Donnerstag, 1. Januar 2015

Rezension // Ann-Kathrin Wolf - Zwischen Schnee und Ebenholz von SONJA


Die 17jährige Alexandra White hat es nicht einfach im Leben: Sie wird aufgrund ihres Teints von ihren Mitschülern mit "Schneewittchen" betitelt und sie und ihre Großmutter, die als Märchenerzählerin ihr Geld verdient, sind ein ums andere Mal Stoff für Hänseleien. Als der neue Referendar William Grimm und die Zwillinge Lukas und Gabrielle an der Schule auftauchen, geschehen mysteriöse Dinge - oder sind diese einfach märchenhaft?

Der Klappentext und das wunderschöne Cover haben mich neugierig gemacht. Anfänglich habe ich zwar befürchtet, dass es sich um einen Abklatsch von Marissa Meyers Luna-Chroniken handeln würde, aber ich lag falsch.

Es handelt sich um eine wunderschöne Weiterentwicklung der Märchengeschichten, wie wir sie kennen. Was passiert 700 Jahre nach dem: "...und wenn sie nicht gestorben sind.."?

Alexandra ist ein wenig topatschig und schusselig und anfänglich fragte ich mich, wohin das bloß führen soll, wenn eine Katzenbesitzerin ständig Angst vor ihrem eigenen Kater hat. Aber Alex hat tatsächlich etwas an sich, was man gern haben muss. Auch Lily und ihre Omi sind gelungene Figuren, die auch ich gern um mich hätte (besonders mit den Mörenmuffins).

Die Eigenschaften der Personen und kleine Anekdoten (so heißt zum Beispiel das Auto von Lily Harrison Ford) machen die Geschichte gekonnt zu einem Buch (äh ebook), was man nicht aus der Hand legen kann. Die Spannung lässt einen richtig mitfiebern.

Für einige Charaktere hätte ich mir zwar hier und da ein bisschen mehr gewünscht, aber das Buch ist ein MUSS! Vielleicht kommt da ja noch ein weiterer Band? Es wäre wünschenswert. 9 von 10 Punkten!


Verlag: Impress
erschienen: 2014
Seiten: 312
ISBN: 978-3-646-60086-5


Rezension // Vina Jackson - 4 Seasons: Zeiten der Lust von SONJA


Nach dem Tod von Dominik kapselt sich Summer zunächst von der Außenwelt ab, um dann bei einer Welttournee wilde bedeutungslose Bekanntschaften zu schließen. Als sie schließlich den Theaterregisseur Antony triff, werden tiefe Gefühle in Summer wach....

Eigentlich wollte ich nach den letzten Büchern der 80 Days Reihe die Finger von den Büchern von Vina Jackson lassen, doch der Klappentext ließ mich aufhorchen: Eine Fortsetzung von Summer ohne Dominik? Wie soll das gehen? Also gute Vorsätze beiseite gewischt, die Neugier hat gesiegt.

Das Buch hat durchgehend eine melancholische Stimmung, von der der Leser bereits auf den ersten Seiten regelrecht überrollt wird. Der Tod Dominiks ist recht unspektakulär und ich finde es lieblos ein Protagonistenduo einer Reihe für eine Fortsetzung derart zu "zerfleddern". 

Die sexuelle Passagen des Buches und auch die dort beschriebenen Praktiken sind mehr als düster und haben mit Anas Experimentierfreude aus Shades of Grey nichts mehr gemein, denn Summer tut dies schon fast aus Selbstzerstörung. Ich war ein ums andere Mal versucht, das Buch aus der Hand zu legen.

Aber diese tückische Neugier: Die Charaktere des Buches stammen zum Teil aus den 80 Days Büchern und das Auftreten der "Ball-Maschinerie" setzt diese Bücher ebenfalls voraus. Kennt man diese nicht, wird man leider nicht viel von der Handlung verstehen. Da mir das Auftreten des Balls auch zum Ende der 80 Day Büchern überhaupt nicht gefallen hat, ich dies einfach zu unrealistisch finde und Aurelias Rolle zu fantastisch erscheint, ist hier nun für mich endgültig Schluss (auch wenn noch weitere Bücher demnächst erscheinen werden.): 4 von 10 Punkten.

Verlag: carl's books
erschienen: 2014
Seiten: 368
ISBN: 978-3570585436


Rezension // James Patterson, Richard DiLallo - Hochzeit unterm Mistelzweig von SONJA


Gaby möchte an Weihnachten ihre Kinder um sich haben. Doch wie bekommt man die erwachsene Rasselbande zusammen? Mit einer einschneidenden Ankündigung: Sie wird heiraten! Doch wen? Sie zählt den Kindern eine Handvoll Kandidaten auf, die ihr alle einen Antrag gemacht haben, aber verrät weder ihren Kindern noch dem zukünftigen Bräutigam in spe, wen sie heiraten wird.

Die Idee der Geschichte ist nicht neu, aber kurz vor Weihnachten hat mich dieses wunderschöne Cover einfach eingefangen und ich war neugierig wie Gaby es anstellt.

Zu allerst wird der Leser jedoch von einer Vielzahl an Familienmitgliedern und der Anzahl der möglichen Bräutigame erschlagen.

Man hat zwar aufgrund der Videobotschaften von Gaby den gleichen Wissensstand wie der Rest der Familie, aber ich hatte Mühe, durch die Personen und Probleme der einzelnen Familienzweige zurecht zu finden. Denn obwohl es sich um eine Weihnachtsromanze handelt, läuft hier nicht alles glatt: Ärger im Job, tödliche Krankheiten, Trennung, Drogen etc. sind im "Familiengepäck" mit dabei. Dies droht Gabys Geschichte ein wenig zu erdrücken, so dass ich froh war, als Gaby schließlich alles unter "Dach und Fach gebracht hat". Denn natürlich versucht sie als Mutter, beim Eintreffen der Kinder mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Die Methode die Männer im Unklaren zu lassen, fand ich ziemlich unrealistisch und Gabys Verhalten irgendwie nicht ganz passend für ihr Alter.

Die Wahl des Bräutigams erscheint logisch und der Leser hat das Gefühl, dass die Schwerpunkte der Handlung gar nicht Gaby und die Hochzeit, sondern die Familiengeschichten und das Mit- und Füreinander sind. Da mich dies teilweise etwas irritiert hat: 6 von 10 Punkten.


Verlag: Goldmann
erschienen: 2014
Seiten: 256
ISBN: 978-3442480494



Rezension // Alan Bradley - Flavia de Luce: Tote Vögel singen nicht von SONJA

© Sonja Kochmann

Flavias Mutter kehrt heim! Wie? In einem Sarg. Bei der feierlichen Gedenkstunde am Bahnhof kommt es jedoch zu einem Todesfall und was wollte Churchill bloß von Flavia? Fragen über Fragen, die von der bereits erfahrenen Hobbyermittlerin Flavia gelöst werden müssen.

Obwohl ich die vorherigen fünf Bände geliebt und verschlungen habe, fühlte ich mich ein wenig in die Geschichte hinein gestoßen. Denn die erwartete Rückkehr der verschollenen Mutter kam ohne Ankündigung: Der Leser war einfach mittendrin.

Zu Flavia, ihrer Familie und den Dorfbewohnern muss man nicht viel sagen; die skurrile Umgangsweise der Personen untereinander und die Dialoge sind einfach einzigartig.

Gefördert durch das Cover bin ich immer noch der Meinung, Flavia ist eine Kreuzung aus Kalle Blomquist und Wednesday Adams!

Ihre detektivische Spürnase arbeitet dauerhaft auf Hochtouren und so versucht sie den Tod der Mutter und die Geschehnisse auf dem Bahnhof zu entschlüsseln. Dabei lösen sich einige Rätsel aus den Vorbänden auf und zeigen große Änderungen für die Zukunft auf. Ich bin gespannt. Denn bei solchen Reihen ist schließlich auch die Weiterentwicklung der Charaktere wichtig.

England in der Nachkriegszeit und Flavias Begeisterung für die Chemie sind hier ebenfalls hervorzuheben. Denn beides setzt der Autor gekonnt ein, um den Leser zu fesseln: 8 von 10 Punkten aufgrund der anfänglichen Startschwierigkeiten.


Verlag: Penhaligon
erschienen: 2014
Seiten: 320
ISBN: 978-3764531003