Samstag, 31. August 2013

Rezension // Nicholas Vega - Demor: Einfach bösartig von SINA


Lord Demor ist ein Lich und hat eigentlich einen ganz bescheidenen Wunsch: der alleinige Herrscher über Fantastika zu sein. Doch Dank eines Gesetzes der Fantasie, in welchem niedergeschrieben steht, dass das Gute immer über das Böse triumphiert, hat er keine Chance, dass sein Wunsch in Erfüllung geht. Also macht sich Demor auf, das Gesetz zu ändern. Unterwegs trifft er auf einen Ork, der nicht kämpfen will, einen kopflosen Reiter und eine eiserne Jungfrau. Aus anfänglichen Zweifeln entwickelt sich jedoch bald eine ungewöhnliche Freundschaft und der gemeinsame Plan, den Erzfeind Gabriel Syxpack zu finden, der das angebliche Versteck der Gesetze kennt.

Schon der Klappentext verspricht einem ein herrlich sarkastisches und vor allem ungewöhnliches Lesevergnügen. Denn wann kann man mal die Geschichte aus der Sicht des Bösen lesen? Wobei ich jedoch sagen muss, dass Lord Demor gar nicht der Bösewicht ist, der er zu sein meint. Denn manchmal hat er derart gute Ansichten, dass man ihn sich leicht als den Retter des Reiches vorstellen kann.

Bei diesem Roman habe ich (fast) alles durchgemacht: lachen, erschrecken, wundern, mitfühlen und auch ein bisschen Traurigkeit. Insbesondere die Bemerkungen seitens Lord Demor haben mich immer wieder schmunzeln lassen. Sein Sarkasmus ist trocken und das ist etwas, dass ich sehr gerne lese.

Die Geschichte an sich ist stark geprägt von „Der Herr der Ringe“. Ich konnte viele Parallelen ziehen. Aber auch andere Geschichten finden Einfluss, wobei ich hier nicht alle aufzählen möchte und kann.

Bei vielen Romanen finde ich solche Parallelen nicht so gut, allerdings muss ich sagen, dass man sich Lord Demor sehr gut in Mittelerde hätte vorstellen können, der an Seiten Saurons um die Herrschaft kämpft.

Gerade der Wortwitz, der zu Hauf in der Story vorkommt, macht meiner Meinung nach die Geschichte aus. Genauso auch, dass hier mal nicht die Guten im Mittelpunkt stehen, sondern das Böse. Und die vier Bösewichte sind einem irgendwie sympathisch, auch wenn sie nichts Gutes im Schilde führen. Aber jeder der vier hat seine guten Eigenschaften, allen voran die Freundschaft, die die vier miteinander verbindet.

Einen Kritikpunkt hätte ich jedoch: die stellenweisen Längen im Buch. Manche Szenen waren einfach zu ausführlich erzählt, so dass ich Mühe hatte, wieder in den Lesefluss hineinzukommen. Dies hat mich etwas gestört und gibt auch leider etwas Abzug.

Trotzdem hatte ich großen Spaß beim Lesen und würde mich freuen, irgendwann weitere Abenteuer von Lord Demor, dem Ork Bult, der Eisernen Jungfrau und dem Kopflosen Reiter mitzuerleben.

Fazit:
Eine tolle Story gepaart mit Sarkasmus, Wortwitz und ungewöhnlichen Gestalten, die lernen, was Freundschaft ist.

Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag. Selfpublishing
erschienen: 2013
Printseiten: 294
Format: mobi
ASIN: B00E2YXGCY 

s. a. Bibliografie Nicholas Vega

Mittwoch, 28. August 2013

Rezension // A. J. Hartley - Darwen Arkwright: Mr. Peregrines Geheimnis (01) von SINA

Darwen Arkwright zieht von England nach Amerika zu seiner Tante. Für ihn ist alles neu und anders, und er kann sich nur schwer in seinem neuen Zuhause eingewöhnen. In der Schule wird er aufgrund seines englischen Akzents gehänselt und auch sonst scheint alles irgendwie gegen ihn zu laufen. Als er im Einkaufszentrum auf ein seltsames Geschäft stößt, welches ungewöhnliche Spiegel verkauft, kommt er mit dem Ladenbesitzer Mr. Peregrine ins Gespräch, der ihm dann auch noch solch einen ungewöhnlichen Spiegel schenkt. Darwen weiß nicht so recht, was er mit dem Spiegel anfangen soll, doch als die Sonne untergeht, entdeckt er das Geheimnis des Spiegels: er ist ein Tor in eine andere Welt - und Darwen kann diese durch den Spiegel betreten. Doch die schöne Welt auf der anderen Seite des Spiegels wird von schrecklichen Monstern bedroht, die nur ein Ziel haben: in Darwens Welt zu gelangen.

Aufgrund des schönen Covers und des sehr interessanten Klappentextes bin ich auf das Buch gestoßen und hatte mich auf die Lektüre dieses Jugendbuches auch gefreut. Doch je mehr ich gelesen habe, umso enttäuschter war ich.

Nicht wegen der Geschichte, die war sehr interessant, nein, die Schreibweise des Buches hat mich nicht angesprochen und sogar teilweise etwas genervt. Dass das Buch für Kinder und Jugendliche ist, war mir von vorneherein klar. Ich lese sie auch sehr gerne. Doch war mir dieses hier zu kindlich geschrieben, obwohl es aufgrund der darin vorkommenden Monster doch eher ab 10 oder gar 12 Jahren zu empfehlen ist.

Manche Stellen der Geschichte fand ich nicht ausgereift genug bzw. zu schnell abgehandelt und deswegen dann auch nicht richtig nachvollziehbar. Darwen hat sich zu sehr auf andere verlassen, seine Freunde Rich und Alexandra waren mir zu nervig oder zu aktiv involviert.

Als Darwin die Wahrheit erfährt, hätte ich mir mehr Eigeninitiative gewünscht. Es gibt so viele Fragen, doch hat er keine gestellt bzw. nichts unternommen, um Antworten zu finden oder ewig gebraucht, um sich zu überwinden, etwas herauszufinden.

Dies hat meinen Lesefluss sehr gestört und ich wäre am Liebsten ins Buch gekrochen, um selbst nach Antworten zu suchen.

Erst am Ende kommt Fahrt auf und ein Verdacht, der sich mir im ersten Drittel des Buches aufgetan hatte, wurde bestätigt. Auch hier hätte ich mir gewünscht, dass der Autor etwas mehr Verwirrung in die Geschichte gebracht hätte, um die Spannung zu erhalten.

Trotz der vielen Kritikpunkte habe ich auch Positives an dem Buch finden können. Das Cover, welches ich schon erwähnt habe, ist ein echter Hingucker. Die Figuren, die darauf zu sehen sind, tauchen auch immer wieder am Anfang eines jeden Kapitels auf.
Alex und Rich werden Darwen im Laufe der Geschichte gute Freunde und das hat mich für Darwen sehr gefreut. Denn den Schicksalsschlag, den er erlitten hat, hat aus ihm einen sehr freudlosen Menschen gemacht und er hat dringend Freunde nötig, die ihm darüber hinweghelfen.

Fazit:
Interessantes Konzept mit nicht gelungener Umsetzung. Da die Kritikpunkte überwiegen, gibt es von mir leider nur 4 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne fliegt
erschienen: 2013
Printseiten: 463
ISBN: 978-3-453267640


Rezension // Christine Lehmann - Die Rose von Arabien von SONJA


Finja muss wie jedes Jahr auf den Weihnachtsmarkt. Sie begleitet ihren Vater, einen Professor für Ingenieurwesen, und seine Studenten zum Glühweinstand. Dort trifft sie den jungen Scheich Chalil, der ein Jahr in Deutschland studiert. Leider ist das Jahr bereits zu Ende. Als sie erfährt, dass ihr Vater zu Chalils Familie nach Dubai reist, will sie natürlich mit. Doch hat eine Schwärmerei bei so gegensätzlichen Kulturen eine Chance zu einer Liebe mit reeller Zukunft zu werden?

Auf dieses Buch bin ich aufmerksam geworden, nach dem mir ein Geheimtipp eines ehemaligen Buchgesichts so gut gefallen hat und das Cover genauso wunderschön gelungen ist: "Der Ruf des Kolibris".

Die Geschichte von Finja und Chalil an sich hat mir unter dem Aspekt des Jugendbuches gut gefallen. Denn hier wird schon deutlich, dass es sich um Backfischliebe handelt und die scheuen Küsse doch Seltenheitswert haben. Doch das ist auch gewollt, denn mehr wäre angesichts der fremden Kultur ein echter Stilbruch. Der jugendliche Leser soll hier mitfiebern, ob aus der Schwärmerei eine Liebe werden kann, die auch eine reelle Zukunft hat.

Nebenbei erfährt der Leser einige Kulturunterschiede, die gekonnt in die Dialoge der Hauptfiguren eingeflochten werden.

Gestört haben mich in diesem Buch jedoch die Geschichten. Manche Erzählungen und Berichte der Personen, werden wie eine Geschichte aus 1001 Nacht erzählt. Hier spricht mal eine Ziege oder ein Baum. Hier und da gibt es Vorahnungen und Träume. Diese Erzählungen zogen sich über mehrere Seiten und konnten auch nicht einfach überblättert werden, da sie doch Begründungen für das Verhalten der Protagonisten enthielten. Diese Art der "Märchenerzählung" passte irgendwie nicht in ein Jugendbuch, dass auf eine Romanze zwischen zwei Jugendlichen aus der christlichen und muslimischen Glaubensrichtung abzielt. Denn hier werden eigentlich ernste Themen wie die Rolle der Frau, Blutrache etc. angesprochen.

An drei weiteren Stellen überlegt sich Finja, was sie bereits alles in Dubai erlebt hat und zählt dies gedanklich auf. Dies machte stets eine Seite aus und fand ich total überflüssig.

Das Ende und die Auflösung wurde dann wiederum in nur 2-3 Seiten abgearbeitet und war mir angesichts des gemeinsam Erlebten der Hauptfiguren zu knapp. Es machte fast den Eindruck, als ob die Autorin keine Lust mehr hatte.

Dies war mir dann leider auch zuviel des Guten und machte das Leseerlebnis zäh. 5 von 10 Punkten.


Verlag: Carlsen
erschienen: 2013
Seiten: 576
ISBN: 978-3551310736


Montag, 19. August 2013

Rezension // Kerstin Gier - Silber: Das erste Buch der Träume von SINA

Die 15jährige Olivia Silber, von allen nur Liv genannt, muss mal wieder umziehen, da ihre Mutter Ann einen neuen Job angenommen hat. Doch diesmal soll es eigentlich der letzte Umzug sein. Doch kaum sind die beiden in London angekommen, werden die ursprünglichen Pläne wieder über den Haufen geworfen. Ann hat sich in Ernest verliebt und nun ziehen sie bei ihm und seinen Kindern Florence und Grayson ein. Als Liv Grayson kennenlernt, weiß sie gleich, ihn umgibt ein Geheimnis. Aber erst im Traum kommt sie dahinter...

Ich weiß nicht genau, wie Kerstin Gier es macht, aber ich bin - wie auch bei der Liebe geht durch alle Zeiten-Trilogie - sofort in der Geschichte gefangen. Der einzigartige Schreibstil zieht einem in den Bann, lässt einem selbst in eine Art Traumzustand verfallen und mühsam wieder ins reale Leben zurückfinden.

Schon allein das Cover ist ein echter Hingucker. In tiefschwarz gehalten, mit silbernen Applikationen wie z. B. Blüten, Schüsseln, Blättern, Echsen, Eulen und noch einigem mehr. Bei jedem Mal Anschauen fällt einem neues aus. Wenn man den Schutzumschlag abnimmt, leucgtet einem auf dem Cover des Hardcovers die Tür entgegen, die in dem Buch eine wichtige Rolle spielt.

Kerstin Gier hat es einfach wieder geschafft und mich in eine Geschichte entführt, die an Fantasie nicht zu überbieten ist. Gerade in Träumen ist alles möglich und diese Vielfalt nutzt die Autorin, um eine Story zu erzählen, die am Anfang einer Highschool-Story gleicht und dann immer weiter ins Reich der Fantasie abgleitet.

Liv und ihre Schwester Mia haben einen herrlich sarkastischen Humor. Da die Geschichte in Ich-Form aus Livs Sicht geschildert wird, hat man Anteil an ihren Gedankengängen und so musste ich mehrmals schmunzeln, weil Liv manchmal genau das gedacht oder gar gesagt hat, was mir selbst im Kopf herumschwirrte.

Die anderen Figuren der Geschichte sind ebenfalls sehr sympathisch, mit Ausnahme von Henry, dem ich persönlich einfach nicht traue. Er hat sich zu sehr und zu schnell auf Livs Seite gestellt, ihr Schmeicheleien zugeflüstert und ist auch sonst einfach zu "perfekt". Da es sich ja um eine Trilogie handelt, bin ich gespannt, ob sich meine Vermutung hinsächlich ihm bestätigt, oder ob er doch ein "Guter" ist.

Mit "Silber: Das erste Buch der Träume" wurde ein traumhafter Auftakt zu einer Trilogie geschaffen, den ich gerne weiterverfolgen und wahrscheinlich auch in meine Favorits aufnehmen werde. Insoweit hoffe ich, dass der zweite Teil genauso spannend und traumhaft werden wird.

Fazit:
Ein wahrlich traumhaftes Buch, deswegen auch traumhafte 10 von 10 Punkten.

Verlag:: Fischer Verlag
erschienen: 2013
Seiten: 2013
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-8414-2105-0



Rezension // S. Quinn - Devoted: Geheime Begierde von SONJA

© Sonja Kochmann

Die 22jährige Sophia ist begeistert. Sie hat ein Stipendium an der berühmten Schauspielschule "Ivy College" erhalten. Doch Freude und Begeisterung werden schnell von Verwirrung und Leidenschaft abgelöst, denn der Akademieleiter ist der arrogante, herrische, junge und attraktive Hollywoodstar Marc Blackwell. Schnell wird aus der Schüler Lehrer Beziehung mehr, doch ist dies erlaubt?

Die Konstellation junger, arroganter, einflussreicher und sexuell erfahrener Supermann trifft auf kleine, unerfahrene und lernbegierige junge Frau ist ein Schema, dass viele Leser/innen inzwischen sofort mit Shades of Grey verbinden. Ich gebe zu, dass es einige Autoren gibt, die dies bewusst aussuchen, um auf der "Trendwelle" mit zu schwimmen. 

Doch gebe ich zu bedenken, wenn es in einem Erotikroman um Macht, Dominanz und Unterwerfung gehen soll, so ist dies, genau wie in einem normalen Liebesroman, in dem Mister Right auf die wundervolle Heldin trifft, das klassische Muster und meines Erachtens nicht verwerflich. Die Frage ist nur, schafft der Autor es, eine eigene spannende Geschichte mit entsprechenden Charakteren zu schildern?

Sophia hat mir sehr gut gefallen, sie weiß, dass sie Schauspielerin werden will, ist naturverbunden und ist einfach ein herzensguter sympathischer Mensch. Als sie mit Marc Blackwell, den mysteriösem Hollywoodstar konfrontiert wird, gerät sie ins Wanken, schafft es aber auch, bei ihm Zweifel und Begehren auszulösen.

Die Umgebung des Ivy College wird wunderbar geschildert und man hat gleich das Gefühl, in einem alten englischen Gemäuer zu sein. Dadurch fand ich manche Szenen auch ein bisschen romantisch. Die Mitschüler, die Familie und die beste Freundin von Sophia bieten Freundschaft, Hass und Intrige. Diesbezüglich wird wohl noch einiges auf uns Leser zu kommen.

Punktabzug gebe ich allerdings für die Erotikszenen, da sich Marc hier aus Dominanzgründen teilweise zurückzieht. Dies gibt er zwar gegen Ende aus inhaltlichen Gründen auf, aber ich finde dadurch leiden die Szenen.

Etwas unpassend finde ich den "deutschen" Titel "Devoted - Geheime Begierde", da hätte man doch eher beim Original "Ivy Lessons" bleiben sollen. Das wäre passender gewesen.

8 von 10 Punkten und ich bin bei Band 2 dabei! Lasst die Schulglocke und vieles mehr erklingen.


Verlag: Goldmann
erschienen: 2013
Seiten: 352
ISBN: 978-3442480357


Rezension // Ana Veloso - Das Lied des Kolibris von SONJA


Die junge Haussklavin Lua hat ein Geheimnis, sie kann lesen und schreiben. Als eine alte Sklavin namens Imaculada sie bittet, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben und der junge und attraktive Sklave Ze auf die Plantage gebracht wird, kommt eine Verkettung an Ereignissen in den Gang. 

Ich gebe zu, eigentlich wollte ich mich an dem Buch "Der Duft der Kaffeeblüte" versuchen. Leider war dies in der Bücherei gerade vergriffen, so dass ich zu diesem Buch der Autorin griff.

Die Sprache und die Schilderungen der Autorin haben mir gut gefallen und ließen sich gut "herunter" lesen. Man konnte sich bildlich das Herrenhaus, die Sklavenunterkunft und die Plantage vorstellen. Leider war mir der Handlungsstrang etwas zu sehr aufgefächert. 

Normalerweise gibt es ja bei historischen Romanen ein paar Hauptfiguren, deren Weg sich mehrfach kreuzen oder die sich an irgendeinem Ziel treffen und der Leser hat eine "Ahnung" wohin die Handlung führt. Irgendwie war mir das hier nicht so ganz eindeutig. Es gab so viele Haupt- und Nebenfiguren und das eigentliche "Ziel" war lange unklar, so dass ich die 528 Seiten als sehr schleppend empfand. Daher vergebe ich 6 von 10 Punkten, werde aber dennoch wie eigentlich geplant das Buch "Der Duft der Kaffeeblüte" demnächst lesen.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2011
Seiten: 528
ISBN: 978-3426663349


Rezension // Carly Phillips - Noch ein Kuss von SONJA


Carly steht kurz vor der Hochzeit. Doch soll dies nicht der schönste Tag im Leben voll mit Liebe und Leidenschaft sein? Für Carly nicht, denn so kann man Enttäuschung und Verrat vorbeugen. Bei den Hochzeitsvorbereitungen mit dem ehrgeizigen Anwalt Peter lernt Carly dessen attraktiven und vorlauten Bruder Mike kennen, der ihre Art zu Denken, ins Wanken bringt.

Bei Liebesromanen ist ja häufig der männliche Part "beratungsresistent" und muss erst für die Liebe empfänglich gemacht werden. Hier ist es mal andersherum. Hier ist Carly, die Person, der die Liebe nahe gebracht werden muss. Dies fand ich auch mal sehr erfrischend und abwechlungsreich. Denn sie wirkt äußerst dickköpfig und störrisch dabei. Dadurch entstehen wundervolle Szenen mit Mike, die einen ordentlich schmunzeln lassen.

Die Gründe, die zu dieser Konstellation geführt haben, fand ich gut herausgearbeitet  so dass der Leser nicht einfach in eine feste Dreieckskonstellation geworfen wurde. Hier merkt man doch, das Carly Phillips mit zu den führenden Liebesromanautorinnen gehört. 

Leider fand ich das Buch etwas kurz geraten. Ein paar mehr Szenen zwischen Carly und Peter und dann mit Mike hätten es doch sein dürfen, so dass ich 8 von 10 Punkten vergebe.


Außerhalb der Wertung muss ich leider anführen, dass wohl die erste Fassung der ebook-Version entweder technische Fehler oder aber Übertragungsfehler enthält. Denn leider fehlen hier Wörter, Namen und Satzteile. Manchmal macht auch die Zeichensetzung keinen Sinn, so dass der Lesefluss doch erheblich gestört wurde. Man konnte sich doch alles zusammenreimen, dennoch fand ich dies ärgerlich.

An meinem Reader kann es auch nicht gelegen haben, da ich dies auf dem tolino shine, dem sony und dem Leseprogramm meines PCs ausprobiert habe. Inzwischen gibt es auf amazon eine Rezension einer Kundin, die Ähnliches mit ihrem Kindle festgestellt hat. Diese Rezension wurde auch schon kommentiert, so dass es damit schon 3 Leser sind, die diesen Mangel festgestellt haben. Des weiteren findet man auch in den Online-Leseproben ein paar Fehler.

Schade, da muss wohl noch einmal nachgebessert werden.


Verlag: Heyne
erschienen: 2013
Seiten: 304
ISBN: 978-3453409613



Rezension // Lori Handeland - Wolfsfeuer von SONJA


Alexandra verspürt nur Rache bei ihrer Jagd nach Werwölfen, denn einst ermordeten Werwölfe ihre Eltern. Doch als sie die Frau des Alphawolfes Julian tötet, dreht dieser den Spieß um. Er verwandelt sie in einen Werwolf, um sie mit Schuldgefühlen zu quälen. Doch dann kommen noch andere Gefühle hinzu.

Grandios! Die Autorin versteht ihr Handwerk. Dies ist nun der 9. Band der Night Creature Reihe und dieser ist packend vom Anfang bis zum Ende.

Dies gelingt der Autorin, in dem sie nun einmal ein paar friedliche Werwölfe kreiert, in deren Reihen ein Verräter existiert. Wie fühlt es sich an, keine körperlichen Einschränkungen zu haben? Nie mehr krank zu werden? Nicht zu altern? Freunde zu haben, die einige Jahrhunderte alt sind?

Diese Aspekte machen die Suche nach dem Bösewicht und die aufkeimende ungewollte Liebe zwischen Alex und Julian richtig interessant. Da Alex und Julian einander eigentlich nicht ausstehen können, fliegen hier verbal und auch körperlich die (Fell-)Fetzen. Hier kommt es teilweise zu spritzigen Dialogen und anderen feurigen Szenen.

Es ist sicherlich schwierig eine Reihe so lange interessant zu gestalten, aber hier war ich sehr positiv überrascht.

Der Bösewicht wurde tatsächlich erst im letzten Viertel durch eine kleine inhaltliche Finte deutlich, so dass man mitgefiebert hat. Daher vergebe ich 10 von 10 Punkte.

Die Vorbände sind kein unbedingtes Muss. Namen und bestimmte Handlungsstränge können auch aus den inhaltlichen Beschreibungen entnommen werden.


Verlag: egmont lyx
erschienen: 2012
Seiten: 368
ISBN: 978-3802587887


© Sonja Kochmann



Sonntag, 18. August 2013

REzension // Chris P. Rolls - Irgendwie Top von SINA


Markus ist ein Jäger. Seine bevorzugte Beute: Männer, die er vernaschen kann. Keine feste Beziehung, Gefühle lässt er nicht zu. Eines Abends trifft er auf Alex. Markus ist fasziniert von ihm, doch merkt er bald, dass Alex genauso ist, wie er: ein Jäger. Doch Markus bekommt Alex nicht aus dem Kopf und will nur eins: Alex zu seiner Beute machen. Bis Gefühle ins Spiel kommen...

Ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen und muss sagen, das „Irgendwie Top“ irgendwie Top ist. Die Geschichte hat mich schlichtweg umgehauen, was das gefühlsmäßige betrifft.

Doch muss ich gleich zu Anfang die Kritik loswerden, dass das Sprachliche diesmal sehr hart war und die Autorin das Wort „geil“ in mehrfacher Ausfertigung benutzt hat. Und das hat mich teilweise dann doch sehr gestört, gerade wenn Markus nachdenkt. Zu Anfang war dies noch in Ordnung, da Markus ja ein Jäger ist, der nichts anderes im Sinn hat als One-Night-Stands, aber später hinaus hat es mir einfach nicht mehr gefallen. Dieser harte Sprachstil hat mir das Lesen nicht einfach gemacht.

Trotzdem war es faszinierend zu lesen, wie sich Markus entwickelt, worüber er sich Gedanken macht und was er ändern will. Genauso auch die Entwicklung der Beziehung zwischen Alex und Markus. Beide schleichen umeinander, wie mach anderer um den heißen Brei. Sie checken sich ab, sie wollen den jeweils anderen unterlegen machen und merken dabei nicht, dass sie dabei sind, sich ineinander zu verlieben. Für einen Jäger natürlich undenkbar.

Zwei Nebenfiguren (Tim und Mark) ist eine eigene Geschichte gewidmet (Irgendwie Anders). In „Irgendwie Top“ wird deren Geschichte aus Sicht von Markus geschildert. „Irgendie Anders“ habe ich noch nicht gelesen, bin jetzt aber neugierig geworden, weil ich Tim von seiner Art her einfach nur goldig finde.

Viele Charaktere im Buch haben eine eigene Geschichte gewidmet bekommen. Ich finde die Idee der Autorin, eine eigene kleine Welt mit verschiedenen Charakteren in eigenen Büchern zu schaffen, wunderbar gelungen.

Die Geschichte ist sehr von der erotischen Ausstrahlung und Anziehung von Markus und Alex geprägt, teilweise war es mir auch zu viel „Sex“, aber letztendlich geht es bei den beiden Hauptcharakteren auch nicht anders. Ihr ganzes Leben ist von Sex geprägt, sie sind dafür geboren.

Fazit:
Eine sehr erotische Geschichte mit hartem Sprachstil, aber trotzdem gefühlvollen Charakteren. 


Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Selbstverlag
erschienen: 2013
Printseiten: 642
Format: mobi
ASIN: 978-3-426-63170-6

Donnerstag, 15. August 2013

Rezension // Jojo Moyes - Ein ganzes halbes Jahr von SINA


Lou, 26 Jahre alt und ohne Pläne für die Zukunft, verliert ihren Job als Kellnerin im Cafe. Durch die Arbeitsagentur bekommt seine eine Arbeit bei dem querschnittsgelähmten Will vermittelt. Doch Will hat seinen Lebenswillen verloren und nur seinen Eltern zuliebe hat er seinen Termin zum Selbstmord in der Schweiz um 6 Monate verschoben. Lou hat ein halbes Jahr Zeit, um Will umzustimmen.

Durch die vielen positiven Reaktionen auf die Geschichte bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Eigentlich bin ich keine Leserin von Liebesromanen, aber gerade die Schwärmereien vieler LeserInnen hat mich dann doch dazu gebracht, mir das Buch zuzulegen.
Aber letztendlich war ich dann doch enttäuscht.

Mit Lou konnte ich mich gar nicht identifizieren. Ihre Naivität und der große Hang zum Selbstmitleid haben mich teilweise sogar eher genervt. Allerdings hat mir dann wiederum ihre Schlagfertigkeit sehr gut gefallen. Die große Klappe, die sie an den Tag legt, hat einiges ihrer Selbstdramatik wieder wett gemacht.
Wills fehlenden Lebenswillen konnte ich da schon eher verstehen. Seine Entscheidung, sich in der Schweiz selbst umzubringen, hatte mein vollstes Verständnis.

Das Thema, dass die Autorin anschlägt, ist kein leichtes und bringt bestimmt viel Diskussionsmaterial mit sich. Die angesprochen Firma in der Schweiz, die einem bei seinem eigenen Selbstmord hilft, ist in vielen Ländern umstritten, aber auch ich sehe es so, dass jeder – gerade in der Position, in der sich Will befindet – selbst entscheiden sollte, ob er sein Leben so verbringen möchte.

Die Geschichte an sich hat mich dann jedoch an sehr an die Autobiografie von Philippe Pozzo die Brog „Le second soufflee“ erinnert, die unter dem Namen „Ziemlich beste Freunde“ verfilmt wurde. Auch dort gibt es einen Querschnittsgelähmten, der auf seinen Pfleger angewiesen ist. Philippe hat seinen Lebenswillen auch teilweise verloren und sein Pfleger versucht, ihn aus diesem Loch herauszuholen. Dabei entsteht eine tiefe Freundschaft, die bis heute noch besteht. Den Film und die Autobiografie kann ich nur empfehlen.

Genau daran hat mich „ Ein ganzes halbes Jahr“ erinnert, nur dass es hier keine Freundschaft, sondern eine Liebesgeschichte entsteht.

Letztlich hat mich dann nur eine Tatsache davon abgehalten, das Buch abzubrechen. Ich wollte wissen, ob und wie Lou es schafft, Will wieder das Leben schmackhaft zu machen.

Das Ende fand ich dann sehr passend und stimmig und hat das Buch für mich dann doch einen Ticken besser gemacht.

Fazit:
Eine Story, die mir leider zu bekannt vorkam und mich deswegen nicht recht fesseln konnte. Nur aufgrund des für mich stimmigen Endes vergebe ich 6 von 10 Punkten.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2013
Seiten: 512
ISBN: 978-3-499-26703-1




Rezension // Petra Schier - Verschwörung im Zeughaus (05) von SINA


Adelinas Bruder Tillmann taucht blutberströmt bei ihr auf und bittet sie um Hilfe und Stillschweigen. Kurz darauf steht der Vogt vor Adelinas Tür und fragt nach ihrem Bruder. Er soll angeblich seinen besten Freund umgebracht haben. Adelina schützt jedoch ihren Bruder und verschweigt dessen Anwesenheit in ihrem Hause und ist wieder in einen Kriminalfall verwickelt, um die Unschuld ihres Bruders zu beweisen.

Gleich nach den ersten 50 Seiten merkt man einen Stilwechsel der Autorin. Hat sie die ersten vier Bände der Reihe noch aus Sicht Adelinas geschrieben, hat sie nun auch Passagen für Tillmann und Mira eingefügt, aus deren Sicht erzählt wird.

Tillmann Greverodes ruppige Art hat mich mehr als einmal schmunzeln lassen. Das er und Adelina miteinander verwandt sind, lässst sich nicht leugnen. Das Temperament der beiden ist unverwechselbar.

Auch hier liegt wieder ein spannender Fall vor und es war auch wieder interessant zu lesen, wie Adelina und ihre Familie versuchen, Licht ins Dunkle zu bringen.

Ganz besonders gut hat mir die Entwicklung zwischen Mira und Tillmann gefallen. Beide haben gerade durch ihre Temperament einige Reibungspunkte, so dass teilweise die Fetzen fliegen. Mira ist Tillmann in dieser Hinsicht mehr als ebenbürtig.

Auch wenn sich der Blickwinkel ändert, bleibt vom Schreibstil her alles beim Alten und so ist man auch gleich wieder in der Geschichte drin, fiebert und rätselt mit, versucht selbst, den Fall zu lösen und der Familie Burka zu helfen.

Ich finde es immer wieder faszinierend, sich ins Mittelalter versetzen zu lassen und die Art und Weise kennenzulernen, wie man damals lebte. Gerade das soziale Miteinander ist sehr interessant. Aber auch der Einblick in die Arbeit in einer Apotheke gefällt mir immer wieder gut.

Nur schade, dass man sehr wenig von Adelinas Kindern Colin und Katharina erfährt, ich hoffe jedoch, dass in den kommenden Bänden die beiden eine größere Rolle einnehmen.

Fazit:
Wieder genial, wieder faszinierend, die Verschwörung im Zeughaus aufzudecken.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2013
Seiten: 352
ISBN: 978-3-499-25922-7 

Rezension // Sina Beerwald - Mordsmöwen von SINA

Der Mensch Knut macht die Crepes-Bude nicht auf. Ahoi und seine Möwenfreunde finden das gar nicht gut und haben möwenmäßigen Hunger. Sie machen sich auf dem Weg zu Mensch-Knuts Haus und finden einen Abschiedsbrief. Hat sich Mensch-Knut wirklich umgebracht oder wurde er gar ermordet? Ahoi und seine Gang fangen an zu recherchieren, auf ihre ganz eigene Art und Möwenweise.

Es war schon komisch, alles aus Möwensicht zu lesen, aber ich muss sagen, dass gerade diese Sicht das Buch zu etwas Einzigartigem macht.
Das Buch ist gespickt mit einem möwenartigen Humor, den man einfach lieben muss. Die Möwen sind richtig organisiert. Jede Bande hat ihr Revier. Andere gegen einer richtigen Arbeit nach. Es gibt sogar eine Seehundbank, auf der Guthaben eingezahlt werden kann (Heringe, Makrelen etc.). Gerade diese gut durchdachten Kleinigkeiten machen es einem schwer, nicht daran zu glauben, dass es die Möwen rund um die Hauptmöwe Ahoi gar nicht gibt.
Eben dieses gut Durchdachte hat mir einfach sehr gut gefallen.

Ahoi ist die Spähermöwe der Bande und aus dessen Sicht wird die Geschichte auch erzählt. Interessant ist, dass man von Ahoi Parallelen zu dem Mensch Knut ziehen kann. Beide sind die nicht geliebten Söhne ihrer Mütter und haben ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen.

Ganz nebenbei bekommt man dann auch noch die Insel Sylt vorgestellt. Und ich  muss sagen, dass die Insel garantiert einen Besuch wert ist.

Es hat möwenmäßigen Spaß gemacht, Ahoi und seine Freunde zu begleiten und den Kriminalfall aufzudecken. Der Einfallsreichtum – gerade alles aus Sicht der Möwen zu beschreiben – fand ich im Endeffekt einfach nur genial.

Fazit:
Ein rasanter Kriminalfall rund um eine tierische Bande.

Ich vergebe tierische 10 von 10 Punkten.

Ich habe diesen Sommer (2013) einen Tag auf Sylt verbracht und musste mir natürlich die Handlungsorte ansehen. Sehr witzig fand ich, dass es den erwähnten Crepes-Stand tatsächlich gibt, allerdings nicht von Mensch-Knut betrieben und er hat schon gar nicht geschlossen. Hier ein Bild davon:
© sina frambach
 Auch ein paar Möwen sind mir über den Weg geflogen. Ob das vielleicht Ahoi ist?



© sina frambach

Und die erwähnte Robbe Willie, die eigentlich weiblich ist und einen erheblichen Anteil zur Aufklärung des Falles leistet, haben wir auch gesehen.


© sina frambach
© sina frambach

Verlag: Emons
erschienen: 2013
Printseiten: 208
ISBN: 978-3-95451-135-8

Rezension // Petra Schier - Frevel im Beinhaus von SINA


Adelina, hochschwanger, wird erneut in einen sehr bizarren Fall hineingezogen. Aus einem Beinhaus werden Knochen gestohlen, kurz darauf wird eine schwangere Frau getötet und ihr Baby aus ihr herausgeschnitten. Als Adelinas Mann Neklas beschuldigt wird, die Schwangere getötet  und mit ihr Experimente durchgeführt zu haben, setzt Adelina alles daran, Beweise für seine Unschuld zu finden.

Gleich zu Anfang wird es schon grausig und das unterscheidet den vierten Teil der Reihe von den drei Vorherigen. Der Mord an der Schwangeren und das Stehlen ihres Babys haben mich sehr mitgenommen.

Adelina ist in diesem Teil sehr rührselig, was aber auch an ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft liegt. Und als Neklas noch des Mordes verdächtigt wird, gibt ihr dies den Rest.

Der Hauptmann Till Greverode, der in den ersten Teilen schon eine größere Nebenrolle gespielt hat, bekommt diesmal noch mehr Aufmerksamkeit. Ich muss sagen, dass er mir eigentlich schon immer recht sympathisch war, obwohl er eigentlich ein Gegenspieler Adelinas und ihrer Familie ist.

Warum er eher eine Abneigung hat, wird nun aufgeklärt und gerade dieses Warum ist dann doch sehr überraschend. Und hat einfach in die Geschichte hineingepasst.

Auch Griet, Adelinas Stieftochter und das Lehrmädchen Mira bekommen einen größeren Auftritt und auch hier gibt es Überraschungen.

Der Fall, den Adelina zu lösen hat, ist diesmal sehr verzwickt und man wird mal wieder auf die falsche Fährte geschickt. Der Autorin ist es auch diesmal wieder wunderbar gelungen, die historischen Fakten geschickt mit der Fiktion zu verbinden.
Gegen Ende des Buches hatte ich einen Verdacht, der sich dann auch bestätigt hat. Trotzdem war die Story wieder spannend und diesmal auch sehr aufregend.

Der vierte Teil hat mir persönlich bis jetzt am Besten gefallen.

Fazit:
Die Reihe hat einfach Suchtpotenzial.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2010
Seiten: 352
ISBN: 978-3-499-25437-6 

Dienstag, 13. August 2013

Rezension // Joelle Charbonneau - Die Auslese: Nur die Besten überleben von SONJA


Aufgrund von Kriegen hat es die Menschheit schwer auf der Erde zu leben. Um Fehler der politischen Ebenen zu vermeiden, dürfen nur die Besten studieren und die führenden und wichtigen Berufe des Landes ausüben.

Cia ist stolz, nach ihrem Schulabschluss zur Auslese antreten zu dürfen; bis sie merkt, dass die Auslese tödlich sein kann....

Derzeit gibt es ja einen regelrechten Dystopieboom und ich muss sagen: ich lese diese Bücher momentan auch ganz gern.

Viele werden vermutlich aufschreien und sagen, dass Buch ähnelt dem Buch "Die Tribute von Panem" von Suzanne Collins oder Ursula Poznanskis "Die Verratenen" - vielleicht auch eine Spur von "Die Auswahl" von Ally Condie. Aber warum ist das so?

Per Definition ist eine Dystopie eine Entwicklung der Gesellschaft zum Negativen. Was wirkt sich denn auf die Protagonisten negativ aus? Wenn die Existenz gefährdet ist und man kämpfen muss, um zu überleben. Das haben eigentlich alle Dystopien gemeinsam. Ich kann daran nichts Negatives entdecken, denn schließlich bekommt der Held in einem anständigen Liebesroman seine Herzensdame auch am Schluss  Je nach Genre gibt es halt immer ein bestimmtes Strickmuster.

Dieses Strickmuster hat mir sehr gut gefallen, denn mir waren die Protagonisten von Anfang an sympathisch. Cia ist clever und kann im Gegensatz zu vielen Mädchen fast alles reparieren. Dies kommt ihr im Verlauf der Handlung natürlich zu Gute. Ein bisschen Liebe und Zweifel gehören natürlich auch in ein solches Buch, um die Gefühlswelt ein bisschen auf Trab zu halten. 

Als neue Variante fand ich sehr interessant, dass für Cia alles mit einer scheinbar normalen Prüfungssituation beginnt. Wer selbst unter Prüfungsangst leidet, kann die Zweifel und Ängste gut nachvollziehen. Hier kommt schließlich noch ein anderer Nervenkitzel hinzu. Als sich die ersten Todesfälle ereignen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Über die Auslese an sich verrate ich hier nichts, lest selbst.

Dies sind die Gründe, warum ich diesem Buch 10 von 10 Punkten gebe: Nervenkitzel, ein harmonischer Erzählstil und ein ganz gemeiner Cliffhanger, so dass ich hoffe, bald zu Band 2 greifen zu können.

Für alle Fans von Dystopien ein MUSS (und für alle die ihre eigene Prüfungsangst ein bisschen reizen wollen)!

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2013
Seiten: 416
ISBN: 978-3764531171


Rezension // Joelle Charbonneau - Die Auslese: Nur die Besten überleben (01) von SINA


Cia ist 16 und hat gerade die Schule abgeschlossen. Ihr größter Traum ist es, das von Kriegen gebeutelte Land wieder zu einem Aufschwung zu verhelfen, damit keiner mehr Hunger leiden muss und jeder einen vernünftigen Job ausüben kann. Um jedoch für die Regierung arbeiten zu können, muss sie erst zur sogenannten Auslese antreten. In diesem Verfahren werden die Besten der Besten ausgewählt, um das Land zu führen und neue Ideen zu verwirklichen. Cia ist stolz, als sie zur Auslese zugelassen wird. Doch die Prüfungen, die sie bestehen muss, lassen sie am System zweifeln.

Was im Klappentext nach einer Dystopie mit einer neuen Idee klingt, entpuppt sich letztendlich jedoch als eine Mischung aus Panem und Legend, Die Stadt der verlorenen Kinder und weiteren Dystopien. Von jedem ist etwas vertreten und ich habe immer wieder Parallelen ziehen können. Gerade nach der Hälfte des Buches hat mich alles sehr an die Panem-Trilogie erinnert, da sich Cia zusammen mit einem ihrer besten Freunde - Tomas - von einem Punkt außerhalb der Kolonie bis zur Hauptstadt durchschlagen muss, zusammen mit anderen Bewerbern. Eigentlich zählt nur, dass man in der Hauptstadt ankommt, doch wird auch vermittelt, dass man – wenn nötig – seine Mitbewerber töten muss, um zu überleben.

Auch hat Cia einen „Mentor“, einen erwachsenen Offiziellen namens Michal, der sich um sie kümmert und ihr immer wieder gute Tipps „zusteckt“.

Der Anfang hat sich somit sehr vielversprechend angehört, ging dann jedoch nach und nach in einen Panem-Abklatsch über. Bei manchen Szenen hätte man den Namen Cia gegen Katniss austauschen können.

Aber ich will nicht zu sehr auf diesen Parallelen herumreiten. Das Positive an dem Buch ist der Ansatz. Alle arbeiten zusammen, keiner wird richtig unterdrückt. Alle haben mehr oder weniger freie Hand und werden von der Regierung unterstützt. Das eigentliche Ziel, die Erde wieder fruchtbar und damit wieder belebbar zu machen, steht im Vordergrund und wird von allen auch als überaus wichtig angesehen, gerade um nachfolgenden Generationen ein angenehmes Leben zu ermöglichen.

Die Schreibweise der Autorin ist sehr angenehm und man hat sich auch gleich in die Geschichte und Cia – aus deren Sicht alles beschrieben ist – hineinversetzen können. Auch fand ich gut, dass die einzelnen Kapitel in kurze Absätze gegliedert waren. So konnte man alles sehr gut nachvollziehen und hatte auch die Möglichkeit alles in sich aufnehmen zu können.

Cia ist eigentlich eine sehr zurückhaltende Person, die erst im Laufe der Geschichte und ganz besonders auf dem Weg zurück zur Hauptstadt eine starke Wandlung durchmacht. Sie wird stark, zweifelt mehr am System, weiß aber genau, dass sie nichts ändern kann.
Alles in allem hat mir das Buch vom Stil her sehr gut gefallen, einzig das Abgekupferte fand ich etwas schade.

Fazit:
Der am Anfang starke Auftakt zu einer Reihe, die mich hoffentlich im nächsten Teil überzeugen kann.

Ich vergebe 6 von 10 Punkten.

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2013
Seiten: 416
ISBN: 978-3-7645-3117-1

Rezension // Kathryn Taylor - Colours of Love: Entfesselt von SONJA


Die junge Amerikanerin Grace erhält im Rahmen ihres Studiums die Chance in einer englischen Investmentfirma ein Praktikum zu machen. Dort trifft sie auf den jungen und arroganten Chef Jonathan Huntington. Er ist attraktiv, reich und adlig. Trotz aller Warnungen verfällt sie ihm und muss feststellen, dass seine Bedürfnisse gefährlich für ihre Gefühlswelt sind.

Als ich den Klappentext gelesen habe, gebe ich zu, dass ich das Buch nicht wirklich kaufen wollte. Denn ist der Inhalt wirklich etwas Neues? Junges unerfahrenen Ding trifft auf DEN Mann von Welt, der schon alles erreicht hat?
Ich gestehe, dass ich dieses Buch aus der online ebook Ausleihe meiner Bücherei ausgeliehen habe, denn aufgrund dieser Vorurteile hätte ich dafür kein Geld bezahlt.

Doch ich muss sagen, mir hat das Buch sehr gut gefallen. Grace ist zwar naiv und unerfahren, hat aber aufgrund ihrer Tendenz alle Fettnäpfchen mitzunehmen schon fast etwas Komisches. Man möchte sie fast in den Arm nehmen und beschützen. Als sie merkt, dass Jonathan bei ihr eine Ausnahme nach der anderen macht, wird ihr Kampfgeist geweckt. 

Jonathan bringt durch seine adlige Abstammung noch die Aspekte der hiesigen Regenbogenpresse und der Erwartungen seiner Familie mit hinein, die durchaus für Abwechselung sorgen. Schön finde ich auch, das Grace und auch Jonathan nicht allein die Handlung bestreiten. Es gibt auf beiden Seiten Familie, Freunde und Vertraute, die sich auch durch gute Dialoge in die Handlung einbringen.

Man hat auch das Gefühl  dass der Schwerpunkt nicht nur auf die Erotik allein, sondern auch auf die Handlung gelegt wurde. Manche dunklen Geheimnisse erinnern übrigens an das Haus aus dem Film "Eyes Wide Shut" und mehr werde ich an dieser Stelle nicht verraten. Zum einen, weil ich dem Leser manche Dreh- und Angelpunkte nicht verraten will und zum anderen, WEIL ICH ES SELBST NICHT WEISS !! Das Buch endet mit einem ganz bösen Cliffhanger und ich denke, ich werde zeitnah zur Fortsetzung der Reihe greifen und vergebe tatsächlich 10 von 10 Punkten für diese Leseüberraschung.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2012
Seiten: 320
ISBN: 978-3404168644


Samstag, 10. August 2013

Rezension // Nadja Losbohm - Die Jägerin: Blutrausch (02) von SINA


Ada erwacht wie aus einem Traum. Und sie weiß: ihre Tochter ist nicht bei ihr. Die schwere Geburt hat sie ausgeknockt und ihr kleines Mädchen wurde schon ins Kloster gebracht. Ada kann und will dies nicht akzeptieren. Sie will ihre Tochter sehen. Doch weiß sie auch, dass es nicht richtig ist, sich um das Kind zu kümmern, weil die Gefahr zu groß wäre. Und so stürzt sie sich in ihre eigentliche Aufgabe: das Jagen von Dämonen.
Zusammen mit Pater Michael versucht sie so, die Sehnsucht nach der Kleinen zu bezwingen. Bis sie letztendlich vor eine Entscheidung gestellt wird, die ihr Leben kosten könnte.

Der zweite Teil der Jägerin-Reihe fängt sehr düster an und ich als Mutter hatte Tränen in den Augen. Ada muss sich von ihrer Tochter trennen, ohne sie je gesehen zu haben. Ich konnte mich so gut in Ada hineinversetzen, konnte mitfühlen, ihr Leid und ihre Trauer verstehen.

Die Autorin hat mit gezielten Worten das Wichtigste zusammengefasst, Adas Schmerz so gut dargestellt, dass ich kurz davor war, nicht weiterzulesen. Doch ich wollte natürlich wissen, wie es denn weitergeht.

Ada hat sich weiterentwickelt. Der Schmerz und die Trauer haben sie erwachsener gemacht und sie macht sich mehr Gedanken um die Zukunft. Aber sie wurde auch emotionaler, gerade in Hinsicht auf Pater Michael, der ebenfalls eine kleine Wandlung durchgemacht hat. Auch er lässt mehr Gefühle zu, teilt sie auch mit und versucht Ada ein würdiger Partner zu sein.

Gerade diese emotionale Seite hat die Jagd nach den Dämonen etwas in den Schatten gedrängt, was ja die eigentliche Aufgabe der Jägerin Ada ist. Erst nach der Hälfte des Buches besinnt sich Ada auf ihr wahres Schicksal und kämpft wieder.

Der (Selbst)Sarkasmus, der im ersten Band vorhanden war, ist hier nicht so ausgeprägt. Jedoch hat Ada auch weiterhin ihren Humor behalten, was ich persönlich sehr gut finde.

Adas Schlagfertigkeit aus dem ersten Teil taucht erst wieder am Ende des Buches auf. Ja, das Ende – es ist nicht wie erwartet und hinterlässt auch einen Ciffhanger. Die Freude auf den dritten Band erhöht sich damit um einiges.

Fazit:
Teil 2 hat mir besser gefallen, als der erste. Die emotionale Schiene hat einfach super gepasst.

Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2013
Printseiten: 185
Format: mobi
ASIN: B00EDONKLA


Freitag, 9. August 2013

Rezension // Inka Loreen Minden - Jax: Warrior Lover von SONJA


Elitekämpfer Jax hat die Aufgabe, Rebellen von der sicheren Stadt White City fern zu halten. Dort herrscht eine Diktatur und wer das große Ganze gefährdet, wird hingerichtet oder zum Sklaven ernannt. 
Samantha ist Ärztin. Als sie bei einer Gerichtsverhandlung schuldig am Tod von Jaxs Bruder gesprochen wird, hat sie die Wahl: Tod oder Sklave. Ausgerechnet Jax erwählt sie als Sklavin und sie muss ihm in jeglicher Art dienen....

Genial. Ich liebe ja derzeit Dystopien, doch diese sind größtenteils im Jugendbuchsektor zu finden. Mehr als scheue Küsschen sind da nicht drin.
Hier geht es jedoch richtig zur Sache. Erotische Szenen mit Hand und Fuß und noch viel mehr. Die Sexszenen sind in eine wundervolle Handlung eingebettet, die großes Potenzial hat, eine tolle Reihe zu werden. Dieser Warrior ist zwar kein Vampir, kann aber locker mit den Black Daggern (meine Lack und Leder Jungs) mithalten. Die Dialoge zwischen Sam und Jax sind teilweise auch zum Schmunzeln. Allein die Szene mit der Urinflasche im Krankenzimmer ist klasse gelungen.

Die grausame Zukunftversion bietet ordentlich Aktion, so dass hier Fans von Dystopien UND Erotikromanen auf ihre Kosten kommen. Leider war das Lesevergnügen zu schnell vorbei, denn es gibt einige Charaktere von denen ich mehr erfahren will, die hier bislang nur "Nebenrollen" inne hatten. 10 von 10 Punkten und heißer Anwärter auf die Empfehlung für den Monat August 2013!

(Gut, das schon Band 2 (Warrior Crome) in Produktion ist.)

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
erschienen: 2013
Seiten: 140
ISBN: 978-1491264720



Rezension // Doris Cramer - Die Perlen der Wüste von SONJA


Sarah ist die wohlbehütete Tochter von Mirijam und Miguel. Sie hat Zeit sich ihrem Hobby der Perlenstickerei zu widmen und verfällt in eine bedenkenlose Schwärmerei als eines Tages der venezianische Kapitän Marino vor der Tür steht. Sie gibt sich ihm ohne Wissen der Eltern hin. Doch dieser spielt ein doppeltes Spiel und verlässt Sarah. Auf der Suche nach Marino trifft Sarah auf den Berberfürsten Said. Eine gefährliche Reise mit unbestimmten Ziel beginnt.

Der erste Band der Trilogie "Das Leuchten der Purpurinseln" hat mir schon sehr gut gefallen. Dieser beschäftigt sich ja mit Mirijam und Miguel und ist keinesfalls Voraussetzung für diesen Band.

Die Geschichte von Sarah beginnt ca. 20 Jahre nach dem Ende von Band 1 und hat nur hier und da Eckdaten und Namen aus dem ersten Band, die aber problemlos aus dem Zusammenhang erkannt werden können.

Die Hauptpersonen Sarah, Marino und Said treffen bereits am Anfang in verschiedenen Konstellationen örtlich bzw. persönlich aufeinander. Er wird auch schnell klar, wer hier "der Gute" und "der Böse" ist. 
Hatte ich im ersten Teil noch kritisiert, dass die Personen erst nach langer Vorbereitung in der Geschichte aufeinander treffen, fügt sich in diesem Band alles (verletzte Ehre, Rache, Freundschaft, Vertrauen, Krieg, Familie, Vergebung, Liebe) wunderbar zusammen. Alle Achtung. Man fiebert mit Sarah und ihren Lieben mit. Die Nebencharaktere sind vielfältig und abwechslungsreich gelungen, so dass man auch gern Passagen "nur" mit den Nebenpersonen liest.

An manchen Stellen tat ich mich schwer mit den ganzen arabischen und osmanischen Namen und wer mit wem verwandt ist und wer wem unterstellt ist. Doch hier bewies ich Mut zur Lücke und las immer weiter und hoffte auf ein schönes Ende. Der Titel passt übrigens wunderbar zur Geschichte und zum Ende für Sarah und.....Da mir dieser Band noch ein bisschen besser gefallen hat als der erste, vergebe ich 10 von 10 Punkte.

Ein geeigneter Roman für Urlaub, Sand und Sonne.

(Ein Bloginterview mit der Autorin gibt es hier auf dieser Seite.)


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2013
Seiten: 640
ISBN: 978-3442378753

© Sonja Kochmann


Donnerstag, 8. August 2013

Rezension // J. D. Robb - Mörderspiele von SONJA


Dieser Roman enthält 3 Fälle von Eve Dallas und ihrem Team. Leider sind diese inhaltlich zwischen den Romanen einzusortieren:

1. Mitternachtsmord (zwischen Band 7 und 8)

Ein Richter wurde brutal gefoltert und ermordet. Auf der Leiche findet Eve eine Todesliste und auch ihr Name steht darauf. Fröhliche Weihnachten bei der Mördersuche.

2. Mörderspiele (zwischen Band 12 und 13)

Eve muss auf einer Fortbildungsveranstaltung im Olympus Resort einen Vortrag halten. Es kommt zu Animositäten mit einer Polizistenlegende, ein Bodyguard stirbt und der Verdacht fällt leider auf Roarke. Wieder einmal muss seine Frau ihn von den Vorwürfen freiboxen.

3. Geisterstunde (zwischen Band 22 und 23)

Ein Geist geht um. Oder steckt ein Mensch hinter zwei Morden an einem Tatort, die zeitlich 100 Jahre auseinander liegen, die aber bislang unentdeckt blieben?

Zu 1: Die Jagd nach dem entflohenen Mörder ist gewohnt gut geschildert und die Gestaltung als Kurzgeschichte hat mich hier nicht gestört. Inhaltlich gibt es einen kurzen Hinweis auf Band 7 (Liebesnacht mit einem Mörder) doch dies stört hier nicht und ist auch keine Voraussetzung. Kleiner Hinweis: Die Geschichte spielt mal wieder zur Weihnachtszeit. Die Autorin scheint diese Zeit für die Mördersuche zu bevorzugen. Vielleicht liegt es an der hohen Kriminalitätsrate zu dieser Zeit? 8 von 10 Punkten.

Zu 2: Packend geschrieben und tatsächlich mit ordentlich Aktion. Ich habe diese Geschichte gelesen, ohne die Bücher "drumrum" zu kennen. Ich habe keine Hinweise über Fakten entdeckt, die mir zuviel von den Geschehnissen in der Romanreihe verraten würden. Daumen hoch: 9 von 10 Punkten. (Ich hoffe aber auf ein Wiedersehen mit einer zynisch charmanten Polizistin, die ich bislang inhaltlich in der Reihe noch nicht kennengelernt habe. Sie würde gut ins weitere Konzept passen.)

Zu 3: Diesen Fall fand ich persönlich etwas sehr konstruiert und für die Reihe der bisherigen Mörder etwas untypisch. Denn es bleiben einige Fragen offen, was mir persönlich nicht so sehr gefallen hat. Hier gibt es einen Querverweis auf McNab und Peabody, der leider in der Reihe einen Fortschritt vermuten lässt. 7 von 10 Punkte.

Ich finde es schade, dass 3 Kurzgeschichten zu einem Roman zusammengefasst werden, obwohl diese inhaltlich so weit auseinander liegen. Eine Bonusgeschichte im Roman hätte ich besser gefunden. Insgesamt vergebe ich 8 von 10 Punkte und werde mich aber nun der übrigen Reihe wieder widmen.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2007
Seiten: 416
ISBN: 978-3442367535


Montag, 5. August 2013

Rezension // Marie Lu: Legend: Fallender Himmel von SONJA


June gehört zur Elite. Sie ist hochgradig intelligent und soll daher vorzeitig ihre Militärausbildung abschließen, um Day, einen Republikgegner und den vermeintlichen Mörder ihres Bruders festnehmen. Doch als sie undercover Day begegnet kommen die ersten Zweifel.

Das Buch hat in sämtlichen Buchforen gute Rezensionen. Daher stand es bei meinem derzeitigen Faible für Dystopien natürlich auf meiner Wunschliste. Gut, dass es eine örtliche Bücherei gibt, denn ich konnte mich nicht ganz mit dem Buch anfreunden, so dass ich mich über den Preis des Hardcovers bei der Anschaffung nach dem Lesen des Buches bestimmt geärgert hätte.

Warum?

Die Motive von June Day zu jagen sind schnell in die Geschichte gestrickt worden und es geht rasant schnell auf die Straße, um Day zu jagen. Mir waren daher die Konstellation der Republik und der Rebellen etwas zu sporadisch beschrieben. Auch erfährt man sehr schleppend Details über die Charaktere, so dass ich sagen muss, ich habe mich etwa 230 Seiten lang gelangweilt. Alles plätschert so dahin und die Aktion kommt dann auf den restlichen Seiten. Von da ab, muss ich sagen, war es spannend und der Aspekt "Leistung zählt, um als Elite des Landes Leben zu dürfen" ist interessant herausgearbeitet. Die Idee um den Virus fand ich auch spannend und bietet mit Sicherheit Zündstoff für Teil 2 und 3.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten und lässt sich sehr schnell lesen. Selbst für ein Jugendbuch finde ich hier die Formulierungen etc. sehr harmlos und unkompliziert, so dass es locker für 12-14jährige geeignet ist.

Da ich bei Trilogien einsehe, dass Band 1 die Handlung vorbereitet, werde ich durchaus zu Band 2 greifen, um zu erfahren, wie es weitergeht. Daher 6 von 10 für eine Dystopie mit Anfangsschwierigkeiten, die aber Potenzial hat!

Verlag: Loewe 
erschienen: 2012
Seiten: 363
ISBN: 978-3785573945


© Sonja Kochmann

Rezension // Madeleine Roux - Sie kommen! Ein Blog vom Ende der Welt von SONJA


Die junge Buchhändlerin Allison ist zusammen mit einigen Mitarbeitern und Kunden im Pausenraum ihrer Buchhandlung eingesperrt, denn draußen wüten Zombies und keiner weiß, wie es weitergehen soll.

In letzter Zeit schwappten ja so einige Zombiebücher in die Buchhandlung und nachdem ich die Newsflesh-Reihe von Mira Grant (Feed: Viruszone, Deadline: Tödliche Wahrheit, Blackout: Kein Entrinnen) begeistert gelesen habe, war ich etwas skeptisch, ob dieses Buch neue Ideen beinhaltet. Denn beide handeln von Bloggern und sind teilweise im Bloggerstil geschrieben.

Ich wurde jedoch nicht enttäuscht. Während sich die Newsflesh-Reihe inhaltlich bereits seit Jahren mit der Zombieinvasion befasst und die Politik dies durch Verschwörung und Propaganda ausnutzt, ist die Bedrohung in diesem Buch so frisch, dass Allison und ihre Mitstreiter gar nicht wissen woher sie kommt und was zu tun ist. Der Hauptaspekt dieses Buches ist auf die Gefühlswelt und das Verhalten Allisons ausgelegt, was mir sehr gut gefallen hat.

Sie ist keine Superheldin; sondern geht ihrem Urinstinkt, dem Überleben, nach. Dabei verletzt sie sich auch mal und sie versucht auch andere zu schützen und hat bei der Auswahl ihrer bevorzugten Mitstreiter auch eine gesunde Antipathie bzw. menschliche Züge. 

In dieser Extremsituation versucht sie, ihre Gefühlswelt zu sortieren, in dem sie diese in ihrem neuen Blog niederschreibt. Dies hilft ihr und erstaunlicher Weise auch anderen, die das Internet nutzen, um sich auszutauschen. Die Geschehnisse sind in Kapitel im normalen Schreibstil erzählt. Der Leser erfährt, dass dies die Blogeinträge sind und am Ende eines Kapitels sind Kommentare der Blogleser. Dadurch erfährt man auch, wie es in anderen Regionen mit den Zombies aussieht, ohne das Allison jemals da war.

Allison wird Meisterin der "schwingenden Axt", da sie, was ich sehr menschlich für diese Heldin fand, eine Niete im Schießen ist. Hier werden einige Zombies niedergemacht und hier und da gibt es ordentliche Aktionszenen.

Das Buch wirkt abgeschlossen und ist bislang auch das Einzige der Autorin. Es handelte sich im Übrigen vor Veröffentlichung tatsächlich um eine Art Blog. So wie das Buch am Ende ist, würde ich es als Leser gern stehen lassen. Ein Einzelband ist auch mal ganz schön. 9 von 10 für diese Überraschung. Für Fans von Dystopien und Zombiebüchern empfehlenswert.

Verlag: egmont lyx
erschienen: 2013
Seiten: 384
ISBN: 978-3802586002


© Sonja Kochmann