoch eine verstörte und verzweifelte Frau steckt. Zuerst konnte ich sie nicht so leiden, doch mit der Zeit ist sie mir sehr ans Herz gewachsen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und macht einfach Lust, Wort für Wort zu lesen. Die knapp 260 Seiten fliegen nur so dahin und machen Lust auf mehr. Vielleicht kann man ja irgendwann wieder was aus der Welt der Oishine lesen, vielleicht sogar mit Rashen und Claire selbst.

Fazit:
Frisch, nicht sehr fromm, fröhlich und vor allem frei von der Leber weg – Unterhaltung in ihrer schönsten Weise.

Verdiente 10 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2013
Seiten: 253
ISBN: 978-3-426-43069-9

s. a. Bibliografie Michaela B. Wahl

Donnerstag, 23. Mai 2013

Rezension // Lara Adrian - Erwählte der Ewigkeit von SONJA

© Sonja Kochmann

Der Orden wird weiterhin von Dragos Machenschaften bedroht und ist gezwungen das gewohnte Hauptquartier aufzugeben. Sterling Chase ist zwischen Ehrgefühl für den Orden und Blutgier hin und her gerissen, als er Tavia begegnet. Sie ist etwas ganz Besonderes....
Nachdem der Vorband Gejagte der Dämmerung mit einem ordentlichen Cliffhanger endete, empfiehlt es sich wirklich die Reihenfolge der Midnight-Breed-Reihe einzuhalten. Da es sich ja nun mittlerweile um den 10. Band handelt, habe ich mich die ersten 100 Seiten gefragt, wo führt uns den nun die Verschwörung um Dragos, die ja nun die letzten Bände Thema ist, eigentlich hin? Ich hatte sogar zeitweise die Befürchtung, dass sich die Reihe tot laufen würde, doch dann kam eine neue Variante aus Dragos Zuchtlabor ins Spiel und brachte ordentlich Zunder in die Geschichte.

Nachdem ja die Autorin in jedem Band einen Vampir verkuppelt und die Damen immer schlagfertiger wurden, hat Tavia hier einige Besonderheiten auf Lager, die ich aufgrund des Spannungsbogens hier nicht verraten will. Doch die Dame hat es wirklich drauf, die Vampirmachos (anfänglich ungewollt) zu beeindrucken. Dies bringt tatsächlich Abwechselung  in die Reihe.

Ohne zuviel zu verraten, darf man sagen, dass die Verschwörung Dragos in diesem Buch die blutige Spitze erreicht und dennoch Raum für glaubwürdige Folgebände gibt. 10 von 10 Punkten!


Verlag: egmont lyx
erschienen: 2012
Seiten: 464
ISBN: 978-3802583858


Rezension // Tran Arnault - Heiße Nächte von SONJA


Eine Frau ohne Namen trifft in Hotelzimmern ihre Kunden/innen und verschafft diesen Befriedigung.

Nachdem die Inhaltsangabe sehr knapp ist, kann man dies auch über die Handlung sagen: rein ins Zimmer, pieppieppiepwirhabenunsallelieb (obwohl dies noch nett ausgedrückt ist) und wieder weg. Mich hat das anonyme und die fehlende Beschreibung der Protagonisten sehr gestört. Ich habe mich beim Lesen immer gefragt: "Wozu das Ganze? Warum?".

Ein guter Erotikroman ist nicht nur eine Aneinanderreihung von erotischen Szenen. Auch der Weg dahin und die Personen sind wichtig. (Auch wenn viele der Meinung sind, dass in Pornos nicht geheiratet werden muss etc. - Klassiker diesbezüglich.)

Der Schreibstil ist in Ich-Form, was ich aufgrund der einzelnen Zimmergeschichten noch störender fand. Die Handlung wird im Stenostil geschrieben: Ich machte dies. Er tat das. Noch gefühlskalter kann Sex nicht beschrieben werden. Für die Idee des Buches daher 2 von 10 Punkten.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2012
Seiten: 128
ISBN: 978-3442378951

Mittwoch, 22. Mai 2013

Rezension // Jennifer Benkau - Dark Destiny (02) von SINA


Ich war zwar nicht so begeistert vom ersten Teil, wie die Mehrheit der Leser von „Dark Canopy“, doch hat am Ende des Buches doch die Neugier gesiegt, den zweiten Teil zu lesen.

Joy lebt wieder bei den Rebellen, allerdings fühlt sie sich nicht wohl. Ihre Gedanken kreisen nur um Neél, der an die Percents ausgetauscht wurde. Als Joy von Neéls Tod erfährt, bricht für sie eine Welt zusammen und sie will nur noch eines: Wissen, warum er sterben musste. Sie macht sie auf in die Stadt um Antworten zu erlangen und hegt eine weitere Hoffnung: Kann sie fliehen und ein neues Leben in einem anderen Land beginnen? Doch sie braucht Hillfe.

Mir hat der zweite Teil besser gefallen, auch wenn Joy und Neél immer mehr in Selbstmitleid zerfließen und nichts gegen ihrer Situation unternehmen. Insgesamt wirkt die Geschichte sehr düster, Joy und Neèl sind durch ihre mehr als angespanntes Leben gereift und auch der Umgang zwischen Menschen und Percents ist gereizter und teilweise sehr emotionaler geworden

Gerade Joy hat sich in meinen Augen zu einem ganz anderen Menschen entwickelt. Ihr Denken und ihr Handeln unterscheidet sich sehr zu dem der Rebellen und manchmal könnte man meinen, sie sei jetzt eher eine Percent, obwohl es Percent-Frauen gar nicht gibt.

Neél war für mich zu Anfang ein richtiges Weichei, doch im Laufe der Geschichte habe ich meine Meinung geändert. Der kann nicht anders, sein Handeln ist vorbestimmt und entspricht eben seiner Natur.

Im letzten Drittel des Buches nimmt die Geschichte eine große Wendung für alle Beteiligten, die dann am Ende auch den Anfang des Buches, den Prolog, erklärt. Denn beim Lesen des Prologs war ich etwas verwirrt, hatte aber gehofft, dass dies noch aufgelöst wird.

Die Story endet nicht mit einem Happy End, was ich eigentlich gar nicht so schlecht finde. Es ist mal was anderes und ich finde auch, dass das Ende gar nicht mal so schlecht gelöst ist. Es ist stimmig und passt auch zu den Charakteren der Protagonisten.

Ich hatte das Gefühl, dass auch die Autorin mit Schreiben des Buches in ihrer Geschichte gereift ist und sich auch mehr in die Charaktere hineinversetzen konnte. Dies hatte mir im ersten Band etwas gefehlt.

Fazit:
Ein düster-depressives Buch über eine Zukunft, die sich keiner so recht vorstellen will.

Ich verge 7 von 10 Punkten.

Verlag: Script5
erschienen: 2013
Printseiten: 464
ISBN: 978-3-8390-0145-5 

s.a. Bibliografie Jennifer Benkau

Dienstag, 21. Mai 2013

Rezension // Susan Elizabeth Phillips - Wer Ja sagt, muss sich wirklich trauen von SONJA


Lucy ist in dem Buch "Der schönste Fehler meines Lebens" von der Hochzeit mit Ted getürmt. Sie schwingt sich auf das Motorrad von Panda und flieht von Mr. Perfect und ihrem so tollen reizlosem Leben. Doch was nun? Und wie versteckt sich die Tochter der ehemaligen Präsidentin der Vereinigten Staaten am besten vor der Presse?

Ich bin ein riesen Fan von Susan Elizabeth Phillips (SEP). Nachdem ich bereits bei der Lesung zum Buch "Der schönste Fehler meines Lebens" im Mai 2011 davon hörte, dass das nächste Buch von Lucy handeln würde, habe ich mich tierisch gefreut. SEP hat schließlich eine kleine Welt geschaffen. Einige Hauptfiguren haben untereinander geheiratet, die nun Kinder im heiratsfähigen Alter haben. Es ist wie eine Art Familienzusammenkunft. Man muss die einzelnen Bücher jedoch nicht gelesen haben. Sie sind eigenständig und leicht und locker zu lesen.

Die 512 Seiten vergingen wie im Fluge und enthält nicht nur eine Liebesgeschichte. Die Geschichte, warum Mr. Perfect nicht Mr. Right ist, ist zwar die Hauptgeschichte, aber hier finden sich noch zwei andere Pärchen.

Lucys Flucht hat eine Zwischenstation auf einer kleinen Insel und Inselbewohner sind ja manchmal ein bisschen schrullig. So hat sie einen 12 jährigen Nachbarn  der sich nach dem Tod der Oma als Haushaltshilfe versucht, eine Nachbarin, deren Leben nach der Scheidung in Scherben daliegt, einen Immobilienmakler mit sehr viel Charme, großem Herz und schlechtem Gewissen.

Hinzu kommt der Biker Panda, der eigentlich gar kein Biker ist und eine übergewichtige TV-Moderatorin zur Diätkur auf die Insel schleppt.

Ein riesiger Knoten, der beim Entwirren für Schmerz, Wut, Trauer und ganz viel Liebe sorgt. Die Dialoge sind klasse und aufgrund der Vielzahl der Charaktere ist dieses Buch sehr abwechslungsreich. Die Probleme der einzelnen Figuren sind realistisch und gut dargestellt: 10 von 10 Punkten!

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2013
Seiten: 512
ISBN: 978-3764504557

Rezension // Rachel Gibson: Wer zuletzt lacht, küsst am besten von SONJA


Sadie muss zu einer Hochzeit in ihrer texanischen Heimatstadt  Hier sagen sich Hase und Igel Gute Nacht und ihr graut vor dem Klatsch und Tratsch der Einwohner und dem Wiedersehen mit ihrem gefühlskalten Vater. Auf der Landstraße liest sie Vince auf, der eine Autopanne hat und unterwegs zu seiner Tante ist.

Wer auf der Suche nach einer leichten und lockeren Liebesgeschichte mit spritzigen Dialogen ist, wird hier fündig. 

Sadie und Vince wollen beide keine Beziehung: nur ein bisschen Sex und da in der texanischen Kleinstadt die Auswahl an möglichen Bettpartner nicht gerade üppig ist, landen die beiden nach ordentlichen Gekabbel in der Kiste. Diese Dialoge sind wirklich zum Schmunzeln und teilweise ordentlich anzüglich. Mir hat es super gefallen.

Doch dann passiert, was immer in Liebesgeschichten passiert, etwas Unvorhergesehenes geschieht und Vince und Sadie müssen füreinander einstehen. Diese Variante (ich verrate nichts) ist gelungen und hat mich überzeugt. 

Anfänglich war ich immer am Überlegen, woher ich den Charakter des Vince kenne. Ab der Mitte des Buches wurde mir klar, Vince ist der Bruder von Autumn aus dem 6. Band der Seattle Chinooks Reihe "Küssen hat noch nie geschadet". Das Buch ist aber keine Voraussetzung, sondern einfach ein nettes Wiedersehen.

Auch die schrulligen Texaner in der Kleinstadt fand ich sehr gelungen, so dass ich mir vorstellen könnte, den ein oder anderen in Folgeromanen noch zu verkuppeln. Auch am Ende des Buches werden bereits ein paar Personen erwähnt, die vermutlich einen weiteren Band vorbereiten, da es diesbezüglich ein offenes Ende gibt. Da in der Verlagvorschau schon zwei weitere Titel (Küssen gut, alles gut und Das muss Liebe sein) ohne Inhaltsangabe auftauchen, bin ich gespannt und vergebe 10 von 10 Punkten.



Verlag: Goldmann
erschienen: 2013
Seiten: 320
ISBN: 978-3442477500


Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2013 
© Sonja Kochmann



Sonntag, 19. Mai 2013

Rezension // Catherine Tarley - Die Plantage von SONJA


Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges findet die Witwe Antonia auf ihrer Plantage den verletzten britischen Offizier William. Sie entschließt sich ihn gesund zu pflegen, obwohl sie um den Erhalt ihrer Plantage bangen muss. Doch William ist gefangen in Hass, Wut und Heimweh und stiftet Unruhe.

Das Buch habe ich vor einiger Zeit bei vorablesen gewonnen. Hier und auch im Buchladen wurde es als historische Liebesgeschichte verkauft, so dass ich mich auf dieses Buch sehr gefreut habe. Auch das Cover fand ich sehr schön.

Als ich anfing zu lesen (über das Probekapitel hinaus), musste ich das Buch wieder weglegen. Antonia und William wurden mir von Seite zu Seite unsympathischer: Antonia weinerlich und schwach: obwohl sie anfänglich einen starken Eindruck machte. William egoistisch, gewalttätig, unfreundlich. Wie daraus eine Liebesgeschichte werden sollte, war mir schleierhaft und ich wollte es auch gar nicht richtig wissen. 
Vor Kurzem nahm ich das Buch wieder zur Hand und las. Das Thema Südstaaten fand ich sehr interessant und ich zwang mich zum Weiterlesen. Und es war Zwang! 880 Seiten und am Ende musste ich sagen, warum nennt man ein Buch "Die Plantage", wenn ein Großteil der Handlung dort gar nicht spielt und auch nicht unbedingt Dreh- und Angelpunkt des Buches ist?

Dies ist nämlich eher die indianische Sage, dass der Krieger einen schwachen Mann tötet und aufgrund des Gebetes der Witwe seinen Platz einnehmen muss. 

Am Ende war ich etwas irritiert, denn für eine Liebesgeschichte waren die letzten 10 Seiten nicht wie erwartet geschrieben. Ich meine damit nicht, ob oder dass es ein Happy End geben muss oder gibt. Nein, hier wird kaum etwas über Gefühle oder Beweggründe der Personen untereinander geschrieben. Es war eher eine Abfolge von logischen Konsequenzen.

Auch der monotone Schreibstil führte zu einer empfundenen Gefühlskälte der Protagonisten. Eigenartig fand ich auch, dass die Personen kaum beschrieben wurden. Dies führte dazu, dass ich auch bei Ende des Buches kaum eine Vorstellung vom Aussehen von William und Antonia habe. Die Beschreibung von Land, Umgebung und Kleidung war ausführlicher. 

Das Buch enthält einige Kapitel, die sich auf bestimmte Charaktere konzentrieren, was den Leser auf das Aufeinandertreffen der Figuren vorbereitet.

Historisch war dieses Buch jedoch sehr interessant und man hat auch während des Lesens die Blattverweise und Erläuterungen nicht gebraucht, so dass ich 4 von 10 Punkten vergebe.

Verlag: dtv
erschienen: 2012
Seiten: 880
ISBN: 978-3423249430


Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2013 
© Sonja Kochmann

Rezension // Monica Davis - Nick aus der Flasche (01) von SINA


Monica Davis ist ja das Pseudonym von Monika Dennerlein, die unter dem weiteren Pseudonym Inka Loreen Minden Erotikromane im Fantasybereich schreibt. Da ich von der Wächterschwingen-Reihe angetan bin, war ich natürlich interessiert, wie sie einen Roman für Jugendliche bzw. ein sog. YOUNG ADULT-Roman umgesetzt hat.

Mit 17 Jahren fühlt sich Julie noch zu jung, um sich ernsthaft Gedanken um ihre Zukunft zu machen, hat sie doch ganz andere Probleme. Der beliebteste Junge der Schule hat sie gerade abblitzen lassen und auch sonst ist ihr Leben eher langweilig. Als sie eine antik wirkende Flasche geschenkt bekommt, ahnt sie nicht, dass sich ihr Leben nun um 180 Grad drehen wird. Denn in der Flasche wohnt Nick, ein Geist und nun hat Julie 3 Wünsche frei. Die sollen mit Bedacht gewählt werden, doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Die von Anfang an sehr fröhlich wirkende Schreibweise „zwingt“ einem regelrecht auf, den ersten Teil des Buches auf einen Rutsch durchzulesen. Sicher trägt da aber auch noch ein kleiner Sympathiebonus bei, denn Julie und Nick sind einfach zum Anbeißen. Beide sind jung, wollen ihren Spaß und das merkt man deutlich. Auch wenn Nick ein Flaschengeist ist und in diese Situation hineingezwängt wurde, macht er doch das Beste daraus und möchte sein Leben, dass er ab sofort im Dienste von Julie führt, auch genießen.

Julie ist mir von Anfang an ans Herz gewachsen, auch weil sie gerade von einem Jungen dermaßen abserviert wurde, dass ich diesen am liebsten genommen, geschüttelt und selbst in die Flasche gesteckt hätte.
Nick ist treuherzig, leicht naiv, was aber daran liegt, dass der noch in der Zeit der Hippies „lebt“ und würde für Julie alles tun. Schließlich ist sie seine Herrin.

Der erste Band des in drei Teile gesplitteten Romans las sich schnell, flüssig und man merkte dem Schreibstil der Autorin an, dass sie Freude am Erstellen der Charaktere hatte.

Die zarte Liebesgeschichte, die sich anbahnt, passt zu dem angehenden Frühlings-/Sommerwetter und macht Lust auf die gesamte Geschichte.

Wer keine Lust auf einen Ciffhanger der fiesen Art hat, sollte bis Juni warten. Da erscheint die ganze Geschichte als Taschenbuch.

Fazit:
Julie und ihr Nick aus der Flasche sind ein schönes Paar. Einmal angefixt, will man mehr von den beiden wissen.

Ich vergebe 9 von 10 Punkten, um mir für die Folgebände noch etwas offen zu halten.

Verlag: neobooks Self-Publishing 
erschienen: 2013 
Seiten: 140 
ISBN: 978-3-8476-3658-8

s. a. Bibliografie Monica Davis

Rezension // Nathan Jaeger - Der Schild von SINA

Nachdem ich von „Graues Meer und blaue Sonnen“, einem homoerotischen Roman des Autors aufgrund der gefühlvollen Schreibweise begeistert war, nahm ich mich nun einem Werk von ihm an, dass einem ganz anderen Genre, nämlich der Urban Fantasy, entspricht.

Jazz liebt das Laufen, sehr zum Ärger ihrer Eltern, die doch eher etwas Gradlinigeres für die Zukunft ihrer Tochter geplant hatten. Doch Jazz lässt sich nicht unterkriegen, gerade auch, weil sich anscheinend David, ebenfalls ein sportbegeisterter junger Mann, für sie interessiert. Doch irgendetwas stimmt mit David nicht. Immer wenn sie meint, ihm näher gekommen zu sein, blockt er wieder ab und benimmt sich teilweise auch eigenartig.
Nur Frederik, der Butler von Jazz' Familie, scheint zu wissen, was genau dahintersteckt. Denn Jazz ist L'Insigne - Der Schild des Equilibre. Und David soll auf sie aufpassen. Und sich nicht in sie verlieben.

Und leider hat mir dieses nicht so gut gefallen. Zu Anfang war ich sehr verwirrt, denn es dauert lange, bis endlich eine kleine Aufklärung dessen kommt, was David eigentlich ist und zu tun hat. Die benutzten Fantasy-Begriffe werden zwar in einem Glossar erklärt, jedoch fand ich es sehr mühsam, immer wieder vorzublättern und nachzulesen, was denn alles bedeutet. Gerade weil es viele dieser Begriffe waren.

Ansonsten fand ich die Story gar nicht so schlecht, an der Umsetzung hat es mir nur etwas gehapert. Wüsste ich nicht, dass der Autor es von der Schreibweise besser kann und „Der Schild“ auch vor „Graues Meer und blaue Sonnen“ erschienen ist, würde ich sagen, dass die Bücher nicht von dem ein und selben stammen.

Trotzdem hatte die Geschichte dann doch einen gewissen Reiz, wollte ich natürlich wissen, wie es mit Jazz und vor allem ihrer Zukunft weitergeht.

Besonders gut hat mir der Charakter des Frederik gefallen. Ein sehr „cooler“ Butler, der immer einen guten Ratschlag auf den Lippen hatte und für Jazz und auch David unersetzlich geworden ist.

Das Ende war nicht so nach meinem Geschmack, vielleicht zieht es aber noch einen nächsten Teil nach sich. Es bleibt dann doch einiges offen.

Fazit:
Letztlich liegt mir eine solide Geschichte vor, die mich zwar nicht richtig gepackt hat, aber doch einen Reiz ausgesprüht hat, mich doch noch näher mit dem Autor zu beschäftigen.

Ich vergebe 6 von 10 Punkten.

Verlag: Selbstverlag
erschienen: 2012
Printseiten: 555
ASIN:  B009LAMYW2

s. a. Bibliografie Nathan Jaeger

Samstag, 18. Mai 2013

Rezension // Kady Cross - Das Mädchen mit dem Stahlkorsett (01) von SINA

Schon allein der Titel des Buches war für mich ein Hingucker. Denn er klingt ungewöhnlich und Ungewöhnliches ist immer interessant. Nach Lesen des Klappentextes wusste ich dann: dies ist ein Buch, dass ich lesen muss.

Und es hat sich wirklich gelohnt. Denn es erwartet einem auch eine ungewöhnliche Geschichte. Finley Jayne ist 16 Jahre alt und trägt ein Geheimnis mit sich herum. Sie ist ungewöhnlich stark und wenn sie nicht aufpasst, kommt ihre „dunkle“ Seite zum Vorschein und dabei kann es schon vorkommen, dass sie auch mal der Gouvernante einen Schlag verpasst. Gerade dieses Ungestüme hilft ihr nicht dabei, eine feste Anstellung als Hausmädchen oder Gesellschafterin zu finden. Finley fühlt sich einsam und verlassen. Sie kann ihr zweites Ich nicht kontrollieren. Als sie auf Griffin und seine Freunde trifft, scheint sich das Blatt zu wenden. Denn auch Griffin ist anders und er braucht Finley – denn ihre und seine Familie sind irgendwie miteinander verbunden. Als ein Mann namens „Maschinist“ mit seinen Automaten versucht, Königin Victoria zu stürzen und in London die Herrschaft an sich zu reißen, kommen Finley und Griffin einer Verschwörung auf die Spur.

Mit diesem Steampunk-Roman wird man in eine Phantasiewelt entführt, die in London zur Zeit Königin Victorias spielt. Die erwähnten Automaten sind Dampfmaschinen oder werden mit einem Erz betrieben, dass wie eine Batterie funktioniert. Diese Entdeckung ist natürlich vielseitig einsetzbar und so ist von vorneherein klar, dass der Bösewicht sich mit Maschinen an die Weltherrschaft bringen will.

Finley ist ein ungewöhnliches Mädchen. Sie ist loyal, treu und versucht, ihre dunkle Seite zu ignorieren. Wenn sie jedoch wütend ist oder etwas Ungerechtes widerfährt, kommt gerade diese Seite zum Vorschein und sie ist nicht zu kontrollieren. Dies geht sogar so weit, dass sich Finley nicht mehr daran erinnern kann, was passiert ist.

Zuerst wird in einem etwas 100seitigen Prolog eine kleine Vorgeschichte erzählt. Hier wird einem Finley vorgestellt und wie sie einem Mädchen hilft, nicht den heiraten zu müssen, den ihr Vater für sie vorgesehen hat. Es wird einiges erklärt und man kann sich ein genaues Bild von dem machen, was einem in der eigentlichen Geschichte erwartet.

Die Autorin hat in die (Vor)Geschichte auch klassische Bücher mit eingearbeitet. So standen „Frankenstein“ und „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ Pate für die eigentliche Story und dies fand ich eine wunderbare Idee.

Finley ist mir sehr ans Herz gewachsen, gerade weil sie nicht weiß, wo sie eigentlich hingehört. Mit Griffin, einem jungen Lord, der viel zu früh erwachsen werden musste, hat sie einen Freund an ihrer Seite, der sie versteht und ihr auch helfen kann, sich besser zu kontrollieren.

Die Fantasy-Elemente, die in die Story einfließen, sind nicht zu hoch gegriffen und lassen alles dann doch real wirken. Nur das Ende ist ein Showdown aus Steampunk-Fantasy-Realität-Gemisch.

Die letzten zwei Seiten weisen einen bösen Cliffhanger auf und machen so Lust auf den Nachfolger „Das Mädchen mit dem Flammenherz“, welches ich mir garantiert auch noch zulegen werde.

Einzig manche Szenen haben mich gestört, weil dann doch einige Wiederholungen vorhanden waren. Dies gibt auch leider einen Punkt Abzug, da es meinen Lesefluss etwas gestört hat. Deswegen gibt es "nur" 9 von 10 Punkten.

Fazit:
Ein Roman, der aus dem ganzen Vampir – Thriller – Dystopien – Angebot heraussticht und Lust auf die Welt des Steampunk macht.

Verlag: Heyne
erschienen: April 2013
Printseiten: 464
ISBN: 978-3-453-31464-1

s. a. Bibliografie Kady Cross

Donnerstag, 16. Mai 2013

Rezension // Dan Brown - Robert Langdon: Inferno (4) von SINA


Heiß ersehnt lag mir nun der vierte Teil der Robert Langdon-Reihe von Dan Brown vor. Und in kürzester Zeit wurde das Buch von mir inhaliert – wie auch die drei Bände zuvor.
Und Dan Brown hat wieder geschafft, was ich nach Lesen des dritten Teils „Das verlorene Symbol“ eigentlich nicht mehr gedacht habe. Er hat mich gefesselt, mich auf eine atemberaubende Reise durch Florenz, Venedig und andere Städte mitgenommen, hat mich verwirrt, mich vor Rätsel gestellt, mir viel über Geschichte beigebracht und letztendlich auch die Lust dazu gegeben, mich näher mit Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“ zu beschäftigen.

Robert Langdon wacht in einem Krankenzimmer auf und kann sich nicht daran erinnern, was die letzten zwei Tage passiert ist. Dr. Sienna Brooks, die zur Zeit der Einlieferung Langdons im Krankenhaus Nachtschicht hat, erklärt ihm, dass er aufgrund eines Streifschusses am Kopf an einer Amnesie leidet. Als plötzlich eine junge Frau auftaucht, einen weiteren Arzt im Krankenhaus erschießt und auch auf Langdon weitere Schüsse abfeuert, flieht er zusammen mit Sienna. Und plötzlich sieht er sich in einen Fall verwickelt, der sich um Dante's Inferno dreht, eine Epidemie zur Folge hätte und ihn durch halb Europa führt. Seine erste Station ist Florenz und je näher Langdon seinem Ziel kommt, umso schneller muss er handeln. Denn der Tod spielt mit.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie Dan Brown es schafft, Fiktion mit geschichtlichen Fakten zu vermischen und das Alte mit dem Modernen in Einklang zu bringen. Gerne wäre ich bei seinen Recherchen dabei, würde mit ihm den Weg abgehen, denn er auch seinem Protagonisten Robert Langdon aufzwingt und gerne würde ich seinen verschlungen Gedanken folgen können, die letztendlich einen so guten und spannenden Thriller hervorbringen, wie ich ihn hier mit Namen „Inferno“ vorliegen habe.

Der unvergleichliche Schreibstil des Autors nimmt einem auf ein rasantes Abenteuer durch Florenz und Venedig mit, erklärt einem Geschichte, Orte, Plätze, Statuen und Gemälde, verführt dazu, sich diese Sehenswürdigkeiten anzusehen und bringt die Faszination, die sie ausstrahlen, so präsent rüber, dass man fast meint, man ist wirklich mittendrin. Diese Art von Kopfkino macht für mich ein gutes Buch aus.

Wie auch in den Vorbänden, ist die Geschichte von Anfang an verwirrend. Puzzleteil für Puzzleteil wird langsam zusammengesetzt und gibt letztendlich doch nur ein unscharfes Bild ab, bis es zum großen Showdown kommt und mit einem ebenso rasanten Ende eine rasante Story vorübergeht.

Nachdem ich von „Das verlorene Symbol“ doch eher enttäuscht war, bin ich froh, dass Dan Brown mit „Inferno“ zu seiner alten Größe zurückgefunden hat und den ersten beiden Büchern „Illuminati“ und „Sakrileg“ einen würdigen Nachfolger geboren hat.

Fazit:
Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Robert Langdon ist der Indiana Jones der Neuzeit.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 14.05.2013
Printseiten: 685
ISBN: 978-3-7857-2480-4

s. a. Bibliografie Dan Brown

Rezension // Monica Davis - Nick aus der Flasche Teil 2 von SONJA


Warnung: Teil 1 ist zum Verständnis unbedingt erforderlich! (Ich möchte einfach nicht zuviel verraten, da die Teile ja unmittelbar zusammengehören.) Nachdem der blutige Cliffhanger (sehr gemein) überstanden ist, dürfen Nicks größte Wünsche in Erfüllung gehen: Er darf zur Schule und er..... (ätsch - verrate ich nicht).

Der zweite Teil konzentriert sich sehr stark auf den Highschoolalltag mit Julie, ihrem Kumpel, ihrem Ex und natürlich Nick, der natürlich das freiwillige und unfreiwillige Zaubern nicht lassen kann. Hier kommt es zu interessanten und auch lustigen Situationen. Ich denke, so mancher Schüler hätte gern einen Flaschengeist in der Schule dabei.

Nach all den Problemen und Aufregungen keimt das zarte Pflänzchen der Backfischliebe und ich muss sagen die "Kitzelszene" ist wunderschön geschrieben. Da kommt man auch als erwachsene Frau ein bisschen ins Seufzen. Der zweite Band bereitet durch den Tod von XXX (ich sag nix) und Nicks Gabe Geister zu sehen noch ordentlich Zündstoff vor.

Auch dieser Band lässt den Leser schmollend zurück: Ich will wissen, wie es weitergeht! 10 von 10 Punkten, da ich nicht aufhören konnte zu lesen und her mit Band 3!

Verlag: neobooks Self-Publishing
erschienen: 2013
Seiten: ca. 100
ISBN: 9783847637059

Rezension // Sylvie Wolff - Wickelblues & Wimperntusche von SINA


Ivi ist Mutter einer vorwitzigen 15jährigenTochter und hat die alltäglichen Probleme mit ihr. Auch ihre Mutter Lotta hilft nicht gerade dabei, den Haussegen gerade zu halten und so kommt es immer wieder zu Reibereien. Während Ivi sich damit herumschlagen muss, einem Zeitschriften-Verlag unter falschem Namen gerecht zu werden, kämpft ihre Tochter mit einem anderen Problem, dass ihre Zukunft komplett auf den Kopf stellt. Und nicht nur ihre, auch Ivi ist davon betroffen: denn wer ist denn mit 35 bitte schön schon Oma?

Sylvie Wolff ist bekannt für ihre Werwolf-Romane, die alle einen witzigen oder auch nachdenklichen Touch haben. Mit diesem Roman begibt sie sich nun in ein anderes Genre und der Stilwechsel ist richtig gut gelungen. Da ich eigentlich kein ChickLit lese, war ich erst skeptisch, wurde dann jedoch mit einer witzigen, spritzigen und vor allem gefühlvollen Geschichte belohnt, die sich wunderbar lesen lässt.

Die Hauptperson Ivi ist mit ihren 35 Jahren noch jung, obwohl sie selbst eine 15jährige Tochter hat. Eigentlich läuft alles gut, bis zwei Probleme auftauchen.

Ein Handlungsstrang dreht sich um Ivi selbst, die durch eine Bewerbung unter falschem Namen bei einer Zeitschrift einen Job ergattern will, diesen tatsächlich erhält und nun ein "Doppelleben" führen muss, um diesen Job auch zu behalten. Dies führ zu erheblichen Verwechslungen und die sind teilweise so komisch, dass man Ivi einfach nicht böse sein kann.
Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Ivi's Tochter, die durch einen kurzen Moment Vergnügen Ivi zur Oma macht.

Ich habe oft schmunzeln müssen, wurde auch oft nachdenklich und konnte mich sehr in Ivi hineinversetzen. Durch die witzigen Momente in Ivi's Leben, ihrem Hang, es allen gerecht zu machen und natürlich auch durch ihre Fürsorge für ihre Tochter und ihr Enkelkind liest man sich in eine Geschichte ein, die einem dann auch mal zum Nachdenken anregt. Wie ist es, wenn ein junges Mädchen, das sein ganzes Leben noch vor sich hat, plötzlich selbst zur Mutter wird und nun eine Verantwortung zu tragen hat, die es eigentlich noch gar nicht tragen müsste? Ivi versucht jetzt nicht nur ihr "verdrehtes" Leben, sondern auch das Leben ihrer Tochter zu managen und findet dabei mal so ganz nebenbei jemanden, der sich auch mal um sie kümmert.

Es macht Spaß mit Ivi zusammen alles zu durchleben, auch weil man weiß, dass man selbst nicht betroffen ist.

Fazit:
Ein spritziger Roman, der einem zum Lachen und auch zum Nachdenken bringt.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Selbstverlag
erschienen: 2013
Printseiten: 215
Format: epub 
ASIN: B00CSWAWEM

s. a. Bibliografie Sylvie Wolff

Dienstag, 14. Mai 2013

Rezension // Inka Loreen Minden - Wächterschwingen: Dunkle Träume (02) von SINA


Nachdem ich von dem ersten Band „Herzen aus Stein“ schon begeistert war, war es natürlich eine große Freude, Band 2 zu lesen.

Vorweg ist zu sagen, dass es für Autoren sehr schwer ist, mit dem zweiten Band der Serie an den Erfolg des ersten Teils anzuknüpfen und viele sind daran gescheitert. Aber hier muss ich sagen, dass die Autorin es geschafft hat, sich im zweiten Band zu steigern und eine spannende und zugleich gefühlvolle Geschichte zu erzählen.

Kyrian ist ein Spion und hat den Auftrag, die Lichtelfin Isla zu finden und sie ins Dunkle Land zu König Lothrain zu bringen. Als er jedoch der Hexe Jenna begegnet, ist er sich nicht mehr sicher, ob er wirklich seinen Auftrag ausführen soll. Denn Jenna macht sich auf die Suche nach ihren Wurzeln, mit Kyrian an ihrer Seite und bald merken beide, dass sie mehr verbindet, als sie zugeben möchten.

Von Anfang an ist man gleich in der Geschichte gefangen. Die spannende Erzählweise der Autorin lockt einem nach London in das Hauptquartier der Gargoyles und man ist mittendrin, geht in der Story auf und kann nicht anders, als immer nur weiterlesen.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Jennas und Kyrians Sicht erzählt. Beide haben ihr Päckchen zu tragen und machen das Beste daraus. Kyrian mehr auf der dunklen, Jenna mehr auf der guten Seite.

Als Nebenstrang wird die Geschichte von Jamie weitererzählt. Im ersten Band „Herzen aus Stein“ wird schon erzählt, wie es dazu kam, dass er von einem Dämon besessen ist. Im zweiten Teil wird intensiver darauf eingegangen. Sein Kampf um sein eigenes Leben ist sehr „herzzerreissend“. Ich habe sehr mit ihm gelitten, mich gefreut, wenn er einen Schritt nach vorne gemacht hat, geweint, wenn es zwei Schritte zurück ging. Mit Nick hat Jamie einen wunderbaren Gefährten an seiner Seite. Nick und Jamie sind für mich das heimliche Highlight in den bislang erschienenen zwei Bänden. Beide sind ehrlich, drücken ihre Gefühle ohne Schnörkelei aus, lieben sich und sind einfach das perfekte Pärchen.

Mir hat besonders die gefühlvolle Erzählweise gefallen und ich gehe sogar so weit, dass Inka Loreen Minden es geschafft hat mit der von mir ach so geliebten Black Dagger-Reihe gleichzuziehen. Ich hoffe doch, dass es noch viele weitere Bände geben wird. Denn es gibt einige Charaktere, die ich gerne etwas näher kennenlernen möchte.

Die geschilderten Erotikszenen sind wieder wunderschön dargestellt und geben einem nie das Gefühl, sich in einem billigen Film zu befinden. Im Gegenteil: durch die erotischen Phasen wird das Buch (noch mehr) aufgewertet.

Fazit:
Wunderschön gefühlvoll, spannend bis zum Schluss, Fantasy vom Feinsten.

Verdiente 10 von 10 Punkten.

Verlag: Sieben Verlag
erschienen: 2013
Printseiten: 312
Format: epub
ISBN: 978-3-864431-47-0 (Buch)

s. a. Bibliografie Inka Loreen Minden

Rezension // Sebastian Fitzek: Der Nachtwandler von SONJA


Leon hat in seiner Kindheit aufgrund eines traumatischen Erlebnisses unter Schlafstörungen gelitten und gilt als geheilt, als eines nachts seine Ehefrau Natalie unter mysteriösen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung verschwindet, kommen Zweifel auf: Ist er wirklich geheilt? Er filmt seinen Schlaf und entdeckt am nächsten Morgen etwas Grauenhaftes: Er schlafwandelt und steigt eine unbekannte Falltür in seinem Schlafzimmer hinunter....

Aufgrund der Begegnungen auf der Buchmesse und den positiven Leseerlebnissen meiner Umgebung war ich dermaßen gespannt auf dieses Buch, dass ich mich schon fast schäme, dass ich von diesem Buch nicht 100%ig überzeugt bin.

Warum? Das Buch hat viele Puzzleteile, die sich nach und nach zusammen setzen, neu gemischt werden und dann doch ein ganz anderes Bild ergeben. Häh? Ich darf hier an dieser Stelle nicht mehr schreiben, da man sonst den Effekt des Buches zerstört. Denn eins muss ich zugeben, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Ich musste einfach wissen, was es mit Leons und Natalies Schicksal auf sich hat.

Leider hatte ich ständig ein großes Fragezeichen über dem Kopf und ich muss am Ende trotz Auflösung sagen: Es war mir dann doch ein bisschen zuviel. Ich hab alles verstanden, das Buch ist vom Erzählstil auch gut geschrieben, aber irgendwie mag ich Bücher und auch Filme nicht in denen Realität, Traum, Schlaf-/Wachzustand und Verschwörung derart miteinander verschwimmen. Daher vergebe ich 7 von 10 Punkten.

Das Nachwort unterstreicht die sympathische Art des Autors, so dass es mir doch ein wenig leid tut, nur 7 Punkte zu geben, aber ich denke diese Art von Thriller ist Geschmacksache.

Ich gehöre zu den Lesern, die gern ihr Buch unversehrt wieder in den Schrank stellen. Bei diesem Buch war hier echt Höchstleistung gefragt, denn das Buch hat eine Zusatzklappe, damit der Schnitt aussieht, wie bei einem technischen Gerät. Nach ein bisschen origamiartiger Faltung habe ich es tatsächlich hinbekommen, das Buch nicht unnötig zu dehnen und zu knicken. Mal sehen, ob es sich gelohnt hat, denn mein Mann will es auch noch lesen.

:)

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2013
Seiten: 320
ISBN: 978-3426503744


Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2013 
© Sonja Kochmann

Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2013 
© Sonja Kochmann

Freitag, 10. Mai 2013

Rezension // Laura Wulff - Leiden sollst Du von SINA

Mit „Leiden sollst Du“ liegt mir der erste Fall des Ehepaars Zuckers vor, einem doch recht ungleichen Paar, das erst einige Differenzen überwinden muss, bis sie endlich wieder zueinanderfinden.

Marie Zuckers Cousin Ben wird in ein perverses Geocache-Spiel hineingezogen und vertraut sich letztendlich seiner Cousine an. Diese hilft Ben,der fast wie ein Bruder für sie ist, hat jedoch selbst einige Probleme zu bewältigen. Ihr Ehemann Daniel hatte vor kurzem einen Unfall und ist seit dem querschnittsgelähmt. Er zieht sich zurück, blockt alles ab und bemitleidet sich selbst. Als er jedoch merkt, wie wichtig seiner Frau die Aufklärung des Falls um ihren Cousin ist, überwindet er seine Depression und hilft. Denn Julia, Bens Freundin aus der Schule, die tot im Rhein gefunden wurde, scheint nicht durch einen Unfall ums Leben gekommen zu sein. Es gibt mehrere Mordverdächtige, und Ben ist einer von Ihnen. Doch er handelt nur nach den Anweisungen von GeoGod – ansonsten stirbt noch jemand.

Der Klappentext verspricht einen tollen Roman, doch leider muss ich zugeben, dass ich doch etwas enttäuscht von der Umsetzung war.

Gerade der Anfang war spannend und auch die Vorstellung der einzelnen Charaktere war sehr interessant, vor allem, da es sich um ein ungewöhnliches Ermittlerpaar handelt. Marie Zucker ist Gerichtszeichnerin und wohnt zusammen mit ihrem Mann Daniel in einer kleinen Wohnung in Köln. Daniel ist Kommissar beim Kriminalkomissariat 11, aufgrund eines Unfalls, der bei ihm zu einer Querschnittslähmung führte, arbeitet er derzeit jedoch nicht mehr.

Daniel befindet sich in einer Depressionsphase und zieht sich von Marie immer weiter zurück. Er selbst kommt mit seiner Behinderung nicht klar und meint, dass es so auch Marie gehen muss. Mit seinem Verhalten schadet er jedoch immer mehr der Ehe.

Die meiste Zeit geht es im Buch um Daniels Behinderung, sein Selbstmitleid und um seinen inneren Kampf mit sich selbst. Er bezeichnet sich selbst als Krüppel, eine Herabwertung, die er eigentlich gar nicht verdient hätte. Genauso sind manche Bezeichnungen für seinen Rollstuhl (Krüppel-Harley, Popo-Ferrari) sehr abwertend und haben mich gewaltig gestört.

Die eigentliche Geschichte rückt dadurch etwas in den Hintergrund.

Wenn man von den Szenen rund um Daniels Behinderung absieht, kommt eine spannende Geschichte zum Vorschein, bei der man fast bis zum Ende hin nicht genau weiß, wer denn jetzt überhaupt inwieweit in die ganze Sache involviert ist. Ich hatte Vermutungen, die dann jedoch wieder zerschlagen wurden, Hoffnungen, die sich nicht erfüllt haben und Zweifel, die letztendlich unbegründet waren.

Die Autorin konnte mich zwar nicht vollends überzeugen, aber trotzdem hat mir der Auftakt zu der Serie rund um das Ehepaar Zucker doch recht gut gefallen.

Fazit:
Maria und Daniel – ein ungewöhnliches Paar mit Herz und Verstand.

Ich vergebe 6 von 10 Punkten.

Verlag: dotbooks
erschienen: 2013
Printseiten: 574
Format: epub
ISBN: 978-3-95520-110-4

s. a. Bibliografie Laura Wulff

Rezension // Monica Davis - Nick aus der Flasche Teil 1 von SONJA


Julie geht noch zur Schule und hat mit 17 nur eins im Kopf: Josh. Als sie durch Zufall die Herrin des Flaschengeistes Nick wird, gerät ihr normaler Tagesablauf gehörig durcheinander.

Das Buch ist etwas fürs Herz und bringt nicht nur den jugendlichen Leser zum Seufzen und Lachen:

Julie ist ein ganz normaler Teenager, der die Prioritäten nicht in der Schule hat, sondern ihrem Schwarm nachträumt. (Der Vergleich: Pubertät macht die Birne und die Knie weich, ist einfach klasse.)
Als Nick in ihr Leben tritt, übernimmt sie jedoch Verantwortung für ihn. Er hat als Flaschengeist einiges erlebt und benötigt dringend Hilfe. Doch auch Josh und die Herkunft der Flasche sorgen für ordentlich Zündstoff.

Diese Verwicklungen sind teilweise auf sehr humorvolle Art umgesetzt worden, denn ein Dschinn in einem rosa Puppenhaus einzuquartieren, ist einfach eine lustige Vorstellung.

Teil 1 endet mit einem bösem Cliffhanger, so dass ich gestern Abend mit einem "OH NEIN!" meinen Ebookreader ausgeschaltet habe. 10 von 10 Punkten.


Verlag: neobooks Self-Publishing
erschienen: 2013
Seiten: ca. 140
ASIN: B00CM0BZ1O


Rezension // Jennifer Benkau - Dark Canopy von SONJA


Nach dem dritten Weltkrieg haben die sogenannten Percent die Herrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Doch es gibt in den Wäldern und in einigen Ruinen Rebellen, die ein Leben in Freiheit anstreben. Als die junge Joy in Gefangenschaft gerät, ist sie hin und her gerissen: zu Haus wartet ihr Freund, doch ist es wirklich Liebe und nicht etwa Gewohnheit? Was empfindet sie für ihren Wächter?

Dystopien gibt es derzeit in sämtlichen Varianten. Aufgrund der vielen positiven Rezensionen und der Auszeichnungen für dieses Buch war ich neugierig und griff zu.

Störend fand ich von Anfang an, dass die Lebenssituation (3. Weltkrieg, was ist dark canopy usw.) derart schleppend erläutert bzw. in die Geschichte eingeflochten wurde, dass man ständig auf Erklärungen im Geschehen gesucht hat. Hier hätte ich mir spätestens ab Seite 100 mehr Imput erhofft und empfand dark canopy eigentlich als ziemlich nebensächlich. Es unterstreicht eigentlich nur den Unterschied Mensch/Percent.

Die Namen wie z.B. Neél fand ich sehr fremdartig und haben teilweise meinen Lesefluss gestört.

Das erwähnte Chivvy, ein Wettkampf um Leben und Tod, für den hier Joy vom Percent ausgebildet wird, erinnert auch an "Die Tribute von Panem". Daher nicht wirklich viel Neues.

Dennoch fand ich schließlich das Miteinander im Buch sehr wichtig. Bemerkenswert  dass in einem Jugendbuch Sex zwar als Druckmittel und Verhandlungsbasis eingesetzt wird, aber kaum beschrieben wird. 
Hier stellt sich auch die Frage, was kann ich meinem Gegenüber bieten, wenn die Not am Größten ist. Wann ist man sich selbst der Nächste und wann bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke?

Beide Seiten Percent und Menschen habe Ausnahmecharaktere zu bieten, die der großen Verschwörung auf der Spur sind. Diese Verschwörung mit Wölfen zu verbinden, gab es in der Geschichte und in diversen Erzählungen auch schon. Dennoch bin ich gespannt.

Das Buch endet mit einem sehr schmerzhaften Cliffhanger und ich hoffe, dass für Neèl und Joy ein Weg in die gemeinsame Zukunft besteht. Ich werde Teil 2 "Dark Destiny" bestimmt lesen und vergebe hier 7 von 10 Punkten.


Verlag: script 5
erschienen: 2012
Seiten: 524
ISBN: 978-3839001448

Samstag, 4. Mai 2013

Rezension // Nathan Jaeger - Graues Meer und blaue Sonnen von SINA


Julius ist jung, frei und schwul. Er kostet sein Leben aus und mit seinen Freunden verbringt er jede freie Minute und die Nächte. Als ihm jedoch eines Tages klar wird, dass sein Freund Tim mehr für ihn ist, als nur Sex und Freundschaft, ändert sich für ihn alles. Julius und Tim werden ein Paar, heiraten und sind glücklich. Bis Tim eines Tages völlig unerwartet stirbt. Julius fällt in ein tiefes Loch und nur einer kann ihm da heraushelfen. Sein Psychiater und ehemaliger Jugendfreund Phil. Doch Julius merkt bald, dass er mehr für Phil empfindet. Doch Phil liebt schon lange jemand anderen...

Gibt es ein Märchen ohne Happy End? Dieser Frage geht der Autor sehr ausführlich nach. Denn er schafft ein Märchen von Liebe und Freundschaft. Von Glücklichsein und Nähe, von Zukunftsplanung und Vertrauen. Und dann kommt das bittere Ende. Der Tod, die Trennung von seinem Allerliebsten, seinem Heiligsten.

Genau dies widerfährt Julius. Er verliebt sich in Tim, führt eine perfekte Beziehung. Er ist so glücklich und kann sich nicht vorstellen, ohne Tim zu sein, bis es dann doch passiert. Tim stirbt und Julius ist allein, ohne Tim, ohne seine große Liebe.

Vorweg nimmt das Buch einen großen Teil des Märchens ein, bis der große Schlag kommt, das „un“happy End sozusagen. Der zweite Teil nimmt den Platz des Ins-Leben-zurückfindens ein. Ein Prozess, der Julius sehr schwer fällt. Dies wird ebenso ausführlich geschildert und ich konnte mich so gut in Julius hineinversetzen. Seine Trauer hat mich manchmal so überwältigt, dass ich ebenfalls ein paar Tränchen vergießen musste.

Julius hat mir sehr gut gefallen, eben weil ich mir genau vorstellen konnte, was er fühlt, was er denkt, wie er mit Zweifeln kämpft, versucht ein normales Leben ohne Tim zu führen und mit jedem „glücklichen“ Gedanken, der ihm eigentlich verboten ist, einen Schritt zurückmacht.

Mit Phil, seinem Psychiater, ist dem Autor ein sehr gefühlvoller Charakter gelungen, der Julius immer wieder vom Boden aufhebt und ihm klar macht, dass das Leben mehr als lebenswert ist.

Die Erotik ist zwar vorhanden, steht jedoch nur am Anfang in deutlichen Vordergrund. Danach rückt sie aus dem Licht, die Gefühle der Charaktere sind wichtiger. Der Verarbeitungsprozess von Julius hat Vorrang und auch Phil wird immer näher vorgestellt.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, mit den Figuren gelitten und mich über jeden kleinen positiven Schritt seitens Julius sehr gefreut.

Fazit:
Ein schöner Roman über das Leben, den Tod und die Liebe auf den zweiten Blick.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Selbstverlag
erschienen: 2013
Printseiten: 480
ASIN: B00BXUA1RI

s. a. Bibliografie Nathan Jaeger