Mittwoch, 31. Juli 2013

Rezension // Judith + Christian Vogt - Die zerbrochene Puppe von SINA

Naðan von Erlenhofen und seine Frau Æmelie, eine begnadete Physikerin, werden angegriffen. Dabei kommt Æmelie ums Leben. Kurz bevor sie stirbt, gibt sie jedoch Naðan ihre Puppe Ynge. Und diese Puppe wird sein ständiger Begleiter, denn sie spricht mit Æmelies Stimme zu ihm. Æmelies Leiche wird jedoch entführt und Naðan versucht nun, mit Hilfe der Puppe Ynge, herauszufinden, wer Æmelies Leichnam entführt hat und vor allem warum. Dabei kommt er einem große Geheimnis auf die Spur.

Da ich auf den Steampunk-Geschmack gekommen bin, kam mir der Roman von Judith & Christian Vogt gerade recht. Schon der Anfang hat mich in seinen Bann gezogen, gerade auch wegen dem wundervollen Schreibstil des Autorenduos.

Die fremdartige Welt des Steampunk wird in dieser Geschichte vollends ausgekostet. Die noch so kleinsten Dinge sind bizarr, wundervoll und meist mysteriös. Die Gedankengänge der Autoren waren dabei jedoch stets nachvollziehbar und eben durch den Stil hatte ich die ganze Zeit alles sehr gut vor Augen.
Außerdem fand ich es einfach nur toll, dass auch die Schriftzeichen übernommen wurden. So heißen die Hauptfiguren nicht einfach Nathan und Emily, sondern Naðan und Æmelie, was eben nochmals ein bisschen fantasievoller ist. Dies zieht sich durch das ganze Buch und macht es damit noch ein Stück lesenswerter.

Die Geschichte an sich fand ich auch sehr interessant. Mancherorts dachte ich mir zwar, dass man ein paar Seiten hätte weglassen können und auch manche Szenen waren in meinen Augen nicht förderlich für die Geschichte, aber alles in allem war es eine spannende und vor allem durchdachte Story.

Die Hauptfiguren, allen voran Naðan, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, waren sympathisch und hatten ihre Ecken und Kanten. Sie waren nicht perfekt, haben ihre Fehler (gemacht). So müssen die Charaktere sein.

Die Puppe Ynge hatte ich besonders ins Herz geschlossen. Auch wenn sie eigentlich ein lebloses „Ding“ ist. Aber sie hatte eine interessante Art, die mir sehr gut gefallen hat.

Auch Tomke, eine Friesin, die Naðan bei seinem Vorhaben unterstützt, hat bei mir Eindruck hinterlassen. Sie war frei, wild und hat ihre Meinung gesagt. Eine ebenfalls sehr interessante Persönlichkeit.

Fazit:
Eine außergewöhnliche Geschichte mit leichten Längen, über die man aber aufgrund der interessanten Charaktere hinwegsehen kann.

9 von 10 Punkten.

Verlag: Feder & Schwert
erschienen: 2012
Seiten: 400
ISBN: 978-3-86762-156-4


Dienstag, 30. Juli 2013

Interview // Monika Dennerlein / Inka Loreen Minden / Lucy Palmer / Mona Hanke / Monica Davis / Loreen Ravenscroft von SONJA


Wer auf der Suche nach erotischen Romanen und und und ist, der wird vielleicht auf eine Vielzahl an Namen kommen, hinter der jedoch eine einzige deutsche Autorin (Inka Loreen Minden) steckt. Ich habe mal nachgefragt:


© Guido Karp / p41d.com

Monika Dennerlein verbirgt sich inzwischen hinter einigen Pseudonymen. Hast Du da noch den Überblick, was wo wie erscheint? Welche gibt es denn eigentlich alle?

Hallo liebe Sonja, verbergen würde ich es nicht nennen, denn es sind ja offene Pseudonyme, die ich nutze, um verschiedene Genres abzutrennen.

Mein erstes Pseudonym für Erotik war Inka Loreen Minden (übrigens ein Anagramm von Monika Dennerlein). Danach folgte Lucy Palmer, die ich nur bei Blue Panther Books bin. Den Namen hat der Verlag ausgesucht.

Loreen Ravenscroft war ein bisher einmaliger Ausflug in weniger erotische Gefilde und gehört zu meiner romantischen Dystopie »Blutflucht«.

Mona Hanke wurde ich, weil Rowohlt einen deutsch klingenden Namen für das Buch mit den erotischen München-Geschichten wollte.

Tja, und zu guter Letzt gibt es noch Monica Davis für Jugendbuch (Young und New Adult). Eigentlich wollte ich Jugendbücher immer unter meinem richtigen Namen schreiben, aber Bastei Lübbe empfahl mir ein amerikanisches Pseudonym und das werde ich auch beibehalten, denn noch einen weiteren Namen möchte ich mir nicht antun :-)


© Sonja Kochmann

Wie bist Du zum Genre Gay Romance gekommen?

Meine Kollegin Nicole Henser gab mir vor Jahren eine ihrer Gaystories zum Lesen und von da an war ich angefixt.

Willst Du zukünftig auch in verschiedenen Genres (Jugendbuch, Erotik, gay romance) Bücher schreiben?

Dem Genre Jugendbuch und Romantasy (mit Erotik :-) möchte ich auf jeden Fall treu bleiben. Eine Gay Romance würde ich auch so gerne wieder schreiben, nur leider halten mich so viele andere Projekte davon ab. Ich habe ein paar gute Angebote bekommen, die ich nicht abschlagen konnte.

Wie stehst Du zu Buchreihen? Bist Du davon begeistert, oder magst Du lieber Einzelbücher?

Aktuell bevorzuge ich Einzeltitel, da ich so selten zum Lesen komme und bei guten Geschichten doch wissen möchte, wie es weitergeht.

Manche Bücher haben ja pikante Szenen. Bekommst Du da beim Schreiben auch mal rote Ohren?

Nein, schon lange nicht mehr.

Was sagst Du zum derzeitigen Boom von amerikanischer Erotikliteratur?


Ich finde es sehr traurig, dass deutsche Verlage Unmengen an Auslandslizenzen einkaufen (die sie ja auch noch übersetzen lassen müssen), wo es doch so viele gute Erotikautorinnen in Deutschland gibt.

© Sonja Kochmann

Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht? Denn ich habe gehört, dass Du eigentlich Zahntechnikerin bist.

Ich habe schon als Kind sehr viel geschrieben und eigentlich war es seit jeher mein Traum Schriftstellerin zu werden. Natürlich wusste ich, dass das ein Job ist, bei dem nur die allerwenigsten Geld verdienen, also habe ich zuerst einen anderen Beruf gelernt. Als es nach der Geburt meines Sohnes sehr schwer war, in meinen Job als Zahntechnikerin zurückzukehren (Mamas sind auf dem Arbeitsmarkt leider nicht beliebt), habe ich mich als Schriftstellerin selbstständig gemacht. Es war ein harter Weg und die ersten Jahre liefen mau, aber jetzt bin ich zufrieden und möchte nie wieder etwas anderes machen.

Wie lange dauerte es, bis Du einen Verlag für Dein erstes Buch gefunden hast?

Ich hab von Beginn an gewusst, wie schwer es ist, überhaupt einen Verlag zu finden, daher hatte ich es erst gar nicht versucht und habe ein paar Titel selbst herausgegeben. Eines Tages dachte ich, dass ich ja nichts zu verlieren habe, wenn ich einfach mal was einem Verlag anbiete – und als eine Woche später schon die Zusage ins Haus flatterte, konnte ich es nicht begreifen. Das war wie ein Sechser im Lotto. Von da an kam Eines zum Anderen.

Einige der Romane machen deutlich, dass Du viel Wert auf Recherche legst. Wie schreibst Du?

Ich recherchiere bei jedem Buch und jeder Story, auch wenn man das nicht bemerkt (was man als Leser ja auch nicht unbedingt soll :-) Details sind mir sehr wichtig und gerade bei historischen Geschichten geben sie dem Text die gewisse Würze. Dabei überlasse ich nichts dem Zufall. Sobald ich etwas nicht weiß, recherchiere ich. Aber nicht unbedingt auf Wikipedia, da die Seite leider nicht sehr zuverlässig ist, sondern ich mache mir immer die Mühe, belegte Fakten von Spezialseiten zusammenzutragen, kaufe mir Sekundärliteratur oder telefoniere oder maile auch schon mal mit Fachleuten. Daher dauert die Recherche oft sehr lange, meist ein Drittel der Zeit, die ich an einem Buch arbeite.

Derzeit erscheinen Deine Bücher recht zeitnah, wie viel schreibst Du in der Woche bzw. schreibst Du an mehreren Projekten gleichzeitig?


Früher konnte ich an mehreren Projekten gleichzeitig schreiben, heute schaffe ich das nicht mehr, zumal der Schreibfluss ohnehin oft unterbrochen wird, zB durch Lektorate, Exposés, Leserunden etc.

An einem Roman arbeite ich ca ein halbes Jahr (Schreiben, Recherche, Überarbeiten). An meinem Jugendbuch »Nick aus der Flasche« habe ich von November 2012 bis April 2013 gearbeitet, unterbrochen vom Lektorat zu »Dunkle Träume« und einer Kurzgeschichte.

Seit ein paar Jahren arbeite ich 80 Stunden in der Woche, da ich sonst meine Termine nicht schaffen würde, aber eigentlich mag ich es ja auch nicht anders. Ich bin ein Workaholic – zum Leidwesen meiner Familie.

Dass meine Bücher in diesem Jahr recht zeitgleich erscheinen, liegt daran, dass die Termine zufällig so gefallen sind. Geschrieben habe ich sie alle im letzten Jahr. In diesem Jahr habe ich mein Jugendbuch »Nick« verfasst und danach eine längere Story für Bastei Lübbe, die im November erscheinen wird. Ab August muss ich an ein großes Projekt gehen, für das ich bis Dezember Zeit habe, denn danach muss ich den dritten Teil meiner Wächterschwingen beginnen. Und schon befinde ich mich mitten im Jahr 2014 :-)

Deine Bücher haben wirklich wunderschöne Cover, nenn uns 3 Lieblingscover.

Oh, das ist schwer, denn mir gefallen so viele. Wenn ich jetzt nur drei nennen darf, hm … auf jeden Fall »Daniel Taylor« (die E-Book-Cover zu Teil 1 – 3, wobei das mit dem blauen Schmetterling mein Favorit ist. Der Collectors Pack und das Taschenbuch werden andere Cover haben), »Dunkle Träume« (Andrea Gunschera macht so tolle Cover) und »Jax«. Das Cover hab ich von jdesign.at und ich freue mich schon, wenn ich es endlich herzeigen kann.




Wie wichtig sind Dir das Internet und der Kontakt zu Deinen Fans?

Ich genieße den Kontakt und den Austausch. Das macht Spaß, und über Feedback freut sich jeder Autor. Außerdem sind schon viele nette Bekanntschaften entstanden. Besonders freue ich mich auf die BLC, wo ich einige Leserinnen und Autorinnen persönlich treffen werde.

Bleibt selbst noch Zeit zum Lesen oder zu anderen Hobbys? Wer ist Dein Lieblingsschriftsteller? Was ist Dein Lieblingsbuch (eigene zählen nicht ;) )?


Ich habe sehr wenig Zeit für alles, da gehört Lesen leider dazu, obwohl ich für mein Leben gerne lese und schon immer viel gelesen habe. Leider schaffe ich jetzt nur noch ein Buch im Monat.

Einen Lieblingsschriftsteller und -Buch habe ich aktuell nicht, noch vor 20 Jahren hätte ich Stephen King (The Stand) genannt, doch mittlerweile hat sich mein Lesegeschmack geändert. Ich mag Romantasies und historische Liebesgeschichten :-)

Wie stehst du zum Ebook?

Ich finde E-Books sind eine tolle Sache. Es müssen dafür keine Bäume sterben, man brauch keine Regale, hat kein Platzproblem und kann einen E-Reader voller Bücher mit in den Urlaub nehmen. Ich selbst habe jedoch keinen Reader, denn ich liebe es, mich mit einem Buch auf die Couch zu lümmeln, ich mag das Cover sehen, mag die Seiten umblättern. Da ich außerdem täglich mindestens 12 Stunden vor dem Bildschirm sitze, möchte ich beim Lesen nicht wieder in ein Gerät starren.

Leider sehen einige Leute E-Books nicht mehr als richtiges Buch an und sind daher nicht bereit, dafür zu bezahlen. Das tut uns Autoren besonders weh, da ja in diesen Ausgaben dieselbe Arbeit, Schweiß und alles Herzblut steckt. Für Zigaretten, den täglichen Kaffee to Go oder einem Menü bei Mac Donalds wird bezahlt, aber monatelange schriftstellerische Arbeit wird immer weniger honoriert.

Im Moment zeichnet sich daher eine erschreckende Entwicklung ab. Wir Autoren sollen weiterhin Geschichten liefern, aber bitte kostenlos. Nur wird das nicht funktionieren, denn von Luft und unseren Texten können wir nicht leben. Daher weiß ich aktuell nicht, wie lange ich meinen Herzblutberuf noch ausüben kann. Ich wäre gerne damit alt geworden.



Und zum Abschluss verrate uns ein bisschen von Jax….

Jax ist mein neuster Held, dessen Geschichte ich gerade schreibe. Der Roman soll Ende August erscheinen.

Da ich aktuell noch nicht zu viel verraten möchte, zitiere ich den vorläufigen Klappentext:

Jax gehört einer Eliteeinheit an, die den Pöbel von der Stadt fernhält. Wenn die Soldaten erfolgreich von ihrem Einsatz in den Outlands zurückkehren, dürfen sie sich zu ihrem privaten Vergnügen eine Sklavin nehmen – mit der sie machen können, was sie wollen. Da kommt es ihm recht, dass er die ehemalige Ärztin unter den Sklavinnen entdeckt, die seinen Bruder getötet hat.
Samantha führt ein behütetes Leben, bis sie beschuldigt wird, einen Krieger – die wie Helden gefeiert werden – ermordet zu haben. Sie kann sich entscheiden: Hinrichtung oder ein Dasein als Sklavin. Sie wählt das Sklavenleben und wird prompt vom gefährlichsten aller Soldaten gewählt: Jax, dem Unbesiegbaren. Sie weiß, dass er sich rächen möchte, daher versucht sie alles, ihn von ihrer Unschuld zu überzeugen.

Eine Leseprobe gibt es hier:

http://www.inka-loreen-minden.de/leseproben/Leseprobe_Jax.pdf


Vielen Dank für das Interview.




Montag, 29. Juli 2013

Rezension // Suzanne Collins - Die Tribute von Panem: Flammender Zorn von SONJA


Katniss wird von den Rebellen in Distrikt 13 gebracht. Doch von ihr wird viel erwartet, denn sie soll die Figur der Rebllion werden, obwohl Sie Angst um Peeta, Gale und ihre Familie hat. Auch lässt sich das Erlebte nicht so einfach ausblenden.....

Nachdem ich Band 1 (Tödliche Spiele) und 2 (Gefährliche Liebe) mit zeitlichen Abstand zueinander gelesen habe, habe ich 2 und 3 direkt nacheinander gelesen und das war aufgrund des Spannungsbogens auch gut so. 

Drehen sich Band 1 und 2 um die sogenannten Hungerspiele, ist Band 3 der blutige Höhepunkt der Rebellion. Es zeigt sich, dass Rebellion gegen ein Regime bzw. Diktatur auch seine Schattenseiten haben kann, denn Macht kann auch Rebellenführer verleiten.

An Sozialkritik spart Band 3 auf keinen Fall, denn hier wird buchstäblich über Leichen gegangen. Wer hier gelangweilt das Buch weglegt, dem ist nicht zu helfen Es war Entsetzen und Fassungslosigkeit über die Situationen der Protagonisten die mich Seite um Seite haben weiterlesen lassen. Folter, Opferung von eigenen Leuten und Prioritätssetzung zu Kriegszeiten werden hier brutal dargestellt. Was ist ein Menschenleben wert, wenn man ein großes Ziel vor Augen hat? Und wer darf das festsetzen? Darf ein Diktator gerichtet werden?

Die Dreiecksgeschichte von Gale, Peeta und Katniss findet ein glaubwürdiges Ende und einen Ausblick, was die zukünftigen Generationen von Panem beachten müssen. 

Für diese heftige Sozialkritik, die leider auch in der heutigen Gesellschaft aktuelle Aspekte enthält, vergebe ich 9 von 10 Punkten. Angesichts der Brutalität empfehle ich dieses Jugendbuch nicht unter 14 Jahren zu lesen, da nicht jeder junge Leser diesem Thema schon gewachsen ist.


Verlag: Oetinger
erschienen: 2011
Seiten: 430
ISBN: 978-3789132209


© Sonja Kochmann

Samstag, 27. Juli 2013

Rezension // Nashville oder Das Wolfsspiel von Antonia Michaelis von SINA

Svenja ist Studentin, 18 Jahre alt und freut sich auf nichts mehr, als endlich erwachsen zu werden. Und so zieht sie mit stolz in ihre erste Wohnung. Dort angekommen findet sie im Küchenschrank einen verwahrlosten Jungen, der gerade Kopfstand macht. Svenja tut es ihm gleich und beschließt nach kurzem Überlegen, den Jungen bei sich aufzunehmen. Er spricht jedoch nicht und so nennt Svenja ihn nach dem Aufdruck auf seinem T-Shirt: Nashville. Dann werden Obdachlose getötet und alles steht irgendwie in Zusammenhang mit Nashville. Was hat er nur damit zu tun? Nach und nach kommt Svenja einem Geheimnis auf die Spur, dass ihr Leben grundlegend verändert.

Ich muss zugeben, dass ich nach einem Drittel des Buches eigentlich abbrechen wollte, weil einfach alles zu verwirrend war. Svenja und ihre Mitstudenten Friedel, Katleen, Karl und Thierry waren mir einfach zu chaotisch, zu verantwortungslos. Alkohol und Drogen stehen im Mittelpunkt. Leben, lieben und sich treiben lassen.
Erst dachte ich: Wow, Svenja nimmt mit ihren 18 Jahren einen etwas 11jährigen Jungen bei sich auf und kümmert sich um ihn. Klar, sie ist sehr jung, weiß nicht genau, was sie tun muss, aber trotzdem schafft sie es, ihn mit ihren kleinen finanziellen Mitteln nicht verhungern zu lassen und gibt ihm seinen freien Willen. Sie macht sie nur kurz Sorgen, wenn er mitten in der Nacht verschwindet, sie erträgt es, dass er ihre Zigaretten verkauft und auch sonst hat er alle Freiheiten, die er sich nur wünschen kann.
Für mich als Mutter nicht nachvollziehbar. Dann habe ich mich jedoch in Svenja hineinversetzt. Sie ist 18, jung und naiv. Sie muss selbst erst „leben lernen“, bevor sie es an jemand weitergeben kann. Und Nashville ist für seine 11 Jahre sehr selbständig. Und gegen seinen eigenen Willen anzukommen ist verdammt schwer.

Als mir dies klar wurde, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich wollte, nein musste unbedingt wissen, wer die grausamen Morde verübt, wie Nashville da mit drin hängt und vor allem, wie Svenja es schafft, mit dieser ganzen grotesken Situation umzugehen.
Mein Verdacht hat sich zwar letztendlich bestätigt, aber das Wie und das Warum waren dann doch wieder sehr interessant zu erfahren.

Dieses Buch ist eine Mischung aus Thriller und Drama. Die Welt der Obdachlosen ist schlimm, furchtbar und solch ein Leben könnte ich mir nicht vorstellen. Und trotzdem konnte ich diejenigen, die sich diesem Leben freiwillig hingegeben haben, verstehen und nachvollziehen, warum sie aus ihrem sicheren Leben ausgebrochen sind.

Svenja ist im Laufe des Buches sehr erwachsen geworden. Wie genau, kann ich nicht verraten. Für mich war dies ein grundlegender Teil des Buches: Svenja's harter Weg dorthin.
Ich muss zugeben, dass ich Nashville garantiert auch aufgenommen hätte. Der kleine Junge ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Der leicht „irre“ (in positivem Sinne) Schreibstil der Autorin war eine willkommene Abwechslung. Ich musste mich zwar etwas einlesen, aber wenn man mal drin ist, flutscht das Buch einfach nur.

Fazit:
Hier lag mir ein Buch vor, das mich sehr berührt hat, das mir einiges vor Augen führte und das ich bedingungslos weiterempfehlen möchte.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger
erschienen: 2013
Printseiten: 480
ISBN: 978-3-7891-4275-8


Freitag, 26. Juli 2013

Rezension // Suzanne Collins - Die Tribute von Panem: Gefährliche Liebe von SONJA


Nachdem Katniss und Peeta die Spielmacher und das Kapitol ausgetrickst haben, geraten Sie in Gefahr, denn ihre Liebe und ihr Überleben der Hungerspiele wird zum Symbol des Widerstandes. Besteht die Chance auf eine Zukunft?

Band 1 "Tödliche Spiele" habe ich bereits vor einiger Zeit gelesen und war begeistert. Warum ich dann nicht gleich weitergelesen habe, mag vielleicht an de Vielzahl der Neuerscheinungen und Reihen gelegen haben, die man (ähm Frau) halt so liest.

Obwohl die unmittelbare Gefahr erst in der zweiten Hälfte zum absoluten Höhepunkt kommt, konnte ich das Buch von Anfang an kaum aus der Hand legen. Denn Katniss Verpflichtung gegenüber ihrer Familie, Gale und Peeta hat mich mit Katniss mit leiden lassen.

Da ich ja inzwischen Teil 1 auch im Kino gesehen habe hatte ich ein vorgefertigtes Bild vor Augen, wie die einzelnen Charaktere wohl aussehen. Normalerweise versuche ich dies zu vermeiden, da ich aber die Schauspielerauswahl als gelungen empfand, freue ich mich schon jetzt auf den zweiten Teil im Kino. 
Denn die Handlung ist auch hier wieder aktionreich ohne Ende und birgt Sozialkritik und eine Geschichte um Liebe und Freundschaft.

Band 3 "Flammender Zorn" fange ich aber sofort an, denn nun muss ich wirklich wissen, wie es ausgeht: 10 von 10 Punkten.


Verlag: Oetinger
erschienen: 2010
Seiten: 431
ISBN: 978-3789132193


© Sonja Kochmann



Rezension // Inka Loreen Minden - Beim ersten Sonnenstrahl von SONJA


Nach der Weltausstellung 1862 in London werden Davids Eltern ermordet. Er selbst überlebt nur, da ihm ein geflügelter Retter zur Hilfe eilt. Jahre später trifft er endlich seinen Retter und die Anziehungskraft der beiden setzt sich über alle äußeren Hindernisse hinweg. Doch die Bedrohung ist noch präsent....

Dieses Buch gehört ja zur sogenannten "gay romance" und ich muss zugeben, ich war schon immer neugierig, hatte das Buch auch schon eine Weile, aber habe mich davor gescheut, es zu lesen.

Warum weiß ich auch nicht, denn die Autorin hat eine zarte Liebesgeschichte mit gefühlvollen und abwechslungsreichen Erotikszenen geschaffen, die sogar in eine interessante Krimigeschichte eingefügt wurde. Obwohl ich ja eher die Kategorie "Männlein und Weiblein gehören zusammen" bevorzuge, fand ich hier das miteinander in den Sexszenen wundervoll beschrieben. Da kann sich so manche Autorin eine Scheibe abschneiden, wo zig mal innere Göttinnen durchs Bett hüpfen.
Hier gibt es keine Wiederholungen und die Geschichte enthält mühsam recherchierte Fakten aus der Zeit, so dass man sagen muss: Hut ab. 

Die Idee Gargoyle als Fantasyfiguren zu verwenden, finde ich gelungen und bietet sicher Stoff für mehrere Romane. (Die sogenannten Wächterschwingenromane enthalten ebenfalls die besagten Gargoyle; spielen aber zeitlich nach diesem Roman. Diese Romane "Herzen aus Stein" und "Dunkle Träume" wurden übrigens bereits von meiner Mitbloggerin Sina rezensiert.)

Etwas inhaltliche Kritik muss ich allerdings doch los werden. David war mir an einigen Stellen doch etwas zu weich und antriebslos, so dass ich nicht volle Sympathie zu ihm entwickeln konnte. Daher vergebe ich 7 von 10 Punkten und werde mit Sicherheit noch einmal in dieses Genre schnuppern, da der Schreibstil  Erotik in vielfältiger ansprechender Art vermittelt. Wer da noch Vorurteile hat, verpasst was.

P.S.: Wie kommt es, dass ich bei dieser Geschichtenkonstellation an Batman denken muss? ;)

Verlag: dead soft Verlag
erschienen: 2012
Seiten: 260
ASIN: B0084OZJUU

Rezension // Sylvia Day - Crossfire: Erfüllung von SONJA


Gideon und Eva können trotz der äußeren Einflüsse nicht voneinander lassen, doch was sind die Konsequenzen.....

Während mich die ersten beiden Teile Versuchung und Offenbarung total begeistert haben, hatte dieser dritte Band massive Startschwierigkeiten. Denn anstatt inhaltlich mit der Problemlösung (der Mord an Evas Stalker) anzusetzen, beschäftigen sich die ersten 80 Seiten in diversen Varianten damit, ob er (also Gideons kleiner er) in ihr drin ist, ob er wieder rein darf oder immer noch dort verweilt. Ich finde das angesichts der Vorgeschichte und der psychischen Belastung äußerst realitätsfern.

Womit sich leider erstmals eine Formulierungsschwäche (oder vielleicht Übersetzungsschwäche?) in die Crossfire-Reihe einschleicht. Waren die Erotik- und Sexszenen bislang abwechslungsreich und spannend beschrieben, kommt hier wirklich in jeder Szene die Formulierung "ob, wie, wann, er drin ist" vor. (Das kennt man ja sonst von einer augenrollenden Protagonistin mit innerer Göttin aus einer anderen Erotikreihe.)

Das führte dazu, dass ich teilweise doch etwas schneller gelesen habe, um zu den spannenderen Passagen zu kommen. Die Geschichte von Eva und Gideon und auch ihrer Verwandschaft und ihrem Freundeskreis ist nämlich nach wie vor packend und interessant.

Wer bislang dachte, dass es eine Trilogie ist bzw. bleibt, liegt falsch, denn das Buch endet mit einigen Cliffhangern und einer Ankündigung der Autorin, dass es weitergeht.

Da habe ich auch nichts gegen; ich will sogar wissen, wie es weiter geht, nur müssen die Erotikszenen wieder abwechslungsreicher sein, denn "drin" allein reicht dann doch nicht: 7 von 10 Punkten.


Verlag: Heyne
erschienen: 2012
Seiten: 448
ISBN: 978-3453545601


© Sonja Kochmann


Donnerstag, 25. Juli 2013

Rezension // Ivar Leon Menger (Hrsg.) - Porterville: Götterdämmerung (07) von SINA


Porterville – so geheimnisvoll wie nie. Was ist passiert? Was wird passieren? Was passiert gerade? So viele Fragen, die geklärt werden sollen. Angus Hudson, ehemaliger Bürgermeister von Porterville erzählt diesmal seine Geschichte. Das Geheimnis um Porterville wird endlich (teilweise) gelüftet.

Mit Spannung habe ich auf diese Folge hingelesen – seit der ersten Folge „Von Draußen“ wird man auf die Folter gespannt und nun wird einem – zumindest teilweise – sehr vieles erklärt. Und ich war überrascht. Denn genau dies hatte ich mir nicht vorgestellt. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, was denn nun das Geheimnis sein könnte, aber damit habe ich wirklich nicht gerechnet.

Trotzdem muss man weiterlesen, denn es bleibt immer noch zu klären, wo Emily und Jonathan sind, was es mit den Rücklicken auf Jefferson Prey auf sich hat und was mit Jerry und seinen Freunden passiert ist.

Es bleibt also weiter düster und geheimnisvoll. Das Mysteriöse nimmt zu und ich MUSS einfach wissen, wie es weitergeht. Die Spannung ist kaum auszuhalten.

Da in dieser Folge alles auf „Darkside Park“ - dem Vorgänger zu Porterville – hinweist, bleibt einem nichts anderes übrig, als diese Reihe auch zu lesen. Was ich sicherlich tun werde.

Fazit:
Folge 7 bringt Antworten auf viele Fragen, doch bleibt auch vieles ungeklärt und es werden neue Fragen aufgeworfen.


Verlag: Psychothriller GmbH
erschienen: 2013
Printseiten: ca. 65
Format: mobi
ISBN: 9783942261487

Porterville: die Reihenfolge

Rezension // Chris van Harb - Es muss nicht immer Hirn sein von SINA

Bist Du ein Zombie, magst aber kein Menschenfleisch? Dann ist dieses Buch genau das Richtige für Dich. Mit 10 schmackhaften Rezepten wird einem der Einstieg in das Zombiedasein erleichtert.

Ich muss sagen, dass mich allein der Titel schon gereizt hat. „Es muss nicht immer Hirn sein“ ist schon recht ungewöhnlich. Und es erwartet einem auch Ungewöhnliches.

10 kleine Zombiegeschichten gespickt mit jeweils einem Rezept, dass sich rund um das Zubereiten von Innereien dreht.
Ich muss zugeben, ich bin kein Fan von Innereien bzw. finde ich es teilweise auch schon recht ekelhaft, aber ich liebe Zombies und zu denen gehört eben eine ungewöhnliche Nahrung.

Die Zombies, die in diesem Buch ihr Unwesen treiben, sind nicht so, wie man sie meint zu kennen. Sie sind außergewöhnlich, da sie teilweise nicht nur Menschenfleisch essen wollen. Außerdem sind es nicht die „Schlurfer“, die man aus den Filmen kennt. Sie sind intelligent, machen sich Sorgen um ihre Zukunft und verlieben sich sogar.

Die Geschichten sind sehr kurz, aber haben einen alle einen scharfsinnigen Humor. Es macht Spaß, die Zombies in ihrem Alltag zu begleiten und ihre Ängste und Sorgen zu teilen.

Die Rezepte habe ich meist nur überflogen, für Liebhaber von Innereien sind diese aber bestimmt genau richtig.
Die Beilagen haben mich da mehr interessiert und da gibt es auch das ein oder andere Rezept, dass ich ausprobieren werde.

Ansonsten ist das Buch für Zwischendurch sehr gut geeignet, aufgrund der geringen Seitenanzahl allerdings auch sehr schnell durchgelesen. Im Moment wird die Kindle-Edition für 0,99 Euro angeboten, danach kostet es wieder den regulären Preis von 2,99 Euro. Dies wäre mir aber zu viel für die wenigen Seiten gewesen.

Fazit:
Witzig, eklig und für Fans von Innereien-Rezepten einfach perfekt. Von mir gibt es allerdings nur 6 von 10 Punkten.

Verlag: Selbstverlag
erschienen: 2013
Printseiten. ca. 99
Format: mobi 
ASIN: B00CPO3XHQ 


Montag, 22. Juli 2013

Rezension // Ivar Leon Menger - Porterville: Vor den Toren (06) von SINA

Jefferson Prey und seine Mitverschwörer planen ein Attentat auf Bürgermeister Sato, um endlich ein freies Leben in Porterville führen zu können. Alles ist vorbereitet und sie warten nur noch auf den Tag, an welchem das Bedarfs-Center eingeweiht werden soll. Denn dann wird Sato seine Rede halten. Alles scheint einfach, doch dann wird Prey festgenommen.

Simon X. Rost, der sich auch schon für Band 03 der Serie Porterville verantwortlich zeigt, bringt wieder alles auf einen Punkt. Sein Schreibstil hat mir ja schon im dritten Teil sehr gut gefallen und nun konnte ich ich wieder von ihm überzeugen lassen.

Allerdings empfand ich den sechsten Teil der Reihe diesmal nicht so spannend. Ich habe von Anfang an schon gewusst, wer der Überläufer ist und was passieren wird. Jedoch wird man Ende für diese Nicht-Spannung wieder belohnt, denn wieder will man wissen: Wie geht es weiter? Was ist das Geheimnis? Und was ist hier eigentlich los?

Doch es hilft nichts. Man muss den nächsten Teil lesen.

Immer noch bin ich begeistert von dieser ganzen Puzzlearbeit und bin froh, nach Lesen eines jeden Teiles näher an der Lösung zu sein. Oder zumindest zu glauben, nahe dran zu sein.

Nach meinen ganzen vorherigen Rezis über die Reihe kann ich eigentlich nicht mehr viel zu der Serie sagen. Sie ist und bleibt spannend, mysteriös und sehr, sehr geheimnisvoll.

Fazit:
Wer mysteriöses mag, wird Porterville lieben.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Psychothriller.de
erschienen: 2013
Printseiten: 76
Format: epub
ISBN: 978-3-942261470

Samstag, 20. Juli 2013

Rezension // Melissa Darnell - Herzblut: Gegen alle Regeln (01) von SINA


Savannah und Tristan kennen sich, seit sie kleine Kinder waren. Doch ein Verbot seitens Tristans Familie hat die beiden entzweit. Auf der Highschool sehen sich die beiden jeden Tag und Savannah fühlt sich auch weiterhin zu Tristan hingezogen. Doch er gehört zum „Clann“, einer elitären Verbindung. Und so fügt sie sich ihrem Schicksal. Doch dunkle Kräfte erwachen in Savannah und sie erfährt, dass sie das Kind einer Hexe und eines Vampirs ist. Und das sie somit zur Gefahr für Tristan, der ebenfalls magische Fähigkeiten hat, werden kann. Doch die Gefühle zu Tristan sind zu groß – und Tristan geht es auch so.

Bei Blogg Dein Buch gab es eine spannende Aktion: Bewerbe Dich für einen Roman aus dem Darkiss-Programm des Mira Taschenbuch-Verlags.
Welchen Roman man allerdings bekommt, war eine Überraschung. Also hab ich mich überraschen lassen und bekam „Herzblut – Gegen alle Regeln“ von Melissa Darnell.

Der Klappentext war spannend zu lesen und ich habe mich auch wirklich auf das Buch gefreut, dass ja auch gute Kritiken erhalten hat.
Und zu Anfang war ich auch positiv überrascht. Doch dann ging es immer weiter bergab.

Savannah war mir eigentlich sehr sympathisch. Sie war nett, freundlich, versuchte es, jedem Recht zu machen und kümmerte sich mehr um die Belange von anderen, als von sich selbst. Mit ihren 15 Jahren fand ich das dann doch ausgesprochen ungewöhnlich. Sie distanzierte sich von vielem, ließ keine Gefühle zu und gab den Traum auf, den sie eigentlich hatte: zu tanzen.

Da sie zur Hälfte Hexe und zur anderen Vampir ist und damit ein großes Risiko eingeht, war mir schon klar. Doch frage ich mich, warum sie keine richtige Ausbildung erhält, um gerade diese beiden Hälften entweder richtig zu nutzen oder gar zu unterdrücken. Im Gegenteil, sie ist auf sich alleine gestellt und muss versuchen herauszufinden, was für sie das Richtige ist.

Tristan an sich war mir da schon sympathischer. Hitzköpfig versucht er das zu erreichen, was ihm wichtig ist. In diesem Fall eben Savannah, auch wenn die Liebe zwischen den beiden nicht sein dürfte.

Alles hat mich ein wenig an ein modernes Romeo und Julie-Gehabe erinnert. Zwei verfeindete Familien, in diesem Fall auf der einen Seite die Hexen, auf der anderen Seite die Vampire. Eine Liebe, die nicht sein darf und Regeln, die gebrochen werden.

Ich muss jedoch den Schreibstil der Autorin positiv herausheben. Sie hat eine wunderschöne Art, die Geschichte zu erzählen und das hat mich letztendlich dann auch dazu gebracht, das Buch fertig zu lesen, obwohl ich mehrmals den Gedanken hatte, abzubrechen.

Fazit:
Eine Highschool-Liebe, die alle Regeln bricht, gepaart mit Magie- und Vampirelementen. Leider hat mir die Umsetzung nicht so gefallen.
Deswegen nur 5 von 10 Punkten.

Verlag: Darkiss
erschienen: 2013
Printseiten: 397
ISBN: 978-3-86278-513-1

Freitag, 19. Juli 2013

Rezension // Gerit Bertram - Das Lied vom schwarzen Tod von SINA

Das Schicksal meint es nicht gut mit den Geschwistern Anna und Sebastian. Erst verlieren sie ihre Eltern an die Pest, dann schickt der Oheim Anna ins Kloster und Sebastian in die Lehre zu einem Beinschnitzer. Anne ist unglücklich und flieht aus dem Kloster, während Sebastian seine Stelle verliert. Beide stehen nun mittellos dar. Während Anna beim Buchmaler Dietl unterkommt, schließt sich Sebastian der Bruderschaft von Kilian Pankratius an. Doch Sebastian merkt schon bald, dass Pankratius zur Gewalt neigt und sogar vor Mord nicht zurückschreckt. Er verlässt die fanatische Bruderschaft, muss aber nun um sein Leben fürchten.

Mit ihrem neuesten Werk entführt uns das Autorenduo Iris Klockmann und Peter Hoeft, dass sich hinter Gerit Bertram versteckt, in das Nürnberg im Jahre 1522. Die Pest wütet gerade und dies wird den Geschwistern Anna und Sebastian zum Verhängnis. Sie verlieren ihre Eltern und ihren jüngeren Bruder und damit nehmen die Hiobsbotschaften ihren Lauf.

Bis die beiden ihren Weg in die Zukunft finden, geschieht einiges und ich hatte mehrmals Tränen in den Augen, weil das Schicksal es einfach nicht gut mit den beiden meint.

Gerade Anna, die mutig und tapfer ihren Weg geht, muss einiges einstecken, gibt aber so viel von sich, das fast keiner zu schätzen weiß.
Und Sebastian muss erst sich selbst finden, bevor er weiß, was er mit seinem Leben anstellen soll.

Der unnachahmliche Schreibstil des Autorenduos ist einfach nur wunderbar und so ist man gleich von Anfang an in der Geschichte gefangen.

Interessant finde ich es immer wieder, dass die Fiktion mit der Geschichte so geschickt verwoben wird, dass man am Ende des Buches denkt, dass es Anna und Sebastian wirklich gegeben hat und sie dieses Abenteuer bestreiten mussten.

Die knapp 600 Seiten fliegen nur so dahin und da ich das Buch zusammen mit den Autoren in einer Leserunde lesen durfte, konnte ich auch noch einiges hinter den Kulissen erfahren.

Sehr interessant fand ich, dass ein berühmter Maler (Albrecht Dürer) in die Geschichte mit einbezogen wurde und dieser auch eine große Rolle spielt.

Fazit:
Wieder ein gelungener Roman aus der Feder des Autorenduos. Ich hoffe, dass noch viele weitere folgen.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2013
Seiten: 575
ISBN: 978-3-641-12717-6

Rezension // Ivar Leon Menger (Hrsg.) - Porterville: Die Akte Tori (05) von SINA

Im fünften Teil der Reihe Porterville geht es um Tori, die in ihren jungen Jahren schon als Spionin für die IFIS (Institut für Innere Sicherheit) arbeitet. Sie soll ihre Mitschülerinnen und vor allem ihre Freundin Emily beobachten und alles melden, dass nicht dem System und den Regeln entspricht. Tori verhält sich regelgetreut und kann auch nicht verstehen, dass sich jemand nicht an die Regeln hält. Laut der Frau des Bürgermeisters hätte sie es verhindern müssen, dass Emily und ihre Freund Jonathan nach „Draußen“ verschwinden und so bestraft sie Tori, in dem sie ihr eine neue Aufgabe zuteilt. Ein scheinbar leerer Raum ist ab sofort Toris neues Aufgabengebiet.

Diesmal befinden wir uns wieder in Porterville, kurz nachdem Emily und Jonathan nach Draußen verschwunden sind. Dies wird im ersten Teil „Von Draußen“ geschildert.
Die Geschichte wird nun aus Sicht Toris erzählt, die Emilys beste Freundin ist. Doch Tori ist nicht das, was sie zu sein scheint.
Ihre Pflichtgefühl hat sie dazu verleitet, als Spionin zu arbeiten und diese Aufgabe nimmt sie sehr ernst.

Tori ist an sich schon ein sehr ernstes Mädchen. Sie zweifelt an nichts, nimmt Aufgaben und Befehle an und führt sie aus. Doch laut der Frau des Bürgermeisters hätte sie die Flucht von Emily und Jonathan verhindern müssen.

Wieder bekommt man nur Bruchstücke des Rätsels geliefert. Das Zusammenreimen macht allerdings Spaß.
Die Geschichte rund um Tori ist spannend, interessant und hinterlässt auch einen bösen Cliffhanger, so dass man wieder nur eins machen kann: den nächsten Teil lesen.

Es ist einfach nur genial, dass nach Lesen jedes weiteren Bandes Spekulationen ausgelöst werden, die sich wahrscheinlich nicht bewahrheiten werden. Ich warte sehnsüchtig auf Auflösung, was für mich aber heißt: Weiterlesen!

Ich bin sehr gespannt, was sich die Autoren noch ausdenken, um die Spannung zu halten oder gar zu erhöhen.

Der fünfte Teil stammt aus der Feder des Autors Raimon Weber, der auch schon für Band 01 „Von Draußen“ verantwortlich ist.

Fazit:
Spannung pur – Porterville ist in meinen Augen einfach nur genial.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Psychothriller.de
erschienen: 2013
Printseiten: 82
Format: epub
ISBN:  9783942261463

Rezension // J. D. Robb - Der Tod ist mein von SONJA


Die Armen und Obdachlosen der Stadt sind in Gefahr und lediglich Eve Dallas und ihr Team scheint Interesse an dem Killer zu haben, der mit beängstigender chirugischer Genauigkeit Organe entfernt und die Opfer sterben lässt. Doch Eve scheint auch in den eigenen Reihen Gegner zu haben und ihre Tage als Polizistin scheinen gezählt.

Der 8. Fall von Eve Dallas hat mir (wieder) sehr gut gefallen, denn Eves menschliche private Seite kommt hier sehr schön zum Vorschein. Denn sie definiert sich durch den Beruf als Polizistin und dieser droht ihr weggenommen zu werden. Kann man (hier: Frau) als Milliardärsgattin glücklich sein, wenn man doch Unrecht aufklären will?

Passend fand ich als Problem der Zukunft (denn die Reihe spielt ja in der modernen Zukunft), dass medizinische erstklassische Versorgung ein Luxus sein wird.

Die zwischenmenschlichen Beziehungen der Nebenfiguren lagen hier leider etwas brach, so dass ich wohl bald zum nächsten Band greifen werde, da ich wirklich neugierig geworden bin.

8 von 10 Punkten für diesen blutigen Thriller der Zukunft.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2005
Seiten: 480
ISBN: 978-3442360277

Mittwoch, 17. Juli 2013

Rezension // Ivar Leon Menger (Hrsg.) - Porterville: Träume der Termiten (04) von SINA


Paul Higgins bekommt ein geheimnisvolles Job-Angebot. Er soll an einer Expedition teilnehmen, weiß aber weder wohin es geht, um was genau es sich handelt und warum gerade er. Doch irgendetwas zieht ihn zu diesem Job hin. Schon allein die Aussicht darauf, endlich genug Geld zu verdienen, um seiner schwangeren Freundin eine bessere Zukunft geben zu können. Er nimmt an dem Auswahlverfahren teil und schafft es tatsächlich, angenommen zu werden – doch dafür muss er einen hohen Preis bezahlen.

Die vierte Folge der Porterville-Reihe ist überaus mysteriös. Der Autor John Beckmann deutet nur an, gibt Rätsel auf und verstrickt die Geschichte so sehr, dass man nach dem Lesen der letzten Seite total verwirrt zurückgelassen wird. Und so bleibt einem nichts anderes übrig, als sofort den fünften Teil der Serie zu lesen, um Erlösung zu finden, obwohl man letztendlich weiß, dass der fünfte Band nicht direkt an den vierten anschließt.

Denn das genau ist ja das Konzept der Serie. Jede Folge wird von einem anderen Autor/einer anderen Autorin geschrieben und es wird jeweils aus der Sicht eines anderen Charakters und auch aus einer anderen Zeit erzählt, so dass sie Stück für Stück die Puzzleteile zusammenfügen. Aber ich muss sagen, nach Lesen des vierten Teils bin ich noch kein Stück schlauer, weil alles so verworren und undurchsichtig ist.

Trotzdem geht von der Serie ein hoher Suchtfaktor aus.

Die jetzige Hauptfigur Paul Higgins war ein eher passiver Charakter. Er war ein Mitläufer, ließ sich Dinge vorschreiben und versuchte, es seiner schwangeren Freundin Kathy recht zu machen. Er stellt fast keine Fragen, versucht nicht, irgendetwas herauszufinden und wird am Ende vor eine Entscheidung gestellt, die sein Leben komplett auf den Kopf stellen wird.

John Beckmanns Schreibstil ist einprägend. Die Geschichte flog nur dahin und ich war am Ende fast traurig, nicht noch mehr von Paul Higgins zu lesen. Ich denke jedoch, dass er bestimmt nochmals auftauchen wird und hoffe, dass dann endlich Licht ins Dunkle kommt.
Denn die Spannung ist fast nicht mehr auszuhalten. Was genau ist in Porterville passiert? Was ist das Geheimnis? Wieso, weshalb, warum? Fragen über Fragen, die gelöst werden wollen.

Und was genau ist mit den Termiten gemeint, die in fast jedem Teil erwähnt werden?

Mir bleibt nur eins: Auf zum nächsten Teil, in der Hoffnung, endlich Antworten zu erhalten.

Fazit:
Der bislang rätselhafteste Teil der Reihe.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Psychothriller.de
erschienen: 2013
Printseiten: 88
ISBN: 978-3-942261456

Sonntag, 14. Juli 2013

Rezension // Miriam Pharo - Isar 2066: Trouble in the Bubble (03) von SINA


Lucio kommt nicht zur Ruhe. Die Hoffnung auf einen ruhigen Arbeitstag schwinden, als die Botschaft von Lena Wittgenstein, die Managerin des berühmten Restaurants Leopold ihn auffordert, sofort zu erscheinen. Lucio folgt der „Bitte“ und schon findet er sich wieder in einen Fall verstrickt, den er von Anfang an gar nicht so erwartet hätte.

Diesmal wird es total undurchsichtig – und nicht nur für Lucio. Ich habe lange gebraucht, um richtig in den dritten Fall hineinzukommen, obwohl ich den Schreibstil der Autorin ja nun gewohnt war. Aber die mehr als spärlichen Informationen, raschen Szenenwechsel und neuen Charaktere, die auftauchen, hatten mich gerade am Ende etwas verwirrt zurückgelassen. Der sehr böse Cliffhanger am Ende tat dann sein übriges.

Den prägnanten Schreibstil behält die Autorin bei und die Häppchen, die zur Lösung des Puzzles vonnöten sind werden etwas kleiner und spärlicher. Das Bild will sich nicht so recht zusammensetzen, aber am Ende weiß man auch warum.

Ich musste sehr schmunzeln, als von „Oldies“ die Rede und damit ein heute sehr bekanntes Lied eines Sängers mit dem Vornamen James („You`re beautiful“) gemeint war. Diese Szene und noch weitere mit solch altmodischen Dinge, die heute bei uns ultramodern sind, haben mir unheimlich Spaß gemacht.

Ich finde diese Serie sehr ungewöhnlich, was nicht heißt, dass sie schlecht ist, im Gegenteil: gerade diese häppchenweisen Informationen und Puzzlestücke finde ich einfach toll und damit werden auch meine grauen Zellen angestrengt. Ich rätsel mit und versuche mir vorzustellen, was denn als nächstes passieren könnte. Inzwischen hat für mich die Sphäre 5, in welcher Lucio lebt, einen Charakter entwickelt und ich meine auch, mich dort schon etwas auszukennen (nicht vom geografischen her, sondern vom Leben).

Lucio nimmt sich auch nicht mehr so ernst, wie in den ersten beiden Teilen. Sein sehr großes Selbstwertgefühl hat nun auch schon einige Dämpfer erfahren und ich habe den Eindruck, dass er jetzt zeitweise seine eigene, ehrliche Haut zeigt und nicht das „Ich“, dass er sich geschaffen hat.

Während ich diese Rezension schreibe, sitze ich auf meiner Terrasse bei strahlendem Sonnenschein und 28 Grad. Ich bin froh, dass ich die Natur und alles drum herum noch „live“ erleben kann. Die Zukunft, die die Autorin geschaffen hat, ist gerade was Natur anbetrifft, sehr düster. Die Menschen leben in einer Sphäre, es gibt kein „Wetter“, keine Natur mehr. Alles ist künstlich oder virtuell dargestellt. Wie es dazu kam, hat die Autorin noch nicht verraten.

Fazit:
Eine Reihe, die ich auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Ich hoffe, dass der vierte Fall bald erscheinen wird.

Verlag: Neobooks
erschienen: 2013
Printseiten: ca. 54 
Format: epub
ISBN: 978-3-847631613

Rezension // Miriam Pharo - Isar 2066: Frikassee zum Frühstück (02) von SINA


Der zweite Fall lässt nicht lange auf sich warten und als Lucio aus dem Fenster seiner Wohnung schaut sieht er einen wahren Menschenauflauf. Alles hat sich um eine Leiche versammelt, die mit abgeschnittener Nase und den beiden Ohren im Blumenkübel liegt. Lucio wittert natürlich sofort einen Mord und als Jimmy Marquard auf ihn zukommt und ihn darum bittet, den verschwundenen Kommunikator der Leiche zu suchen, weiß Lucio, dass er an einer großen Sache dran ist.

Der zweite Fall schließt fast genau an den ersten an. Lucio hatte noch nicht sehr viel Zeit, sich in seiner neuen Wohnung einzuleben und man erfährt mehr über ihn und seinen Ziehsohn Shou, den er bei sich aufgenommen hat, weil seine Freundin Kaori in darum gebeten hat. Richtig kümmern kann er sich nicht um das Kind und so hat er eine Robot-Nanny eingestellt, die diesen Job übernimmt. Die Zukunft hält alles parat, schließlich befinden wir uns im Jahr 2066.

Auch der zweite Fall wird zu einer harten Nuss für Lucio. Diesmal muss er sich in die Parfum-Szene begeben, denn der Ermordete ist ein bekannter Dufthersteller und gerade mal 17 Jahre alt. Lucio fragt sich, wie man in so jungen Jahren schon Feinde haben kann und geht dieser und noch anderen Fragen nach. Die Antworten, die er bekommt, sind wiederum mehr als fragwürdig.

Auch im zweiten Fall finde ich es wieder interessant, wie die Autorin es schafft, mit kurzen Sätzen ein Kurzgeschichte zu schaffen, die spannend, interessant und gleichzeitig verwirrend ist. Wieder wird man mit Puzzlestückchen gefüttert, die nur kurzzeitig ein Bild zu ergeben scheinen. Trotzdem fehlt immer wieder das letzte Stück um ein Ganzes zu ergeben. Diese Art gefällt mir, ist es ja das Konzept der Autorin, das gerade bei mir voll aufgegangen ist. Zur Zeit gefallen mir auch solche Buch-Serien, die in Staffel-Manier hergestellt werden, wo man in jeder Folge ein bisschen was erfährt und sich so auf den nächsten Teil freuen kann.

Lucio wird einem wieder etwas näher gebracht und man erfährt ein bisschen über seine Vergangenheit und wie es denn genau dazu kam, dass Shou – sein Ziehsohn – bei ihm gelandet ist.

Sehr witzig fand ich, dass die Autorin Dinge, die heute für uns neu sind, ins Jahr 2066 verlagert hat und dort als altmodisch betrachtet werden. Die Zukunft in 50 Jahren ist (teilweise auch erschreckend) anders, als man denkt. Ein richtiges High-Tech-Zeitalter mit allem erdenklichen Schnickschnack, den man(n) so braucht.

Lucio`s zweiter Fall hat mir einem Ticken besser gefallen, als der erste. Er war verzwickter und undurchsichtiger, aber letztendlich wieder raffiniert gelöst.

Fazit:
Auf zum dritten Fall für Lucio Verdict.

Verlag: Neobooks
erschienen: 2013
Printseiten: ca. 61
Format: epub
ISBN: 978-3-847631187

Rezension // Miriam Pharo - Isar 2066: Jimmy der Mops (01) von SINA

Lucio Verdict verschlägt es in Sphäre5 in die Isar Auen und kaum hat er seine Agentur als „Problemlöser“ eröffnet, wird er gleich mit einem vertrakten Fall betraut. Jimmy Marquard taucht bei ihm auf mit einem Bolzen in der Brust – und einem Zettel, auf dem die Anweisung steht, dass er bis um 4 Uhr zu Brüllen hat, ansonsten explodiert der Bolzen. Lucio fängt an zu recherchieren und merkt bald, dass in Jimmy mehr steckt, als nur der Bolzen – und das bringt ihn in höchste Gefahr.

Der erste Fall für Lucio Verdict ist von Anfang an verwirrend. Dies liegt an der Erzählweise der Autorin, die einem gleich mitten in Lucios Leben führt und nur häppchenweise erzählt, wo man sich eigentlich befindet, in welcher Zeit das ganze spielt und wer Lucio überhaupt ist. Vorrangig steht der Fall, mit dem Lucio betraut ist und auch hier bekommt man nur kleine Brocken zugeworfen, die jedoch nach und nach zu einem großen Puzzle zusammengesetzt werden können.

Auch wird mit „Fachbegriffen“ um sich geschmissen (Neurkommunikator, Sphäre5, GCS etc.), deren wahre Bedeutung auch erst später zum Vorschein kommt. Allerdings muss ich sagen, dass das dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut. Man merkt von vorneherein, dass man sich in einem Science-fiction-Roman befindet und sich einem die Gedankengänge der Autorin erst (meist gegen) Ende genauestens offenbaren.

Mit Lucio Verdict hat die Autorin einen Charakter erschaffen, der zwar sympathisch rüberkommt, aber – je näher man ihn kennenlernt – sein eigenes kleines Päckchen zu tragen hat, mit dem er meiner Meinung nach zur Zeit noch nicht so klar kommt. Er versucht, ein neues Leben aufzubauen, schlittert aber gleich in eine Sache hinein, der er lieber aus dem Weg gegangen wäre. Aber zeitgleich merkt man auch, dass ihm die Ermittlungen Spaß machen und dass seine persönliche Neugier damit auch befriedigt wird.

Die Autorin bevorzugt kurze, prägnante Sätze, mit Details hält sie sich nicht auf, trotzdem kann man sich sehr gut vorstellen, wie es in Sphäre5 (anscheinend gibt es mehrere Sphären und hier glaubt man kurzzeitig an die Anfänge einer Dystopie) aussieht und das Leben dort abläuft.

Diese knackige Art der Autorin hat mir jedoch sehr gut gefallen. Der Fall, der zu lösen war, war gut durchdacht und ich war dann auch überrascht, als ich das Ende gelesen habe, mit dem ich nicht rechnete.

Laut Homepage der Autorin soll im Vierteljahresrhythmus je ein neuer Kurzkrimi rund um Lucio Verdict erscheinen, der je 30 bis 50 Taschenbuchseiten umfassen soll. Zur Zeit sind 3 Fälle erschienen, die es auch in einem Sammelband zu kaufen gibt.

Fazit:
Kurz, prägnant, knackig – eine Autorin, die man sich merken sollte.

8 von 10 Punkten.

Verlag: Satzweiss.com chichili agency
erschienen: 2011
Printseiten: ca. 45
Format: epub
ISBN: 978-3-000361791

Freitag, 12. Juli 2013

Rezension // Emma Sternberg - Die Breznkönigin von SONJA

© Sonja Kochmann

Fanny ist für alle da und daher sitzt sie in einem kleinen bayrischen Dörfchen fest und hilft ihrer schrulligen Familie in der hiesigen Gastwirtschaft. Die Oma führt das Regiment in der Küche und der Vater verzieht sich zum Brennen von Schnaps in die Scheune. Eines Tages kommt ein Berliner Gastronom und will eine Kopie der Gastwirtschaft ins trendige Kreuzberg verlegen. Als Geschäftsführerin soll Fanny mit...

Nach dem Debütroman "Liebe und Marillenknödel" war ich so begeistert, dass ich mich schon die ganze Zeit auf das neu angekündigte Buch gefreut habe.
Zwischenzeitlich rückten in den Regalen der Buchhandlungen einige Liebesromane mit "lokalkolorit" nach, so dass man schon befürchten musste, das dies vielleicht bald wieder out sein würde.

NEIN. Hier ist eine gesunde Mischung entstanden. Allerdings vertrete ich die Auffassung, dass die Breznkönigin kein reiner Liebesroman ist. Hier erobert vielmehr eine urbayrische Maid die Großstadt. Das es hierbei zum Kulturschock kommt, ist hier der Unterhaltungsfaktor. Denn Dialekt, Kleidung, Multimedia und Trends sind auf dem Land nicht wichtig und Fanny muss schmerzhaft feststellen, dass man danach auch Freunde und die Liebe nicht aussuchen kann.

Die lustigen Anekdoten regen sogar ein bisschen zum Nachdenken an, ob schnell lebige Trends wirklich so das Wahre sind. Und auf wen kann man sich verlassen? Blut ist dicker als Wasser. Fannys Familie ist zum Knuddeln, auch wenn sie einen (hier Fanny) in den Wahnsinn treiben können.

Die Dialekte und Schimpfwörter sind gekonnt eingepflochten und für Notfälle gibt es eine kleine Übersetzungshilfe, die ich eigentlich nicht gebraucht habe.

Da mir der Happyendfaktor im Erstlingswerk einen Tick besser gefallen hat, gebe ich hier 9 von 10 Punkten. 

P.S. Wer gerade auf fleischarme Ernährung setzt, sollte eiserne Disziplin haben, ich habe irgendwann von Würstchen, Haxen und Co. auf Tellern mit brauner Soße geträumt.

Verlag: Heyne
erschienen: 2013
Seiten: 400
ISBN: 978-3453409118


Rezension // Lori Handeland - Wolfsschatten von SONJA


In Lake Bluff geschehen mal wieder unheimliche Dinge: Nach einem Sturm sterben vermehrt alte und kranke Leute. Als bei einer Autopsie auffällt, dass den Toten das Herz fehlt, geht Sheriff Grace auf die Jagd. Doch ist der neue indianische Arzt Ian ihr Freund oder ihr Feind, denn er weiß mehr.

Erst einmal muss ich jetzt doch Kritik am deutschen Titel üben. Bislang haben ja alle deutschen Titel mit "Wolf..." angefangen. Dies hat bislang auch gepasst, denn es ging schließlich schwerpunktmäßig um Werwölfe. Dieses Buch ist jedoch anders. Dazu muss man wissen, dass die eigentlich Reihe "Night Creature" heißt und sich in den Titeln immer "moon" für Mond verbirgt. Das Originalbuch heißt "thunder moon" und die Geschehnisse nehmen in der Sturmnacht unter dem indianschen Donnermond ihren Anfang:

In diesem Buch hat es Grace, die ja ihren Nebenauftritt bereits im Vorband "Wolfsdunkel" hatte, mit einer besonderen Kreatur zu tun, die kein Werwolf ist. Sie versucht zwar die Jägersucher zu befragen, ist jedoch auf sich allein gestellt. Der Aspekt mit der indianischen Kultur hat mir sehr gut gefallen. Hier spielt zwar auch ein Wolf eine Rolle, aber für sich genommen, darf hier kein Werwolfbuch erwartet werden.

Die Erotikszenen sind prickelnd beschrieben und bieten ordentlich Feuer. Wichtig ist hier auch die Verbundenheit der indianischen Kultur mit der Natur, die sich hier besonders in den Gefühlen von Grace, ihrem Sexleben und sogar ihrem Gegner widerspiegelt.

Das Wiedersehen mit Claire und Malachi ist schön gelungen, denn ihre Liebe hat sich vertieft und es ist doch auch mal schön, wenn es nach einem Happy End für alle positiv weiter geht.

Trotz Kritik am Titel gebe ich 10 von 10 Punkten, da der Gegner hier mal eine gekonnte Abwechselung darstellt und Grace einen wundervoll zynischen Humor hat, der hier auch noch mit Chuck Norris Witzen garniert wird.


Verlag: egmont lyx
erschienen: 2001
Seiten: 368
ISBN: 978-3802584275


Donnerstag, 11. Juli 2013

Rezension // Petra Schier - Verrat im Zunfthaus (03) von SINA


Als Adelina im Zunfthaus eine übel zugerichtete Leiche einer jungen Frau findet, weiß sie genau, dass wieder ein Abenteuer auf sie wartet. Und so fängt sie wieder an zu recherchieren. Nebenbei muss sie sich noch mit ihrer Schwiegermutter, einem Geist und dem Gezänke in ihrem Haushalt herumschlagen. Dann taucht eine weitere Leiche auf und Adelina gerät unter Mordverdacht.

Der dritte Band der Adelina-Reihe ist auf den ersten Blick sehr düster. Alles fängt mit der übel zugerichteten Leiche einer jungen Frau an. Adelina kann nicht anders und versucht herauszufinden, warum die Frau sterben musste. Dabei kommt sie einigen sehr ungewöhnlichen Geheimnissen auf die Spur, die nicht allesamt mit dem Mord zu tun haben.

Wirft man jedoch einen zweiten - genaueren – Blick zwischen die Zeilen, so ist dieser Teil der Reihe ungewöhnlich gefühlvoll. Nicht nur Adelina ist in meinen Augen etwas weicher geworden, auch Neklas zeigt endlich etwas mehr Gefühl gerade seiner Tochter Griet gegenüber.

Mehrmals habe ich während des Lesens feuchte Augen bekommen, da einige sehr liebgewonnene Charaktere entweder endlich ihr Glück finden oder aber gerade das Gegenteil erleben: Leid. Insbesondere die Stellen, in denen es um Griet oder um Adelinas Vater Albert gingen, waren sehr emotional.

Diesmal können sich Adelina und ihre Familie vor schlechten Nachrichten nicht retten, und wieder ist es Adelina, die einen ruhigen, ausgeglichenen Pol darstellt. Doch auch sie hat ihre Grenzen.

Ich habe deutlich gemerkt, wie sehr die Autorin an ihren geschaffenen Figuren hängt und wie detailreich sie deren Leben aufgeschrieben hat. Und auch ich bin froh, ein Teil dieser Familie sein zu dürfen und – wenn auch aus sehr passivem Blickwinkel – miterleben zu dürfen, wie sie ihr Leben meistern.

Die Schicksalsschläge sind heftig und überwiegen eindeutig über den Glücksmomenten. Doch hoffe ich, dass im nächsten Band ein Ausgleich dafür geschaffen wird. Genauso hoffe ich, dass wieder ein spannender Fall auf Adelina wartet.

Eine neue Figur wurde eingeführt: Adelinas Schwiegermutter Benedikta. Sie ist mir gleich ans Herz gewachsen und hatte immer einen passenden Ratschlag auf den Lippen. Wer Adelina kennt, weiß, dass das nicht einfach für sie ist.

Auch hat mir wieder gut gefallen etwas über die damalige Zeit zu lernen. Die Recherchearbeiten der Autorin sind sehr gut und sie weiß geschickt die historischen Fakten mit Fiktion zu verschmelzen. So hat es einen positiven Nebeneffekt, beim Lesen etwas über unsere Geschichte zu lernen.

Fazit:
Ich hoffe, noch viele spannende Abenteuer von Adelina lesen zu dürfen. Als nächstes natürlich erst mal Band Nr. 4.

Wieder verdiente 10 von 10 Punkten.

Verlag: rororo
erschienen: 2008
Printseiten: 352
ISBN: 978-3-499-24649-4 



Dienstag, 9. Juli 2013

Rezension // Constanze R. Junkers - Emily Anderson und das Vermächtnis der Gebrüder Ysenhoff (01) von SINA


Emily wohnt bei ihren Großeltern, malt für ihr Leben gern und freut sich auf nichts mehr, als die Ferien mit ihrer besten Freundin Kristin zu verbringen. Als sie jedoch einen geheimnisvollen Schmetterlingsanhänger findet, der bei Berührung blau aufleuchtet und in seinem Inneren einen mysteriösen Spruch verbirgt, weiß sie genau, wie sie die Ferien verbringt: sie möchte das Geheimnis um den Schmetterling lösen und schon bald findet sie sich zusammen mit Kristin in einer geheimnisvollen Welt wieder.

In ihrem Debutroman rund um das Mädchen Emily, die im wahrsten Sinne des Wortes durch ihre malerische Fähigkeit Träume wahr werden lassen kann, wird man in eine Fantasiewelt entführt, die keine Wünsche offen lässt. Denn von Anfang an bezaubert der wunderschöne Schreibstil der Autorin. Mit viel Liebe zum Detail und einem sehr umfangreichen Sprachschatz erfährt man immer mehr von Emily und ihren Freunden sowie dem geheimnisvollen Schmetterling.

Und doch konnte mich das Buch trotzdem nicht so recht überzeugen. Emily war mir zu perfekt, Kristin zu neugierig und forsch, Ben zu naiv und unterwürfig und auch die restlichen Personen, ob gut oder böse waren einfach nur eine Spur zu viel von allem. Es gab keine richtigen Ecken und Kanten, die Figuren wirkten blass und berechenbar.
Schon vieles konnte man sehr früh selbst in die Geschichte hineininterpretieren und so war für mich vieles nicht mehr überraschend, als es aufgelöst wurde.

Allerdings kann ich als Leserin mit 35 Jahren diese Geschichte nicht mit den Augen eines Kindes lesen, so dass ich dazu geneigt bin, das Buch dann doch höher zu bewerten. Denn für Kinder bis 12 Jahren ist das Buch bestens geeignet.

Und da muss ich nochmals auf den Schreibstil zurückkommen, denn gerade durch diese bildhafte Sprache hat man es sehr leicht, das Kopfkino anzuschmeißen und sich alles vorzustellen. Und die Geschichte an sich bietet viel Potenzial für weitere Bände.

Das Ende war mir etwas einfach gelöst. Insoweit kann ich ja nicht viel verraten, aber ich hätte mir persönlich eine andere Erklärung gewünscht. Für Kinder wird das Ende jedoch befriedigend sein, und letztendlich gibt es dann auch noch einen Cliffhanger, der neue Fragen aufwirft und auf Nachfolgebände schließen lässt.

Fazit:
Die Freundschaft steht ganz oben, ein Buch, dass Kinder verzaubern wird.

Ich vergebe 6 von 10 Punken.

Verlag: Selbstverlag
erschienen: 2013
Printseiten: 411
ASIN: B00DDQX4N8