Freitag, 31. Juli 2015

Rezension // Paula Hawkins - Girl on the Train: Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich von SONJA


Rachel pendelt jeden Tag von einem tristen Vorort nach London. Da die Zugfahrt eintönig und ermüdend ist, beobachtet sie die vorbeiziehenden Häuser. Regelmäßig hält der Zug an einem Haus: Sie nennt das Paar dort Jess und Jason. 

Doch eines Tages sieht sie etwas Schockierendes. Als tags darauf die Zeitungen von Jess Verschwinden berichten, beschließt Rachel zur Polizei zu gehen und setzt eine auch für sie gefährliche Verkettung in Gang.

Um dieses Buch wird seit Wochen ein riesiges Tamtam gemacht, so dass ich beschloss, passender Weise mit diesem Roman meine anstehende Zugfahrt zu verbringen.

Leider bin ich mit den Figuren der Handlungen von Anfang an nicht richtig warm geworden. Denn die Handlung wird aus der Ich Perspektive von drei Figuren (Rachel, Anna und Jess) mit zeitlichen Abständen erzählt, was ich als sehr anstrengend empfunden habe. 

Die Hauptprotagonistin hat ein massives Alkoholproblem, was sie in ihren Handlungen und Wahrnehmungen stark einschränkt. Dies hat mich doch teilweise sehr gestört. Hier von einer Antiheldin zu sprechen, fand ich zuviel des Guten. Rachel lässt sich bewusst gehen und die Sucht macht sie zu einer unsympathischen Person, mit der ich nicht mitleiden wollte. Allerdings ahnte ich beim Lesen, dass dies von der Autorin bewusst als Stilmittel verwendet wurde. Der Alkohol verschleiert die Fakten, so dass es nicht wie üblichen einen roten Faden bei der Klärung um Jess Verschwinden gibt. Nichts ist, wie es scheint und Paula Hawkins hat einige vorhersehbare aber auch überraschende Dreh- und Angelpunkte in die Handlung eingebaut.

Das Ende kam dann doch sehr zügig (Der musste nun wirklich sein.) So dass einige der drei Ich Erzählerinnen verspätet im Leben angekommen sind. Ich verrate nicht welche.

Das Buch erinnert mich ein wenig an den Filmklassiker "Das Fenster zum Hof", so dass ich sagen muss: bekanntes Thrillerkonstrukt in neuer Verpackung: 6 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 448
ISBN: 978-3764505226

© Sonja Kochmann
Zugfahrt Hannover - Weimar


Rezension // Nichola Reilly - Herrscher der Gezeiten von SONJA


Die Erde ist überflutet, nur Wenige kämpfen Tag ein Tag aus ums Überleben. Die schwer gezeichnete Coe ist in ihren Reihen eine Randfigur und muss erniedrigende Arbeiten erledigen, um einen sicheren Platz auf der Plattform zu haben, die bei jeder Flut umspült wird.

Sie träumt von einem besseren und trockenerem Leben und bewundert ihren Freund Tiam, der mutig und stark durchs Leben schreitet. Eines Tages erfährt die Inselgemeinschaft, dass der Herrscher der Insel im Sterben liegt und die Nachfolge unsicher ist. Coe und Tiam werden ins königliche Schloss geladen und erfahren von einem Geheimnis, das alles ändern kann. Haben sie genug Zeit, bevor die Flut alles mit sich reißt?

Auf der Leipziger Buchmesse 2015 fiel mir dieses Buch sofort in die Hände und es war klar. Ich muss es lesen. Denn ich liebe das Meer. Also las ich dieses Buch während ich auf einer Liege am Meer lag und die Sonne....dieses Buch passt zu jedem Strandurlaub und ist auch etwas für Daheimgebliebene, denn die dystopischen Schilderungen der Autorin sind wunderbar gelungen. Ob diese Zukunft irgendwann Realität wird?


Coe und Tiam haben auf jeden Fall einen sehr aufregenden Alltag, so dass ich das Buch von Anfang an als sehr spannend empfunden habe. Durch ihre Behinderung ist Coe eine Außenseiterin der Gruppe und erträgt stoisch ihr Schicksal ohne zu verbittern. Dies macht sie als Heldin der Handlung sehr sympathisch.

Doch auch die übrigen Figuren sind geschickt angelegt, denn der Leser muss mit Coe zusammen erleben und erfahren, wer gut oder böse ist. Denn die Zivilisation wie wir sie heute kennen, gibt es nicht mehr. Hier zählt das blanke Überleben. Coe kann beim Lesen eines alten Märchenbuches zum Beispiel manche Dinge wie Tanzen gar nicht nachvollziehen, da es in ihrer Welt reiner Luxus wäre. Auch sind die Voraussetzung durch die Überflutung dafür nur im Palast gegeben. Weitere Einblicke in lang vergessenes Wissen erhält sie durch ein Tagebuch, dass in der Zeit entstand, in der die Flut kam. Dadurch bekommt der Leser einen guten Einblick in die Dystopie ohne durch lange Schilderungen gelangweilt zu werden.

Das Ende ist für mich ein wenig offen, so dass ich mich frage, ob es eine Fortsetzung geben könnte. (Bislang gibt es auch im Englischen nur dieses eine Buch.) Daher 9 von 10 Punkten!


Verlag: Mira TB
erschienen: 2015
Seiten: 352
ISBN: 978-3956491061


© Sonja Kochmann

Rezension // Susan Mallery - Eine Marcelli gibt nicht nach von SONJA


Auf dem Weingut der Familie Marcelli laufen die Vorbereitungen für die Hochzeit der jüngsten Enkelin Mia an. Sie wird mit gerade Mal 18 Jahren vor den Altar treten und den ebenfalls blutjungen David heiraten. Doch der Vater von David, Zach, will dies mit Tücke und List verhindern. Er engagiert für seine Kanzlei Mias Schwester Katie, die als Partyplanerin bislang einen guten Ruf inne hat. Sollte sie nicht mitspielen, wird er sie ruinieren, dumm nur, dass auch diese Marcelli äußerst verlockend ist.

Die Marcellis sind eine italienische Familie wie man sie sich gerne ausmalt. 

Es wird gekocht, gegessen und temperamentvoll diskutiert. Die Weinberge bieten eine malerische Umgebung und auch die angedeuteten Familienstreitigkeiten und die Fehde mit dem Nachbarn bieten Raum für eine interessante Handlung.

Nur der Patriarch sieht für seine Enkelinnen (Für Folgebände ist also ordentlich Kapazität vorhanden.) als einzige erstrebenswerte Zukunft die Heirat an. Dies bietet ordentlich Zündstoff, der von der Autorin sicherlich auch so gewollt ist, doch in den einzelnen Dialogen hat mich dies einfach nur genervt! Die sonst so emanzipierten Enkelinnen wirken wie die Heimchen am Herd und sticken am Hochzeitskleid, statt die Augen zu öffnen und mal auf den Tisch zu hauen.

Susan Mallerys gewohnten spritzigen Dialoge verblassen teilweise unter der erdrückenden Hochzeitsthematik, so dass mich einzig und allein der Handlungsverlauf besänftigen konnte: denn es kommt doch alles anders als gedacht. Ich baue nach dieser überraschenden Lösung für die Konstellation Mia/David und Katie/Zach doch auf die verbliebenen Enkelinnen. 6 von 10 Punkten.



Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2012
Seiten: 348
ISBN: 978-3862784912


© Sonja Kochmann

Dienstag, 28. Juli 2015

Rezension // Louis Sachar - Schlamm oder Die Katastrophe von Heath Cliff von SINA

© Sina Frambach
Tamaya hält sich an Regeln. Und weil es heißt, dass man den Wald nicht betreten darf, betritt sie ihn auch nicht. Da sie aber auch nicht alleine von der Schule nach Hause gehen darf, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Marshall in den Wald zu folgen. Und es kommt, wie es kommen muss. Ein Schlammloch wird Tamaya zum Verhängnis. Es enthält giftige Erreger und schon bald zieht sich eine Katastrophe durch den beschaulichen Ort Heath Cliff.

Der Verlag Beltz + Gelberg hat nun ein Kinderbuch der besonderen Art hervorgebracht. In kindlichem Stil gehalten, enthält es jedoch eine doch recht schaurige Geschichte. Ein tödlicher Erreger greift in dem Örtchen Heath Cliff um sich und es scheint keinen Ausweg zu geben.

Mittendrin die kluge Tamaya Dhilwaddi, die sich an Regeln hält und nicht vom rechten Weg abkommen will. Doch genau dies geschieht und führt zu einer Katastrophe.

Was der Autor mit dieser Geschichte aussagen will, lässt sich nicht genau definieren. Er greift mehrere Sachen auf. Zu allererst natürlich, dass Kinder auf Erwachsene hören sollen. Dann jedoch auch, dass Kinder ihre eigenen Wege gehen sollen, denn nur aus Fehlern lernt man. Umweltverschmutzung ist auch ein Thema. Freundschaft, Mobbing und Familienkonflikte werden ebenfalls angeschnitten.



© Sina Frambach
Nach Lesen des Buches, welches ich von Blogg Dein Buch als Rezensionsexemplar bekommen habe, war ich irritiert. Die Geschichte an sich gefiel mir, als Erwachsener, sehr gut. Für Kinder finde ich sich sie jedoch sehr „hart“, gerade das letzte Drittel. Hier kann ich mir vorstellen, dass dies bei Kindern sehr viele Fragen aufwirft, die auf kindgerechte Art fast nicht zu erklären sind.

Die Protagonisten sind sehr sympathisch, gerade Tamaya, die mit ihre Art, es allen recht zu machen, ein sehr normales Leben führt. Als sie dann im Wald auf den Schlamm trifft, ändert sich jedoch alles. Auch ihre Gedankenwelt. Sie versucht etwas über die Grenzen hinaus zu denken.

Auch die anderen Charaktere passen sehr gut in die Geschichte und letztendlich ergibt sich dadurch ein bunter Mix an Spannung, Humor und Themen, über die man nachdenken muss.



© Sina Frambach
Der Schreibstil des Autors ist dabei jedoch kindgerecht geblieben, man taucht in Tamayas Gedanken ein und ist so mitten in der Geschichte drin.

Aufgepeppt wird das Buch dadurch, dass Kapitel aus Sicht Tamayas geschrieben sind, dann aber auch wieder aus Marshalls. Zwischendrin gibt es sog.Vernehmungsprotokolle, die von Senatoren ausgeführt werden. So wird nach und nach ein Puzzleteil an das andere gefügt und es ergibt sich langsam ein großes Bild.

Fazit:
Man sollte aufpassen, ob man in eine Schlammpfütze springt. Von mir gibt es dafür 8 von 10 Punkte.


Verlag: Beltz + Gelberg
erschienen: 2015
Printseiten: 192
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-407-81199-8

Samstag, 25. Juli 2015

Rezension // Anna McPartlin - Weil Du bei mir bist von SINA

© Sina Frambach
Emma und John sind glücklich. Doch dann geschieht ein Unfall und John stirbt. Für Emma bricht die Welt zusammen. Aber Emma hat Freunde, treue Freunde, die sich ihrer annehmen. Sie helfen, sie aus dem Loch herauszuholen und Emma merkt bald, dass ihre Freunde auch sie brauchen, um alles zu verarbeiten.

Mein erstes Buch von Anna McPartlin war „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ und es war eins der traurigsten Bücher, welches ich bis jetzt gelesen habe. Die Autorin weiß, die Stimmung perfekt wiederzugeben, zieht einem runter, dreht dann aber mit einer Wortgewandtheit wieder alles in die richtige Richtung und man ist letztendlich rundum zufrieden mit dem, was man gelesen hat.

Dabei ist es aber noch nicht einmal der zarte Schreibstil der Autorin, der mich so fasziniert. Es ist das Gesamtergebnis, die Harmonie, die am Ende alles beherrscht.

© Sina Frambach
Emma tut mir so unendlich leid, aber sie hat auch einen unbändigen Willen, sich wieder auf die Beine zu bringen. Und sie hat tolle Freunde, die sie braucht. Aber ihre Freunde brauchen auch sie. Und so unterstützen sie sich gegenseitig.

Sehr einfühlsam geht die Autorin auf das Thema Tod ein und bleibt so ihrem Stil treu. Sie zieht einem in ihren Bann und man versinkt in die Welt der Protagonisten, begleitet sie auf einem kleinen Stück ihres Weges und lernt sie kennen und lieben.
So ging es mir mit Emma. Ich wäre sehr gerne für sie dagewesen, hätte sie in den Arm genommen, getröstet und ihr Mut zugesprochen. Ich war sehr froh, dass sie dafür ihre Freundinnen Clodagh und Anne hat. Und Seán…

© Sina Frambach
Die Autorin hat mit ihren Protagonisten sehr unterschiedliche Charaktere geschaffen, die sich aber letztendlich perfekt ergänzen.

Die Story an sich ist vorhersehbar, trotzdem ist es schön, zu lesen, wie sich alles entwickelt und wohin die einzelnen Wege der Charaktere führen.

Die weiteren Romane der Autorin werde ich mir auf jeden Fall auch noch vornehmen.

Fazit:
Der Tod als Anfang eines neuen Lebens. Wegen der Vorhersehbarkeit gibt es Punkteabzug, deswegen "nur" 8 von 10 Punkten.

Verlag: Rororo
erschienen: 2015
Format: Taschenbuch
Printseiten: 400
ISBN: 978-3-499-27178-6 


Freitag, 24. Juli 2015

Rezension // P.C. + Kristin Cast - House of Night: Betrogen (2) von SINA

Zoey ist nun schon seit einem Monat im House of Night und nicht nur für sie hat sich eine Menge verändert. Sie muss mit ihrem Blutdurst fertig werden, sich als Anführerin der Töchter der Dunkelheit beweisen und dann sind da auch noch Erik, Heath und Loren, die Zoeys Gefühle durcheinander bringen.
Als aus ihrer alten Schule zwei Jungs verschwinden, gerät sie sowie das House of Night auch noch in den Verdacht, etwas damit zu tun zu haben. Zoey merkt bald, dass der Schein bei vielen trügt.

Wieder auffallend ist der locker-flockige Schreibstil des Mutter-Tochter-Gespanns. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen und gerade das macht mir die beiden auch total sympathisch. Sie schreiben "wie ihnen der Schnabel gewachsen ist".

Trotzdem ist alles natürlich keine literarische Meisterleistung. Aber es macht Spaß, sich in das House of Night zu begeben und Zoeys Werdegang zu verfolgen.
Diesmal wird ihr richtig übel mitgespielt und mehr als einmal musste ich zum Taschentuch greifen, weil sich Situationen ergeben haben, die mich umhauten.

Zoey möchte alles richtig machen, fühlt sich verantwortlich für die im ersten Band geschehenen Dinge und gibt sich Mühe, alles richtig zu machen. Dies gelingt ihr auch erstaunlich gut, wenn man davon ausgeht, dass sie vor einem Monat ja noch ein normaler Mensch war.

Als Vampyr hat man es nicht leicht, dies merkt Zoey sehr schnell. Aber sie hat Freunde, wunderbare und durchgeknallte Freunde, die ihr aus jeder Situation heraushelfen oder einfach mit einem guten Rat oder frechen Spruch zur Seite stehen.

Im ersten Band hat sich Zoey mit der Jungvampyrin Aphrodite angelegt. Dieser Zwist wird im zweiten Band natürlich fortgeführt, doch ergeben sich Momente, in denen man sich fragt, ob Aphrodite wirklich das ist, was sie vorgibt.

Ich bin gespannt, wie sich die Serie noch entwickeln wird. Bis jetzt sind ja schon 12 Bände sowie einige eNovellas erschienen. Es liegt also noch einiges vor m ir. Ich hoffe, dass die Autorinnen das Niveau halten können und nicht ins Lächerliche abdriften. Allerdings habe ich jetzt schon einige begeisterte Stimmen über die Reihe hören können, also gehe ich von aus, dass es weiterhin spannend bleibt und Zoey und ihre Freunde noch so einige tolle Abenteuer erleben dürfen.

Zoeys Liebesleben ist jedoch etwas verwirrend. Mit Erik ist sie zusammen, mit Heath verbindet sie ihr altes Leben und der smarte Loren erfüllt sie mit einem Kribbeln. Wie dies wohl geregelt wird, interessiert mich natürlich auch.

Alles in allem gute Unterhaltung mit einem gehörigen Schuss Verwirrung und Intrige.

Fazit:
Eine Serie mit Suchtpozenzial. Von mir gibt es wieder 8 von 10 Punkten.

Verlag: Fischer
erschienen: 2010
Format: ebook
Printseiten: 512
ISBN: 978-3-10-400652-9

Rezension // Mechthild Gläser - Die Buchspringer von SONJA


Während der Sommerferien fliehen Amy und ihre Mutter auf eine kleine abgeschiedene Shetland-Insel. Was Amy nicht wusste, hier lebt ihre Großmutter, die ihr noch am Abend ihrer Ankünft ihr bislang verschwiegenes Familienerbe offenbart: Sie ist eine Buchspringerin und kann die geschriebenen Geschichten besuchen. Doch in der fiktiven Welt treibt sich ein realer Bösewicht umher. Amy und ihre Lieben geraten in Gefahr und auch das gedruckte Wort scheint sich zu verändern.

Mechthild Gläser ist es gelungen ein wunderschönes Jugendbuch zu schreiben, dass auch erwachsene Leser in ihre Jugendzeit zurückversetzt. Denn während Jugendliche vielleicht Leseappetit auf Klassiker wie Momo, Das Dschungelbuch, Peter Pan, Sherlock Holmes, Stolz und Vorurteil, Shakespeare und Co. bekommen (Ja, es gibt auch Bücher zu Filmen), erinnert sich vielleicht der ein oder andere an frühere Lesestunden.

Anhand der Geschichte wird geschickt erklärt, wie ein Buch entstehen kann bzw. wie sich eine Geschichte zusammensetzt.

Da auch Amy ihre Fähigkeiten und die Möglichkeiten nach und nach entdeckt, begleitet der Leser die Handlung und kann es kaum aus der Hand legen, denn das gedruckte Wort ist in Gefahr!

An dieser Stelle doch ein Hinweis ohne Spoiler: Für mich war das Ende sehr überraschend für ein Jugendbuch, da ich etwas anderes erwartet hätte. Daher 9 von 10 Punkten. Absolut lesenswert für Jung und Alt.


Verlag: Loewe
erschienen: 2015
Seiten: 384
ISBN: 978-3785574973

© Sonja Kochmann

Sonntag, 19. Juli 2015

Rezension // Patrick Hertweck - Maggie und die Stadt der Diebe von SINA

© Sina Frambach
Maggie wurde aus dem Waisenhaus entführt, konnte ihren Entführern jedoch entfliehen. Nun irrt sie durch die Straßen New Yorks, um sich zu verstecken. Dabei stößt sie auf den Unterschlupf der 40 little Thieves und wird auch gleich aufgenommen. Zusammen mit ihrem Anführer Goblin, einem verkrüppelten Zwerg halten sich die Kinder mit kleinen Diebeszügen und dem Verkauf von Ratten über Wasser. Doch Goblin weiß etwas über Maggie und ihre verstorbene Familie.
Und dann ist da noch der geheimnisvolle Herrscher über die New Yorker Unterwelt, der so einiges über die Diebeswelt weiß, das besser ungesagt bleiben sollte.

Ich hatte das Buch bei einer Verlosung des Autors gewonnen, bin aber schon länger darum herumgeschlichen bzw. habe seinen Weg via Facebook verfolgt. Denn allein das wunderschöne Cover ist schon ein Hingucker. Dass das Buch dann auch noch an meinem Geburtstag erscheinen sollte, hat mich dann noch näher hinschauen lassen. Und dann das Glück zu haben, das Buch signiert vom Autor zu bekommen, ist dann natürlich wie ein kleines Vor-Geburtstagsgeschenk gewesen.

© Sina Frambach
Nun habe ich auch den Inhalt gelesen und bin letztendlich dreifach erfreut.

Die Geschichte fängt damit an, dass Maggie von den Whyos durch die New Yorker Straßen verfolgt wird. Dass wir uns dabei im Jahr 1870 befinden, macht es für Maggie natürlich nicht einfacher. Durch Zufall gerät sie jedoch an Sheppard, der ihr den Weg zu den 40 little Thieves weist und ab da jagt ein Abenteuer das andere. Warum Maggie in diese Situation geraten ist, kann ich natürlich nicht verraten, doch eins ist sicher: Maggie's Vergangenheit hat mit ihrer Gegenwart zu tun und sie muss herausfinden, um was genau es sich dabei handelt.

Der Schreibstil des Autors ist fesselnd. Befindet man sich noch im Kellergewölbe der 40 little Thieves und kann die Kälte und Feuchtigkeit, aber auch die Herzlichkeit und Freundschaft spüren, befindet man sich ein paar Seiten später am Hafen mit seinem üblen Gesindel, den Spelunken und den Rattenkämpfen.

© Sina Frambach
Alles ist lebhaft beschrieben, man ist mittendrin und das Kopfkino hat eine Menge zu tun. Aber auch ruhige Moment werden eindringlich beschrieben und die Charaktere im Buch tragen dazu vieles bei.

Die Vielfalt ist dabei auch erwähnenswert. Sei es der Zwerg Goblin, der Anführer der 40 little Thieves, der mit Alkohol und ruppigem Gehabe versucht, seine Vergangenheit zu bewältigen, oder die sanfte Silence, die mit ihrem Hund Shylock ein unschlagbares Gespann bildet. Der kluge Bismarck oder der mutige Tom, der mit seiner ruppigen und mürrischen Art zum guten Freund von Maggie wird.

So bietet die Geschichte reichlich Abwechslung, ohne klischeehaft zu wirken und bringt mit der mysteriöse Vergangenheit von Maggie und dem sagenhaften Herrscher der Unterwelt einen großen Spannungsbogen ein.

Maggie ist eine sympathische junge Dame, die sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich zu erfahren, wer sie eigentlich ist. Auf diesem Weg habe ich sie gerne begleitet und am Ende habe ich mich dann doch nochmals vom Autor überraschen lassen, der dann nochmal mit einer Überraschung aufwartet. So hätte ich nicht damit gerechnet, bin aber sehr zufrieden mit dem Ende. Kleine Fragen sind noch offen, aber dies ist Absicht. Der Autor lässt sich offen, noch einen weiteren Teil zu schreiben, hat dies aber aktuell nicht vor.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert, wobei der Anfang jeden Teils mit einer Illustration verziert ist.

© Sina Frambach
Ich bin sehr positiv überrascht und kann dieses Buch nur Wärmstens empfehlen, sei es für Groß oder Klein. Ich freue mich auf weitere Geschichten des Autors.

Fazit:
Eine rundum gelungene Geschichte um ein Mädchen, dass ein Zuhause sucht. Von mir gibt es dafür die volle Punktzahl.

Verlag: Thienemann
erschienen: 13.07.2015
Printseiten: 304
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-522-18403-8

Donnerstag, 16. Juli 2015

Paula Hawkins - Girl on the Train: Du kennst sie nicht, aber sie kennt Dich von SINA

Rachel fährt jeden Morgen mit dem 8.04 Uhr Zug nach London. Dieser hält immer an der gleichen Stelle und Rachel kann in die Gärten der umliegenden Häuser sehen. Dort sieht sie ein Pärchen, bei welchem sie sich vorstellt, dass sie das perfekte Leben führen. Sie nennt sie Jess und Jason.
Eines Morgens sieht sie jedoch etwas, dass das „perfekte Leben“ von Jess und Jason auf den Kopf stellt und kurz darauf liest Rachel in der Zeitung, dass „Jess“ verschwunden ist.
Rachel geht zur Polizei, meldet dort, was sie am Morgen gesehen hat und merkt dabei, dass sie wahrscheinlich mit dem Verschwinden von Jess zu tun hat.

Das Buch wird aus Sicht von drei Frauen erzählt. Hauptsächlich kommt Rachel zu Wort, die mit ihren detaillierten Angaben ihre Tage wiedergibt.
Zwischendrin melden sich Megan und Anna zu Wort.

Alle drei Frauen haben Probleme. Allen voran Rachel, die – verlassen vom Ehemann, alkoholabhängig und arbeitslos – jeden Tag mit dem Zug nach London fährt, weil sie es eben noch von ihrem früheren Leben so gewohnt ist. Ihre Beobachtungen führen dazu, dass sie über ihr Leben nachdenkt, sich fest vornimmt, einiges zu ändern, aber mit der Gesamtsituation einfach noch überfordert ist.

Die Autorin schildert auf dringliche Weise, wie sehr Rachel immer weiter abrutscht, bis sie durch eine Beobachtung feststellt, dass es sich lohnt, wieder für etwas zu kämpfen.
Es ist ein ständiges Auf und Ab, und man möchte Rachel erst in den Arm nehmen und sie trösten, andererseits möchte man sie schütteln, damit sie endlich zur Vernunft kommt. Sie tat mir so unendlich leid, wie sie sich quälte.

Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd. Nicht etwa, weil sie einen Spannungsbogen aufbaut, sondern weil sie es fertig bringt, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen. So konnte ich mit Rachel mitfühlen, Annas Verhalten nachempfinden und auch Megans Seite verstehen. Schonungslos gibt die Autorin Einblick in die kaputten Leben und lässt dabei meist sehr tief in seelische Abgründe blicken.

Wie sich letztendlich alles zusammenfügt ist in meinem Augen sehr gut gelungen, obwohl ich schon ziemlich früh eine Ahnung hatte, wie es wohl ausgehen wird bzw. wer hinter allem steckt.

Gerade durch die leise Gangart der Autorin wird die Geschichte zu etwas Besonderem und deshalb kann ich den Hype um dieses Buch dann doch verstehen. Ich wurde selbst davon in den Bann gezogen.

Die Filmrechte an dem Buch sind schon verkauft und ich bin gespannt, wie die Story dann auf der Leinwand wirkt. In gedruckter Form konnte sie mich auf alle Fälle schon mal überzeugen und ich werden mir Paula Hawkins definitiv mal merken.

Fazit:

Kaputte Protagonisten, kaputte Story – definitv etwas, das man gelesen haben sollte. Von mir gibt es - aufgrund der kleinen Längen - 8 von 10 Punkten.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Format: ebook
Printseiten: 448
ISBN: 978-3-641-15812-5

Dienstag, 14. Juli 2015

Rezension // [Hrsg.] George R. R. Martin - Wild Cards: Der Sieg der Verlierer (02) von SINA

Als eine schwere Explosion Texas erschüttert, machen sich einige Mitglieder des Komitee auf den Weg, um herauszufinden, was genau passiert ist. Es wird von einer Atomexpolsion ausgegangen, die als Akt des Terrors gewertet wird. Doch es kommt anders als gedacht, denn für die Explosion ist Drake verantwortlich, ein kleiner Junge, der sein Talent nicht beherrschen kann. Und er ist verschwunden, keiner weiß wohin.
Währenddessen kämpfen andere Asse in der arabischen Welt. Unter anderem Drummer Boy, der aber während seiner Einsätze immer größere Zweifel bekommt.

Ich habe mich gequält. Richtig gequält. Und nach Beendigung des Buches bin ich immer noch maßlos enttäuscht, dass ich damit meine Zeit verschwendet habe.
So sehr mich der erste Teil „Das Spiel der Spiel“ begeistert hat, hat mich der zweite Band mal so überhaupt nicht vom Hocker gerissen.

Es fing schon bei den ersten Kapitel an. Ich war verwirrt, sehr lange. Sehr oft. Bei jedem Wechsel der Charaktere hatte ich mehr Schwierigkeiten ins Buch zu kommen und ab Mitte des Buches muss ich sogar zugeben, dass ich teilweise Stellen nur noch überflogen habe. Manche Charaktere wie Lilith oder Drummer Boy kamen diesmal so gar nicht bei mir an. Sie waren langweilig, vorhersehbar. Während neue Charaktere wie Genetrix oder Drake dann schon eher mein Interesse wecken konnten. Dies aber auch nicht für lange.

So lange habe ich schon ewig nicht mehr für ein Buch gebraucht. Erst der Schluss konnte wieder etwas anziehen, konnte aber letztendlich das Gesamtbild auch nicht mehr retten.

Wie ist es möglich, dass ich den ersten Teil so sehr liebe, den zweiten aber komplett aus dem Gedächtnis streichen möchte? Ich habe sogar das Buch unterbrochen, mehrere andere gelesen und dann nochmals angefangen. Es sollte einfach nicht sein.

Der Schreibstil war wie im ersten. Interessant und flüssig. Nur inhaltlich war es einfach nicht mein Ding. Sehr schade, hatte ich mir doch großes von der Reihe versprochen.

Trotzdem werde ich mich auch dem dritten Teil widmen, wenn dieser erscheint. Es ist ja dann doch einiges offen bzw. manche Asse und Joker haben es verdient, eine eigene Geschichte oder nähere Beachtung zu bekomme und hoffe so, dass dann doch wieder zu dem Niveau des ersten Teils zurückgekehrt wird.

Fazit:
Für mich eine komplette Enttäuschung. Schade. Von mir gibt es leider nur 3 von 10 Punkten.

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2015
Printseiten: 576
Format: Taschenbuch/Paperback
ISBN: 978-3-7645-3129-4

s. a. Bibliografie George R.R. Martin

Reihenfolge
01 Spiel der Spiele (Rezension)
02 Der Sieg der Verlierer

Donnerstag, 9. Juli 2015

Rezension // P.C. und Kristin Cast - House of Night: Gezeichnet (01) von SINA

Mitten in der Schule wird die 16jährige Zoey von einem Vampyr gezeichnet und muss nun innerhalb kürzester Zeit ins House of Night, um dort ihre Ausbildung als Jungvampyr zu beginnen. Dort angekommen merkt sie bald, dass sie kein gewöhnlicher Vampyr ist. Sie scheint eine Auserwählte zu sein. Und ihre Fähigkeiten sind außergewöhnlich.

Ich habe schon einiges Positives von dieser Reihe gehört und mich nun endlich auch an den ersten Band gewagt.
Aufgefallen ist mir dabei, dass man gleich mitten in die Geschichte geworfen wird. Vampyre sind nichts seltsames, im Gegenteil: Jeder weiß davon, sie sind geduldet und wenn man „gezeichnet“ wird, so wie Zoey, dann gilt man als „Missgeburt“, wird aber akzeptiert.

Zoey wird gezeichnet und muss sich nun auf schnellstem Wege ins House of Night begeben, einer Schule, die Jungvampyre ausbildet. Auf dieser Schule ist alles natürlich etwas anders, beginnend damit, dass der Unterricht abends stattfindet, und das Abendessen morgens eingenommen wird.

Wenn man von dem „Ungewöhnlichen“ (Vampire etc.) absieht, erwartet einem letztendlich allerdings eine normale Highschool-Geschichte. Denn Jungvampyre sind auch nur Teenager mit den üblichen Teenager-Problemen.

Zoey ist die Neue an der Schule und gerät gleich mit dem beliebtesten Mädchen Aphrodite aneinander. Und mit Erik, dem Ex-Freund von Aphrodite.

Die erste Liebe, Neid und neue Freunde, außergewöhnliche Fähigkeiten und das Verlangen nach Blut – daraus erspinnt sich eine interessante Geschichte rund um das Thema Vampire.

An die Schreibweise „Vampyre“ musste ich mich erst gewöhnen, sieht es doch etwas ungewöhnlich aus. Aber letztendlich passt es zu der ganzen Story. Denn sie wirkt frisch, trotz der vielen Klischees, die eingebaut sind.
Teilweise war ich aber von der etwas „vulgären“ Sprache überrascht, die die Autorinnen an den Tag legen. Gerade Zoeys Gegenspielerin Aphrodite gibt sich etwas zügellos und nimmt kein Blatt vor den Mund.

Geschockt haben mich auch Zoeys Eltern und hier explizit die Mutter, die mit ihrem Verhalten gegenüber ihrer Tochter doch einige Fragen aufwirft. Genauso aber auch Zoeys Geschwister. Leider kann ich hier nicht näher darauf eingehen, sonst würde ich spoilern.

Trotz einiger kleinen Schwächen muss ich allerdings zugeben, dass es Spaß gemacht hat, die Geschichte zu lesen. Zoey ist ein nettes, junges Mädchen, dass sich mit ihrer neuen Situation arrangiert und versucht, ein normales Leben – soweit man „als Vampir leben“ als normal bezeichnen kann – zu führen.
Zoey, ihre neuen Freunde Stevie Ray, Damien, Shaunee und Erin sind ein tolles Gespann. Und mit Erik kommt die richtige Portion Flirt- und Sex-Appeal ins Spiel. Ich bin gespannt, wie es hier weitergeht und freue mich auf den zweiten Teil.

Fazit:
House of Night – eine Serie, die Spaß machen könnte. Von mir gibt es für den Auftakt 8 von 10 Punkten.

Verlag: Fischer
erschienen: 2007
Printseiten: 464 
Format: ebook
ISBN: 978-3-10-400311-5


Dienstag, 7. Juli 2015

Rezension // M. Leighton - The Wild Ones: Verführung von SONJA


Irgendwo im Süden der USA, eine Ranch, Vollblutpferde, ein herrischer Patriarch, ein hübsches Mädchen namens Camille. Der zukünftige Schwiegersohn Brent wurde vom Vater bereits ausgesucht. Alles scheint in geregelten Bahnen für Cami zu laufen. Bis sie Patrick ("Trick") kennen lernt. Es bricht ein Feuerwerk an Gefühlen bei Cami aus. Doch die Liebe der beiden löst nicht nur bei ihrem Vater Widerstand aus.....

Obwohl ich noch nie in den USA war, liebe ich Romane, die im Süden der USA spielen. Die hier geschilderte Umgebung der Ranch oder der Dorfkneipe haben mir sehr gut gefallen. Auch die Nebencharaktere fand ich äußerst gelungen. Denn die Haushälterin namens Drogehda, die den Held der Geschichte als "heißer als der 9. Kreis der Hölle" bezeichnet, ist wirklich liebenswert. 

Die Autorin schafft es, durch ihre spritzig und frechen Dialoge eine abwechslungsreiche Liebesgeschichte mit Höhen und Tiefen zu schildern. Auch die abwechselnde Erzählung aus Camis und Tricks Sichtweise bietet eine ordentliche Dynamik im Handlungsstrang. 

Die Thematik der Pferdezucht bietet gekonnt eine Basis für die Träume der beiden jungen Protagonisten, denn beide wollen sich selbst etwas erarbeiten und lieben die Pferde. Während Camis Vater sich hochgearbeitet hat und nun vor Geld schwimmt, muss Trick auf vieles verzichten, weil der Tod seines Vaters die Familie ruiniert hat. Dies bietet ordentliche Reibungspunkte.

Obwohl dieses Buch zum Genre Young Adult gehört ist eine ordentliche Dosis Erotik enthalten und sogar das Essen von Krabbenbeinen wird ein erotisches Mahl. Volle Punktzahl! Ich freue mich auf Folgebände der Reihe (Die aber inhaltlich nicht von einander abhängig zu sein scheinen. Ich werde berichten!)


Verlag: Heyne
erschienen: 2015
Seiten: 352
ISBN: 978-3453418806


Sonntag, 5. Juli 2015

Rezension // Rose Snow - Acht Sinne: Band 1 der Gefühle (1) von SINA


Nach ihrem Tod wacht Lee in einer vollkommen fremden Welt auf, die ihr jedoch auch sofort vertraut ist. Sie ist eine Neuerweckte und eine Wachsamkeitswächterin. Zusammen mit acht anderen Sinnesträgern muss sie einige Prüfungen bestehen, damit sie sich in der neuen Welt richtig zurechtfindet.
Als der Neuerweckte Simeon stirbt, hinterlässt er Lee und dem Ekelträger Ben einen Stein und eine Aufgabe. Nur blöd, dass Lee diesen Ekelträger Ben so gar nicht leiden kann, er aber zur Zeit durch eine dumme Begebenheit ihr einzigster Verbündeter ist.

Auch wenn man zu Anfang gleich in eine neue Welt geworfen wird und etwas Mühe hat, sich dort zurechtzufinden, fühlt man sich doch gleich gut aufgehoben. Denn man muss sich zusammen mit Lee erst mal einen Überblick verschaffen und so fügt sich Puzzleteil für Puzzleteil zusammen.

Lee ist eine sympathische, junge Frau, deren Sinn die Wachsamkeit ist. Sie geht logisch an Dinge heran, versucht rational zu denken und überlegt lieber dreimal. Sie wirkt übervorsichtig, gleichzeitig besitzt sie aber eine gesunde Portion Neugier. Zahlen sind ihr Metier.

Ben ist ein Ekelträger und lässt gerne den Macho raushängen. Dies macht ihn zu Anfang etwas unsympathisch, je mehr man aber von ihm liest, desto vertrauter wird er einem. Sein Gefühl ist der Ekel, und das lässt er auch gerne mal raushängen, da er mit manchen Aussagen doch schon arg unter dem Niveau der anderen liegt und damit auch gerne andere in unangenehme Situationen bringt.

Lee und Ben liefern sich gerne einen Wortschlagabtausch, der einem schmunzeln lässt. Ich konnte beide bildlich vor mir sehen, wie sie sich angiften und gleichzeitig die Funken fliegen.
Der Schreibstil des Autorenduos ist fließend und bildhaft. Das Kopfkino hat eine Menge zu tun gerade was die Charaktere anbetrifft. Aber auch die Landschaft wird schön beschrieben und so kann man sich auch die einzelnen Länder sehr gut vorstellen.

Auch wenn ich zu Anfang verwirrt war, so konnte ich während des Lesens ein paar Teilchen zusammensetzen und hoffe, dass im zweiten Teil noch mehr Fragen beantwortet werden, die jetzt im ersten Band offen geblieben sind.
Am Ende erwartet einem ein kleiner Cliffhanger. So freut man sich auf den nächsten Teil, der dann Mitte Juli erscheinen soll. Ich werde die Reihe weiterverfolgen, da doch einiges Potential darin steckt.

Fazit:
Ein vielversprechender Auftakt zu einer interessanten Trilogie. Von mir gibt es dafür 7 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2015
Printseiten: 288
Format: ebook
ASIN: B010YSEGHK