Montag, 28. September 2015

Rezension // [Hörbuch] George R. R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer: Der Thron der sieben Königreiche (3) von SINA

© Sina Frambach

Nach dem Tode des Königs Robert Baratheon und dessen rechter Hand Lord Eddard Stark von Winterfell zerfallen die Sieben Königreiche zusehends. An allen Ecken lassen sich Männer zu neuen Königen ausrufen und ziehen in den Krieg, um ihre Herrschaft zu sichern.
Am Himmel erscheint ein Komet, den viele für ein Omen halten. Auch Daenerys Targaryen, die den wahren Anspruch auf den Thron inne hat. Doch ist sie zu weit entfernt von Westeros und hat auch keine Armee. Jedoch hat sie drei Drachen, von denen jeder dachte, diese seien ausgestorben.

Auch der dritte Teil der Reihe Das Lied von Eis und Feuer verliert nicht an Faszination. Im Gegenteil: gerade bei mir ist diese noch gestiegen. Dies schaffen nur wenige Autoren, aber George R.R. Martin ist es mit Bravour gelungen.

Die Spannung, die Intrigen, der Kampf um den wahren König ist einfach mitreißend. Man ist gefangen auf dem fiktiven Kontinent Westeros und kann nur schwer wieder entkommen.

© Sina Frambach
Der Sprecher Reinhardt Kuhnert schafft es auch durch seinen sehr bildhaften Sprachstil, dass das Kopfkino beim Zuhören so einiges zu tun hat.
Der Autor schont einem aber auch nicht. Brutale Szenen werden ebenso genau beschrieben, wie auch die Landschaft oder das Essen vorm Lagerfeuer.

Gerade dieser Stil wirkt auf mich eine Anziehungskraft aus, der ich mich nicht entziehen kann oder gar will.

Figuren, die mir in den ersten beiden Teilen die Liebsten waren, sind auch weiterhin meine Favoriten. Insbesondere Tyrion Lennister und Jon Schnee. Andere Figuren, denen ich anfangs skeptisch gegenüberstand, haben sich nun klammheimlich in mein Herz geschlichen. Daenerys Targaryen gehört dazu.
Es gibt jedoch auch Charaktere, denen ich freundlich gesinnt war, jetzt aber eher dazu geneigt bin, ihnen den Hals umzudrehen.

© Sina Frambach
Dieses Wechselbad von Gefühlen ist dem Autor meiner Meinung nach großartig gelungen. So wirken die Figuren nicht flach und es kommt Farbe ins Spiel.

Das Einbringen von Fantasyelementen erfolgt immer nur schubweise und steht nicht im Vordergrund. Doch weiß man genau, dass es hier irgendwann zum Showdown kommt und damit die Geschichte noch fantastischer werden wird, als sie eigentlich schon ist.

© Sina Frambach
Der Sprecher Reinhard Kuhnert gibt jedem Charakter eine eigene Klangfarbe. Hier hat mir insbesondere Flickenfratz gefallen, ein verrückter kleiner Narr, der durch Singen, Gedichte aufsagen und verrücktem Auftreten sehr lebendig wirkt.

Fazit:
Das Lied von Eis und Feuer hat mich in den Bann gezogen und wird mich so schnell nicht mehr loslassen. Auch in gehörter Form. Wieder 10 von 10 Punkten.

Verlag: Random House Audio
erschienen: 2012
Länge: 1.109 Minuten
Format: mp3, ungekürzt
ISBN: 978-3-8371-1934-3


Rezension // Petra Schier - Kreuz-Trilogie: Die Gewürzhändlerin (2) von SINA


Luzia verbringt zusammen mit Elisabeth von Mantern und deren Ehemann die Wintermonate in einem Stadthaus in Koblenz. Dort trifft sie auf Martin Wied, den sie in Kempenich schon kennengelernt hat. Martin wurde als Kind bei einem Feuer schwer verletzt und muss seit dem mit Brandnarben leben. Luzia hilft Martin in dessen Kontor und baut sich selbst eine kleine Kundschaft mit Gewürzen und Buchfarben auf. Als Martin aber des Mordes angeklagt wird, möchte Luzia beweisen, dass er nicht der Schuldige ist.

Nach "Der Eifelgräfin" musste ich sogleich nach dem zweiten Band greifen, den ich ebenso verschlungen habe, wie den ersten. Die Autorin knüpft fast nahtlos an die fesselnde Erzählweise an, die sie in Band 1 schon an den Tag gelegt hat.

Diesmal geht es jedoch nicht vorrangig um Elisabeth, die ja ihr Glück mit Johann schon gefunden hat, sondern um Luzia, Elisabeths Leibmagd und den Händler Martin Wied. Beide sind sehr streitlustig und giften sich fast nur an. Unterschwellig kommt allerdings eine andere Botschaft rüber. Dies zieht sich durchs ganze Buch und bald merkt man: die beiden sind füreinander geschaffen, aber es steht doch einiges im Weg.

Sehr oft wird erwähnt, welchen Stand Luzia hat. Sie ist "nur" eine Bauerstochter, zwar eine freie, doch vom Stand her sehr niedrig. Während Martin als Händler und auch aufgrund seiner Vorfahren einen höheren Stand aufweisen kann. Luzia ist sich dessen sehr wohl bewusst und nimmt dies auch sehr ernst.

Dies hat mich sehr nachdenklich darüber gemacht, wie schwer es damals war und vor allem, wie sehr Wert darauf gelegt wurde, niedrige und hohe Ränge ja nicht zu mischen. Aber es gab dann doch welche, die sich über diese Regeln hinweg gesetzt haben und so ein glückliches und zufriedenes Leben mit denjenigen führen konnten, die sie lieben.

Luzia ist eine - für das "schwere" Mittelalter - sehr toughe Frau, die sich nichts sagen lässt und keinem Streit aus dem Weg geht. Und doch ist sie ein herzensguter Mensch, die diejenigen die sie liebt, mit allen Mitteln verteidigt.
Auch ihren Weg, sich selbst einen kleinen Handel aufzubauen, verfolgt sie stur. Ihr Mut ist bewunderswert und dies merken zum Glück auch die richtigen Menschen.

Der bildhafte Schreibstil erzeugt wieder ein Kopfkino der besonderen Art und man hat das Gefühl, dass man sich mitten in Koblenz bei Luzia und Ihren Lieben befindet.

Auch diesmal kommt das geheimnisvolle Kruzifix sporadisch zum Einsatz. Da nun der dritte Teil "Die Bastardtochter" vorliegt, hoffe ich, dass geklärt werden kann, was es mit dem Kreuz letztendlich auf sich hat.

Fazit:
Wieder ein spannender Roman aus der Feder von Petra Schier. Von mir gibt es wieder 10 Punkte.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2011
Format: Taschenbuch
Printseiten: 544
ISBN: 978-3-499-25628-8

s. a. Bibliografie Petra Schier

Samstag, 26. September 2015

Lesung // Max Bentow - Das Dornenkind von SONJA


Da ich derzeit ja dem Genre Krimi/Thriller etwas weniger Beachtung schenke, fand ich die Ankündigung zu der Lesung zu "Das Dornenkind" sehr interessant und wollte dies nutzen, um in die Reihe um den Ermittler Nils Trojan hineinzuschnuppern.



© Sonja Kochmann



Nach der kurzen aber knackigen Vorstellung des Autors, gab dieser eine kleine Einleitung zu seinem Werdegang und seinem Ermittler. Der Autor gab sympathischerweise zu, nun erstmalig zur Lesebrille greifen zu müssen.

Der Autor las auf sehr spannende Weise seine ersten zwei Kapitel vor. Da Max Bentow bereits als Schauspieler tätig war und dieses Vorwissen offensichtlich gut einzusetzen wusste, waren wir alle gebannt. (Teilweise, war er mir auch nicht ganz geheuer. Vielleicht besteht ja nicht nur ein Talent zum Schreiben und Schauspielern.....) 

Die häufige Konfrontation Mikrophon mit Lesebrille zeigte, dass der Autor tatsächlich noch nicht lange Brillenträger ist und sorgte trotz der nervenaufreibenden Textpassagen für einige Schmunzler unter den langjährigen Vieraugen.


© Sonja Kochmann



© Sonja Kochmann

Nach einer kurzen Signierpause gab es noch ein Kapitelchen und damit endete die Lesung enttäuschender Weise schon. Die gewohnte Fragerunde an das Publikum fiel trotz eines beherzten Zwischenrufes "Gibt es eine weitere Fortsetzung?" "Ja, nächstes Jahr." leider aus, so dass die Lesung ziemlich abrupt endete. Positives Fazit des Abends: Ich habe neue/alte Buchjunkies wieder getroffen und kennengelernt, mit denen man sich demnächst bei aromatischen Heißgetränken austauschen wird.


© Sonja Kochmann


Vielen Dank an das Team von Leuenhagen und Paris für die gewohnte aber immer wieder schöne Atmosphäre.





Rezension // Ursula Poznanski - Layers von Sonja


Der junge Dorian lebt auf der Straße und schlägt sich ohne die Erwachsenen recht gut durch. Bis er eines Tages neben seinem blutigen Taschenmesser und einer Leiche aufwacht. Ein Fremder bietet ihm Hilfe an, die er kopflos an nimmt. Nichts ahnend, dass dafür Gefälligkeiten eingefordert werden, die ihn bald zum Gejagten machen.

Ich gebe zu, der Titel und das Cover sind für mich nichts sagend und ich hätte vermutlich das Buch links liegen gelassen, wenn es nicht von einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen geschrieben worden wäre.

Auch der Klappentext verrät noch nicht ganz, worum es geht. Es ist nun an dieser Stelle schwierig, nicht zuviel von der Handlung vorwegzunehmen, denn der Leser erfährt, genau wie Dorian, erst mit der Handlung, worum es geht.

In einigen Elementen hat mich das Buch an den österreichischen Kollegen Marc Elsberg mit seinem Buch "Zero" und auch an Elemente aus "Erebos" erinnert. Denn Wissen bedeutet auch hier Macht und es gibt Menschen, die um jeden Preis Geld damit verdienen wollen, koste es, was es wolle.

Das Buch enthält viele gesellschaftskritische Elemente, die geschickt in eine moderne Handlung um Straßenkinder und Wirtschaftskartelle/-vereinigungen verstrickt wird. Was es genau damit auf sich hat, müsst ihr selbst lesen, denn auch Dorian hatte keine Chance sich vorzubereiten......8 von 10 Punkten, da "Erebos" und "Saeculum" für mich eine Spur spannender waren.


Verlag: Loewe
erschienen: 2015
Seiten: 448
ISBN: 978-3785582305


© Sonja Kochmann

Montag, 21. September 2015

Interview // mit Poppy J. Anderson von SONJA



© Sonja Kochmann

Nach der Messe ist vor der Messe. Hier eine kleine Einstimmung für die kommende Messe: 

Auf der Leipziger Buchmesse 2015 hatte ich die Gelegenheit am Stand der Lieblingsautoren Poppy J. Anderson zu treffen.

Es ergab sich ein lockeres Gespräch und schließlich kann ich Euch kurz vor der nächsten Messe dieses Interview präsentieren:



© Sonja Kochmann



Es wurde gerade darüber berichtet, dass Du eine Million ebooks durch Self-Publishing veröffentlicht hast. Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht und wie war der Weg zur Million?

Ich glaube, dass die Liebe zum Lesen mich zum Schreiben gebracht hat. Schon als Kind habe ich mir Geschichten ausgedacht und sie aufgeschrieben. Mit 13 oder 14 habe ich eine Schreibmaschine geschenkt bekommen und damit begonnen, all das zu Papier gebracht, was mir durch den Kopf ging. Der Weg zu einer Millionen verkaufter Bücher war vor allem extrem spannend! Niemals hätte ich gedacht, dass ausgerechnet meine Bücher sichtbar werden könnten und sich jemals in diesem Ausmaß verkaufen würden. Irgendwie ging alles so schnell und hat mich regelrecht umgeworfen. Ich kann es immer noch nicht glauben.


© Sonja Kochmann


Woher kam die Idee für das erste Buch? Und wolltest/willst Du hauptberuflich Autorin sein?

Das erste Buch, das ich veröffentlich habe, war „Touchdown fürs Glück“, jedoch hatte ich beispielsweise „Verliebt in der Nachspielzeit“ sowie „Nur ein Kuss“ bereits sehr viel früher geschrieben. Die Idee zu „Touchdown fürs Glück“ kam mir, weil ich einmal eine Liebesgeschichte nicht vom Anfang erzählen wollte, sondern mir dachte, dass es spannend sei, darüber zu berichten, wie die Liebe verloren gegangen ist und dann wieder entdeckt werden kann. Mein Traum war es immer, Autorin zu sein, da ich mir einfach nichts Schöneres und Erfüllenderes vorstellen kann, jedoch hätte ich es nie für möglich gehalten, dass es tatsächlich wahr werden würde.


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann


Wie lange dauert das Schreiben eines Buches?

Das ist absolut unterschiedlich. Viele Geschichten begleiten mich seit Jahren, was bedeutet, dass ich die Figuren und die Konstellationen besser kenne als meine eigene Westentasche. Meistens bin ich völlig im Schreibwahn, wenn ich in einer Geschichte gefangen bin. Dann schreibe ich 16 Stunden am Stück und sehe vermutlich wie eine Irre aus. In solchen Fällen dauert es nur wenige Wochen, bis ein Buch geschrieben ist.

Wie verläuft Dein Schreiballtag?

Jeder Tag läuft anders ab. Mittlerweile verbringe ich insbesondere die Vormittage und große Teile des Nachmittags damit, organisatorische Dinge zu klären. Oft nehme ich mir vor, dass ich den ganzen Tag an einem Buch arbeiten werde, wenn eine dringende Sache hinein kommt, die meinen Plan über den Haufen wirft. Ansonsten verbringe ich vermutlich viel zu viel Zeit damit, mich auf Facebook zu verlustieren und mit Kollegen und Lesern in Kontakt zu sein.

Wer ist Dein Lieblingsschriftsteller?

Diana Gabaldon ist eine meiner Lieblingsschriftsteller. Ich liebe ihre Highland-Saga und verschlinge all ihre Bücher, da sie eine wunderbare Art besitzt, Bücher mit Leben zu füllen. Zudem schätze ich Leon Uris sehr, dessen Bücher ich bereits als Teenager gelesen habe.

Was ist Dein Lieblingsbuch?

Ich habe nicht DAS Lieblingsbuch, sondern gleich mehrere. „Exodus“ von Leon Uris rangiert ganz weit oben, gefolgt von allen Bänden der Highland-Saga. Dann alles von Ephraim Kishon und „Anna Karenina“ sowie „Stolz und Vorurteil“.

Hast Du neben dem Schreiben noch Zeit für andere Hobbys?

Zum Glück! Ich liebe es zu reisen und bin glücklich, diesem „Hobby“ nachgehen zu können. Außerdem koche ich leidenschaftlich gerne, gehe mit Freunden oft ins Kino und verbringe Zeit mit meinen Hunden. Natürlich kann ich nicht mehr so viel faulenzen wie früher, aber das ist ganz gut J Erst vor zwei Wochen habe ich während meines Urlaubs ein persönliches Ziel erreicht und an einem Tough Mudder teilgenommen. Dafür war einiges an Training erforderlich. Zwar gehört Sport nicht zu meinen liebsten Freizeitbeschäftigungen, aber es hat sich wenigstens gelohnt!


© Sonja Kochmann


Was liest Du gerade?

Ehrlich gesagt: Meine eigenen Bücher. Ich plane nämlich einen besonderen Band der New York Titans und muss mich in die richtige Stimmung bringen ;-)

Du hast bereits negative Erfahrungen mit Ebook-Piraterie gemacht. Wie stehst Du generell zum Ebook (gerade auch als Self-Publishing-Millionärin)?

Bevor ich selbst Selfpublisherin geworden bin, fand ich Ebooks grauenvoll! Na ja, ich war der Meinung, dass NICHTS gegen ein „richtiges“ Buch ankommen kann, aber jetzt möchte ich meinen Reader für nichts auf der Welt hergeben. Er ist handlich, immer dabei und ermöglicht es mir, nicht nur unkompliziert ein Buch zu kaufen, sondern es auch zu „verkaufen“.

© Sonja Kochmann


Du hast auch ein Pseudonym unter dem Du historische Romane geschrieben hast. Willst Du zukünftig auch in mehreren Genres veröffentlichen oder bleibst Du den Titans treu?

Den Titans bleibe ich immer treu, aber ich werde auch weiterhin historische Liebesromane veröffentlichen und andere Reihen beginnen bzw. fortsetzen.

Wie war die Leipziger Buchmesse für Dich?

Jede Buchmesse ist der Wahnsinn! Niemals hätte ich geglaubt, dass Buchmessen einen solchen Spaß machen können. Mich mit meinen Leserinnen treffen und mit ihnen quatschen zu können, ist großartig.

Kannst Du uns schon etwas von Deinen Projekten für 2015 erzählen? (Ich hab da etwas von Uniformträgern gehört.)

Bisher sind ein Titans-Band, ein Fitzpatrick-Band und der erste Teil der „Ashcroft-Saga“ erschienen, jedoch war das nur der Anfang. In Kürze erscheinen ein neuer Kurzroman sowie der zweite Teil der „Ashcroft-Saga“. Anschließend erscheint Band 12 der New York Titans-Reihe und Ende des Jahres der dritte Teil der Familie Ashcroft.

© Sonja Kochmann


Die lockere und fröhliche Art der Autorin spiegeln sich im Schreibstil wider, so dass ich jedem nur zum Griff zu einem echten Poppy J. Anderson raten kann.

Vielen Dank für das Interview und auf die nächste Million.




© Sonja Kochmann



© Sonja Kochmann


Freitag, 18. September 2015

Rezension // Petra Schier - Kreuz-Trilogie: Die Eifelgräfin (1) von SINA

© Sina Frambach
Elisabeth von Küneburg wird von ihrem Vater zu einer befreundeten Adelsfamilie nach Kempenich geschickt, da widrige Umstände dazu geführt haben, dass ihr Onkel einen Anspruch auf das Erbe erhebt. So ist zur Zeit das Leben auf der Küneburg nicht sicher. In Kempenich angekommen, stößt die freie Bauerstochter Luzia als Magd zu ihr. Bald verbindet die beiden nicht nur eine große Freundschaft, sondern auch ein geheimnisvolles Kruzifix, dass Vorfahren der beiden gehört hat.
Und auch Johann von Manten schleicht sich in Elisabeths Leben. Doch ihm kann sie nichts Positives abgewinnen.

Petra Schier steht für sehr gut recherchierte und auch spannende historische Geschichten, was sie gerade wieder mit ihrem als letztes erschienen Roman "Der Hexenschöffe" eindringlich bewiesen hat.

© Sina Frambach
Aber auch ihre "früheren Werke" sind nicht zu verachten und so widmete ich mich dem ersten Teil der Kreuz-Trilogie "Die Eifelgräfin", der mich ab der ersten Seite sofort in den Bann ziehen konnte. Dies erstens durch den fesselnden Schreibstil und zweitens durch die interessante Geschichte. Auch wenn - wie im Nachwort beschrieben - einiges der Fantasie der Autorin entsprungen ist, geliegt es ihr dennoch geschickt, diese mit historischen Fakten zu vermischen. Heraus kommt ein spannender Roman aus dem Spätmittelalter.

Vorliegend werden sogar kleine Fantasy-Elemente miteingebracht, so dass hier für jeden etwas geboten wird.
Elisabeth ist eine mutige, junge Frau, die eigentlich mit beiden Beinen fest im Leben steht und auch mal sagt, was sie denkt. Trotzdem weiß sie sich zu benehmen und fügt sich in ihr Umfeld ein. So freut sie sich sogar auf die arrangierte Ehe mit einem Adeligen, den sie bis jetzt nur einmal gesehen hat.
Aber natürlich kommt es anders als gedacht. Und zwar in Form des brummeligen Johann von Manten, der ihr das Leben doch etwas schwer macht.

© Sina Frambach
Die Kluge Magd Luzia bringt frischen Wind in die Geschichte. Sie ist auch mein Lieblingscharakter, da ich mich mit ihr am Besten identifizieren konnte.

Mit dem ins Spiel gebrachte Kruzifix kommt dann noch Spannung und ein kleiner Teil Fantasy mit ins Spiel.

Das Gesamtbild konnte einfach überzeugen und in Windeseile hatte ich die Geschichte durch. Leider. Ich hätte gerne noch längere Zeit in dem Buch verbracht. Aber ich kann mich ja zum Glück noch auf zwei Fortsetzungsromane freuen.
Nur fürchte ich, dass ich diese eben so schnell verschlingen werde, wie den ersten Teil.

© Sina Frambach
Interessant war auch das Nachwort der Autorin, in welchem sie nochmals kurz aufschlüsselt, was historisch belegt und was ihrer Fantasie entsprungen ist. Hier war ich überrascht, lag ich mit meiner Vermutung bei manchen Figuren und Orten falsch, dachte ich, dass diese nur ersponnen sind, es aber doch historische Belege dafür gibt.

Fazit:
Großes (Kopf)Kino! Von mir gibt es für den Auftak zur Kreuz-Trilogie die volle Punktzahl.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2009
Printseiten: 576
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-499-24956-3

s. a. Bibliografie Petra Schier

Donnerstag, 17. September 2015

Rezension // P. C. und Kristin Cast - House of Night: Gejagt (5) von Sina

Zoey und ihre Freunde sind in die Tunnel geflüchtet und beratschlagen, wie sie wohl am Besten gegen Kalona und Neferet vorgehen könnte. Doch so recht fällt ihnen dazu nichts ein. Bis Kramisha, eine rote Jungvampyrin, einen Weg findet und damit einen Grundstein legt, sich zu verteidigen. Aber es ist nicht nur Kalona, der Zoey Probleme macht. Erik, Heath und der rote Vampyr Stark machen Zoey auch noch zu schaffen.

Wer dachte, die ersten vier Bände seien schon vollgepackt mit Spannung, Action und den üblichen Problemen von Jungvampyr-Teenagern, hat sich gewaltig geirrt. Mit jedem Band schaffen es die Autorinnen nochmal, einen Zacken zuzulegen und kleinere Überraschungen aus dem Hut zu zaubern. Zumindest was die Haupthandlung anbetriffft.

Zoey's Männerprobleme sind nicht wirklich was Neues. Denn kaum ist sie einen Mann los, kommt der Nächste um die Ecke, der ihr den Kopf verdreht. Diesmal in Gestalt des roten Jungvampyrs Stark. So muss sie sich nun mit Erik, Heath, Stark und Kalona herumärgern. Und ich kann ihr Verhalten so gar nicht nachvollziehen. Dies ist der Teil des Buches, der mich stört, da sie mit ihrem verhalten durchkommt und die Jungs auch ständig wieder zu ihr zurückrennen.

Aber vielleicht ist das mit Treue und Liebe bei Vampyren ja doch anders, obwohl die Autorinnen immer zu verstehen geben, dass sich Vampyre nur durch ihren Blutdurst und ihre Gaben von den Menschen unterscheiden.

Lässt man diesen Aspekt jedoch weg, kann man sich auf einen spannende Geschichte freuen, die ihren Höhepunkt am Ende findet, trotzdem Fragen offen lässt und somit die Grundlage für weitere Abenteuer bildet.

Wieder liegt der Fokus auf der Freundschaft, die alle verbindet und auch die Nonne Mary Angela und Zoey's Grandma spielen wieder eine Rolle.

War ich zu Anfang der Reihe noch der Meinung, dass in den Bänden die vier Jahre Ausbildung im House of Night abgehandelt werden, wurde ich jedoch eines besseren belehrt. Die ersten fünf Bände umfassen die ersten drei Monate Zoeys an der Schule. Da die Reihe nach 12 Bänden endet, bin ich nun sehr gespannt, wo dies alles noch hinführt.

Ich habe einige Vermutungen, wünsche mir jedoch am Meisten, dass dieser „Ich-bin-mit-Heath-zusammen,-nein-mit Erik-oder-doch-mit-Stark?“-Hin und Her endlich aufhört und Zoey endlich mal ins Gewissen geredet wird, dass ihr Verhalten so nicht fair gegenüber den Jungs ist.

Wo ich nun auch bei meinem Lieblingscharakter Aphrodite bin, die mit ihrem losen Mundwerk und ihrer schonungslosen Ehrlichkeit gehörig Würze in die Geschichte bringt. Auch wenn Sie teilweise verletzend in ihrer Art ist, ist sie die Einzige, die es auf den Punkt bringt und zur Tat schreitet.

Fazit:
Spannung, Action und Spaß. Von mir gibt es für den fünften Teil 8 von 10 Punkten.

Verlag: Fischer
erschienen: 2009
Printseiten: 576
Format: ebook
ISBN: 978-3-10-401180-6

Montag, 14. September 2015

Rezension // Beatriz Williams - Das geheime Leben der Violet Grant von SONJA


Manhattan 1964: Vivian Schuyler bekommt einen mysteriösen Koffer zugestellt. Die junge Journalistin wittert eine Story, obwohl ihre Familie streng dagegen ist.

Berlin 1914: Violet erträgt ihre Ehe mit dem Gelehrten Walther Grant nur, um selbst forschen zu können. Doch die Irrungen und Wirrungen, hervorgerufen durch den Beginn des Ersten Weltkrieges und das Eintreffen eines Fremden, werfen ihren tristen Alltag über den Haufen.

Beide Frauen sind miteinander verbunden.....

Ich habe das Buch schon eine geraume Zeit hier liegen. Es wurde mir wärmstens empfohlen und ich wollte es wirklich lesen, aber nach einer Familiengeschichte war mir einfach nicht der Sinn.....ABER das Buch ist nicht einfach eine Familiengeschichte! Es beinhaltet noch vieles, vieles mehr! Warum hab ich es nicht schon früher gelesen! 

Liebe, Hass, Mord und Totschlag, Sex und Crime.

Vivians Charme ist unbeschreiblich. Sie plaudert ihre Geschichte mit diversen Einschüben und Anekdoten so dahin. Der Leser hat das Gefühl mit einer Freundin beim Kaffee zu sitzen. Sie hatte mich bereits nach den ersten Seiten vereinnahmt.

Vivians Charakter beinhaltet den Drang nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit, was in ihrer Zeit noch nicht gern gesehen wird. Es ist die Zeit des Umbruchs und der Emanzipation. Sie möchte zwar geliebt werden, sieht aber die Suche nach dem einen Mann nicht mehr als den Sinn des Lebens an. Dies führt zu witzigen Dialogen mit ihrer Tante Julie und auch mit ihrer Freundin Gogo, die noch nicht so fortschrittlich ist.

Dieses Streben nach Unabhängigkeit hat auch Violet. Nur ist dies zu ihrer Zeit kaum möglich, so dass sie sich an Walter bindet, um beruflich frei zu sein. 

Der mysteriöse Koffer, den Vivian erhält, gehört Violet. Nur was hat es damit auf sich? Kapitelweise erfährt der Leser von beiden Frauen.

Von da an hat die Geschichte der beiden Frauen eine faszinierende Mischung aus Physik, Geschichte und Journalismus. Da ich während des Abiturs Physik und Geschichte als Leistungskurse hatte, fand ich diese Mischung sehr gelungen und ist mir auch literarischen in der Form noch nicht begegnet. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Was es mit Violet und Vivian auf sich hat, muss man selbst herausfinden: volle Punktzahl.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 576
ISBN: 978-3764505448


© Sonja Kochmann

Rezension // Sandra Lüpkes - Inselhochzeit von SONJA

© Sonja Kochmann

Nachdem Jannike Fuß auf der kleinen Nordseeinsel gefasst hat, betreibt sie ihr kleines Inselhotel mit viel Liebe zum Detail und dies spricht sich herum: Das Hotel wird ein beliebtes Ziel für Hochzeiten und Co. Und das, obwohl Jannike selbst ein bisschen Unterstützung braucht, um Mattheusz wieder auf die Insel zu kriegen. Doch der Romantik-Boom ruft auch Neider auf den Plan.

Da "Das kleine Inselhotel" ein toller Einzelband war, haben die Leser zu Recht nach mehr verlangt. Die Autorin hatte mit Landratten und Insulanern Erbarmen und hat eine schöne Fortsetzung geschrieben, die auch solide für sich allein gelesen werden kann.

Doch es ist so schön, die schrulligen Insulaner und die Landratten auf den Buchseiten wieder zu treffen, so dass ich jedem empfehle, den ersten Band vorher auch noch zu lesen. Der Sommer wird so noch ein bisschen verlängert (auch wenn draußen die ersten Regenschauer nieder prasseln).

Das Buch bietet für jeden etwas: wundervolle Beschreibungen von einer Nordseeinsel - Welche? Von jeder etwas. Schließlich soll das Buch an der ganzen Nordseeküste gelesen werden und Insulaner und Touristen können auch mal schwierig sein. Genau diese Mischung Leute werden hier gekonnt auf der Insel zusammen gebracht, so dass die polnische Hilfskraft lustigen Dialoge durch verdrehte deutsche Redewendungen fabriziert, Liebesschwüre, Kummer, Intrige und Erpressung ihren Platz finden.

Der Dreh mit dem "Roten Hering" und die Muschel bei der Wattwanderung sind einfach genial, aber ich will an dieser Stelle die Pointe nicht vorwegnehmen. Auch zeigt das Buch anhand einer Paarung, dass auch mal harte Zeiten kommen und die muss man einfach gemeinsam durchstehen.

"Die Liebe ist wie das Wattenmeer der Nordsee: Erst wenn die Strömungen des Alltags sie bedecken, wird deutlich, wo die eigentlichen Gefahrenstellen lauern."

Volle Punktzahl und der nächste Sommer ist ja auch nicht mehr fern.

Außerhalb der Wertung möchte ich jedoch anführen, dass ich bei Band 2 diesmal zum ebook gegriffen habe. Die kleinen Briefe, Postkarten etc. die auch in diesem Band die Kapitel eingeleitet haben, waren sehr klein und wurden vom Reader auch nicht mit vergrößert, so dass ich teilweise passen musste. Schade.

(Appell an die Autorin: So eine Insel braucht nun aber auch Nachwuchs!!!)


Verlag: rowohlt
erschienen: 2015
Seiten: 320
ISBN: 978-3499270390






© Sonja Kochmann


Donnerstag, 10. September 2015

Rezension // J.R. Johansson - Nightwalkers: Im Schlaf komm ich zu Dir (1) von SINA

Parker erlebt die Träume anderer Menschen. Dies führt jedoch dazu, dass er selbst seit vier Jahren keinen richtigen Schlaf mehr findet. Und mit jeder Nacht ohne Schlaf, fühlt sich Parker schlechter. Nach einer Recherche weiß er, dass er sterben wird, wenn es so weitergeht. Als er Mia kennenlernt und in deren Träume eintaucht, findet er endlich, was er schon so lange sucht. Den lang ersehnten Schlaf. Doch Mia findet es seltsam, dass Parker ihre Nähe sucht. Denn schon seit längerer Zeit hat sich einen Stalker, der auch Todesdrohungen an sie richtet. Und sie verdächtigt Parker, der bald selbst nicht mehr weiß, was Traum und was Realität ist.

Schon der Klappentext hat mich fasziniert und als ich das Buch letztendlich zugeklappt habe, war ich froh, dieses rasante Abenteuer gelesen zu haben.

Gleich zu Anfang ist man gefangen von der fesselnden Schreibweise der Autorin, die mit Leichtigkeit durch die Geschichte führt, letztendlich aber eine komplexe neue (Traum)Welt schafft, in die man gerne eintaucht, aber auch froh ist, wenn man wieder aufwacht.

Parker ist ein normaler Junge, er mag Fußball, Mädchen und sein bester Freund Finn und er machen, was Jungs halt so machen. Nur Parker hat eine Gabe. Der letzten Person, der er am Tag in die Augen schaut, begegnet er in deren Träumen wieder. Und dort erlebt er nicht nur schöne Träume. Er spürt die Gefühle, Ängste und Sorgen.
Diese Traumszenen sind sehr real beschrieben, als wäre man wirklich mit dabei.

Innerhalb kürzester Zeit hatte ich die packende Geschichte inhaliert und als ich für die Rezension recherchiert habe, war ich erfreut zu lesen, dass es sich hier um den ersten Teil eine Reihe handelt.

Die Autorin hat sich sehr interessante Charaktere ausgedacht. Vor allem Finn, der mit seiner sarkastisch-witzigen Art immer wieder für einen Lacher sorgte. Auch der Running-Gag betreffend seine T-Shirts hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht.

Seine Schwester Addie war mir zu Anfang nicht sehr sympathisch, erst gegen Mitte des Buches bekam sie die Kurve, genau wie ihre Freundin Mia. Je mehr man über die beiden erfährt, umso mehr versteht man ihr Handeln.

Es ist klar, dass die Autorin nichts ganz Neues erfunden hat, jedoch hat sie durch die fesselnde Geschichte und ihren lockeren Schreibstil einfach das gewisse Etwas, so dass ich nicht anders kann, als dem Buch die volle Punktzahl zu geben. Ich freue mich auf die weiteren Teile und bin gespannt, welche Abenteuer Parker noch erleben darf.

Fazit:
„Traum“hafte Story mit Spannung und dem gewissen Kick.Von mir gibt es dafür 10 Punkte.

Verlag: Heyne fliegt
erschienen: 2015
Printseiten: 400
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-453-26813-5

Rezension // Rose Snow - Acht Sinne: Band 3 der Gefühle (3) von SINA

Lee und Ben hat es nun in das Ekelland verschlagen und sie kommen nicht zur Ruhe. Ben muss sich auf sein magisches Duell vorbereiten und Lee versucht weiter, den Geheimnissen um die Lichtsteine und die Totaa auf die Spur zu kommen.
Doch wer Lee und Ben kennt, weiß, dass die beiden wie Wasser und Feuer sind und ihr gemeinsamer Weg zu allerlei Abenteuern und Problemen führt.

Der dritte Band der Acht-Sinne-Reihe fängt harmlos an, steigert sich dann jedoch allmählich in ein rasantes Abenteuer, in welchem Lee und Ben so einiges durchstehen müssen. Vor allem müssen sie eines lernen: Vertrauen. Ineinander.

Aber wer die ersten beiden Bände schon kennt, weiß, dass dies bei den beiden nicht so einfach ist. Und so kann man sich auf einen gepflegten Schlagabtausch zwischen Lee und Ben freuen, denn auch hier gibt es eine Steigerung, denn verschiedenen Situationen führen dazu, dass die beiden sich so richtig herrlich angiften.

Personen, mit denen man nicht mehr gerechnet hat, tauchen auf und bringen nochmal richtig Fahrt in die Geschichte. Und auch die Eifersucht spielt eine große Rolle. Aber schließlich geht es in der Geschichte auch um Gefühle, die auch perfekt in Szene gesetzt werden.

Leider gab es wieder ein paar kleine Längen, die den Lesefluss dann doch wieder etwas trübten, doch hat man diese Hürden genommen, ergibt die gesamte Reihe eine gefühlvolle Story mit witzigen Dialogen und sympathischen Charakteren.

Viele Überraschungen runden das Gesamtbild ab. Und auch das Cover ist wieder ein Hingucker.

Am Ende wird nochmal so richtig aufgefahren und die Aussicht auf einen vierten Teil ist dann auch nochmal ein kleines Schmankerl als Dessert.

Fazit:
Kleine Mängel, große Gefühle. Von mir gibt es knappe 8 von 10 Punkte.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2015
Format: ebook
Printseiten: 296
ISBN: 978-1516949649

Dienstag, 8. September 2015

Rezension // P.C. und Kristin Cast - House of Night: Ungezähmt (4) von SINA

Zoey kommt nicht zur Ruhe. Nachdem Stevie Rae zu einer neuen Art Jungvampyr wurde und auch Aphrodite sich verändert hat, versucht Zoey alles unter einen Hut zu bringen. Denn auch Neferet ruft auf zum Krieg gegen die Menschen. Doch Zoey weiß, dass Neferet etwas ganz anderes im Sinn hat und bald weiß Zoey auch, was.

Der vierte Teil der House of Night-Reihe ist sehr rasant. Es vergehen nur wenige Tage in der Geschichte und das Autorinnenduo hat ganz vieles in diese kurze Zeit gepackt.

Und deswegen ging mir auch „vieles“ eben viel zu schnell. Ich hätte mir ein paar mehr Erklärungen gewünscht, die vielleicht auch zu mehr Verständnis für die Handlung geführt hätten.
Neue Figuren werden eingeführt. Hier z. B. der Jungvamypr Stark, an dem Zoey einen Narren gefressen hat.

Und auch dies ist wieder ein Punkt, der mich auch in den anderen Bänden schon gestört hat. Zoey und ihre Jungs-/Männergeschichten. Langsam benimmt sie sich wirklich wie ein „Flittchen“.

Sehr gefallen hat mir dagegen, dass Zoeys Grandma eine größere Rolle gespielt hat und hoffentlich auch weiter spielen wird.
Ebenso der neue Charakter Schwester Mary Angela, eine Nonne, die bei der gemeinnützigen Organisation Street Cats arbeitet.

Trotz einiger Kritikpunkte macht es Spaß, Zoey auf ihrem weiteren Weg zu folgen und – da der 4. Band ja auch wieder mit einem fiesen Cliffhanger endet – muss man auch wissen, wie es weitergeht.

Auch Zoeys Freunde – obwohl zeitweise nervig – sind wirklich das Wichtigste für sie, da sie ihr mehrmals aus der Patsche helfen. Ohne ihre Freunde wäre Zoey verloren. Und das weiß sie auch.

Aphrodite wird mir von Band zu Band sympathischer. War sie am Anfang noch die Oberzicke, ist sie zwar immer noch zickig, aber mit dem Hang dazu, anderen nunmehr zu helfen und nicht mehr nur an sich selbst zu denken.
Ihr Mundwerk ist einzigartig. Sie schenkt gut aus, kann aber auch sehr gut einstecken. Dies gefällt mir sehr gut an ihr, vor allem, da sie sich auch bewusst ist, dass sie frech, arrogant und zickig ist.
Doch immer öfter kommt ihr „weiches“ Herz zum Vorschein. Was man insbesondere an ihrer Ehrlichkeit gerade gegenüber Zoey bemerkt und auch an ihrem Verhalten gegenüber Zoeys Grandma.

Wie oben erwähnt, ging alles sehr schnell und man ist wieder am Ende des Buches. Band 5 liegt schon bereit. Ich denke, dass es hier ebenso rasant weitergehen wird.

Fazit:
Eine Reihe mit einigen Mängeln, aber auch Suchtcharakter. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Fischer
Format: ebook
Printseiten: 544
ISBN: 9783104009612

Freitag, 4. September 2015

Rezension // Anna Todd - After Love von SONJA

© Sonja Kochmann

Tessa entscheidet sich ihrem Traum nachzugehen und nimmt einen Praktikumsplatz in Seattle an. Nur was wird aus dem sturen Engländer Hardin, den sie doch so sehr liebt? Werden ihre Freunde sie vermissen? Sind es wirkliche Freunde?

Tessa und Hardin wollen ganz viel und schaffen es nicht. Die Träume und die Realität klaffen auseinander und owohl sich beide Mühe geben, scheint es unüberbrückbare Hürden zu geben. Denn Tessa hat Ziele und Wünsche für ihre Zukunft, die Hardin einengen. Tessa entwickelt sich durch ihr Studium und ihr Praktikum weiter und wird selbstbewusster. Kann Hardin da noch mithalten? 

Aufgrund dieser sprunghaften Beziehung und den teilweise sehr kindischen Dialogen (Thema Menstruationswitze) hatte ich mehr und mehr das Gefühl nicht mehr Zielgruppe der Autorin zu sein. Ich fand es albern. Der Alkoholkonsum - schrecklich. Hardin - ein Traummann? Meiner nicht.

Auch wenn die Autorin meisterlich Cliffhanger in die Handlung spinnt, kam ich mir am Ende von Band 3 vor, wie bei einer Seifenoper: Lesen Sie weiter, dann erfahren Sie alles! 4 von 10 Punkten.



Verlag: Heyne
erschienen: 2015
Seiten: 944
ISBN: 978-3453491182

Rezension // Anna Todd - After Truth von SONJA

© Sonja Kochmann

Tessa hat sich unter Tränen von Hardin getrennt. Sie fühlt sich gedemütigt und möchte ihr altes Leben zurück. Doch Hardin hat ihr Leben verändert und sie sehnt sich nach seinen Berührungen und seiner Liebe. Doch war diese echt?

Lange hab ich Band 2 herbei gesehnt, doch aufgrund der massiven Seitenzahl, durfte das Buch nicht mit in den Sommerurlaub, da kein Platz im Koffer war.

Nun fand ich endlich Zeit und war gespannt, wie es mit Tessa und Hardin weiter gehen würde. Denn es stehen ja noch 3 Bände (insgesamt 4) aus. 

Tessa muss Hardin eine Menge verzeihen und der erwachsene Leser dieser young adult Reihe fragt sich in diesem Band das ein oder andere Mal: Ist er das wirklich wert? Die Geschichte von Tessa und Hardin ist faszinierend, aber hat auch ihre Längen. 

Die Vergangenheit von Hardin wird in diesem Band durch das Auftauchen seiner Mutter Trish zum Thema. Seine Eltern und auch Tessa sind für die beiden schlechte Vorbilder und so wundert es den Leser auch irgendwann nicht mehr, das Streit mit Sex geklärt wird, anstatt darüber zu reden oder zur Flasche gegriffen wird.

Der Alkohol und die Handlung plätschern so dahin und man hat das Gefühl Tessa und Hardin kommen nicht weiter. Die Autorin schafft es aber dennoch im richtigen Moment Cliffhanger einzubauen, um den Leser an die Reihe zu binden. 6 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2015
Seiten: 768
ISBN: 978-3453491175


© Sonja Kochmann