Sonntag, 2. August 2015

Rezension // Kristin Harmel - Über uns der Himmel von SONJA


Kate und Patrick genießen in Manhattan ihr junges Eheglück, doch leider verbleiben nur noch einige Momente, denn ein Flugzeug zerstört ihre gemeinsame Zukunft.

13 Jahre später versucht Kate immer noch ihr Leben neu aufzubauen und diesem einen Sinn zu geben. Doch dies scheint in der Realität schwerer als in ihren Träumen...

Da ich bereits beim Buch "Solange am Himmel Sterne stehen" ordentlich Taschentücher verbraucht habe, war auch hier mit feuchten Augen zu rechnen. Obwohl die Einleitung humorvoll Szenen einer jungen Ehe widerspiegelten, ahnte der Leser durch die Datumsangaben vom drohenden Unheil. Wie ein Damoklesschwert schwebte die Vernichtung der Twin Towers über der Handlung. Man las vom morgendlichen Verabschiedungsritual und ZACK eine Welt bricht zusammen.

Das Kate auch nach 13 Jahren schwer in ein normales Leben zurückfindet, ist mehr als verständlich. Dies kann die Autorin eindrucksvoll anhand der Gefühlswelt der Protagonistin schildern. Manchmal möchte man diese einfach in den Arm nehmen.

Und dann...dann kamen die Träume, in denen die Zukunft ganz anders aussah....mit Patrick und...es gab Verstrickungen in die Realität. Ich war als Leser verwirrt. Bin ich in einem Fantasyroman gelandet? Das ganze war für mich irgendwie nicht greifbar - genauso wie für Kate.

Denn die menschliche Psyche ist zu einer Vielzahl an Wundern fähig. Damit zeigt die Autorin eine Vielzahl an Möglichkeiten für Kate auf, ein Leben zu führen.

Der Wunsch, einem verlorenen Menschen nahe zu sein und sich nicht aufzugeben, bekommt eine wundervolle Variante, die einen mit Kate mithoffen lässt.

Ihre Tätigkeit als Musiktherapeutin und ihre Freunde und Bekannten geben der Geschichte die nötige Farbe, da das Buch allerdings nicht an das Vorgängerbuch heranreicht und mir die Traumwelt etwas zu suspekt waren 8 von 10 Punkten! Für Fans von Anna McPartlin ein MUSS.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 448
ISBN: 978-3442383337


© Sonja Kochmann


Rezension // Patrica Rabs - Vollkommen von SONJA


Die Zukunft. Nach Kriegen gibt es eine Drei-Klassen-Gesellschaft: Spender, Empfänger und zur Spende nicht Zugelassene. Was wird gespendet? Blut! Denn aus dem Blut wird ein Medikament gefertigt, das die abgeschotteten Empfänger erhalten. Die Spender, die in Armut leben, können durch die Spende ihren Lebensunterhalt aufwerten. 

Für die 17jährige Teresa ist das Leben mehr als schwer, denn sie ist nicht zugelassen. Als Ihr Freund Lukas zur ersten Spende darf, begleitet sie ihn und löst damit eine gefährliche Verkettung aus.

Die Zukunftsversion der Autorin gestaltet sich in der 1. Hälfte des Buches mehr als interessant, denn der Leser erfährt genau wie Theresia nur stückchenweise über den Sinn und Zweck der Spende und die Besonderheit, die Teresa ausmacht.

Die Aspekte Blut, Schönheitswahn, Krieg und Unterdrückung sind hier gesellschaftskritisch in die Handlung eingebunden und bieten eine solide Grundlage für eine Jugenddystopie.

Ab der 2. Hälfte des Buches hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Autorin Probleme hatte, eine geeignete Lösung für die Protagonisten zu finden. Denn obwohl Teresa ihrer Identität stückchenweise näher kommt und sie Gefühle für einen Jungen (ich sag nicht welchen) hat, scheint die vorgegebene dystopische Gesellschaft kaum Spielraum für eine Befreiung zu lassen. So dass das Ende eher Fragen aufwirft, anstatt ein akzeptables Ende zu bieten.

7 von 10 Punkten.

Verlag: Impress
erschienen: 2014
Seiten: 382
ISBN: 978-3-646-60084-1


Samstag, 1. August 2015

Rezension // Anna McPartlin - Weil du bei mir bist von SONJA

© Sonja Kochmann

Für Emma und John ist ihr gemeinsames Leben perfekt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall und Emma bleibt allein zurück. 

Doch was bedeutet allein, wenn man Freunde hat, die nicht tatenlos mit ansehen, wie man sich zurückzieht und trauert. Sie begreift, dass das Leben weitergeht und das sie gebraucht wird. Und vielleicht ist da auch noch etwas Glück für Emma.

Taschentücher - man braucht Taschentücher! Dieses Buch ist von Anfang an so traurig, dass man wirklich gefestigt sein sollte, um es zu lesen. Denn das Unglück beginnt bereits nach einer kurzen Vorstellung des glücklichen Paares und deren bunten Freundeskreis.

Von da an leidet der Leser mit Emma die fünf Phasen der Trauer mit, die die Autorin einfühlsam anhand ihrer Hauptprotagonistin Emma und deren Freunden schildert. Denn jeder durchlebt den Verlust von John anders. Einige sind wütend und lassen sich gehen, andere finden Trost in der Arbeit oder in einem Tier. Doch für alle geht das Leben weiter und birgt die eigenen Dramen. Auch diese geschilderten Dramen sind sehr realitätstreu dargestellt und geben dem Freundeskreis in der Handlung mehr Raum als erwartet.

Hier kommt der sehr gelungene Punkt, an dem Emma merkt, dass sie einfach gebraucht wird. Obwohl ihr Umfeld durch Erwartungen versucht, sie in ein Klischee zu drücken, findet sie auf Umwegen ihr Glück. 

Ich umschreibe dies an dieser Stelle, da ich finde, dass jeder dieses Buch selbst gelesen haben muss! Für dieses nachdenklich stimmende Buch vergebe ich volle Punktzahl!

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2015
Seiten: 400
ISBN: 978-3499271786

Rezension // Kathryn Taylor - Daringham Hall: Die Entscheidung von SONJA

© Sonja Kochmann

Ben ist auf Daringham Hall geblieben und versucht dort in das rege Treiben des Gutes Einblick zu gewinnen. Auch sein Vater reicht ihm die Hand. Doch ist er hierzu schon bereit? Was ist mit Kate? Doch während er zögerlich abwartet, rinnt ihm die Zeit davon.

Nach dem Band 1 (Der Roman sollte VORHER unbedingt gelesen werden, um die Handlung zu verstehen.) mich absolut mitgerissen und begeistert hat, war ich sehr gespannt, wie es um Ben und Kate und auch die Bewohner von Daringham Hall weitergeht.

Schließlich hat die Autorin es geschafft, eine Vielzahl an wundervollen Charakteren zu schaffen, denen man allen nur das Beste wünscht. (Mit ein zwei kleinen Ausnahmen, was bei Liebe und Intrige natürlich immer mit dabei ist.) 

Obwohl das Augenmerk auf Bens Zerrissenheit für seinen leiblichen Vater, seinem Eingeständnis Kate zu lieben und sein weiters Schicksal liegt und hier ordentlich Dramatik aufkommt, sind die heimlichen Stars Peter und Tilly. Die beiden haben spritzige charmante Dialoge bei denen ich ein ums andere Mal Lächeln musste. Auch die junge Liebe zwischen Anna und David birgt noch einige Seufzer. 

Diese sechs geben dem Buch einen abwechslungsreichen Handlungsverlauf bei dem es nie langweilig wird. Viel schlimmer; es endet mit einem ganz bösen Cliffhanger und es geht erst im Dezember 2015 weiter!!!!

Volle Punktzahl für ein meisterhaftes Stück Familiengeschichte im heutigen England in der Schein und Sein sich abwechseln. 

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2015
Seiten: 320 
ISBN: 978-3404172276

Rezension // Anna McPartlin - Die letzten Tage von Rabbit Hayes von SONJA


9 Tage! Soviel verrät uns die Autorin wird Rabbit Hayes an Zeit verbleiben, um sich von ihrer Familie zu verabschieden, ein letztes Mal mit ihnen zu lachen und zu scherzen, mit ihnen zu fluchen und sich auf den Tod vorzubereiten. Verdammt wenig Zeit, wenn man eigentlich mitten im Leben steht und eine kleine Tochter auf dem Weg zum Erwachsen werden begleiten will.

Es ist traurig! Wirklich traurig! Wer also sehr traurige Bücher nicht verträgt, der sollte es sich überlegen, zu diesem Buch zu greifen, ABER das Buch verfügt über eine eigenartige Mischung aus Abschied nehmen und schwarzem Humor, der mich ein bisschen an das Buch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green erinnert.

Denn Rabbits Freunde, Verwandte und auch das Pflegepersonal gelingt es durch Anekdoten und lockere Umgangsweise eine erträgliche und manchmal auch lustige Atmosphäre zu schaffen, obwohl fast allen zum Weinen zu Mute ist. 

Der Leser stellt sich gelegentlich die Frage; wie würde mein Umfeld wohl reagieren und wünscht sich gleichzeitig, das ein so qualvoller Krebstod einen nie ereilen wird.

Es ist Zeit daran zu denken, was das Leben, die Familie, die Freundschaft wert sind. Der Autorin gelingt es, eine interessante Mischung aus Rabbits Vergangenheit und ihrem Weg zum Tod herzustellen, aus der deutlich wird, dass jeder anders mit Krisen umgeht (Essen, Putzen, zur Toilette rennen, mit Gott hadern). Volle Punktzahl für dieses Buch, was mich auf den letzten Zeilen doch zum Weinen brachte.


Verlag: Rowohlt
erschienen: 2015
Seiten: 464
ISBN: 978-3499269226


© Sonja Kochmann