Mittwoch, 20. November 2013

Rezension // Inka Loreen Minden - Ice: Warrior Lover von SONJA


Veronica, die Tochter eines Senators, kehrt mit ihrem neuen Bodyguard Ice, nach New World City zurück. Ihr Vater hat Großes mit ihr vor und will für sie einen Platz im Regime. Doch Veronica, die bereits Zweifel am praktizierten Unrecht des Regimes hegt, findet den Warrior Ice immer anziehender. Als beide für das Regime ihre Gefühle und Neigungen unterdrücken sollen, passiert.... 

Vorab: Die beiden Vorbände Jax und Crome sollten zum besseren Verständnis unbedingt gelesen werden. Der dritte Band Ice stellt einen würdigen Abschluss dar, welchen ich persönlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gelesen habe. Denn diese Jungs sind wirklich Klasse: Eingebettet in eine dystopische aktionreiche Handlung räkeln sich die Jungs mit toughen Heldinnen durch die Laken. 
Ich hoffe daher, dass die Autorin eine Möglichkeit findet, neben den bereits angekündigten Bonusstories um Storm und Nitro noch ein bisschen weiter zu schreiben.

Besonders gelungen, fand ich auch das humorvolle erotische Abschlusskapitel, in das ein gelungener "Vogelwitz" und ein Witz auf Kosten von Tarzan und Jane gekonnt eingeflochten wurde. Lest die Trilogie (?) doch einfach selbst.

Für diesen Hattrick vergebe ich erneut 10 Punkte!


Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

erschienen: 2013
Seiten: 236

ASIN: B00GIUAM8Q
ISBN: 978-1493737406

Montag, 18. November 2013

Rezension // Kristina Ohlsson - Aschenputtel von SONJA

© Sonja Kochmann

Während eines Zwischenstopps in einem Bahnhof werden Mutter und Tochter getrennt. Als die Mutter den Zug wieder erreicht, ist das Kind verschwunden. Das schwedische Ermittlerteam aus Alexander Recht und Frederika Bergman versucht, das Kind zu finden. Doch dann verschwindet ein zweites Kind.

Nach der Lesung zum dritten Teil "Sterntaler" beschloss ich die Reihe um Frederika Bergman in der richtigen Reihenfolge zu beginnen.

Aller Anfang war schwer. Ich hatte etwas Mühe mich mit der kühlen reservierten Art von Frederika anzufreunden, obwohl dies vermutlich genau Ziel der Autorin war. Denn hier bilden Polizisten und eine Akademikerin ein Ermittlerteam. Genau dies ergibt unterschiedliche Sichtweisen, die auch dem Leser auffallen (sollen?).

Auch die übrigen Ermittler haben alle "ihr persönliches Päckchen" zu tragen. Diese Einführung dauerte mir ein wenig zu lange. Doch dann wurde die Spannung ab der Mitte des Buches rasant. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, da ich ja nichts verpassen wollte. Die Ermittler raufen sich zusammen und finden natürlich den Bösewicht, der durch einige literarische Finten tatsächlich erst in den letzten Kapiteln entlarvt wird.

Da die Opfer hier Kinder sind, ist dieses Buch jedoch nichts für schwache Nerven von Eltern: 7 von 10 Punkten für den Start der schwedischen Thrillerreihe.

Verlag: Limes
erschienen: 2011
Seiten: 496
ISBN: 978-3442375806


© Sonja Kochmann



Rezension // Rebecca Gablé - Das Haupt der Welt von SONJA

© Sonja Kochmann

Brandenburg 929: König Heinrich I nimmt während einer Schlacht die Fürstenkinder Tugomir und Dragomira gefangen. Während Dragomira Geliebte des Prinzen Ottos wird, folgt Tugomir seiner inneren Stimme und wird Heiler und Fürsprecher seiner slawischen Mitgefangenen. Als Otto selbst den Thron besteigt, hat dieser einige Feinde gegen sich und muss Intrigen und Kriege überstehen. Die Schicksale der Drei sind miteinander verflochten.

Als großer Fan der Waringham-Reihe war ich gespannt und wurde erst einmal durch die Vielzahl der slawischen Namen erschlagen. Nachdem ich mich nach circa 80 Seiten eingewöhnt hatte, fand ich Liebe, Intrigen, Rache, Krieg und Frieden wieder einmal gelungen.

Ein echter Gablé:

Tugomir ist hin und hergerissen zwischen seinen slawischen Wurzeln, die hier sehr schön durch die Heilkünste  und die sächsischen christlichen Geiselnehmern unterstrichen werden. Dadurch ist er eine hervorragende Wahl als Hauptfigur Einblick in beide Seiten (Sachsen und Slawen) zu geben.

Die Intrigen und Kriege ausgelöst durch Ottos Bruder Henning fand ich etwas anstrengend und auf den letzten 200 Seiten sogar etwas ermüdend. Dies mag auch dran gelegen haben, dass mir die Geschichte um Otto nicht so präsent war wie zum Beispiel die Geschichten um Heinrich den VIII. und seine Liebeleien. Die Aufklärung kam zwar durch die Autorin im Nachwort selbst, konnte jedoch nicht so ganz über die Durststrecke am Ende hinweg helfen. Auch fehlte mir der Glanz des englischen Hofes.

Daher vergebe ich 7 von 10 Punkten.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2013
Seiten: 864
ISBN: 978-3431038835



Gesehen auf der Frankfurter Buchmesse 2013 
© Sonja Kochmann

Dienstag, 12. November 2013

Rezension // Inka Loreen Minden - Secret Passions : Opfer der Leidenschaft von SONJA


Im London des 19. Jahrhunderts werden Adlige auf offener Straße ermordet  Alle haben ein Geheimnis: Sie begehren Männer! Detective Derek Brewer ermittelt im "Herrenclub" und trifft dort auf den "noch" unerfahrenen Earl Simon Grey. Beide sind trotz der tödlichen Gefahr angetan voneinander.

Bislang hatte ich aus dem Genre der sogenannten "Homoerotik" erst ein Werk (auch aus der Feder von Inka Loreen Minden) gelesen. Dies viel relativ harmlos aus, da mir ein Part harmlos erschien (s. Rezension zu Beim ersten Sonnenstrahl). So kam es, dass ich nach einem kleinen Austausch mit der Autorin zu Secret Passions gekommen bin.

Hier geht es recht fix zur Sache. Auch wenn Simon ein unerfahrener Partner für Derek darstellt, lässt er sich jedoch voll auf diesen ein. Die Sexszenen sind glaubhaft und stilvoll geschildert, so dass man(n) - in meinem Fall jedoch frau (genau genommen sogar heterofrau - dies sogar recht ansprechend fand.

Die historische Umgebung mit Kriminalfall wurde spannend gestaltet und aufwendig recherchiert  so dass der erotische Roman auch zu einem spannenden Leseabend beigetragen hat. 

8 von 10 Punkten.

Verlag: Dead Soft Verlag
erschienen: 2011
Seiten: 280
ISBN: 978-3934442818


Rezension // Robin Gold - Die Liste der vergessenen Wünsche von SONJA


Claras Leben scheint mit dem unerwartetem Tod ihres Verlobten zu enden. Doch als sie bei einem Besuch bei ihrer Mutter eine Liste aus Kindertagen findet, gerät sie ins Grübeln. All diese Dinge fand sie einmal wichtig und wollte sie bis zu ihrem 35. Geburtstag erledigt haben. Die Liste wird nun für Clara ein Weg zurück ins Leben.

Als ich den Klappentext gelesen habe musste ich doch gleich an eins meiner Lieblingsbücher Jill Smolinski - Die Wunschliste denken. Dies bedeutet natürlich hohe Erwartungen an ein Buch. Das Buch ähnelt in den Grundzügen schon "Der Wunschliste" doch gibt es ein paar gravierende Unterschiede:

Was passiert, wenn man die Liebe seines Lebens verliert und man doch so viele Träume von der gemeinsamen Zukunft hatte? Ich gebe zu, dass ich bei Büchern eigentlich nicht nah am Wasser gebaut bin, doch hier schafft es die Autorin, die Gefühle Claras mit all ihrer Verzweiflung wiederzugeben.

Dies spricht eigentlich doch sehr für ein extrem trauriges Buch, oder? Aber hier wird getrickst, denn die Familienmitglieder und auch Lincoln, ein Freund, der an Bedeutung gewinnt, haben viel Charme und führen einige Dialoge, bei denen man ins Schmunzeln kommt.

Auch die Liste ist nicht einfach irgendeine Liste, sondern es sind Wünsche eines Kleinkindes: hier soll zum Beispiel eine vergrabene Blockflöte gefunden oder ein Lebkuchenhaus gebacken werden.

Ein solches Buch schreit natürlich nach Taschentüchern, Herz und Happy End. Ich vergebe volle Punktzahl (10 Punkte) für die emotionale Achterbahnfahrt, die mich teilweise selbst ins Grübeln gebracht hat.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2013
Seiten: 352
ISBN: 978-3764504847

Gesehen auf der Frankfurter Buchmesse 2013 
© Sonja Kochmann

Montag, 4. November 2013

Lesung // Kristina Ohlsson - Sterntaler von SONJA

Herbstzeit ist Krimi- und Thrillerzeit. Denn wenn es draußen dunkel wird, ist es besonders schön mit einer warmen Decke und einer heißen Tasse Tee versunken in ein spannendes Buch auf der Couch zu sitzen.

Daher war ich besonders neugierig auf die Lesung mit Kristina Ohlsson, von der ich bislang zwar die blutrünstigen Cover und die "Märchentitel" wahrgenommen hatte, aber noch kein Buch gelesen habe.

Durch den Abend führte Günter Keil und den deutschen Part las Nina Petri, mit einer mitreißenden Stimme.


© Sonja Kochmann


Der Abend wurde mit dem Hinweis eröffnet, dass die Autorin zwar aufgrund ihrer Schulbildung deutsch versteht, aber außer der Begrüßung die Fragen lieber auf englisch beantwortet  Dies fand ich sehr interessant, da es mir mit meinem Englischkenntnissen ähnlich geht. Auch hat sie am Bahnhof von Hannover die Ernst August Figur gleich erkannt, da ihre Mutter eine große Anhängerin der Klatsch- und Tratschzeitungen ist.

Kristina Ohlsson hat gegenüber so manchen Autoren einen entschiedenen Vorteil. Sie kennt die Polizeiarbeit: Denn sie hat früher im schwedischen Außen- und Verteidigungsministerium als Expertin für EU-Außenpolitik und Nahostfragen, bei der nationalen schwedischen Polizeibehörde in Stockholm und als Terrorismus-Expertin bei der OSZE in Wien gearbeitet. Nun muss man sich ihre Arbeit dort allerdings so vorstellen, dass sie am Schreibtisch gesessen hat und keinen wilden Verfolgungsjagden durch Stockholm nachgegangen ist.

Ob Männer oder Frauen die besseren Ermittler seien, ließ die Autorin schmunzelnd offen. Allerdings erklärte sie den Unterscheid zwischen Polizisten und akademischen Ermittlern: Polizisten sehen einen Baum und noch einen Baum und noch einen. Akademiker fragen sich, was es für Baumarten sind, die sie sehen.

Viele ihrer Kollegen lesen ihre Bücher und unterstützen sie bei der Namensfindung und geben ihr nach wie vor ein positives Feedback. Als sie mit ihrem ersten Buch Erfolg hatte, hat sie ihren Job aufgeben und hat dies nie bereut, da es sich um einen lang ersehnten Traum handelte.
Sie war bereits als Kind eine ausgeprägte Leseratte, so dass ihre Mutter sie im Alter von 10 Jahren ständig ermahnte, dass diese ständige Leserei und auch Schreiberei zu nichts führen würde. Die Autorin lachte an dieser Stelle sehr offen und meinte Fehler passieren. "Lassen sie ihre Kinder lesen."


© Sonja Kochmann


Also liebe Buchfreunde: Eine von uns hat es geschafft. "Eine von uns" trifft es wirklich. Ich habe schon viele Autoren bei Lesungen erlebt und ich fand Frau Ohlsson sehr offen, freundlich und auf dem Boden geblieben. Jemand der es geschafft hat, sein Hobby zu seinem Beruf zu machen. Respekt!

Witzig fand ich auch, dass Kristina Ohlsson ihren Part auf schwedisch vorgelesen hat. Der Klang dieser Sprache ist doch erheblich anders. Allerdings gebe ich zu, dass mir diese Passagen teilweise etwas zu lang waren. Dies erging nicht nur mir so, denn im Publikum saßen genau 3 Leute die schwedisch sprachen und wenn man in die Gesichter der Zuhörer schaute, merkte man, dass die Leute aus Mangel der Sprachkenntnisse ein wenig gelangweilt waren. Dies änderte sich jedoch schlagartig,als Nina Petri mit ihre rauchigen Stimme die deutschen Passagen las. Sehr mitreißend und sehr sympathisch.


© Sonja Kochmann


Das vorgestellte Buch "Sterntaler" ist ein sehr blutiges Buch, bei dem laut Autorin die blutige Szene zuerst entstanden ist. Diese wurde am Anfang ohne Kommentar vorgelesen und ich musste gleich an die Legende der Snuff-Filme denken. Diese war hier auch tatsächlich Ursprung für den Roman.


© Sonja Kochmann


Auch der Aspekt, dass Kinder- und Jugendbuchautoren immer nett erscheinen, wurde hier mit berücksichtigt. Wer hätte Astrid Lindgren denn schon einen Mord zugetraut? Die Dreh- und Angelpunkte wurden hier natürlich nicht verraten, aber das Buch interessiert mich nun sehr. Allerdings werde ich die korrekte Reihenfolge lesen, da sich die Ermittler von Buch zu Buch weiterentwickeln. Hier wurde auch bereits gedroht, dass man nie weiß, wie es den "armen" Ermittlern im Buch Nr. 4 ergehen wird.


© Sonja Kochmann


Man hat jedoch gemerkt, dass Frau Ohlsson, Astrid Lindgren verehrt und ihr am liebsten einen Nobelpreis verleihen würde. Denn diese Bücher seien zeitlos und werden immer noch gelesen. Sie selbst schreibt übrigens auch Kinder- und Fachbücher, die voraussichtlich in Deutschland erscheinen werden.

Für einen Thriller benötigt sie übrigens nur 7 bis 8 Wochen, denn ein Manuskript ist wie ein guter Freund und ist immer dabei. Das Ende eines Buches ging sogar in der Vergangenheit mit auf Jerusalemreise und wurde dort fertiggestellt. Viele Dinge ergeben sich beim Schreiben und aufgrund der kurzen Fertigstellungsphase schreibt sie mindestens 3 Kapitel am Tag. Sie könne sich gar nicht vorstellen "nur" eine Seite pro Tag zu schreiben, da man ja sonst aus den Szenen herausgerissen würde.

Ein gelungener Abend, der Lust auf Thriller und auf weitere Lesungen in der gemütlichen Buchhandlung Leuenhagen und Paris macht. Danke.


© Sonja Kochmann