Freitag, 21. Februar 2014

Rezension //Kathrin Lange - 40 Stunden von SONJA

© Sonja Kochmann

Faris Iskander ist Ermittler in einer Sondereinheit für religös motivierte Verbrechen. Als er ein Video von einem gekreuzigten Mann und Bombendrohungen für den Kirchentag in Berlin erhält, hat er noch genau 40 Stunden, um eine Detonation von mehreren Bomben zu verhindern. Doch der Attentäter will mehr als den Tod von Gläubigen, er will Faris persönlich....

Das Buch ist packend von der ersten bis zur letzten Seite! Die Thematik ist derart aktuell und brisant, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Anfänglich hatte ich die Befürchtung, ob die religiösen Motive des Attentäters zu sehr im Vordergrund stehen würden, doch dies ist nicht der Fall. 

Faris Iskander ist hier das perfekte Gegenstück, denn er ist Muslim und durch eine fehlgeschlagene Bombenentschärfung eigentlich ein nervliches Wrack. Doch was tut man nicht alles, um Menschen, die man liebt zu schützen? Auch sein Job ist für ihn ein und alles. Denn schließlich musste er in der Vergangenheit dafür viel aufgeben. Dies alles ergibt ein stimmiges Bild eines menschlichen Ermittlers (Auch wenn er das ein oder andere Mal durchaus eine Schmerztablette oder eine Dusche hätte nehmen können.)

Tempo kommt in die Geschichte nicht nur durch das Zeitlimit des Täters, sondern auch durch die kurzen Episoden, um oder mit den möglichen Opfern. Die Motivation des/r Täter/s  stimmt einen nachdenklich: wann wird Religiosität fanatisch? Wann entsteht ein Kindheitstrauma? Wann ist Glaube gegenüber einer Gesetzgebung nur noch zweitrangig? Sind die verschiedenen Kulturen überhaupt vereinbar miteinander?

Die Kombination aus religiös motiviertem Verbrechen, Rache, Hacker, Bomben kann locker mit den "großen Krimis" aus den USA mithalten. Die Autorin Kathrin Lange hat auf facebook bereits verraten, dass sie derzeit für einen zweiten Teil um Faris Iskander recherchiert. Ich freue mich, denn selten hat mir ein Ermittler so gut gefallen: 9 von 10 Punkten. Endlich mal ein bombiger Ermittler aus Deutschland!

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Seiten: 416
ISBN: 978-3442381296

Rezension // Linda Lael Miller - Big Sky Mountain: Der Berg der Sehnsucht von SONJA

© Sonja Kochmann

Kendra ist in die kleine Stadt mitten in Montana zurückgekehrt. Im Gepäck hat sie ihre 4 jährige Adoptivtochter Madison, die schon einiges mitgemacht hat und ihre volle Liebe braucht. Doch ist vielleicht noch ein bisschen für den mürrischen Cowboy Hutch übrig, der mit ihr vor einigen Jahren eine leidenschaftliche Zeit durchlebt hat?

Dies ist der zweite Teil über die schrulligen, liebevollen und verwegenen Einwohner des Örtchens Parable. Der erste Teil hat mein Herz bereits im Sturm erobert und der zweite Teil war sogar noch besser.

Warum? Die Bewohner dieser kleinen Stadt machen die Liebesgeschichte in sich noch stimmiger und geben dem Ganzen durch Dialoge und witzige Situationen einfach noch ausreichend Abwechselung.

Die Haushälterin Opal hat einfach immer das letzte Wort und schafft es sogar widerspenstige Cowboys zu zähmen oder sprachlos zu machen. Sie scheint - mit Gottes Hilfe - noch einige andere Pärchen zusammenbringen zu wollen. Inwieweit der neue Prediger vielleicht für Opal selbst geeignet ist, bleibt abzuwarten. Man muss auf jeden Fall schmunzeln, wenn Opal in der Kirche überlegt, wer als nächstes dran sein könnte und die Autorin hat schon die eine oder andere Figur eingeführt, die es verdient hat, verkuppelt zu werden.

Madison schafft es mit ihrer kindlichen Naivität Kendra und Hutch zusammen zu bringen. Dabei fallen einige Formulierungen, die einfach zuckersüß sind. 

Trotz Kleinstadtcharme ist dieses Buch brandaktuell. So muss sich Hutch doch einem sogenannten "shitstorm" im Internet aussetzen lassen, als er seine allseits beliebte Braut vor dem Altar stehen lässt. Ja auch das Internet hält Einzug in die staubige Prärie.

Kendra und Hutch stehen zwar bereits von Anfang an als "Paarung" fest, doch das Augenmerk ist in diesem Buch der Weg zum Glück. Denn beide haben so viele Probleme und Verpflichtungen, dass das gemeinsame Glück gefährdet scheint. Während dies in einigen Rezensionen kritisiert/bemängelt wird, fand ich dies realistisch. Denn beide sind keine 20 mehr und haben sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht. Ihre eigenen Familiengeschichten bzw. -probleme haben sie geprägt. Es läuft halt auch in Liebesromanen nicht alles glatt.

Daumen hoch für den gelungenen Mix aus Cowboyschweiss, Mädchentränen und ganz viel Liebe: 10 von 10 Punkte.



Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2013
Seiten: 364
ISBN: 978-3862788019


Montag, 10. Februar 2014

Rezension // Kathryn Taylor - Colours of Love: Verloren von SONJA


Sophie ist auf Geschäftsreise in Rom. Sie muss Bilder für eine Auktion zusammenstellen und katalogisieren. Dabei trifft sie auf den äußerst smarten Kunstprofessor Matteo, der ihr nicht nur Steine in den Weg legt.

Als ich den 3. Teil der Reihe begann, war ich verwirrt: Sophie? Wer ist das denn? Irgendwie war ich aufgrund der Vermarktung in den Buchhandlungen von einer Trilogie ausgegangen. Doch dies ist nicht der Fall. Es wird mit einer neuen Paarung (Sophie und Matteo) weitergemacht.

(Bei der Mitte des Buches wird klar, das Sophie eine Freundin von Sarah ist, die die Schwester von Jonathan aus Buch 1 und 2 ist. Alles klar!? Ein kleiner Ausblick auf das lieb gewonne Pärchen wird vorgenommen. Ansonsten ist das Buch unabhängig und losgelöst von den Vorbänden.)

Die Kulisse Roms, das italienische Essen und die Beschreibung der Kunst verbreiten von Anfang an eine gewisse Urlaubsatmosphäre. Um so deutlicher wird Sofies Zwiespalt; konnte sie sich bislang nicht gehen lassen, da die familiären Verpflichtungen dies von ihr verlangten, fordert sie Matteo mit seinem italienischen, impulsiven Gehabe heraus. Er ist ein fordernder Genussmensch, der bei Sofie ungeahnte Bedürfnisse weckt. Denn zu Haus erwartet sie lediglich der krasse langweilige Gegensatz: ihr bislang platonische, biedere, englische Freund Nigel.

Die Malerei dient hier auf besondere Art und Weise dazu, die Erotik gefühlvoll hervorzuheben. Doch Matteo und auch Sophie haben schwere Zeiten hinter sich, die sie möglicherweise scheitern lassen. Der Schreibstil, die Haupt- und auch Nebencharaktere haben mir sehr gut gefallen. (Wer möchte nicht mit einer italienischen Großfamilie zusammen essen und Spaß haben.)

Das Buch endet - natürlich- mit einem Cliffhanger. Dennoch 10 von 10 Punkten!


Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2014
Seiten: 336
ISBN: 978-3404169603

Rezension // Marissa Meyer - Die Luna-Chroniken: Wie Monde so silbern von SONJA


In einer fernen (?) Zukunft lebt der Cyborg Cinder bei ihrer Stiefmutter und ihren Töchtern. Sie arbeitet als Mechanikerin, um ihren Lebensunterhalt und den ihrer Stieffamilie aufrecht erhalten zu können. Eines Tages steht vor dem Stand auf dem Markt Prinz Kai und bittet sie, seinen wichtigen Lehrandroiden zu reparieren. Als sich die Königin von Luna zu einem Staatsbesuch ankündigt und Cinder die Wichtigkeit des Lehrandroiden herausfindet, wagt sie sich auf den Ball, doch verliert sie hier nur ihren Schuh!?

Der erste Teil der Luna Chroniken ist eine geniale Idee mit einer grandiosen Umsetzung. 

Anfänglich war ich ein bisschen irritiert, dass die Geschichte um Aschenputtel/Cinderella ins futuristische China mit einem Cyborg namens Cinder verlegt wurde. Doch dies legte sich rasch. 

Die Zukunft Neu-Pekings ist sowohl dystopisch als auch märchenhaft und gesellschaftskritisch. Denn der medizinische Fortschritt - bei Erkrankungen und Verletzungen zu mechanischen Teilen zu greifen - wird hier als negativ angesehen. Cinder leidet sehr darunter, obwohl sie daran nichts ändern kann. Denn Drähte sind schließlich nicht ansteckend.

Dennoch beißt sie sich durchs Leben und hat eine gute Freundin in der vorlauten Androidin Iko gefunden. Die Dialoge dieser beiden sind einfach zum Schmunzeln.

In Neu-Peking herrscht hinzukommend noch "die blaue Pest" die zu Diskriminierung und Angst in der Bevölkerung führt und auch die diplomatischen Verwicklungen von Prinz Kai verschärft. Dieser Aspekt hat mich doch sehr an das Buch "Die Pest" von Albert Camus erinnert: Denn wann endet die Barmherzigkeit/Menschlichkeit bei einer wütenden tödlichen Krankheit? Wann ist die Staatsführung nicht mehr handlungsfähig?

Besonders ist an der Geschichte auch, dass so viele Analogien vorgenommen werden, so springt beim Androiden vor Aufregung die Lüftung an, während die menschliche Stiefschwester nach Luft schnappt, Was aus Kutsche und Pantoffel geworden ist, verrate ich aber an dieser Stelle nicht.

Auch der kaiserliche Arzt scheint die mechanischen medizinischen Fortschritte nicht zu bevorzugen, er nestelt lieber an seiner Brille. Er wirkt damit wie ein väterlicher Typ, den Cinder gut gebrauchen kann. 

Zur Handlung möchte ich nicht mehr verraten, denn das Buch lebt von Dreh- und Angelpunkten, politischen Machtspielen und wahren Identitäten und hat eine extreme Spannungskurve. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. 
Es ist unterteilt in mehrere Bücher, die kleine Zitate aus dem Märchen enthalten.

Ich freue mich bereits auf die Folgebände, da mir der Schreibstil sehr gut gefallen hat und es wirkliche einmal etwas Neues auf dem Buchmarkt ist.

Das Märchen wurde hier nicht abgekupfert, sondern versilbert ;) 10 von 10 Punkte.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2013
Seiten: 416
ISBN: 978-3551582867


© Sonja Kochmann




Rezension // Kathryn Taylor - Colours of Love: Entblöst von SONJA


Grace, naiv und unschuldig (!?), Jonathan, adelig, machthungrig und gefühlskalt (!?) wie geht die erotische Geschichte nach dem erste Band weiter....

Der 2. Teil der Reihe Colours of Love setzt in der ganz bösen Cliffhanger-Szene des 1. Teils "Entfesselt" an. Daher empfehle ich zum Verständnis der Entwicklung der Gefühlswelten der Protagonisten und der Personen zueinander unbedingt die Reihenfolge einzuhalten.

Während es im 1. Teil Richtung um Dominanz, Orgie etc. ging, geht es hier vielmehr, um die Ordnung der Gefühlswelten und das Erlangen eines "Wir-Gefühls". Denn Jonathan ist der klassische Einzelgänger, der lernen muss, was Grace ihm bedeutet und was ein gemeinsamer Alltag für Änderungen hervorruft.

Dieser Wechsel oder besser ausgedrückt, diese Weiterentwicklung der Personen ist der Autorin hervorragend gelungen. Die Situationen, in denen die Personen auf die Probe gestellt werden, wie zum Beispiel der Empfang auf dem Gut des Vaters, die Konfrontation mit dem japanischen Geschäftspartner und die Liebe zur Schwester sind glaubwürdig und stimmig.

Die Problematik, dass englische Etikette auf dominate japanische Kultur trifft oder das Jonathan ein Trauma durch den Tod der Mutter erlitten hat, gibt dem Ganzen die nötige Würze, um sich von anderen erotischen Romanen abzuheben, die derzeit in Massen veröffentlicht werden. 10 von 10 Punkten.


Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2013
Seiten: 320
ISBN: 978-3404168651

© Sonja Kochmann

Rezension // Sarah Addison Allen - Das Wunder des Pfirsichgartens von SONJA



INHALT:
In einem kleinen Örtchen in North Carolina steht ein besonderes Ereignis an. Die Gründung des Damenclubs jährt sich und die Enkelinnen der Gründerinnen, Paxton und Willa, stoßen ungewollt auf ein Geheimnis, das eine Reihe von Ereignissen auslöst. Oder gibt es magische Hilfe?

FAZIT:
Ich gebe zu, dass ich ohne das Cover vermutlich nicht zugegriffen hätte, denn derzeit gibt es einige Bücher, die sich um die Entdeckung von Familiengeheimnissen drehen. Aber dieses grüne orange Cover mit den schönen Pfirsichen darauf - zu dieser kalten grauen Jahreszeit - musste dann doch sein.

Der Aspekt der Magie, Geister, Ahnen etc. war mir am Anfang des Buches etwas suspekt. Denn die Geschichte des Damenclubs und des Pfirsichbaumes mit seinem verborgenen Geheimnisses hätte meiner Meinung nach die Geschichte allein getragen.

Die Magie lässt die Enkelinnen Paxton und Willa an die alten Geschichten der Großmütter denken und irritiert den Leser doch in so mancher Szene. In einigen anderen Szenen fand ich sie doch wiederum passend. Denn alte Fotokisten und Erinnerungsstücke, die älter als 50 Jahre alt sind, haben doch etwas Magisches und sind die Wurzel der eigenen Vergangenheit.

Der Kleinstadtcharme wird hier gepaart mit der Problematik, dass jeder jeden kennt und seine vorgefertigte Meinung hat, so dass die Heldinnen Paxton und Willa in ihre Rollen hinein gewachsen sind und fast nicht mehr hinauskommen. Doch das Familiengeheimnis schweißt die beiden auf wundersame und doch glaubwürdige Art und Weise zusammen und gibt beiden die Möglichkeit, einen neuen Lebensabschnitt  zu beginnen.

Die eingebaute Kaffeewissenschaft von Willas Mitarbeiterin fand ich zum Schmunzeln, obwohl ich bei diesem Buch tatsächlich einen heißen Pfirsichtee getrunken habe: 7 von 10 Punkten.

Verlag: Goldmann
erschienen: 2014
Seiten: 288
ISBN: 978-3442479511


© Sonja Kochmann



Samstag, 1. Februar 2014

Rezension // Nora Roberts - Die letzte Zeugin von SONJA


Irgendwo in einer Kleinstadt im Süden der USA hat sich Abigail in einem kleinen abgeschiedenen Haus verkrochen. Von Kameras, Schlössern, Schusswaffen und einem riesigen Kampfhund beschützt, versucht sie ein Verbrechen zu vergessen, das sie mit ansehen musste. Doch der hiesige Polizeichief Brooks fühlt sich von der geheimnisvollen Fremden angezogen.

Das Buch ist ein Romantic Thriller der ersten Klasse. Hier hat sich die Autorin sogar selbst übertroffen.

Abigails Bedrohung wird bereits als Einleitung auf den ersten ca. 100 Seiten geschildert, so dass der Leser weiß, warum Abigail Angst um ihr Leben hat. Diese Angst zieht sich durch das ganze Buch und lässt einen regelrecht mitfiebern. Hier müssen die Protagonisten einige Schachzüge durchstehen, um an ihr Ziel - dem Happy End - zu gelangen.

Die Charaktere sind hervorragend gelungen. Abigail versucht sich als überdurchschnittliche Intelligenzbestie durch Logik und Berechnung dem Charme von Brooks zu entziehen. Doch der wurde von einer Hippiemutter groß gezogen und herauskommen geniale und unberechenbare Dialoge: Abigail ist der klassische Nerd, der versucht in umgangssprachlichen Redewendungen den Sinn auf sachlicher Ebene zu ermitteln. Dies führt zu einigen Lachern bei Abigail und Brooks und auch bei mir, die ich in dieser Form in noch keinem Buch hatte. 

Abigails Herz schmilzt langsam dahin.Sie fängt an, Brooks zu vertrauen und beide gehen an, das Verbrechen und die Bedrohung zu lösen, um eine gemeinsame Zukunft zu haben. Dies kann ich an dieser Stelle auch ruhigen Gewissens verraten, da dies das klassische Muster eines Romantic Thrillers ist. Der Weg dahin, der durch  kleine machthungrige Kleinstadtganoven, fiese Nachbarn, Mafia, und Co. erschwert wird, ist besonders und den verrate ich natürlich nicht.

Die Nebencharakter wie zum Beispiel Brooks Mutter, seine Schwestern und natürlich den Hund Bert schließt man nebenbei ins Herz.

10 von 10 Punkte und diese 576 Seiten vergingen leider viel zu schnell.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2013
Seiten: 576
ISBN: 978-3764504694



© Sonja Kochmann

Rezension // Carly Phillips - Vorsicht, Herzalam! von SONJA


Julia arbeitet als Sozialarbeiterin in einem Krankenhaus. Dort betreut sie eine Familie. Um ein Kind glücklich zu machen, nimmt sie Kontakt mit den Baseballstar Kyle auf. Die Begegnung lässt jedoch nicht nur das Kinderherz höher schlagen, denn Kyle ist ihre Jugendliebe und das Wiedersehen reißt alte Wunden und Gefühle auf.

Für eine Kurzgeschichte, die derzeit als free-ebook erhältlich ist, ist die Handlung ausgesprochen stimmig.

Die Charaktere Julia und Kyle sind sympathisch gelungen und der Leser gönnt den beiden das Glück einfach. Das Zusammenfinden muss bei ca. 100 Seiten einfach ein bisschen schneller gehen, als im normalen Buchformat, so dass die von Carly Phillips gewohnten erotischen Szenen schlichtweg entfallen. Der Schwerpunkt wird hier auf die Gefühlswelt der Hauptpersonen und auch der Nebenpersonen gelegt. Hier wird auch einmal ein ernstes Thema wie Krebserkrankungen, finanzielle Probleme von Alleinerziehenden und Angehörigentrauer angesprochen. Hut ab dafür.

Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass die Autorin mit den Nebenfiguren (vielleicht zukünftig?) mehr vor hat. Es wäre durchaus wünschenswert.

Der Schreibstil ist leicht und locker und damit vergebe ich 9 von 10 Punkte für dieses kleine Schmankerl für zwischendurch.

Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2013
Seiten: 100
ASIN: B00HLYK6KC




Rezension // Emma Garcia - Liebe auf den ersten Klick von SONJA


Viv Summers wird zum dritten Mal von ihrem Verlobten kurz vor der Hochzeit sitzen gelassen. Obwohl ihr Herz blutet, verpackt sie ihre drei Hochzeitskleider und zieht in eine kleine Wohnung. Während sie ihren Herzschmerz pflegt, ruft sie die Internetseite nevergoogleheartbreak.com ins Leben. Doch leider hält sie sich im echten Leben nicht an die Tipps und Tricks, die dort dem verlassenen Single angepriesen werden. Da ihr Herz weiter für ihren Exverlobten schlägt, übersieht sie beinah ein neues Gefühl für einen alten Freund.

Kritik erst einmal am deutschen Titel, denn dieser passt meiner Meinung nach überhaupt nicht und führt den Buchkäufer in die Irre. Der Originalbuchtitel "never google heartbreak" mag für den deutschen Buchmarkt vielleicht nicht ganz geeignet gewesen sein, aber ein Buchtitel mit Hinweis auf die Internetseite von Viv, wäre passender gewesen. Denn mit dem ersten Klick entscheidet sich für Viv gar nichts, es ist so schleichend, dass sie es fast selbst nicht bemerkt.

Mit Viv bin ich leider im gesamten Buch nicht sonderlich warm geworden. Sie war stetig am jammern, motzen und suhlte sich im Selbstmitleid. Ist so etwas bei Bridget Jones noch lustig, habe ich hier den Scherzmoment wohl verpasst. Ein paar lustige Szenen gab es zwar, aber ohne Sympathiefaktor fehlte leider der gewisse Charme.

Die Tipps und Tricks der Ratgeberinternetseite werden als Kapiteleinleitungen in Form von Kommentaren, Listen und Blogeinträgen in die Handlung eingeflochten. Der direkte Bezug fehlte teilweise, so dass erst im letzten Drittel deutlich wird, worauf die Autorin hin will. Ab da nimmt die Handlung Fahrt auf.

Dennoch hatte ich bei einigen Handlungssträngen das Gefühl, dass diese einfach im Durcheinander untergingen und nicht weiter in das große Ganze eingefügt wurden.

Nette Idee, die bei der die Umsetzung etwas gehakt hat: 6 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2013
Seiten: 480
ISBN: 978-3442382880