Sonntag, 23. Februar 2014

Rezension // Philip Reeve & Sarah McIntyre - Schwupp und weg (01) von SINA

© Sina Frambach
Oliver ist zehn Jahre alt und der Sohn eines Entdeckerehepaares. Dadurch hat er schon viele Abenteuer erlebt. Als es nichts mehr zu entdecken gibt, beschließen Oliver's Eltern, sich endlich zur Ruhe zu setzen. Oliver freut sich auf ein ruhiges Leben und die Schule. Als dann Olivers Eltern verschwinden, macht sich Oliver auf die Suche und erlebt damit sein bisher größtes Abenteuer. Zusammen mit einer wandernden Insel, einer kurzsichtigen Meerjungfrau und einem plappernden Albatros macht er sich auf den Weg.

Allein die Aufmachung des Buches ist es wert, es zu kaufen. Denn es ist mit vielen wunderschönen Zeichnungen geschmückt, die die Geschichte nochmals verständlicher machen. Gerade für Kinder ist dies natürlich sehr interessant.
Aber auch ich als Erwachsene muss sagen, dass die Zeichnungen einfach gelungen sind und alles  lesenswerter machen.

© Sina Frambach
Die Geschichte ist sehr phantasievoll, trotzdem bleibt alles einfach gestaltet und Kinder haben keine Mühe, dem Geschehen zu folgen.
Die Charaktere sind liebenswert, schön ausgearbeitet und wachsen einem sofort ans Herz. Vor allem Oliver, der ja eigentlich endlich ein ruhiges und vor allem normales Leben leben will. Doch man merkt ihm an, dass zu viel von seinen Eltern in ihm steckt, als dass er wirklich so leben will.

Am Ende wird jedoch ein schöner Kompromiss gefunden und so kann man sich wahrscheinlich auf noch mehr Abenteuer von Oliver, Iris, der kurzsichtigen Meerjungfrau und Mr Culpeper, dem sprechenden Albatros freuen.

Ich muss auch nochmal auf die Zeichnungen eingehen. Diese sind nämlich auch in die Geschichte miteingebunden. So schlängelt sich die Schrift durch Höhlen, Sprechblasen bilden die wörtliche Rede oder es wird eine Explosion gezeigt, bei der man sich vorstellen kann, welche Kraft dahintersteckt.

© Sina Frambach
© Sina Frambach
Dieses „Aufpeppen“ der Geschichte finde ich einfach nur sehr gelungen und macht das Buch auch zu etwas Besonderem.
Gleichzeitig wird auch die Phantasie angeregt und man stellt sich alle Szenen, die nicht gezeichnet sind, in gleicher Weise vor.

© Sina Frambach
Fazit:
Für Kinder wie Erwachsene gleichermaßen geeignet, deswegen verdiente 10 von 10 Punkten.

Verlag: Dressler
erschienen: Januar 2014
Printseiten: 208
ISBN: 978-3-7915-1702-5


Samstag, 22. Februar 2014

Rezension // Brandon Mull - Fabelheim (01) von SINA


Da Kendra und Seth Eltern auf einer Kreuzfahrt durch Skandinavien unterwegs sind, müssen die beiden Geschwister bei ihren Großeltern väterlichterseits untergebracht werden. Ganz wohl ist den beiden dabei nicht und sie machen sich auf langweilige 17 Tage gefasst. Doch kaum sind sie dort angekommen, fangen schon die Geheimnisse an. Ihre Oma ist angeblich unpässlich, ihr Opa verschwindet den ganzen Tag und taucht erst zum Abendessen auf. Die Haushälterin Lena erzählt rätselhafte Geschichten und aus der Scheune hinterm Haus dringen Geräusche, die nicht zuzuordnen sind. Kendra und Seth finden heraus, dass ihr Opa der Hüter von Fabelheim ist, einem magischen Reservat für Feen und andere Fabelwesen. Und schon machen die Ferien Spaß.

Vom Klappentext her bin ich schon seit längerem sehr neugierig auf dieses Buch, muss aber letztendlich sagen, dass ich nach dem Lesen nicht so begeistert bin, wie gedacht.

Dass es sich um ein Kinderbuch handelt, ist von Anfang an klar, doch hat mich der Schreibstil des Autoren dann doch etwas genervt.
Mit vielen Wiederholungen und teilweise nicht logischen Zusammenhängen wird die Geschichte geradezu "heruntergeleiert".

Zeitweise werden Dinge ruckzuck abgehandelt, dann wiederum endlos in die Länge gezogen. Auch gab es Gedankengänge, die nicht weiterverfolgt wurden bzw. die am Ende nicht aufgelöst werden.

Da es noch weitere Bände zu dieser Reihe gibt, gehe ich von aus, dass manche Dinge noch aufgelöst werden. Ob ich jedoch weiterlese, ist im Moment für mich noch fraglich.

Die Protagonisten Kendra und Seth sind sehr gegensätzlich. Kendra ist eher der vorsichtige Typ, während Seth die Regeln gerne bricht. Ein typisches Geschwisterpaar eben.
Doch konnte ich zu beiden keinen richtigen Zugang finden. Sie bleiben bis zum Ende hin blass und farblos.

Die Story an sich ist eigentlich nicht schlecht. Die Idee ist interessant, allerdings nicht ausgereift.

Rein als Kinderbuch gesehen ist die Geschichte allerdings meiner Meinung nach erst ab einem Alter von 12 Jahren geeignet. Es kommen doch manch eklige Szenen vor, die ich als Erwachsener schon grenzwertig fand. Nicht gewalttätig oder brutal, einfach von der Beschreibung einzelner Wesen oder einzelner Szenen.

Fazit:
Schade, habe ich doch mehr erwartet.

4 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2007
Printseiten: 368
Format: ebook
ISBN: 978-3-641-10641-6

Freitag, 21. Februar 2014

Rezension //Kathrin Lange - 40 Stunden von SONJA

© Sonja Kochmann

Faris Iskander ist Ermittler in einer Sondereinheit für religös motivierte Verbrechen. Als er ein Video von einem gekreuzigten Mann und Bombendrohungen für den Kirchentag in Berlin erhält, hat er noch genau 40 Stunden, um eine Detonation von mehreren Bomben zu verhindern. Doch der Attentäter will mehr als den Tod von Gläubigen, er will Faris persönlich....

Das Buch ist packend von der ersten bis zur letzten Seite! Die Thematik ist derart aktuell und brisant, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Anfänglich hatte ich die Befürchtung, ob die religiösen Motive des Attentäters zu sehr im Vordergrund stehen würden, doch dies ist nicht der Fall. 

Faris Iskander ist hier das perfekte Gegenstück, denn er ist Muslim und durch eine fehlgeschlagene Bombenentschärfung eigentlich ein nervliches Wrack. Doch was tut man nicht alles, um Menschen, die man liebt zu schützen? Auch sein Job ist für ihn ein und alles. Denn schließlich musste er in der Vergangenheit dafür viel aufgeben. Dies alles ergibt ein stimmiges Bild eines menschlichen Ermittlers (Auch wenn er das ein oder andere Mal durchaus eine Schmerztablette oder eine Dusche hätte nehmen können.)

Tempo kommt in die Geschichte nicht nur durch das Zeitlimit des Täters, sondern auch durch die kurzen Episoden, um oder mit den möglichen Opfern. Die Motivation des/r Täter/s  stimmt einen nachdenklich: wann wird Religiosität fanatisch? Wann entsteht ein Kindheitstrauma? Wann ist Glaube gegenüber einer Gesetzgebung nur noch zweitrangig? Sind die verschiedenen Kulturen überhaupt vereinbar miteinander?

Die Kombination aus religiös motiviertem Verbrechen, Rache, Hacker, Bomben kann locker mit den "großen Krimis" aus den USA mithalten. Die Autorin Kathrin Lange hat auf facebook bereits verraten, dass sie derzeit für einen zweiten Teil um Faris Iskander recherchiert. Ich freue mich, denn selten hat mir ein Ermittler so gut gefallen: 9 von 10 Punkten. Endlich mal ein bombiger Ermittler aus Deutschland!

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Seiten: 416
ISBN: 978-3442381296

Rezension // Linda Lael Miller - Big Sky Mountain: Der Berg der Sehnsucht von SONJA

© Sonja Kochmann

Kendra ist in die kleine Stadt mitten in Montana zurückgekehrt. Im Gepäck hat sie ihre 4 jährige Adoptivtochter Madison, die schon einiges mitgemacht hat und ihre volle Liebe braucht. Doch ist vielleicht noch ein bisschen für den mürrischen Cowboy Hutch übrig, der mit ihr vor einigen Jahren eine leidenschaftliche Zeit durchlebt hat?

Dies ist der zweite Teil über die schrulligen, liebevollen und verwegenen Einwohner des Örtchens Parable. Der erste Teil hat mein Herz bereits im Sturm erobert und der zweite Teil war sogar noch besser.

Warum? Die Bewohner dieser kleinen Stadt machen die Liebesgeschichte in sich noch stimmiger und geben dem Ganzen durch Dialoge und witzige Situationen einfach noch ausreichend Abwechselung.

Die Haushälterin Opal hat einfach immer das letzte Wort und schafft es sogar widerspenstige Cowboys zu zähmen oder sprachlos zu machen. Sie scheint - mit Gottes Hilfe - noch einige andere Pärchen zusammenbringen zu wollen. Inwieweit der neue Prediger vielleicht für Opal selbst geeignet ist, bleibt abzuwarten. Man muss auf jeden Fall schmunzeln, wenn Opal in der Kirche überlegt, wer als nächstes dran sein könnte und die Autorin hat schon die eine oder andere Figur eingeführt, die es verdient hat, verkuppelt zu werden.

Madison schafft es mit ihrer kindlichen Naivität Kendra und Hutch zusammen zu bringen. Dabei fallen einige Formulierungen, die einfach zuckersüß sind. 

Trotz Kleinstadtcharme ist dieses Buch brandaktuell. So muss sich Hutch doch einem sogenannten "shitstorm" im Internet aussetzen lassen, als er seine allseits beliebte Braut vor dem Altar stehen lässt. Ja auch das Internet hält Einzug in die staubige Prärie.

Kendra und Hutch stehen zwar bereits von Anfang an als "Paarung" fest, doch das Augenmerk ist in diesem Buch der Weg zum Glück. Denn beide haben so viele Probleme und Verpflichtungen, dass das gemeinsame Glück gefährdet scheint. Während dies in einigen Rezensionen kritisiert/bemängelt wird, fand ich dies realistisch. Denn beide sind keine 20 mehr und haben sowohl positive als auch negative Erfahrungen gemacht. Ihre eigenen Familiengeschichten bzw. -probleme haben sie geprägt. Es läuft halt auch in Liebesromanen nicht alles glatt.

Daumen hoch für den gelungenen Mix aus Cowboyschweiss, Mädchentränen und ganz viel Liebe: 10 von 10 Punkte.



Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2013
Seiten: 364
ISBN: 978-3862788019


Donnerstag, 20. Februar 2014

Rezension // Juli D. Finn - Leben und Liebe von SINA

Sechs Kurzgeschichten rund um das erste Mal, die erste Liebe und die Sehnsucht nach mehr. Ob beim Lapdance, beim Zelten am See oder im Internat. Die Liebe lauert überall und ist nicht vorhersehbar. Schon gar nicht, wenn sie auf dem Nachbargrundstück lauert oder in der eigenen Familie zu finden sind. 

Die Kurzgeschichten der Autorin sind vor allem eins: kurzweilig.

Mit unzähligen Klischees bestückt erwarten einem gefühlvolle Geschichten rund um das Thema homosexuelle Liebe. Dabei geht es aber nicht vordergründig um die sexuelle Ebene, sondern um die Gefühle oder das Coming-Out selbst.

Bei den Geschichten merkt man deutlich, dass es der Autorin um Alltagsdinge geht. Die Liebe ist nicht vorprogrammierbar und wächst einfach überall, selbst auf dem sandigsten Boden trägt sie Früchte und kommt in den besten Familien vor.

Die Protagonisten gehen mit ihren Gefühlen sehr behutsam um, schämen sich (fast) nicht, sie offen zu zeigen und wenn sie sie verbergen, dann eher, um andere zu schützen und ihnen nicht weh zu tun.

Aber auch Freundschaft wird groß geschrieben bei der Autorin. Denn was wären die Coming Outs ohne Freunde, die hinter einem stehen und einem nicht hängen lassen.

Der einfache Schreibstil der Autorin trägt auch noch dazu bei, dass man mit Leichtigkeit durch die Geschichten fliegt und auch Verständnis für die Probleme und Sehnsüchte der meist jugendlichen Protagonisten aufbringt.

Es hat Spaß gemacht, diese kurzweilige Lektüre zu lesen und ich werde mir die Autorin für die Zukunft merken.

Fazit:
Kurzweilige, erotische Lektüre mit Schwerpunkt auf Gefühl.

Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2014
Printseiten: 144
Format: ebook
ASIN: B00H6EWD9Y

Rezension // Chris P. Rolls - LionsRoar (Irgendwie) von SINA

Alex Welt besteht aus Eroberungen, Inszenierungen und Perfektion. Als er eines Abends auf Markus trifft, weiß er gleich, dass er Markus erobern will. Doch Markus ist – genau wie Alex – ein Jäger. Beide wollen dominieren. Und so entsteht ein Spiel um Kontrolle und Macht – doch diese kann Alex nicht lange halten, denn seine Gefühle für Markus werden zu intensiv. Wer gibt wohl als erstes nach?

Vielen wird die Story bekannt vorkommen, wurde sie schon einmal erzählt und zwar aus Sicht von Markus in der Geschichte Irgendwie Top.
Diesmal erzählt die Autorin die Story aus Alex Sicht und dies merkt man auch deutlich am Schreibstil.

Alex ist ein Perfektionist und Kontrollfreak. Diese Kontrolle verliert er jedoch, als er auf Markus trifft. Die Faszination, die Alex für Markus empfindet, ist von Anfang an spürbar und es war sehr interessant, alles aus Alex Sicht zu erfahren.
Da ich Irgendwie Top ja schon gelesen habe, war mir die Geschichte nicht neu, trotzdem habe ich einige neue Facetten an Alex und auch an Markus kennengelernt.

Da die erotischen Szenen diesmal aus Alex Sicht geschildert werden, kommen neue Komponente ins Spiel. Ich habe teilweise nochmals Szenen, die in Lions Roar geschildert werden parallel in Irgendwie Top nachgelesen und so ergab sich letztendlich ein stimmiges Bild.

Wie schon in Irgendwie Top waren die Sexszenen auch hier sehr stark ausgeprägt, Sex ist das Hauptziel der beiden und so wird dies auch oft und intensiv ausgeübt.

Die Gefühle sind zwar von Anfang an vorhanden, werden jedoch erst später das Hauptthema und so ist man am Anfang vielleicht erst mal erschlagen ob der vielen erotischen Spielchen.

Trotzdem ist es der Autorin gelungen, die beiden Geschichten Irgendwie Top und Lions Roar zu einem Ganzen werden zu lassen und durch die nun verschiedenen Sichtweisen wird vieles verständlicher.
Insoweit rate ich an, wirklich beide Storys zu lesen, da sie sich ideal ergänzen.

Fazit:

Markus und Alex Story aus Alex Sicht. Eine gelungene Umsetzung.

9 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2013
Format: ebook
Printseiten: 549
ISBN: 978-1494347796

Mittwoch, 19. Februar 2014

Rezension // Gavin Extence - Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat von SINA

Alex Woods hat es nicht leicht. Er lernt gerne, liest Bücher und hat eine Mutter, die Karten legt und sich für hellseherisch begabt hält. Sport ist nicht sein Ding und er denkt lieber über das Leben und seinen Sinn nach.
Eines Tages wacht er im Krankenhaus auf. Ihm fehlen zwei Wochen seines Lebens, in denen er im Koma lag. Und nur wegen eines kleinen Meteroiten, der ihm auf den Kopf gefallen ist.
Doch ab diesem Zeitpunkt ändert sich vieles für Alex. Er hat mit epileptischem Anfällen zu kämpfen, mit einer gluckenden Mutter und Mitschülern, die ihn für „komisch“ halten.
Erst als er Mr. Peterson kennenlernt, ändert sich einiges für Alex. So ungleich beide sind, werden sie doch Freunde und als Alex sich entscheidet, seinem Freund in der schwierigsten Phase seines Lebens zu helfen, weiß Alex instinktiv, dass er richtig handelt.

Schon allein der Einband lässt einem wissen, dass man dieses Buch lieben wird. Genauso ging es mir, als ich es das erste Mal in Händen hielt. Der Titel sagt auch einiges aus und so konnte ich nicht anders, als mich gleich in das Buch zu vertiefen.

Mit einem sehr ruhigen und teilweise recht einfachen Schreibstil stellt uns der Autor Alex Woods vor, einen zehnjährigen Jungen, der nicht in das Allgemeinbild vieler Menschen passt. Alex ist wissbegierig, lernfreudig, zeitweise naiv und einfältig und mag nicht in eine Schublade mit anderen gesteckt werden.
Diese „Andersartigkeit“ zusammen mit seine Epilepsi machen ihn zum Außenseiter. So hat er viel Zeit, sich Gedanken zu machen und diese auch zu ergründen.

Gerade dieser ruhige Schreibstil des Autors hat mich gefangen genommen. So erwischte ich mich dabei, dass ich mich in Alex hineinversetzen konnte, mir ebenfalls Gedanken macht, warum manches so ist, wie es ist. Alex hat mich mit seinem Gedankengängen teilweise sehr zum Grübeln gebracht.

Aber auch Mr. Peterson, ein alter Mann, der im Vietnamkrieg verletzt wurde und nun mit Krücken zurecht kommen muss, ist mir sehr ans Herz gewachsen. Mr. Peterson hat eine kauzige Art, die gleichzeitig als liebenswürdig erachtet werden könnte. Er kann Gefühle nur schwer ausdrücken und versteckt sich hinter Metaphern, Lehrvorträgen und seinem geliebten Marihuana, dass er selbst anbaut.

Das Buch ist traurig und wunderschön zugleich. Die Thematik ist schwer, die Umsetzung jedoch so leicht und sanft, dass man ewig hätte weiterlesen können. Am Ende konnte ich mich nur schwer von Alex trennen. Ich hoffe, dass er seinen Weg weitergeht und sich nicht unterkriegen lässt.

Die berührende Geschichte wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben, zeigt sie doch, dass Freundschaft und Liebe zwei wichtige Dinge im Leben sind, die keinem Menschen verschlossen sein sollten.

Fazit:
Alex Woods gegen das Universum.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Limes
erschienen: 2014
Printseiten: 479
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-8090-2633-4


Freitag, 14. Februar 2014

Rezension // Nina Weger - Die sagenhafte Saubande: Kommando Känguru (01) von SINA


Matheo hat eine einzigartige Gabe: er kann mit Tieren sprechen. Nur blöd, dass seine Eltern beide gegen Tierhaare allergisch sind und Matheo so kaum mit Tieren in Kontakt kommt. Nur mit der Katze von Tante Ulla hatte er es bisher zu tun, doch diese ist alles andere als ein Muster von Liebenswertigkeit. Leider halten viele Matheo für einen Außenseiter und so hat er keine Freunde. Bis er eines Tages auf die beiden Pudel Toffy und Nero trifft. Sie freunden sich gleich an und Matheo merkt, dass nicht alle Tiere sind wie Tante Ullas blöder Kater. Als im Safaripark das Känguru Alice Springs verschwindet, machen sich Matheo, Toffy und Nero auf Spurensuche. Kurz darauf lernt Matheo Polly kennen, die sich dem Trio anschließt. Zusammen erleben sie ein Abenteuer rund um Entführung und Erpressung – und lernen, was richtige Freundschaft bedeutet.

Der Klappentext des Buches liest sich wunderbar, erwartet man doch eine zauberhafte Geschichte rund um Tiere und zwei  junge Menschen, die sich letztendlich zusammenraufen und gute Freunde werden. Genau diese Geschichte wird einem dann geboten, doch hat mich einiges auch abgeschreckt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und es macht auch Freude, der Geschichte zu folgen, wenn man nicht das empfohlene Alter (ab 8 Jahren) für das Buch hat. Bis man dann auf ein paar Dinge stößt, die mich doch skeptisch gemacht haben, ob ich das Buch in diesem Alter meinem Kind zu lesen geben würde.

Im Vorfeld möchte ich klarstellen, dass ich nichts gegen Homosexualität habe, aber die Autorin stellt die Beziehung der beiden Pudelrüden Toffy und Nero dann doch so dar, als wären diese beiden ein Paar. Kleine Andeutungen und Gesten verstärken diesen Eindruck und so stelle ich mir vor, dass doch gewisse Fragen bei Kindern auftauchen werden. Und dies gerade anhand Hunden erklären zu müssen, finde ich dann doch nicht passend.

Weiter ist die Thematik, also die Entführung des Kängurus zu Anfang nicht deutlich. Denn erst wird davon ausgegangen, dass die Känguru-Dame Alice ausgebüxt ist. Und zwar aus Liebeskummer, weil ihr Mann Axel Springs sie angeblich mit einer anderen Känguru-Dame betrogen hat. Nun gehen die Kängurus im Gehege davon aus, dass sich Alice quasi vor den nächsten Zug schmeißt, sprich sie selbstmordgefährdet sei.
Auch diese Thematik hat in einem Kinderbuch, dass sich nicht ausdrücklich mit diesem Thema beschäftigt, nichts zu suchen.

Dritter Knackpunkt ist die Ausdrucksweise der 9jährigen Polly, die mit Kraftausdrücken um sich wirft. Dies stört keinen, obwohl sie manchmal einen „scharfen Blick“ zugeworfen bekommt, wenn ihr wieder etwas über die Lippen kommt, dass für Kinderohren nur im Notfall geeignet ist.

Für mich als erwachsene Leserin waren diese Punkte schon sehr heftig. Gehe ich allerdings nicht mit „Kinderaugen“ an dieses Buch heran, erwartet einem eine spannende Geschichte rund um einen Entführungsfall mit Hauptcharakteren, die nicht nur menschlich sind.

Es ist schon witzig, wie sich zwei 9jährige Menschen, ein Suchschwein, zwei Pudel und ein Rabe zusammenraufen, um letztendlich ein Känguru und noch einiges mehr zu retten.

Fazit:

Die Idee ist witzig, die Umsetzung teilweise gelungen. 

Ich vergebe 5 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger
erschienen: 2014
Format: Hardcover
Printseiten: 222
ISBN: 978-3-7891-5130-9

Rezension // Ute Krause - Minus Drei wünscht sich ein Haustier von SINA


Minus Drei ist ein Dinosaurier, der sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Haustier zu haben. Dabei würde ihm sogar ein kleiner Tyrannosaurus Rex schon reichen. Seine Eltern denken aber, dass er keine Verantwortung für ein Tier übernehmen kann. Minus möchte jedoch beweise, dass er alt genug ist und denkt sich einen Plan aus. Er macht Werbung für eine Haustierbetreuung und schon bekommt er seinen ersten Auftrag. Doch schon bald weiß Minus, ein Haustier zu haben ist gar nicht so einfach.



Das Buch ist wirklich wunderschön gestaltet. Die Zeichnungen sind zauberhaft und sehr kindgerecht. Die Dinosaurier sind sehr menschlich gestaltet und die „Haustiere“ - in diesem Fall ein Tyrannosaurus Rex, ein Triceratops und ein Stegosaurus – werden als verspielt dargestellt. Fast so wie Hunde oder Katzen.



Die Geschichte wird in kindgerechten Worten erzählt. Auf jeder Doppelseite sind ca. 2 bis 8 Sätze. Das Buch ist relativ schnell (vor)gelesen. Ich hätte mir etwas mehr Text gewünscht.

Meinem Sohn hat das Buch sehr gut gefallen. Vor allem die Zeichnungen fand er toll.

Wenn er sich das Buch selbst anschaut, kann er anhand der Zeichnungen nun selbst nachvollziehen, worum es in der Geschichte geht. Ich denke aber, dass ich ihm die Geschichte noch mehrmals vorlesen darf.



Die Zeichnungen wurden von der Autorin selbst vorgenommen. Aufgrund dessen ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.

Ich würde sagen, dass das Buch – aufgrund des Verständnisses – für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist.



Ob allerdings die zu Botschaft – dass man sich um sein Haustier kümmern muss – vermittelt werden kann, ist für mich fraglich. Trotzdem bleibt garantiert ein bisschen was bei den Kindern hängen.



Fazit:
Eine süße Geschichte um einen niedlichen Dinosaurier, der sich ein Haustier wünscht.

Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: cbj
erschienen: Februar 2014
Printseiten: 80
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-15892-0

Rezension // Cristin Terrill - Zeitsplitter: Die Jägerin (01) von SINA


Marina wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich mit James zusammen zu sein. Und er scheint endlich ihre Gefühle zu erwidern. Und da ist noch Finn, den sie unausstehlich findet, der aber leider James bester freund ist.
Em wünscht sich nichts sehnlicher, als James zu töten. Und dafür reist sie in der Zeit zurück. Zusammen mit Finn, den sie über alles liebt.
Marina und Em sind jedoch die selben Personen. Es trennen sie jedoch vier Jahre. Nur was genau ist passiert?

Allein der Klappentext macht unheimliche Lust auf dieses Buch, verspricht es doch eine rasante Geschichte mit der Aussicht auf Verwirrungen, Spannung und einer typischen Liebesgeschichte unter Jugendlichen, gepaart mit Science-fiction-Elementen.

Und dieses Versprechen wird auch eingehalten. Ist man am Anfang wirklich sehr verwirrt, wird häppchenweise aufgelöst, was genau geschehen ist. Marina und Finn sind sehr sympathische Figuren, die durch Freundschaft und Liebe in eine Situation hineinschlittern, die nichts anderes zulässt, als den besten Freund zu töten.

Die Autorin erzählt mit einem spannenden Schreibstil die Geschichte von Marina. Dabei wird kapitelweise (teilweise sogar absatzweise) zwischen Marina und der zukünftigen Em abgewechselt und aus deren Sicht erzählt.
Ich dachte erst, dass mich diese Vorgehensweise bestimmt verwirren wird, doch fand ich mich erstaunlich schnell mit der Situation zurecht.

Verwirrend waren nur die kleine Häppchen, die einem zugeworfen wurde. So stellte man sich immer wieder Dinge vor, die dann letztendlich von der Autorin über den Haufen geworfen wurden und sich ein ganz anderes Bild ergab. Dies hat mir sehr gut gefallen.

Diese „Verwirrtaktik“ ist der Autorin sehr gut gelungen. Die Spannung blieb aufrecht und zog sich dadurch wie ein roter Faden durch das Buch.

Das Ende dagegen war wirklich verwirrend und ich musste mich nochmals intensiver damit auseinandersetzen. Letztendlich hatte ich es jedoch verstanden, bin aber auch gespannt, ob die Autorin einen zweiten Teil in Erwägung zieht. Leider konnte ich dazu nichts genaues finden, aber es wird öfters im Internet erwähnt, dass es sich bei dem Band um den ersten Teil handelt.

Teilweise geht es in dem Buch auch sehr emotional zu. Marina bzw. Em sind in einem Zwiespalt gefangen, den sie nur mit Vernunft niederlegen könnten. Doch die Emotionen schaukeln sich teilweise sehr hoch. Man kann Marina bzw. Em sehr gut verstehen und wünscht sich nur, dass sie endlich glücklich wird.

Fazit:

Spannend, emotional und vor allem: mal was anderes.

10 von 10 Punkten für den tollen Auftakt.

Verlag: Boje
erschienen: 14.02.2014
Format: Hardcover
Printseiten: 332
ISBN:  978-3-414-82390-8

Donnerstag, 13. Februar 2014

Rezension // George R.R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer: Die Königin der Drachen (06) von SINA


Die Intrigen steigern sich immer mehr, der Kampf um den Eisernen Thron spitzt sich weiter zu. Mord und Verrat stehen an erster Stelle. Dies spüren vor allem Robb, der König des Nordens und Joffrey Baratheon, der König über die Sieben Königslande. Sie verlassen sich auf ihre Getreuen und müssen doch immer wieder Niederlagen einstecken.
Stannis Baratheon, der sich der rechtmäßige König nennt, wird beeinflusst durch Melissandre, die Rote Priesterin. Sie weiß mehr, als man glaubt.
Und Daenerys Targaryens Armee wird größer und sie nähert sich ihrem Ziel, Westeros zu erobern.

Der sechste Band der Reihe Das Lied von Eis und Feuer hält einige Wendungen parat. Mehr als einmal habe ich regelrecht die Hand vor den Mund geschlagen, weil mir dieser vor Staunen offen stand. Der Autor schafft es, meine Emotionen Achterbahn fahren zu lassen.

Der Tod ist vorrangig in diesem Teil. Schon öfter habe ich gelesen, dass man sich nicht zu sehr an die Figuren aus den Büchern gewöhnen soll. Doch genau dies ist mir passiert und so vermisse ich Charaktere, von denen ich doch gerne noch mehr gelesen hätte.

Allerdings wird man am Ende dann doch wieder dermaßen überrascht, dass einem fast nichts anderes übrig bleibt, als nach Band 7 zu greifen – was ich auch garantiert in den nächsten Tagen tun werde.

Und wieder frage ich mich: Woher nimmt der Autor die Idee? Wie behält er die Übersicht? Warum kann er manchmal so grausam sein? Warum nimmt er mir geliebte Charaktere und lässt die gehassten sich immer weiter ausbreiten und mehr Macht erhalten?

Aber das macht den Reiz aus. Wer schafft es, sich letztendlich durchzuschlagen und am Ende als Sieger aus der ganzen Sache herauszugehen? Wie wird es dem Autor gelingen, einem weiter zu fesseln?

Für mich ist die Reihe ein Muss geworden und so kann ich nur abermals wiederholen, dass die Reihe einfach nur lesenswert ist.

Zu den einzelnen Charakteren kann ich mittlerweile nicht mehr viel sagen, ohne zu viel zu verraten. Die Handlung ist nach Band 6 so komplex, dass es nicht empfehlenswert ist, mittendrin einzusteigen. Man muss von vorne anfangen, da der Autor nur wenig wiederholt und wenn, dann nur gleichsam unbedeutende Dinge.

Normalerweise gibt es bei Reihen immer Bände, die schwächer oder stärker sind als ihre Vorgänger. Bis jetzt kann ich nur sagen, dass die Reihe gleichbleibend genial, emotional und spannend ist.

Fazit:
Das Lied von Eis und Feuer wird mir ewig im Gedächtnis bleiben.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2010
Printseiten: 882
Format: ebook
ISBN:  978-3-641-04719-1

Montag, 10. Februar 2014

Rezension // Kathryn Taylor - Colours of Love: Verloren von SONJA


Sophie ist auf Geschäftsreise in Rom. Sie muss Bilder für eine Auktion zusammenstellen und katalogisieren. Dabei trifft sie auf den äußerst smarten Kunstprofessor Matteo, der ihr nicht nur Steine in den Weg legt.

Als ich den 3. Teil der Reihe begann, war ich verwirrt: Sophie? Wer ist das denn? Irgendwie war ich aufgrund der Vermarktung in den Buchhandlungen von einer Trilogie ausgegangen. Doch dies ist nicht der Fall. Es wird mit einer neuen Paarung (Sophie und Matteo) weitergemacht.

(Bei der Mitte des Buches wird klar, das Sophie eine Freundin von Sarah ist, die die Schwester von Jonathan aus Buch 1 und 2 ist. Alles klar!? Ein kleiner Ausblick auf das lieb gewonne Pärchen wird vorgenommen. Ansonsten ist das Buch unabhängig und losgelöst von den Vorbänden.)

Die Kulisse Roms, das italienische Essen und die Beschreibung der Kunst verbreiten von Anfang an eine gewisse Urlaubsatmosphäre. Um so deutlicher wird Sofies Zwiespalt; konnte sie sich bislang nicht gehen lassen, da die familiären Verpflichtungen dies von ihr verlangten, fordert sie Matteo mit seinem italienischen, impulsiven Gehabe heraus. Er ist ein fordernder Genussmensch, der bei Sofie ungeahnte Bedürfnisse weckt. Denn zu Haus erwartet sie lediglich der krasse langweilige Gegensatz: ihr bislang platonische, biedere, englische Freund Nigel.

Die Malerei dient hier auf besondere Art und Weise dazu, die Erotik gefühlvoll hervorzuheben. Doch Matteo und auch Sophie haben schwere Zeiten hinter sich, die sie möglicherweise scheitern lassen. Der Schreibstil, die Haupt- und auch Nebencharaktere haben mir sehr gut gefallen. (Wer möchte nicht mit einer italienischen Großfamilie zusammen essen und Spaß haben.)

Das Buch endet - natürlich- mit einem Cliffhanger. Dennoch 10 von 10 Punkten!


Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2014
Seiten: 336
ISBN: 978-3404169603

Rezension // Marissa Meyer - Die Luna-Chroniken: Wie Monde so silbern von SONJA


In einer fernen (?) Zukunft lebt der Cyborg Cinder bei ihrer Stiefmutter und ihren Töchtern. Sie arbeitet als Mechanikerin, um ihren Lebensunterhalt und den ihrer Stieffamilie aufrecht erhalten zu können. Eines Tages steht vor dem Stand auf dem Markt Prinz Kai und bittet sie, seinen wichtigen Lehrandroiden zu reparieren. Als sich die Königin von Luna zu einem Staatsbesuch ankündigt und Cinder die Wichtigkeit des Lehrandroiden herausfindet, wagt sie sich auf den Ball, doch verliert sie hier nur ihren Schuh!?

Der erste Teil der Luna Chroniken ist eine geniale Idee mit einer grandiosen Umsetzung. 

Anfänglich war ich ein bisschen irritiert, dass die Geschichte um Aschenputtel/Cinderella ins futuristische China mit einem Cyborg namens Cinder verlegt wurde. Doch dies legte sich rasch. 

Die Zukunft Neu-Pekings ist sowohl dystopisch als auch märchenhaft und gesellschaftskritisch. Denn der medizinische Fortschritt - bei Erkrankungen und Verletzungen zu mechanischen Teilen zu greifen - wird hier als negativ angesehen. Cinder leidet sehr darunter, obwohl sie daran nichts ändern kann. Denn Drähte sind schließlich nicht ansteckend.

Dennoch beißt sie sich durchs Leben und hat eine gute Freundin in der vorlauten Androidin Iko gefunden. Die Dialoge dieser beiden sind einfach zum Schmunzeln.

In Neu-Peking herrscht hinzukommend noch "die blaue Pest" die zu Diskriminierung und Angst in der Bevölkerung führt und auch die diplomatischen Verwicklungen von Prinz Kai verschärft. Dieser Aspekt hat mich doch sehr an das Buch "Die Pest" von Albert Camus erinnert: Denn wann endet die Barmherzigkeit/Menschlichkeit bei einer wütenden tödlichen Krankheit? Wann ist die Staatsführung nicht mehr handlungsfähig?

Besonders ist an der Geschichte auch, dass so viele Analogien vorgenommen werden, so springt beim Androiden vor Aufregung die Lüftung an, während die menschliche Stiefschwester nach Luft schnappt, Was aus Kutsche und Pantoffel geworden ist, verrate ich aber an dieser Stelle nicht.

Auch der kaiserliche Arzt scheint die mechanischen medizinischen Fortschritte nicht zu bevorzugen, er nestelt lieber an seiner Brille. Er wirkt damit wie ein väterlicher Typ, den Cinder gut gebrauchen kann. 

Zur Handlung möchte ich nicht mehr verraten, denn das Buch lebt von Dreh- und Angelpunkten, politischen Machtspielen und wahren Identitäten und hat eine extreme Spannungskurve. Ich konnte es kaum aus der Hand legen. 
Es ist unterteilt in mehrere Bücher, die kleine Zitate aus dem Märchen enthalten.

Ich freue mich bereits auf die Folgebände, da mir der Schreibstil sehr gut gefallen hat und es wirkliche einmal etwas Neues auf dem Buchmarkt ist.

Das Märchen wurde hier nicht abgekupfert, sondern versilbert ;) 10 von 10 Punkte.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2013
Seiten: 416
ISBN: 978-3551582867


© Sonja Kochmann




Rezension // Kathryn Taylor - Colours of Love: Entblöst von SONJA


Grace, naiv und unschuldig (!?), Jonathan, adelig, machthungrig und gefühlskalt (!?) wie geht die erotische Geschichte nach dem erste Band weiter....

Der 2. Teil der Reihe Colours of Love setzt in der ganz bösen Cliffhanger-Szene des 1. Teils "Entfesselt" an. Daher empfehle ich zum Verständnis der Entwicklung der Gefühlswelten der Protagonisten und der Personen zueinander unbedingt die Reihenfolge einzuhalten.

Während es im 1. Teil Richtung um Dominanz, Orgie etc. ging, geht es hier vielmehr, um die Ordnung der Gefühlswelten und das Erlangen eines "Wir-Gefühls". Denn Jonathan ist der klassische Einzelgänger, der lernen muss, was Grace ihm bedeutet und was ein gemeinsamer Alltag für Änderungen hervorruft.

Dieser Wechsel oder besser ausgedrückt, diese Weiterentwicklung der Personen ist der Autorin hervorragend gelungen. Die Situationen, in denen die Personen auf die Probe gestellt werden, wie zum Beispiel der Empfang auf dem Gut des Vaters, die Konfrontation mit dem japanischen Geschäftspartner und die Liebe zur Schwester sind glaubwürdig und stimmig.

Die Problematik, dass englische Etikette auf dominate japanische Kultur trifft oder das Jonathan ein Trauma durch den Tod der Mutter erlitten hat, gibt dem Ganzen die nötige Würze, um sich von anderen erotischen Romanen abzuheben, die derzeit in Massen veröffentlicht werden. 10 von 10 Punkten.


Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2013
Seiten: 320
ISBN: 978-3404168651

© Sonja Kochmann

Rezension // Sarah Addison Allen - Das Wunder des Pfirsichgartens von SONJA



INHALT:
In einem kleinen Örtchen in North Carolina steht ein besonderes Ereignis an. Die Gründung des Damenclubs jährt sich und die Enkelinnen der Gründerinnen, Paxton und Willa, stoßen ungewollt auf ein Geheimnis, das eine Reihe von Ereignissen auslöst. Oder gibt es magische Hilfe?

FAZIT:
Ich gebe zu, dass ich ohne das Cover vermutlich nicht zugegriffen hätte, denn derzeit gibt es einige Bücher, die sich um die Entdeckung von Familiengeheimnissen drehen. Aber dieses grüne orange Cover mit den schönen Pfirsichen darauf - zu dieser kalten grauen Jahreszeit - musste dann doch sein.

Der Aspekt der Magie, Geister, Ahnen etc. war mir am Anfang des Buches etwas suspekt. Denn die Geschichte des Damenclubs und des Pfirsichbaumes mit seinem verborgenen Geheimnisses hätte meiner Meinung nach die Geschichte allein getragen.

Die Magie lässt die Enkelinnen Paxton und Willa an die alten Geschichten der Großmütter denken und irritiert den Leser doch in so mancher Szene. In einigen anderen Szenen fand ich sie doch wiederum passend. Denn alte Fotokisten und Erinnerungsstücke, die älter als 50 Jahre alt sind, haben doch etwas Magisches und sind die Wurzel der eigenen Vergangenheit.

Der Kleinstadtcharme wird hier gepaart mit der Problematik, dass jeder jeden kennt und seine vorgefertigte Meinung hat, so dass die Heldinnen Paxton und Willa in ihre Rollen hinein gewachsen sind und fast nicht mehr hinauskommen. Doch das Familiengeheimnis schweißt die beiden auf wundersame und doch glaubwürdige Art und Weise zusammen und gibt beiden die Möglichkeit, einen neuen Lebensabschnitt  zu beginnen.

Die eingebaute Kaffeewissenschaft von Willas Mitarbeiterin fand ich zum Schmunzeln, obwohl ich bei diesem Buch tatsächlich einen heißen Pfirsichtee getrunken habe: 7 von 10 Punkten.

Verlag: Goldmann
erschienen: 2014
Seiten: 288
ISBN: 978-3442479511


© Sonja Kochmann



Samstag, 1. Februar 2014

Rezension // Nora Roberts - Die letzte Zeugin von SONJA


Irgendwo in einer Kleinstadt im Süden der USA hat sich Abigail in einem kleinen abgeschiedenen Haus verkrochen. Von Kameras, Schlössern, Schusswaffen und einem riesigen Kampfhund beschützt, versucht sie ein Verbrechen zu vergessen, das sie mit ansehen musste. Doch der hiesige Polizeichief Brooks fühlt sich von der geheimnisvollen Fremden angezogen.

Das Buch ist ein Romantic Thriller der ersten Klasse. Hier hat sich die Autorin sogar selbst übertroffen.

Abigails Bedrohung wird bereits als Einleitung auf den ersten ca. 100 Seiten geschildert, so dass der Leser weiß, warum Abigail Angst um ihr Leben hat. Diese Angst zieht sich durch das ganze Buch und lässt einen regelrecht mitfiebern. Hier müssen die Protagonisten einige Schachzüge durchstehen, um an ihr Ziel - dem Happy End - zu gelangen.

Die Charaktere sind hervorragend gelungen. Abigail versucht sich als überdurchschnittliche Intelligenzbestie durch Logik und Berechnung dem Charme von Brooks zu entziehen. Doch der wurde von einer Hippiemutter groß gezogen und herauskommen geniale und unberechenbare Dialoge: Abigail ist der klassische Nerd, der versucht in umgangssprachlichen Redewendungen den Sinn auf sachlicher Ebene zu ermitteln. Dies führt zu einigen Lachern bei Abigail und Brooks und auch bei mir, die ich in dieser Form in noch keinem Buch hatte. 

Abigails Herz schmilzt langsam dahin.Sie fängt an, Brooks zu vertrauen und beide gehen an, das Verbrechen und die Bedrohung zu lösen, um eine gemeinsame Zukunft zu haben. Dies kann ich an dieser Stelle auch ruhigen Gewissens verraten, da dies das klassische Muster eines Romantic Thrillers ist. Der Weg dahin, der durch  kleine machthungrige Kleinstadtganoven, fiese Nachbarn, Mafia, und Co. erschwert wird, ist besonders und den verrate ich natürlich nicht.

Die Nebencharakter wie zum Beispiel Brooks Mutter, seine Schwestern und natürlich den Hund Bert schließt man nebenbei ins Herz.

10 von 10 Punkte und diese 576 Seiten vergingen leider viel zu schnell.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2013
Seiten: 576
ISBN: 978-3764504694



© Sonja Kochmann

Rezension // Carly Phillips - Vorsicht, Herzalam! von SONJA


Julia arbeitet als Sozialarbeiterin in einem Krankenhaus. Dort betreut sie eine Familie. Um ein Kind glücklich zu machen, nimmt sie Kontakt mit den Baseballstar Kyle auf. Die Begegnung lässt jedoch nicht nur das Kinderherz höher schlagen, denn Kyle ist ihre Jugendliebe und das Wiedersehen reißt alte Wunden und Gefühle auf.

Für eine Kurzgeschichte, die derzeit als free-ebook erhältlich ist, ist die Handlung ausgesprochen stimmig.

Die Charaktere Julia und Kyle sind sympathisch gelungen und der Leser gönnt den beiden das Glück einfach. Das Zusammenfinden muss bei ca. 100 Seiten einfach ein bisschen schneller gehen, als im normalen Buchformat, so dass die von Carly Phillips gewohnten erotischen Szenen schlichtweg entfallen. Der Schwerpunkt wird hier auf die Gefühlswelt der Hauptpersonen und auch der Nebenpersonen gelegt. Hier wird auch einmal ein ernstes Thema wie Krebserkrankungen, finanzielle Probleme von Alleinerziehenden und Angehörigentrauer angesprochen. Hut ab dafür.

Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass die Autorin mit den Nebenfiguren (vielleicht zukünftig?) mehr vor hat. Es wäre durchaus wünschenswert.

Der Schreibstil ist leicht und locker und damit vergebe ich 9 von 10 Punkte für dieses kleine Schmankerl für zwischendurch.

Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2013
Seiten: 100
ASIN: B00HLYK6KC




Rezension // Emma Garcia - Liebe auf den ersten Klick von SONJA


Viv Summers wird zum dritten Mal von ihrem Verlobten kurz vor der Hochzeit sitzen gelassen. Obwohl ihr Herz blutet, verpackt sie ihre drei Hochzeitskleider und zieht in eine kleine Wohnung. Während sie ihren Herzschmerz pflegt, ruft sie die Internetseite nevergoogleheartbreak.com ins Leben. Doch leider hält sie sich im echten Leben nicht an die Tipps und Tricks, die dort dem verlassenen Single angepriesen werden. Da ihr Herz weiter für ihren Exverlobten schlägt, übersieht sie beinah ein neues Gefühl für einen alten Freund.

Kritik erst einmal am deutschen Titel, denn dieser passt meiner Meinung nach überhaupt nicht und führt den Buchkäufer in die Irre. Der Originalbuchtitel "never google heartbreak" mag für den deutschen Buchmarkt vielleicht nicht ganz geeignet gewesen sein, aber ein Buchtitel mit Hinweis auf die Internetseite von Viv, wäre passender gewesen. Denn mit dem ersten Klick entscheidet sich für Viv gar nichts, es ist so schleichend, dass sie es fast selbst nicht bemerkt.

Mit Viv bin ich leider im gesamten Buch nicht sonderlich warm geworden. Sie war stetig am jammern, motzen und suhlte sich im Selbstmitleid. Ist so etwas bei Bridget Jones noch lustig, habe ich hier den Scherzmoment wohl verpasst. Ein paar lustige Szenen gab es zwar, aber ohne Sympathiefaktor fehlte leider der gewisse Charme.

Die Tipps und Tricks der Ratgeberinternetseite werden als Kapiteleinleitungen in Form von Kommentaren, Listen und Blogeinträgen in die Handlung eingeflochten. Der direkte Bezug fehlte teilweise, so dass erst im letzten Drittel deutlich wird, worauf die Autorin hin will. Ab da nimmt die Handlung Fahrt auf.

Dennoch hatte ich bei einigen Handlungssträngen das Gefühl, dass diese einfach im Durcheinander untergingen und nicht weiter in das große Ganze eingefügt wurden.

Nette Idee, die bei der die Umsetzung etwas gehakt hat: 6 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2013
Seiten: 480
ISBN: 978-3442382880


Rezension // Martina André - Das Geheimnis des Templers (03) von SINA

Gero von Breydenbach ist noch fast ein Kind, als sein Vater von einem Kreuzzug nach Hause kommt und schwört, seinen Sohn zu den Templern zu schicken. Gero findet dies erst aufregend, doch hat er nicht damit gerechnet, dass ihn die Liebe daran hindern wird, dem Schwur seines Vaters nachzukommen. Doch ein schwerer Schicksalsschlag führt ihn auf den von seinem Vater gewünschten Weg und für Gero beginnt eine sehr abenteuerliche Zeit, in der er auch merkt, was Freundschaft bedeutet.

Martina André hatte mich mit "Das Rätsel der Templer" und "Die Rückkehr der Templer" schon mit zwei historischen Romanen fasziniert, die sich auch mit dem Thema Zeitreise befassen.
Nun legt sie nochmal nach und präsentiert die Vorgeschichte zu den beiden obigen Romanen, in welcher sie Gero's Weg zu den Templern beschreibt.

Gero ist für mich eine sehr faszinierende Persönlichkeit. Er hat das gewisse Etwas, was vielleicht auch etwas an Verliebtheit grenzt.

Die Autorin beschreibt sehr realistisch, wie es sich zur damaligen Zeit zugetragen haben könnte und lässt auch geschickt ein paar kleine Fantasy-Elemente einfließen, die dann auf die Nachfolgeromane schließen lassen. Doch trotzdem bleibt alles sehr glaubwürdig und detailgetreu.

Der Schreibstil ist wunderbar fließend und so fliegt man förmlich durch die Geschichte. Man lacht, man weint, man könnte manche Figuren einfach nur schütteln und versuchen, ihnen auf die Finger zu hauen. Diese realitätsnahe Beschreibung ist für mich sehr wichtig, den so hat mein Kopfkino wunderbar etwas zu tun und ich fühle mich auch in die Geschichte hineinversetzt.

Gero's Weg ist sehr steinig. Er muss mehrere Schicksalsschläge hinnehmen, bevor er sich ein wenig Ruhe gönnen darf. Doch hat er Freunde, die ihm helfen, darüber hinwegzukommen. Allen voran sein schottischer Freund Struan, dem in dem Buch auch ein besonderes Kapitel gewidmet ist.

Da ich das Buch zusammen mit der Autorin in einer Leserunde lesen durfte (hier nochmals herzlichen Dank an Martina André) habe ich Hintergrundinformationen erhalten, die so normalerweise nicht bekannt wären. Dies macht es natürlich nochmals zu etwas Besonderem. Das Verständnis wird noch intensiver und man kommt natürlich von einer Frage in die andere.

So erfährt man dann auch, dass ein vierter Teil der Templer-Reihe geplant ist, in dem es wieder um Gero und seine Freunde gehen wird. Hierauf freue ich mich natürlich sehr.

Fazit:

Faszinierend, abenteuerlich und sehr viel Gero von Breydenbach. Absolut empfehlenswert.

10 von 10 Punkten.

Verlag: Aufbau
erschienen: 2013
Printseiten: 608
ISBN: 978-3-7466-2993-3