Montag, 30. März 2015

Rezension // [Hörbuch] Charles Dickens - Oliver Twist von SINA

Oliver wird in einem Armenhaus geboren. Bei der Geburt stirbt seine Mutter. Als Oliver mit 9 Jahren das Elend im Armenhaus nicht mehr erträgt, flieht er nach London. Aber dort trifft er auf eine Diebesbande, die ihn aufnehmen will. Erst nachdem er auch hier entwischen kann, findet er endlich etwas Frieden bei Mr. Brownlow, der ihn bei sich aufnimmt. Doch die Diebesbande rund um Mr. Fagin holt Oliver zurück, unterdrückt ihn und zwingt ihn dazu, zu stehlen. Oliver tut dies, weil ihm sein Leben lieb ist, doch sehnt er sich zurück zu Mr. Brownlow und dem schönen Leben, nicht wissend, dass ihn ein Geheimnis umgibt, dass sein komplettes Leben verändern würde.

Das Charles Dickens dafür bekannt ist, Geschichten zu schreiben, in denen es um Not, Elend und Kummer geht, ist bekannt. Diesmal beschreibt er das leidige Leben des Oliver Twist, der schon als Säugling im Armenhaus landet und dort ein tristes Leben führen muss.

Die verschiedenen Sprecher des Hörspiels geben eine wunderbare Darstellung des Lebenswegs von Oliver. Man ist mittendrin und wird auch durch die (leider etwas spärliche) Geräuschkulisse durch das London einer früheren Zeit geschoben. So fühlt man sich fast, als wäre man mittendrin. Allen voran Anton Sprick, der den jungen Oliver Twist spricht.

Schon der Anfang ist geheimnisvoll, wird vom Erzähler Hannes Hellmann nur angedeutet, wo sich Oliver bei seiner Geburt befindet. Es tue nichts zur Sache und gibt allem einen mysteriösen Touch.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, obwohl ich negativ anmerken muss, dass Oliver durch doch ganz schön viele Zufälle mehr Glück als Verstand hat. Dies hat meiner Meinung nach der Story dann doch etwas an Glaubwürdigkeit genommen.

Leider kenne ich das Buch (noch) nicht, deswegen kann ich leider nicht sagen, ob die gekürzte Version des Hörbuchs wichtige Dinge aus dem Roman auslässt.
Ich hatte jedoch das Gefühl, dass mir nichts Wichtiges vorenthalten wurde und am Ende alles aufgeklärt ist.

Fazit:
Kinderbuchliteratur interessant als Hörspiel verpackt. Von mir gibt es dafür 7 Punkte.

Verlag: Hörverlag
Länge: ca. 130 Minuten
Format: 2 CDs, gekürzte Fassung
ISBN: 978-3-89940-939-0

Rezension // Jennifer Benkau - Mit Rosen bedacht von SINA

© Sina Frambach
Wandas Leben ist eigentlich perfekt. Sie hat einen guten Job, steht kurz vor der Hochzeit mit Karim und fühlt sich einfach pudelwohl. Bis ein Unfall alles zerstört. Karim liegt ihm Koma, seine Chancen zu überleben stehen bei 10 %. Wanda fängt an, diverse Dinge für ihn zu regeln und stößt bei Sichtung der Unterlagen auf diverse Ungereimtheiten. Sie fängt an tiefer in Karims Angelegenheiten einzudringen und stößt so auf seine Vergangenheit, über die sie nie viel erfahren hat. Und je tiefer sie gräbt, umso höher wird der Haufen an Geheimnissen und Lügen, die dabei ans Tageslicht kommen.

Jennifer Benkau kannte ich nur von ihrer Dark-Reihe. Hier muss ich allerdings zugeben, dass mich diese nicht richtig vom Hocker reißen konnte.

sina frambach
Nun legt sie hier eine Geschichte vor, die eine Mischung aus Liebesgeschichte und Thriller verbirgt.
Wanda, eine junge, enthusiastische Frau, wird mitten aus ihrem Alltag gerissen, da ihr Geliebter und Verlobter Karim seit einem schweren Verkehrsunfall im Koma liegt. Seine Chancen stehen sehr schlecht und Wanda muss sich damit abfinden, dass er bald stirbt.

Bastei Lübbe
Schon allein diese Tatsache ist sehr schwer nachzuvollziehen und bleibt auch hoffentlich vielen erspart.
Als Wanda jedoch anfängt, für Karim einige Dinge zu regeln, stößt sie auf Ungereimtheiten, denen sie nachgeht und so einem Geheimnis auf die Spur kommt.

Vor vorne bis fast ganz hinten ist das Buch ein Rätsel. Man fragt sich ständig, was Karim verbirgt, warum er manchmal geheimnisvoll tut, nicht über seine Familie reden will und Dinge tut, die nicht nachzvollziehbar sind.

Bastei Lübbe / sina frambach
Das Buch ist so aufgebaut, dass man einen Abschnitt der Gegenwart liest und dann eine Szene, die in der Vergangenheit liegt, angefangen beim Kennenlernen von Wanda und Karim.

Dabei kam eine Szene vor, die ich so wundervoll fand, dass mir danach fast die Tränen in den Augen standen. Ein unglückliches Bio-Hühnchen, eine kleine Küche sowie ein kochender Karim und eine staunende Wanda spielen darin eine Rolle und sie endet mit einer wunderschönen Zärtlichkeit. Die Szene ist einfach toll geschrieben und ist mir nach Beendigung des Buches in Erinnerung geblieben.

Bastei Lübbe
Alles in allem erwartet einem eine spannende Geschichte mit traurigen, aber auch fröhlichen Momenten.

Das Ende ist in meinem Augen gut gelungen und es bleibt noch etwas der eigenen Phantasie überlassen.

Die von der Autorin geschaffenen Figuren sind alle sehr realistisch dargestellt. Ecken und Kanten sind vorhanden. Selbst bei Wanda, die mir am Anfang etwas zu perfekt rüberkam, stellten sich im Laufe der Story einige Dinge ein, die sie menschlicher machten.

Ich hatte das Glück, auf der Leipziger Buchmesse Jennifer Benkau persönlich zu treffen. Sie ist eine sehr sympathische junge Frau, die mit viel Witz und Charme durchs Leben geht.

lbm15 / sina frambach
Ich hatte beim Lesen sehr oft das Gefühl, dass einiges von ihr in das Buch miteingeflossen ist. Bei Wanda hatte ich deshalb das Bild von Jennifer vor Augen. Und sei es nur beim farblichen Sortieren der M&M`s.

Fazit:
Eine einfühlsame Geschichte. Von mir gibt es dafür 8 von 10 Punkten.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 12.03.2015
Printseiten: 319
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-431-03915-3

s. a. Bibliografie Jennifer Benkau


Freitag, 27. März 2015

Rezension // Anna McPartlin - Die letzten Tage von Rabbit Hayes von SINA


© Sina Frambach
Rabbit Hayes hat Brustkrebs im Endstadium und hat nur noch wenige Tage zu leben. Diese Tage verbringt sie im Hospiz, umgeben von ihren Eltern, Geschwistern, ihrer Tochter und Freunden. Keiner gibt auf, jeder kämpft um Rabbits Überleben. Doch wissen auch alle, dass dieser Kampf aussichtlos ist. Und so müssen sie langsam Abschied nehmen, von Rabbit und dem alten Leben.

Gleich am Anfang muss ich loswerden, dass dieses Buch tieftraurig ist, dass es einem zum Weinen bringt und zum Nachdenken.
Doch gleichzeitig musst ich oftmals lachen, weil die Familie von Rabbit Hayes einfach nur so sympathisch, durchgeknallt und herzzerreissend liebevoll ist.



Rororo / sina frambach
Ich habe alle in mein Herz geschlossen, habe mich ihnen zugehörig gefühlt und mit ihnen gelitten.
Sei es die resolute Molly, Rabbits 72 Jahre alte Mutter, die als Kämpferin der Familie dafür sorgt, dass alle zusammenhalten. Sie kümmert sich um alles, gibt sich stark und leidet meist still in sich hinein. Zusammen mit ihrem 77jährigen Mann Jack bildet sich ein Powerteam. Und Jack braucht seine Frau, denn alleine ist er hilflos.
Die Geschwister Grace und Davey lieben ihre Familie bedingungslos. Während Grace den Tod ihrer Schwester fast schon akzeptiert hat, gibt sich Davey fast etwas teilnahmslos. Doch gibt ihm Rabbits bevorstehendes Ende auch die Kraft, für sich einen Neuanfang zu starten.

© Sina Frambach
Marjorie ist Rabbits beste Freundin und gibt Rabbit Halt, in dem sie entweder so tut, als wäre nichts oder mit sarkastischen Bemerkungen versucht, die Stimmung zu heben.

Und dann ist da noch Juliet, Rabbits 12jährige Tochter, die viel zu früh erwachsen werden musste. Sie hat keine Chance, Kind zu sein bzw. zum Teenager zu werden.



rororo / sina frambach
Und Rabbit – die Hauptperson, die mit ihrem tragischen Schicksal umgehen muss. Sie ist tapfer, würde gerne noch tapferer sein, aber aufgrund ihres geschwächten Zustandes ist ihr dies nicht möglich.

Die Geschichte handelt von Zusammenhalt, Freundschaft und den letzten Tagen von Rabbit Hayes. In wechselnden Szenen wird von der Vergangenheit und der Gegenwart berichtet. Die Vergangenheit erzählt von der Freundschaft zwischen Rabbit, Johnny, Davey und einigen anderen. Hier wird hauptsächlich von Johnny berichtet, der als Leadsänger einer Garagenband zusammen mit seinen Bandmitgliedern ziemlich erfolgreich ist.
Die Gegenwart beschäftigt sich mit dem Warten auf Rabbits Tod.

Rororo
Ich habe selten so eine berührende, traurige und wunderschöne Geschichte gelesen. Witzige Passagen lockern das Buch auf, während wiederum andere die Tränen in die Augen treiben.
Die Hoffnungslosigkeit ist fast greifbar, sie frisst sich in alle unaufhörlich hinein und trotzdem wird gekämpft, gelacht, geliebt.

Ich persönlich kenne diese Gefühl, wenn man nichts mehr tun kann, wenn man hilflos daneben steht und abwarten muss, dass eine geliebte Person stirbt. Es ist unerträglich. Die Lösung der Familie Hayes mag für viele bestimmt nicht nachvollziehbar sein, aber ich persönlich finde, dass es so für alle einfacher ist, weil sie eben eine Familie ist, die sich liebt, unterstützt und weiß, dass das Leben nach dem Tod weitergeht.

Fazit:
Tragisch, wunderschön und liebevoll. Rabbit Hayes war krank, aber nicht allein.

Verlag: Rororo
erschienen: 2015
Prinseiten: 464
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-499-26922-6

Rezension // Robert Kirkman - The Walking Dead 2 von SINA

© Sina Frambach
Lilly Caul versucht, ihr Überleben so gut wie möglich zu meistern. Zusammen mit Josh, Megan, Scott und Bob schlägt sie sich durch, bis sie zu der Siedlung Woodbury kommt. Hier haben sich viele eingefunden, die Siedlung vor den Zombies abgeschottet und versuchen so etwas, wie ein normales Leben zu führen. Nur wird die Siedlung von einer harten Hand regiert. Der Governor hat auf alles ein Auge und teilt Befehle aus, die auch anstandslos ausgeführt werden. Lilly merkt bald, dass sie hier ebenso in Gefahr ist, wie vor dem Zombies und fasst einen folgenschweren Plan.

Im ersten Teil der The Walking Dead-Reihe ging es darum, wie der Governor überhaupt zum Governor wird. Band zwei allerdings knüpft nicht gleich an das Ende seines Vorgängers an.

Zuerst lernt man Lilly kennen, die zusammen mit vielen anderen versucht, während der Zombieapokalypse ein „normales“ Leben zu führen. Sie lebt in einer kleinen Zeltstadt, zusammen mit Josh, der in sie verliebt ist, Bob, der medizinische Kenntnisse hat, ihrer ehemals besten Freundin Megan und deren Zur-Zeit-Freund Scott.
Ein unglücklicher Vorfall führt dazu, dass sie aus der Gemeinschaft verbannt werden.

© Sina Frambach
Was ist schlimmer? Die Zombies, die ihrem Trieb folgen, um an frisches Menschenfleisch zu kommen oder die Menschen, die durch ihre Taten oder Worte verletzender sein können als jeder Zombiebiss? Dies fragt man sich unweigerlich, wenn man sich längere Zeit mit dem The Walking Dead-Universum befasst.

Jeder hat sein Päckchen zu tragen, sei es wegen seiner Vergangenheit oder halt der Gegenwart in unmittelbarer Gefahr vor einem Angriff.

Die Trauer um verlorene Menschen ist groß und auch verständlich, doch das Mitgefühlt tritt oft an die letzte Stelle, wenn es darum geht, seine eigene Haus zu retten. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Gefühlen und Taten der Überlebenden. Die Zombies treten in den Hintergrund, spielen eine untergeordnete Rolle und laufen eigentlich mehr als Nebenstrang.

© Sina Frambach
Gerade hier ist es sehr deutlich. Die kleine Siedlung Woodbury hat viele Überlebende zusammengerottet. Und es ist einiges, was hier zusammenkommt. Der Neid vieler „Mit“Bürger wird fast noch übertroffen von der Gier nach Macht, welche teils mit Waffengewalt ausgeführt wird.

Der Govenor ist dafür das beste Beispiel. Hier wird sehr deutlich, was ein krankes Hirn aus Menschen macht und welche Machtposition sie dabei einnehmen können.

Die Spannung zieht sich bis ans Ende und man fiebert ständig mit, ob Lilly und ihre Freunde es schaffen, sich ihr Überleben zu sichern und vielleicht einer friedlichen Zukunft ins Auge blicken können. Gepaart mit einigen Überraschungen und Wendungen kommt dabei ein Roman der etwas anderen Art hervor.

Fazit:
Brutal spannend. Wieder volle Punktzahl.

Verlag: Heyne
erschienen: 2013
Format: Taschenbuch
Printseiten: 409
ISBN: 978-3-453-52953-3


Mittwoch, 25. März 2015

Rezension // [Hörbuch] Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher: Die Stadt der Regenfresser (01) von SINA


Karl-Friedrich von Humboldt ist ein illegitimer Sprössling des berühmten Alexander von Humboldt. Doch Karl-Friedrich hat es sich zur Aufgabe gemacht, seinem Vater nachzueifern und dessen nicht abgeschlossene Expeditionen zu vervollständigen. Der junge Oskar gerät durch Zufall an Humboldt, der ihm daraufhin das Angebot macht, an einer Expedition teilzunehmen. Zusammen mit Humboldt, seiner Nichte Charlotte und der Voodoopriesterin Elisa macht sich Oskart nun auf nach Peru, um dort die legendäre Stadt der Regenfresser zu finden. Bald merken sie, dass sie Plan einer uralten Prophezeiung sind. Außerdem werden sie von Valkrys verfolgt, die noch eine Rechnung mit Humboldt offen hat.

Mein erstes (Hör)Buch von Thomas Thiemeyer und ich habe Blut geleckt. Hervorragend vorgetragen von Dietmar Wunder wird man in das Peru 1893 verfrachtet und mitten in eine Geschichte geschmissen, die vor Fantasie, Abenteuer und historischen Elementen nur so strotzt.

Ich habe mich so gut unterhalten gefühlt, dass ich gleich zum zweiten Hörbuch gegriffen habe. Bin ich froh, dass meine Bücherei solch tolle Hörbuchtitel bereit stellt.

Oskar, ein junger Mann, der sich durch kleine Diebstähle über Wasser hält, ist mir gleich von Anfang an sympathisch. Er hat eine sehr offene, direkte Art, weiß aber auch im richtigen Moment damit hinterm Berg zu halten. Für seine Freunde tut er alles und er weiß, dass er als Expeditionsmitglied von Humboldt eine zweite Chance erhält, die er auch ergreift, um sich ein besseres Leben zu ermöglichen.

Dietmar Wunder, der Vorleser, ist unter anderem bekannt als Synchronstimme von Daniel Craig aka James Bond. Dies merkt man teilweise deutlich, handelt es sich gerade gegen Ende doch um reichlich actionlastiges Vorlesematerial. Hier gibt Dietmar Wunder alles und so fühlt man sich fast so, als wäre man mittendrin.
Im richtigen Moment wechselt er die Stimmung, gibt jedem Charakter die eigene Stimmfarbe und bringt die Atmosphäre der einzelnen Szenen rüber.

Die Protagonisten sind allesamt sehr sympathisch, selbst die „bösen“ Charaktere wachsen einem ans Herz. Im richtigen Moment gibt es Aha-Effekte, gefolgt von „Oha“ und „Och nee“. Das macht eine richtig gute Geschichte aus und die Lust auf den nächsten Band steigt um ein Vielfaches.

Fazit:
Spannung pur mit sympathischen Figuren und einer mitreißenden Geschichte. Von mir gibt es die volle Punktzahl.

Verlag: Jumbo Verlag
erschienen: 2009
Format: gekürzte Lesung
Länge: 450 Minuten
ISBN: 978-3-8337-2437-4

Special // Leipziger Buchmesse 2015 von SINA

The same procedure as every year - mittlerweile kann ich das wirklich sagen. Denn dies war nun unser vierter Leipzig-Besuch und wie jedes Jahr war es einfach nur herrlich anstrengend, voll und laut, inspirierend, interessant, reizvoll und macht einfach nur Lust auf nächstes Jahr (Hotelzimmer ist schon gebucht).

Donnerstag, 12.03.2015
Donnerstag war Anreisetag - und der war anstrengend. Ich hatte auf dem Weg nach Leipzig einen Stau nach dem anderen, einen brennenden Bus und einen Kleinlaster, der mit radioaktivem Material beladen in den Graben gefahren ist. Sonjas Zugreise war auch nicht besser. Der ursprüngliche Zug fiel aus, durch Zufall fand sie heraus, dass sie nun einen anderen Zug nehmen muss und kam dann auch mit ordentlicher Verspätung in Leipzig an.
Aber als wir uns dann am Bahnhof zusammengefunden hatten, bezogen wir unser Zimmer und machten uns dann auch gleich auf zur Buchmesse, da ich dort um 16 Uhr auch schon meinen ersten Interviewtermin hatte.

sina frambach
Es ist schon wie ein nach Hause kommen. Alles ist vertraut und man kennt sich auch schon etwas aus (obwohl ich immer noch nicht richtig weiß, welche Halle auf welcher Seite liegt und dies auch teilweise zu etlich langen Fußmärschen geführt hat).

Um 16 Uhr traf ich mich mit Grit Richter, der Verlegerin des Art Skript Phantastik Verlages. Wir hatten eine tolle Unterhaltung, auch mit Susanne Pavlovic, die unter anderem das Buch Feuerjäger: Die Rückkehr der Kriegerin geschrieben hat. Hier haben wir dann auch die traurige Nachricht erhalten, dass Terry Pratchett gestorben ist.
Das Interview mit Grit könnt ihr HIER nachlesen. 

sina frambach
Danach hatten wir "Freizeit", schlenderten durch die Hallen, sahen uns um und sammelten schon neue Buchtitel für unsere Wunschliste (die mittlerweile von hier bis Timbuktu reicht).

sina frambach
sina frambach
Zurück im Hotel wurde der nächste Tag geplant. Und dann fielen wir todmüde ins Bett.

Freitag, 13.03.2015
Bis 12 Uhr hatten wir Zeit, denn dann hatte ich einen Interviewtermin mit Oliver Wenzlaff, der unter anderem die Hörspiele "Galerie der Phantasten" herausgebracht hat. Das Interview könnt Ihr HIER nachlesen. Viel Zeit hatte ich nicht, denn um 13.30 Uhr trafen wir uns schon mit Sina Beerwald, die nun ihren zweiten Möwen-Krimi herausgebracht hat "Möwenalarm". Das Buch wanderte dann gleich mal in meinen Besitz über und ich freue mich auf ein Wiederlesen mit Ahoi und seiner Bande.

sonja kochmann
Um 17 Uhr stand das große Bloggertreffen bei Randomhouse an. Das Gedränge war groß und es war auch toll, viele bekannte Bloggergesichter zu sehen. Vor allem Corinna wieder zu treffen, war super. Sie hatte ihre Tochter Beeke dabei, die mit einem strahlenden Lächeln, aber auch müden Augen bei ihrer Mama stand. Leider sehen Corinna und ich uns nur einmal im Jahr, meist auf der Leipziger Buchmesse, aber zwischen unseren Heimatorten liegen dann doch einige viele Kilometer.

sonja kochmann
Samstag, 14.03.15
Großkampftag mit dem Highlight Bloggertreffen des Chicken House Verlages anlässlich dessen fünften Geburtstages. Hier habe ich schon ausführlich berichtet (KLICK).
Danach ging es fast nahtlos über in das Carlsen impress Treffen, bei welchem drei Autorinnen ihre Bücher vorgestellt haben. Gelesen haben Julia K. Knoll, Martina Fussel sowie Stefanie Hasse. 

sina frambach
Um 16 Uhr gab es ein Treffen mit der Autorin Jennifer Benkau, die ihr neues Buch "Mit Rosen bedacht" vorgestellt hat und sich den Fragen es Publikums stellte. Dieses Treffen war sehr zwanglos, Jennifer war überaus sympathisch und ich hätte ihr noch stundenlang zuhören können. 

sina frambach
sina frambach
Auch wenn wir fast den ganzen Tag nur gesessen und zugehört haben, waren wir doch ziemlich fertig. Eigentlich wollten wir noch zur "Was liest Du?-Preisverleihung" für den ungewöhnlichsten Buchtitel 2014 gehen, aber aufgrund schmerzender Füsse, Kopfschmerzen und einfach nicht mehr können, sind wir noch zum Italiener und haben uns unser Abendessen redlich verdient. 

Rezension // [Hörbuch] Otfried Preußler - Krabat von SINA

© Sina Frambach
Mit seinen 14 Jahren hat es Krabat als Waisenjunge nicht leicht. Er schlägt sich mehr recht als schlecht durchs Leben. Jede Nacht jedoch hört er Stimmen, die ihn dazu bringen wollen, sich nach Schwarzkollm zum Koselbruch aufzumachen. Dort angekommen, wird er als Lehrling in die Mühle aufgenommen. Doch Krabat merkt bald, dass dies kein gewöhnlicher Mühlbetrieb ist. Denn jedes Jahr kommt einer der Lehrlinge ums Leben und keiner weiß, was passiert ist. Der Lehrmeister selbst scheint sich der schwarzen Magie verschrieben zu haben und Krabat weiß, dass alle in Gefahr schweben.

Ich muss zugeben, dass dieses Hörbuch meine erste Geschichte von Otfried Preußler ist. Aber sicherlich nicht meine letzte.
Dies liegt auch daran, dass der Autor selbst sein Buch vorgelesen hat und dies auf packende, spannende und unnachahmliche Weise. Ich bin vollends in die Geschichte abgetaucht, habe mir fast bildlich vorstellen können, wie alles abläuft und hatte ein kräftig mitspielendes Kopfkino.


© Sina Frambach
Der Autor hat eine sehr eingehende Stimme und seine Art des Vorlesens hat mich am Anfang zwar überrascht, doch gleichzeitig auch gepackt.

Die Geschichte an sich ist ebenso spannend. Wir folgen dem Waisenjungen Krabat, der sich auf den Weg zur Mühle im Koselbruch macht. Dort wird er von dem Müller als Lehrling angestellt und muss ab sofort mit schwerer Arbeit und kargem Auskommen zurecht kommen. Doch gleichzeitig wird ihm in Aussicht gestellt, dass er durch seine Arbeit in der Mühle auch eine weitere Ausbildung bekommt, nämlich die in schwarzer Magie.

Krabat stellt keine Fragen, bringt sich ein und ist einfach froh, endlich ein Dach über dem Kopf zu haben und auch ein paar Freunde unter den anderen Lehrlingen zu gewinnen. Allen voran Tonda.
Doch als Tonda stirbt, fängt Krabat an, alles zu hinterfragen.


© Sina Frambach
Die Geschichte basiert auf einer sorbischen Volkssage und ist laut Otfried Preußler „meine Geschichte, die Geschichte meiner Generation und die aller jungen Leute, die mit der Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken.“

Da Otfried Preußler für dieses Buch zehn Jahre gebraucht hat, kann man zurecht sagen, dass ihm damit auch ein Meisterwerk der Jugendliteratur gelungen ist. Insoweit werde ich sicherlich auch versuchen, diese Geschichte meinem Kind nahezulegen, wenn er denn alt genug dafür ist.

Fazit:
Eine spannende, packende Geschichte um den jungen Krabat und seinem Kampf gegen die schwarze Magie. 10 Punkte dafür.

Verlag: DAV
erschienen: 2007
Format: gekürzte Autorenlesung
Länge: 212 Minuten
ISBN: 978-3-89813-609-9


Sonntag, 22. März 2015

Rezension // Robert Kirkman - Graphic Novel: The Walking Dead - Gute alte Zeit (01) von SINA

© Sina Frambach
Rick Grimes erwacht im Krankenhaus, ist jedoch völlig allein. Alles ist wie ausgestorben und als Rick versucht, herauszufinden, was passiert ist, stößt er auf Zombies, die jeden lebenden Menschen angreifen. Ab sofort befindet er sich auf der Flucht und schlägt sich durch das Land. Als er nach Atlanta kommt, weil er glaubt, dass sich dort seine Frau und sein Sohn aufhalten, findet er sich plötzlich umzingelt von Zombies. Hier wird er von Glenn gerettet und merkt bald, dass es in der Stadt nicht mehr sicher ist. Doch wohin kann er sich wenden, um sicher zu sein?

Da ich ein großer Fan der „The Walking Dead“-Reihe bin, war es für mich dann ein Muss, auch mal die Graphic Novels auszuprobieren. Und ich wurde nicht enttäuscht. Da ich eigentlich kein Manga- bzw. Comic-Leser bin, mich aber in letzter Zeit doch mit einigen Graphic Novels befasst habe (u. a. Game of Thrones), wagte ich mich nun an den ersten Band von“ The Walking Dead“.

© Sina Frambach
Ich muss zugeben, dass ich Anfangs erst enttäuscht war, dass die Zeichnungen in Grautönen angefertigt sind, sich dies beim Lesen jedoch geändert hat, und es einfach zu der Geschichte passt. Das Cover ist zwar farbig, im Falle des ersten Bandes in rot, sepia und grau gehalten, aber im Inneren erwartet einem das The Walking Dead-Universum in den schönsten (Grau)Tönen.

Wenn man von der Serie beeinflusst ist - so wie ich - , hat man von den einzelnen Personen bzw. Schauspieler ja Bilder im Kopf; insoweit muss man hier komplett umdenken. Alle Charaktere sehen anders aus, teilweise sogar passender, als in der Serie. Ich finde z. B. Lori in den Comics interessanterweise besser gelungen.

© Sina Frambach
Da die Serie auf den Comics bzw. Graphic Novels von Robert Kirkman und Tony Moore basiert, kommt einem gleich alles sehr bekannt vor.

Rick Grimes, der Hauptcharakter der Serie, wirkt gleich sympathisch und von Anfang an ist man mit ihm auf der Flucht, hofft, dass er nicht angegriffen wird und wenn ja, dass er sich verteidigen kann. Da er vor der Zombieapokalypse ja ein Cop war, hat er ja einige Erfahrung darin.

Auch die anderen Protagonisten sind spannend dargestellt und fügen sich je nach Charakter mehr oder weniger in die Handlung ein.

Erst gegen Ende des ersten Bandes gehen die Serie und die Comics getrennte Wege und es entwickeln sich einige andere Dinge.

Die Zeichnungen sind klar, alles wichtige ist dargestellt und der Text ist in einer angenehmen Schrift geschrieben, so dass man keine Mühe hat, zu lesen.

© Sina Frambach
Die Zusammenarbeit von Robert Kirkman und den Zeichnern Tony Moore und Cliff Rathburn ist gelungen und heraus kam ein gezeichnetes Abenteuer, dass an den richtigen Stellen Biss zeigt und das Menschliche oder gar Unmenschliche darstellt.

Für schwache Nerven ist das Comic allerdings nichts. Auch wenn keine Farbe im Spiel ist, ist trotzdem detailliert dargestellt, wenn ein Kampf stattfindet und ein Zombie sein untotes Leben lassen muss.

Fazit:
Ich bin schlichtweg begeistert. Von mir gibt es dafür die volle Punktzahl.

Verlag: Cross Cult
erschienen: 2005
Printseiten: 144
Format: Hardcover
ISBN:  978-3-936480-31-3 

Reihenfolge
01 Gute alte Zeit
02 Ein langer Weg (Rezension)
03 Die Zuflucht (Rezension)

Samstag, 21. März 2015

Rezension // George R.R. Martin - Graphic Novel: Das Lied von Eis und Feuer (02) von SINA

© Sina Frambach

Jon Schnee ist auf der Mauer angekommen, muss sich dort aber behaupten. Eddard Stark kämpft mit seinem Gewissen und der Freundschaft zu Robert Baratheon. Catelyn reist währenddessen mit Tyrion nach Hohenehr, wo er angeklagt wird, einen Mordanschlag auf Bran verübt zu haben.

Nachdem ich so begeistert vom ersten Teil war, war es natürlich Pflicht, diese Graphic Novels weiter zu verfolgen.

Auch hier dominieren die Brauntöne, kombiniert mit den scharfen, kantigen Zeichnungen. Aber genau dies passt wunderbar zu der Story, in die ich auch gleich wieder richtig abtauchen konnte.


George R.R. Martins geschaffener Kontinent Westeros bietet vielfältige Möglichkeiten. So auch für den Zeichner Tommy Patterson, der seit 2008 als Comic-Zeichner aktiv ist und schon an Serien wie Farscape, Tales from Wonderland, Grimm Fairy Tales, Stingers und The Warriors gearbeitet hat.
Hier merkt man auch die Detailverliebtheit, denn bei genauem Hingucken findet man in jedem Bild immer wieder etwas neues, höchst interessantes.

Die Zusammenarbeit von George R.R. Martin, Daniel Abraham (der als Autor der Adaption mitwirkt) und dem Zeichner Tommy Patterson ist wunderbar gelungen und entstanden ist damit ein kleines Beiwerk zu dem großen Game of Thrones-Universum, was nicht nur für Comic-Liebhaber interessant ist, sondern auch für alle, die die Romane gelesen oder die Serie geschaut haben.

Dabei darf man aber nicht aus den Augen verlieren, dass die von Tommy Patterson gezeichneten Figuren so gar nichts gemein haben mit den Figuren aus der Serie bzw. mit den von sich selbst erdachten Personen aus den Romane. Hier ist etwas ganz eigenes entstanden.


Insoweit ist es schon ein kleines Muss, sich auch in die Comic-Welt zu begeben, auch wenn man sein Gedächtnis auffrischen möchte, falls es doch etwas länger her ist, dass man die Bücher gelesen hat.

Interessanterweise fallen mir beim Lesen der Comics auch wieder Kleinigkeiten ein, die in den Zeichnungen nicht erwähnenswert waren, aber in den Romanen vorkamen. Dies macht mich dann wieder stolz, weiß ich, dass doch so einiges aus den Romanen bei mir hängengeblieben ist, zwar in verborgenen Schubladen abgelegt, aber wenn nötig doch wieder hervorgeholt werden kann.

Auch hier weiß ich, dass der Preis von 19,95 Euro doch recht hoch ist, es sich aber auf alle Fälle lohnt. Aber vielleicht gibt es ja auch bei Rebuy oder ebay oder sonstigen Plattformen gebrauchte Werke abzustauben, nur mal so als Tipp.

Fazit:
Ich freue mich auf den dritten Band. Von mir gibt es 10 von 10 Punkten.

Verlag: Panini Comics
erschienen: 2013
Format: Softcover
Seiten: 196
ISBN:  978-3-862015320

s. a. Bibliografie George R.R. Martin


Freitag, 20. März 2015

Rezension // Joanne K. Rowling - Harry Potter und der Feuerkelch (04) von SINA

© Sina Frambach
Harrys viertes Schuljahr an der Zaubererschule Hogwarts wartet mit einer Überraschung auf. Das Trimagische Turnier soll stattfinden und dazu kommen Bewerber von anderen Zaubererschulen zu Besuch. Harry ist eigentlich zu jung, um bei dem Turnier mitzumachen, allerdings wird er trotzdem ausgewählt, daran teilzunehmen. Und so muss sich Harry plötzlich mit Drachen, deren Eiern und einem magischen Labyrinth auseinandersetzen. Dazu kommt aber auch, dass Voldemort seine Kräfte zurückgewinnt und sich geschworen hat, Harry zu töten.

Es wird ernst. Nicht nur von der Handlung des Buches her, sondern auch vom Schreibstil der Autorin. Man merkt deutlich, dass Harry nun anfängt erwachsen zu werden, muss er sich doch gegen seinen schlimmsten Feind, Lord Voldemort behaupten.

Der vierte Teil der Harry Potter-Reihe ist mein liebster, gerade weil es einfach nun „erwachsener“ zugeht und Schwung in alles reinkommt. Harry muss sich mit vielem herumschlagen: allem voran Neid. Seine Mitschüler können nicht verstehen, wie Harry sich immer wieder in den Vordergrund drängelt, auch wenn er letztendlich ja gar nichts dafür kann.

© Sina Frambach
Auch der Running Gag, dass jedes Jahr ein neuer Lehrer für Verteidung gegen die dunklen Künste gesucht werden muss, ist schon ein fester Bestandteil der Reihe. Und dieser neue Lehrer ist auch meine liebste Figur in dem Buch: Professor MadEye Moody. Er ist einfach ein rundum gelungener Charakter, auch wenn er einige Überraschugen parat hält – gerade am Ende des Buches.

Trotzdem bewahrt die Autorin auch noch eine gewisse Unschuldigkeit bei Harry, was sich gerade in den ersten beiden Prüfungen zeigt, die er für das Trimagische Turnier bestehen muss. Insoweit macht es großen Spaß, mit Harry mitzufiebern oder mitzurätseln.

Die Autorin hat viel zu erzählen, ohne dabei große Längen in die Geschichte zu bringen. Und auch zarte Gefühle von Verliebtsein werden mit ins Spiel gebracht. Harry wirft einen Blick auf Cho, während Ron und Hermine so ihre eigenen kleinen Probleme haben, wobei mich Ron am meisten überrascht.

Er hat in diesem Band einen eher negativen Part. Erst gegen Harry und dann später gegen Hermine. Aber trotzdem ist es für mich auch vollkommen nachvollziehbar, warum er sich teilweise so verhält. Andererseits möchte man ihn aber auch schütteln und ihm einfach die Augen für alles öffnen.
© Sina Frambach
Harry Potter und der Feuerkelch läutet eine neue Ära ein, schafft Raum für die nächsten drei Bände und ist ein wichtiger Bestandteil der Reihe.

Das Ende ist traurig, fordert es dem Leser so einiges ab und gibt Anlass für etliche Spekulationen.

Die düstere Stimmung zieht sich fast durch die ganze Geschichte und gerade am Ende fragt man sich, ob Harry überhaupt eine Chance hat, sich je gegen Voldemort zu behaupten, doch merkt man auch seine Reifung in eine bestimmte Richtung.

Fazit:
Für mich persönlich der beste Band der Harry Potter-Reihe. 10 von 10 Punkten.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2000
Printseiten: 768
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-55193-1 
s. a. Bibliografie Joanne K. Rowling

Reihenfolge
01 Harry Potter und der Stein der Weisen (Rezension)
02 Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Rezension)
03 Harry Potter und der Gefangene von Askaban (Rezension)
04 Harry Potter und der Feuerkelch
05 Harry Potter und der Orden des Phönix (Rezension)
06 Harry Potter und der Halbblutprinz
07 Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

Rezension // Claire Hajaj - Ismaels Orangen von SONJA


1948 wird der 7jährige Salim, Sohn eines palästinensischen Orangenzüchters aus seinem Geburtshaus vertrieben. Der Krieg zerstört seine Hoffnungen, eines Tages die Früchte von seinem Geburtsorangenbaum zu pflücken.

Judit wächst zur gleichen Zeit in England auf. Ihre Familie ist schwer gezeichnet von den Erfahrungen des Holocausts.

Etwa 12 Jahre später treffen sich beide in London. Eine zarte Liebe entsteht, die fast keine Chance hat zu bestehen....

In der Verlagsvorschau und im Internet ist mir dieses wundervolle Cover ins Auge gefallen. Die warmen Farben, der wunderschöne Baum....man gerät direkt ins Träumen.

Leider tat ich mich im ersten Drittel des Buches etwas schwer. Denn die Vielzahl der Namen wurden dem Leser schonungslos Seite um Seite präsentiert. Auch geschichtliche Fakten Rund um Palastinä, den Krieg und die zeitlichen Abläufe kamen ohne Vorwarnung. Obwohl ich mich mit der Geschichte ein wenig auskenne, war ich teilweise doch etwas überfordert. Doch ich las tapfer weiter, denn Salim und Judit wurden mir sympathisch.

Judit ist ein junges Mädchen, was aufgrund der geschichtlichen Umstände ihren Platz in der Gesellschaft noch nicht gefunden hat und ihre Umgebung nutzt diesen Zustand durch antisemitische Handlungen aus. Dass sie selbst in einer Art Identitätskrise steckt, merkt der Leser, da sie sich mal Judit, Judith, oder Jude (in englischer Aussprache) nennt. 
Sie hat ein offenes Wesen und geht nahezu vorurteilsfrei durchs Leben, was sie sehr sympathisch, aber auch verletzlich macht.

Salim ist ein junger Mann, der durch sein Erlebnis mit ständiger Wut beinahe das Wesentliche aus den Augen verliert.

Mehr möchte ich dann dieser Stelle nicht verraten, aber das Buch macht deutlich, dass eine Partnerschaft nicht nur von den beiden Hauptpersonen geprägt wird, sondern auch von ihrer Umgebung. 

Das Ende kam für mich leider ein bisschen zu schnell. Eine - wirklich nur eine Szene - mehr zwischen Salim und Jude hätte mich sehr gefreut.

Trotz meiner Einstiegsschwierigkeiten hat mich das Buch sehr beeindruckt und ich vergebe 7 von 10 Punkten.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 448
ISBN: 978-3764505165


Die Autorin in rot - getroffen auf der Leipziger Buchmesse 2015
© Sonja Kochmann

Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2015
© Sonja Kochmann


Mittwoch, 18. März 2015

Rezension // John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter von SINA

© Sina Frambach
Hazel ist 16 Jahre alt und hat Krebs. Nur durch ein neues Medikament breitet sich der Krebs nicht in ihr aus und so kann sie mit Hilfe einer Sauerstoffflasche weiter am Leben teilnehmen. Doch jede größere Anstrengung raubt ihr den Atem und so sucht sie eher Trost in Büchern und ihrem Zuhause. Als sie auf Drängen ihrer Mutter an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen, lernt sie den charmanten Augustus kennen. Er hat ebenfalls Krebs, hat diesen aber besiegt, musste dafür aber als Preis eines seiner Beine hergeben. Gus und Hazel freunden sich an und bald spüren beide, dass sie doch mehr verbindet. Doch Hazel sträubt sich gegen eine Beziehung, will sie Gus nicht damit belasten, dass sie jeden Moment sterben kann.
Doch Gus macht Hazel ein wunderschönes Geschenk. Zusammen fliegen sie nach Amsterdam, damit Hazel ihren Lieblingsschriftsteller Peter Van Houten treffen kann, um diesen zu fragen, warum sein Buch bis jetzt noch keine Fortsetzung bekomme hat. Doch dort angekommen, entpuppt sich Van Houten als Säufer und garstig. Hazels Grundbild ist erschüttert. Und dann kommt ein Schicksalsschlag nach dem anderen.

Ich habe schon sehr viel von dem Buch gehört und auch die Verfilmung wartet noch auf mich. Aber ich bleibe meinem Grundsatz „Erst das Buch, dann der Film“ treu. So habe ich mich nun an die Geschichte von Hazel und Gus gewagt.

Man wird gleich in Hazels Welt geschmissen, muss sich kurz zurecht finden und schon ist man mittendrin in einer Krankheit, die ab sofort das Leben bestimmt. Hazel ist ein junger, tougher Teenager, der schon zu viel durchmachen musste. Dies merkt man ihr deutlich an. Eigentlich ist ihr nichts lieber, als ihre Ruhe zu haben.

Gus ist ein netter Junge, der durch den Krebs ein Bein verloren hat. Doch er nimmt sein Schicksal mit Humor, Charme und einer kleinen Portion Sarkasmus.

Gus und Hazel ergänzen sich perfekt. Auch wenn Hazel viele Bedenken hat, lässt sie sich auf Gus ein und zusammen meistern sie einige kleinere Hürden.

Der Krebs wird fast nebensächlich behandelt. Der Schwerpunkt liegt in den ersten beiden Drittel des Buches auf Hazels Wunsch, den Schriftsteller Peter Van Houten nach der Fortsetzung zu seinem Romans zu fragen. Dieser antwortet jedoch nicht und so gibt Gus seinen Herzenswunsch für Hazel her und sie fliegen nach Amsterdam, um Van Houten zu treffen.

Diese gemeinsame Reise schweißt Hazel und Gus noch mehr zusammen. Doch kaum sind sie zurück, kommt DER Schicksalsschlag schlechthin und das letzte Drittel des Buches hat mich viele Tränen und Taschentücher gekostet.

Auch wenn Hazel und Gus den Krebs als lästiges Anhängsel sehen, merkt man beiden doch deutlich an, dass sie mit ihrem Leben abgeschlossen haben. Kämpfen ist erlaubt, aber anscheinend aussichtslos. Gerade bei Hazel ist dies sehr deutlich und dies hat mir dann doch nicht so recht gefallen. Ich hätte mir etwas mehr Kämpfen gewünscht.

Das Buch ist kurz, aber aufgrund des doch sehr harten Themas fand ich es genau richtig, denn es ist tieftraurig und nimmt einem emotional sehr mit.

Den dazugehörigen Film werde ich mir bestimmt auch ansehen.

Fazit:
Eine emotionale Achterbahnfahrt. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Hanser
erschienen: 2012
Printseiten: 288
Format: ebook
ISBN: 978-3-446-24093-3


Special // Treffen zum 5. Geburtstag von Chicken House auf der LBM15 von SINA


Mein persönliches Messehighlight war das Bloggertreffen des Chicken House Verlages.
Der Chicken House Verlag Deutschland ist ein Imprint des Carlsen Verlages. Er entstand aus einer Kooperation von Carlsen mit The Chicken House (England). Der Gründer und Verleger des englischen Verlages, Barry Cunningham, entdeckte unter anderem die nun weltweit bekannte Autorin Joanne K. Rowling mit ihren Harry Potter-Romanen. Barry orientiert sich aber auch an anderen Ländern und so ist auch die deutschsprachige Autorin Cornelia Funke bei ihm unter Vertrag.

Bei Chicken House Deutschland erscheint eine Auswahl der besten Bücher des englischen Verlages. Hierbei wird der Schwerpunkt auf schnelle und handlungsintensive Geschichten gelegt.

Bei dem Treffen am 14.03.2015 auf der Leipziger Buchmesse, welcher auch gleichzeitig der 5. Geburtstag des Verlages war und mit einer wunderschönen Torte gefeiert wurde, merkte man gleich, dass der Verlag keineswegs mehr in den Kinderschuhen steckt, aber trotzdem eine Unbekümmertheit bewahrt hat und auch mal alles nicht so ernst genommen wird. Dazu später mehr.

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Barry Cunningham war bei diesem Termin ebenfalls anwesend, genauso wie die bekannte Autorin Sophia Bennett.
Gleich zum Anfang wurden Fragen an die beiden gestellt, wobei Barry mit seiner sehr sympathischen und witzigen Art gleich mal Pluspunkte verteilte.

Wie entstand eigentlich der Name Chicken House? Die Antwort darauf ist so spannend, wie einfach. Im Garten der Cunninghams stand ein altes, mobiles Hühnerhaus, in welchem auch immer Barrys Kinder gespielt haben.

Natürlich war die spannendste Frage, wie er sich gefühlt hat, als alle Verlage Joanne K. Rowling abgelehnt hatten, er jedoch den Mut hatte, ihre Geschichten zu veröffentlichen. Hier strahlten seine Augen wie die eines kleinen Kindes. Man merkte ihm deutlich an, dass er stolz auf seine Entdeckung ist. Barry fand es am Schwierigsten, nicht verraten zu dürfen, wie es denn mit HP weiterginge. Gerade beim letzten Band. Doch auch hier sagte er mit seinem unverwechselbar kindlichem Charme, dass er ja vorher wusste, was passiert und alle, alle erst spät nach ihm.

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Als er gefragt wurde, woran genau er denn festmachen konnte, dass die HP-Bücher gut sind, meinte er, dass ihm die Freundschaft der Kinder so gut gefallen hat. Und dieser Punkt war für ihn ausschlaggebend. Mit einem verschmitzten Lächeln gab er dann auch zu, dass er froh war, dass alle Charaktere erst seine Freunde waren und erst später für alle anderen auch.

Seine größte Entdeckung war bis heute Joanne K. Rowling, aber auch andere Autoren stehen nicht nach. So Rachel Ward, die mit ihrer Trilogie "Numbers" in seinem Verlag vertreten ist. Hier war ursprünglich nur eine Kurzgeschichte von Rachel Ward geschrieben worden. Barry fand diese Idee jedoch so großartig, dass nun eine Trilogie mit einem Prequel daraus gemacht wurde.

Auf die Frage hin, was Chicken House denn ausmache, gab Barry zur Antwort, dass er auf der Suche nach packenden und berührenden Geschichten ist. Diese Geschichten müssen einen prägen, mitreißen.
Lange bevor daran gedacht wurde, einen Film aus den Büchern zu machen, war Maze Runner schon im Verlag. Hier ist Barry auf amerikanischem Boden auf James Dashner aufmerksam geworden.


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Sein neuester Streich "Big Game", welches Ende April erscheinen wird, ist ebenfalls eher ungewöhnlich entstanden. Barry hat dazu das Drehbuch gelesen und war so begeistert, dass er einen Autor gesucht hat, der aus dem Drehbuch ein Buch macht. Dan Smith hat dies geschafft und nun erscheint "Big Game" als geschriebene Version Ende April, während der Film im Mai anläuft.

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Die Autorin Sophia Bennett war ebenfalls zugegen und stellte sich einigen Fragen. Vor allem, wie es denn war, entdeckt zu werden.

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Daraufhin erzählte sie die wunderschöne, wie auch lustige Geschichte: Schon mit 7 Jahren wollte sie Schriftstellerin werden, verwarf dies jedoch bald wieder und widmete sich der Schule sowie dem Studium von Sprachen. Erst als sie HP gelesen hatte, fing sie wieder an zu schreiben und begann mit ihrem ersten Buch. Als sie dieses bei Verlagen einreichte, kam jedoch die Ablehnung. So schrieb sie noch ein Buch und reichte es ein. Und wurde wieder abgelehnt. Und noch ein Buch. Und wieder eine Ablehnung.
Ihre Mutter erzählte ihr dann von einem Schreibwettbewerb, bei welchem Sophia dann auch mitmachte. Es gab strenge Auflagen, wie z. B. 1 1/2zeiliger Abstand oder auch Spiralbindung und Sophia hielt sich streng daran.
Als sie eines Tages in einem Laden stand, um ein T-Shirt zu kaufen, klingelte ihr Handy und Barry war dran. Er erzählte ihr, dass sie den Schreibwettbewerb gewonnen hätte und nun eine richtige Autorin sei. Sophia war überwältigt.
Barry warf daraufhin ein, dass Sophia nur gewonnen hätte, weil sie ja ihr Manuskript so ordentlich nach den Auflagen abgegeben hätte.

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Sophia und Barry legten einem dann nochmal das Schreiben ans Herz. Falls man doch abgelehnt würde, sollte man sich keine Gedanken machen. Es ist nicht die Qualität, die abgelehnt wird. Nur passt das Geschriebene vielleicht gerade nicht zu dem, was der Lektor sucht oder was ihm wichtig ist. Nicht aufgeben sei die Devise. Joanne K. Rowling hat es auch geschafft.

Sophia warf daraufhin ein, dass Ideen wie Flugzeuge sind, die landen müssen. Sie holt sich ihre Inspiration aus dem Familienalltag oder aus der Musik. Ihr sind aktuelle Themen wichtig und welche Schattenseiten darin vorkommen. So entstand auch ihr neuster Roman #rausmitderdicken, in welchem es um Mobbing geht.

Barry beantwortete dann noch die Frage, wie er denn Manuskripte auswählten würde. Hier gab er zu, dass er gerne sage, dass er darüber lange nachdenken müsse, doch in Wahrheit sei es eine kurze Entscheidung, man wüsste es sofort. Dies sei ein emotionaler Moment.

In Amerika wurde nun auch ein Ableger des Chicken House Verlages gestartet, allerdings wurde er dort umbenannt in Double Cluck, da Chicken House dort eine andere, nicht jugendfreie Bedeutung hat.
Nach diesen sehr informativen Fragen an Barry Cunningham und Sophia Bennett gab es dann auch noch die Gewinnerziehung zum veranstalteten Quiz. Hier natürlich noch herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen, die mit dem Buch "Big Game" und einer Eintrittskarte fürs Kino bedacht wurden.

Dann kam das Highlight des Treffens. Am Anfang der Veranstaltungen wurden kleine Kärtchen ausgeteilt mit Bildern von verschiedenen Covern des Verlages. Alle, die das Big Game Cover bekommen hatten, durften gegen Barry und Sophia "Eierlaufen" machen. Und da begann ein witziger Wettlauf, wobei Barry mit sehr unlauteren Mitteln versuchte, den ersten Platz zu erreichen. Doch er schaffte es nicht gegen die Bloggerinnen zu bestehen. Als erste ging Stefanie Hasse vom Blog "His & Her Books" durchs Ziel und gewann damit alle Bücher von Sophia Bennett.

Und eine schöne Torte gab es dann auch noch, die fast zu schade zum Essen war, trotzdem von allen verputzt wurde.

sonja kochmann
Barry und Sophia standen danach noch für Autogramme und Fotos zur Verfügung und schon war dieses tolle Treffen auch schon zu Ende, wird aber noch lange in meinen Erinnerungen bleiben, da es einfach eine so lockere und schöne Atmosphäre war. Und ich kann mir vorstellen, dass Chicken House Deutschland wirklich so ein Haufen verrückter Hühner ist.

Herzlichen Dank an das Chicken House-Team für diese rundum gelungene Veranstaltung. Ich hoffe auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.