Donnerstag, 28. August 2014

Rezension // Veronica Roth - Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit (Band 02) von SINA

Tris ist am Boden zerstört. Ihre Eltern kamen bei dem Angriff der manipulierten Ferox-Soldaten ums Leben und sie selbst hat einen guten Freund aus Notwehr erschossen. Ihre Schuldgefühle sind groß und ihr Leben ist derart aus der Bahn geworfen, dass sie ohne Rücksicht auf Verluste anfängt, gegen die angreifenden Ken zu kämpfen. Selbst, wenn sie ihr eigenes Leben dafür lassen muss.

Der zweite Teil der Trilogie hat mir bedeutend besser gefallen, als Band 01. Dies lag jedoch daran, dass ich die Charaktere schon kannte, kein langes Vorgeplänkel vorhanden war und man gleich am Anfang mitten in der Geschichte ist, die nur drei Tage nach dem ersten Teil spielt.

Tris ist mir jedoch immer noch unsympathisch. Ihr impulsives Handeln dient zwar nur dem Zweck zu helfen, doch nimmt sich dabei keinerlei Rücksicht auf ihre Freunde. Vor allem die Gefühle der anderen scheinen ihr teilweise sogar egal zu sein.

So ist es fast kein Wunder, dass sie und Four einige Probleme miteinander haben. Und da bin ich ganz auf der Seite von Four, auch wenn ich die Schwärmerei für ihn nicht ganz begreifen kann. Er ist zwar nett und scheint auch einen tollen Charakter zu haben, doch fehlt mir bei ihm dann doch der nötige Ehrgeiz.

Die Story an sich hat sich rasant entwickelt. Ein Ereignis jagt das nächste und wieder fällt mir auf, wie detailgetreu die Autorin gerade auf die Eigenschaften der einzelnen Fraktionen eingeht. Sie beschreibt präzise, wie sich die anderen verhalten, kleiden und welche Fähigkeiten sie genau haben. Und da wird einem wieder klar, das Tris eine Unbestimmte ist und eigentlich in fast jede Fraktion hineinpasst.

Spannung und Action wechseln sich ab, jedoch war dies in meinen Augen dann auch wieder zu viel. Zeitweise gab es dann doch wieder Längen und Personen, die man eigentlich schon aus Band 01 zu kennen glaubte, entwickeln sich dann doch nicht so, wie gehofft oder überleben gar den zweiten Teil nicht.

Auch das ewige Hin und Her von Tris und Four hat etwas die Luft aus der Geschichte genommen. Lieben sie sich oder lieben sie sich nicht? Das ist hier die Frage, die ich gerne im letzten Teil endgültig beantwortet sehen möchte.

Bis jetzt reißt mich die Trilogie nicht vom Hocker, da ich den letzten Teil aber auch hier habe, werde ich ihn mir noch vornehmen und hoffen, dass ich danach diesen Aha-Effekt erleben darf, den wohl die meisten Leser bei der Reihe haben.

Fazit:
Besser als Band 01, jedoch auch noch nicht überzeugend. Wieder 6 von 10 Punkten.

Verlag: cbt
erschienen: 2012
Printseiten: 512
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-16156-2

Dienstag, 26. August 2014

Rezension // Claire Legrand - Das Haus der verschwundenen Kinder von SINA


Victorias Leben ist geordnet. Alles hat seinen Sinn und sie mag es nicht, wenn Unordnung herrscht. Alles muss geregelt sein, außergewöhnliches passt nicht und muss zurechtgebogen werden. Nur Lawrence passt nicht so recht zu ihr. Er ist unordentlich, verträumt und vergisst gerne Dinge. Trotzdem ist er Victorias bester Freund und sie versucht, aus ihm einen ordentlichen Jungen zu machen.
Eines Tages verschwindet Lawrence und Victoria will wissen, wo Lawrence denn ist. Sie stellt Nachforschungen an und kommt bald dahinter, dass Lawrence in der Erziehungsanstalt von Mrs. Cavendish am Ende der Straße ist. Kinder, die dort hinkommen, kehren entweder nicht zurück und wenn, dann benehmen sie sich ungewöhnlich still und brav.
Doch Victorias Fragen bleiben nicht ungehört und auch Mrs. Cavendish wird auf sie aufmerksam. Und plötzlich befindet sich Victoria auch im Heim.

Der Anfang des Buches war vielversprechend. Man lernt Victoria und Lawrence sowie einige Bewohner der Straße kennen, in der Victoria wohnt. Alle scheinen nett, aber auch etwas verquer.

Victoria ist keine typische 12jährige. Sie ist darauf aus, in allem die Beste zu sein. Und ihr Zwang zur Ordentlichkeit mutet eher krankhaft an.
Trotzdem hat sie nette Züge an sich und ihre Freundschaft zu Lawrence macht ihr verhalten wieder wett.

Lawrence ist ein zerstreuter, sympathischer 12jähriger Junge, der sich der Musik verschrieben hat. Außerdem ist er glücklich, eine Freundin wie Victoria zu haben.

Beide Charaktere sind das krasse Gegenteil. Die ordentliche Victoria und der chaotische Lawrence.

Als Lawrence verschwindet, kommt die Geschichte in Fahrt. Victorias Nachforschungen allerdings fand ich dann doch etwas „unordentlich“. Man lernt sie als zielstrebiges Mädchen kennen, dass nichts unversucht lässt, hinter die Antwort auf die Frage zu kommen und bei einem so großen Ereignis wie das Verschwinden ihres besten Freundes lässt sie alles etwas schleifen.

Die Geschichte zieht sich aber der Hälfte des Buches und wird auch etwas wirr. Teilweise konnte ich der Autorin nicht mehr folgen. Viele Wiederholungen brachten mich auch etwas aus dem Konzept.

Das Buch wird als „Jugendbuch“ angepriesen, doch war ich teilweise überrascht, mit welch Horror-Elementen die Autorin versucht, Spannung reinzubringen.
Auch war ab Mitte des Buches vorhersehbar, wie die Geschichte endet. Wirkliche Überraschungen hat es keine mehr gegeben.

Das letzte Kapitel gibt dann doch ein Rätsel auf und man fragt sich am Ende, ob die Geschichte vielleicht der Auftakt einer Reihe geplant ist. Leider konnte ich darüber nichts genaues finden.

Fazit:
Schade, war die Idee zu Anfang noch ausgereift, ließ sie mit jeder weiteren Seite nach. Von mir gibt es nur 4 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 25. August 2014
Printseiten: 318
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-453-26778-7

Freitag, 22. August 2014

Rezension // Veronica Roth - Die Bestimmung (Band 01) von SINA



Beatrice gehört der Fraktion der Altruan an, die als höchstes Ziel Selbstlosigkeit anstrebt. Am Tag ihrer Initiation kann sie sich nun entscheiden, ob sie weiter den Altruan angehören will oder sich einer der vier anderen Fraktionen anschließen möchte. Vorher kommt jedoch der Tag der Bestimmung, an welcher Beatrice erfährt, für welche Fraktion sie am Besten geeignet ist. Doch dort kommt alles anders. Beatrice ist eine Unbestimmte, sie passt zu mehreren Fraktionen. Und damit ist sie eine Gefahr für alle Fraktionen. Ihr Ergebnis wird vertuscht, aber Beatrice weiß, dass sie nun auch selbst in Gefahr ist. Ein Geheimnis jagt plötzlich das andere und ihre letztendliche Entscheidung für eine Fraktion schockt alle. Doch dann trifft sie auf Four und weiß, dass es sich lohnt, zu kämpfen.

Nach vielen Empfehlungen und letztendlich auch der Verfilmung des ersten Teils der Trilogie (welche ich jedoch noch nicht gesehen habe), habe ich mich nun auch entschieden, zum Auftakt der Reihe zu greifen. Aber nach Beenden des Buches kann ich nicht genau sagen, was ich davon halten soll.

Es war gut, ohne Zweifel, aber trotzdem hat mir irgendwas gefehlt. Da es sich um den ersten Teil der Trilogie handelt, kommen viele Erklärungen, bis Beatrice endlich dort landet, was sie selbst für ihre Bestimmung hält. Das anschließende Training nimmt auch nochmals eine beträchtliche Menge im Buch ein. Erst am Ende kommt Fahrt auf und es bildet sich ein roter Faden heraus.

Beatrice Entwicklung war sehr rasant. Sie hat innerhalb weniger Tage eine 180-Grad-Wendung gemacht. Ihr softes Auftreten zu Anfang wird tough und teilweise auch sehr frech. Diese Entwicklung hat mir persönlich nicht sehr gut gefallen, da sie in meinen Augen sehr negativ war. Die teilweise gewaltbereite Haltung hat so gar nicht zu ihr gepasst.

Die Story an sich ist hochinteressant, da sie sich von anderen Dystopien doch unterscheidet. Es gibt nicht ein System, dass seine Anhänger unterdrückt und ihnen vorschreibt, was sie zu tun oder zu lassen haben, sondern es gibt fünf Fraktionen, die mehr oder weniger friedlich nebeneinander leben und sich gegenseitig mit ihren Erfindungen oder ihrem sozialen Verhalten unterstützen und versuchen, dem idealen Leben am nächsten zu kommen.

Aber wie auch im wahren Leben gibt es immer einen, der nach höherem strebt und die Macht an sich reißen möchte.

Four hat mir von seiner Art sehr gut gefallen. Erst undurchsichtig, aber trotzdem sachlich und ruhig, hat er zu Beatrice einen Gegenpol gebildet, der ihr manchmal den Wind aus den Segeln nahm und sie wieder auf den Boden der Tatsachen herunterbrachte.

Auch wenn ich mit Beatrice oder kurz Tris nicht sehr warm geworden bin, hat das Buch doch Spaß gemacht, was auch an der angenehmen Schreibweise der Autorin lag. Sie hat es auch mit wenig eingeworfenen Details doch geschafft, mir ein Bild der Welt zu verschaffen, in der Tris und Four leben und mit welchen Mitteln sie versuchen müssen, ihr Leben zu schützen.

Fazit:

Interessanter Ansatz mit einer noch unsympathischen Protagonistin. Deswegen gibt es leider nur 6 Punkte.

Verlag: cbt
erschienen: 2012
Printseiten: 480
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-16131-9

Donnerstag, 14. August 2014

Rezension // Diverse (Hrsg. Grit Richter) - Steampunk Akte Deutschland von SINA


Steampunk Akte Deutschland. 15 Kurzgeschichten rund um dieses futuristische Thema, welche einem in eine Welt entführen, die nur so gespickt ist mit Dampfmaschinen, kleinen Erfindungen, die das Leben leichter machen und Waffen, die einem das Leben retten, aber auch kosten können. Kupfer und Dampf beherrschen die Welt. Aber auch andere Gestalten machen einem das Leben schwer. Denn auch Vampire, Werwölfe und andere Fabelwesen treiben ihr Unwesen.

Wieder ein kleines Juwel aus dem Art Skript Phantastik Verlag, das einem kurzweiliges Lesevergnügen verspricht.

Steampunk ist für mich persönlich ein Genre, zu dem ich erst mit „Das Mädchen mit dem Stahlkorsett“ von Kady Cross gekommen bin und seit dem liebe ich es, solche Geschichten zu lesen. Eine Anthologie dazu war natürlich für mich ein Muss.

Und wieder haben sich 15 Autoren so ihre Gedanken zu dem Thema gemacht, die unterschiedlicher nicht sein können.

So erlebt man Abenteuer mit mechanischen Menschen, Werwolfjägern, einer ungewöhnlichen Konservendose, einem skrupellosen Grafen, dem nur das Wohl seiner Tochter am Herzen liegt und noch viele andere außergewöhnliche Ideen.

Wieder möchte ich zwei Geschichten hervorheben, die mir besonders gut gefallen haben.

Katharina Fiona Bode – Erasmus Emmerich & der Messing-Türknauf:
Mit viel Witz und einer ungewöhnlich liebenswerten Qualmfee macht sich Erasmus Emmerich daran, herauszufinden, warum an einer Eisentür, an der sich schon immer ein Eisenknauf befunden hat, nun plötzlich ein Messing-Türknauf befindet.
Die Idee an sich finde ich schon ungewöhnlich und die Umsetzung ist bestens gelungen. Vor allem die Fee Marie hat mir sehr gut gefallen, da sie sehr schlagfertig ist.

Isabelle Wallat – Das einfallsreiche Fräulein Helena Roth:
Helena ist eine toughe junge Frau, die mit ihren ungewöhnlichen Erfindungen das Leben leichter macht und mit ihrem Mut und ihrer Liebe zu ihren Freunden alles in Bewegung setzt, um diese auch zu beschützen. Zusammen mit dem Gargouille Remi bildet sich ein starkes Team.
Hier hat es mir natürlich der vorlaute kleine Gargoyle Remi angetan, der aber für Helena ein guter Freund und Begleiter ist.

Ich hoffe, dass das Thema Steampunk für die Herausgeberin der Bücher, Grit Richter, noch lange nicht erledigt ist und sich noch viele weitere Geschichten finden werden, die es ermöglichen, weiter Anthologien herauszubringen.

Aber nicht nur das Buchinnere, das Buch an sich ist auch zu loben. Das Cover passt hervorragend zum Inhalt und hier gerade zum Vorwort und auf dem Buchschnitt wiederholt sich das Thema. Selbst damit ist das Buch ein Schatz fürs Bücherregal.

Fazit:
Steampunk Deutschland – wunderbar umgesetzt. 10 Punkte.

Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erschienen: 2014
Printseiten: 224
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3945045008

Dienstag, 12. August 2014

Rezension // Diverse (Hrsg. Grit Richter) - Die Damen der Geschichte: Dark Fantasy-Geschichten mit historischem Hintergrund von SINA


12 historische, weibliche Persönlichkeiten, die in dieser Anthologie in einem anderen Licht erstrahlen. Man denkt, man weiß alles über sie, doch ihre dunkelsten Geheimnisse blieben verborgen. Bis jetzt!

Eine neue Anthologie aus dem Art Skript Phantastik Verlag, der sich in meinen Augen mittlerweile zu einem kleinen Geheimtipp entwickelt hat.
Diesmal hat sich die Herausgeberin Grit Richter den Damen der Geschichte zugewandt und verschiedene Autoren dazu aufgerufen, die dunkelsten Geheimnisse dieser Ladys hervorzubringen. Entstanden sind dabei 12 Dark-Fantasy-Geschichten, die geheimnisvoller und fantastischer nicht sein könnten.

Man begegnet den Borgias, wie sie gegen die Medici kämpfen. Doch nicht so, wie gewohnt. Sondern Werwölfe gegen Vampire. Indianische Mythen werden Wirklichkeit und führen in dunkle Abgründe. Die Mutter von Ivan, dem Schrecklichen schließt einen Pakt mit einer Hexe und sieht nicht, wer ihr wahrer Feind ist.
Piratenköniginnen, Anna von Österreich und ihr Sohn mit der eisernen Maske. Kaiserin Sisi's Kampf gegen das Älterwerden. Madam Pompadoure, Mary Stuart oder auch Florence Nightingale. Und noch weitere Damen der Geschichte.

Mit Staunen habe ich die einzelnen Geschichten gelesen und mich immer wieder gefragt, wie es die Autoren schaffen, so geschickt eine fantastische Geschichte in die eigentliche Geschichte der weiblichen Persönlichkeit miteinzuarbeiten. Man könnte nach Lesen des Buches meinen, dass es sich wirklich so abgespielt haben könnte.

Mir haben die unterschiedlichen Schreibstile sehr gut gefallen. Zwei Geschichten möchte ich besonders hervorheben, da sie zu meinem Favoriten in dieser kleinen Anthologie gehören.


Andrea Bienek – Wenn ich sprechen könnte: Die Autorin schreibt aus Sicht eines Graupapageis, der sich selbst als „dumm“ hinstellt, da er ja nur „ein einfältiger, alter Vogel“ ist. Doch ist er ein wichtiger Bestandteil im Leben von Anna von Österreich. Diese geht einen Pakt mit einem Dämon ein, da sie nach etlichen Fehlgeburten endlich einen Sohn und Stammhalter in den Armen halten will.
Mir hat die Sicht des Vogels sehr gut gefallen. Er hat alles mitbekommen, konnte aber nicht eingreifen und stellt seine eigenen Thesen auf, die dann letztendlich zeigen, dass er gar nicht so dumm und einfältig ist.

Isabel Schwaak – Kalte Spiegel: Da die Kaiserin von Österreich, Elisabeth auch genannt Sisi für mich eine faszinierende Frau war, fand ich es sehr schön, auch von ihr eine Geschichte in der Anthologie zu finden. So griff die Autorin die Angst der Kaiserin vor dem Älterwerden auf und flocht daraus eine fantastische Geschichte, die es letztendlich fast unmöglich macht, nicht daran zu glauben. Die Kaiserin wird darin als sehr neugierig, aber auch besonnen dargestellt, gerade so, wie ich sie auch sehe.

Alles in allem hat mir die Anthologie sehr gut gefallen, vor allem eben auch, weil manche mächtigen Frauen der Geschichte im Mittelpunkt stehen und ihre Männer mal außen vor sind.
Durch die abwechslungsreichen Sichtweisen entsteht so ein kleines Highlight.

Fazit:
Eine fantastische Reise durch die Geschichte. Von mir gibt es deswegen die volle Punktzahl.

Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erschienen: 2014
Printseiten: 175
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3945045015


Donnerstag, 7. August 2014

Rezension // Ivo Pala - H2O: Das Sterben beginnt von SINA


Rätselhafte Tode stellen das Team um Julian Berg von der Terrorabwehr und Dr. Alexander Kehlhausen vom Bundesamt für Strahlenschutz vor eine schwierige Aufgabe. Bis sie herausfinden, dass eine Terrorgruppe das Trinkwasserreservoir im Bayerischen Wald mit Atommüll verschmutzt hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn die Terroristen wollen noch weitere Trinkwasserreservoirs verschmutzen.

Der Klappentext las sich sehr interessant und ich versprach mir eine spannende Story, die den Eindruck erweckt, dass solch ein Akt des Terrorismus tatsächlich möglich ist.
Doch wurde ich gleich zu Anfang von meinem hohen Roß heruntergeholt. Und dies lag nur am dem Protagonisten Julian Berg. Der erste Eindruck, den er in mir hegte, war Mitleid. Doch dann hat er mit seinem sehr unkonventionellen und auch brutalen Methoden meine Antipathie sich gegenüber geweckt. Ich wurde einfach nicht mit ihm warm.

Julian Berg verkörpert mit seinem Handeln all das, was ich persönlich verabscheue. Er ist brutal, schonungslos ehrlich gegenüber seinen Mitarbeitern und Freunden, schreckt auch nicht vor Gewalt zurück und aufgrund seiner Wutausbrüche und seinem Hang zum Selbstmitleid sieht er manchmal so dermaßen Rot, dass er nicht klar denken kann und sich einem falschen Handeln hingibt.

Dies legt sich zwar im Laufe der Zeit, hat jedoch bei mir persönlich einen sehr bitteren Nachgeschmack hinterlassen.
Dr. Alexander Kehlhausen, der im Klappentext so groß erwähnt wird, findet bei mir leider auch wenig Anklang, da er gegenüber Julian Berg dann doch eher eine untergeordnete Rolle als Beamter des Strahlenschutzes spielt.

Auch die Story an sich war am Anfang noch sehr interessant, zog sich dann jedoch immer mehr in die Länge, bis ich ca. in der Mitte des Buches kurz davor war, abzubrechen und mich einer interessanteren Lektüre zu widmen.
Ich quälte mich dann doch weiter. Und siehe da, es kam dann doch nochmal Fahrt auf. Zwar nicht rasant und auch nicht mit dem nötigen Maß, das Buch in den Himmel zu loben, sondern schleichend und mit einem kleinen Teil Neugier, der mich bewog, weiter dranzubleiben und doch noch auf ein interessantes Ende zu hoffen.

Auch die Protagonisten um Julian Berg herum blieben für mich blass und formlos. Ich hatte zu keinem einen richtigen Draht. Auch wenn der Autor bei vielen Dingen ins Detail geht, hat er an den Stellen damit gespart, in denen es für mich persönlich von Wert gewesen wäre, etwas mehr über die Charaktere zu erfahren.

Letztendlich hatte ich also nach Beendigung des Buches eine Story hinter mir, die mich nicht richtig packen konnte. Schade, war es doch vielversprechend, mal das Wasser als Auslöser eines Endzeitszenarios zu sehen und nicht irgendwelche Vampire, Außerirdische oder sonstige Fabelwesen.

Fazit:
Kraftlos und nichtsaussagend. Für mich leider ein Buch, dass eher zu den Flops zählt. Von mir gibt es leider nur 4 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Printseiten: 445
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-442-38293-4

Dienstag, 5. August 2014

Rezension // Nancy Atherton - Tante Dimity und der verschwundene Prinz (18) von SINA


Lori hat es diesmal mit einem besonders kniffligen Fall zu tun. Aus Verzweiflung heraus macht sie zusammen mit ihren Zwillingen und Bree Prym einen Ausflug nach Skeaping Manor, einem Museum, dass eher gruselige Dinge beherbert. Im ersten Stock allerdings macht Lori eine eher ungewöhnliche Entdeckung. Daisy, ein kleines Mädchen, erzählt Lori eine geheimnisvolle Geschichte von einem verschwundenen Prinzen und dies in so eindringlicher Art, dass Lori gleich weiß, dass sie diesen Prinzen unbedingt finden muss.

Mittlerweile ist dies der 18. Band der Tante Dimity-Reihe und ich bin immer wieder überrascht, dass die Autorin es schafft, mich weiterhin an sie zu fesseln. Durch den lockeren Schreibstil, die liebevollen, detailgenauen Beschreibungen der einzelnen Orte, Plätze, Häuser oder Landschaften und eben ihrer unvergleichlichen Art ist man immer wieder fasziniert, wie Lori sich durch den Fall plaudert und rätselt.

Die Reihe ist einfach liebenswert und ich freue mich jedesmal wieder über eine neue Geschichte. Lori, Tante Dimity und ihre ungewöhnlichen Fälle sind jedesmal wieder eine Bereicherung, weil man nicht groß nachdenken muss, alle Beteiligten schon kennt und auch neue Protagonisten werden gleich ins Herz geschlossen.

Diesmal ist es Bree Prym, die Lori tatkräftig zur Seite steht. Kennen lernt man Bree in dem Band Tante Dimity und die Geister am Ende der Welt. Sie ist mit ihren 19 Jahren ja eigentlich sehr jung, sieht aber in Lori eine große Schwester, die sie auch dringend braucht. Lori braucht zwar einen kleinen Anstoß von Tante Dimity, merkt aber bald, dass auch sie für Bree eine Bezugsperson sein möchte.

Bree verändert sich zusehends. Ihre Vergangenheit ist nicht leicht und sie braucht auch noch einige Zeit, um diese richtig zu verarbeiten, aber ich denke, dass sie durch ihre Freundschaft zu Lori und durch ihre Handeln in der Geschichte vielleicht auch endlich ihre Bestimmung gefunden hat.

Schade fand ich mal wieder, dass Loris Ehemann Bill wieder keine große Rolle bekommen hat. Im Gegenteil, Lori lässt kein gutes Haar an ihm aus und suhlt sich in Selbstmitleid.
Ich hoffe, dass Lori in den nächsten Bänden eine Aufgabe findet, der sie sich intensiv widmen kann und so ihre persönliche Lücke im Leben füllen kann.

Fazit:

Wie immer ein kleines Lesevergnügen. 10 Punkte.

Verlag: Bertelsmann
erschienen: 2014
Printseiten: 351
Format: Taschenbuch

s. a. Bibliografie Nancy Atherton

Rezension // Conn Iggulden - Die Rosenkriege: Sturmvogel (01) von SINA

König Henry VI. ist unfähig, sein Land zu regieren und es droht ein Krieg gegen Frankreich. Durch die Heirat mit Margaret von Anjou soll alles gefestigt werden. Aber die Franzosen sind damit so gar nicht einverstanden und so nutzt Richard von York seinen Einfluss und beginnt einen Krieg, der alles verändern soll.

Ich muss zugeben, dass ich sehr lange gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzukommen und auch letztendlich nicht richtig damit warm geworden bin. Dies lag wohl zu Anfang auch an den Unmengen von Namen, die einem gleich begegnen. Außerdem hatte ich meine Probleme, die verschiedenen Henrys und Richards auseinanderzuhalten. Obwohl ich eigentlich historische Romane liebe und gerade die, die sich mit den Rosenkriegen befassen, war ich doch etwas überfordert ob der Flut an Informationen.
Teilweise hatte ich Mühe, Unterhaltungen zu folgen, weil gerade hier so manche Namen ins Spiel gebracht wurde.

Auch waren die Wechsel Orte etwas verwirrend. Ich wusste manchmal nicht, wo genau ich mich befand. War man im einen Absatz noch bei einer Person in England, war der nächste Absatz wieder einer anderen Person in Frankreich gewidmet. So hatte ich meine Mühe, manchen Szenen zu folgen.

Sehr gut gefallen hat mir Margaret von Anjou, gerade als junges Mädchen vor ihrer Hochzeit. Sie ist impulsiv und wild, weiß aber auch, sich zu benehmen und sich ihrem Schicksal zu ergeben.

Die Geschichte hat sich in die Länge gezogen und ich musste mich teilweise zwingen, weiterzulesen. Seine freie Interpretation, Richard Plantagenet als den bösen Jungen darzustellen, hat mich dann doch etwas verwirrt, kennt man ihn eigentlich als einen integeren und eher netteren Zeitgenossen.

Der Autor verliert sich in Erzählungen, schafft es aber auch gleichzeitig einem die historische Seite näherzubringen. Trotzdem bergen die 600 Seiten einfach zu viele Informationen, die zwischen langatmigen Szenen untergebracht werden.


Ich kam nicht umhin, Vergleiche zu Rebecca Gablé zu ziehen, die mit ihrer Waringham-Saga ebenfalls die Rosenkriege in ihre Geschichte miteinbezieht. Sie hat es in meinen Augen um Längen besser geschafft, dies umzusetzen.

Fazit:
Der Auftakt zu einer Reihe über die Rosenkriege, die mich leider nicht überzeugen konnte. Von mir gibt es nur 4 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 11. August 2014
Printseiten: 608
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-453-41796-0


Rezension // Marie Lu - Legend: Das Prequel (00) von SINA

Zwei verschiedene Welten treffen aufeinander. Während June als hochbegabte 12jährige an der Universität aufgenommen wird und sich dort gegen ältere Studenten behaupten muss, versucht Day mit seinen 12 Jahren auf der Straße zu überleben.

Mit diesem Prequel gibt die Autorin einen Einblick in die beiden Leben der Protagonisten aus ihrer Legend-Trilogie. Und es treffen wirklich Welten aufeinander.

June, hochbegabt, privilegiert und einer unbesorgten Zukunft entgegen blickend, muss sich an der Drake Universität behaupten, da sie dort mit 12 Jahren als jüngste Studentin aller Zeiten aufgenommen wurde. Der Einblick in ihre Ängste und Sorgen, wie sie wohl an der Universität von den Mitstudenten aufgenommen wird, gibt bestens dar, warum sie in der Trilogie, die ja Jahre später spielt, so ist, wie sie ist. Auch werden ihre familiären Verhältnisse näher beleuchtet und ihr gutes Verhältnis zu ihrem Bruder Methias, der auch gleichzeitig Vater und Mutter ersetzen muss.

Im krassen Gegensatz dazu steht die Vorgeschichte von Day, der mit 12 Jahren auf der Straße lebt und ums nackte Überleben kämpft. Seine Suche nach Nahrung und einem Dach über dem Kopf, damit er in Ruhe schlafen kann, ist ein Beispiel dafür, welche verschiedenen Schichten es in der von der Autorin geschaffenen Zukunft gibt.

Doch beide, June, als auch Day haben ihre Mittel und Wege, mit ihrem Leben fertig zu werden. Beide sind schlau, haben Mut und vor allem Freunde, die ihnen helfen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Nach Abschluss der Trilogie war es für mich nochmals ein kleines Vergnügen, die Kurzgeschichte über June und Day zu lesen und so auch einen besseren Einblick in beider Leben zu erhalten. Auch wenn sie total unterschiedliche Leben führen, ist es doch spannend, wie beide ihren Weg meistern, bis sie später in er Trilogie aufeinandertreffen.

Die Handlung spielt ungefähr drei Jahre vor dem ersten Teil der Legend-Trilogie Fallender Himmel.

Leider ist diese Kurzgeschichte nur als ebook erschienen, dafür ist sie jedoch kostenlos.

Fazit:
Eine schöne Ergänzung zur Trilogie. Volle Punktzahl.

Verlag: Loewe
erschienen: 2014
Printseiten: ca. 44
Format: nur als ebook erhältlich
ISBN: 978-3-7320-0190-3

s. a. Bibliografie Marie Lu

Samstag, 2. August 2014

Rezension // Marie Lu - Legend: Berstende Sterne (03) von SINA


Während Day seinem neuem Rang im Militär nachkommt, arbeitet June als Princeps-Anwärterin zusammen mit dem Elektor Anden. Doch es vergeht kein Tag, an dem die beiden nicht an sich denken. Als es zu einem Seuchenausbruch in der Republik kommt, versucht June Day zu überreden, seinen Bruder Eden, der gegen die Seuche immun ist, für Tests zur Verfügung zu stellen, um ein Heilmittel zu finden. So kreuzen sich wieder ihre Wege und beide merken, dass ihre Gefühle nur noch tiefer geworden sind. Doch über ihrer Liebe hängt ein drohender Krieg der Kolonien gegen die Republik.

Der Abschluss der Legend-Reihe ist eine rasante Reise in die Zukunftswelt von Day und June. Gleich zu Anfang ist man wieder mitten in der Geschichte, fiebert mit dem gefühlsorientierten Day mit und fragt sich, ob June durch ihr rationales Denken eine Lösung für alles findet.

Day und June müssen nochmal einiges ertragen und alles scheint letztendlich aussichtslos. Die Kolonien drohen mit einem Krieg gegen die Republik, Hilfe ist nicht in Aussicht.
Über all dem schwebt auch noch die Krankheit von Day, die – zur Zeit nicht richtig behandelbar – tödlich endet.

June und Day sind zwei sehr unterschiedliche Personen. Ihre verschiedenen Denkweisen sind sehr gut nachvollziehbar, vor allem auch dadurch, dass die Kapitel abwechselnd aus deren Sicht geschildert werden. Man merkt wieder schön am Stil der Kapitel die verschiedenen Charaktere. Junes logisches Denken und Days emotionales und spontanes Handeln bilden einen schönen Gegensatz zueinander.

Die Autorin schafft eine dichte Atmosphäre und bietet durch das Einbringen von neuen Ideen ein Zukunftsszenario der eigenen Art.

Sehr gut gefallen hat mir, dass die Gefühle zwischen Day und June nicht im Vordergrund standen, sondern nur eine Randgeschichte eingenommen haben. Der Autorin ging es eher um das Geschehen in der Republik und deren Kampf gegen die Kolonien.

Wenn man die Protagonisten seit dem ersten Band verfolgt, ist mit ihnen eine unglaubliche Entwicklung vonstatten gegangen. Alles ist ausgereift und wirkt irgendwie stimmig.

Da mir der zweite Band der Reihe so gar nicht gefallen hat, war ich letztendlich skeptisch, ob mit dem dritten Teil noch alles gerettet werden kann. Der Autorin ist dies jedoch mit Bravour gelungen und ich habe selten einen so guten Abschluss einer Trilogie gelesen.

Das Ende ist wieder überraschend und bietet einen für mich perfekten Abschluss.

Ich hoffe, dass die Autorin weiterhin im Dystopie-Science-fiction-Sektor unterwegs ist und uns noch mit weiteren, ausgereiften Geschichten erfreut.

Fazit:
Eine starke Reihe, die im Mittelteil etwas schwächelt, dann aber mit einem fulminaten Abschluss daherkommt. Volle Punktzahl.

Verlag: Loewe
erschienen: 2014
Printseiten: 448
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7855-7492-8 

s. a. Bibliografie Marie Lu