Freitag, 29. Mai 2015

Rezension // Alan Bradley - Flavia de Luce: Mord im Gurkenbeet (01) von SINA


Flavia de Luce findet eines morgens einen Toten im Gurkenbeet. Gleich bemerkt sie, dass der Tote Opfer eines Giftanschlags geworden sein muss, denn ihr liebstes Hobbie ist die Chemie in all ihren giftigen Arten. Flavia fängt an, Nachforschungen zu betreiben, vor allem, als ihr Vater beschuldigt wird, der Mörder zu sein. Je mehr sie in die Tiefen der Verstrickungen eindringt, umso mehr beschleicht sie der Verdacht, ob ihr Vater nicht doch etwas mit dem Mord zu tun hat. Flavia stößt auf Geheimnisse, die unentdeckt bleiben sollten.

Schon länger schleiche ich um diese Reihe herum und nun endlich habe ich es geschafft, den ersten Teil zu lesen. Und bin begeistert von der jungen Hobbiedetektivin Flavia de Luce, die mit ihrer unkonventionellen Art, der kecken Schnauze und dem unverwechselbaren Charme anfängt, mit Hilfe ihrer Liebe zur Chemie, Erkundigungen einzuholen.

Der Schreibstil des Autors trägt dazu bei, dass man förmlich durch die Geschichte fliegt und sich so fühlt, als ob man mittendrin wäre und zusammen mit Flavia versucht, Beweise für die Unschuld ihres Vaters zu sammeln.

Flavia ist mir im Laufe der Zeit sehr ans Herz gewachsen. Aufgewachsen ohne Mutter, mit zwei nicht gerade sehr liebevollen Schwestern und einem sehr trottelig anmutenden Vater, ist es ein Wunder, dass sie nicht völlig verwahrlost ist. Vielleicht gerade wegen dieser besonderen Situation ist aus Flavia eine aufgeweckte, neugierige und sehr forsche junge Dame geworden, obwohl sie gerade mal 11 Jahre alt ist. Sie hat eine hohe Intelligenz, weiß diese geschickt einzusetzen und spielt auch im richtigen Moment die „Kind“-Karte aus, um sich aus unbequemen Situationen zu befreien.

Auch die anderen Figuren sind sehr gelungen, haben mit ihren Macken immer recht ungewöhnliche Lebensarten und werden immer nur kurz wieder eingespielt, um die Geschichte abzurunden. Vor allem Dogger, das Mädchen für alles im Hause der de Luces, ist höchst interessante gestaltet. Mit seiner eher ruhigen Art holt er Flavia auf den Boden der Tatsachen zurück und gibt den eher väterlichen Typ. Er scheint über vieles Bescheid zu wissen, gibt jedoch nichts preis.

Und ganz nebenbei lernt man auch noch einiges über Chemie. Sei es die Namen von verschiedenen Giften, den Messinstrumenten, mit denen hantiert wird oder die Namen berühmter Persönlichkeiten, die auf dem Gebiet der Chemie besondere Entdeckungen gemacht haben.
Aber auch Musik spielt eine Rolle oder interessante Bücher.

Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich gestaltet, man lernt, man vermutet, man verwirft und kommt auf eine neue Spur. Genau wie Flavia. Puzzleteil für Puzzleteil setzt sich alles zusammen und am Ende ergibt sich das Gesamtbild.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und freue mich nun auf den zweiten Teil der Reihe.

Fazit:
Ein Todesfall, Chemie und ein aufgewecktes junges Mädchen – was braucht man mehr? Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2010
Format: Taschenbuch
Printseiten: 400
ISBN: 978-3-442-37624-7

s. a. Bibliografie Alan Bradley

Samstag, 23. Mai 2015

Rezension // Jessie Burton - Die Magie der kleinen Dinge von SINA

Nella ist 18 Jahre jung und wird mit dem Amsterdamer Johannes Brandt verheiratet. Als sie in Amsterdam ankommt und ihr neues Zuhause das erste Mal betritt, merkt sie gleich, dass irgendetwas nicht stimmt. Ihre Schwägerin ist kühl und weicht Fragen aus. Das Hausmädchen Cornelia erzählt ihr geheimnisvolle Dinge und der Diener Otto kommt aus einem fernen Land. Und Johannes selbst straft Nella eher mit Nichtachtung, als ihr ein Ehemann zu sein. Damit sie abgelenkt ist, schenkt Johannes Nella ein Puppenhaus. Als sie beginnt, dieses einzurichten, bekommt sie unaufgefordert weitere Miniaturen zugeschickt, deren Zeichen Nella allerdings nicht deuten kann. Doch dann kommt Nella den Geheimnissen auf die Spur, die die Familie umgeben und weiß gleich, dass alles auseinanderzureißen droht.

Das Buch beginnt mit einer schüchternen Nella, die ins Amsterdamer Leben geworfen wird. Von der Ehe hat sie nur die Vorstellung, die ihre Mutter ihr vermittelt hat und ist gefrustet, als ihr Ehemann sie eher links liegen lässt, als sich um seine Ehepflichten zu kümmern.

sina frambach
Nella versteht vieles nicht, versucht jedoch, hinter die Geheimnisse zu kommen. Und als sie dann herausfindet, warum sich alle so komisch verhalten, kommt das Buch so richtig in Fahrt.

Ich habe den ersten der vier Abschnitte des Buches mit offenem Mund beendet, weil die Geschichte eine Wendung nimmt, die ich mir so überhaupt nicht vorgestellt habe. Denn es wird ein Thema aufgegriffen, welches im Jahre 1686 völlig undenkbar ist und mit hohen Strafen belegt wird.

Jessie Burton hat einen wunderbaren Schreibstil, der einem sofort gefangen nimmt. Man findet sich eben in der Geschichte wieder, wird mitgerissen von der Leichtigkeit der Worte, sieht die Magie in den kleinen Dingen und wünscht sich letztendlich nichts sehnlicher, als das Nellas eigener, kleiner Wunsch in Erfüllung geht.

sina frambach
Ist Nella zu Anfang noch schüchtern, entwickelt sie innerhalb kürzester Zeit einen Mut, der sie über sich selbst hinauswachsen lässt. Sie steht ihren Mann, beginnt ein eigenes Handeln und zeigt damit, dass sie für dieses harte Leben in Amsterdam gewappnet ist.

Je mehr man liest, umso mehr Geheimnisse kommen zum Vorschein. Alle sind betroffen, keiner will es gewesen sein und vor allem hat jeder jeden in der Hand. Sei es aus Liebe, aus Neid, aus Hass oder Missgunst.

Die Charaktere sind derart unterschiedlich, dass sich ein buntgemischtes Puzzle ergibt, welches sich am Ende zwar zu einem Ganzen zusammensetzt, aber trotzdem am Ende ein paar kleine Teile fehlten.

sina frambach
Mit zarten Tönen wird Nellas Geschichte erzählt. Kein leichter Weg, aber einen, den man beschreiten kann, wenn man genug „Mumm in den Knochen“ hat. Auch wenn ich Anfangs nicht so recht wusste, was genau mich erwartet, hätte ich am Ende gerne noch mehr Seiten gehabt. Dies führt leider zum Punktabzug, denn es bleibt doch noch so einiges offen, vieles ungeklärt.

Fazit:
Eine feine Geschichte, die zu recht als Bestseller gelobt wird, mich persönlich auch in den Bann zog, jedoch am Ende nicht vollständig zurückgelassen hat. Von mir gibt es dafür 8 von 10 Punkten.

Verlag: Limes
erschienen: 2015
Format: Hardcover
Printseiten: 480
ISBN: 978-3-8090-2647-1

Mittwoch, 20. Mai 2015

Rezension // Annell Ritter - Brägenbeck: Apfelgrüne Aussichten (02) von SINA


Carla hat sich mittlerweile gut eingelebt in Brägenbeck. Ihre kleine Pension läuft gut, ihre Beziehung zu Kai ist glücklich und das Landleben tut ihr gut. Doch als sie bei einer Kräuterexkursion die falschen Pflanzen mit nach Hause bringt und damit beinahe ihre Gäste vergiftet, sucht sie sich Hilfe bei der doch recht eigenwilligen Gundula. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Großstadt-Freundin Lou, dem Friseur Jacques und natürlich ihrem Freund. Doch Großbauer Johannsen kann nicht vergessen, dass Carla seinen Mastzuchtbetrieb hat verbieten lassen und sinnt auf Rache. Das Ordnungsamt soll klären, ob Carla die Pension weiterbetreiben darf. Doch keiner hat mit den Waffen der Frauen gerechnet.

Der zweite Teil der Brägenbeck-Romane kommt locker-flockig daher. Mir persönlich hat er besser gefallen, als sein Vorgänger. Dies lag daran, dass ich die Charaktere nun schon kannte und mich einfach auf sie einlassen konnte.

Carla fühlt sich wohl in Brägenbeck. Ihr Leben ist entspannt und sie ist glücklich, wenn ihr Gäste glücklich sind. Sie kümmert sich hingebungsvoll um ihre Pension und den Garten. Und in Sachen Liebe läuft es auch perfekt.
Man merkt ihr an, dass sie zufrieden mit allem ist und eigentlich nichts ändern möchte.

Die Autorin hat es wunderbar geschafft, dieses Gefühl zu vermitteln und zeitweise hatte ich wirklich das Gefühl, bei Sonnenschein in Carlas Garten zu sitzen, Prosecco zu schlürfen und einfach entspannen zu können.

Als der Gegenpart – Großbauer Johannsen – ins Spiel kommt, kommt auch etwas Fahrt in die Geschichte.

Am Ende des Buches kam mir ein Gedanken in den Sinn: Spannung darf man keine erwarten, dafür wird viel Entspannung geboten. Und genau das war ich dann auch: entspannt und zufrieden.

Es bleiben auch einige Dinge ungeklärt, was ja stark auf einen dritten Teil hindeutet. Trotzdem wird man nicht unbefriedigt zurückgelassen.

Fazit:
Der Roman macht Lust auf mehr und ich würde mich über ein Wiederlesen mit Carla, Lou und Kai sehr freuen. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Ullstein forever
erschienen: 08.05.2015
Format: ebook
Printseiten: 320 
ISBN: 978-3-958180444

s. a. Bibliografie Annell Ritter

Dienstag, 19. Mai 2015

Rezension // Rüdiger Bertram + Heribert Schulmeyer - Mo und die Krümel: Der erste Schultag (01) von SINA

© Sina Frambach
Mo und seine Freunde gehen noch ein paar Wochen in den Kindergarten, doch die Vorfreude auf den ersten Schultag ist schon groß. Bevor es mit dem Ernst des Lebens losgeht, lernen sie schon einmal ihre Klassenlehrerin Frau Grimm kennen. Als der erste Schultag kommt, passieren einige aufregende Dinge. Und dann soll Frau Grimm ja keinen Mann kennenlernen, sonst wäre die Schule ja nur halb so aufregend.

Wer kann sich noch an seinen ersten Schultag erinnern? Wie schüchtern man da war? Alles war aufregend und neu und man hatte auch ein bisschen Angst vor all dem.
Doch Mo und seine Freunde Anton, Esra, Erik und Kim sind keine Kinder von Traurigkeit, im Gegenteil. Sie sind neugierig, forsch, frech und absolut liebenswert.

sina frambach
Mo ist die treibende Kraft in dieser Geschichte. Er und seine 4 Freunde sind ein Team, halten zusammen und stellen so manchen Unsinn an.
Im Kindergarten haben sie schon so manches Abenteuer bestanden und nun soll ein neues Abenteuer beginnen: die Schule.

Das Autorenduo hat mit der Fünferbande einen lustigen Haufen erfunden, der es schafft, aus allem ein kleines Chaos zu veranstalten. Und dabei brauchen sie nur kurze Denkanstöße. Es kommen die unsinnigsten Ideen zutage und werden natürlich auch gleich umgesetzt.

sina frambach
Daran ist aber auch Mos Tante Ulli nicht gerade unschuldig, die ihrem Neffen dann doch ein paar kleine Flöhe ins Ohr setzt, die sich dann zu einem gewaltigen Flohzirkus ausbreiten.

Ich hatte großen Spaß daran, Mo und seine Freunde bis zu ihrem ersten Schultag zu begleiten und die Leseprobe am Ende des Buches macht Lust auf mehr Abenteuer aus der Feder des Autorenduos. Denn im zweiten Band geht es auf Klassenfahrt und dass diese nicht harmlos verlaufen wird, kann man sich nach Lesen des ersten Bandes vorstellen.

Die Kinder sind allesamt liebenswert, doch bin ich froh, dass ich nicht solch einen Wirbelwind zu Hause habe.

sina frambach
Der Schreibstil ist kindgerecht, da ja auch Sicht von Mo erzählt wird. Die Kapitel sind kurz gehalten und ideal zum Vorlesen geeignet. Kleine Zeichnungen versüßen das Lesevergnügen und die zuhörenden Kinder haben etwas zum Anschauen.

Fazit:
Der erste Schultag, ein Haufen Wirbelwinde und ein Hamster – so ist das Chaos vorprogrammiert. 10 Punkte für dieses süße Kindervergnügen

Verlag: cbj
erschienen: 2015
Printseiten: 153
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-17075-5

Rezension // Jennifer L. Armentrout - Daemon + Katy: Wahnsinnig und verrückt (eShort) von SINA

Daemon und Katy – eine hochexplosive Mischung. Wenn sie zusammen sind, fliegen die Fetzen, sind sie getrennt, sehnen sie sich nach dem jeweils anderen.
Und Daemon ist hoffnungslos verliebt, eben in Katy. Sein Verlangen nach ihr schmerzt ihn sehr und sobald er bei ihr ist, findet er Linderung.

Da die Autorin in ihrer Obsidian-Reihe aus der Sicht von Katy schreibt, zeigt sie in ihrem eShorts die Sicht von Daemon auf. Eine kurze Szene, in denen wir in Daemons Gedankenwelt tauchen dürfen und miterleben, wie sehr er Katy liebt und dass er alles für sie tun würde.

Auch wenn das eShort nur 10 Seiten umfasst, ist man doch gleich wieder mitten in der Liebesgschichte, die sich rund um Daemon und Katy dreht.

Dieser eShort sollte am besten zwischen dem zweiten und dritten Band gelesen werden, da er nochmals das Ende des zweiten Bandes wiedergibt.

Fazit:
Kurz und knackig. 10 Punkte.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2015
Printseiten: 10
Format: ebook
ISBN: 978-3-646-92746-7

s. a. Bibliografie Jennifer L. Armentrout

Freitag, 15. Mai 2015

Rezension // [Hörbuch] Erik Axl Sund - Victoria Bergmann: Krähenmädchen (01) von SINA

Jeanette Kihlberg steht vor einem schwierigen Fall. Der Fund mehrerer misshandelter Jungenleichen stellt sie vor ein großes Rätsel. Dabei nimmt sie Kontakt zu der Psychologin Sofia Zetterlund auf, bei der einer der Jungen in psychologischer Behandlung war. Zusammen mit Sofia versucht Jeanette herauszufinden, wer die Schuldigen sind. Dabei stoßen sie auch auf die ehemalige Patienten von Sofia, Victoria Bergmann, die jedoch schon seit längerer Zeit verschwunden ist. Wie steht sie in Zusammenhang mit den gefundenen Jungen und welche Qualen musste sie erleiden? Doch nicht nur der Fall bringt Jeanette an den Rand der Erschöpfung, auch privat geht es immer mehr bergab. Und so ist Jeanette froh, Sofia an ihrer Seite zu haben.

Nach Beendigung des Hörbuchs war ich erstmal baff. Wie kann man so eine Geschichte verfassen, wie kann man sich in solch menschliche Abgründe hinablassen? Wie kann man von einer Geschichte fasziniert sein, die sich um Kindesmisshandlung, Gewalt und niedere menschliche Triebe dreht?

Als ich dann im Internet nach Stimmen zu dem Roman suchte, fand ich heraus, dass ich nicht alleine mit meinen Gedanken stehe. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich am besten meine Meinung zu der Geschichte kundtue und versuche nun, dies einfach mit meinen Worten auszudrücken.

Als erstes fällt einem auf, wie kaputt doch die Protagonisten teilweise sind. So zum Beispiel Jeanette, die ausgebrannt ist und mit ihrem Leben unzufrieden. An ihrer Seite ihr Mann Ake, der versucht, sich mit seiner Malerei einen Namen zu machen und dem13jährigen Sohn, dessen Leidenschaft der Fußball ist. Jeanette ist Hauptverdiener der Familie und versucht, die kleine Familie am Laufen zu halten. Schafft dies jedoch nicht mehr und macht sich so Gedanken um ihre Zukunft.
Und Sofia, die als Psychologin ihren Lebensunterhalt verdient und mit ihrem Freund eine fragwürdige Beziehung führt. Auch sie fragt sich, ob dies alles gewesen ist und stellt alles in Frage.

Auch die anderen Charaktere sind belastet, sei es durch die Vergangenheit oder die Gegenwart.

Die Handlung erscheint am Anfang sehr komplex, findet jedoch im Laufe dann zu einem roten Faden zusammen und immer mehr wird man im menschliche Abgründe hineingezogen. Das Thema Kindesmissbrauch ist schwer und man schluckt mehr als einmal vernehmlich, weil man sich einfach nicht vorstellen kann, dass irgendjemand zu solch Taten fähig sein kann.

Der Sprecher Thomas M. Meinhardt liest in einer fast monotonen Tonlage, ohne viele Emotionen. Aber dies passt vollkommen zu der Geschichte. Die Stimme führt einem dann schon etwas „teilnahmslos“ durch die Ereignisse und so gewinnt man wieder ein wenig Abstand und alles ist wieder reine Fiktion.

Sieht man alles mit diesem Abstand, liegt einem eine spannende Geschichte vor, mit überraschenden Wendungen und Protagonisten, die zu allem fähig sind, wenn es darum geht, für sich zu kämpfen und ihre Ziele zu verfolgen.
Die Ecken und Kanten der einzelnen Charaktere sind teilweise so groß, dass man sich letztendlich fragt, wie solche Personen überhaupt fähig sein können, sich mit diesem Thema zu befassen. Die Stabilität der einzelnen Figuren bröckelt sehr und der Showdown am Ende des Buches bringt einem dazu, eben mit offenem Mund nach dem nächsten Teil zu schreien, weil man dann letztendlich doch mitleidet.

Nicht umsonst sagt man den skandinavischen Autoren nach, Literatur in Höchstform aufs Papier zu bringen und das Autorenduo Erik Axl Sund stehen hier bestimmt keinem nach. Mit Jeanette Kihlberg und Sofia Zetterlund wurden zwei Frauenfiguren geschaffen, die unterschiedlicher nicht sein können und trotzdem zueinander passen.

Fazit:
Grausam, verstörend und eng gestrickt. Krähenmädchen zieht einem in seinen Bann. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: der Hörverlag
erschienen: 2014
Laufzeit: 777 Minuten
Format: mp3, ungekürzte Lesung
Sprecher: Thomas M. Meinhardt
ISBN: 978-3-8445-1531-2

Donnerstag, 7. Mai 2015

Rezension // Joanne K. Rowling - Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (07) von SINA

© Sina Frambach
Eigentlich steht das letzte Schuljahr in Hogwarts an, doch kann Harry nicht nur Schule zurückkehren. Denn Albus Dumbledore hat Harry eine Aufgabe zugewiesen. Zusammen mit Hermine und Ron begibt er sich auf eine gefährliche Reise durch das Land, um sich vor Voldemort zu verstecken und um die Heiligtümer des Todes zu suchen. Doch Harry weiß, dass er sich letztendlich entscheiden muss, obwohl es egal ist, was er tut: Lord Voldemort wird ihn erwarten.

Das Ende einer zauberhaften Geschichte. Leider. Joanne K. Rowling hat es geschafft, eine Saga zu erschaffen, die den Namen "Bestseller" verdient. Und so ist man sehr traurig, die letzte Seite zu lesen und das Buch vielleicht mit einem kleinen Seufzer zuzuschlagen. So erging es mir. Ich wollte noch mehr lesen, mich wieder nach Hogwarts begeben, noch mehr Geschichten von Harry, Ron und Hermine lesen.

© Sina Frambach
Aber trotzdem geht man auch mit einem lachenden Auge, hat man doch so vieles erlebt, mit Harry gelitten, sich gefreut, getrauert, gelacht, geweint und geliebt. Er hat viele Freunde gefunden, die ihm immer zur Seite stehen, ihm Ratschläge erteilen und ihn so nehmen, wie er ist.

Joanne K. Rowlings kleiner Zauberlehrling hat sich nun redlich verdient, nicht mehr im Mittelpunkt zu stehen, obwohl er es bestimmt nicht schaffen wird, sich ganz aus irgendwelchen Abenteuern herauszuhalten.

Die Autorin hat mit ihrem unnachahmlichen Schreibstil und der genialen Idee ein kleines Universum geschaffen, in welches man noch viel hineininterpretieren kann. Und ich denke, dass sie noch nicht fertig ist und noch einiges folgen wird. Sei es nun nicht von Harry Potter, sondern von vielen, vielen anderen.

© Sina Frambach
Der finale Band wartet mit einigen Überraschungen auf. Die letzte Schlacht gegen Voldemort ist aufwühlend. Viele finden den Tod, viele von denen man es nicht erwartet hätte.

Doch in allem sieht man letztendlich eins: Freundschaft und Liebe sind zwei der wichtigsten Dinge auf Erden.

Fazit:
Das fulminante Finale einer unendlichen Saga! 10 Punkte!

Verlag: Carlsen
erschienen: 2007
Printseiten: 767
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-57777-1 

s. a. Bibliografie Joanne K. Rowling

Rezension // Jennifer L. Armentrout - Opal: Schattenglanz (03) von SINA

© Sina Frambach

Dawson ist zurückgekehrt und alles scheint wieder seinen gewohnten Gang zu nehmen. Doch innerlich zerreisst es Dawson, da seine geliebte Beth nicht bei ihm ist. Katy, die sich inzwischen nicht mehr gegen ihre Gefühle für Daemon wehrt, kann dies nur gut nachvollziehen. Während Katy und Daemon versuchen, eine normale Beziehung zu führen, entwickeln sie nebenbei einen Plan, um Beth zu befreien – dabei unterstützt werden sie zu ihrer größten Überraschung von Blake. Doch tut er dies nicht ganz uneigennützig. Er will seinen Freund Chris ebenfalls befreien. Und so müssen alle notgedrungen zusammenarbeiten. Auch wenn es tödlich enden kann.

Die ersten beiden Bände waren einfach gesagt „der Hammer“. Natürlich war das Lesen des dritten Teil damit ein Muss. Und ich ging auch mit dieser Vorfreude an das Buch heran. Doch je weiter ist las, umso enttäuschter wurde ich.
Nicht, weil die Story um die aus Licht bestehenden Aliens uninteressant war, nein, eben weil diese etwas in den Hintergrund geriet.

© Sina Frambach
Die Hauptgeschichte drehte sich eigentlich um Katy und Daemon, die nun als Paar das Abenteuer bestehen müssen. Und sie verhalten sich auch so. Frisch verliebt können sie nicht die Finger voneinander lassen. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Es verging fast keine Szene, in der sie sich nicht „küssten, eng aneinandergeschmiegt da saßen, die Haare durch die Finger glitten, Spannung zu spüren war, Schmetterlinge und Funken flogen“ oder sonstige „intime Berührungen“ stattfanden.

Dies hat meiner Meinung nach alles etwas unnötig in die Länge gezogen. Es wurde zwar nicht aus den Augen verloren, dass eine Person Hilfe brauchte und es auch die nötige Spannung gab, als Blake auftaucht und etwas Biss in die Geschichte brachte, aber trotzdem wurde zu viel Augenmerk auf eben Daemon und Katys Verliebtheit gelegt.

Durch die Beziehung zwischen Katy und Daemon scheint alles etwas normaler zu sein. Mir fehlen die bissigen Dialoge, die jetzt zwar immer noch vorhanden sind, aber in abgeschwächter Version, weil man genau weiß, dass beide sich damit nicht auf die Palme bringen wollen, sondern einfach nur necken. Der Kick ist draußen, der in den ersten beiden Bänden herrschte.

© Sina Frambach
Lässt man diesen Hauptstrang aus den Augen, erwartet einem jedoch eine spannende Geschichte. Und dies liegt dann auch wieder mal an dem sehr flüssigen Schreibtstil der Autorin, die mit einfachen Worten dann doch einiges ausdrücken kann. Dies liegt dann auch an der neuen Figur namens Dawson, der Zwillingsbruder von Daemon und Dee. Er bringt frischen Wind rein.

Außerdem ist da dann noch Dees und Katys Freundschaft, die zerbrochen ist. Katy wünscht sich nichts sehnlicher, als mit Dee wieder befreundet zu sein, normal mit ihr reden zu können, aber sie tut auch nicht wirklich etwas dafür.

Erst am Ende kommt nochmals richtig Fahrt auf und das Buch endet auch – eigentlich nicht richtig überraschend – mit einem sehr fiesen Cliffhanger. Und so kann man auch nicht anders, als auf den vierten Teil zu warten und zu hoffen, dass die Autoren wieder zu dem „Biss“ aus den ersten beiden Bänden findet.

Fazit:
Nicht richtig überzeugend, nicht richtig Katy & Daemon. Deswegen gibt es leider nur 7 Punkte von mir.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2015
Printseiten: 464
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-58333-8

s. a. Bibliografie Jennifer L. Armentrout

Reihenfolge
01 Obsidian
02 Onyx
03 Opal

Mittwoch, 6. Mai 2015

Lesung // Ursula Poznanski - Stimmen von SONJA

Endlich! Obwohl ich die Autorin Ursula Poznanski schon bei Signierstunden auf den Buchmessen getroffen habe, war dies nun endlich meine erste Lesung mit ihr.

Es sollte auch richtig zur Sache gehen, denn es war kein Jugendbuch, sondern der dritte Band um die Ermittlerin Beatrice und ihren Partner Florin.


© Sonja Kochmann


Obwohl sich die Autorin laut eigenen Aussagen immer freut, wenn auch ihre jungen Fans bei den Lesungen der Krimis/Thriller auftauchen, bat sie doch zwei sehr jugendlich aussehende Zuhörer, auf Kommando die Ohren zu zu halten (was einer zum Schmunzeln der Eltern) auch brav tat. 


© Sonja Kochmann



© Sonja Kochmann


Schließlich geht es beim dritten Band um einen Mord in einer Psychiatrie. Blutig, deutlich und mit gespenstischer Stimme las die Autorin die Einleitung des Buches und hatte bereits nach einigen Zeilen die volle Aufmerksamkeit der anwesenden Buchliebhaber. 


Auch die besonder Atmosphäre der kleinen Buchhandlung Leuenhagen und Paris unterstrich die spannende Handlung.

Auf die Frage, warum der Roman in Salzburg spiele, obwohl Frau Poznanski doch aus Wien komme, gab die Autorin zu bedenken, dass Wien einfach überladen von Ermittlern sei. Da sie eine Ferienwohnung in Salzburg habe, könne sie Urlaub zum Schreiben und umgekehrt machen.

Bei diesem 3. Band komme ihr ihre Erfahrung als jahrelange medizinische Journalistin zu gute. Denn hier habe sie gute Einblicke in die Abläufe einer Klinik und in die Ärzteschaft gewonnen. Die Ärzte seien sogar eitler als die Autoren!


© Sonja Kochmann


Wem übrigend auf den Covern die Krähe oder der Rabe aufgefallen ist, muss gesagt werden, es handelt sich um eine Idee des Verlages. Die Autorin selbst war gespannt, wo dieser Vogel beim dritten Band integriert wird. Schauen wir mal, wo er beim vierte Band auftauchen wird. Denn dieser ist schon in der Schreibwerkstatt.

Des weiteren wird demnächst ein neues Jugendbuch erscheinen, zu dem sich die Autorin aber nicht äußern durfte. 


Und weil es ja sonst so langweilig wäre, schreibt sie derzeit auch ein Buch gemeinsam mit Arno Strobel. Aber das zählt ja nicht wirklich ganz, schließlich sei es ja nur ein halbes Buch. Hierbei werde viel gelacht, denn man könne ja ein Kapitel mit "....und dann..." beenden und der andere müsse fortsetzen. 


Als ich von diesem Schreibprojekt erfuhr, hab ich mich gleich unter http://www.poznanski-strobel.com/ angemeldet, um die Fortschritte verfolgen zu können.

Arno Strobel bezeichnet Ursula Poznanski übrigens als Coautorin mit Migrationshintergrund, obwohl der Wienerdialekt bei der Lesung nicht stark hervorkam.

Verfilmungen könne sie sich bislang nur für ihr Salzburger Ermittlungsteam vorstellen und dann müsse der Preis stimmen. Denn der wäre ja aufgrund der zu erwartenden Änderungen eine Art Schmerzensgeld.

Bei der fleißigen Autorin kann man sich noch auf eine Vielzahl an toller Lesestunden erfreuen. Die Lesung war spitze. 


Vielen Dank an die Autorin und die Mitarbeiter der Buchhandlung.

© Sonja Kochmann



Rezension // Ursula Poznanski - Stimmen von SONJA


Stimmen!!! Stimmen, die hört ein Patient in einer Salzburger Psychiatrie. Sie wissen, wer du bist!

Diesem unheimlichen Szenario müssen sich Beatrice Kaspary und ihr Partner Florin stellen, als ein junger Arzt tot in der Klinik aufgefunden wird. Doch wer könnte der Täter hier wohl sein?! Kann ein "normaler" Mensch hier überhaupt von einem Motiv ausgehen?

Als ich von diesem dritten Band der Reihe um die Ermittlerin Bea erfuhr, habe ich mich sehr gefreut, denn obwohl ich derzeit kaum Krimis/Thriller lese, finde ich die Bücher von Ursula Poznaski stets meisterhaft und ich muss auch diesmal sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und mitreißend. Bereits nach den ersten zwei Absätzen konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Das gruselige Cover und die Stimmen haben bei mir sofort zu einem "Kopfkino" geführt.

Der Rahmen der Geschehnisse (Psychiatrie) und die üblichen oder vielmehr unüblichen Verdächtigen (Patienten, Pfleger, Ärzte) bieten der Autorin ordentlich Spielraum für ein literarisches Versteckspiel mit dem Leser. An einigen Stellen vermutete ich Parallelen zu einigen bekannten österreichischen Kriminalfällen, wurde dann aber doch von der Autorin aufs Glatteis geführt. Wunderbar.

Auch die private Geschichte um Bea kommt nicht zu kurz, so dass ich jedem nur empfehlen kann vorher die Vorbände "Fünf" und "Blinde Vögel" zu lesen. Gott sei Dank, hat die Autorin bereits den nächsten Band in Produktion. An dieser Stelle würde ich gern auf einige Details der Geschichte wie z.B. Tarot, Traumata etc. eingehen, möchte jedoch die geschickt gelegten Finten und HInweise der Autorin nicht zerstören. Daher: Lest selbst!

Volle Punktzahl. (Mal sehen, wo der Rabe beim vierten Band auf dem Cover auftauchen wird.)

Verlag: Wunderlich
erschienen: 2015
Seiten: 448
ISBN: 978-3805250627


Einen Bericht zur Lesung gibt es hier auf dieser Seite.


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann