Dienstag, 25. August 2015

Rezension // Art Skript Phantastik Verlag - Fantasy Noir von SINA

© Sina Frambach

12 übernatürliche Geschichten erzählen von dunklen Geheimnissen. Morde erschüttern die Städte, Privatdetektive ermitteln, Polizisten untersuchen die Fälle, unheimliche Gestalten durchkreuzen jede Spur. Was ist Realität, was ist Fantasie? Die Dunkelheit scheint sich in allem festzusetzen.

Die Anthologien aus dem Art Skript Phantastik Verlag versprechen mystische Unterhaltung mit dem Touch Dunkelheit und Spannung pur. Diesmal habe sich 12 Autoren wieder an ein bestimmtes Thema gewagt. Wie der Titel schon verspricht, handelt es sich dabei um „Dunkle Fantasie“.

© Sina Frambach
12 spannende Geschichten, gespickt mit der richtigen Würze an fantastischen Geschöpfen, unheimlichen Begegnungen und dem ein oder anderen Quentchen Humor. Es ist alles vertreten und so erwartet einem eine bunte, sorry, eine dunkle Mischung an fantastischen Storys.

Wieder kann ich einige Geschichten hervorheben, so „Lavern“ von Detlef Schlegel. Der Anfang fängt schon rätselhaft an und erst nach und nach ergibt sich ein Bild vom Ganzen. Der Autor hat einen sehr fesselnden Schreibstil und seine Geschichte war die, die ich auch ein zweites Mal gelesen habe, weil sie mir einfach sehr gut gefallen hat.

© Sina Frambach
Die zweite ist „Von Kröt, P.I.: Gegen Gesetz und Hühneraugen“ von Katharina Fiona Bode. Die Autorin kenne ich schon von Geschichten zu ihrem Ermittler Erasmus Emmerich, die ebenfalls in Anthologien im ASP-Verlag erschienen sind. Die Kurzgeschichte in „Fantasy Noir“ handelt von einer Kröte, die als Ermittler in einen Fall hineingezogen wird. Alles ist herrlich schräg und doch wieder total sinnvoll, wenn man das Ende gelesen hat.
Ich freue mich darauf, dass bald von der Autorin ein ganzes Buch über ihren Ermittler Erasmus Emmerich und seiner Assistentin, einer Qualmfee, im Art Skript Phantastik Verlag erscheinen wird (Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallermé). 

© Sina Frambach
Ich kann nicht auf alle Geschichten eingehen. Alle sind besonders, mal mehr oder weniger spannend, aber trotzdem interessant und vom Schreibstil her flüssig lesbar.

Insgesamt kann ich die Anthologie mal wieder nur wärmstens weiterempfehlen. Der Art Skript Phantastik steht eben für gute Unterhaltung mit dunklem Touch.

© Sina Frambach
Auch die Gestaltung des Buches ist natürlich wieder etwas Besonderes. Schon allein das Cover verspricht Mystik pur und dies setzt sich natürlich auch im Inneren wieder fort. Hier beweist die Inhaberin des Verlages, Grit Richter, mal wieder, wie sehr sie ihren Beruf liebt und welch Auge sie für Details hat.

Fazit:
12 Kurzgeschichten, die Dich auf die dunkle Seiten führen! Von mir gibt es 10 Punkte.

Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
erschienen: 2015
Printseiten: 196
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-945045-03-9  

Rezension // Teresa Driscoll - Für alle Tage, die noch kommen von SINA

© Sina Frambach
Melissa bekommt 17 Jahre nach dem Tod ihrer Mutter Eleonor vom Notar ein Buch übergeben, in welchem Eleonor ihre Gedanken, Ratschläge und Rezepte aufgeschrieben hat, um diese an ihre Tochter weiterzugeben. Doch als Melissa das Buch bekommt, befindet sie sich gerade in einer Phase ihres Lebens, welche von Zweifel und Zukunftsängsten bestimmt ist. Denn gerade hat sie den Heiratsantrages ihres Freundes Sam abgelehnt. Während des Lesens des Buches denkt Melissa immer mehr über ihr Leben nach und beginnt, einiges zu verstehen, was nicht nur ihr Leben ändert.

Schon allein da Buch ist eine kleine Sehenswürdigkeit. Und dabei liegt die Betonung auf „klein“. Denn gegenüber den „normalen“ Hardcovern ist es fast winzig anzusehen.

sina frambach
Durch das zarte Blau des Covers und der minimalistischen Covergestaltung sagt es fast schon alles über den Inhalt aus.
Und dieser ist genauso „himmlisch“ wie das Äußere.

Alles fängt damit an, dass Melissa von einem Notar ein Buch überreicht bekommt, in welchem Erinnerungen, Rezepte, Bilder und Gedanken ihrer vor 17 Jahren verstorbenen Mutter stehen. Und so hat Melissa nicht nur mit ihrem eigenen Leben zu kämpfen, sondern auch noch mit den Gedanken ihrer Mutter.

Ich war von Anfang an gebannt von dem wunderbaren Schreibstil der Autorin. Mir kam er fast leise vor, zart und unscheinbar. Und doch einprägsam und stark, mit einem unbeugsamen Willen.

© Sina Frambach
In Rekordzeit hatte ich die Geschichte durch, die abwechselnd aus Melissas, Eleonors und Melissas Vater Max Sicht erzählt wird. Man taucht in ihre Gedankenwelt ein und versteht so immer Stück für Stück, was vor 17 Jahren geschehen ist und begleitet Max und Melissa auf ihrem weiteren Weg.

Natürlich ist es traurig, natürlich macht man sich Gedanken, aber es gibt auch noch so viel anderes in der Geschichte zu entdecken. Positives und Schönes.

Melissa ist ein sehr sympathische Frau, die als Kind schon einen traumatischen Schicksalsschlag erleben musste. Dass sie damit immer noch zu kämpfen hat, und der Verlust ihrer Mutter doch so manchmal noch ihr Leben beeinflusst, ist verständlich und nachvollziehbar.
Ihren Vater Max habe ich sehr ins Herz geschlossen, da er eine total sympathische Art hat. Er legt viel Wert auf die Meinung seiner Tochter, die sich aber zur Zeit mehr um ihr Leben kümmern muss.

© Sina Frambach
Das Ende wartet dann aber doch nochmal mit einer kleinen Überraschung auf. Und man fragt sich, wie nun alles ausgeht.

Fazit:
Eine wundervolle Geschichte mit zarten Tönen und einer berührenden Note. Von mir gibt es dafür 10 Punkte.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 01.09.2015
Format: Hardcover
Printseiten: 368
ISBN: 978-3-426-65371-5

Rezension // Teri Terry - Mind Games von SINA

Luna lebt in einer digitalen Welt, wehrt sich jedoch dagegen. Anstatt dauernd eingeloggt zu sein, versucht sie ihre Welt offline zu erleben. Sie ist eine Verweigerin. Trotzdem wird sie von der Firma PareCo zu einem Test eingeladen, der zu einem der begehrtesten Jobs führen könnte. Luna weigert sich zunächst, muss dann jedoch daran teilnehmen. Als Luna den Hacker Gecko kennenlernt, versucht sie zusammen mit ihm herauszufinden, was genau PareCo treibt und vor allem, warum so ein großes Interesse an ihr besteht.

Ich muss zugeben, dass mich das Buch sehr gereizt hat. Wie ist es, ständig so „digital“ zu leben? Man lernt in dieser Geschichte beide Seiten kennen. Erst Luna, die ihre reale Welt noch mitbekommt und auch intensiv versucht, diese zu leben, andererseits ihr Umfeld, welches ständig in der digitalen Welt lebt. 

Doch je mehr ich gelesen habe, umso enttäuschter war ich. Erst dachte ich, man muss „computertechnisch“ etwas auf der Höhe sein, um zu verstehen, wie das mit diesem „Online-Leben“ denn so funktionieren könnte, aber die Autorin schafft eine sehr komplexe Welt, in der ich mich nach einiger Zeit nicht mehr so gut zurechtfand. Ich hatte ein wenig Probleme zu unterscheiden, wann denn die virtuelle Welt im Vordergrund stand und wann die reale.

Dabei war es noch nicht mal so, dass die Autorin mit großen Fremdworten um sich warf. Aber trotzdem waren es zu viele von ihr geschaffene Ausdrücke für die verschiedenen Ebenen, ob virtuell, digital oder real.

Die Autorin hatte mich bis ca. zur Mitte des Buches. Dann fing es an, abzuflauen. Es gab viele Längen, viele Gedankensprünge von Luna, viel zu viele Erklärungen und Theorien. Und irgendwann hab ich abgeschaltet, hab mich sozusagen „ausgeloggt“ und nur noch versucht, der Handlung zu folgen und nicht mehr zu verstehen, wo genau sich nun eigentlich alles abspielt. 

Das Ende fährt dann mit einem ordentlichen Showdown auf, verstrickt sich dann aber trotzdem wieder und wird vor allem sehr, sehr unglaubwürdig, auch wenn es sich hier um einen Science-fiction-Roman handelt.

Schade, war die Idee doch wirklich sehr gut und hat auch einige Möglichkeiten geboten, eine gute Story daraus zu machen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mit der ganzen Computer-Internet-Sache dann doch nicht so vertraut bin.

Fazit:
Viel zu viele Szenen, die zur Verwirrtheit führen. Deswegen von mir leider nur 5 von 10 Punkten.

Verlag: Coppenrath
erschienen: 2015
Printseiten: 464
Format: ebook
ISBN: 9783649668749

Samstag, 15. August 2015

Rezension // George R.R. Martin - Traumlieder I von SINA


© Sina Frambach
Schon lange vor „Das Lied von Eis und Feuer“ hat der Autor sich dem gewidmet, was er sehr gut kann: dem Schreiben. Hier vor allem von Kurzgeschichten. Dieser Band versammelt nun einige der besten Kurzgeschichten, die er geschrieben hat. Die meisten davon sogar ausgezeichnet mit Preisen.

Der Autor hat – wie ich finde – einen schönen Sammelband geschaffen. Man findet darin nicht nur seine Kurzgeschichten, sondern auch eine kleine Autobiographie. Vor jeweils drei Geschichten erzählt er, wie er seine Liebe zum Schreiben fand, warum ihn gerade Comics so begeistern, wie sein Leben verlaufen ist und wie er dazu kam, die verschiedenen Geschichten überhaupt zu schreiben. Außerdem schildert er, wie schwer es war, die Geschichten an Zeitungen/Zeitschriften/Comics zu verkaufen, welche Umstände dazu führten, dass Geschichten einfach verschwanden und wie er dafür bezahlt wurde.
Natürlich auch, was er mit dem schwer verdienten Geld gemacht hat. Meist wurde es in Comics umgesetzt oder auch mal für ein handgezeichnetes Cover „verschwendet“.

© Sina Frambach
Es war hochinteressant, Einblick in das Leben des Autors zu erhalten und die Hintergründe für sein Schaffen erklärt zu bekommen.

Die Kurzgeschichten dazwischen sind eigentlich eher ein kleines Schmankerl. Von Science-fiction über Fantasy bis hin zu Horror ist fast alles vertreten. So begibt man sich in das Weltall, erlebt Abenteuer mit Dokor Weird (einem fantasylastigen Indiana Jones) oder führt Krieg.

Die Geschichten sind total unterschiedlich, mal besser, mal schlechter. Die meisten sind Geschmackssache (mir lagen die Kriegsgeschichten nicht so, dafür war ich begeistert von „Der Held“. Hier möchte Kagen eigentlich nur dem Weltall entkommen und noch bis ans Ende seiner Tage friedlich auf der Erde leben. So stellt er einen Versetzungsantrag. Doch sein Vorgesetzter Grady versucht, ihn zu überreden, doch auf einen anderen Planeten zu wechseln und als Ausbilder zu arbeiten. Kagen allerdings bleibt bei seiner Entscheidung. Was genau dann passiert, müsst Ihr allerdings selbst lesen.

© Sina Frambach
Insgesamt erwartet einem ein gelungener Mix aus allem, für jeden ist etwas dabei und man bekommt zusätzlich den Einblick in das Leben eines genialen Autors.

Ich freue mich auf die weiteren Bände mit Kurzgeschichten und weiteren Einblicken in Traumlieder II + III.

Fazit:
Die gesammelten Erzählungen von George R.R. Martin. Von mir gibt es dafür die volle Punktzahl.

Verlag: Heyne
erschienen: 2014
Printseiten: 540
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-453-31611-9

Freitag, 14. August 2015

Rezension // P.C. und Kristin Cast - House of Night: Erwählt (3) von SINA


Zoeys beste Freundin Stevie Rae ist untot und sie droht vollends ihre Menschlichkeit zu verlieren. So sucht Zoey fieberhaft nach einer Lösung, aus Stevie Rae wieder einen Vampyr zu machen. Doch kann sie niemandem richtig erzählen, was los ist, ohne Neferet zu verraten und sich den endgültigen Zorn der Hohepriesterin zuzuziehen. Ausgerechnet ihre Rivalin Aphrodite scheint die richtige Ansprechpartnerin dafür zu sein.
Und zu allem Übel sind da auch noch der Mensch Heath, zu dem Zoey eine Prägung hat sowie ihr Freund Erik, einem Jungvampyr und Loren Blake, ein ausgewachsener Vampyr, der sich mehr als schamlos an Zoey ranmacht. Und Zoey spricht auf alle an und ist sich keiner Gefühle mehr sicher.

Auch der dritte Teil der House of Night-Reihe lässt sich einfach so weglesen. Eins muss man dem Mutter-Tochter-Autorinnen-Gespann lassen: fesseln können sie. Aber die Story fand ich diesmal mehr als dünn.

Vor allem Zoey ging mir mächtig auf den Keks. Ihr wahres „Flittchen“-Gehabe war schon sehr schamlos. Ohne sich richtig Gedanken zu machen, flirtet sie mit zwei Jungs und einem Mann und hat nur kurze Gewissensbisse. Sehr schade, denn damit haben die Autorinnen die Glaubwürdigkeit von Zoey doch sehr herabgesetzt.

Ansonsten erwartet einem wieder eine kurzweilige Story aus dem House of Night. Zoey muss sich nicht nur um ihre Gefühle für drei Jungs kümmern, sondern auch darum, wie sie ihre untote Freundin Stevie Ray wieder zu dem machen kann, was sie einmal war. Und auch dafür hat sie mal wieder nur kurz Zeit.

Was mir sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass die ersten drei Bände innerhalb von zwei Monaten spielen und nahtlos aneinander anschließen. Ich hoffe, dass dies so weitergeht und somit die komplette „Lehrzeit“ von Zoey im House of Night abgewickelt werden kann.

Diesmal geht es auch etwas „brutaler“ zu und Vampyre, von denen man meint, sie wären Freund, werden dann doch zum Feind. Zoey muss aufpassen, wem sie vertraut. Andere, denen sie nicht vertraut hat, werden zu Personen, die Zoey helfen.
Dieses Hin und Her finde ich gar nicht schlecht, kommt doch Abwechslung ins Spiel.

Zoeys Freunde Shaunie, Erin und Damien allerdings finde ich doch etwas nervig. Sie räumen Zoey immer nur hinterher, nehmen ihr alles ab und reden ihr gut zu. Dies aber in einer Menge, dass es eigentlich schon nicht mehr normal ist. Wenn hier in den kommenden Bänden etwas runtergeschraubt werden würde, wäre ich zufrieden.

Aber mal abwarten, denn das Ende zeigt, dass Zoey mit Einigem fertig werden muss. Auf jeden Fall bleibt es spannend, ist ja noch zu klären, wie Zoeys „Feinde“ nun weiter agieren.

Fazit:
Eine spannende Reihe zum Weglesen. Von mir gibt es diesmal nur 6 von 10 Punkten.

Verlag: Fischer
erschienen: 2008
Printseiten: 448
Format: ebook
ISBN: 978-3-10-400960-5

Donnerstag, 13. August 2015

Rezension // C.R. Schmidt - Sherman's End von SINA

© Sina Frambach

In einer weit entfernten Zukunft: die Erde ist teilweise zerstört, atomare Strahlung hat die Menschen fast vollständig ausgelöscht. Doch es entstehen wieder Siedlungen und das Leben nimmt einen neuen Lauf.
Hud, ein Dingo, der von Siedlung zu Siedlung reist, um Drogen zu verkaufen, gerät an eine Karte, die ihm den Weg zum verheißungsvollen Sherman's End weist. Dort soll es unendliche Schätze geben und ein sorgenloses Leben. Zusammen mit Archie, der ebenfalls dorthin möchte, versucht Hud den sagenumwobenen Ort zu finden. Doch ihnen werden Steine in den Weg gelegt, die sie aber geschickt nutzen, um sich Brücken zu bauen. Was wird sie in Sherman's End erwarten?

Vorab: er Autor hat mich überrascht. Wenn man die Story liest, muss man sich vollends darauf einlassen und es erwartet einem ein Roadtrip der besonderen Art. Durchgeknallt, impulsiv, wahnwitzig und mit ungewöhnlichen Ideen beschreibt der Autor den Weg, den Hud und seine Freunde zurücklegen, um nach Sherman's End zu kommen. Das dieser nicht einfach ist, ist von vorneherein klar. Doch welche Gefahren sie erwarten, kann man sich fast nicht vorstellen. Von Freaks (genetisch veränderte Menschen) über Superfreaks (hohe Form von genetisch veränderten Menschen) bis hin zu einfach durchgeknallten Typen ist alles vertreten.

Schon das Cover ist ungewöhnlich, zeigt es doch, dass es sich um eine Endzeit-Geschichte der besonderen Art handelt.
Interessant fand ich, dass der Autor mit dem Thema „Vergessen“ so großzügig umgeht. Keiner weiß mehr genau, warum überhaupt alles so ist, wie es ist. Die Sprache geht zurück, d. h. Fremdwörter oder Fachwörter geraten in Vergessenheit, die Zivilisation mutet an das 19. Jahrhundert an. Der Wilde Westen hat Vorrang und es fehlen eigentlich nur noch die Indianer mit ihrer Friedenspfeife. Dies gibt dem Autor jedoch jede Menge Spielraum für aberwitzige Ideen.

Doch gibt es auch moderne Dinge, vor allem Autos und Waffen. Hier merkt man stark, dass der Roman in den USA spielt.

Hud ist nicht so der typische Hauptcharakter. Er vertickt Drogen, um selbst an wichtige Dinge wie Lebensmittel, Benzin und Waffen heranzukommen, konsumiert selbst Unmengen an „Junk“ und kümmert sich eigentlich nur um sich selbst. Bis er an die Karte gerät und Archie kennenlernt. Sie werden zu zwei Antihelden, die versuchen, die Welt zu retten.

Die vom Autor geschaffene Welt ist hart, brutal und rau. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen klar wird, wie schön das Leben ist. Und dass es sich lohnt, für eine Sache zu kämpfen, auch wenn es mit unkonventionellen Mitteln ist.

Das letzte Drittel dreht nochmal so richtig auf, noch mehr „Unwahrscheinliches“ tritt auf den Plan und es kommt zum Showdown mit unerwartetem Ende.

Fazit:
Dieser Roadtrip ist einfach majestätisch gut :-) Von mir gibt es dafür 10 Punkte.

Verlag: ifub (Verlag in Farbe und Bunt)
erschienen: 2015
Printseiten: 368
Format: ebook
ISBN: 978-3941864467

Mittwoch, 12. August 2015

Rezension // [Hörbuch] George R.R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer: Die Erben von Winterfell (2) von SINA

© Sina Frambach

Eddard Stark versucht alles, um die Intrigen am Hof des Königs abzuwehren. Doch auch der König trägt seiniges dazu bei, es Eddard sehr schwer zu machen. Als es zum Eklat kommt, wird Eddard selbst des Hochverrats angeklagt.
Währenddessen versucht Catelyn alles, um den Lennisters nachzuweisen, dass sie am Unfall ihres Sohnes Bran und am Mord an Jon Arryn schuldig sind. Doch auch ihr ist es nicht vergönnt, die Beweise zu finden. Die Lennisters rufen zum Krieg gegen Catelyn und ihre Verbündeten auf, da sie ja bekanntlich Tyrion Lennister als Gefangenen hält.

© Sina Frambach
Meine Begeisterung, die mit dem ersten Band gewachsen ist, hat sich nicht verringert. Im Gegenteil, ich bin noch mehr in die Geschichte versunken und habe mitgefiebert, war gespannt, welche Ereignisse sich als nächstes überschlagen und wie es meinen mittlerweile geliebten Figuren ergeht.
Leider musste ich mich von einem sehr ans Herz gewachsenen Charakter trennen und war geschockt, mit welch Herzlosigkeit dies geschah. Doch genauso stelle ich mir die ausschlaggebende Figur auch vor. Kalt, herz- und gnadenlos.

Ich finde aber solche Bösewichte sehr wichtig für Geschichten. So kommt Farbe ins Spiel und gerade bei diesem „Game of Throne“ ist es wichtig, dass es wirklich zwei Seiten gibt: Gut und Böse.

© Sina Frambach
Durch den wunderbar detaillierten Stil ist es auch möglich, dass das Kopfkino sich ein sehr genaues Bild machen kann. Und durch die Fernsehserie „Game of Thrones“ haben auch alle Figuren ein Gesicht, mit dem ich sie immer verbinden werde.

Auch wenn der Autor das Rad nicht neu erfunden hat, hat er dennoch etwas geschaffen, von welchem ich nun sehr abhängig bin. Eine spannende Geschichte mit leichten Fantasyeinflüssen. Denn gerade das Ende birgt eine Überraschung, mit der ich so schnell nicht gerechnet habe.

Deswegen werde ich möglichst bald zum nächsten Band greifen, damit ich wieder nach Westeros reisen kann, um Abenteuer mit den Herren von Winterfell zu bestehen.

© Sina Frambach
Der Sprecher Reinhard Kuhnert gibt auch hier sein Bestes. Mit seinen vielseitigen Stimmfarben gibt er jedem Charakter sein eigenes „Aussehen“ und so weiß man beim Hören auch gleich, um welche Figur es sich handelt.

Es macht Spaß, Reinhard Kuhnert zuzuhören, man lässt sich in die Geschichte fallen und verliert sich darin. Das Zusammenspiel des Sprechers mit der Geschichte des Autors ist einfach grandios.


Fazit:
Grandioser zweiter Teil zu einer Reihe mit Suchtpotenzial. 10 verdiente Punkte.

Verlag: Randomhouse Audio
erschienen: 2008
Laufzeit: 16 Stunden, 51 Minuten
Format: ungekürzte Lesung, 3 mp3-CDs
ISBN: 978-3-8371-1933-6

Rezension // Gerit Bertram - Die Tochter des Medicus von SINA


© Sina Frambach

Gideon Morgenstern bekommt von seinem Großvater ein großes Erbe vermacht. Unter anderem einen Koffer, auf welchen er gut acht geben soll. Gideon findet darin Tagebücher von Alisah Friedman, einer direkten Vorfahrin, die 1519 unter tragischen Umständen das Judenviertel in Regensburg verlassen muss. Ihr Weg führt sie nach Frankfurt, doch auch dort ist das Leben als Jüdin nicht sehr einfach. Und dann ist da noch Lorenzo Neri, ein junger Mann aus Venedig, der sich zu Alisah hingezogen fühlt.

Das Buch beginnt eher harmlos und stellt uns erst mal Gideon Morgenstern vor. Er lebt in Italien, geht einem gesicherten Job nach und führt mit der rassigen Gianna eine stabile Beziehung. So denkt er zumindest, bis er nach Deutschland zur Testamentseröffnung fährt und das Erbe von seinem Großvater antritt. Ab diesem Zeitpunkt ändert sich alles. Es geht quasi mit Gideon bergab. Er überdenkt sein Leben und weiß nicht so recht, ob er wirklich ausgefüllt ist.


© Sina Frambach

In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Alisah Friedman kennen, eine Jüdin aus dem Jahre 1519 und direkte Vorfahrin von Gideon. Ihr Leben ist nicht einfach. Dies wird von den Autoren auch eindrucksvoll dargestellt. Der Kampf der Juden gegen Vorurteile, Hass und Beleidigungen schlagen einem auf fast jeder Seite entgegen.

Aber Alisah ist tapfer und sucht sich ihren Weg. Wie auch Gideon, der sich näher mit seiner Vorfahrin beschäftigt und damit auch Einblick in sein Innerstes bekommt.

Abgerundet wird alles mit einer kleinen Liebesgeschichte um Gideon und Paula und auf der anderen Seite Alisah und Lorenzo.
Das alles natürlich nicht auf gerade Linie passieren kann, ist ja wohl klar. Es kommt zu Widrigkeiten, die nicht so einfach zu überwinden sind. 

© Sina Frambach
Das Autorenduo Gerit Bertram hat es in eindrucksvoller Weise geschaffen, sich dem Thema Judenhass und -vertreibung zu widmen und daraus eine Geschichte zu spinnen, die durch Intensität glänzt und einen tiefen Einblick gibt.

Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch in zwei Stränge unterteilt ist. Die Gegenwart, demonstriert von Gideon und Paula sowie die Vergangenheit mit Alisah und Lorenzo.

Zu Anfang war mit Gideon nicht sympathisch, doch als er anfing, aus seinem Leben etwas zu machen, hat er es doch noch geschafft, sich in mein Herz zu schleichen. Alisah aber hatte mich gleich in ihren Bann gezogen. Ihr Schicksal ist berührend, ihr Wille ist bewundernswert.

Ich hatte das Vergnügen, das Buch in einer Leserunde zusammen mit den Autoren zu lesen und konnte so wieder einen Einblick hinter die Idee, die Kulissen und vor allem die Gedanken erhaschen.

Fazit:
Ein Buch zum Grübeln, sich Verlieren und Abschalten. Von mir gibt es 10 Punkte.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Printseiten: 512
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-7645-0440-3

s. a. Bibliografie Gerit Bertram

Montag, 10. August 2015

Rezension // Rose Snow - Acht Sinne: Band 2 der Gefühle (2) von SINA

Lee würde sich gerne auf die Suche nach dem Besitzer des Lichtsteines begeben, allerdings muss sie erst ihre Wächterprüfung ablegen. Nur blöd, dass sie so wenig Zeit zum Trainieren hat. Während des Trainings taucht plötzlich Jesper auf. Und Lee hat nun zwei Jungs im Kopf. Den Ekelträger Ben, der mit seiner großkotzigen Art jeden auf die Palme bringt und den Wächter Jesper. Und dann ist da auch noch Marcus, der ebenfalls seine Wächterprüfung ablegen soll. Lees Gefühlswelt gerät außer Kontrolle.
Und was hat es mit dem Geheimnisvollen Orakl auf sich? Lee muss viele Entscheidungen treffen und sich dabei ganz auf ihre Sinne verlassen.

Die Verwirrung, die ich beim ersten Band hatte, hat sich nun gelegt. Ich konnte mich in den zweiten Band besser hineinversetzen, was aber auch daran lag, dass es noch nicht lange her ist, als ich Teil 1 gelesen hatte. Mein Tipp deshalb Zwischen den teilen keine große Zeit verstreichen lassen oder am Besten alle Teile in einem Rutsch durchlesen.

Lee entwickelt sich weiter und vor allem ihr Tatendrang ist ungebrochen. Ihr Wille, den Tod Simeons zu rächen bzw. herauszufinden, welche Hintergründe sich verbergen, ist groß. Und so begibt sie sich auf den langen Weg der Aufklärung. Dieser führt sie in Länder, sie sie eigentlich nie besuchen wollte, sich dann aber als sehr reizvoll entpuppen.

Neben ihr Jesper und Ben, die gegensätzlicher nicht sein können. Beide zerren an ihren Nerve, sei es durch Gesten und Taten und bei Ben hauptsächlich durch seine Worte.

Zwischendrin gab es einige Stellen, die ich persönlich als unnötig bzw. als Lückenfüller empfand, doch hat mir der zweite Teil insgesamt besser gefallen, als Teil 1. Dies unter anderem auch, weil man näher in die unbekannte Welt eingeführt wird.

Sehr gut gefallen hatten mir die Landschafts- und Ortsbeschreibungen. Gerade im Wutland konnte ich mich gut zurechtfinden und hatte hier auch richtiges Kopfkino.

Bens und Lees Schlagabtausch war wieder köstlich. Erneut schenken sie sich nichts und Lee wurde Ben gegenüber selbstbewusster, was die Wortwahl anbetrifft.

Band 2 knüpft nahtlos an den ersten Teil an und hört auch wieder mit einem Cliffhanger auf. Man muss also wissen, wie es weitergeht. Eine Leseprobe vom dritten teil ist jedoch angehängt, welche aber auch mitten in einer spannenden Szene endet. Auf den dritten und abschließenden Teil der Trilogie müssen wir jedoch nicht lange warten.

Mit Band 2 hat sich das Autorinnenduo deutlich weiterentwickelt und so kann man sich voll und ganz auf die Geschichte einlassen. Ich bin gespannt, wie sich nun alles entwickelt und auflöst und welch spannenden Moment noch auf Lee, Ben und Jesper und vor allem auf den Leser warten.

Fazit:
Band 2 der Gefühle erweckt die Sinne. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2015
Printseiten: 217
Format: ebook
ASIN: B012LWVPMG

Donnerstag, 6. August 2015

Rezension // Sophie Kinsella - Schau mir in die Augen, Audrey von SINA

© Sina Frambach
Audrey hat Angstzustände und versteckt sich deswegen hinter einer Sonnenbrille. Sie traut sich nicht aus dem Haus, mag keine fremde Menschen und lässt einzig und allein ihre Familie an sich heran. Als immer öfter der Freund ihres Bruders Frank bei ihr zu Hause ist, beginnt Audrey über vieles nachzudenken. Doch mit einer durchgeknallten Familie ist alles gar nicht so einfach… oder vielleicht gerade deswegen?

Mit gemischten Gefühlen bin ich an das Buch herangegangen. Sophie Kinsella war mir bis dato unbekannt. Doch hat sie mich mit ihrem Jugendbuch-Debut schlichtweg umgehauen.

Dies lag unter anderem daran, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe. Jede freie Minute hab ich damit verbracht und es in Rekordzeit gelesen. Audrey ist ein so sympathisches junges Mädchen, dass Schlimmes erlebt hat. Was genau, erfährt man immer nur ansatzweise. Doch welche Auswirkungen es hatte, erschlägt einem fast.
Audreys Angstzustände führen dazu, dass sie sich immer weiter abkanzelt. Sie lässt nur noch ihre Familie an sich heran. Andere soziale Kontakte legt sie aufs Eis. Sie verlässt nicht das Haus, hat Panik anderen zu begegnen und vor allem eins: sie kann keinem mehr in die Augen schauen. Und trägt deshalb eine Sonnenbrille.

© Sina Frambach
Nach und nach legt die Autorin dar, wie es Audrey ergeht, was sie fühlt und denkt und welche Sorgen sie sich macht.
Audrey ist ein Charakter, dem man helfen möchte, es aber gar nicht kann. Denn Audrey muss alleine aus dieser Krankheit herauskommen.

Und dann ist da Linus, ein junger Teenager, der mit unbeschreiblich einfühlsamer Weise das Herz von Audrey gewinnt.

Aber auch der Rest von Audreys Familie ist der Hammer. Mutter Anne ist überfürsorglich und vertraut mehr auf Zeitungsartikel, als auf ihren gesunden Menschenverstand. Vater Chris weiß genau, dass er nicht die Hosen in der Beziehung an hat. Bruder Frank kennt nur seinen Computer und der kleine Felix ist der Sonnenschein der Familie.

Mit einem unsagbar leichten Schreibstil ist man sofort in der Geschichte drin, erlebt Audreys Ängste, die Überfürsorglichkeit der Mutter und die geballte Pubertät von Frank. Zwischendrin Vater Chris, der kleine Felix und Linus.

© Sina Frambach
Unterbrochen werden die einzelnen Kapitel von sog. Kameraaufnahmen, die von Audrey durchgeführt werden. Hier hat man das Gefühl, sich in einer Art Drehbuch zu befinden. In diesen Passagen erfährt man einiges über die Familie und auch Audrey selbst.

Ich hätte stundenlang weiterlesen können. Vor allem die Konfrontationen zwischen Audreys Mutter Anne und ihrem Bruder Frank waren einfach köstlich. Die beiden haben sich nichts geschenkt.

Das Buch ist berührend und witzig, macht nachdenklich und lässt hoffen. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und es hat mir Spaß gemacht, den Weg dieser durchgeknallten Familie zu verfolgen.

Fazit:
Eine unterhaltsame Geschichte über ein ernsthaftes Thema. Von mir gibt es dafür die volle Punktzahl.

Verlag: cbj
erschienen: 2015
Printseiten: 384
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-570-17148-6




Sonntag, 2. August 2015

Rezension // Kristin Harmel - Über uns der Himmel von SONJA


Kate und Patrick genießen in Manhattan ihr junges Eheglück, doch leider verbleiben nur noch einige Momente, denn ein Flugzeug zerstört ihre gemeinsame Zukunft.

13 Jahre später versucht Kate immer noch ihr Leben neu aufzubauen und diesem einen Sinn zu geben. Doch dies scheint in der Realität schwerer als in ihren Träumen...

Da ich bereits beim Buch "Solange am Himmel Sterne stehen" ordentlich Taschentücher verbraucht habe, war auch hier mit feuchten Augen zu rechnen. Obwohl die Einleitung humorvoll Szenen einer jungen Ehe widerspiegelten, ahnte der Leser durch die Datumsangaben vom drohenden Unheil. Wie ein Damoklesschwert schwebte die Vernichtung der Twin Towers über der Handlung. Man las vom morgendlichen Verabschiedungsritual und ZACK eine Welt bricht zusammen.

Das Kate auch nach 13 Jahren schwer in ein normales Leben zurückfindet, ist mehr als verständlich. Dies kann die Autorin eindrucksvoll anhand der Gefühlswelt der Protagonistin schildern. Manchmal möchte man diese einfach in den Arm nehmen.

Und dann...dann kamen die Träume, in denen die Zukunft ganz anders aussah....mit Patrick und...es gab Verstrickungen in die Realität. Ich war als Leser verwirrt. Bin ich in einem Fantasyroman gelandet? Das ganze war für mich irgendwie nicht greifbar - genauso wie für Kate.

Denn die menschliche Psyche ist zu einer Vielzahl an Wundern fähig. Damit zeigt die Autorin eine Vielzahl an Möglichkeiten für Kate auf, ein Leben zu führen.

Der Wunsch, einem verlorenen Menschen nahe zu sein und sich nicht aufzugeben, bekommt eine wundervolle Variante, die einen mit Kate mithoffen lässt.

Ihre Tätigkeit als Musiktherapeutin und ihre Freunde und Bekannten geben der Geschichte die nötige Farbe, da das Buch allerdings nicht an das Vorgängerbuch heranreicht und mir die Traumwelt etwas zu suspekt waren 8 von 10 Punkten! Für Fans von Anna McPartlin ein MUSS.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 448
ISBN: 978-3442383337


© Sonja Kochmann


Rezension // Patrica Rabs - Vollkommen von SONJA


Die Zukunft. Nach Kriegen gibt es eine Drei-Klassen-Gesellschaft: Spender, Empfänger und zur Spende nicht Zugelassene. Was wird gespendet? Blut! Denn aus dem Blut wird ein Medikament gefertigt, das die abgeschotteten Empfänger erhalten. Die Spender, die in Armut leben, können durch die Spende ihren Lebensunterhalt aufwerten. 

Für die 17jährige Teresa ist das Leben mehr als schwer, denn sie ist nicht zugelassen. Als Ihr Freund Lukas zur ersten Spende darf, begleitet sie ihn und löst damit eine gefährliche Verkettung aus.

Die Zukunftsversion der Autorin gestaltet sich in der 1. Hälfte des Buches mehr als interessant, denn der Leser erfährt genau wie Theresia nur stückchenweise über den Sinn und Zweck der Spende und die Besonderheit, die Teresa ausmacht.

Die Aspekte Blut, Schönheitswahn, Krieg und Unterdrückung sind hier gesellschaftskritisch in die Handlung eingebunden und bieten eine solide Grundlage für eine Jugenddystopie.

Ab der 2. Hälfte des Buches hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Autorin Probleme hatte, eine geeignete Lösung für die Protagonisten zu finden. Denn obwohl Teresa ihrer Identität stückchenweise näher kommt und sie Gefühle für einen Jungen (ich sag nicht welchen) hat, scheint die vorgegebene dystopische Gesellschaft kaum Spielraum für eine Befreiung zu lassen. So dass das Ende eher Fragen aufwirft, anstatt ein akzeptables Ende zu bieten.

7 von 10 Punkten.

Verlag: Impress
erschienen: 2014
Seiten: 382
ISBN: 978-3-646-60084-1


Samstag, 1. August 2015

Rezension // Anna McPartlin - Weil du bei mir bist von SONJA

© Sonja Kochmann

Für Emma und John ist ihr gemeinsames Leben perfekt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall und Emma bleibt allein zurück. 

Doch was bedeutet allein, wenn man Freunde hat, die nicht tatenlos mit ansehen, wie man sich zurückzieht und trauert. Sie begreift, dass das Leben weitergeht und das sie gebraucht wird. Und vielleicht ist da auch noch etwas Glück für Emma.

Taschentücher - man braucht Taschentücher! Dieses Buch ist von Anfang an so traurig, dass man wirklich gefestigt sein sollte, um es zu lesen. Denn das Unglück beginnt bereits nach einer kurzen Vorstellung des glücklichen Paares und deren bunten Freundeskreis.

Von da an leidet der Leser mit Emma die fünf Phasen der Trauer mit, die die Autorin einfühlsam anhand ihrer Hauptprotagonistin Emma und deren Freunden schildert. Denn jeder durchlebt den Verlust von John anders. Einige sind wütend und lassen sich gehen, andere finden Trost in der Arbeit oder in einem Tier. Doch für alle geht das Leben weiter und birgt die eigenen Dramen. Auch diese geschilderten Dramen sind sehr realitätstreu dargestellt und geben dem Freundeskreis in der Handlung mehr Raum als erwartet.

Hier kommt der sehr gelungene Punkt, an dem Emma merkt, dass sie einfach gebraucht wird. Obwohl ihr Umfeld durch Erwartungen versucht, sie in ein Klischee zu drücken, findet sie auf Umwegen ihr Glück. 

Ich umschreibe dies an dieser Stelle, da ich finde, dass jeder dieses Buch selbst gelesen haben muss! Für dieses nachdenklich stimmende Buch vergebe ich volle Punktzahl!

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2015
Seiten: 400
ISBN: 978-3499271786

Rezension // Kathryn Taylor - Daringham Hall: Die Entscheidung von SONJA

© Sonja Kochmann

Ben ist auf Daringham Hall geblieben und versucht dort in das rege Treiben des Gutes Einblick zu gewinnen. Auch sein Vater reicht ihm die Hand. Doch ist er hierzu schon bereit? Was ist mit Kate? Doch während er zögerlich abwartet, rinnt ihm die Zeit davon.

Nach dem Band 1 (Der Roman sollte VORHER unbedingt gelesen werden, um die Handlung zu verstehen.) mich absolut mitgerissen und begeistert hat, war ich sehr gespannt, wie es um Ben und Kate und auch die Bewohner von Daringham Hall weitergeht.

Schließlich hat die Autorin es geschafft, eine Vielzahl an wundervollen Charakteren zu schaffen, denen man allen nur das Beste wünscht. (Mit ein zwei kleinen Ausnahmen, was bei Liebe und Intrige natürlich immer mit dabei ist.) 

Obwohl das Augenmerk auf Bens Zerrissenheit für seinen leiblichen Vater, seinem Eingeständnis Kate zu lieben und sein weiters Schicksal liegt und hier ordentlich Dramatik aufkommt, sind die heimlichen Stars Peter und Tilly. Die beiden haben spritzige charmante Dialoge bei denen ich ein ums andere Mal Lächeln musste. Auch die junge Liebe zwischen Anna und David birgt noch einige Seufzer. 

Diese sechs geben dem Buch einen abwechslungsreichen Handlungsverlauf bei dem es nie langweilig wird. Viel schlimmer; es endet mit einem ganz bösen Cliffhanger und es geht erst im Dezember 2015 weiter!!!!

Volle Punktzahl für ein meisterhaftes Stück Familiengeschichte im heutigen England in der Schein und Sein sich abwechseln. 

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2015
Seiten: 320 
ISBN: 978-3404172276

Rezension // Anna McPartlin - Die letzten Tage von Rabbit Hayes von SONJA


9 Tage! Soviel verrät uns die Autorin wird Rabbit Hayes an Zeit verbleiben, um sich von ihrer Familie zu verabschieden, ein letztes Mal mit ihnen zu lachen und zu scherzen, mit ihnen zu fluchen und sich auf den Tod vorzubereiten. Verdammt wenig Zeit, wenn man eigentlich mitten im Leben steht und eine kleine Tochter auf dem Weg zum Erwachsen werden begleiten will.

Es ist traurig! Wirklich traurig! Wer also sehr traurige Bücher nicht verträgt, der sollte es sich überlegen, zu diesem Buch zu greifen, ABER das Buch verfügt über eine eigenartige Mischung aus Abschied nehmen und schwarzem Humor, der mich ein bisschen an das Buch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green erinnert.

Denn Rabbits Freunde, Verwandte und auch das Pflegepersonal gelingt es durch Anekdoten und lockere Umgangsweise eine erträgliche und manchmal auch lustige Atmosphäre zu schaffen, obwohl fast allen zum Weinen zu Mute ist. 

Der Leser stellt sich gelegentlich die Frage; wie würde mein Umfeld wohl reagieren und wünscht sich gleichzeitig, das ein so qualvoller Krebstod einen nie ereilen wird.

Es ist Zeit daran zu denken, was das Leben, die Familie, die Freundschaft wert sind. Der Autorin gelingt es, eine interessante Mischung aus Rabbits Vergangenheit und ihrem Weg zum Tod herzustellen, aus der deutlich wird, dass jeder anders mit Krisen umgeht (Essen, Putzen, zur Toilette rennen, mit Gott hadern). Volle Punktzahl für dieses Buch, was mich auf den letzten Zeilen doch zum Weinen brachte.


Verlag: Rowohlt
erschienen: 2015
Seiten: 464
ISBN: 978-3499269226


© Sonja Kochmann