Mittwoch, 30. Dezember 2015

Rezension // Andreas Geist - HAMBURG RAIN 2084: Die Seuche (6) von SINA


Ein Hacker namens Joker drangsaliert die gesamte Stadt mit seinen Computerviren. Kein Computer ist vor ihm sicher und so stößt er auch in Hochsicherheitssysteme vor. Andreas Melzer ist der Cyberspezialist bei der Kripo und wird von Aron Fuller angeheuert, sich des Jokers anzunehmen. Je näher Andreas jedoch an den Joker herankommt, umso mehr muss er sich auch mit seiner Vergangenheit abgeben. Und merkt, dass diese mit dem Joker und auch Aron Fuller verbunden ist. Nur inwieweit? Und welche Auswirkungen haben die Machenschaften des Jokers? Droht Hamburg im Chaos zu versinken?

Der letzte Teil der ersten Staffel der HAMBURG RAIN 2084-Reihe wartet nochmal mit einem echten Showdown auf. Rasant fängt es an und geht auch genauso weiter. Allerdings nur, wenn man sich in den verwirbelten Handlungssträngen nicht verliert. Und genau das ist mir leider passiert.

Zu Anfang lernt man Andreas Melzer kennen, der sich als Cyberspezialist bei der Kripo Hamburg verdingt. Er scheint sich mit seinem Job abzufinden, weiß aber, dass da noch was anderes ist. Nur kann er nicht einordnen, was genau. So kommt es ihm gerade recht, dass er vom Vorstand einer Sicherheitsfirma dazu angeheuert wird, sich auf die Suche nach dem berühmten Hacker Joker zu begeben. Mit Eifer stürzt er sich in die Arbeit, vergisst aber nicht, dass er auch noch ein privates Leben führt. 

Und ab hier bin ich mir nicht ganz sicher, was genau der Autor mit der Einbringung der Beziehung zwischen Andreas und seiner Freundin Stina bezwecken möchte. Ich kann nur davon ausgehen, dass Stina in der nächsten Staffel vielleicht noch eine größere Rolle spielen wird. Denn es wird einiges angedeutet, jedoch nicht richtig aufgelöst.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mit dem letzten Teil dann doch etwas überfordert war. Es waren zu viele computertechnischen Begriffe und Abläufe. In meinen Augen verlor sich der Autor in der Geschichte und wollte vieles unterbringen. Es gab mehrere Handlungsstränge, die zwar letztendlich zu einem führten, sich jedoch so verkomplizierten, dass ich Probleme hatte, der Handlung zu folgen.

Allerdings hat die Geschichte auch zum Nachdenken angeregt. Wie abhängig ist man von computergesteuerten Maschinen, wie sehr lässt man sich von diesen kontrollieren? Insoweit hat es der Autor einem gut vor Augen geführt, wie mit ein paar Codes, Tastenkombinationen und Algorithmen etwas sehr schnell den Bach runtergehen kann.

Diesmal befinden wir uns in den höheren Ebenen von Hamburg und erhalten Einblick in die etwas privilegierten Personen. Diejenigen, die die Chance erhalten haben, ein gutes Leben zu führen. Hier spielt Geld und Macht eine große Rolle und genau das ist es, was der Joker auch ankreiden will. Er möchte aufmerksam machen auf die Ungerechtigkeit, die in Hamburg herrscht. Oben die Reichen und unten die Armen.

Trotz der vielen technischen Begriffe, die mich etwas holpern ließen, gab es dann doch sehr spannende Momente, vor allem am Ende, als alles anfing, sich aufzulösen (mit Ausnahme der Figur Stina).

Auch wenn mich die letzten Bände der Reihe nicht gerade vom Hocker gerissen haben, hat mich doch die ganze Staffel sehr beeindruckt. Hier eben schon die Idee, dass die Welt im Regen versinkt und sich Hamburg zu einer großen Festung entwickelt hat, die in mehrere Ebenen eingeteilt ist. 

Ich freue mich auf die zweite Staffel und hoffe, dass etwas mehr von der technischen Schiene zurückgegangen wird und vielleicht auch mehr Action ins Spiel kommt.

Fazit: 
Für computerversierte Nerds garantiert ein Genuss, für weniger technisch Begabte ein Buch mit Sieben Siegeln. Insgesamt jedoch lesenswert und interessant. Von mir gibt es für "Die Seuche" daher leider nur 5 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2015
Format: ebook
Printseiten: 188
ISBN: 978-3-426-43752-0




Rezension // Mathias Malzieu - Die Mechanik des Herzens von SINA


Jack kommt in einer bitterkalten Winternacht zur Welt. Während der Geburt friert sein Herz ein und die Hebamme Doktor Madeleine setzt ihm eine Kuckucksuhr als Ersatz ein. Fortan lebt er bei Madeleine, da seine richtige Mutter ihn nicht will. Als er bei einem Besuch in der Stadt die kleine Tänzerin Miss Acacia kennenlernt, ist es um ihn geschehen. Sein Uhrwerk fängt an zu rasen und die Zeiger in der Brust fangen an zu schmerzen. Er verliebt sich Knall auf Fall. Doch dies ist nicht gut, denn der Schmerz kann ihn dazu bringen, dass das Uhrwerk stehen bleibt. So hält Doktor Madeleine ihn von allem fern. Doch Jack kann seine Tänzerin nicht vergessen und macht sich auf die beschwerliche Suche, auch auf die Gefahr hin, dass er an der Liebe stirbt.


So vieles habe ich schon über diese kleine Geschichte gehört, so dass ich nun - nach viel zu langem Warten - doch mal nach ihr gegriffen habe. Ganz leise fängt sie an, steigert sich nach und nach, um sich dann am Ende klammheimlich ins Herz zu schleichen.

Der Hauptprotagonist Jack ist ein naiver kleiner Junge, der nur das Dasein im Hause seiner Ersatzmutter Doktor Madeleine kennt. Ein kurzer Besuch in der Stadt bringt sein ganzes bisheriges Leben durcheinander. Die Liebe trifft ihn. Und so macht er sich auf die Suche nach seiner Zukunft und trifft dabei so einige interessante Leute.

Jacks Weg ist nicht leicht. Schon gar nicht, wenn man eine Uhr statt eines Herzens in der Brust trägt. Und dies ist nicht das Außergewöhnlichste in dem Buch. Zumindest lässt es der Autor so aussehen, als wäre es nichts Außergewöhnliches. Alles was Jack erlebt, ist sonderbar und einzigartig. Und so ergibt sich eine sonderbar einzigartige Geschichte mit Tiefgang. 

Dieses moderne Märchen für Erwachsene rührt mit seiner Zartheit und seinen versteckten Botschaften. Trotzdem bleibt eine gewisse Frage, wohin denn alles führen soll. Zwischendrin plätschert die Geschichte in bisschen vor sich hin. Und da das Buch „nur“ 192 Seiten hat, ist dies leider ein Kritikpunkt. Denn diese Längen hätte man mit etwas mehr Pep auffüllen können. 
Erst gegen Ende fängt sich der Autor wieder. Aber trotzdem nehme ich ihm diese kleine Atempause nicht übel.

Mit Miss Acacia hatte ich meine Probleme. Sie war mir von Anfang an nicht sympathisch. Sie kam egoistisch und selbstgefällig rüber. Währenddessen war mir die liebste Person Doktor Madeleine. Sie ist das genaue Gegenteil von Miss Acacia. Selbstlos, rücksichtsvoll und fürsorglich. Dieser Gegensatz wurde sehr deutlich gemacht.

Ein bisschen erinnerte mich das Buch an einen Tim-Burton-Film. Skurril, fantasievoll und mit dem gewissen Extra an zauberhaften Dingen ergibt sich somit eine faszinierendes Gesamtbild. 

In der Geschichte tauchen auch historisch belegte Figuren auf. So mal Jack the Ripper oder Georges Méliès, der unter anderem bekannt ist für den ersten Sciencefiction-Film „Die Reise zum Mond“.

Dass der Autor solche Persönlichkeiten einfach so einfließen lässt, fand ich sehr gelungen. 

Die einzelnen Charaktere sind allesamt etwas schwierig, jede hat so ihre Eigenarten. Zusammen ergeben sie jedoch eine so tolle Gemeinschaft, dass es einfach nur Spaß macht, sich mit den einzelnen abzugeben. 

Auch das Cover ist sehr erwähnenswert. Benjamin Lacombe zeichnet sich für das Bild verantwortlich. Er hat schon mehrere Bilderbücher illustriert und auch geschrieben. Mit ihm werde ich mich auch mal näher beschäftigen, da mir der Stil des Covers sehr gut gefällt.

Letztendlich kann ich nur sagen, dass das ganze Buch viel Liebe ausstrahlt. Liebe zum Detail, zu den Figuren, den Orten und der Geschichte selbst. Der Schreibstil des Autors gibt noch einen großen Teil dazu. Und so ergibt sich trotz der kleine Länge im Mittelteil doch noch ein stimmiges Gesamtbild, das es fast unmöglich macht, das Buch nicht zu lieben. 

Durch den bildlichen Schreibstil hatte ich fast einen kompletten Film vor Augen. Und so bin ich gespannt, ob denn die Verfilmung des Buches, die unter dem Namen „Jack und das Kuckucksuhrenherz“ veröffentlicht wurde, meinen Erwartungen entspricht. Der Trailer dazu sieht schon mal vielversprechend aus. Auch wenn ich mir hier vielleicht ein Mitwirken von Tim Burton gewünscht hätte, bin ich gespannt, wie Luc Besson sich des Themas angenommen hat. Den Trailer zu dem Film findet ihr auf YouTube.

Da mittlerweile weitere Geschichten des Autors erschienen sind, werde ich mir diese auch zu Gemüte führen. Sein Stil gefällt mir ausgesprochen gut und wenn ich so Titel wie „Der kleinste Kuss der Welt“ oder „Metarmophose am Rande des Himmels“ höre und ebenso wunderschöne Covern sehe, schlägt mein Bücherherz einfach höher.

Fazit:
Eine liebenswerte kleine Geschichte mit Herz. Von mir gibt es dafür die verdiente Punktzahl von 10. 

Verlag: carl`s books
erschienen: 2014
Printseiten: 192
Format: ebook
ISBN: 978-3-442-74780-1


Montag, 21. Dezember 2015

Rezension // [Hörbuch] George R. R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer: Die Saat des Goldenen Löwen (4) von SINA

Noch immer liegen die Sieben Königreiche im Streit. Jeder will König sein und verteidigt sein Reich bzw. macht sich auf, neue Reiche zu erobern. So auch Joffrey, der Sohn des verstorbenen Königs Robert Baratheon. Doch Gerüchte gehen um. Er sei nicht Roberts Sohn, sondern entstanden aus dem Inzest seiner Mutter Cersei mit deren Zwillingsbruder Jaime.
Robb Stark, der König des Nordens leistet heftigen Widerstand und möchte Gerechtigkeit.
Doch auch Daenerys Targaryen, die Drachenmutter möchte den verloren gegangenen Thron wieder für sich und ihre Familie erobern. Und sie hat die Hilfe von drei Drachen.

Band 03 hat spannend aufgehört, Band 04 geht genauso spannend weiter und endet damit, dass man sich regelrecht nach dem nächsten Buch sehnt.
Wie auch in den Rezensionen zu den Vorgängerbänden gehe ich wieder auf den herrlichen Schreibstil des Autors ein. Die Detailliebe nimmt meiner Meinung sogar noch zu und so findet man sich in den wundersamsten Gesprächen, Racheplänen, Strategieplanungen und Gedanken der Charaktere vor.

Noch immer habe ich meine Lieblinge wie Tyrion Lennister, Jon Schnee und Daenerys Targaryen und es kommen auch immer noch Charaktere hinzu, denen ich am Anfang nicht so nahe war und nun mittlerweile auch mehr um sie bange oder ihnen Böses wünsche.

Neu hinzugekommen ist Osha, eine Wildlingsfrau, die sich um Bran und seinen Bruder Rickon kümmert. Sie hat immer einen „coolen“ Spruch auf den Lippen, weiß Rat und versucht, das Leben der beiden Kinder zu retten.

Oder aber auch Bronn, ein Söldner und – meiner Meinung nach – bester Freund von Tyrion. Er hat auch immer einen passenden Spruch auf Lager und sagt seine Meinung, auch wenn diese nicht immer ankommt. Aber gerade diese Ehrlichkeit finde ich sehr gelungen.

Die Reihe hat sich in mein Herz geschlichen. Egal in welcher Form. Ob in geschriebener (digital oder retro) sowie gesprochener. Denn der Sprecher Reinhardt Kühner schafft eine wirklich tolle Atmosphäre. Durch nur minimale Veränderung seiner Stimmlage gibt er den Figuren ihre eigene Stimmfarbe. Hier kann ich z. B. den Narr von Selyse Baratheon hervorheben oder die gesungenen Abschnitte. Egal wie, man fühlt sich in die Geschichte hineinversetzt und wünscht sich, ewig zuhören zu können. Doch dann ist das Hörbuch auch schon vorbei und man merkt gar nicht, dass man über 21 Stunden Hörvergnügen hinter sich hat.

Meine Begeisterung für die Reihe kennt keine Grenzen. Auch die TV-Serie „Game of Thrones“ hat mich gepackt.
So finde ich es wahnsinnig faszinierend, wie detailgetreu auch an den Büchern drangeblieben wurde.
Die Schauspieler sind meiner Meinung nach sehr gut gewählt und so hat man auch von jedem beim Lesen ein Bild im Kopf, was alles für mich noch realer macht.

Fazit:
Ich kann es nur wiederholen: Auch gehört ein Genuss! Es lohnt sich.
10 von 10 Punkten.

Verlag: Randomhouse Audio
erschienen: 2012
Format: 2 mp3-CD
Länge: 21 Std. und 49 Min
ISBN: 978-3-8371-1935-0

Rezension // Soman Chainani - The School for Good and Evil: Es kann nur eine geben (1) von SINA


Sophie und Agatha leben in Gavaldon und sind beste Freundinnen. Während Sophie sehnsüchtig darauf wartet, vom Schulmeister entführt und auf die Schule für Gute gebracht zu werden, lebt Agatha mit der Angst ebenfalls geholt zu werden, allerdings für die Schule der Bösen. Und es kommt wie es kommen muss. Beide werden geholt, doch dann entscheidet sich alles anders, als gedacht und beide Mädchen müssen sich entscheiden, was wichtiger ist. Für ein Märchen ausgewählt zu werden oder ihre Freundschaft zu retten. 

„Märchen neu geschrieben“ ist ja im Moment sehr in der Mode. Dies sieht man alleine schon an den Luna-Chroniken von Marrissa Meyer und noch etlichen anderen Büchern, die sich mit dem Thema Märchen befassen. 
Diesmal geht es um Sophie und Agatha, die gegensätzlicher nicht sein können. Sophie ist wunderschön, zieht gerne Kleider an und kümmert sich - in ihren Augen positiv - um ihre Mitmenschen. Agatha ist hässlich, läuft in schwarzen Klamotten herum und kümmert sich nicht viel um andere. 

Als beide an der Schule für Gut und Böse ankommen, passiert jedoch etwas, was beide nicht gedacht hätten und ab da geht das Abenteuer erst richtig los. 
Gleich am Anfang merkt man, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Die leichte Schreibweise verführt dazu, dass man dann doch über einiges hinwegliest und sich als Erwachsener nicht alles so richtig merkt, da mit vielen unbedeutenden Szenen dann doch die Geschichte etwas in die Länge gezogen wird.
Die Grundidee, dass Märchenfiguren erst mal auf eine Schule müssen, bis sie später für eine geeignete Geschichte ausgesucht werden, fand ich sehr erfrischend. Bei vielen Kindern auf der Schule wusste man auch gleich von Anfang an, was sie später denn für ein Figur verkörpern würden. Und dann waren da noch Sophie und Agatha. Unterschiedlicher können zwei Mädchen gar nicht sein. Aber die beiden sind Freunde, obwohl ich bei Sophie eher das Gefühl hatte, dass sie Agatha nur als Freundin hat, weil sie hässlicher war und Sophie damit in einem besseren Licht stehen ließ. Und Agatha war eigentlich nur froh, dass sie jemand hat, der sich mit ihr abgibt und hat sich auch einiges schön geredet. Trotzdem verbindet die beiden etwas, was fast unmöglich ist. Dies ergibt sich jedoch erst im Laufe der Geschichte.

Ich bin sehr gespannt, wie der Autor denn nun die Geschichte weitergesponnen hat. Bis jetzt sind vier Teile der Reihe erschienen. 
Mit der Idee der Schule, zwei so unterschiedlichen Mädchen und der Unendlichkeit der Fantasie gibt es bestimmt noch einiges, was aus der Geschichte herausgekitzelt werden kann.

Da ein Ereignis das nächste jagt, kommt man fast nicht zur Ruhe und so hatte ich Probleme, das Buch mal mittendrin wegzulegen, weil ich einfach wissen musste, wie es denn weitergeht. Auch wenn Sophie doch eine recht nervige Art hat, wollte ich sie nicht missen, denn sie bildet einfach den perfekten Gegenpart zu Agatha, die doch eher ruhig und besonnen an die Sachen herangeht.

Vieles war jedoch nicht so ausgereift und wurde vom Autor irgendwie als Voraussetzung angesehen. D. h. man musste sich doch einiges zusammenreimen bzw. länger im Ungewissen bleiben, bis endlich mal eine Erklärung erfolgte. Teilweise war diese Erklärung dann auch noch etwas zu wage und ich fühlte mich manchmal etwas im Stich gelassen. 

Trotz der kleineren Mängel fühlte ich mich sehr gut unterhalten und hätte gerne gleich noch etwas länger in der Märchenwelt von Sophie und Agatha verbracht. So muss ich allerdings noch etwas warten, bis der nächste Teil erscheint. 

Fazit:
Eine interessante Herangehensweise, tolle Charaktere und noch viel Potential zum Ausbau. Von mir gibt es dafür 7 von 10 Punkten.

Verlag: Ravensburger
erschienen: 2015
Printseiten: 512
Format: ebook

ISBN: 978-3-473-40127-7

Rezension // Charlotte Roche - Mädchen für alles von SINA


Christines Leben ist nicht das Gelbe vom Ei. Sie braucht Hilfe und bekommt diese in Form von Marie, die sich um Haushalt und Kind kümmert. Doch Christine merkt nach kurzer Zeit, dass ihr Ehemann sich auch für das Hausmädchen interessiert. Das lässt sie nicht auf sich sitzen und geht in die Offensive. Sie selbst will das Hausmädchen für sich erobern.

Charlotte Roche ist bekannt für Romane wie „Feuchtgebiete“ und „Schoßgebete“, in denen es nicht gerade sehr zimperlich zugeht. Ekelhafte Handlungen und Sex stehen an der Tagesordnung und je deftiger, umso besser. 

Diesmal schlägt Charlotte Roche für ihre Verhältnisse eher leichte Töne an. Christine ist eine überforderte Frau. Sie kommt mit Haushalt, Kind und Ehe nicht klar, hat eine heftige Depression und suhlt sich in Selbstmitleid. Ihre Auszeit nimmt sie sich, in dem sie sich auf die Couch legt und einfach schläft oder Fernseh schaut, ohne sich um ihre Umgebung zu kümmern. Dies schließt aber auch ihr Kind mit ein. Wie alt die Kleine ist, wird nicht bekannt gegeben, aber sie kann noch nicht laufen, also wahrscheinlich noch unter einem Jahr.

Die Tatsache, dass sich Christine nicht um ihre Tochter kümmert, hat mir persönlich sehr weh getan. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man sich dermaßen unbeteiligt durch den Tag schlägt und seine Mitmenschen und die Familie vergisst bzw. sich egoistisch verhält.

Weiter konnte ich mit der Erzählweise der Autorin auch nicht ganz warm werden. Meist nichtsaussagende Sätze führen zu einem großen nichtsaussagenden Absatz, was letztendlich zu seinem nichtsaussagenden Buch führt. 

Außer mit ekligen Ansätzen, einer weinerlichen Protagonistin, einem Kindermädchen, das zu nichts nein sagt und einem Ehemann, der mir persönlich mehr als leid getan hat, kann das Buch mit sonst nichts aufwarten.

Da ich hoffte, dass am Ende vielleicht doch noch eine Bestätigung kommt, warum man bei dieser Geschichte durchhalten soll, wurde ich dann mal wieder eines Besseren belehrt. Der „Showdown“ hat mir persönlich gezeigt, das Einfallslosigkeit dazu führt, sich so dermaßen zu verzetteln, dass man am Ende gar nicht mehr weiß, wo hinten und wo vorne ist. 

Für mich das mit Abstand schlechteste Buch des Jahres 2015.

Fazit:
Der Beweis, dass ich von Charlotte Roche kein Buch mehr anfassen werde. Für "Mädchen für alles" gibt es 1 von 10 Punkten.

Verlag: Piper
erschienen: 2015
Printseiten: 240
Format: ebook
ISBN: 978-3-492-97269-7


Donnerstag, 10. Dezember 2015

Rezension // Geneva Lee - Royal Passion von SONJA

© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann

Clara Bishop, eine in Amerika aufgewachsene Engländerin, hat es endlich geschafft: Ihren Abschluss an der Oxford University. Dies muss gefeiert werden! Auf der Abschlussfeier trifft sie einen attraktiven Fremden, der sie unverschämter Weise küsst. 

Die Klatschpresse beendet Claras Unwissenheit, als ihr Foto mit dem Fremden gedruckt wird: es ist der Kronprinz.
Er übt eine magische und gefährliche Anziehungskraft auf Clara aus. Kann das gut gehen?

Wer bei der Covergestaltung und des Titels an die After Passion Reihe von Anna Todd denkt, liegt falsch! Ich selbst bin kein Freund von Tessa und Hardin, so dass ich bewusst sagen kann: Clara und Alexander sind erwachsener. Sie haben zwar auch ihren dunklen Geheimnisse, aber sie gehen bewusster miteinander um. Beide wissen schon ganz genau, was sie vom Leben wollen bzw. was sie erwartet.

Alexander hat mich ein weniger an Jesse aus der Lost in You Reihe von Jodie Ellen Malpas erinnert, was aber vermutlich von dem englischen High Society Flair des Buches ausgelöst wird.

Die königliche Familie und ihr Gefolge sind schlimmer als jede Clique an einer Schule, so dass man mit Clara ordentlich mitleiden muss und sie fast ein wenig für ihren Stil und ihre Schlagfertigkeit bewundert.

Die erotischen Szenen sind bis auf eine natürlich und nicht überzogen gestaltet, wobei man sich allerdings bei manchen Seiten aufgrund der Häufigkeit fragen muss, wie es Clara schafft, noch gerade gehen zu können. 
In einer Szene ist jedoch von einer Buschtrommel die Rede, bei der ich den erotischen Charakter stark bezweifeln muss. Ob es sich hier bei um eine Übertreibung der deutschen Übersetzung handelt, kann ich an dieser Stelle nicht sagen.

Ihre Mitbewohnerin bietet die nötige Unterstützung (sowohl menschlich, modisch als auch verbal). Wem dieses Stilelement bekannt vorkommt, denkt vermutlich an die Driven Reihe von K. Bromberg.

Ist diese Reihe also abgekupfert? Ein ganz klares NEIN. Mit Clara und Alexander (genannt X bzw. His Royal Hotness) bettet die Autorin eigenständige Charaktere in eine royale Umgebung - es wird geliebt, gelitten und gehasst wird in jedem Liebesroman. 

Bleibt abzuwarten was der X Faktor und Band 2 und 3 bieten werden: Ich bin dabei. Volle Punktzahl!


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2016
Seiten: 448
ISBN: 978-3734102837


Rezension // Debbie Macomber - Winterglück von SONJA


Jo Marie Rose hat ihren Mann verloren und beschließt im beschaulichen Cedar Cove neu anzufangen. Sie kauft ein Bed and Breakfast und versucht in der Kleinstadt Fuß zu fassen. Ihre ersten Gäste Abby und Josh lebten einst hier und werden durch die diverse Umstände gezwungen, zurückzukehren.

Schnell merkt Jo Marie, dass ihr die Arbeit mit Menschen liegt und Sie und ihre Gäste haben ein turbulentes Wochenende und einen Neuanfang vor sich.

Die Idee einer Aussteigerin mit einem Bed and Breakfast in einer Kleinstadt ist nicht neu, wird aber hier sehr viel versprechend umgesetzt. Der Verlust ihres Mannes lässt Jo Marie glaubwürdig für die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen erscheinen, da sie ja schließlich selbst gerade dabei ist, ihr Leben zu sortieren.

Anfänglich war ich etwas irritiert über die Auflistung des Werdegangs von Jo Marie, Abby und Josh. Dies legte sich aber nach ein paar Seiten und ich war schnell drin in der Geschichte mit Herz und Gefühl.

Die Bewohner von Cedar Cove sind die typischen Kleinstadtmenschen - von eigenbrötlerisch bis neugierig und hilfsbereit ist alles mit dabei. Die beschriebenen Lädchen, und Restaurants würde ich gern mal besuchen.

Die Koch- und Backkunst von Jo Marie ist übrigens nichts für Diätabbrecher. Die Autorin scheint kochen zu können....oder hat zu mindestens genaue Vorstellungen davon!

Jo Maries Zukunft lässt auf drei weitere spannende Bände mit ihren zukünftigen Gästen schließen. 

Wer nun aufgrund des Covers meint, dass Buch nur in der Winterzeit lesen zu können, liegt falsch. Hier handelt es sich wohl lediglich um eine Variante der deutschen Titel- und Covergebung. (Wobei ich diese sehr schön, aber leider irreführend finde.)

Dieses Buch habe ich in zwei Tagen verschwunden. Wer also ein Buch mit Herz und Gefühl sucht, wird hier fündig. 9 von 10 Punkten!


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 416
ISBN: 978-3734102493
© Sonja Kochmann



Rezension // Monica Davis - Outcasts: Lost Island von SONJA


Welltown - errichtet auf einem Berg in England. Es ist nach Anstieg des Meeresspiegels ein Zufluchtsort, der strikte und unterdrückende Regeln beinhaltet. Die 18 jährige Kate strebt ein Leben als Senatorin an und möchte ihren Freund Liam heiraten, doch dieser hält nichts vom strengen Regime. Kate muss ihn ausliefern, um ihre Existenz in Welltown sichern zu können. Denn die Outcasts werden ausgeschlossen und müssen in einer Strafkolonie ums Überleben kämpfen.

Kate wird eines Tages auf die Insel der Strafkolonie Lost Island geschickt, um den Rebellen Wolf auszuspionieren. Sie traut ihren Augen kaum: es ist Liam. Was wiegt mehr: die Liebe von einst oder ihre Verpflichtungen?

Dystopien sind derzeit ein beliebtes Genre. Schließlich kann man die Zukunft überzogen darstellen und gesellschaftskritisch agieren ohne aktuelles politisches Geschehen zu sehr zu kommentieren.

Mit Outcasts ist Monica Davis ein interessantes Endzeitszenario für Jugendliche und auch für Erwachsene gelungen.

Die freie Entwicklung, Gefühle und auch die Träume der Jugendlichen werden durch Hormonhemmer und die strengen Vorgaben der familia eingeschränkt. Das die Freiheit ein besonders schützenswertes Gut ist, wird anschaulich verdeutlicht.

Der Luxus der Medizin und der Nahrungsmittel wird besonders durch die Gegenüberstellung Stadt/Wildnis betont. Wie kann man dort bloß überleben?

Der Zwiespalt von Kate, Liams Freiheitsdrang und einige interessante Nebencharaktere machen nach diesem Auftakt Lust auf die nachfolgenden drei Bände. Volle Punktzahl!


Verlag: Books on Demand
erschienen: 2015
Seiten: 152
ISBN: 978-3738609141

Rezension // Emily Bold - Auf der Suche nach Mr. Grey: Autsch ist ein schlechtes Safeword von SONJA


Anna ist Single und absolut ergriffen von den bösen und heißen Jungs in ihren Liebesromanen. Also beschließt sie, sich auf einer Online-Single-Plattform anzumelden, um ihr Singleleben zu beenden und ihr devotes Ich zu entdecken. Dumm nur, wenn sich die Kandidaten als absolute Witzfiguren herausstellen - sehr zur Belustigung ihres Mitbewohners Marcs. 

Frauen stehen nicht auf Schuhe. Nein, gar nicht. Nachdem ich beim ebook Kauf ständig dieses schicke Cover vor Augen hatte, musste das ebook neulich mit in den Warenkorb. 

Das ebook war ein absoluter Glücksgriff! Ich habe mich gekringelt vor Lachen. Ich bin selbst Fan von Liebesromanen (zwar kein Single), aber der derzeitige Boom von Erotik etc. verdient auch einmal eine Prise Humor und das gelingt hier wunderbar.

Anna und Marc sind eine WG, wie sie im Buche steht. Die beiden ziehen sich andauert auf und Annas brach liegendes Liebesleben lässt "frau" mitleiden.

Ihre Kandidaten und die damit erfundenen Schlamassel sind herrlich zu lesen, so dass ich zwar traurig war, dass das Buch nach ca. 102 Seiten endete, ich aber definitiv zum nächsten ebook der Reihe greifen werde. Volle Punktzahl - auch wenn ich an dieser Stelle keine Hinweise auf die Schlamassel geben werde, um die Anekdoten der Autorin nicht zu spoilern. (Nur soviel: Pfannenwender können sexy sein, müssen aber nicht….)


Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
erschienen: 2015
Seiten: 102
ISBN: 978-1507825495

Rezension // Anna Todd - After Forever von SONJA

© Sonja Kochmann

Tessa und Hardin. Hardin und Tessa. Der finale Band nach diversen ordentlichen Cliffhangern.

Die ständige On-Off-Beziehung von Tessa und Hardin ist stetigen chaotischen Ereignissen ausgesetzt. Beide sind nicht in der Lage, sich im akuten Geschehen zu ändern oder anzupassen. 

2416 Seiten umfassen die Bände 1 bis 3 und dennoch kommen die beiden nicht voran! Ich habe mich mit mehr als vier Anläufen durch dieses Buch gequält, da ich die Hoffnung auf ein versöhnliches Ende nicht aufgeben wollte. Hardin und Tessa sind für mich inzwischen ein rotes Tuch: unreif, verantwortungslos, kindisch.....

Die On-Off-Beziehung mit den Handlungscliffhangern könnte das Drehbuch für eine Soap aus dem US Fernsehen sein. (Wir erinnern uns mal an Reich und Schön. Seit nun mehr 20 Jahren sind Brooke und Ridge in diesem Beziehungsstatus.)

Die Dialoge bieten auch keine Abwechselung mehr, so dass es elendig zäh zu lesen ist. Der Leser bekommt erst nach einigen Zeitsprüngen die Aussicht auf ein Ende geboten. Doch hier arbeitet die Autorin mit Rückblicken auf bisher Geschriebenes, so dass auch hier keine Abwechslung aufkommen will.

Am Ende kann ich sagen: Ich hab es geschafft oder viel mehr überstanden! Ob eine Geschichte um ein Liebespaar, was kaum Entwicklungen durchmacht in vier Bänden mit 2992 Seiten erzählt werden muss, ist mehr als fraglich. 2 von 10 Punkten.

Die angekündigten Bände der Autorin um die Zeit "vor Tessa" und die eigene Geschichte um Landon werde ich wohl auslassen.

Verlag: Heyne
erschienen: 2015
Seiten: 576
ISBN: 978-3453418837



Mittwoch, 9. Dezember 2015

Rezension // Ursula Poznanski und Arno Strobel - Fremd von SONJA


Wie würdest DU reagieren, wenn ein fremder Mann in DEINEM Wohnzimmer steht und behauptet mit DIR verlobt zu sein? Panik macht sich breit und DU möchtest zum Messer greifen.....

Nach der Lesung mit diesen beiden tollen Autoren war ich richtig neugierig auf das Buch. Thriller sind inzwischen zwar nicht mehr mein bevorzugtes Genre, doch die Handlung aus zwei Perspektiven erzählen zu lassen, die auch tatsächlichen von zwei verschiedenen kreativen Köpfen geschrieben wurden, hat mich gereizt.

Die Kapitel beschreiben anfänglich die gleiche Situation von Joanna und Erik. Später dann aufeinander folgend. Dies führt rasch dazu, dass Tempo aufkommt.

Der Leser leidet mit beiden Charakteren mit, denn schließlich kann man ja noch gar nicht erkennen, wer hier im Recht oder im Unrecht bzw. wer Gut und Böse ist. 

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Zwischendurch hatte ich eine leichte Ahnung, woher Joannas Gedächnisverlust kommen könnte, die sich dann auch bewahrheitete. Doch dies tat dem Spannungserlebnis keinen Abbruch. Die aktuelle politische Lage findet sich in beängstigender Weise auch in diesem Buch wieder, so dass es ein wahrlich brandaktueller Thriller mit besonderen Stilmitteln ist! Volle Punktzahl!

Besonders erwähnenswert finde ich eine Rezension in einer sehr bekannten Bücherzeitung, die davon spricht, dass ein "wirres Realitätskonstrukt" geschaffen wurde, in dem "die Bälle hin- und herflogen und im Versuch jeden davon in der Luft zu halten, gelegentlich noch ein Element herbeikonstruiert werden musste". Dies empfand ich zu keinem Zeitpunkt! Auch das zwei "Spitzenautoren sich zu geistigen Höhenflügen angetrieben und dabei den Boden unter den Füßen verloren haben", kann nur jemand schreiben, der die besondere Perspektive nicht nachempfinden konnte.

Ich freue mich schon jetzt auf das zweite Buch des Duos (Es wird keine Fortsetzung!).

Verlag: Wunderlich
erschienen: 2015
Seiten: 400
ISBN: 978-3805250849


© Sonja Kochmann



Rezension // Poppy J. Anderson - Touchdown fürs Glück von SONJA


Julian gehört zu den Titans. Umschwärmter Footballer und Frauenschwarm. Eines Abend trifft er Liv wieder - seine Frau. Denn obwohl sich beide seit Jahren nicht gesehen haben, verband die beiden einst Liebe. Doch etwas ist geschehen...haben die beide eine Chance?

Ich kann es nicht genug sagen: Der Schreibstil der deutschen Autorin ist genauso famos wie die große amerikanische Liebesromanautorin Susan Elizabeth Phillips. Wer diese Romane favorisiert, wird auch diese Reihe lieben!

Poppy J. Anderson schafft es, schlagfertige Figuren in eine realistische Handlung einzuflechten, so dass man sich zu keinem Zeitpunkt langweilt. 

Im klassischen Liebesroman müssen Held und Heldin eine oder mehrere Hürden überwinden, um zusammen das Glück erreichen zu können. Hier ist der Tod eines Babys ein ernstes Thema und die Gefühle der Figuren, die Zweifel und Ängste wurden hervorragend dargestellt.

Auch der sportliche Aspekt kommt nicht zu kurz, denn dass harte Sportler durch Yoga beweglich werden, ist inzwischen tatsächlich ein beliebtes Trainingsmittel. 

Da die Titans eine Reihe voll mit kräftigen Jungs sind, freue ich mich schon auf die Folgebände, denn durch humorvolle Anspielungen auf das Sex- und Liebesleben der Teamkollegen werden bereits vielversprechende Alphamännchen ins Spiel gebracht, die dringend an die Frau gebracht werden müssen.

Die Autorin schaffte es jedoch, mir für einen kleinen Moment einen Schrecken einzujagen: denn der Held wird mit einer Bahre vom Feld getragen. Aber seid unbesorgt. Es hätte eine Trage sein müssen. Übersetzungsfehler kann man hier wohl ausschließen.    ;)

Touchdown für die Autorin. Volle Punktzahl.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2015
Seiten: 368
ISBN: 978-3499269325


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Lesung // Sebastian Fitzek - Das Joshua Profil von SONJA


Meine erste Lesung mit Sebastian Fitzek fand in einer besonderen Kulisse statt: in einer Kirche! 

Bevor es losging, saßen wir alle ganz andächtig auf unseren Plätzen und warteten. Als Sebastian Fitzek seinen Platz am Mikrofon antrat, gab es erst einmal einen donnernden Applaus. Trotz der großen Erwartungshaltung führte Sebastian Fitzek in spannender und lebendiger Weise durch den Abend. 


© Sonja Kochmann

So wurden Anekdoten aus den Anfängen seiner Autorenzeit und aktuelle Lebensgeschichten berichtet:

Wusstet Ihr, dass fast jeder Autor sein Buch in Buchhandlungen sucht  und unauffällig werter vorne platziert? Herr Fitzek hat dies getan (das muss wohl damals vor dem Kartoffelkrieg gewesen sein, denn mittlerweile sind die Bücher immer gut platziert). UND er hat seine eigenen Verkaufsquoten in die Höhe getrieben. Peinlich ist das nur, wenn man dann beim Zahlen mit der EC Karte von der Verkäuferin gefragt wird : "Sind Sie etwa der Autor?"

Sebastian Fitzek wird häufiger gefragt, warum er so etwas Irres Schreiben würde. Daraufhin kann er einfach nur antworten: Und warum lesen sie sowas? Recht hat er. Dennoch bezeichnet er sich selbst als "Irrenmagnet" selbst alltägliche Situationen lassen sich in einen Thriller umwandeln oder sind zu realistisch für einen Thriller.

Situation 1: Herr und Frau Fitzek haben Besuch. Es soll sich das Staffelfinale von True Detectives  (wurde gleich gekauft) angeschaut werden. Leider geht das TV Gerät im Wohnzimmer kaputt und es muss auf das Schlafzimmer ausgewichen werden. Dort setzt sich der weibliche Gast auf das Bett und findet die Klobürste des Jüngsten  unter der Bettdecke (für Kinderlose: Kleinkinder können Vorlieben für lustige Dinge entwickeln): Die Fitzeks: Ach das ist nur Spielzeug. Diverse Lacher. Abwandlung eines Thrillerautors. Im TV läuft ein selbstgedrehtes Urlaubsvideo auf der eine Frau mit Muschelkette erscheint, die im Urlaub spurlos verschwand. Bei der Übernachtung findet der weibliche Gast unter der Decke diese Kette. So einfach wird ein Thriller bei Herrn Fitzek gemacht.

Situation 2: Ein Freund fährt trotz Warnungen des Betreibers mit dem eigenen Kfz in ein befahrbares Wildgehege. Der Elefant dort findet das Auto zum Kuscheln und tritt dagegen. Bei der Polizeikontrolle am nächsten Tag wird ungläubig geschaut, als der Schaden am Auto erklärt wird.

Ja, Geschichten, die das Leben schreibt und den Abend füllen. Ich hätte stundenlang zu hören können. Denn das Interesse am Menschen führt für diesen redegewandten Autor offensichtlich von einer interessanten Situation in die nächste. Oder haben sie schon einmal Tätowierer gefragt, ob sie Schutzgeld zahlen müssen? Nein. Sie sollten darauf achten, ob diese vielleicht den Hells Angels angehören. Herr Fitzek hat dies übersehen, jedoch unbeschadet überstanden.

Gern verwendet er Eigenschaften von bekannten Personen. Bei Namen ist er jedoch aufgrund des Genres etwas vorsichtiger. Denn vielleicht findet Hannibal Lecter im nach hinein es nicht mehr witzig, dass sein Name damals verwendet wurde, wenn er sich eine Pizza bestellt?!


© Sonja Kochmann

Ein unterhaltsamer Abend und definitiv eine Wiederholung wert. Ich bin 2016 bei der 

Jubiläumsshow 

dabei und Ihr?


© Sonja Kochmann

Rezension // Sebastian Fitzek - Das Joshua Profil von SONJA

© Sonja Kochmann

Max, erfolgloser Autor, Pflegevater von Jola, Bruder eines Pädophilen und Anhängsel einer erfolgreichen Ehefrau versucht seinen Alltag mit seiner Schreiberei und der hingebungsvollen Pflege seiner Pflegetochter zu füllen. Doch dann bekommt er eines Tages einen merkwürdigen Anruf und wird beschuldigt, in den nächsten Tagen ein schreckliches Verbrechen zu begehen, von dem er selbst noch (?!) nichts weiß.

Bislang fand ich die Romane von Sebastian Fitzek immer schwierig. Meisterliche Verwirrspiele auf Ebenen von denen der Thrillerleser noch nichts ahnte. Überraschend überwältigende Unterhaltung, die mir manchmal zuviel war. Aber der Autor schafft es immer wieder, alltägliche Situationen derart eskalieren zu lassen, dass man einfach zu diesen Büchern greifen MUSS!

Und dies ist hier wieder der Fall. Max befindet sich in seiner alltäglichen Umgebung, als der Anruf seinen Lebensrhythmus durcheinander bringt. Ich möchte die einzelnen Elemente der Handlung an dieser Stelle bewusst nicht analysieren, um das Buch weiterhin für diejenigen interessant zu halten, die es noch nicht gelesen haben.

Das Buch hat viele kurze Kapitel durch die schnell eine temporeiche Handlung aufkommt. Auch möchte ich hier empfehlen, das Buch des Protagonisten Max Rhode "Die Blutschule" vorher zu lesen! Schnell fragt sich der Leser: Wie viel Fitzek steckt in Max?

Eine derzeit gern diskutierte Komponente ist der durchsichtige Mensch. Wie viel geben wir bewusst und unbewusst von uns Preis und wer verwendet es? Die Thematik ist seit Orwell ein immer wieder gern benutztes Thema, doch hier wird es mit Kriminalitätsbekämpfung, Pädophile und einigen gesellschaftskritischen Elementen zu einem spannenden Thriller verpackt.

Alle die bislang keine Chance hatten, eine Lesung mit dem Autor zu besuchen, werden das ausführliche Nachwort besonders interessant finden. Sebastian Fitzek bringt einem nicht nur mit dem Roman, sondern auch mit dem Nachwort zum Nachdenken. Hut ab! Ich vergebe das erste Mal für ein Buch des Autors die volle Punktzahl. Empfehlenswert.


Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2015
Seiten: 432
ISBN: 978-3785725450




© Sonja Kochmann

Rezension // Max Rhode - Die Blutschule von SONJA

© Sonja Kochmann

Simon und Mark ziehen mit ihren Eltern in die Einöde am Storkower See. Ein heruntergekommenes Haus und seltsame Nachbarn. Kann es da noch schlimmer kommen? 

Eines Tages beschließt ihr Vater, sie mit auf die Insel im See zu nehmen. Eine einsame Holzhütte, Schulbänke und ein neues Schulfach: Töten.......

Bereits die einleitenden Beschreibungen der Charaktere brachten mich zum Schaudern. Mit wenigen Worten schafft es Sebastian Fitzek (ja, genau der steckt hinter Max Rhode; auch wenn er sich auf der Frankfurter Buchmesse 2015 etwas verkleidet hat s.u.) unsympathische Figuren zu schaffen, wie es keinem anderen gelingt. Wahrlich meisterlich.

Obwohl ich kein Freund von Thrillern bin, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Was mögen die Beweggründe sein? Gibt es ein Entrinnen?

"Angst, Not, Grauen, Schmerz und Trauer" - das alles findet sich in diesem Buch. Mehr kann nicht verraten werden, denn ihr müsst selbst in die Schule - in die BLUTschule!!!

Kleine Anekdote und Hinweis an den Autor: Ich werde nun in der nahenden Vorweihnachtszeit nicht mehr an einem Weihnachtsbaumtrichter vorbei gehen können, ohne an ihr Buch zu denken. Frohe Weihnachten!

Den grafisch hervorgehobenen Kartentrick hätte ich gern im Nachwort erläutert bekommen, aber vermutlich wird ein Autor genau wie ein Zauberer seine Tricks nicht verraten. Für diesen literarischen Trick 9 von 10 Punkten.


Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2015
Seiten: 256
ISBN: 978-3404172672


© Sonja Kochmann



Freitag, 4. Dezember 2015

Rezension // Thomas Zeller - HAMBURG RAIN 2084: Zerfall (4) von SINA


Robert und seine Kollegin entdecken bei einer Routineüberprüfung ein Kabel und schlussfolgern, dass illegal Strom von Windgeneratoren abgezweigt wird. Der Bürgermeister Henry van Dycken bittet Robert darum, allem auf den Grund zu gehen und stellt ihm den „Postboten“ Sebastian zur Seite. Zusammen machen sie sich auf den Weg in die unteren Ebenen und landen bei der Bande Mara Trucha, die die beiden daraufhin in ihre Pläne einbezieht, die Stadt in die Dunkelheit zu stürzen. 


Der vierte Band der Hamburg Rain 2084-Reihe war anders, als die vorherigen. Als erstes vom Schreibstil, zum Zweiten von der Härte der Geschichte her. Diesmal befinden wir uns in den tiefsten Ebenen der Stadt und dort herrscht ein sehr, sehr rauer Ton. Es geht um Gewalt, Drogen und Macht. Der Streit um diese Dinge bzw. den Willen, die Vorherrschaft zu übernehmen. übernimmt die Oberhand und so verändert es viele und vieles.

Robert, der den Auftrag des Bürgermeisters übernommen hat, versucht, sich in dieser Welt zurechtzufinden. In meinen Augen schafft er dies sehr gut und rettet sich damit auch aus manch brenzligen Situationen. Zusammen mit Sebastian gibt er eigentlich ein ganz gutes Team ab.

Doch hat mich ehrlich gesagt gestört, dass die beiden in so jungen Jahren schon so offen für kriminelle Handlungen sind. Sei es die Herstellung von Drogen oder die Hilfe bei anderen Machenschaften. Ohne Hinterfragung der Dinge. 

Auch mit dem Schreibstil des Autors bin ich nicht richtig zurechtgekommen. Abgehackte Sätze und teilweise zu wenig Informationen haben es dann doch schwierig gemacht, mich richtig in die Geschichte einzufinden und mit Charakteren warm zu werden. 

Nach jetzt insgesamt fünf Teilen (dem Prequel sowie den ersten vier Bände der Reihe) habe ich auch ein gewisses Schema erkennen können. Dies unter anderem durch immer wiederkehrende Personen und Orte. Henry van Dycken, die Müllsammlerin Miriam, gewisse Etablissements usw.
Hier kristallisiert sich der vielgepriesene rote Faden heraus.

Auch wenn ich von diesem Teil nicht so sehr begeistert war (was allerdings an dem Thema Drogen und Gewaltverherrlichung lag), war er doch interessant zu lesen. Je tiefer es in die Ebenen geht, umso tiefer, härter und und gewissenloser wird es. Die Abstufungen sind deutlich spürbar. Und deshalb würde ich gerne mal wissen, wie es denn so in den oberen Etagen zugeht.

Fazit:
Nicht so ganz meins, aber für die Gesamtgeschichte unverzichtbar. Von mir gibt es leider nur 6 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2015
Printseiten: 200
Format: ebook
ISBN: 978-3-426-43750-6

Montag, 30. November 2015

Rezension // James Frey - Endgame: Die Hoffnung (2) von SINA


© Sina Frambach

Der Erdschlüssel ist gefunden und damit wurde ein Ereignis ausgelöst, dass das Ende der Menschheit, wie wir sie kennen, bedeutet. Ein Komet rast auf die Erde zu und droht einzuschlagen. 
Von den ehemals zwölf Spielern des Endgames sind noch neun übrig, die versuchen, für ihr Geschlecht die Rettung zu erwirken. Doch dann finden einige heraus, was der Himmelsschlüssel ist, der als nächstes gefunden werden muss. Die Spieler merken, dass sie eine Wahl haben. So versuchen einige, das Spiel aufzuhalten, während andere nur an den Sieg denken. Gut gegen Böse, Krieg gegen Frieden, Leben gegen Tod. 

Nachdem mich Band 01 „Die Auserwählten“ zwar nicht gänzlich vom Hocker gerissen hat, war ich trotzdem darauf versessen, mir auch den zweiten Teil zu Gemüte zu führen. 

© Sina Frambach

Die ersten Seiten haben sich - wie auch schon der erste Teil - sehr gezogen und bis zur Hälfte hin war ich wirklich versucht, abzubrechen und mich einem anderen Buch zu widmen. Doch dann konnte der Autor das Ruder herumreißen.

Die Spannung war greifbar, das Tempo rasant, die Ereignisse überschlugen sich und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. 


Mit seinem sehr reizvollen Schreibstil gelang es James Frey, mich in den Bann zu ziehen. Ich fieberte mit, entwickelte Sympathien für Charaktere und fing an, anderen den Tod zu wünschen. Dies schockierte mich ein wenig, bin ich eigentlich ja nicht der gewaltvolle Typ. Doch hier gab es Momente, in denen ich dachte, dass es vielleicht besser wäre, wenn der ein oder andere Spieler nicht mehr mitspielen könne.

© Sina Frambach

Wieder müssen einige Spieler ihr Leben lassen. Wer, wird natürlich nicht verraten, nur so viel: Es sind welche, von denen ich dachte, dass sie eher zu den Siegertypen gehören. Andere wiederum, die eigentlich mehr die Loser sind, gehen plötzlich vollkommen in ihrem Spielelement auf und klotzen so richtig ran, um ja in die nächste Runde zu kommen.

Ich kann nicht auf die einzelnen Charaktere eingehen, denn so würde ich viel zu viel spoilern. Doch kann ich sagen, dass mir einer besonders ans Herz gewachsen ist, von welchem ich im dritten Teil Großes erhoffe und auch ein bisschen voraussetze. 

Natürlich ist das ganze Buch wieder in großes Rätsel. Viele kryptische Bilder oder Texte sind abgebildet. Beim ersten Buch hatte ich noch an dem Rätsel teilgenommen, aber irgendwann aufgegeben, da es dann doch für mich sehr kompliziert wurde. So konnte ich mich auch nicht richtig auf das Buch konzentrieren, da ich nebenbei auch immer wieder einen Blick auf die Rätsel warf .
Diesmal habe ich mich gleich komplett auf das Buch eingelassen, was mich aber - wie oben erwähnt - erst gegen Mitte richtig fasziniert hat.

© Sina Frambach

Das Ende ist rasant und geht gar nicht so aus, wie ich es mir gewünscht habe. Auch wenn dieser Wunsch sehr brutal war. Doch nach dem Lesen war mir klar, dass es ja gar nicht so enden konnte, wie ich es wollte, da ja schließlich noch ein dritter Teil erscheinen soll, auf welchen ich mich jetzt auch sehr freue. Denn ich will, nein ich MUSS jetzt wissen, wie alles ausgeht.

Das Buch ist wieder ein Hingucker. Mit einem knalligen roten Cover und der goldenen Schrift fällt es gleich ins Auge und weckt damit auch ein großes Interesse an dem Inhalt.

Fazit:
Ich hatte Startprobleme, doch als ich drin war, kam ich nicht mehr von los. Aufgrund dessen gibt es von mir 8 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger
erschienen: 2015
Printseiten: 592
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7891-3524-8 

s. a. Bibliografie James Frey