Sonntag, 29. September 2013

Rezension // Kevin Brooks - Live Fast, Play Dirty, Get Naked von SONJA


1976: Die Schülerin Lili erlebt mit der Punkrockband Naked die Entwicklung der Londoner Musikszene hautnah mit. Als ein neuer Musiker namens William zur Band stoßt, verliebt sie sich in ihn, doch William hat ein düsteres Geheimnis.....

Ich (Baujahr 1978 - Bitte schnell wieder vergessen.) habe dieses Buch gern gelesen. 

Ich kenne aber auch die Musik dazu, denn meine Eltern bzw. deren Freunde haben The Clash, Sex Pistols etc. gehört.

Ich kenne Vivienne Westwood nicht nur als Designerin.

Das Buch wird als Jugendbuch gehandelt und ich habe ein bisschen die Zweifel, ob die anversierte Zielgruppe, die Musik gut kennt und die damit im Buch thematisierte Einstellung zu Sex, Drogen und auch zur Politik (England/Irland).

Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen und ich habe mir schon weitere Bücher herausgesucht, die mich interessieren. Die Charaktere sind vielfältig und die Motivation der einzelnen Figuren wurde gut dargestellt. Die Liebesgeschichte und die Verzweiflung hat mich immer weiter lesen lassen, obwohl ich zwei/drei Stellen im Buch hatte, an denen mir das Thema "Band" zuviel war. Das Ende war traurig, aber stimmig.

Daher vergebe ich 8 von 10 Punkten und empfehle dieses Buch auch allen nicht Jugendbuchlesern.

Verlag: dtv
erschienen: 2013
Seiten: 480
ISBN: 978-3423249577


© Sonja Kochmann

Rezension // Hilke Rosenboom - Die Teeprinzessin von SONJA


Betty ist die Tochter eines Silberschmiedes zu Zeiten des Opiumkrieges. Ihr Jugendfreund ist Sohn eines Teehändlers und Tee ist Bettys Leidenschaft. Sie kann seine feinen Nuancen riechen und schmecken und möchte alles über ihn erfahren. Nach einer Vielzahl von Verkettungen geht Betty als Junge verkleidet an Bord eines Schiffes und landet als ihre Verkleidung auffliegt in Darjeeling, wo sie ihre große Liebe wieder triff. Doch die Liebe muss noch einige Prüfungen überstehen.

Das Jugendbuch braucht lange - nein: sehr lange - bis die für den Leser relevante Handlung um Betty und ihre Suche dem richtigen Tee und auch ihrer großen Liebe beginnt. Ich war teilweise versucht, das Buch aus der Hand zu legen.

Sicherlich waren die Schilderungen interessant und die Vielzahl an Personen und Geschehnissen im nachhinein betrachtet wichtig für die Handlung, aber ich empfand diese Einleitung als mühselig. Die Szene auf der Bettys große Liebe begründet wird, kam mir dann schließlich zu kurz, so dass ich mich immer gefragt habe: Warum sie für diesen Mann solche Anstrengungen auf sich nimmt.

Die geschichtlichen Aspekte und manche Erklärungen zu der Teegewinnung fand ich als Teetrinkerin sehr interessant, bezweifle aber, dass es der eigentlichen Zielgruppe dieses Buches auch so gehen wird.

Schön und witzig fand ich die Endszene bei der ich richtig lachen musste.

Im Übrigen habe ich hier zum ebook gegriffen, was doch Formatierungsfehler aufwies. Da ich es auf zwei Readern und dem PC getestet habe, liegt es an dem ebook. Manche Wörter weisen Lücken auf, als ob hier die Formatierung nicht richtig geklappt hat. Dies störte den Lesefluss.

Ich vergebe 5 von 10 Punkten. Darauf einen Tee mit Schuss.

Verlag: cbt
erschienen: 2010
Seiten: 448
ISBN: 978-3570306406


Rezension // Patricia Schröder - Meeresflüstern von SONJA


Elodie soll nach dem Tod ihres Vaters eine Zeit bei ihrer Tante auf den Kanalinseln verbringen. Doch die unerklärbare Angst vor dem Wasser und die Trauer um ihren Vater prägt ihren Alltag. Als aus der Jugendclique der Insel ein Mädchen tot aufgefunden wird und Elodie immer wieder einen Jungen im Wasser sieht, bekommt das Meer eine unbestimmte Anziehungskraft. Ist diese tödlich?

Das Buch ist Auftakt einer Trilogie und hier gilt häufig: aller Anfang ist schwer. Bis circa Seite 250 war mir nicht klar, welcher männliche Protagonist für Elodie am wichtigsten ist, da dieser bislang noch gar nicht in die Handlung eingeführt wurde. Daher fand ich auch die Anziehungskraft, die Elodie auf einmal für den Jungen aus dem Meer empfindet, etwas weit hergeholt. Hier fehlt mir doch das gewisse Etwas zwischen den Beiden. Das Verwirrspiel mit den anderen männlichen Hauptpersonen mag zwar zur anfänglichen Suche nach dem Mörder gehören, fand ich allerdings bezüglich der Liebesgeschichte störend.

Viele Fragen werden dem Leser in diesem ersten Band nicht beantwortet, so dass er Wohl oder Übel zu den Folgebänden greifen muss. Ein bisschen mehr Aufklärung bzw. Einleitung in die Besonderheiten dieser Trilogie hätte ich mir schon gewünscht.

Eigentümlich fand ich auch Elodies "Selbstgespräche" mit ihrer nicht anwesenden Freundin Sina und die Vielzahl ihrer Ängste. Ansonsten liess sich der Schreibstil locker lesen. Spannend fand ich die Handlung allerdings trotz toter Mädchen nicht.

Wunderschön finde ich das gelungene Glitzercover, auch wenn ich mich nach dem ersten Band frage, warum ein Mädchen darauf abgebildet ist und kein Junge. 

Ich vergebe daher 6 von 10 Punkten und bin mir noch nicht sicher, wann ich zu Band 2 greifen werde.


Verlag: Coppenrath
erschienen: 2012
Seiten: 416
ISBN: 978-3649603191


© Sonja Kochmann





Rezension // Bella Andre: Hotshots Firefighters - Verhängnisvolle Wahrheit von SONJA


Connor war einer der besten Feuerwehrmänner seiner Truppe. Bei einem Einsatz erleidet er schwere Verbrennungen und ist noch nicht wieder bereit für den Kampf gegen die Flammen. Um auf andere Gedanken zu kommen, will er das Sommerhaus seiner Großeltern renovieren. Doch dies ist an Ginger vermietet, die sich gerade von einer grausamen Scheidung erholt. Beide versuchen die Hütte miteinander zu teilen ohne...

Dies ist der dritte Band der Firefighters Hotshots Reihe. Nachdem ich Band 1 (Gefährliche Begegnung) kaum aus der Hand legen konnte, mich aber durch Band 2 (Schatten der Vergangenheit) streckenweise gequält habe, war ich etwas zögerlich was Band 3 angeht.

Doch ich muss sagen, ich habe es nicht bereut. Das Schicksal von Connor nimmt ja im Band 1 seinen Anfang und auch ein paar Figuren aus Band 1 spielen hier am Rande mit. Es war fast wie ein Wiedersehen von alten Bekannten, was ja in Liebesromanreihen gern praktiziert wird. Man muss den ersten Band jedoch nicht unbedingt kennen.

Connors Trauma ist tiefgreifend und der Leser fragt sich manchmal, ob Gingers Aufmerksamkeit bzw. Liebe realistisch gesehen wirklich ausreichen kann, um einen traumatisierten Feuerwehrmann wieder ins Leben als Privatmann zurück zu holen. Ich bezweifle dies ein bisschen. Sicher hätte ein behandelnder Arzt in der Handlung am Rande nicht geschadet.

Die Geschichte enthält noch eine weitere Liebesgeschichte: Die von Connors Vater und Gingers Freundin. Die ich im Übrigen sehr gelungen fand. Sie handelt von Verpflichtung und Vergebung (mehr verrate ich nicht).

Die Erotikszenen sind ansprechend und auch prickelnd geschrieben. Der ungeschützte Sex ist zwar notwendig für die Handlung aber mit Sicherheit nicht sehr vorbildlich. Ein bisschen Aktion ist natürlich bei einem feurigen Finale auch dabei.

Ich vergebe 9 von 10 Punkte aufgrund der kleinen Schönheitsfehler.

Verlag: egmont lyx
erschienen: 2011
Seiten: 368
ISBN: 978-3802583681


Samstag, 28. September 2013

Rezension // Myra Cakan - When the Music`s Over von SINA

Nach der Ankunft der Aliens auf der Erde, geht es mit dieser immer weiter bergab. Drogen sind Alltag. Das Hochwasser hat viele Teile der Erde zerstört und zur Flucht getrieben. Alles ist düster, keine Hoffnung scheint vorhanden. Das Eskimo-Mädchen Skadi kommt nach Hamburg, um dort ein neues Leben zu beginnen – und stößt auf verschiedene Personen, die ihre Lebenseinstellung ändern. Und plötzlich sind alle in eine Rebellion verwickelt, die sich gegen die Aliens und das System an sich richtet.

Das Buch fängt sehr verwirrend an. Man wird quasi in die verstörende Zukunft der Erde hineingeworfen und erst nach und nach ergibt sich ein Bild. Dieses Bild bleibt jedoch sehr lange verzerrt. Die Autorin beschreibt in jedem Kapitel einen anderen Charakter, bringt dessen Vergangenheit ans Licht oder berichtet von dessen Gegenwart und seinen Zukunftsplänen oder -ängsten.

Ich hatte viel Mühe in das Buch hineinzukommen, gerade weil alles so wirr war und immer abwechselnd von verschiedenen, in meinen Augen, sehr vielen Personen erzählt wird. Erst nach und nach kreuzen sich die Wege der Personen und es entsteht ein roter Faden, an den man sich klammern kann, der einem den Weg durch den Roman weist.

Gerade weil ich Mühe hatte, hatte ich sogar zeitweise den Gedanken, das Buch abzubrechen, aber irgendwas hat mich gehalten, der Story weiter zu folgen.

Und in der Mitte des Buches kam dann Fahrt auf. Nach und nach konnte ich das Bild schärfer sehen und mir auch die Botschaft vorstellen, die von der Autorin vermittelt wurde.

Trotzdem war ich am Ende nicht zufrieden mit der Geschichte. Dies lag auch an dem schwierigen Start und dem recht harten Schreibstil. Letztendlich konnte ich auch einigte Parallelen zu Filmen ziehen, so u. a. zu „Independence Day“, „Star Trek“ sowie „Total Recall“.

Sehr gut gefallen haben mir die Kapitelüberschriften, die teilweise Zitate sind oder gar Buchtitel.

Fazit:
Durch den Klappentext hatte ich mir etwas völlig anderes vorgestellt, letztendlich konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Für Cyberpunk-Fans mit Hang zu hartem Schreibstil jedoch interessant.

Ich vergebe 5 von 10 Punkten.

Verlag: edition dardariee
erschienen: 2000
Printseiten: 271
Format: mobi
ASIN: B005YOLD0I

Freitag, 27. September 2013

Rezension // Beth Revis - Godspeed: Die Ankunft (03) von SINA


Amy und Junior sind zusammen mit der Besatzung der Godspeed sowie den aufgetauten Erdbewohnern auf der Zentauri-Erde gelandet. Doch schon gleich bei der Landung tauchen Probleme auf, die die Frage aufkommen lassen, ob es wirklich sicher auf dem neuen Heimat-Planeten ist. Denn sie sind nicht allein. Fliegende dinosaurierähnliche Tiere und giftige Blumen machen ihnen das Leben schwer. Und dann finden sie auch noch Häuser aus Stein, die für Menschen gemacht sind. Und dann ist da noch Chris, ein aufgetauter Erdbewohner, der sich für Amy interessiert. Junior muss nicht nur gegen die Natur und wahrscheinliche Aliens kämpfen, sondern auch um Amys Liebe.

Der dritte Band endet genau dort, wo der zweite aufhört und so ist man gleich wieder mitten in der Geschichte. Das Shuttle der Godspeed landet auf der Zentauri-Erde. An Board sind 2/3 der Godspeed-Besatzung sowie die eingefrorenen Bewohner der Erde. Und als diese aufgetaut werden, fangen die Probleme an.
Es ist rasant, man kommt kaum zum Atmen, Problem um Problem stellt sich und es finden sich keine Lösungen.

Wie nimmt man einen Planeten in Besitz, der anscheinend schon in Besitz genommen wurde? Und vor allem, wie baut man sich dort ein eigenes Leben auf?

Diese zwei Fragen haben mich von Anfang an begleitet. Zu der ersten Frage habe ich nur befriedigend Antwort erhalten. Auf meine zweite Frage keine. Weil die Geschichte dies gar nicht behandelt, sondern am Ende Freiraum für die eigene Fantasie lässt.

Trotzdem ist das Buch durchweg spannend. Amy und Junior sind sehr erwachsen geworden. Ihr Denken und ihr Handeln dient vor allem zum Wohl der Leute, die auf der Zentauri-Erde angekommen sind und gerade Amy, die eigentlich immer als Freak bezeichnet wurde, weil sie ja nicht zur Schiffsbesatzung der Godspeed gehört, sondern von der Erde kommt, wurde anstandslos akzeptiert und ihren Anweisungen Folge geleistet.

Die Entwicklung Amys hat mir sehr gut gefallen, auch die von Juniors. Er wird zu einem richtigen Anführer. Er leistet Hilfe, wo er kann, versucht Rätsel zu lösen und Probleme zu bewältigen. Und er kämpft um Amy.

Das Ende fliegt nur so dahin, man spürt die Spannung, die alle befällt, versucht, selbst mitzuhelfen, in dem man nachdenkt, was denn helfen würde. Und doch bin ich mit dem letzten Kapitel aus Amys Sicht geschildert nicht so zufrieden. Dies spiegelt jedoch meine persönliche Meinung wider und tut dem Lesevergnügen keinerlei Abbruch.

Beth Revis konnte mich mit ihrer Godspeed-Reihe vollends überzeugen. Die durchdachte Geschichte bekommt bei mir einen Favoritenstatus. Und insgeheim hoffe ich, dass vielleicht noch ein oder zwei weitere Teile der Geschichte erscheinen, da es mich sehr interessiert, wie es mit Amy, Junior und dem Leben auf der Zentauri-Erde weitergeht.

Fazit:
Spannend, rätselhaft und science-fiction-geladen. Eine Trilogie, die zum Nachdenken anregt.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Dressler
erschienen: 2013
Format: HC
Printseiten: 480
ISBN: 978-3-7915-1678-3

s. a. Bibliografie Beth Revis

Mittwoch, 25. September 2013

Rezension // Beth Revis - Godspeed: Die Suche (02) von SINA


Amy lebt nun seit drei Monaten auf der Godspeed. Zusammen mit Junior versucht sie herauszufinden, warum die Godspeed noch nicht an ihrem Ziel, der Zentauri-Erde angekommen ist. Und ohne die Droge Phydus, mit der alle vom verstorbenen Ältesten unter Kontrolle gehalten wurden, kippt die Stimmung und spaltet die Raumschiff-Bewohner in zwei Lager. Amy geht einer Spur nach, die scheinbar von dem eingefrorenen Orion gelegt wurde. Das Geheimnis, das dabei ans Licht kommt, verändert die Zukunft der ganzen Besatzung.

Der zweite Teil dreht sich ganz darum, herauszufinden, warum die Godspeed noch nicht die Zentauri-Erde erreicht hat. Amy und Junior haben eine ganze Menge zu tun. Junior muss ein Schiff führen und für Ruhe und Ordnung sorgen. Amy geht den Hinweisen nach, die anscheinend von Orion gelegt wurden.

Beide Charaktere zu verfolgen war wieder spannend und sehr interessant. Genau wie das Miteinander der Beiden.

Wieder wird nach und nach ein Bruchstück an das andere gefügt und letztendlich ergibt sich dann ein großes Bild. Problem um Problem taucht auf, Junior ist überfordert, aber mit Hilfe von Amy und einiger treuer Freunde kann er die meisten lösen. Das Wie ist dabei sehr interessant und zeigt, welch große Phantasie die Autorin besitzt. Und Schreibtalent.

Denn wie auch im ersten Teil fliegen die Seiten dahin und ehe man sich versieht, ist das Buch auch schon zu Ende und man muss zum dritten Band greifen.

Wie im ersten Band wird auch hier abwechselnd aus Amys und Juniors Sicht erzählt, so dass man wieder einen besseren Einblick in beide Seiten hat.

Es gibt nicht viele Reihen, bei denen mir der zweite Teil genauso gut gefällt, wie Teil 1. Beth Revis hat es jedoch mit ihrer Reihe geschafft.

Fazit:
Durchdacht und spannend. Favoritenstatus.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Dressler
erschienen: 2012
Format: epub
Printseiten: 464
ISBN: 978-3-86272-722-3

Samstag, 21. September 2013

Lesung // Markus Guthmann von SINA

Durch Zufall habe ich mitbekommen, das Markus Guthmann in der Buchhandlung Frank in Grünstadt eine Lesung abhalten wird, um dort seinen neuesten Roman Weinstraßengold vorzustellen. 

Quelle: Markus Guthmann

Da mir die ersten drei Teile der Pfalzkrimis (siehe Bibliografie) schon sehr gut gefallen haben und ich natürlich wissen will, wie es mit dem Staatsanwalt Rödinger und seinem Winzerfreund Hellinger weitergeht, habe ich mir kurzentschlossen eine Karte (und natürlich das Buch) gekauft, um der Lesung zu lauschen. Doch ich habe nicht nur eine Lesung geboten bekommen, sondern auch eine Gesangseinlage. Doch hierzu unten mehr.

In einem gemütlichen Ambiente (schließlich sitzt man umgeben von Büchern) fing Markus Guthmann mit der Begrüßung an. Schon gleich zu Anfang war man von der sympathischen Art gefangen. "En echte Pälzer Bu", wie man hier sagen würde. 

Da am gleichen Tag der Lesung auch der Wurstmarkt (größtes Weinfest der Welt) in Bad Dürkheim eröffnet wurde, hat sich der Autor natürlich sehr über das zahlreiche Erscheinen gefreut. Der neue Roman Weinstraßengold spielt - welch Zufall ;-) - auch zu großen Teilen auf dem Wurstmarkt.

Markus Guthmann las aus seinem neuesten Werk vor und gab seinen Figuren auch ihre eigenen charakteristischen Gegebenheiten. Ich hatte von Staatsanwalt Rödinger eigentlich ein anderes Gesicht im Kopf, muss aber zugeben, dass er nun ab sofort wie der Autor aussehen wird ;-)

© sina frambach
Durch seine witzige und charmante Art führt der Autor gekonnt durch das Abendprogramm. Die Lesung aus dem Buch ist kurzweilig und die anschließende komplette Kurzgeschichte Blutlese, die in dem Buch Wein, Mord und Gesang veröffentlicht wurde, hat durchaus einen Tatort-Charakter. 

Mit Pfälzer Dialekt, einer kleinen Liebeserklärung an das Dubbeglas und den Wein sowie den Wurstmarkt und die Pfalz an sich fühlt man sich gut aufgehoben und kann sich eigentlich nur zurücklehnen und genießen. 

Aber auch geschichtlich lernt man einiges über die Pfalz. So war mir nicht klar, dass der Wurstmarkt schon seit fast 600 Jahren gefeiert wird oder die Krypta in Limburg bis vor kurzem noch für schwarze Messen genutzt wurde. 

Der sehr informative Abend war mir viel zu kurz. Vor allem, als dann noch eine Gesangseinlage geboten wurde. Die richtige Stimme hat der Autor allemal. 

© sina frambach
Nach der Lesung der Kurzgeschichte Blutlese verabschiedete sich der Autor mit einem Auszug aus Frank Sinatras Lied My Way

Die Buchhändlerin, die uns zu Anfang begrüßt hat und uns auch eine kleine Überraschung zum Ende hin versprach, bedankte sich herzlich für das Erscheinen trotz Wurstmarkt und tropischen Temperaturen. Und gab nun auch die Überraschung preis. Die Eintrittsgelder sowie das für Herrn Guthmann vorgesehene Honorar wurden komplett an das St. Annastift, ein Kinderheim in Ludwigshafen-Mundenheim gestiftet. So kam eine stattliche Summe von 417 Euro zusammen. 

© sina frambach
Auch ein kurzer Plausch mit der Buchhändlerin hat mich dann erstaunt. Sie ist noch Azubi und hat die Lesung komplett alleine auf die Beine gestellt. Hier ein Lob an die Organisation. Es hat wunderbar geklappt und ich freue mich, dass weitere Lesungen geplant sind. Leider sind Lesungen bei uns in der Gegend sehr rar und natürlich dann eine willkommene Abwechslung.

Es war ein toller Abend mit einem sehr sympathischen Autoren, den ich dann auch kurz danach noch interviewen durfte. Das Interview findet Ihr hier: Interview mit Markus Guthmann.



Interview // Markus Guthmann von Sina

Markus Guthmann wohnt in der Pfalz, schreibt Krimis in der Pfalz und ist mit Leib und Seele Pfälzer - schließlich ist es ja auch das Höchste, was ein Mensch werden kann ;-)

Quelle: Markus Guthmann
Auf einer Lesung zu seinem neuesten Roman Weinstraßengold durfte ich ihn etwas näher kennenlernen, seine Liebe zu "Dubbegläser" entdecken und auch seinem Gesang lauschen. Näheres zur Lesung könnt Ihr HIER nachlesen.

Da war es natürlich klar, dass ich ihm ein paar Fragen stellen wollte. Frau ist ja schließlich neugierig.

Kleeblatt: Die Weinstraßen-Krimis handeln von dem Staatsanwalt Röder und dessen besten Freund, dem Edelwinzer Hellinger. Wie kamen Sie auf die Idee, ein so ungleiches Paar ermitteln zu lassen?
Markus Guthmann: Ursprünglich dachte ich an einen sarkastischen Einzelgänger wie Philipp Marlow, auch deshalb weil ich ein großer Fan von Chandler und seinen "hard boiled" Krimis bin. Als ich dann die Charaktere mit meiner Frau diskutierte, fragte sie mich, warum denn so viele Ermittler keine Familie haben. Das habe ich mir zu Herzen genommen und meinem Hauptermittler eine Familie mit fünf Frauen verpasst. Wenn ich heute Krimis lese oder schaue, dann muss ich oft schmunzeln und meiner Frau Recht geben. Viele Ermittler, ob Mann oder Frau, haben keine oder gescheiterte Beziehungen und tappen mehr oder weniger einsam durchs Leben.
Das wollte ich so nicht stehen lassen, da ich glaube, dass es auch in diesen - sicherlich manchmal aufzehrenden - Berufen viele Menschen gibt, die glücklich mit ihrer Familie sind.
Meine Krimis haben einen starken regionalen Bezug zu meiner Heimat, der schönen Pfalz. Deshalb musste Wein eine wichtige Rolle spielen. Was liegt also näher, als Röder einen chaotischen Winzer zur Seite zu stellen?
Natürlich sind die beiden sehr unterschiedlich, das war bei der Erschaffung der beiden Figuren wichtig. Schauen Sie sich aktuelle Ermittlerpaare einmal an. Je unterschiedlicher die Charaktere, desto beliebter sind die Krimis. Ein gutes Beispiel sind die Tatortermittler Börne und Thiel, über die man herzlich lachen kann, auch wenn sie manchmal polarisieren.


Kleeblatt: Der 5. Teil Weinstraßengold spielt unter anderem auf dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt, dem größten Weinfest der Welt. Was bedeutet der Wurstmarkt für Sie?
Markus Guthmann: Der Wurstmarkt ist eine wichtige Institution für Bad Dürkheim und Umgebung. Auch der Wirtschafts- und Marketingfaktor für unsere Heimat ist nicht zu unterschätzen. Jedenfalls habe ich Freunde, die mir bestätigen, dass sie heute noch auf den Wuma gehen, um Schulkamaraden und andere alte Weggefährten zu treffen, die mittlerweile über die ganze Welt verstreut sind. Ganze Familien nehmen den Wurstmarkt zum Anlaß ihres jährlichen Treffens. Diese Beziehungspflege nennt man im Neudeutschen Networking und wird in der Pfalz wohl seit Jahrhunderten praktiziert. Ich persönlich genieße meine Wurstmarktbesuche, besonders bei den Schubkärchlern. Egal, ob sie mit Freunden oder alleine hingehen, Sie sitzen nie lange alleine und fangen an mit Ihren Sitznachbarn zu babbeln und später abzufeiern. Das schafft schon eine starke Gemeinschaft und ist ein tolles Erlebnis.  

Kleeblatt: Hin zum privaten Markus Guthmann: Was machen Sie, wenn Sie nicht gerade schreiben? Welche Hobbies haben Sie?
Markus Guthmann: Wenn mir meine Familie und der Beruf Zeit lassen und ich nicht an einem Schreibprojekt arbeite, dann bewege ich mich in der Natur. Ich jogge, wandere oder fahre Rad. Und natürlich lese ich gerne.

Kleeblatt: Für Nicht-Pfälzer bestimmt interessant: Was genau muss man sich anschauen, wenn man in der Region ist?
Markus Guthmann: Darüber könnte ich auch ein Buch schreiben und der Platz in diesem Interview würde nicht ausreichen. Einem Fremden, der sagen wir mal nur drei Tage Zeit hat die Deutsche Weinstraße zu erkunden, dem würde ich einen Besuch der Städte Speyer, Neustadt und Freinsheim nahelegen. Es gibt dort überall tolle Lokale und romantische Hotels. Am zweiten Tag sollte er die Weinstraße von Norden nach Süden fahren, bei einigen Winzern haltmachen, ein wenig Wein probieren und die Nacht in der Nähe von Bad Berzabern verbringen. Am besten in Gleiszellen-Gleishorbach, wobei der Besuch der dortigen Weinkerwe ein absolutes Muss ist. Am dritten Tag steht eine Wanderung zu einer zünftigen Pfälzerwaldvereinshütte an. Ich denke da an die Hohe Loog oder den Ungeheuersee.
Wie Sie merken, beschränke ich mich nur auf die Deutsche Weinstraße, käme der Wasgau oder die Westpfalz dazu, dann ist ein Buch schnell gefüllt.

Kleeblatt: Zurück zu den Krimis: Wie geht es weiter mit Röder und Hellinger? Gibt es schon einen kleinen Einblick in Band Nr. 6?
Markus Guthmann: Ja, es gibt ein paar Ideen. Ich denke da an ein zufälliges Wiedertreffen von alten Kameraden aus Ost und West. Flucht, die Stasi und der britische Geheimdienst werden eine Rolle spielen. Ein Kollege von Röder wird umkommen. Vielleicht verlege ich die Handlung in den Winter, denn alle meine bisherigen Weinstraßenkrimis spielen im Frühjahr oder Sommer. In diesem Fall ermittelt Röder auf den pfälzischen Weihnachtsmärkten...

Kleeblatt: Während der Lesung hatten Sie Werbung für kleine Buchläden gemacht, um dort das Buch zu kaufen. Wie stehen Sie zum ebook?
Markus Guthmann: Ich verdamme das eBook und die neuen Medien auf keinen Fall. Ich nutze bespielsweise häufig die Wikipedia, um einen Einstieg in die Recherche zu finden. Früher habe ich dazu tatsächlich die Brockhaus Enzyklopädie benutzt. Aber, ich schmökere nun einmal gerne in echten Büchern und liebe das Fachsimpeln mit den Buchhändlern. Und dann ist da noch der Geruch nach bedruckten Papier, der bei mir ein heimeliges Gefühl auslöst, wenn ich eine Buchhandlung oder auch eine Bibliothek betrete. Das ist schon etwas ganz anderes, als ein Buch unpersönlich über das Internet zu bestellen oder einfach auf ein Lesegerät "downzuloaden".

Kleeblatt: Mal weg vom Buch: Wohin gehts in den nächsten Urlaub? Gibt es ein Land, welches Sie gerne bereisen würden?
Markus Guthmann: Ich bin beruflich ziemlich häufig unterwegs, sodass es mich gar nicht so in die Ferne treibt. Rucksackreisen sind toll, aber heute weiß ich ein gutes Bett und leckeres Essen sehr zu schätzen. Ansonsten mag ich im Urlaub die Mischung. Wenn ich ausreichend Kultur und Bewegung hatte, dann kann ich auch einmal ein paar Tage an einem Ort bleiben und Faulenzen. Aber nur am Stand abhängen ist nichts für mich. Als nächstes stehen wohl ein paar Städtereisen und Radtouren in Europa an.

Kleeblatt: Welches typisch pfälzische Essen können Sie empfehlen? Was ist ihr persönliches Essens-Highlight?
Markus Guthmann: Ich bin tatsächlich ein Saumagenfan, wobei ich ihn am liebsten klassisch esse. Es darf aber auch mal eine Pfälzer-Kombi oder eine Schlachtplatte sein. Bei süßen Gerichten könnte ich mich in Dampfnudeln mit Weinsoße setzen, wobei die obligatorische Kartoffelsuppe nicht fehlen darf. Dazu ausreichend Rieslingschorle und zum Abschluß einen schönen Gewürztraminer. Die besten Dampfnuden gibt es meiner Meinung nach übrigens im Jagdschloß, einer typischen Dorfkneipe in Höningen. 


Kleeblatt: Höningen kann ich auch sehr empfehlen. Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?
Markus Guthmann: Kuscheln, Laufen, mit der Familie gut Essen und Trinken, danach ein gutes Buch oder einen Absacker mit Freunden.
Dubbeglas
Kleeblatt: Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen? Wie fanden Sie ihn?
Markus Guthmann: Vor ein paar Wochen war ich mal wieder bei Kino Vino, einer tollen Veranstaltung des Europa-Kinos in Grünstadt. Die Zuschauer treffen sich vor der Veranstaltung im Hof und lassen es sich bei Fingerfood und Getränken gutgehen. Klar, dass ein Schoppenstand mit Pfälzer Weinen nicht fehlen darf. Gezeigt wurde "Fliegende Liebende", eine Komödie von Pedro Almodovar. Auch wenn ein paar Gags ganz gut waren, so war der Film insgesamt leider ziemlich dümmlich. Das wird mich aber nicht davon abhalten das nächste Mal wieder auf das Weinfest mit Filmvorführung zu gehen, zumal es in den letzten Jahren immer gute Filme zu sehen gab. Mehr beeindruckt hat mich in letzter Zeit "The East". Ein eher leiser Thriller um eine Undercover-Agentin, die in eine Gruppe von Oköterroristen eingeschleust wird. Auch wenn mich der Schluß nicht ganz befriedigt hat, so ist er ein praller und spannender Bilderbogen über das Leben im Untergrund, Umweltkriminalität sowie Moral und Gewissen.

Kleeblatt: Gibt es Haustiere bei Ihnen zu Hause?
Markus Guthmann: Klar. Die Lotte aus meinen Büchern gibt es in Echt. Auch die Dinge, die sie anstellt sind das pure Hundeleben. Jedenfalls macht ein Hund, trotz der großen Verantwortung und Arbeit, jeden Tag ein wenig Spaß.

Kleeblatt: Zum Abschluss eine Traditionsfrage: Wie lauter Ihr Lieblingszitat?
Markus Guthmann: IN VINO PALATII VERITAS. Nein im Ernst, ich finde Sartre toll. Z.B: "Alle Meinungen sind achtenswert, wenn sie aufrichtig sind." oder "Antworten ist leichter als fragen." Als Philosoph bringt er wichtige Lebensweisheiten prägnant und mit wenigen Worten auf den Punkt.

Und um sich mit den berühmten Zeilen der inoffizielen Hymne der Pfalz zu verabschieden: ...awwer onnerschtwu is onnerscht, un halt net wie in de Palz... (YouTube: Palzlied, Die Anonyme Giddarischde).

Herzlichen Dank für das tolle Interview, Herr Guthmann.

Und bitte vergebt mir die Werbung für die schöne Pfalz, aber schließlich bin ich selbst mit Herz und Seele "e Pälzer Mäd" ;-). In diesem Sinne: 






Freitag, 20. September 2013

Rezension // Beth Revis - Godspeed: Die Reise beginnt (01) von SINA


Amy geht an Bord des Raumschiffes Godspeed. Sie und ihre Eltern werden eingefroren, um eine 300 Jahre andauernde Reise zu einem erdähnlichen Planeten anzutreten und diesen neu zu bevölkern. Doch 50 Jahre vor der Ankunft wird Amy aufgetaut und sie muss sich ab sofort mit den Gepflogenheiten auf dem Raumschiff auseinandersetzen. Junior, der irgendwann die auf der Godspeed lebenden Menschen anführen soll, hilft ihr, sich zurechtzufinden. Als weitere Eingefrorene aufgetaut werden und dabei umkommen, fangen Amy und Junior an, zu recherchieren und kommen einem großen Geheimnis auf die Spur.

Lange schon bin ich um diese Reihe herumgeschlichen. Da jetzt der dritte Teil „Die Ankunft“ erschienen ist, wollte ich mich der Trilogie widmen und frage mich nun nach dem Lesen des ersten Teiles, warum ich so lange damit gewartet habe.

Beth Revis hat eine wunderbare Art zu erzählen. Abwechselnd schildert sie aus Sicht von Amy und Junior die Geschichte. So hat man einen Einblick in die Gefühlswelt der beiden und vor allem, wie die beiden manche Szenen sehen. So unterschiedlich die beiden auch sind, so gut passen sie auch wieder zusammen.

Amy wirkt mit ihren 17 Jahren am Anfang des Buches sehr naiv auf mich. Dieser Eindruck ändert sich jedoch im Laufe des Buches. Sie wird selbstbewusster, ist sie doch auf sich allein gestellt und muss sich doch all den neuen Eindrücken und Personen annähern und selbst verstehen, was überhaupt passiert ist.
Junior wird ebenfalls naiv. Allerdings ist dies so gewollt und auch er bekommt immer mehr Gelegenheiten, sich zu beweisen.

Die Geschichte ist sehr spannend, weil erst nach und nach Bruchstücke freigegeben werden, die sich dann letztendlich als großes Puzzle entpuppen. Und es gibt vieles zu entdecken.

Der Schreibstil ist einfach gehalten, einige Beschreibungen werden geliefert, vor allem spielen Farben eine große Rolle. So konnte ich mir auch sehr gut vorstellen, dass Amy mit ihren roten Haaren auf der Godspeed wahrlich herausstechen muss.

Der Unterhaltungsfaktor bei dem Buch ist sehr hoch, man fliegt förmlich durch die Seiten, hat ein genaues Bild vor Augen und rätselt und fiebert mit, was wohl das große Geheimnis ist.

Fazit:
Der Auftakt zu einer Trilogie mit Suchtfaktor.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Dressler
erschienen: 2012
Printseiten: ca. 448 
Format: epub
ISBN:   978-3-86272-721-6

Interview // Sina Beerwald von SINA

Mein erster Roman von Sina Beerwald war Hypnose und da war ich schon „hypnotisiert“. Vor allem der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Und natürlich, dass wir den gleichen schönen Vornamen haben ;-)

Nun habe ich einen weiteren Roman von ihr gelesen, der in eine ganz andere Richtung geht. Mordsmöwen handelt von einer Bande Möwen, die einen Mordfall auf Sylt aufklären.

Sina Beerwald ist auch noch im historischen Bereich unterwegs. Hier schrieb sie unter anderem Die Goldschmiedin und Das Mädchen und der Leibarzt.

Genau diese Vielfältigkeit fasziniert mich und daher habe ich einige Fragen an Sina, die sie mir freundlicherweise beantwortet hat. Hier ist das Interview:

Kleeblatt: Du schreibst in unterschiedlichen Genren. Thriller, Krimi und Historie. Damit sind viele Bereiche abgedeckt. Warum gerade so unterschiedlich?
Sina Beerwald: Dem historischen Genre bin ich vier Romanen lang treu geblieben, fast genau so lange begleitete mich aber auch die Idee zum Thriller „Hypnose“ und die musste ich dann eines Tages umsetzen. Die Idee zu den Mordsmöwen kam mir in einer Nacht und, obwohl ich bereits an meinem zweiten Thriller arbeitete, musste ich dieses Buch schreiben. Meine Mordsmöwen haben mir keine Ruhe mehr gelassen. :-)
 
Kleeblatt: Die sind aber auch frech, die Möwen. Mit denen hast Du ja auch eine Menge Erfahrung. Du lebst nämlich auf Sylt, eine Insel, die ich auch schon einen Tag genießen durfte. Sonne, Strand, Meer und eben auch Möwen vor der Haustür. Wohin verschlägt es Dich denn in den Urlaub?
Sina Beerwald: Stimmt, ich arbeite da, wo andere Urlaub machen. Und wenn ich nicht arbeite, dann genieße ich die Insel. Ansonsten bin ich gerne in Paris, London, Berlin, ich mag legendäre Hotels und deren Geschichte(n), ich liebe die Wüste und Vulkane, bin aber grundsätzlich gerne überall dort, wo ein Meer oder ein Fluss in unmittelbarer Nähe sind. Letzteres widerspricht sich. So wie auf den ersten Blick die Arbeit in den Genres Psychothriller und humorvoller Tierkrimi. Und trotzdem fühle ich mich in beidem Zuhause. Jedes zu seiner Zeit.

Kleeblatt: Apropos Zeit. Es wird ja auch mal wieder Zeit für ein neues Buch ;-). Was ist Dein aktuelles Projekt? Kannst Du schon etwas darüber erzählen?
Sina Beerwald: Ich arbeite an meinem zweiten Stuttgart-Thriller nach „Hypnose“. Er wird „Spurlos“ heißen. Und ein bisschen kann ich dazu auch schon verraten: Es ist einer der heißesten Tage des Jahres in Stuttgart, als die Journalistin Inka Mayer auf einem Spaziergang eine Leiche am Ufer des Neckars findet: ein junges Mädchen, nackt in Fötusstellung gefesselt, in ein schlichtes Bettlaken gehüllt. Eine Vierzehnjährige, die bis auf die Knochen abgemagert ist, jedoch ohne Spuren eines sexuellen Missbrauchs. Aber niemand scheint das unbekannte Mädchen zu vermissen. Inka nimmt die Recherche auf. Doch dann gerät sie selbst ins Visier des perfiden Mörders ...

Kleeblatt: Das klingt sehr spannend. Ich freue mich auf ein Wiederlesen mit Inka. Schön, dass Dir die Ideen nicht ausgehen. Wie auch die Idee, aus der Sicht einer Möwe zu schreiben. Was hast du getan, um Dich in eine Möwe hineinzuversetzen?
Sina Beerwald: Ich saß am Strand und habe ihnen zugeschaut. Und keiner hat mir geglaubt, dass ich arbeite. Hart arbeite :-)

© sina frambach
Kleeblatt: Dabei kommt mir spontan "Westerland" von Die Ärzte in den Sinn und die Zeile: "...und ich schau den Möwen, äh... Wellen zu...." ;-). Auf Facebook bist Du ziemlich präsent. Wie wichtig ist für Dich das Internet und der Kontakt zu Deinen Fans?
Sina Beerwald: Sehr, sehr wichtig. Ich mache auch gerne Lesungen und freue mich auf ein paar irre Tage auf der Frankfurter Buchmesse mit Bloggern, Kollegen und Lesern, die genau so (buch)-verrückt sind wie ich.

Kleeblatt: Da wir uns ja leider auf Sylt nicht treffen konnten, klappt es vielleicht auf der Frankfurter Buchmesse. Aber zurück zu Deiner Arbeit: Wie lange schreibst Du schon? Was inspiriert Dich zu Deinen Geschichten? Orientierst Du Dich am „wahren Leben“?
Sina Beerwald: Ich habe mich bereits im reifen Alter von zehn Jahren vor meinen Vater hingestellt und ihm verkündet: „Papa, ich werd’ mal Schriftstellerin.“ Seine Antwort: „Kind, lern du was Ordentliches.“
Das „wahre Leben“ schreibt immer mit. Diese Geschichten würde einem der Lektor nur meistens nicht glauben :-). Meinen historischen Romanen liegen allerdings immer wahre historische Begebenheiten zugrunde und nur dort, wo die Archivquellen schweigen, fülle ich die Lücken mit meiner Phantasie. Auch „Hypnose“ könnte sich so zugetragen haben, wie mir Fachleute bestätigen, doch da bin ich froh, dass es nur Fiktion ist. Und meine Mordsmöwen … nun ja :-). Ich höre von vielen Seiten, dass die Leute, nachdem sie das Buch gelesen haben, die Möwen mit einem Schmunzeln und ganz anderen Augen betrachten.

Kleeblatt: Das stimmt. Als ich dieses Jahr an der Nordsee im Urlaub war, habe ich mir oft bei einer Möwe vorgestellt: Ist das nun Ahoi? Weg von den Büchern, hin zur privaten Sina Beerwald: Du bist 16 Jahre alt und hast sturmfreie Bude? Was tust Du?
Sina Beerwald: Ganz im Ernst? Ich schleiche an das Bücherregal meiner Eltern und greife mir die Psychothriller, die mir damals noch zu lesen verboten waren. Das waren noch Zeiten :-)

Quelle: Sina Beerwald
Kleeblatt: Na, weg von den Büchern geht wohl doch nicht. Aber das kann ich voll und ganz nachvollziehen. Sylt ist eine wunderschöne Insel. Von Deinen Tipps konnte ich schon profitieren. Hast Du auch einen Insider-Tipp für Urlauber, die Sylt in Zukunft besuchen möchten?
Sina Beerwald: Frühzeitig, am besten schon vor Urlaubsbeginn, einen Platz für die Führung auf den Hörnumer Leuchtturm sichern, der einzige der Insel, der öffentlich zugänglich ist.

Kleeblatt: Den Tipp werde ich mir auch merken. Es ist Sonntag. Was kommt auf den Frühstückstisch?
Sina Beerwald: Das, worauf ich gerade Lust habe. Mal nur einen Kaffee und ein gutes Buch. Gerne aber auch mal das Vollverwöhnprogramm mit Rührei & Co.

Kleeblatt: Dann werde ich  mir für das Verwöhnprogramm schon mal einladen. Zum Abschluss meine Lieblingsfrage: Welches Zitat ist Dein liebstes?
Sina Beerwald: „Noch sind die Seiten leer, aber da ist dieses wundersame Gefühl, dass Worte da sind, Worte, geschrieben in unsichtbarer Tinte und begierig darauf, sichtbar zu werden.“ Vladimir Nabokov.
Besser kann man nicht ausdrücken, finde ich, was den Zauber des Schreibens ausmacht.

Herzlichen Dank für das tolle Interview, Sina.


Mittwoch, 18. September 2013

Rezension [Hörspiel] // Alina Fox: Die Stadt der Toten (03) von SINA


Auch hier gilt mein Dank dem Comic Culture Verlag, der bei mir angefragt hat, ob ich denn Interesse hätte, dieses Hörspiel zu rezensieren. Leider wusste ich nicht, dass es sich um den dritten Teil einer Reihe handelt, aber letztendlich hat es mich dann doch nicht gestört.

Das Hörspiel beginnt damit, dass das Polizeirevier beschrieben wird, in welchem Alina festgehalten wird wegen Grabräuberei und angeblichen Mord. Erst nach und nach erfährt man, was genau geschehen ist und dies wird in einer derat spannenden Weise vorgetragen, dass man einfach nur zuhören muss, weil man unbedingt wissen will, was das Geheimnis ist.

Alina verschlägt es zusammen tmit ihrem Partner Brisco Taylor auf den Friedhof Pere Lachaise in Paris. Sie soll in einer geheimnisvollen Gruft einen Verrat aufdecken und diesen, wenn möglich, verschleiern. Ihnen zur Seite steht ihr Erzfeind Pierre LeLoup, dem Alina nicht trauen kann. Aber eine Zusammenarbeit ist unumgänglich. Nur langsam kommt Alina hinter das Geheimnis, das weitreichende Folgen haben würde.

Es ist ein Vergnügen, den Sprechern des Hörspiels zuzuhören und man erkennt auch sofort die Synchronstimmen von vielen ausländischen Schauspielern. So hatte ich zum Beispiel bei Alina immer wieder das Gesicht der Schauspielerin aus Sex and the City (Kristin Davis alias Charlotte York) vor Augen, was aber so gar nicht zu der toughen Alina Fox passt. Doch letztendlich hat mir das Bild von Alina dann doch gut gefallen.  

Aber weg von den Synchronsprechern und ihren ausländischen Schauspielkollegen. Hin zum eigentlichen Hörspiel. 
Dies ist sehr gut gelungen. Ich konnte mir alles bildlich vorstellen. Die geschäftige Atmossphäre auf dem Polizeirevier, die Touristen und Bauarbeiten auf dem Friedhof, das beklemmende Gefühl der Gruft und vor allem der Charaktere an sich.
Auch die Geschichte war spannend und durch die richtigen Geräusche und die Musik kam dann auch Spannung und eine rätselhafte Stimmung auf.

Ich habe dann gestöbert und bin auf die Seite von Daniel Gramsch gekommen, welcher der Erfinder der Detektivin Alina Fox ist. Im Comicstil erzählt er Alinas Abenteuer. Ich bin nicht so der Comic-Fan, deswegen ist mir die zu hörende Version der Geschichten lieber, aber ich denke, dass Comic-Liebhaber hier bestimmt auf ihre Kosten kommen.

Die ca. 70 Minuten vergehen fast im Fluge und am Schluss war ich etwas enttäuscht, dass die Geschichte schon zu Ende ist. 
Auch wenn ich mit dem dritten Teil der Reihe begonnen habe, war ich recht schnell mit den Figuren vertraut. Trotzdem werde ich mir die anderen Teile auch noch besorgen.

Fazit:
Eine spannende Kriminalgeschichte mit historischen Fakten und einer sympathischen und toughen Alina Fox.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Comic Culture Verlag
erschienen: 2012
Format: CD
Länge: ca. 70 Minuten
ISBN: 978-3-941886-32-2

Rezension // Chris P. Rolls - Irgendwie Anders von SINA

Mark hat eine Wette laufen. 30 Typen in 30 Tagen flachlegen. Wenn er gewinnt, bekommt er ein Auto. Klar, dass sich Mark da so richtig ins Zeug legt. Bis er auf Nr. 15 stößt: Tim, unschuldig, süß und sexy. Mark kommt ins Grübeln. Eigentlich ist es ja nicht sein Ding, sich zu verlieben. Doch bei Tim kann Mark seine Gefühle nicht kontrollieren. Und dann ist da noch diese Wette...

Wer Irgendwie Top der Autorin gelesen hat, dem werden die Figuren aus Irgendwie Anders sicherlich bekannt vorkommen. Nur dass die Hauptfiguren diesmal Mark und Tim sind.
Und wer den Schreibstil der Autorin kennt, weiß, dass einem eine gefühlvolle Geschichte rund um die Liebe erwartet.

Genauso ging es mir. Nachdem mir Irgendwie Top schon sehr gut gefallen hat und ich auch gerne mehr von dem Nebencharakter Tim erfahren wollte, war es natürlich klar, dass Irgendwie Anders auch noch bei mir einziehen muss.

Gerade Tim ist ein Typ, den man einfach gern haben muss. Er ruft einen Beschützerinstinkt wach, obwohl er sich eigentlich selbst zu verteidigen weiß. Er wirkt süß, unschuldig und mit seinen Strubbelhaaren auch leicht frech. Doch hat er auch seinen eigenen Biss und den lässt er Mark auch spüren.

Mark ist ein typischer Draufgänger, der plötzlich von seinen Gefühlen überrumpelt wird und selbst nicht weiß, wie er mit allem klar kommen soll.

Bis die beiden endlich wissen, was sie wollen, passiert vieles, kein Fettnäpfchen wird ausgelassen und die Gefühle fahren Achterbahn.
Auch dies ist typisch für die Autorin. Einfach geht nicht, es muss halt anders sein.

Aber genau das will man auch lesen. Denn was wäre, wenn es ohne Schwierigkeiten ablaufen würde.

Ich fühle mich in der Welt der Autorin sehr wohl. Mit ihren Figuren hat sie nämlich eine ganz einzigartige geschaffen und so ist es immer wieder schön, andere Personen aus ihren Romanen zu treffen und immer ein Stückchen mehr zu erfahren.

So bin ich gespannt, was sie als nächstes auftischt und wen es denn treffen wird.

Wie immer ist der Schreibstil gefühlvoll, an den richtigen Stellen erotisch und teilweise wieder sehr hart von der Ausdrucksweise her. Wer dies aber gewohnt ist, weiß, dass dies eben zu Chris P. Rolls gehört. Und so soll es auch bleiben.

Fazit:
Irgendwie Anders, irgendwie Top, irgendwie Chris P. Rolls.


Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2013
Printseiten: 148
Format: epub
ASIN: B009KB54V0

s. a. Bibliografie Chris P. Rolls

Rezension // Marie Lu - Legend: Schwelender Sturm (02) von SINA


June und Day sind geflohen und schlagen sich zu den Patrioten durch. Dort angekommen, werden sich gleich von dem Patriotenführer Razor in Empfang genommen, der sie gleich mit einem aberwitzigen Plan in Atem hält. June und Day sollen den neuen Elektor Anden töten, damit endlich Frieden einkehrt. Doch dann merkt June, dass der neue Elektor Pläne hat, die dazu führen, einen neuen, friedvollen Anfang zu starten. Kann sie den Anschlag noch verhindern?

Ich muss zugeben, dass ich schon skeptisch war, was das Cover des Buches betrifft. Das in Lila gehaltene Cover hat mir einfach nicht gefallen. Und so hatte ich ein ungutes Gefühl, was auch den Inhalt des Buches anbetrifft.

Leider wurde mein Gefühl bestätigt. War ich noch so begeistert vom ersten Teil „Fallender Himmel“, umso enttäuschter war ich vom zweiten.
Zwar war wieder die Kluft zwischen reich und arm wieder spürbar, vor allem, da Day dieses Mal sehr damit zu kämpfen hatte, und auch die abwechselnde Erzählsicht (einmal aus Junes, einmal aus Days Sicht) hat mir gut gefallen, aber diesmal konnte mich die Geschichte einfach nicht richtig überzeugen.
Zuerst plätschert sie vor sich hin, dann kommt ein kurzer Höhepunkt, der mir zu übertrieben vorkam und dann gibt es eine Wendung, die von Anfang an schon vorhersehbar war.

Das Ende hat mich dann doch überrascht. Allerdings hatte ich das starke Gefühl, dass die Geschichte damit beendet ist. Allerdings ist ja bekannt, dass eine Trilogie geplant ist. Den dritten Teil werde ich mit Sicherheit lesen, hoffe ich doch, dass die Autorin wieder zu der Form des ersten Teils zurückfindet und mir eine spannende Abschlussgeschichte bieten kann.

Schade, dass das Niveau aus Teil 1 nicht gehalten werden konnte. Alles wirkte verkrampft und aus den Fingern gesogen, ganz so, als sollte die Geschichte unbedingt in drei Teilen erzählt werden, obwohl vielleicht auch zwei Bücher gereicht hätten.

Ich konnte auch keine positiven Punkte an dem Buch finden und bin letztendlich fast der Meinung, dass ich mich einfach zu sehr auf eine gute Geschichte gefreut habe, dass ich hoffte, die Autorin könne den ersten Band noch übertreffen.
 
Trotz der vielen Kritikpunkte vergebe ich doch knappe 5 von 10 Punkten, in der Hoffnung, dass der dritte Teil das zweite Buch erheblich aufwertet.

Verlag: Loewe
erschienen: 2013
Printseiten: 445
ISBN:  978-3-7855-7395-2