Sonntag, 29. Juni 2014

Rezension // Kerstin Gier - Silber: Das zweite Buch der Träume (Band 02) von SINA

Liv hat ihre Fähigkeit, sich im Schlaf in der Traumwelt aufzuhalten, perfektioniert und genießt jede Minute, die sie mit Henry verbringen kann. Doch in den Korridoren der Traumwelt treiben sich auch dunkle Gestalten herum. Auch Liv's Schwester Mia fängt an, sich während dem Schlafen nicht normal zu verhalten und schlafwandelt durchs Haus. Liv und Henry versuchen, die Ursache dafür zu finden, doch wird es ihnen nicht leicht gemacht. Ihr Verdacht fällt immer wieder auf Anabel, die jedoch mit Medikamenten ruhiggestellt in einer psychiatrischen Klinik behandelt wird. Aber nicht nur die Aktivitäten in der Traumwelt machen Liv zu schaffen. Auch im realen Leben hat sie mit Widrigkeiten zu kämpfen. Vor allem Secrecy sorgt mit ihren Blogbeiträgen für Wirbel, denn Secrecy weiß Dinge, die eigentlich keiner wissen kann. Und auch Henry wird für Liv immer mehr zu einem Rätsel.

War ich noch begeistert vom ersten Teil, hat mich der zweite jetzt etwas ernüchternd zurückgelassen. Die Spannung, die Abenteuer, die Vielfältigkeit in der Traumwelt habe ich jetzt im zweiten Band sehr vermisst.

Einzig der Sarkasmus, der den Geschwistern Liv und Mia wie auf den Leib geschneidert ist, hat mich mehrmals zum Schmunzeln gebracht. Genauso auch die Aktionen, die sich die beiden ausdenken. Auch wenn diese nicht gerade zum Vorteil für ihr gesellschaftliches Ansehen sind.

Auch das Cover ist wieder der Hingucker. Ganz in auffallendem Türkis gehalten, vermittelt es gleich den Eindruck einer Reise in die Fantasiewelt. Die abgebildeten Dinge passen auch wieder hervorragend zu der Geschichte.

Trotzdem hat mich die Geschichte dann doch etwas unausgefüllt zurückgelassen. Ob es daran liegt, dass es sich um den zweiten Teil einer Trilogie handelt und ja noch eine dritte Geschichte kommt, kann ich allerdings nicht sagen. Normalerweise würde ich jetzt nach dem dritten Teil lechzen und mich ärgern, dass ich wieder so schnell mit dem Lesen war und nun ewig auf den Abschluss warten muss. Doch diesmal ist es nicht so. Und das ärgert mich persönlich schon ein bisschen. Nicht, weil die Autorin es nicht geschafft hat, sondern dass ich wieder mit viel zu hohen Erwartungen an ein Buch gegangen bin.

Liv ist – wie auch im ersten Teil – sehr sympathisch, hat immer einen passenden Spruch auf den Lippen und kümmert sich rührend um ihre Schwester. Ihre Beziehung zu Henry ist noch frisch und auch hier bemüht sie sich, diese Beziehung reibungslos zu gestalten. Leider ist hier Henry derjenige, der es nicht recht schafft, die Beziehung am Laufen zu halten. Und ich bin immer noch nicht sicher, was ich von ihm halten soll. Sein Verhalten bietet Platz für Spekulationen, die ich ihm eigentlich gar nicht andichten möchte.

Bei anderen Charakteren wünschte ich mir mehr Aktivität. Und bei denen, denen ich eine zweite Chance eingeräumt hatte, wurde ich dann doch überrascht und meist nicht im positiven Sinne.

Die gute Seele der Geschichte heißt Lottie, der ich nichts sehnlicher wünsche als Glück. Ob dies so kommt, bleibt abzuwarten.

Im dritten Band erwartet uns auf alle Fälle sehr viel. Wie dieses „sehr viel“ dann letztendlich aussieht, bleibt abzuwarten. Ich hoffe jedoch, dass der dritte Teil wieder genauso packend ist, wie Band 01.

Fazit:
Nicht so fulminant, wie der Klappentext einem weismachen will. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Fischer
erschienen: 2014
Printseiten: 416
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-8414-2167-8

s. a. Bibliografie Kerstin Gier

Donnerstag, 26. Juni 2014

Rezension // James Patterson - Witch & Wizard: Verlorene Welt von SINA

Whit und Wisty sind Geschwister und eigentlich völlig normal. Whit wird bald 18 und spielt in der Footballmannschaft und Wisty ist mit ihren 15 Jahren noch das Nesthäkchen der Familie. Bis plötzlich die Türen des Hauses von der Miliz aufgebrochen werden und Whit und Wisty festgenommen werden. Sie werden in ein Gefängnis gebracht, wo die Zustände grauenhaft sind und keiner sagt ihnen, was überhaupt los ist. Bis sie herausfinden, dass sie magische Kräfte haben. Und kurz davor stehen, zu Tode verurteilt zu werden.

Ich kannte James Patterson bisher nur als Kriminalroman-Autor und war erstaunt, zu erfahren, dass er auch Jugendbücher schreibt. Als ich dann über den Auftakt zu der Reihe Witch & Wizard stolperte, war ich gespannt, ob er mich auch mit einem Jugendroman überzeugen könnte.

Leider ist ihm dies nicht gelungen. Das Buch mutet vom Schreibstil her eher wie ein Kinderbuch an, obwohl manche Beschreibungen doch eher in Richtung Jugendbuch gehen. Kurze Sätze sind Pflichtprogramm und mit Erklärungen wird eher hinter dem Berg gehalten.
Viele Fragen sind aufgekommen, deren Antwort wünschenswert gewesen wäre. Auch wenn es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, ist es doch mühsam, sich manches zusammenreimen zu müssen bzw. darauf zu warten, ob diese je beantwortet werden.

Auch die Protagonisten wirken blass und teilweise sogar sehr gefühllos. Einzig sarkastische Äußerungen zeigen, dass ein bisschen (Selbst)Empathie vorhanden ist.

Alles wirkt sehr hastig und unruhig. Es wirkt so, als würde keine Ruhephase vorhanden sein und trotzdem sind die beiden Kids voller Tatendrang und schöpfen aus einer mir unbekannten Quelle Kraft, um die ganzen Abenteuer, die Schlag auf Schlag stattfinden, zu bestehen.

Immer neu auftauchende Figuren machen alles etwas unübersichtlich und ich habe mich manchmal fragen müssen, um wen genau es sich denn nun eigentlich handelt und warum diese Person plötzlich eine Rolle spielt.

Auch wenn die Geschichte an sich ihren Reiz hat, konnte sie mich aufgrund der vielen Kritikpunkte dann doch nicht recht überzeugen. Die Idee fand ich gut, die Umsetzung ist so gemacht, dass Anlaufpunkt eher Kinder bis als ab 12 Jahre sind.

Die „Neue Ordnung“, die Whit und Wisty zu Tode verurteilt, kommt mir vor wie die Inquisition aus dem Mittelalter. Die Kinder werden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt, bekommen keinerlei Erklärung und werden unter widerlichsten Bedingungen im Gefängnis festgehalten.

Mit etwas mehr Hintergrundwissen, einer runderen Abhandlung der Ereignisse und etwas weniger Tempo wäre sicherlich ein spannender Auftakt zu der Witch & Wizard-Reihe dabei herausgekommen.

Fazit:
Schade, ist die Vorstellung einer dystopischen Welt, die mittels Magie gerettet werden könnte, doch sehr reizvoll. Ich vergebe 4 von 10 Punkten.

Verlag: Loewe
erschienen: 2014
Format: Hardcover
Printseiten: 352
ISBN: 978-3-7855-7894-0

Witch + Wizard-Reihe

Dienstag, 24. Juni 2014

Rezension // Matt Haig - Ich und die Menschen von SINA

Der Mathematikprofessor Andrew Martin wandert nackt an der Autobahn entlang. Doch ist er nicht mehr er selbst. Eine hochintelligente außerirdische Form hat von ihm Besitz ergriffen, deren Ziel es ist, Professor Martin auszuschalten, da er eine bahnbrechende Entdeckung gemacht hat. Aber nicht nur der Professor, sondern auch alle, denen er von seiner Entdeckung erzählt hat, sollen eliminiert werden.
Andrew bzw. die außerirdische Intelligenz kann sich Schöneres vorstellen, als diesen Auftrag auszufüllen, weiß er doch, dass alle Menschen hässliche, dumme Lebewesen sind, die nichts anderes im Kopf haben, als ihr Leben mit Nichtigkeiten zu verschwenden.
Doch dann merkt er, dass diese Nichtigkeiten Spaß machen können, allen voran Erdnussbutter mit ganzen Nüssen oder das Streicheln eines Hundes. Und so dumm und hässlich sind diese Menschen gar nicht. Allen voran Isobel...

Gleich von Anfang an ist man in der verwirrenden Gedankenwelt einer außerirdischen Intelligenz gefangen, die selbst versucht, sich in einer Welt zurechtzufinden, die sie bislang nur von Wortkapseln her kennt, die man verschluckt und somit deren ganzes Wissen in sich aufnimmt. Doch irgendwie hat die Wortkapsel nicht alles enthalten, was es Wissenswertes von der Erde gibt. Und dies muss der Außerirdische bzw. der neue Andrew am eigenen nackten Leib erfahren.

Das Buch kommt betont ruhig daher. Gefühle sind am Anfang nur spärlich vorhanden. Doch das Tempo wird angehoben und die außerirdische Lebensform muss sich mit ihrem neuen Leben als Professor Andrew Martin arrangieren und so tun, als wäre alles beim Alten.

Das dies nicht gelingt, ist von vorneherein klar und so kommt es zu vielen Missverständnissen, Fettnäpfchen und vor allem Fragen, Fragen, Fragen.

Ich habe mich irgendwie gleich wohl gefühlt und mich darauf gefreut, den „Lebens“weg des Außerirdischen mitzuverfolgen, auch wenn er eigentlich eine Mission hat, die nicht zu vertreten ist.

Die meist philosophischen Denkweisen haben mich selbst dazu angeregt, über die Spezies Mensch nachzudenken und so bin ich teilweise zu überraschenden Ergebnissen gekommen, die mit denen der Lebensform übereinstimmten.
Ein bisschen schwarzer Humor, Kritik an menschlichen Gewohnheiten und eine gesunde Portion Ironie haben so eine Mischung ergeben, die locker, flockig aufzeigt, was es heißt, ein Mensch zu sein und vor allem, was das Leben lebenswert macht.

Fazit:
Herzlich, lebens- und vor allem lesenswert. Von mir gibt es die volle Punktzahl (10).

Verlag: dtv
erschienen: 2014
Format: Taschenbuch
Printseiten: 351
ISBN: 978-3-423-26014-5

Rezension // Mary Simses - Der Sommer der Blaubeeren von SONJA


Obwohl sie mitten in der Hochzeitsplanung steckt, fährt die New Yorker Anwältin Ellen in das kleine verschlafene Küstenstädtchen Beacon, um dort einen Brief ihrer verstorbenen Großmutter zu überbringen. Schnell muss sie zwischen Blaubeerfeldern, verschrobenen Kleinstadtmenschen und genussvollem Essen feststellen, dass der Brief ihrer Großmutter ein Hinweis auf Träume, Wünsche und der wahre Weg zum Glück ist.

Das Buch packt den Leser mit seinem Kleinstadtcharme von der ersten bis zur letzten Seite. Die beschriebene Atmosphäre und die lustigen und verschrobenen Bewohner Beacons lassen den Leser in die Geschichte eintauchen.

Die Geschichte um Ellens Großmutter zeigt, dass Zukunftspläne manchmal nicht der wahre Weg zum Glück sind und Kompromisse zwar glücklich, aber nicht immer zufrieden machen können.

Die Autorin spielt hier auch mit dem Aspekt, dass Essen Genuss für die Seele ist. (Kleiner Blick nach unten: Ich hab dann auch mal Kuchen gebacken. :)   ) Diese Schilderungen sind zusammen mit Ellens Hobby der Fotografie und der entdeckten Leidenschaft ihrer Oma sehr harmonisch dargestellt und fügen sich stimmig in die Geschichte.

Zu so einer Geschichte gehört natürlich ein Mann! Ein Mann der alles über den Haufen wirft und den bisherigen in einem anderen Licht erscheinen lässt. Das bietet die Geschichte und die Szene in der die beiden Aufeinandertreffen (keine Spoilergefahr!) ist göttlich. Denn diese treffen sich bei einer Hühnerpräsentation, während Hühner und Hähne für den richtigen Hintergrund sorgen, führen die beiden ein echtes Gockelgehabe auf. Köstlich.

Aber nicht nur Ellen erfährt, dass das New Yorker Leben nicht alle Vorzüge eines impulsiven Kleinstadtlebens bietet: In der hiesigen Kneipe machen Ellen und ihre Mutter so richtig einen drauf. Herrlich. Da bleibt kein Auge trocken. Ich hätte gern mit am Tisch gesessen. 10 von 10 Punkten.

(Kleiner Kritikpunkt ausserhalb der Buchbewertung: Der besagte Brief wird in einer anderen Schrift dargestellt. Diese empfand ich persönlich als schlecht lesbar.) 

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Seiten: 416
ISBN: 978-3442382170

Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2014 
© Sonja Kochmann

Ich hab da auch mal gebacken-    :)   

© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

Rezension // Marc Elsberg - Zero: Sie wissen, was du tust von SONJA


Nach einer Verfolgungsjagd durch London stirbt der Schulfreundes ihrer Tochter eines gewaltsamen Todes. Doch warum musste der Junge sterben? Die Journalistin wird auf die Internetplattform Freemee aufmerksam. Diese sammelt und verwertet Daten. Doch scheint es nicht nur bei einer Auswertung zu bleiben. Welche Ziele verfolgt Freemee? Während ihrer Recherche stößt sie auf den Online-Aktivist Zero, der ebenfalls vor dem Datensammler warnt. Doch dieser weiß genau, was Cynthia tut, die dadurch Ziel von Freemee wird.

Nach dem Buch "Blackout" war ich schwer begeistert und musste natürlich dieses Buch unbedingt lesen!

Der gläserne Mensch ist nicht neu. Warnungen über Auswertungen von EC-Karten, GPS, facebook, Kundenkarten etc. sind in den Medien keine Seltenheit. Man ist abgestumpft und schließlich kann man sich ja auch gar nicht wehren...oder? Mit dieser Frage spielt das Buch und verpackt einen spannende Thriller in ein modernes Gewand.

Denn die Menschenjagd ist seit Dr. Kimble, Staatsfeind Nr. 1 und Running Man ein beliebtes Thrillerelement. Die Verpackung bekommt einen aktuellen Touch durch Verweise auf den Fall Snowden und die Analyse von Psyche durch die modernste Informationstechnik.

Die Erläuterungen zu Beginn des Buches über die technischen Begebenheiten fand ich allerdings streckenweise als zu lang geraten, so dass mir der Einstieg in den Thriller doch etwas schwer fiel. Auch gefielen mir hier die Charaktere nicht so sehr. Die Beschreibungen der Personen waren recht farblos, so dass ich anfänglich Probleme hatte, die Namen auseinander zu halten.

Als die Handlung Fahrt auf nahm, wurde der Leser natürlich mit der gewohnten Aktion des Autors überschüttet: Was muss passieren, um aus einem Daumenlutscher einen Draufgänger zu machen? Oder aus einem Gothic eine angehende Jurastudentin?


Wer legt überhaupt in der heutigen Gesellschaft die Werte und Normen fest? Früher waren es die Priester und Lehrer und heute?

Das Buch stimmt nachdenklich und bietet dennoch einen unterhaltsamen Thriller. 
Ich vergebe daher 7 von 10 Punkten, da ich das Buch aufgrund der technischen Längen etwas schwächer fand, als das Erstlingswerk.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Seiten: 480
ISBN: 978-3764504922


© Sonja Kochmann


Rezension // John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter von SONJA

© Sonja Kochmann

Hazel Grace hat Krebs. Sie wird von ihrer Mutter zum Besuch einer Selbsthilfegruppe gezwungen. Dort lernt sie einige interessante Typen kennen. Unter anderem Augustus. Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft aus der Liebe wird.

Das Buch ist schon vor einiger Zeit erschienen, aber völlig an mir vorbeigegangen. Erst als vor Kurzem sich die Vorschau aufs Kinoprogramm und die Werbung im Netz überschlug, fiel mir der doch sympathische Titel auf.

Schließlich läuft im wahren Leben auch nicht alles glatt,oder?! Also las ich mir die Inhaltsangabe durch und dachte gleich: Taschentuchalarm. Ich besorgte mir das Buch und wollte eigentlich nur kurz reinschnuppern, da ich zu diesem Zeitpunkt etwas anderes las, aber ich konnte bereits nach den ersten Sätzen nicht mehr aufhören,zu lesen.

Das Buch ist kein "Krebs-Buch". Es ist ein Buch mit einer Geschichte über Freundschaft, zarte beginnende Liebe, Krankheit und schwarzem Humor, um das Leben zu meistern.

Diese Kombination sorgt für ein Wechselbad der Gefühle beim Lesen: hier muss man Lachen und dreimal trocken Schlucken, um nicht zu Weinen.

Hazel sieht ihre Krankheit als "tumorbedingtes Unwohlsein" an, obwohl ihr Lebensalltag durch ihre Krebsart sehr stark eingeschränkt ist. Am liebsten verkriecht sie sich daheim und liest in ihrem Lieblingsroman oder schaut mit ihren Eltern TV.

Doch diese versuchen, für sie soziale Kontakte aufzubauen. Durch die Selbsthilfegruppe lernt sie Augustus und seinen Freund kennen, die selbst einige Hochs und Tiefs erleben müssen. Die drei bilden eine Einheit, die einen gesunden schwarzen Humor entwickeln, um nicht in eine Lethargie zu verfallen. Da werden Witze über Amputationen und hässliche Kissenbezüge in einem Atemzug gemacht.

Der Lieblingsroman von Hazel bekommt eine besondere Rolle, die ich hier jedoch nicht verraten möchte, doch Literaturfans kommen hier noch zusätzlich auf ihre Kosten; denn was denkt sich ein Autor bei einem offenen Ende? Darf der das?

Schön herausgestellt, fand ich auch die Rolle der Eltern. Wie ergeht es Ihnen? Und wie ist die Perspektive für den Tag danach?

Ein Buch, dass ich in dieser Form noch nie gelesen habe und etwas ganz Besonderes ist. Der Film muss natürlich angeschaut werden. 10 von 10 Punkten.

Verlag: dtv
erschienen: 2012
Seiten: 336
ISBN: 978-3423625838


Rezension // Inka Loreen Minden - Nitro: Warrior Lover von SONJA


Nitro ist ein gefährlicher Warrior. Das wird bei seiner Gefangennahme durch die Rebellen schnell klar. Doch die Rebellin Sonja hat auch schon andere Erfahrungen mit ihm und möchte ihn am Liebsten rehabilitieren. Doch Nitro sieht in ihr nur die Verräterin und sinnt nach Rache.

Die Warrior Jax, Chrome, Ice und Storm (auch in dieser Reihenfolge zu lesen) sind mir ja schon sehr ans Herz gewachsen.

Diese Bonusgeschichte wird bereits am Rande der Geschehnisse um die anderen starken Jungs erwähnt. Denn Nitro wird während des Falls von White City gefangen genommen.

Seine gefährliche und aufbrausende Art als Teil eines Experiments darzustellen, dass auch die Rebellion und den Wiederaufbau von White City gefährden könnte, hat mir gut gefallen und bringt in die Bonus Story noch eine Spur Aktion herein, obwohl man durch die parallel laufenden Handlungsstränge schon ungefähr weiß, was passiert.

Die Heldin Sonja ist Mutter und Rebellin, aber auch Frau. Diese Gewissenskonflikte bringen ordentliches Gefühlschaos mit sich. Da ist ein animalischer Warrior natürlich genau das Richtige für actionreiche und auch erotische Szenen.

Gleichzeitig wird durch den Hintergrund des Experimentes (mehr verrate ich nicht) die Möglichkeit geschaffen, weitere Geschichten zu verfassen. Und da bitte ich doch drum: 10 von 10 Punkten!


Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
erschienen: 2014
Seiten: 200
ISBN: 978-1499119954


Samstag, 21. Juni 2014

Rezension // Madeleine Roux - Sie kommen! Ein Blog vom Ende der Welt von SINA


Allison Hewitt hat sich im Hinterzimmer einer Buchhandlung zusammen mit einigen Überlebenden eingesperrt. Denn draußen lauert das Grauen. Zombies überrennen die Städte und keiner ist mehr sicher. Allison hält über einen Blog Kontakt mit der Außenwelt. Durch eine sichere Internetverbindung, die unverständlicherweise noch besteht, teilt sie allen mit, was sie und ihre Freunde durchmachen. Sie holt sich Kraft aus Kommentaren und versucht, anderen Kraft zu geben. So kann man auf ungewöhnliche Weise ihren Weg ums nackte Überleben verfolgen.

Am Anfang erwartet einem ein Brief, der von einem Professor Michael Stockton an an einen Verlag geschrieben wird, damit diese eine ungewöhnliche Geschichte in ihr Programm mitaufnehmen. Danach folgen die einzelnen Blogbeiträge von Allison nebst den Kommentaren aus aller Welt. Man begleitet Allison quasi fast vom ersten Augenblick der Zombie-Invasion.

Auch wenn man nichts darüber erfährt, wie es denn zu der Invasion gekommen ist und was man dagegen tun könnte, um sie einzudämmen, ist es trotzdem spannend, Allisons Weg zu verfolgen. Mit einer ungewöhnliche Art von Humor versucht sie in ihren Beiträgen die Geschehnisse exakt wiederzugeben und lässt dabei natürlich viel von ihrer Gefühlswelt miteinfließen.
Gerade dieses exakte Beschreiben hat mich dazu gebracht, das Buch in Rekordzeit zu lesen und mich in Allisons Zombie-Welt hineinziehen zu lassen.

Der Schreibstil der Autorin hat dabei natürlich auch geholfen. Der Sarkasmus und teilweise schwarze Humor, die schlagfertigen Dialoge und das Konzentrieren auf das übrig gebliebene Menschliche hat mich schwer begeistert.

Man merkt der Autorin an, dass es ihr mehr um die Gefühle der einzelnen Menschen geht, als um das Gemetzel der Zombies bzw. das Töten derjenigen. Der Schwerpunkt lag dabei natürlich auf Allison und ihrem Versuchen, neben den Zombies ein normales Leben zu führen.

Teilweise erinnerte mich das Buch sehr an die Serie „The Walking Dead“, denn dort ist der Schwerpunkt auch eher auf das Menschliche und die Gefühlswelt angelegt, als auf die Ursache, nämlich die Zombies. Und so konnte ich mir vorstellen, dass es parallel auf einem anderen Teil des Kontinents eine kleine Gruppe gibt, die unter Führung von Rick Grimes ums Überleben kämpfen.

Man darf keine literarische Höchstleistung erwarten, das Buch ist einfach unterhaltend, hält den Spannungsbogen und gibt einen Einblick in zwischenmenschliche Beziehungen. Aber trotzdem hat es ein gewisses Etwas, dass einem am Lesen hält.

Es macht einfach Spaß, dem Handlungsverlauf zu folgen und man kann sich in die Geschichte fallen lassen.

Im Internet habe ich gelesen, dass dies wahrscheinlich der Auftakt zu einer Trilogie ist. Mal sehen, wie es damit weitergeht.

Fazit:
Ein Endzeitszenario, dessen Schwerpunkt darauf liegt, Mensch zu bleiben. Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

Verlag: Egmont Lyx 
erschienen: 2013 
Seiten: 384
Format: Taschenbuch 
ISBN: 978-3802586002

Sonntag, 15. Juni 2014

Rezension // Anne Rice - Interview mit einem Vampir: Claudias Story von SINA

Claudia wird als kleines Mädchen von dem Vampir Lestat ebenfalls in einen Vampir verwandelt. Von nun an ist sie gefangen in ihrem Körper. Ihr Geist entwickelt sich, doch sie bleibt ewig ein kleines Kind – und wird auch so behandelt. Zusammen mit Louis und Lestat verbringt sie ihre Zeit, trinkt Blut und lernt immer mehr aus Büchern. Bis sie sich entschließt, nicht mehr als Kind angesehen zu werden. So macht sich in ihr eine Unzufriedenheit breit, die sie letztendlich dazu treibt, sich gegen Lestat zu wehren und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Das Buch „Interview mit einem Vampir“ ist vielen bekannt. Anne Rice hat mit ihrem Vampir Lestat eine Figur erschaffen, die die Nation spaltet. Er wird geliebt oder gehasst. Auch die Verfilmung mit Tom Cruise, Brad Pitt und Kirsten Dunst ist ein Must-see. Aus allem heraus sticht dann auch die Figur der Claudia, die als junges Kind von Lestat in eine Vampirin verwandelt wird.

Ihr wird nun ein eigener Comic gewidmet: Claudias Story. Die Graphic Novell ist wunderschön gestaltet. Die in Sepia gehaltenen gezeichneten Bilder drücken eine sehr düstere Stimmung aus. Es gibt nur eine Farbe, die ab und zu auftaucht: rot. Wie man sich denken kann, ist es das Blut oder gar blutige Tränen sowie Feuer, die in rot gehalten sind.

Claudia ist treffend gestaltet. Sie ist jung, unschuldig und dies zieht sich auch durch die Graphic Novell durch. Nur an manchen Stellen ist der Gesichtsausdruck dann doch eher der einer erwachsenen Frau.
Die Vampire Lestat und Louis passen von den Zeichnungen her auch zu deren Wesen. Lestat herrisch und bestimmend, Louis depressiv und zerrissen.

Sich das ganze als Comic anzuschauen macht auch wieder Lust darauf, den Film zu sehen. Vielleicht diesmal mit anderen Augen, da man sich jetzt doch mehr in Claudia hineinversetzen kann. Ihr Missmut, in einem Mädchenkörper gefangen zu sein, obwohl ihr Geist der einer reifen Frau ist, wird auch durch die Zeichnungen wunderschön ausgestrahlt.

Fazit:
Jeder Comic- und Graphic-Novell-Liebhaber wird an der Adaption seine helle Freude haben. 10 von 10 Punkten.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2012
Format: Hardcover
Printseiten: 224
ISBN: 978-3-551-78249-6

Rezension // David Levithan - Letztendlich sind wir dem Universum egal von SINA

A wacht jeden morgen in einem anderen Körper auf. Für einen Tag ist er ein fremder Mensch und muss sich mit dem Körper zurecht finden. Seit A zurückdenken kann, ist es schon so und er hat sich mit seiner Situation arrangiert. Eines Tages wacht er in Justins Körper auf und trifft auf Rhiannon – und verliebt sich. Er möchte mit ihr Zeit verbringen und vertraut sich ihr an. Doch ist es möglich eine Beziehung zu führen, wenn man jeder Tag ein anderer ist?

Der Klappentext hat mich verführt. Auch wenn er mich etwas an das Buch „Seelen“ von Stephenie Meyer erinnert hat. Doch erwartet einem etwas völlig anderes. Etwas Mitfühlendes und so Emotionales, dass man sich letztendlich wünscht, dem Universum wäre nichts egal.

A ist einem von Anfang an sehr sympathisch. Er schildert seine Situation, man fühlt sich in ihn hinein und versteht sein Handeln.
Rhiannon ist ein sehr nettes Mädchen, dass sich auch leicht beeinflussen lässt. Aber sie ist auch offen für Neues und so lässt sie sich auf A`s Situation ein.

Das Zusammenspiel der beiden ist sehr harmonisch und man wünscht sich nichts sehnlicher als ein Happy End. Ob dies jedoch möglich ist, müsst Ihr selbst lesen.

Ich war sehr neugierig, in welchem Körper A aufwacht. Die unterschiedlichsten Charaktere kamen dabei zu Tage und A hat ein gutes Talent dafür, mit den verschiedenen Situationen umzugehen und zu versuchen, ein so normales Leben als möglich zu führen. Was verständlicherweise schwer ist, wenn man jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht und versuchen muss, den „geliehenen“ Körper und dessen Leben so wenig als möglich durcheinanderzubringen.

Durch die Möglichkeit, A in immer neue Körper schlüpfen zu lassen, ergibt sich eine facettenreiche Geschichte, die einem auch zum Nachdenken anregt. Durch die vielen verschiedenen Persönlichkeiten, ergeben sich auch für A neue Perspektiven. Das Verhalten der Leute ihm gegenüber lehrt ihn Toleranz, Verständnis und das Gehen neuer Wege, aber auch Kritik am Leben des ihm geliehenen Körpers. So bricht er auch manchmal seine Regel „Misch dich nicht ein!“ und versucht, eine neue Richtung seines „Wirts“Körpers einzuschlagen.

Das Buch ist in einem sehr ruhigen Stil geschrieben und so fliegen die Seiten einfach hinweg. Man fühlt sich aufgenommen in A's Leben und stellt sich dann selbst vor, wie es wäre, jeden Tag in einem anderen Körper aufzuwachen und sich mit diesem Schicksal abzufinden. Sicherlich spannend für die ersten Tage, doch dann?

Das Ende ist sehr passend, doch bleiben trotzdem ein paar Fragen offen. Ob diese noch in einer Fortsetzung geklärt werden, ist zur Zeit ungewiss.

Fazit:
Ist es sicher, dass wir dem Universum letztendlich egal sind? 10 von 10 Punkten.

Verlag: Fischer
erschienen: 2014
Printseiten: 378
Format: Hardcover
ISBN:  978-3-8414-2219-4

Samstag, 14. Juni 2014

Rezension // Marc Elsberg - Zero: Sie wissen, was sie tun von SINA

Eigentlich kennt sie die Journalistin Cynthia Bonsant mit den technischen Neuerungen nicht so gut aus. Als sie jedoch von ihrem Chefredakteur beauftragt wird, den berühmten Online-Aktivisten Zero
ausfindig zu machen, muss sie sich diesen Neuerungen stellen. Dabei führt die Recherche und auch der Tod eines Jugendlichen zu der Internetplattform Freemee. Deren Aufgabe ist es, Daten zu sammeln und zu verwerten. Cynthias Nachforschungen führen sie immer weiter in den Datendschungel und dabei kommen Dinge ans Licht, die besser in den Tiefen des Webs verborgen geblieben wären.
Zitat:
...1948 schrieb George Orwell ein Buch. Er nannte es 1984.... Darin überwacht eine allmächtige Spitzeldiktatur ihre Bürger lückenlos und schreibt ihnen vor, wie sie zu leben haben...
Dieses Szenario allein ist schon beängstigend und ich kann mir vorstellen, dass das Buch von George Orwell 1948 als lächerlich abgetan wurde. Dazu wird es nie kommen, wurden vielleicht Stimmen laut.
Mittlerweile ist 1984 längst vorbei und wir befinden uns – 30 Jahre später – im Jahr 2014! Und diese erschreckende Szenario ist Wirklichkeit geworden.

Der Autor treibt in seiner Geschichte natürlich alles nochmals auf die Spitze. Datenbrillen übernehmen sämtliches Denken für uns. Sie zeigen, wer sich mit uns in der U-Bahn befindet, wer neben uns zu Mittag isst oder im Park joggt. Ob diese Person gesucht wird, ob sie verheiratet ist, fremd geht oder unheilbar krank ist.

Schonungslos wird dargestellt, wie schlimm die Überwachung mittlerweile ist und das wir – als gläserner Mensch – teilweise gar nichts dagegen tun können, so überwacht zu werden. Kameras in den Städten, öffentlichen Gebäuden, Bahnhöfen und Supermärkten. Gibt man bei Google seinen Namen ein, kommen unzählige Treffer. In unserer schnelllebigen Zeit bekommt man allerdings auch vieles nicht mit.
Zitat:
...Wir möchten Google zu deiner dritten Gehirnhälfte machen. Sergey Brin am 08.09.2010....
Diese erschreckenden Wahrheiten werden einem nochmals verdeutlicht, obwohl sie doch schon in unserem Gedächtnis hausen. Aber wieso tut man so wenig dagegen? Warum lässt man diese Überwachung zu?

Der Autor hat mich schon mit seinem Roman „Blackout“ begeistern können und zieht mit „Zero“ nochmal ordentlich nach. Auch wenn das Buch gerade im Mittelteil einige kleine Längen aufweist, war es doch spannend zu lesen.
Die Fachbegriffe haben mich zwar erschlagen und ich musste bei manchen dann doch im Internet nachschauen, was sie bedeuten. Somit ist das Web doch wieder unverzichtbar.

Andererseits fühle ich mich dort auch sehr zu Hause. Gerade über Facebook & Co. kann man Kontakte pflegen. Mein Email-Programm ist für mich unverzichtbar geworden, mein Smartphone ist mein ständiger Begleiter. Man lernt neue Leute kennen und schließt Freundschaften, die auch über Kilometer hinweg Bestand haben.
Insoweit muss jeder selbst abwägen, wie viel er von sich preis gibt.

Fazit:
Spannend, rasant: Big Brother is watching you! Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Format: Hardcover
Printseiten: 480
ISBN: 978-3-7645-0492-2

s. a. Bibliografie Marc Elsberg

Montag, 9. Juni 2014

Rezension // Catherine Fisher - Sapphique: Fliehen heißt leben (Band 02) von SINA


Finn ist die Flucht aus Incarceron gelungen und nun muss er sich mit den Gepflogenheiten im Schloss herumschlagen. Von ihm wird erwartet – falls die Königin stirbt – deren Amt zu übernehmen und das AUSSERHALB zu regieren. Doch ihm wird kein Vertrauen entgegengebracht und sogar Claudia, die zu Anfang dachte, er sei der wahre Prinz Giles drängen sich nun Zweifel auf. Währenddessen versuchen Keiro und Attia im Gefängnis einen Weg nach AUSSERHALB zu finden und stoßen so auf Sapphiques Handschuh. Sapphique ist der einzige neben Finn, dem die Flucht gelungen ist. Aber auch das Gefängnis selbst sucht die Freiheit...

Der erste Band Incarceron: Fliehen heißt sterben war schon ungewöhnlich. Der zweite Band steht diesem nichts nach, hat mich aber letztendlich nicht richtig überzeugen können. Es wurden viel zu viele Informationen in dem Buch untergebracht, die meiner Meinung nach hätten gestrafft werden können.

Die Geschichte ist – wie auch im ersten Teil – in zwei Stränge aufgeteilt. Einmal AUSSERHALB mit Finn und Claudia, dann im Gefängnis mit Keiro, Attia und Incarceron. Die Stränge vermischen sich gegen Ende wieder. Diese Vermischung ist jedoch nicht sehr gut gelungen, war ich mir teilweise gar nicht mehr so sicher, wo genau sich die Protagonisten eigentlich befinden. Ein kleiner Absatz im Gefängnis, ein kleiner Absatz mit Finn und Claudia. Die Welten greifen über, vermischen sich.

Warum die Autorin unbedingt eine Dilogie aus der Geschichte machen musste, ist mir unverständlich. Gerade in Band 1 hätte man mit einigen Seiten mehr einen Abschluss finden und offene Fragen klären können.

Für mich zog sich die Geschichte in die Länge. Die neu eingeführte Person Rix hatte für mich ab dem ersten Drittel der Story keinen Sinn und lief so nebenher.

Der Schreibstil der Autorin hat sich nicht geändert. Er war wieder flüssig lesbar und hat auch mit Erklärungen nicht gegeizt, jedoch an den falschen Stellen.

Die Idee des selbstständig denkenden Gefängnisses ist für mich trotzdem noch ungewöhnlich und die Umsetzung ist eigentlich auch gut gelungen. Nur störten mich fehlende, wichtige Informationen, die dem Verständnis zugute gekommen wären.

Falls man die Kritikpunkte außer Acht lässt und sich einfach auf die Geschichte einlässt, erwartet einem eine spannende Geschichte, in der es um das Überleben in einer unwirklichen Welt geht.

Das Ende kam sehr plötzlich, war ein bisschen überraschend, aber letztendlich völlig logisch und dem Ende der Dilogie angemessen.

Fazit:
Schade, daraus hätte man viel mehr machen können! Deswegen gibt es von mir nur 5 von 10 Punkten.

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2014
Printseiten: 477
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7645-3081-5

s. a. Bibliografie Catherine Fisher