Freitag, 31. Oktober 2014

Rezension // Sebastian Fitzek - Passagier 23 von SINA

Martin Schwarz hat alles verloren. Seine Frau, sein Kind und sein bisheriges Leben. Das Meer hat seine Familie genommen und keiner kann ihm sagen, was genau auf der Kreuzfahrt geschah. Nun versucht er durch seinen Job als verdeckter Ermittler durch Jobs, die ihm das Adrenalin durch den Körper pumpen und sein Leben immer wieder auf der Kippe steht, seine Gefühle zu betäuben und zu vergessen.
Da taucht auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ plötzlich ein vermisstes Mädchen auf. Gerade das Schiff, auf dem Martins Frau und sein Sohn verschwunden sind. Martin macht sich auf, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen und wird von einer Welle von Erinnerungen überrannt. Denn das Mädchen wurde mit dem Teddy seines Sohnes gefunden.

Er schafft es einfach nicht. Sebastian Fitzek schafft es einfach nicht, mich zu enttäuschen. Bei vielen seiner Bücher bin ich schon mit dem Gefühl dran gegangen, dass er mich diesmal nicht überzeugen kann, dass er mich nicht in seinen Bann zieht und vor allem, dass er mich nicht mehr überraschen kann.

Und doch ist es immer wieder so, dass ich am Ende des Buches mit offenem Mund, rasendem Puls und einem Gefühl der Verwirrung da sitze und mir überlege: Was genau hat der Kerl eigentlich, dass ich ihm so verfalle? Also, wegen seinen Büchern, ne?

Diesmal begeben wir uns auf eine Kreuzfahrt und ich sage Euch, wer demnächst eine Kreuzfahrt buchen will oder gar macht, sollte dieses Buch vorher nicht lesen und schon gar nicht auf die Kreuzfahrt mitnehmen. Man wird Kreuzfahrten nie wieder mit den gleichen Augen wie früher sehen, wenn man dieses Buch gelesen hat.

In verschiedenen Handlungssträngen, die sich irgendwann miteinander verbinden, wird man auf Spuren, Fährten und Ideen gebracht, die gar keinen Sinn ergeben und dann mit einem plötzlichen Knall zu einem roten Faden führen und alles dann doch so klar und ersichtlich ist, als wäre es nie anders gewesen.

Mit Sebastian Fitzek verbindet man Thriller auf höchstem Niveau und dies ist auch hier wieder gegeben. Er nimmt kein Blatt vor dem Mund und erzählt mit seinem unvergleichlichen Schreibstil von grausamen Foltermethoden, Missbrauchsopfern, verworrenen Hinweisen und Dingen, die man den Protagonisten eigentlich nicht zugetraut hätte. Unerwartete Wendungen führen immer wieder zu einem unklaren Bild und am Ende ist man eigentlich nur heilfroh, dass alles aufgeklärt wird. Hmm, alles aufgeklärt? Na ja... vielleicht ja auch nicht wirklich.

Wenn man alle Bücher von Sebastian Fitzek kennt, wird man erstaunt sein, altbekannten Namen zu begegnen und sich so an seine früheren Werke (Das Amokspiel) zu erinnern. Diese Verbindungen sind ja ein kleines Markenzeichen.

Auch wenn das Thema das Buches mal wieder unter die Haut geht, man teilweise geschockt ist, ob der Brutalität und der Handlungsweise mancher Protagonisten, kann ich das Buch allen Thriller-Fans nur Wärmstens ans Herz legen, die gute Nerven beweisen und sich nicht so leicht abschrecken lassen.

Fazit:
Hoffen wir, dass wir nie ein Passagier 23 sein werden. 10 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 30.10.2014
Printseiten: 432
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-426-19919-0

s. a. Bibliografie Sebastian Fitzek

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Rezension // James Dashner - Die Auserwählten: Im Labyrinth (01) von SINA


Thomas wacht auf und befindet sich in einer Art Fahrstuhl. Über ihm öffnen sich die Türen und etliche Gesichter starren ihn an. Als Thomas aus der Box befreit wird, findet er sich an einem außergewöhnlichen Ort wieder: in einem Labyrinth. Er kann sich jedoch an nichts erinnern und weiß erst recht nicht, wieso er hier gelandet ist. Zusammen mit den anderen Jungs versucht Thomas einen Ausweg aus dem Labyrinth zu finden, doch scheint es keinen zu geben. Denn die Wände verschieben sich jede Nacht aufs Neue und unheimliche Kreaturen lauern in den Gängen.
Doch Thomas gibt nicht auf. Warum sind sie hier? Die Zeit läuft...

Ich bin sporadisch mal immer wieder über diese Trilogie gestolpert, durch den Kinofilm dann doch auch neugierig geworden und habe mich nun an den ersten Band herangetraut und diesen in Rekordzeit verschlungen.
Dies lag unter anderem an dem eingängigen Schreibstil des Autors. Einmal angefangen zu lesen, kam ich nicht mehr davon los.

Aber auch die Geschichte an sich hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Die ganze Zeit ließ mich die Frage nicht los, warum sich die Kinder im Labyrinth befinden und welcher Zweck wohl dahintersteckt.

Die Idee ist genial umgesetzt und man hat die Spannung, die Düsternis und die teilweise Hoffnungslosigkeit der Kinder richtig spüren können.

Das Buch hat Suchtpotenzial, was sicherlich auch an der ungewöhnlichen Idee liegt. Wer das Ende erreicht und der Auflösung etwas näher kommt, dem werden sich tausende von Fragen aufdrängen und es bleibt einem nichts anderes übrig, als nach dem zweiten Teil zu greifen, der hoffentlich genauso spannend weitergeht, wie der erste aufgehört hat.

Die Charaktere sind vielfältig, haben alle Ecken und Kanten und bilden eine ausgewogene Mischung an sympathisch und unsympathisch. Es gibt die Optimisten, die sich darum kümmern, dass alles läuft und man einen Ausweg findet, es gibt Jugendliche, die von Tag zu Tag leben und nur froh sind, zu überleben und es gibt die Pessimisten, die in allem das Negative sehen und dagegen arbeiten.

Der spannende Auftakt hat mich überzeugen können und hat sich auch schon ein kleines bisschen als Favorit in mein Herz geschlichen.

Ich freue mich auch auf die Verfilmung, die ich bis jetzt noch nicht gesehen habe.

Fazit:
Spannend, düster und ein definitives Must-Read für Dystopie-Fans. Von mir gibt es 10 Punkte.

Verlag: Chicken House
erschienen: 2011
Printseiten: 496
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-52019-7 

Reihenfolge
01 Im Labyrinth
02 In der Brandwüste (Rezension)
03 In der Todeszone (Rezension)

s. a. Bibliografie James Dashner

Montag, 27. Oktober 2014

Rezension // Nadja Losbohm - Die Jägerin: Unter der Erde (04) von SINA

Ada bekommt eine zweite Chance und darf weiterleben. Sehr zur Freude von Pater Michael, der diese Chance ebenfalls nutzt und sich endlich Ada gegenüber öffnet. Er lüftet etliche Geheimnisse, die Ada doch unerwartet mehr mitnehmen, als sie dachte. Doch ihre Liebe zu Pater Michael ist groß. Doch dann taucht die Vergangenheit auf und macht Ada und Pater Michael einen Strich durch Rechnung... und plötzlich ist Adas Leben wieder in Gefahr.

Da der dritte Teil mit einem bösen Cliffhanger endete, war ich natürlich unheimlich gespannt, wie es mit dem vierten Teil um die Jägerin Ada und den Pater Michael weitergeht. Dieses ungewöhnliche Duo hat nämlich nicht nur mit ihren Gefühlen zu kämpfen, sondern auch mit Einflüssen von Außerhalb, gegen die sie sich nur mit Mühe und Not wehren können.

Ich muss zugeben, dass ich im ersten Drittel etwas Mühe hatte, mich zu konzentrieren. Die Geheimnisse bzw. Geschichte von Pater Michael war mir etwas zu lang. Doch als ich diese kleine Durststrecke überwunden hatte, ging es mit Spannung und der gewohnten Action der Autorin weiter.

Ada muss in diesem Teil einiges einstecken, doch mit ihrem unvergleichlichen Charme und dem Anflug zum Sarkasmus nutzt sie jede Chance, um sich zu wehren und das, was sie liebt zu verteidigen.

Mir sind Ada und Pater Michael sehr ans Herz gewachsen. Ihr liebevoller, fast naiver Umgang miteinander ist erfrischend. Nur manchmal würde ich die beiden gerne aneinanderbinden und ihnen befehlen, doch emotional etwas mehr „auszurasten“. Doch so wie es ist, passt es einfach.

Man merkt deutlich, dass die Autorin einen roten Faden verfolgt und diesen auch einhält. Ich bin gespannt, wie es nun mit den beiden weitergeht und vor allem, welche neuen Gefahren noch auf sie lauern. Der fünfte Teil soll im Frühjahr 2015 erscheinen. Da heißt es nun abwarten.

Fazit:
Romantische Spannung rund um eine Jägerin und einen Geistlichen. Von mir gibt es aufgrund des etwas langen Anfangs 8 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2014
Printseiten: 326
Format: ebook
ASIN: B00ON5C966

s. a. Bibliografie Nadja Losbohm

Rezension // Markus Heitz - Exkarnation - Krieg der alten Seelen von SONJA


Claire wird ermordet und weil ihre Seele nach Rache und Aufklärung verlangt, fährt sie in den Körper von Lene von Bechstein ein. Doch dieser Körper war gar nicht für Claires Seele vorgesehen, sondern für eine andere. Sie gerät somit zwischen die Fronten eines uralten Krieges.

Ich habe mich auf dieses Buch wirklich gefreut! Denn ich liebe den aktionreichen Schreibstil von Markus Heitz. Das Buch begann auch, wie gewohnt, aktionreich und dann stolperte ich über bekannte Namen: Eric von Castel und Sia. Liest man den Klappentext, ist von diesen Figuren überhaupt nicht die Rede und dies verärgerte mich doch beim Lesen massiv. Denn die Figuren stammen aus den vor Jahren erschienen Reihen um die Werwölfe und die Vampire.

Ich hatte ordentliche Probleme mich an die Details und den Werdegang dieser Figuren zu erinnern und das störte mich beim Lesen.

Die Geschichte wurde vom Autor so schön neu erfunden und mit Charakteren bestückt, dass ich mich frage: warum muss ein Recycling von alten Hauptfiguren sein? Nicht jeder kennt die anderen Bücher oder hat so ein gutes Gedächtnis. Kommt so etwas vor, erwarte ich mehr Rückblicke oder Erläuterungen.
Nach Beendigung des Buches kann ich auch gut und gerne sagen Eric und Sia sind gar nicht notwendig, es hätten auch Figuren mit gleichen oder ähnlichen Fähigkeiten sein können. (Da es vermutlich, mal wieder, auf eine Reihe hinausläuft, kann sich dies natürlich ändern.)

Zur Handlung muss ich allerdings sagen, dass mir die Idee um die Seelen sehr gut gefallen hat. Die Logik dahinter fand ich schön und lässt auch Spielraum für weitere Erklärungen unserer Weltgeschichte. Sicherlich möchte der Leser wissen, wie es mit Claire weitergeht und wie sie ihre Fähigkeiten nutzt, aber dann sollten doch hier und da mehr Erläuterungen einfließen.

8 von 10 Punkten für diesen aktionreichen Thriller mit Seele.


Verlag: Knaur TB
erschienen: 2014
Seiten: 608
ISBN: 978-3426516232



Gesehen auf der Frankfurter Buchmesse 2014
© Sonja Kochmann







Rezension // George R. R. Martin - Wild Cards: Das Spiel der Spiele von SONJA


Als durch ein Virus die Menschheit mutiert, wird alles anders. Es gibt ab sofort Menschen mit besonderen Fähigkeiten und Superkräften: die sogenannten Asse. Einige nutzen die Kräfte, um zu helfen und andere versuchen, ihren Vorteil daraus zu ziehen. Eine handvoll Asse kommt bei einer Castingshow zusammen, denn Amerika sucht "The world's next super hero". Hier treffen Schönheit, Intelligenz und Außenseiter aufeinander und dann....kommt alles anders als gedacht.

Als erstes oute ich mich mal als Unwissende. Unwissende? Ja, ich habe noch kein Buch der Games of Throne Reihe gelesen und auch noch keine TV-Minute gesehen.

Als ich dann die Zusammenfassung des Buches las, wurde ich bezüglich des Autors doch neugierig. Denn ich oute mich gern an dieser Stelle als Marvelfan. Zu gern habe ich damals die Comics gelesen und im TV gesehen. Daher war ich gespannt, wie eine Castingshow unter Superhelden wohl ablaufen würde.

Tja, eigentlich genauso wie im echten Leben. Ein paar spannende Szenen, Tränen, Intrigen, Freundschaften. Nichts Besonderes. Die Handlung plätscherte so dahin. Man lernte eine Vielzahl an Helden mit tollen Fähigkeiten kennen, aber spannend war es nicht. Ich gebe zu, ich war versucht aufzugeben, aber irgendwas hielt mich, Gott sei Dank, denn auf einmal kam es für die Asse ganz anders. Etwas Großes geschah und ab dem Moment (leider erst nach 2/3 des Buches) konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen.

Die Konflikte und Konfrontationen enthalten hier durchaus versteckte Gesellschaftskritik und Potential für weitere Bände, so dass die lange Durststrecke wohl einfach als lange Einleitung einer interessanten neuen Reihe zu werten sein dürfte.

Der Schreibstil lässt sich leicht und locker herunterlesen.

Aufgrund der neuen Elemente, der Ideen und der Wendung vergebe ich 8 von 10 Punkten!

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2014
Seiten: 544
ISBN: 978-3764531270

Auch ein Rücken kann Entzücken:

© Sonja Kochmann


Gesehen auf der Frankfurter Buchmesse 2014
© Sonja Kochmann


Rezension // Andreas Altenburg und Harald Wehmeier - Frühstück bei Stefanie: Nix wie wech! von SONJA


Man glaubt es kaum, Opa Gehrke hat beim Rätseln tatsächlich was gewonnen: Ein Aufenthalt mit Konzert von Andrea Berg und anderen Schlagerpromis. Also werden fix die Sachen gepackt und auf geht die Reise im VW Jetta.

Da diese Truppe nichts als Chaos verursachen kann, kommt es zu Begegnungen mit einer Rockergang und einem Kaffeefahrtenausrichter. Ob dann das Konzert mit der Andrea etwas wird.....

Ich bin ja Fan der Radiosendung und habe trotz Absetzung immer noch die Stimmen von Steffi, Udo, Opa Gehrke und Herrn Ahlers im Ohr. Ich war gespannt, wie dann das Buch mit den Zeichnungen auf mich wirken würde.

Es war ganz nett. Aber mir hat was gefehlt. Auch waren die sonst so typischen Dialoge um Promis und Steffis "Stare" oder die Verwechselungen beim Rätseln durch die Chaosreise kaum enthalten. Gerade diese Dialoge im Imbiss machen den Charme bei Frühstück bei Stefanie aus!

(Die Szene mit den Rockern erinnerte mich jedoch sehr stark an eine Folge aus dem Radio und auch die Erfahrungen mit dem Reisebus kamen mir bekannt vor.)

Da mir was gefehlt hat und ich nicht wirklich über neue Anekdoten lachen konnte: Es iss ja wie's iss. 5 von 10 Punkten.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2014
Seiten: 128
ISBN: 978-3499268922


© Sonja Kochmann


Freitag, 24. Oktober 2014

Rezension // Adnan Maral - Adnan für Anfänger von SONJA


Ein bekannter Schauspieler. Diverse Lebenserfahrungen. Gesammelt in der Türkei und Deutschland. Daraus entsteht ein Buch.

Muss da noch mehr gesagt werden? Ja, denn dieses Buch ist eine lustige Angelegenheit. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Denn der Autor schafft es, mit einem zwinkernden Auge von Ungleichbehandlung und "scheinbar unbemerkter" Integration zu berichten.

Das Ganze erfolgt mit einer lustigen Ein- und Überleitung. Denn wo treffen alle Kulturen und Altersstufen zusammen? Jawohl. Beim Arzt. Denn während alle auf den Halbgott in Weiß warten, ergeben sich einige Fragen, Anekdoten und Gedankengänge. Geschickt gelöst und nett verpackt.

Die Biografie von Adnan Maral und seine Sichtweise sind eine nette Unterhaltung für alle, die bereit sind, sich mit dem Thema des deutschtürkischen Zusammenlebens auseinanderzusetzen. Das Hümor dabei ist, macht das Ganze lesenswert. 10 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Seiten: 256
ISBN: 978-3764505196



Getroffen auf der Frankfurter Buchmesse 2014
© Sonja Kochmann

Gesehen auf der Frankfurter Buchmesse 2014
© Sonja Kochmann

Rezension // Sylvia Day - Eine Frage des Verlangens von SONJA

© Sonja Kochmann

Lady Elizabeth Hawthorne und Earl of Westfield Marcus Ashford haben eine schmerzvolle Vergangenheit. Doch eine akute Bedrohung führt zum unausweichlichen Aufeinandertreffen der Lady und dem Agenten der Krone. Können beide den Schmerz der Vergangenheit vergessen, die Bedrohung ausschalten und die magische Anziehungskraft ignorieren?

Dieses Buch ist eindeutig ein "Nackenbeisser" auch wenn es durch das edle Cover nicht danach aussieht. 

Ein Nackenbeisser? Ja genau, diese historisch angehauchten Bücher, auf denen ein gut gebauter Held (leicht bekleidet oder geöffnetes Hemd) eine Dame im wallenden Kleid (ggfs. Mieder geöffnet, riesiges Dekolletee) im Arm hat...na? Genau.

Da ich ein riesen Fan der Crossfire Bücher bin, war ich richtig gespannt auf dieses Buch und ich hatte es richtig schwer. Obwohl das Buch "nur" 368 Seiten umfasst, habe ich mich wochenlang gequält. Warum?

Mir haben die Hauptpersonen überhaupt nicht gefallen! Ich fand Elizabeth und Marcus total unsympathisch.
Hinzu kommt dass die Heldin des Buches keine Heldin ist, sie ist ein Opfer und er muss sie ständig retten oder im Bett bestrafen und maßregeln. Es vergeht kein Kapitel in dem sie nicht in Tränen dahinfließt. 

Ich habe mich beim Lesen teilweise gefragt, ob dieses Buch vor Crossfire geschrieben wurde und es ist tatsächlich so. Das Buch erschien 2008 mit einem ...na?....Nackenbeisser-Cover!

Zur Rettung des Buches muss ich allerdings sagen, dass die Autorin hier bereits die erotischen Szenen sehr gut und auch abwechslungsreich hinbekommen hat, so dass ich unter Berücksichtigung, dass es in manchen zeitlichen Epochen nun einmal keine Heldinnen wie Eva (Crossfire) geben kann, 4 von 10 Punkten vergebe. 

Die anderen historischen Bücher werde ich nun auslassen, da es wohl nicht mein Genre ist und freue mich auf Crossfire 4, das für Dezember 2014 angekündigt wurde. Ich bin dann wohl auch bei Erotikromanen etwas emanzipierter

;)


Verlag: Heyne
erschienen: 2014
Seiten: 368
ISBN: 978-3453545670


Gesehen auf der Frankfurter Buchmesse 2014
© Sonja Kochmann



Special // #fbm2014 von SONJA

Die Buchmesse! Gefürchtet und Geliebt.


© Sonja Kochmann


Geliebt? Ja,klar. Mekka aller Buchfans. Gefürchtet? Ursprung von Husten, Schnupfen und Co. Ja, mich hat es auch erwischt, daher kommt mein Bericht erst jetzt.

Meine Buchmesse begann für mich chaotisch. Beim Aussteigen aus dem Zug ging mein Handy nicht mehr und lies sich auch nicht mehr überzeugen für mich tätig zu werden. Bei einem Streifzug durch die Halle entdeckte einen Promotionstand meines Handys und dachte mir, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ein netter englischsprechender Herr konnte mir tatsächlich weiter helfen und ich war wieder erreichbar. Danke!


© Sonja Kochmann


Da ich schon aus dem Vorjahr wusste, wie erdrückend Frankfurt sein kann, hatte ich mir im Vorfeld nur eine handvoll Termine herausgesucht und schlenderte erst einmal los. 


© Sonja Kochmann



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Beim Bloggertreffen von Randomhouse traf mich ein bisschen der Schlag. Es war so derbe voll, dass ich ein wenig an die Seite geflüchtet bin. Das war auch echt ein Hingucker wert, denn an einem kleinen Tisch an der Seite saßen das Autorenpaar Iny Lorentz und freuten sich über das Gewusel. Auch traf man am Rand Martina André und Inka Loreen Minden, mit der ich verabredet war. Es war wirklich toll Dich mal live und in Farbe zu treffen, Inka!


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© Sina Frambach


Nach einiger Zeit wurde ich mutiger und wagte mich in die Mitte, da ich ja unbedingt ein Autogramm von Adnan Maral haben wollte. Dieses Buch hat mir einige heitere Lesestunden beschert und ist echt empfehlenswert. Die Stimmung war beim Bloggertreffen super und die Temperaturen schweißtreibend. Unzählige Autoren (Angelika Schwarzhuber, Eric Berg, Marc Elsberg und viele mehr) lieferten sich tapfer der Horde aus.


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann


Danach ging es für mich mit einigen Pausen weiter zum Piperstand, denn zum Erstaunen der Verlagsmitarbeiter trafen dort Anne Sonntag und Adriana Popescu ein. Sie haben den Stand mit ihrer lockeren Art gerockt. Ich glaube, soviel Spaß gab es bei keinem anderen Treffen. Die beiden hatten auch Polaroidkameras dabei, so dass man ein signiertes Foto mit nach Hause nehmen konnte. 


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann


Zum Abschluss gönnte ich mir noch das moderierte Gespräch mit Horst Lichter. Ich liebe ja seine lockere Art und ich habe wohl mit meiner Anwesenheit den Altersdurchschnitt massiv gesenkt. Ich konnte trotz der "Renterstampede" (wenn es was umsonst gibt, kann man auch mit Krückstock schnell sein) ein Buch ergattern und signieren lassen.


© Sonja Kochmann


Nach einigen Verlagsterminen hatte ich dann ordentlich platte Füsse und stöberte mal hier und da und kaufte mir beim Ausgang drei schöne Stempel. Ein erfolgreicher Messetag.



© Sonja Kochmann




Lesung // Kerstin Gier - Silber: Das zweite Buch der Träume von SONJA

© Sonja Kochmann


Silber: Das zweite Buch der Träume. Ein Buch, dass zu vielen verschiedenen Rezensionen geführt hat. Sicherlich ist es bei einer Trilogie schwierig das "Mittelstück" zu schreiben - schließlich darf noch nicht alles verraten werden - aber es muss auch eine gewisse Spannung aufrecht erhalten werden.

Spannung, dass ist das richtige Stichwort, bevor auch ich abschweife, denn ich war wirklich gespannt auf Kerstin Gier! Sie kam locker herein und präsentierte eine coole Tasche. Wir sind halt doch alle (!) kleine Mädchen. Denn wir erfuhren später, dass die "Bushandtasche" zu Rasierspaß-Ken gehört. Mit alle möchte ich noch besonders darauf hinwiesen, das wirklich alle Altersgruppen vertreten waren, obwohl Silber zu den Jugendbüchern gehört.


© Sonja Kochmann


Als kleine Einleitung wurde uns Rasierspaß-Ken mit kleinem Striptease vorgestellt, der von Seiten der Hersteller wirklich enttäuschend gestaltet wurde. Die ersten Lacher wachen hier nicht die letzten. 


© Sonja Kochmann


Auch wurde hier schon darauf hingewiesen, dass wir doch bei der Lesung bitte alle lieb gucken sollten, schließlich würde sie alles gaaaaaaaaaaaaaanz genau sehen und hören. An dieser Stelle wurden natürlich einige Anekdoten der Lesetour vorgetragen, die man so gar nicht wieder geben kann. Ich habe wirklich viel gelacht. Es war herrlich. Der Humor aus den Büchern ist 1 zu 1 die natürliche Art von Kerstin Gier!

Während der Lesung unterbrach sich Frau Gier immer selbst, da sie zu einigen Stellen noch "unbedingt und ganz kurz" (Blick auf das Handy und die Verlagsbegleitung) etwas erzählen wollte.

So wurde Anagramm am Beispiel der lieben Elke erklärt, die Stolz war "Klee" bilden zu können, obwohl sich auch ein "Ekel" ergeben kann. Nette Anekdoten über nächtliche Aufwachgründe (WC, Granufink - ihr wisst schon), der Unterscheid zwischen Jaguar und Leopard, den tatsächlich die Gestalterin der Einbände auch nicht kennt (schaut mal nach) usw.

Nach der Lesung war Fragezeit und hier kamen etliche zum Einsatz. Manche Wissbegiere wollten Fragen stellen und vergaßen diese vor Aufregung, aber Frau Gier war da sehr geduldig.

Wir erfuhren, dass sie die Verfilmung der Mütter-Mafia sehr gelungen fand und sich auf die Fortsetzung sehr freue. Das London für die Buchreihe Silber der beste Ort sei, da es was magisches an sich habe UND man die Recherchekosten von der Steuer absetzen könne!


© Sonja Kochmann


Die Verfilmung von Smaragdgrün stehe aufgrund der Besucherzahlen noch nicht fest, werde sich aber demnächst ergeben.

Witzig fand ich die Situation, in der ein junges Mädchen nach dem Ursprung (hoffentlich krieg ich als alte Schachtel den Begriff richtig zusammen) der echtmegaendgeilenhyperkrassen Idee für das Buch fragte. 

PAUSE. 

Publikum und Frau Gier baff. Hintergrund ist der: die Autorin hasst Fragen nach ihren Buchideen so sehr, dass sie meist von irgendwelchen Vögel erzählt, die übers Dach fliegen....oder Gedanken, die von den Füssen aufsteigen....Da die Frage aber mit einem so außergewöhnlichen Lob verpackt war, wurde sie auch beantwortet. (Die anwesende Journalistin der örtlichen Tageszeitung hatte an dieser Stelle wohl nicht aufgepasst und fragte kurze Zeit später die Frage, warum und wie sie Frauenromane und Jugendbücher schreibe und ZACK, da waren sie: DIE VÖGEL.)


© Sonja Kochmann


Die Lesung war einfach genial. Ich hätte bei Hugendubel trotz der Hitze in der Buchhandlung noch Stunden sitzen und zu hören können.

Ich konnte die niedlichen kleinen in China verpackten Schlüssel vom Cover beim Signieren ergattern und habe sie als "mein Schatz" nach Hause getragen.


© Sonja Kochmann




Rezension // Kerstin Gier - Silber: Das zweite Buch der Träume von SONJA


Liv Silber wird erneut mit Secrecys Allwissenheit konfrontiert. Wie kann es sein, dass die anonyme Schulbloggerin ihre verborgenen Geheimnisse kennt?

Auch die Nachtaktivitäten nagen an Liv: Träumen kann ja so anstrengend sein und wenn tagsüber die intrigante Bocker auch noch die junge Patchworkfamilie nervt....

Ich gebe zu, dass ich mich mit der Bewertung des Buches wirklich schwer tue. Denn ich war schließlich vom ersten Band mehr als begeistert und habe mich auf dieses Buch sehr gefreut. Doch irgendwie kam ich nicht richtig in die Geschichte herein. 

Die Geschehnisse um Liv plätscherten von Seite zu Seite so dahin und man merkte, dass dieser Band doch das "Mittelstück" einer Trilogie ist. Schließlich darf man noch nicht zuviel verraten, das Finale kommt ja noch.

Lustig und wie immer spritzig sind hier die Dialoge der teilweise sehr verschrobenen Figuren. Manchmal hat man direkt Lust, sich mit an den Tisch zu setzen und ein Vanillekipferl zu essen. Als Garten- und Buchsbaumbesitzerin fand ich eine Szene im Buch natürlich sehr hart, aber die Stelle erzielte durchaus seine Wirkung.

Liv bekommt mit dem Biest in Ocker (Bocker - die Namensgebung ist einfach genial) eine neue Herausforderung, die dem nächtlichen Stress die Krone aufsetzt.

Leider bekam ich zwischenzeitlich die Zeitung Bücher in die Hand, in der tatsächlich der namentliche Ursprung des nächtlichen Bösewichts genannt wurde. So spoilern tut noch nicht einmal ein Blogger bei seinen ersten Rezensionen. Dies verdarb mir ein wenig den Lesegenuss, obwohl ich zu diesem Zeitpunkt schon selbst Vermutungen in diese Richtung hatte.

Da es Lesestunden mit Ecken und Kanten waren, vergebe ich 6 von 10 Punkten, obwohl das vermutlich auch an den Umständen lag. Denn die Lesung war einfach nur genial!


Verlag: Fischer FJB
erschienen: 2014
Seiten: 416
ISBN: 978-3841421678



© Sonja Kochmann



© Sonja Kochmann

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Lesung // Sandra Lüpkes - Das kleine Inselhotel von SONJA



© Sonja Kochmann



Das Buch "Das kleine Inselhotel" hat mir beim Lesen sehr, sehr gut gefallen. Als ich beim Stöbern nach Lesungen in meiner Region feststellte, dass die Autorin genau dieses Buch in einer musikalischen Lesung vorstellt, war ich neugierig, wie eine musikalische Lesung wohl abläuft.


© Sonja Kochmann



Die Autorin las die Geschichte sehr lebhaft und hatte dazu passende Lieder herausgesucht, die sie vortrug. Die Abschnitte zwischen Vorlesen und Singen wurden mit Möwenlärm übergeleitet, so dass richtiges Urlaubsfeeling aufkam. (Wer also seinen Strandurlaub vermisst, der sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.)

Hierzu muss gesagt werden, dass Sandra Lüpkes früher eine Band namens "Strandgut" hatte. Die vorgetragenen Lieder, sind Lieder, die die Band nie veröffentlicht hatte und die von der Autorin vor einiger Zeit wieder gefunden wurden. Eigentlich hätte man die Lesung in dieser Form auch gleich aufzeichnen sollen, es wäre das perfekte Hörbuch herausgekommen. (In einer Szene kam im Text eine Klospülung vor, die dann auch tatsächlich durch die Buchhandlung rauschte.)


© Sonja Kochmann


Die übliche Fragezeit fiel hier aufgrund der musikalischen Einlagen etwas kürzer aus, so dass es hier nicht soviel zu berichten gibt.

Da ich die Krimis der Autorin bislang noch nicht kenne, habe ich mir diese jedoch gleich auf die Wunschliste gesetzt, denn eine solche Lesung verlangt einfach nach mehr von dieser Autorin.



© Sonja Kochmann

Freitag, 17. Oktober 2014

Rezension // Marissa Meyer - Die Luna-Chroniken: Wie Sterne so golden (03) von SINA


Cress ist seit Jahren in einem Satelliten eingesperrt und muss für die Königin von Luna mit ihre Begabung, sich in Computer einzuhacken, diverse Spionagetätigkeiten und Intrigen vornehmen. Doch Cress weiß, dass die Pläne der Königin zu Tod und Krieg führen und versucht, dem entgegenzuwirken. Sie nimmt Kontakt mit Cinder und ihren Freunden auf. Diese beschließen, Cress aus ihrem Satelliten zu befreien. Cress kommt ihrem Wunsch nach Freiheit einen Schritt näher. Doch ist alles so, wie sie es sich in ihrer Fantasie ausgemalt hat?

Der dritte Teil der Luna-Chroniken ist eine rasante Achterbahnfahrt durch sämtliche Gefühlsregungen, die man sich vorstellen kann. Freut man sich zu Anfang über eine neu eingeführte, sehr sympathische Figur namens Cress, kommt man bald zu Regungen wie Trauer und Hass. Aber nicht auf Cress, sondern auf die fiese Königin Levana, die mit allen Mitteln versucht, ihre Machtposition auszubauen und mit intrigen Mitteln zu Grausamkeiten greift, die nicht vorstellbar sind.

Ich habe mich sehr auf den dritten Teil gefreut und bin nicht enttäuscht worden. Die Reihe hat großartig begonnen und auch im dritten Teil sehe ich keinerlei Nachlassen. Im Gegenteil, ich finde, die Autorin hat sich von Buch zu Buch gesteigert und so freue ich mich umso mehr auf den vierten Teil der Tetralogie „Wie Schnee so weiß“, der leider erst im Herbst 2015 erscheinen wird. Im Frühjahr erscheint eine weitere Kurzgeschichte, in welcher es um Königin Levana geht. Der vierte Band der Reihe dreht sich dann überwiegend um Prinzessin Winter und soll eine Adaption an das Märchen Schneewittchen sein.

Hauptsächlich geht es im dritten Band um Cress, die sich nach Jahren der Einsamkeit im Weltall nun auf das Leben auf der Erde einstellen muss. Ihre Geschichte erinnert an das Märchen Rapunzel.

Der Bezug, der zu Märchen genommen wird, ist eindeutig, aber doch wieder neuwertig und es macht einfach Spaß, sich einfach in der Geschichte fallenzulassen und mitzuerleben, wie es Cinder, Cress und ihren Freunden ergeht und welche Ideen sie entwickeln, um endlich eine friedliche Erde zu erhalten.

Die Geschichte wird aus mal aus Cinders, mal aus Cress', mal aus Kais und mal aus Scarletts Sicht erzählt. So setzen sich Puzzleteile zusammen und ergeben letztendlich ein sehr stimmiges Bild und man kann sich so auch sehr gut in die einzelnen Personen hineinversetzen.

Die Geschichte ist eine fantastische Erzählung, die von Anfang an spannend ist und einem nicht loslässt. Die Autorin hat mit dieser Idee eine Welt geschaffen, in der es nicht um Friede, Freude, Eierkuchen geht, sondern um das Überleben der Menschen auf dem Planeten Erde.

Die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz. Zu jedem Topf gibt es ein Deckelchen, doch irgendwie schaffen alle es nicht richtig, sich gehen zu lassen, obwohl jeder seine Gefühle offenlegt. Dieses „Um-den-heißen-Brei-schleichen“ macht mich normalerweise wahnsinnig, aber hier passt es sehr gut zu den einzelnen Protagonisten.

Ich liebe Marissa Meyers Schreibstil und werde ihr Wirken garantiert weiterverfolgen und hoffe, dass das Gerücht stimmt, diese Reihe doch nicht als Tetralogie enden zu lassen.

Fazit:
Der bisher beste Band der Reihe. 10 Punkte.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2014
Format: Hardcover
Printseiten: 576
ISBN: 978-3-551-58288-1

s. a. Bibliografie Marissa Meyer
 

Sonntag, 12. Oktober 2014

Rezension // Ulf Schiewe - Normannen: Die Rache des Normannen (02) von SINA

Gilbert kommt nicht richtig zur Ruhe, schon schickt ihn Robert auf eine Reise nach Salerno, um die Fürstin Gaitelgrima dorthin zu begleiten, die ihre Familie besuchen will. Gilbert nimmt seine Freunde mit, denn auf diese kann er sich zu 100 Prozent verlassen. Kaum in Salerno angekommen, jagt ein Ereignis das andere. Eine Provokation Roberts ist der Anfang entscheidender Handlungen, die letztendlich dahin führen, dass Salerno von Feinden angegriffen wird. Kann Gilbert sein Versprechen halten und Gaitelgrima beschützen?

Auch wenn ich am ersten Band einige Kritik walten lassen musste, war ich sehr gespannt, wie es denn mit Gilbert und seinen Mannen weitergehen wird.
Nun liegt der zweite Teil der Normannen-Reihe vor und Gilbert bekommt den Auftrag, Gaitelgrima nach Salerno zu begleiten und für ihren Schutz zu sorgen.

Im Gegensatz zum ersten Band wird man in diesem Teil mehr von Gilberts Gefühlen mitbekommen und die Geschichte - wieder aus Gilberts Sicht geschildert - kommt richtig in Fahrt.

Für mich herausragend war die Figur der Gaitelgrima. Sie ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die ich im wahren Leben gerne kennengelernt hätte. Ihr Mut, sich in der damaligen Zeit gegenüber manchen Männern zu behaupten, hat mir imponiert.

Gilberts Entwicklung ist erstaunlich. Er hat sich sehr verändert, was wohl auch daran lag, dass er seine Fehler, die er in der Vergangenheit gemacht hat, auch gerade gegenüber seiner ehemaligen Geliebten Gerlaine, eingesehen hat und sich dahingehend auch ändern will und dies auch getan hat.

Die Geschichte an sich ist durchweg spannend und der Autor schafft es geschickt, die historischen Begebenheiten mit seiner Geschichte zu verbinden und daraus eine Story zu flechten, die hochinteressant ist.

Am Ende erwartet einem wieder eine Überraschung und man bekommt Lust, sofort den dritten Teil zu lesen, der allerdings erst im Frühjahr 2015 erscheinen wird. Also heißt es jetzt erstmal abwarten.

Fazit:
Geschichte in spannender Form. Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 01.07.2014
Printseiten: 416
Format: Taschenbusch
ISBN: 978-3-426-51317-0

s. a. Bibliografie Ulf Schiewe

Montag, 6. Oktober 2014

Rezension // Thea Verano - Sex, Kids und Rock'n'Roll von SINA

Lassen sich 2jährige Zwillinge, die Leidenschaft für Rock'n'Roll und der Start in ein neues (Liebes)Leben unter einen Hut bringen? Und dann auch noch in einem kleinen Ort namens Mergensruh, wo sie Fuchs und Hase Gute Nacht sagen? Amanda startet dieses Projekt, auch aus der Vernunft heraus, ihren beiden Zwillingsmädchen ein besseres zu Hause zu bieten, als sie den Gefahren der Großstadt auszusetzen.
Und so beginnt ein wilder Tanz zwischen Kindergarten, Gigs in Kneipen, Kleinstadtidylle und zwischenmenschlichen Beziehungen. Und dann ist da noch das Mergensruher-Kartell, dass Amanda das Leben schwer macht. Doch Amanda gibt nicht auf. Denn da ist ja auch noch Martin...

Gleich zu Anfang wird man in Amandas Welt gerissen. Idyllisch, zusammen mit ihrem geliebten Mann, zwei frischgeborenen Kindern und den Blick auf eine glückliche Zukunft gerichtet. Doch dann kommt alles ganz anders.
Amanda muss ein neues Leben starten. Ohne Mann, in einem kleinen Ort namens Mergensruh. Und sie ist gewillt, diese neue Herausforderung anzunehmen, sich über Wasser zu halten und ihren Kindern ein schönes Leben zu bieten und selbst wieder einen Blick in Richtung Zukunft zu werfen.

Amanda ist sehr schlagfertig, hat eine große Klappe, die sie in einige Fettnäpfchen treten lässt und arrangiert sich bestens mit der neuen Situation. Sie nutzt die Steine, die ihr in den Weg gelegt werden und baut sich eine eigene Straße damit. Doch auch ihre Fähigkeiten sind erschöpft.

Der Schreibstil der Autorin ist frech, witzig und strotzt vor Energie. Dies zieht sich auch bis zum Ende durch. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Autorin ebenfalls solch ein Wirbelwind ist.

Ich habe mich durchweg gut unterhalten gefühlt, konnte mich in manche Szenen sehr hineinversetzen und auch nachvollziehen, wie es mit Kindern so „abgeht“.

Natürlich kommt die Liebe auch nicht zu kurz, obwohl ich zugeben muss, dass mir der männliche Part, Martin, sehr blass geschildert wurde. Er hatte für mich keinen Tiefgang und wirkte sogar teilweise nicht sehr sympathisch auf mich. Es gab zu wenig Informationen über ihn, so dass er irgendwie ein bisschen fehl am Platz wirkte.

Sehr gut dagegen gefiel mir Audrey, eine robuste ältere Dame, die schon einiges in ihrem Leben erlebt hat. Sie gibt damit nicht an, hat aber immer wieder einen guten Rat für Amanda und wird ihr auch zu einer engen und liebevollen Freundin.

Kurzum: Die Geschichte macht Spaß, ist mit klugen und auch toughen Sprüchen versehen und gibt einem nach Lesen das Gefühl, man wäre mittendrin dabei gewesen.

Fazit:
Amanda tritt gerne in Fettnäpfchen, weiß aber auch geschickt, wie man da wieder rauskommt. 8 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2014
Format: ebook
Printseiten: 291
ASIN: B00N9BZA4I 

s. a. Bibliografie Thea Verano

Rezension // Ildefonso Falcones - Das Lied der Freiheit von SINA

Caridad ist eine Sklavin, die auf der Überfahrt von Kuba nach Spanien plötzlich ihre Freiheit findet. In Spanien angekommen, weiß sie jedoch nicht, was sie tun soll und so schickt sie ein Padre nach Sevilla, damit sie dort in einem Kloster für Schwarze unterkommt. Doch ihr Schicksal führt sie zu Melchor und dessen Tochter Ana und Enkelin Milagros, Zigeuner, die ihren Lebensunterhalt durch Wahrsagungen und Tabakschmuggel verdienen. Caridad, die auf Kuba ebenfalls mit Tabak zu tun hatte, ist ihnen eine wertvolle Hilfe. Und so entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Durch Blutfehden, Intrigen und politischen Verfolgungen ist ihrer aller Leben dann jedoch geprägt von Anfeindungen, Hass und dem Recht auf Freiheit.

Dies ist mein erster Roman von Ildefonso Falcones, obwohl ich schon oft von seinem hochgelobten Buch Die Kathedrale des Meeres gehört habe. Ich bin also mit gespannter Erwartung an die Geschichte herangegangen.

Ich muss zugeben, dass mich der Anfang des Buches dann auch gepackt hätte. Caridads Ankunft in Spanien und ihr Weg zu den Zigeunern mit der aufbauenden Freundschaft zu dem Mädchen Milagros hat mich sehr neugierig darauf gemacht, wie es denn mit allen Beteiligten weiterging. Doch hatte ich Schwierigkeiten, der Geschichte zu folgen bzw. richtig darin einzutauchen.

Dies lag zum einen an dem für mich recht schwierigen Schreibstil. Mit teilweise verschachtelten Sätzen und einer Vorliebe für detailgetreue Beschreibung konnte mich der Autor leider nicht so sehr packen. Mehrmals ertappte ich mich dabei, dass ich ganze Absätze nochmals las, weil ich sie einfach nicht richtig verstanden habe aufgrund der Fülle an Informationen.

Sehr gut gefallen haben mir die Beschreibungen der Zigeuner. Ihr Leben war (ist) bunt, laut, fröhlich, aber auch bestimmt von Stolz, teilweiser Arroganz und einem eher sinnlichen Leben. Der Starrsinn kam hier besonders hervor, vor allem wenn es um den Mutter-Tochter-Konflikt zwischen Ana und Milagros ging. Beide haben sich nichts gegeben, wussten auch, dass es eigentlich zwecklos ist, sich zu streiten, aufgrund ihres Stolzes führte aber kein Weg daran vorbei.

Das Thema "Tabak" steht im Vordergrund. Ob dies dann nun illegal besorgte Zigarren waren oder rechtmäßig im Tabakladen erworbene, ist egal. Hauptsache Tabak. Und jeder hat geraucht, ob jung, ob alt, ob Mann, ob Frau. Das nicht schon Babys mit Zigarette im Mund auf die Welt kamen, hat mich dann doch gewundert. Die meist sehr langen Dialoge drehten sich dann auch um dieses Thema, wenn nicht gerade Blutfehden vertieft oder Intrigen gesponnen wurden.

Fazit:
Alles in allem konnte mich der Roman nicht wirklich überzeugen und hat mich nun auch nachdenklich gemacht, ob ich - gerade aufgrund des Schreibstil des Autors - denn auch zu seinen anderen Werken greifen soll. Leider gibt es hierfür nur 4 von 10 Punkten.

Verlag: Bertelsmann
erschienen: 06. Oktober 2014
Printseiten: 752
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-10196-4

s. a. Bibliografie Ildefonso Falcones