Dienstag, 28. April 2015

Rezension // Art Skript Phantastik Verlag - Die dunkelbunten Farben des Steampunk (SINA)

© Sina Frambach
Was haben dunkelbunte Farben und Steampunk gemeinsam? Ganz einfach: Sie lassen sich zu wunderbaren Geschichten verbinden, die einem in die tiefsten Ecken des Steampunk führen. Dunkle Geheimnisse, mysteriöse Wesen, verlorene Seelen… 14 Autoren erzählen Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein können, jedoch immer eins gemeinsam haben: eine dunkelbunte Farbe des Steampunk.

Ich hätte nicht gedacht, dass man aufgrund einer Vorgabe (in diesem Fall eine dunkle Farbe) so viele unterschiedliche Geschichten schreiben kann. Dabei wird nichts ausgelassen.

© Sina Frambach
Moosgrün, Zinnoberrot, Hellbraun, Silber und vieles mehr. Die Autoren haben sich eine Farbe ausgesucht und um diese Farbe herum Geschichten gesponnen, die einzigartig sind.

Wer schon mehrere Anthologien aus dem Hause des Art Skript Phantastik Verlages gelesen hat, kann sich auch auf ein Wiedersehen mit schon liebgewonnenen Figuren freuen. Erasmus Emmerich und die Qualmfee Marie (erschaffen von Katharina Fiona Bode) dürfen sich mit der Farbe Zinnoberrot auseinandersetzen, während Helena und Albrecht Roth mit dem Gargouille Remi (von Isabelle Wallat) das Grasgrün, das Menschen negativ beeinflusst, untersuchen. Dies sind nur zwei Wiedersehen, die man feiern kann.

Ganz besonders gefallen hat mir die Kurzgeschichte „Biggels Gespür für Moos“ von Andrea Bienek. Hier geht es um einen Beagel namens Biggel, dessen Gespür für unheimliche Dinge dazu führt, dass sein Frauchen merkt, dass sie sich in Schwierigkeiten befindet, aus denen sie sich nur schwer wieder befreien kann. Andrea Bienek hat dafür die Farbe Moosgrün gewählt.

© Sina Frambach
Daniel Schlegel hat seinen Protagonisten Edgar mit „Hellbraun – Leben und Tod“ in die Wüste geschickt und dort auf die Suche nach Wasser. Doch was den Leiter dieser Expedition dort erwartet, übersteigt seinen Horizont.

© Sina Frambach
Dies sind nur zwei der Geschichten, die mir gut gefallen haben. Alle aufzuzählen, würde jetzt den Rahmen sprengen.

Alle Geschichten sind spannend, mal sanfter in ihrer Art, mal actionlastig, mal mit einem leichten Unterton. Eben eine gute Mischung aus allem.

Ich liebe diese Kurzgeschichten aus dem Art Skript Phantastik Verlag, zeigen sie doch, dass sie mit Liebe zum Steampunk und dem Geheimnisvollen ausgesucht wurden.

Besonderes Highlight des Buches ist natürlich, dass die Farben, um die sich die Geschichten drehen, auch in dem Druck widerspiegeln. So ist „Rosaroter Dampf“ von Stefanie Bender in rosarot gedruckt oder „Archibald Leach und das Grauen in Orange“ von Markus Cremer, eben in… orange. Die Idee ist super, allerdings muss ich sagen, dass ich bei manchen Geschichten dann doch Probleme mit dem Lesen hatte. Dies wird jedoch von jedem anders empfunden.

© Sina Frambach
Das Lektorat war zwar nicht gerade der Reißer, sind doch einige Schreib- bzw. stilistische Fehler vorhanden, doch inhaltlich hat alles gepasst und die Aufmachung ist natürlich der Hit.

Fazit:
Steampunk in seinen schönsten Farben. Von mir gibt es dafür 10 Punkte.

Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erschienen: 2015
Printseiten: 286
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3945045022


Sonntag, 26. April 2015

Rezension // Joanne K. Rowling - Harry Potter und der Halbblutprinz (Band 06) von SINA


© Sina Frambach

Das sechste Schuljahr auf der Hogwarts Schule für Zauberei und Hexerei steht bevor. Doch Harry und seine Freunde müssen sich strengen Sicherheitsregeln unterziehen, damit überhaupt der Unterricht stattfindet. Zusammen mit Dumbledore erforscht Harry parallel zum Unterricht auch noch die Geschichte des Dunklen Lords. Dumbledore möchte so Harry und auch die anderen vor dem Bösen wappnen. Dabei kommt Harry auch dem sogenannten Halbblutprinzen auf die Spur, dessen Zaubertrankbuch er im Unterricht benutzt. Dort findet er einige Anmerkungen, die ihm helfen. Es fehlt allerdings der letzte Hinweis, um Voldemorts Geheimnis zu ergründen.

Für mich ist dies definitiv der düsterste Band der Reihe. Und auch einer der traurigsten. Denn man muss sich von einer geliebten Hauptperson trennen. Dies war für mich dann doch etwas schockierend und ich konnte mich lange Zeit nicht damit abfinden. Doch wenn man die ganze Reihe gelesen hat, weiß man, dass dies ein wichtiger Schritt war und viel zur Geschichte beigetragen hat.

Ansonsten erwartet einem wieder ein spannender, interessanter, abenteuerlustiger und vor allem "zauberhafter" Band. Harry wird erwachsen, bekommt Hilfe von unerwarteter Seite und auch seine Gefühle zu ihm nahestehenden Freunden werden tiefer und vor allem realer.

© Sina Frambach
Die Bücher mausern sich immer mehr zu Erwachsenen-Büchern. Auch hier: Empfehlenswert erst für Kinder ab 12, da doch einige brutale Szenen vorhanden sind.

Die Autorin steigert sich wieder, führt neue Charaktere ein und gibt weiter Einblick in das große Geheimnis rund um Harry Potter und den dunklen Lord Voldemort.

Ich fühlte mich zeitweise sehr mit Harry verbunden, konnte ich doch nachvollziehen, wie sehr alles an ihm zerrt. Dabei ist er noch so jung, hatte keine erfüllte Kindheit und kann nicht einfach mal er sein, der er sein will.

Es werden Grundsteine gelegt für den letzten Band und die Beziehungen der einzelnen Charaktere untereinander werden nochmals vertieft. Hier liegt auch ein bisschen der Hauptaugenmerk drauf – insbesondere Harry, Ron, Hermine, Ginny und die Mitglieder des Orden des Phönix bekommen wichtige(re) Rollen und Aufgaben, erkennen, was ihnen bevorsteht und haben nur ein Ziel: Lord Voldemort endlich das Handwerk zu legen.

© Sina Frambach
Dabei kommt jedoch so einiges Unvorhergesehenes hervor. Die Autorin holt nochmal richtig alles aus sich raus und geht in die Vollen. Dies dann eben auch mit einem doch sehr unerwarteten Ende.

Und wieder stellen sich die Fragen: Sind wirklich alle so böse, wie sie scheinen? Wem kann man trauen? Wer steht noch auf Harrys Seite und schließt sich damit dem Kampf gegen dessen Erzfeind Lord Voldemort an? Und allem voran: Wie kann Voldemort vernichtet werden?

Die Hoffnung ruht dann natürlich auf dem letzten Teil. Dieser ist natürlich schon angefangen und ich ich freue mich darauf, das letzte Stück des großen Weges mit dem nicht mehr so kleinen Zauberlehrling zu gehen.

Fazit:
Einfach nur gut! Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2005
Printseiten: 646
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-56666-9 

s. a. Bibliografie Joanne K. Rowling

Rezension // Dan Smith - Big Game: Die Jagd beginnt von SINA

© Sina Frambach
Oskari steht eine schwere Prüfung bevor, denn an seinem 13. Geburtstag wird er laut Tradition zum Mann, wenn er eine Nacht alleine im Wald verbracht hat und am nächsten Tag eine Jagdtrophäe mit nach Hause bringt. Dies alles bewaffnet mit Pfeil und Bogen. Oskari ist sich unsicher, ob er es schafft, beißt aber die Zähne zusammen und macht sich auf. Umso überraschter ist er, als ihm nicht ein Bär oder Hirsch vor die Füße läuft, sondern der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Und dieser wird verfolgt von Attentätern. Die Jagd beginnt. Nur ist jetzt nicht mehr Oskari der Jäger, sondern der Gejagte.

Interessanterweise hat mich diesmal der Film mehr gereizt, als das Buch. Dies liegt aber auch daran, dass diesmal das Buch nach dem Film geschrieben wurde bzw. das Drehbuch als Vorlage diente. Dieses interessante Detail hat uns Barry Cunningham, der Gründe des englischen Chicken House-Verlages auf dem Chicken-House-Treffen auf der Leipziger Buchmesse 2015 verraten.

Gleich zu Anfang der Geschichte lernt man Oskari kennen, einen 12jährigen Jungen, der einer Tradition zufolge an seinem 13. Geburtstag zum Mann wird, wenn er eine Nacht im Wald verbracht und eine Jagdtrophäe mit nach Hause gebracht hat. Oskari war mir gleich von Anfang an sehr sympathisch, da der Autor viel Einblick in sein Gefühlsleben gibt. Er ist sich unsicher, zweifelt an seinen Fähigkeiten und macht sich viel zu viel Sorgen, was andere von ihm denken.

© Sina Frambach
Die Geschichte ist sehr actiongeladen. Ständig passiert etwas, die Protagonisten kommen kaum zur Ruhe. Manchmal war ich mir aber gar nicht so sicher, wo genau ich mich befand bzw. wer alles beteiligt ist.

Leider hat mir die Beschreibung der Umgebung gefehlt. Ab und zu kommt zwar in dieser Richtung etwas, aber dann nicht ausgeprägt. Da sich der Schauplatz in Finnland befindet, konnte ich mir deswegen auch nicht so gut vorstellen, wo sich alles abspielt.

Das Ende war für mich selbst unbefriedigend. Irgendwie hat mir da etwas gefehlt, aber ich kann noch nicht mal genau sagen, was.

Die Figuren blieben farblos, man erfährt nicht viel Privates. Da die Geschichte für Kinder ab 12 Jahren angegeben ist, könnte man erwarten, dass doch einige Informationen drumherum gegeben werden. Doch Fehlanzeige.

© Sina Frambach
Es gibt nicht viele Bücher, bei denen ich das sagen, aber hier hätten ruhig ein paar mehr Seiten eingefügt werden können und ein paar „wichtig unwichtige“ Informationen hätten der ganzen Geschichte gut getan.

Schade, denn der Ansatz war spannend und interessant.

Fazit:
Sehr leichte Actionlektüre für Zwischendurch. Von mir gibt es dafür leider nur 5 von 10 Punkten.

Verlag: Chicken House
erschienen: 24.04.2015
Printseiten: 304
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-52073-9

Montag, 20. April 2015

Rezension // Susan Elizabeth Phillips - Cottage gesucht, Held gefunden von SONJA


Annie Hewitt ist durch den Tod der Mutter gezwungen, nach Peregine Island zurückzukehren und in einem Cottage nach dem Vermächtnis ihrer Mutter zu suchen. Doch hier ist es mehr als ungemütlich: der eisige Winter, die Abgeschiedenheit, mysteriöse Bedrohungen, eigenbrödlerische Insulaner und Theo Harp! Der Mann, der sie versucht hat umzubringen.....

Die ersten 50 Seiten war ich mehr als irritiert! Warum? In den vergangenen Büchern hat sich Susan Elizabeth Phillips ausschließlich auf ihre kunstvoll aufgebauten Familienzweige ihrer Sportlerbücher konzentriert.

Annie und Theo haben mit diesen Büchern jedoch rein gar nichts zu tun und es wird vermutlich auch ein Einzelband sein/bleiben. 

Dies finde ich bei all den Reihen durchaus positiv und auch erfrischend. Doch die Eigenschaften von Annie und Theo haben mich sehr an den Aufbau der romantischen Thriller von Nora Roberts erinnert und etwas irritiert. 

Denn Annie ist Bauchrednerin und führt gelegentlich Zwiegespräche mit ihren Puppen. Theo ist Autor eines sadistischen und brutalen Thrillers und Besitzer eines Katers namens Hannibal. Beim Lesen der ersten Seiten, die mir sehr langatmig vorkamen, dachte ich also: Wo führt mich dieses Buch hin? Ist das ein echter SEP? 

Ja, ist es! Die Dialoge der Figuren (auch der Nebenfiguren) haben die gewohnte Schlagfertigkeit und die zu lösenden Probleme beinhalten diesmal auch einen ganzen Packen Psychologie. 

An dieser Stelle muss ich sagen: Hut ab! Susan Elizabeth Phillips hat es geschafft, eine Liebesgeschichte mit neuen Aspekten zu schreiben. Die Probleme, die es hier zu lösen gilt, sind vielseitiger und komplexer als bisher.  Aufgrund dieser abwechslungsreichen Struktur habe ich mich nie gelangweilt und war stets bedacht, keinen Dreh- und Angelpunkt zu verpassen.

Volle Punktzahl!


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 512
ISBN: 978-3734101113

© Sonja Kochmann

Samstag, 18. April 2015

Rezension // Holly Grant - Anastasia McCrumpet und der Tag, an dem die Unke rief (01) von SINA

© Sina Frambach

Anastasia McCrumpet weiß genau, dass ein Unheil auf sie lauert. Und kurz darauf erzählen ihr zwei angebliche Großtanten, dass ihre Eltern einen Staubsaugerunfall hatten und sich von diesem nun erholen müssten. Anastasia glaubt den beiden und lässt sich von ihnen zu einem alten Haus bringen. Dort angekommen, muss Anastasia jedoch den Tag mit Putzen und die Nacht in einem abgeschlossenen Raum verbringen. Die Großtanten sind unheimlich, genauso wie die Pudel mit den Metallgebissen. Und der Gärtner hat einen Käfig auf dem Kopf. Unheimliche Geräusche wehen durch das Haus und was hat die Schulsekretärin Miss Sneed mit allem zu tun? Anastasia geht den Geheimnissen auf die Spur und schon bald muss sie um ihr Leben fürchten.

Eigentlich finde ich ja jedes Kinderbuch sehr unterhaltsam, weil mich die Geschichten dazu bringen, mich selbst wieder als Kind zu sehen und mich einfach in der Story treiben zu lassen. Diesmal jedoch musste ich mich teilweise zwingen, in die Welt von Anastasia abzutauchen.

Ich hatte etwas Probleme mit der Protagonistin Anastasia. Sie ist 11 Jahre alt, also schon alt genug, um einiges zu begreifen, Hintergründe zu verstehen und auch mal nachzufragen. Stattdessen kommt sie mir schon fast zu naiv herüber, lässt sich fast alles gefallen und wird erst gegen Mitte des Buches so richtig aktiv, aber dann auch mit großen Zweifeln. Das sie natürlich glauben möchte, dass sie nun eine neue Familie hat, ist mir schon klar. Doch macht sie am Anfang des Buches einen recht cleveren Eindruck, welcher aber mit der Zeit dann doch wieder verfliegt.

© Sina Frambach
Der Gruselfaktor ist ziemlich hoch. So kann ich eigentlich nur eine Empfehlung für Kinder ab 10 aussprechen, die auch starke Nerven haben. Denn das Haus hält einiges für Anastasia parat. Viel Seltsames geschieht, was teilweise auch nicht aufgeklärt wird und am Ende wird es sogar etwas undurchsichtig und auch etwas zu abgehoben.

Ich hätte mir auch etwas mehr Aufklärung über die Großtanten gewünscht. Da die Geschichte aber nur teilweise abgeschlossen ist, gehe ich davon aus, dass noch ein weiterer Teil folgen soll. Ob ich diesen allerdings lesen werde, entscheide ich dann kurzfristig.

Der Schreibstil der Autorin ist kindgerecht, unterbrochen von manch gruseligen Szenen. Abgerundet wird das Buch von kleinen Illustrationen von Josie Portillo. Diese sind sehr stimmig und fangen auch die einzelnen Szenen sehr gut ein. Diese Bildchen sind eine gelungene Abwechslung.

© Sina Frambach
Anastasia hat ein kleines Problem mit ihrer Verdauung und lässt gerne mal etwas aus sich entweichen. Dies führt bei Kindern bestimmt zu kleinen Lachanfällen, war für meinen Geschmack dann doch etwas zu oft.

Auch kann ich mal wieder den Namen des Buches nicht nachvollziehen. Im Original heißt das Buch „The League of Beastly Dradfuls“, übersetzt soviel wie „Die Liga der garstigen Ungeheuer“. Dass mit „und der Tag, an dem die Unke rief“ gemeint ist, dass ein Unkenruf etwas „Unheilvolles“ ist, sind manche Kinder vielleicht etwas überfordert. Vielen ist bestimmt nicht bekannt, was dieser Satz eigentlich bedeutet. „Anastasia McCrumpet und die Liga der garstigen Ungeheuer“ wäre vielleicht hier die sinnvollere und auch interessantere Wahl gewesen.

Fazit:
Ein guter Ansatz mit vielen Gruselelementen, dann doch im Endeffekt eher etwas weniger anspruchsvoll. Daher gibt es von mir dafür nur 4 von 10 Punkten.

Verlag: cbt
erschienen: 11. Mai 2015
Format: Hardcover
Printseiten: 352
ISBN: 978-3-570-16352-8

 

Rezension // Robert Kirkman - Graphic Novel: The Walking Dead - Dieses sorgenvolle Leben (6) von SINA


Der Governor hält immer noch Glenn, Rick und Michonne gefangen. Während Rick sich mit dem Doktor der Stadt anfreundet, wird Michonne vom Governor vergewaltigt und geschlagen. Glenn kommt von allen noch am glimplichsten davon, muss jedoch in der Nachbarzelle mitanhören, wie sich der Governor an Michonne vergeht. Rick plant die Flucht aus Woodbury und erhält dabei unerwartete Unterstützung.

Nachdem ich am Ende des letzten Bandes mit offenem Mund da saß, griff ich natürlich gleich zum nächsten Teil.

Wieder kann ich nur eins sagen: Wenn man glaubt, es kommt nicht schlimmer, kommt es doch so. Rick, Michonne und Glenn sind in einer sehr ausweglosen Situation gefangen.

Hauptmerkmal ist in diesem Teil wohl die Grausamkeit des Governors. Sie kennt keine augenscheinlich keine Grenzen. Seine Ideen zu Folterung, Gladiatoren-Zombie-Kämpfen und dem „Miteinander“ der Einwohner.

Mittlerweile muss man auch die ersten Bände gelesen haben, damit man Zusammenhänge zu verstehen. Wie stehen die Figuren zueinander? Dies ist eine sehr komplexe Angelegenheit.
Rick ist die Hauptfigur, seine Sorge um seine „Familie“ stehen im Vordergrund. Sich also in einer ausweglosen Situation zu befinden, sich nicht helfen zu können UND nicht zu wissen, wie es den anderen im Gefängnis geht, bringen ihn fast um den Verstand und doch kann er sich auf seine momentane Lage konzentrieren und versucht alles, um zurück zu seiner Frau, seinem Sohn und seinen Freunden zu kommen. Nach Hause… auch wenn es dies erst seit kurzem für ihn ist.

Wie immer stehen die Zombies im Hintergrund, wie immer ist es das menschliche Miteinander, das die ganze Reihe ausmacht. Dies ist das Interessanteste und je länger alle zusammen sind, umso schwieriger wird es.

Trotzdem finden sich Paare, die in der Zeit des Leids füreinander da sind, sich gegenseitig vertrauen können und versuchen, ein neu-normales Leben zu führen.

Es ist wieder spannend und schockierend. Der Zeichenstil ist gleichbleibend.

Fazit:
Für Fans der Reihe einfach unerlässlich.
Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Cult Cross
erschienen: 2008
Printseiten: 156
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-936480-36-8

s. a. Bibliografie Robert Kirkman

Donnerstag, 16. April 2015

Rezension // Molly O'Keefe - Liebe, Yoga und andere Katastrophen von SONJA


Victoria sieht in der Crooked Creek Ranch ihre letzte Chance. Doch wovon hat sie als Stadtpflanze genug Ahnung, um es wirklich zu schaffen? Wellness. Die Ranch muss also komplett umgestaltet werden. Doch der waschechte Cowboy Eli Turnbull sieht das so gar nicht ein und versucht Victoria zu sabotieren. Bald fliegen die Fetzen.

Nach dem für mich der erste Band "Geschickt eingefädelt" ein echter Überraschungserfolg war, habe ich mich sehr auf die angekündigten Folgebände gefreut, denn die bereits eingeführten Nebenfiguren auf der Crooked Creek Ranch versprechen ordentlich Potential für Krisen, Freundschaft und ganz viel Liebe.

Der Schreibstil der Autorin zeichnet sich durch eine lockere Art aus. Alle Figuren werden in schlagfertige Dialoge eingebunden, so dass es auch bei den Gesprächen mit den Nebenfiguren immer abwechslungsreich ist.

Victoria erscheint bereits im ersten Band (weshalb das Einhalten der Reihenfolge sinnvoll ist) als schwach, verwöhnt und gebrochen. Die kriminellen Machenschaften ihres Mannes sorgten für einen Rausschmiss aus der New Yorker High Society und nun steht sie in Markenklamotten und ihrem kleinen asthmatischen Sohn auf einer verdreckten Ranch mit Vieh und Cowboys. Ihr Ziel: eine Wellnessoase.

Eli Turnbull, verbittert durch das Verhalten seiner Eltern, beziehungsunfähig und Einzelgänger, sieht in der Ranch seinen Ursprung und seinen Lebensinhalt. Verständlich, dass diese beiden mit voller Wucht aufeinander krachen. Doch die jahrzehntelange Wut, Enttäuschung und Unterdrückung wird von der Autorin gekonnt in eine glaubhafte Liebesgeschichte umgesetzt. Denn beide Figuren entwickeln sich weiter und aus einem wortkargen Cowboy kann ein gesprächiger Mann werden.

Besonders erwähnswert, finde ich noch das alternde Modell Celeste und die schlagfertige Köchin Ruby. Diese machen das Weibertrio um Victoria komplett. Bei diesen Dialogen musste ich sogar das ein ums andere Mal laut loslachen. Mehr davon.

Volle Punktzahl. 

(Kleiner Kritikpunkt: Das Cover ist leider zu kitschig und  zu bunt geraten und passt gar nicht zum Buch. Lasst Euch also davon nicht abhalten und greift zu!)


Verlag: Mira TB
erschienen: 2014
Seiten: 384
ISBN: 978-3956490866


© Sonja Kochmann
Gesehen auf der Leipziger Buchmesse 2015


Special // Bericht zur Leipziger Buchmesse 2015 #lbm2015 von SONJA

Die Leipziger Buchmesse ist ein Muss für jeden Bücherfan. Hier trifft man Autoren, Verlagsmitarbeiter, kann in Neuerscheinungen blättern, riesengroße Banner bestaunen und eine ganz besondere Atmosphäre genießen.


© Sonja Kochmann


Was sich dieses Jahr für mich ergab, war wie immer berauschend. Danach fällt man in ein kleines Post-Messe-Tief, das aber wohl einige gehabt haben und dann bricht das übliche Erkältungschaos und der Alltag aus....

Daher will ich nun doch (dieses Jahr sehr verspätet) noch ein bisschen aufarbeiten:

Der Donnerstag begann leider recht spät für Sina und mich da Stau und komplette Streichungen von Zugverbindungen für ein spätes Eintreffen in Leipzig sorgten.

Wir waren erstaunt, dass bereits am Donnerstag die Hallen recht voll waren. Dennoch hatten wir die Chance eine entspannte Poppy J. Anderson am Stand der Lieblingsautoren zu treffen. Hieraus ergab sich ein nettes Gespräch und - soviel verrate ich schon einmal - es wird noch ein Special mit Verlosung auf diesem Blog geben.


Poppy J. Anderson
© Sonja Kochmann


Der Rest des Tages wurde "einfach nur" zum Schauen und Staunen genutzt. Hier ein paar Eindrücke:
© Sonja Kochmann



© Sonja Kochmann




Der Freitag begann ein wenig strukturierter. Ich besuchte noch einmal Poppy und ihr "armes" Maskottchen. Denn es kann einfach nur höllisch warm in diesem Kostüm gewesen sein. Hut ab!



Poppy J. Anderson
© Sonja Kochmann


Ein kleiner Abstecher zu Mira Taschenbücher sorgte für ein massives Ansteigen der Wunschliste, denn hier hat sich viel getan. Nicht nur einige alte Reihen werden fortgesetzt, auch viele neue interessante Reihen wurden präsentiert. Der Fantasy und Thrillerbereich sieht inzwischen auch recht viel versprechend aus. 


© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann


Nach einer kleinen Stärkung mit Macarons ging es kreuz und quer durch das Messegelände, denn um Überfüllungen zu vermeiden, wurden hier und da Wege zur Einbahnstraße erklärt, so dass man irrsinnige Strecken zurücklegen musste, um rechtzeitig ans Ziel zu gelangen.


Aurélie Bastian
© Sonja Kochmann


Das Bloggertreffen von Randomhouse ist wie immer ein Highlight. Unzählige Blogger, Autoren und Verlagsmitarbeiter auf einem Haufen. Viele kennt man schon seit Jahren und es ist wie ein Klassentreffen. 
Es war ein solches Gewusel, dass ich es gar nicht zu allen Autoren geschafft habe, die sich im Getümmel versteckt hatten. Besonderes Highlight wird aber für mich der Plausch mit den beiden Autoren, die hinter dem Namen Erik Axl Sund stecken, sein bei dem Barbara Henning mit einigen Übersetzungen aushalf, da mein Schulenglisch doch ziemlich eingerostet ist.


Jerker Eriksson und Håkan Axlander Sundquist (Erik Axl Sund)
© Sonja Kochmann


Claire Hajaj
© Sonja Kochmann
Der Samstag erwies sich als gigantisch. Wer Freitag für voll hielt, wurde eines besseren belehrt. Wir waren froh, uns hauptsächlich im Konferenzbereich aufhalten zu können. Hier wurde sogar Geburtstag gefeiert: 

5 Jahre Chicken House! Besondere Gäste: Sophia Bennett und Barry Cunnigham, der der sich ein Herz fasste und Harry Potter eine Chance gab. Sein Lächeln und seine Art sind einfach umwerfend. Dieser Mann hat ein Händchen für Bücher und seine Leser/innen. Mit Eierlauf und Torte und viel Spaß an der Sache wurde gefeiert und man merkt jedem Verlagsmitarbeiter an, das viel Herzblut in der Sache steckt.


Sophia Bennett und Barry Cunningham
© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Ein wenig später konnten wir auch noch bei einer Lesung von drei Impress-Autorinnen Julia K. Knoll, Martina Fussel und Stefanie Hasse zu hören. Auch hier merkte man die besondere Atmosphäre. 


© Sonja Kochmann

Julia K. Knoll, Martina Fussel und Stefanie Hasse
© Sonja Kochmann


Gemütlich war auch die lockere Runde am Stand von Bastei Lübbe mit.....Jennifer Benkau! Diese hat nun, nachdem das "Familienprojekt 4. Kind" abgeschlossen ist, ein Buch geschrieben, das erstmals keine Fantasyelemente enthält. Aufgrund des Alters der Protagonisten ist es weder ein Jugendbuch noch ein reines Erwachsenenbuch. Es ist weder ein Thriller noch ein Liebesroman. Was ist es nun? Ich werde berichten, denn ich erhielt ein signiertes Exemplar. Besonders erwähnenswert finde ich auch, dass sich Jennifer Benkau in einer ganz lockeren natürlichen Art dem Fragenwirrwarr und den unzähligen geladenen Bloggern stellte. Man hätte dort noch stundenlang sitzen und den Berichten über Arbeitsweise, Internetrecherchen, Familie und Co. lauschen können.


Jennifer Benkau
© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

Fazit: Es war wieder einmal schön und nach der Messe ist vor der Messe. Für die, die nicht dabei waren, wird es aber noch ein paar Überraschungen geben - also haltet die Augen offen!


Kleeblatts-Bücherblog:
Sina, Corinna und Sonja
© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Sonntag, 12. April 2015

Interview // mit Oliver Wenzlaff auf der #lbm15 von SINA


Oliver Wenzlaff steht für Hörspiele der besonderen Art. Abseits des Mainstreams stechen sie mit ihrer Einzigartigkeit heraus.

sina frambach

Angefixt hatte mich Oli mit seiner Produktion "Galerie der Phantasten". Hörspiele mit düsterem, phantastischem Charme. Dem folgte die Alina-Fox-Reihe, die auf den Comics und Figuren von Daniel Gramsch basiert. Hierfür konnte er bekannte Synchronsprecher gewinnen, unter anderem Gundi Eberhard (bekannt als Charlotte York aus "Sex and the City") oder Michael Tietz, der unter anderem den Neelix in "Star Trek: Raumschiff Voyager" spricht.

sina frambach
Auf der Leipziger Buchmesse traf ich Oli und hab ihm dann auch gleich mal ein paar Fragen gestellt.
Zuerst natürlich, warum er gerade so auf Hörspiele versessen ist.

Dies war schnell erklärt: ein wenig kindliche Prägung, ein wenig Zufall. Er hat als Kind jede Mende Hörspiele gehört und auch in der Grundschule schon ein Hörspiel geschrieben. Seine Lehrerin (Frau Fuchs ist ihr Name) hat ihn ermutigt, das Stück mit Klassenkameraden im schuleigenen Mehrzweckraum aufzunehmen. Auch sein Vater meinte, als es darum ging, die erste Stereoanlage für das Kinderzimmer zu kaufen: Warum kein Mehrspur-Aufnahmegerät? Für mehr Hörspiele. Das Thema Hörspiel verwuchs sich dann, aber Oli hat später weiter kreative Sachen gemacht (hauptsächlich Musik, so kannte er ein paar Studios). Irgendwann ging es mehr oder weniger zufällig zurück zu den Wurzeln – zum Hörspiel –; jemand aus seinem Abiturjahrgang brachte ihn darauf, denn er hatte ein Hörspiel rausgebracht. Oli war begeistert und wollte hier selbst auch wieder aktiv werden.

Für die Vermarktung seiner Hörspiele arbeitete Oli zunächst mit dem Comic-Culture-Verlag zusammen, der sich allerdings jetzt auflösen muss. Die letzten Auslieferungen über den Verlag erfolgen spätestens am 31. September. Die Hörspiele werden aber weiter erhältlich sein, unter anderem macht Audiamo die Auslieferung, wo neben Olis CDs auch einige seiner Hörspiele wie z. B. Galerie der Phantasten exklusiv auch käuflich als Download zu erwerben ist.

sina frambach
Mich persönlich hat brennend interessiert, wie Oli denn an die Schauspieler kommt, die seine Hörspiele so wunderbar sprechen (wie die oben genannte Gundi Eberbard und viele andere).

Die Antwort ist einfach: Erneut ein bisschen Zufall, aber auch eine Menge Arbeit. Stichwort Zufall: Einen Synchronsprecher hat er z.B. bei einem Fotoshooting für ein Kunstprojekt kennengelernt, für das beide fotografiert wurden. Stichwort Arbeit: Oli hat früher Anzeigen geschaltet, worauf sich Sprecher dann mit einem Demo-Tape bewerben konnten. Er hat alles durchgehört und sich viele Gedanken gemacht, wer passen könnte und wer nicht. Außerdem gibt es Internetportale, auf denen sich Sprecher vorstellen und ihre Demos hochladen können. Da hat Oli nach eigenen Angaben hunderte von Stimmproben durchgehört und viele davon angeschrieben. Nicht zuletzt kriegt er auf Buchmessen auch mal ein Demo in die Hand. Manchmal ist es so, dass Sprecher, mit denen Oli schon mal gearbeitet hat, sogar mit einer Projektidee kommen. Das war so bei "Galerie der Phantasten". Die Schauspieler Gundi Eberhard, Thomas Schmuckert und Iris Artajo hatten die Stücke schon live vor Publikum gemeinsam mit Vera Claus am Piano performt. haben.Sie hatten dann die Idee, die Stücke auch mal im Studio aufzunehmen. Oli war begeistert. Das Ergebnis gibt es hier: http://www.audiamo.com/searchlist.asp?serie=Galerie+der+Phantasten.

Wie die Planung für kommende Projekte aussieht, konnte mir Oli auch schon sagen. Es sind wohl weitere Hörspiele in der Art der Galerie der Phantasten angedacht, die Reihe an sich wird aber nicht fortgesetzt. Alle Beteiligten seien beruflich stark eingespannt, und es ist recht schwierig, die Crew zeitgleich ins Aufnahmestudio zu bringen. Auch wird das Hörspielmachen für ihn nicht einfacher ohne den Comic Culture Verlag.

Apropos Aufnahme. Wie läuft das eigentlich? Einen Blick hinter die Kulissen konnte mir Oli dann auch noch geben. Wie bei der Aufnahme eines Liedes stehen auch die Sprecher in einer Kabine mit Kopfhörer auf den Ohren. Eine Glasscheibe ermöglicht Sichtkontakt zu Regisseur (Oli) und Tontechniker. So wird die Sprachebene des Hörspiels realisiert. Bei Galerie der Phantasten wurde zusätzlich die Musik live während der Sprachaufnahmen eingespielt. Das ist wohl aber die Ausnahme.

Und dann? Tja, dann kommt der aufwändigste Teil. Sind die Sprachaufnahmen "im Kasten", kommt die Bearbeitung der Aufnahmen und das Hinzufügen von Soundeffekten. Und das dauert laut Olis Aussage "ewig". Denn er ist ein Perfektionist. Bei ihm heißt das: In 10 Minuten Hörspieldauer liegen 40 Arbeitsstunden allein für die Soundeffekte. Manchmal auch mehr. Die Zeit, die es erfordert, vorher das Skript zu schreiben für die Passage, die Sprachaufnahmen zu machen, die Sprachaufnahmen zu schneiden und die Lautstärkerverhältnisse insgesamt anzupassen – die kommt noch dazu.

Das ist kaum vorstellbar, aber ich als Bloggerin kenne das. In einem einseitigen Artikel liegen auch viele Stunden Recherche, Arbeit und natürlich Überarbeitung, bevor man das Endergebnis per Knopfdruck veröffentlicht.

Oli wirkte auf der Messe sehr entspannt, mitten in seinem Metier eben. Ich konnte ihm auch kurz auf der Hörspielbühne zuhören. Er führte präzise und interessant durch den Vortrag (siehe Foto oben: Oliver sitzt rechts, links neben ihm ein anderer Hörspielmacher: Falk T. Puschmann).
Übrigens: Nicht nur die obigen zwei Hörspielreihen gehen auf Olivers Konto. Auch die "Nerd-Stories" sind aus seiner Feder. Hier handelt es sich um Kurzgeschichten, zum Beispiel Beobachtungen "von Personen aus der S-Bahn, die da telefonieren und so unfreiwillig einen Teil ihrer Lebensgeschichte preisgeben". Da soll es demnächst auch eine neue Folge geben. Eine Art Abschiedsgeschenk des Comic Culture Verlags sozusagen.

Oder Adams von Ghoot - eine skurril abgehobene und trotzdem liebenswerte Reihe, die den Untertitel "Science-Fiction-Love-Story" trägt.

Oliver ist sehr vielseitig. Er produziert nicht nur Hörspiele, er schreibt oft auch die Skripte für die Hörstücke. Und er schreibt noch mehr: Artikel für Zeitschriften und Zeitungen, ganz selten auch mal Musik.

Ich kann jedem nur die Hörspiele ans Herz legen. Leider finden sie, wie Oli mir gesagt hat, viel zu wenig Beachtung. Jedes Hörspiel, das in einem kleinen Verlag erscheint und ohne Geld für Werbung auskommen muss, läuft Gefahr, nur ganz, ganz wenige Hörer zu erreichen (er sagte, dass dreistellige Verkaufszahlen die Regel sind, vierstellige sind schon ein Erfolg). Das hat aber nichts mit der Qualität zu tun, sondern einfach nur damit, dass der Hörspielmarkt klein ist – und ohne Werbung eben noch weniger Menschen erreicht werden. Also traut Euch, Leute. Hört mal in eins von Olis Hörspielen rein. Sie sind einzigartig. Wer Interesse hat, findet die Rezensionen zu "Alina Fox" (Comic Culture Verlag) und der "Galerie der Phantasten" (Oliver Wenzlaff) hier auf dem Blog.

sina frambach
sina frambach

sina frambach
Herzlichen Dank an Oliver für das nette Gespräch und die Zeit, die Du Dir genommen hast. Wir sehen uns bestimmt wieder.






Rezension // Nadja Losbohm - Die Jägerin: Die Wiege des Bösen (5) von SINA

Ada ist zurück in der St. Marys Kirche. Pater Michael hilft ihr, sich von der Folter und der Gefangenschaft zu erholen. Und sie nimmt ihr Training wieder auf. Bald schon kann Ada nachts wieder auf Jagd nach den Monstern gehen. Doch dann kommt ihr Bruder Alex und erzählt etwas Unglaubliches: Die Wiege des Bösen ist gefunden und dies zerrüttet Pater Michaels und Adas Bild von der Existenz der Monster.

Der letzte Teil der Jägerin-Reihe liegt mir vor und etwas wehmütig bin ich an diesen herangegangen. Von Anfang an habe ich Ada und Pater Michael begleitet, bin mit ihnen durch Dick und Dünn gegangen, durch Schmerz, Angst und Folter. Aber auch durch die Liebe, die die beiden miteinander verbindet.

Der letzte Band ist sehr emotional. Vor allem, da Ada und Pater Michael eine Entscheidung treffen müssen, die schwerwiegender nicht sein könnte.

Sehr gut gefallen haben mir Alex, Adas Bruder und sein treuer Freund Aiden, der mit seiner Familie einen kleinen Ruhepol darstellte.

Aber auch weitere Figuren, wie etwa Adas und Pater Michaels kleine Tochter, Aidens Tochter Mailin oder der alte Seebär Finbar Foley, der mit seiner Seemannssprache so manchen Heiterkeitspunkt in die Geschichte brachte.

Ein bisschen gestört hat mich, dass Ada eine eher passive Rolle einnimmt. Die Hauptarbeit liegt auf ihrem Bruder Alex. Da Ada ja die Jägerin ist, hätte ich mir auch gewünscht, dass von ihr etwas mehr Aktivität ausgeht.

Mit dem Ende war ich auch nicht ganz zufrieden. Aber das ist mehr meine persönliche Meinung. So, wie alles abgeschlossen wird, ist es gut, es wird alles aufgelöst. Ich kann hier leider nicht näher darauf eingehen, ohne etwas zu verraten.

Am Ende des Buches erwarten einem noch ein paar von der Autorin beantwortete Fragen wie etwa zur Namenswahl der Protagonisten oder den Schreibgewohnheiten. Eben ein kleiner Einblick in das Privatleben der Autorin.

Auch das Cover ist erwähnenswert, weil es für mich das persönlich das Schönste aus der Reihe ist. Es spiegelt die Geschicht wieder und fügte sich auch harmonisch in die anderen Cover der Reihe ein.

Fazit:
Ein emotionales Ende der Reihe und vielleicht ja auch der Auftakt zu etwas Neuem! Von mir gibt es dafür 9 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2015
Format: ebook
Printseiten: 276
ASIN: B00VYCK73I

Ganz besonders gerührt war ich von der Danksagung.

Nadja Losbohm
sina frambach
Auch ich bin froh, Ada und Michael eine Chance gegeben zu haben. Ich fühle mich geehrt, dass ich von Anfang an dabei sein durfte und auch zwischendurch einige kleine Hintergrundinfos bekommen habe. Deswegen kommt auch mal eine Danksagung von mir:

Danke, Nadja, für diese schöne, emotionale Reihe, für einen tollen eMail-Verkehr, der uns beide Freunde werden ließ und für Zukunftsprognosen, die mich hoffen lassen. Danke für Deine Worte und Dein Vertrauen in mich und Danke, dass ich ein Teil von Ada und Pater Michael sein durfte. Und Danke schon im Voraus für viele weitere wunderschöne Geschichten.

sina frambach





Rezension // Robert Kirkman - Graphic Novel: The Walking Dead - Die beste Verteidigung (05) von SINA


Es kehrt etwas Normalität in die Gemeinschaft ein, doch trotzdem ist die Bedrohung tagtäglich in Form der Zombies vor den Toren des Gefängnisses allgegenwärtig. Und es kommen mehr, als würden sie von etwas Unsichtbarem angezogen. So kommt die Idee, die Beißer zu beseitigen. Rick und Glenn finden eine Schutzausrüstung und machen sich an die Arbeit. Da taucht plötzlich ein Helikopter am Himmel auf und stürzt ab. Rick, Michonne und Glenn machen sich auf die Suche nach Überlebenden… und finden das Grauen.

Es kommt Schwung in die Gefährten. Sie wollen sich das Leben angenehmer machen, schmieden Pläne, auch für die Zukunft.

Und dann taucht neue Gefahr auf. Alles fängt mit einem abgestürzten Helikopter an und endet in einem grauenvollen Desaster.

Neue Figuren tauchen auf und geben der Geschichte wieder einen Kick in Richtung des Unmöglichen. Wenn man denkt, es kommt keine Steigerung, wird man eines Besseren belehrt. Doch nun kommt der Governor ins Spiel. Eine grausame Person.

Rick, Michonne und Glenn sind in einer fast ausweglosen Situation angekommen. Besonders Rick und Michonne wird übel mitgespielt, während Glenn fast glimpflich davon kommt. Dies ist aber einem bestimmten Zweck unterworfen und am Ende weiß man auch, was der Governor damit beweckt.

Mir persönlich hat die Figur des Governors in den Romanen sowie in der TV-Serie sehr gut gefallen. Er ist eine durchweg böse Person. Doch erst in den Romanen versteht man auch, wie genau er zu dem wurde, was er ist. Es rechtfertigt zwar nicht sein Verhalten, doch weiß man, was der ausschlaggebende Punkt war.

Eine neue Stufe der Grausamkeit wird erreicht und wieder ist es nicht die Zombiebedrohung, die den Helden das Leben schwer macht, sondern die Bösewichte in menschlicher Form, die sich zum neuen Herrscher aufschwingen wollen.

Charlie Adlard hat als Zeichner wieder beste Arbeit abgeliefert, während Robert Kirkman als das Hirn der Comics eben dieses wieder hervorragend eingesetzt hat.

Es liegen noch einige Comics vor mir, bis jetzt sind 22 Stück erschienen. Ich hoffe, dass ich mich noch länger auf Reise mit Rick Grimes, seiner Familie und seinen neuen Freunden begeben kann.

Fazit:
Der Governor ist da – die Probleme kommen! Volle Punktzahl.

Verlag: Cross Cult
erschienen: 2007
Printseiten: 144
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-936480-35-1

Samstag, 11. April 2015

Rezension // Robert Kirkman - Graphic Novel: The Walking Dead - Was das Herz begehrt (04) von SINA

Das verlassene Gefängnis scheint der perfekte Ort für die Überlenden zu sein. Mit etwas neuem Mut gehen sie ans Werk und versuchen das Gebäude zu einem neuen Zuhause zu machen. Dabei muss aber erst mal das Problem der Beißer gelöst werden. Hilfe bekommen sie dabei von einer neuen Überlebenden, Michonne. Sie bringt frischen Wind in die Gruppe und die Gefühle von Tyreese durcheinander. Und dann ist da noch die bevorstehende Geburt von Lori. Und die ständige Bedrohung von außen.

Diesmal wird es sehr hart. Bei allen liegen die Nerven blank und trotzdem versuchen sie, so etwas wie Alltag in ihr Leben zu bringen. Dies ist jedoch sehr schwer, ist es ja nicht nur die Bedrohung durch Zombies, die immer im Hintergrund lebt.

Es kommt zu vielen Streitigkeiten untereinander, Lösungen werden gesucht und besonders Rick ist es, dem alles sehr zu schaffen macht. Die Führung der Gruppe, die Organisation der Kämpfe gegen die Zombies und die bevorstehende Geburt bei Lori. Er versucht allem gerecht zu werden, weiß aber, dass er es nicht kann.

Hauptpersonen in diesem Band sind auf alle Fälle Rick und Tyreese. Beide haben eine große Persönlichkeit, beide einen großen Stolz und beide eine große Klappe.

Viele Fehler passieren, aber diese sind in dieser Situation auch sehr verständlich. Nur die Problemlösung ist etwas, na ja… problematisch eben. Die letztendliche Lösung ist aber gut durchdacht. Mal sehen, wie es sich bewährt.

Die neue im Bunde, Michonne, mischt erstmal den ganzen Laden auf. Erst vor dem Gefängnis, dann später auch innen. Welche Rolle sie in den weiteren Bänden spielt, bleibt Spekulation. Aber im Moment kommt sie nicht sehr gut an, obwohl ihre kämpferischen Fähigkeiten legendär sind.

Im Gegensatz zu den ersten drei Bänden stehen diesmal die Fehler der Gefährten im Vordergrund. Daran sieht man genau, dass alle nicht mehr können, sich nach Ruhe sehnen. Aber es ist kein Ende in Sicht, im Gegenteil: es kommt schlimmer.

Hier war ich regelrecht froh, dass die Zeichnungen in schwarz-weiß gehalten sind, denn so konnte auch die düstere Stimmung innerhalb der Gefängnismauern gut eingefangen werden.

Für die Zeichnungen ist wieder Charlie Adlard verantwortlich, der mich mit seinem Stil in den Bann zieht.

Fazit:
Wieder faszinierend gruselig. 10 Punkte.



Verlag: Cult Cross
erschienen: 2007
Printseiten: 156
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-936480-34-4