Freitag, 30. Oktober 2015

Rezension // [Hörbuch] Andy Weir - Der Marsianer: Rettet Mark Watney von SINA

© Sina Frambach
Mark Watney und fünf weitere Astronauten befinden sich auf dem Mars, als ein gewaltiger Sturm losbricht. In der Annahme, dass Watney den Sturm nicht überlebt hat, brechen seine Kollegen ihre Mars-Mission ab und machen sich auf den langen Heimweg zurück zur Erde. Doch Mark ist nicht tot und ist nun alleine auf dem Mars. Ohne Aussicht auf Rettung... doch dann fasst er Mut und nimmt sich seinem Schicksal an. Eine umfassende Rettungsaktion beginnt.

Ich kann eigentlich nur ein Wort zu der Geschichte sagen: WOW! Gleich von Anfang an habe ich mit Mark Watney förmlich mitgefiebert, ob er einen Ausweg aus seiner Misere findet. Als Botaniker und Mechaniker hat Mark die besten Voraussetzungen, um auf dem Mars zu überleben. Denn er kann basteln und versuchen, anzupflanzen. Nur wie, das ist hier die Frage. Und nicht die einzige. Denn auf dem sehr kalten und unwirtlichen Planeten Mars kommen viele Fragen auf, wie man am besten überlebt. Diesen und noch vielen anderen Dingen stellt sich Mark.

© Sina Frambach
Die Geschichte ist in Logbucheinträgen von Mark auf dem Mars und Szenen der NASA auf der Erde gegliedert. Später kommen noch Szenen aus dem Raumschiff Hermes dazu. Marks Logbucheinträge sind manchmal zum Schießen. Er hat einen eigenwilligen Sarkasmus, der meinen Geschmack getroffen hat und der Hörbuchsprecher Richard Barenberg hat diese auch herrlich vorgetragen. Nur die Szenen auf der Erde oder auf der Hermes konnten mich vom Hören her nicht so sehr überzeugen, da er es nicht geschafft hat, jedem Charakter eine eigene Stimmlage zu verleihen. 

Mark Watney ist für mich so etwas wie der McGyver vom Mars. Er hat ständig neue Ideen, wie er vorhandene Dinge so umbauen kann, dass sie ihm nützlich sind. Dies ist natürlich sehr förderlich, da er sich so einige Annehmlichkeiten auf dem Mars damit einrichten kann. 

© Sina Frambach
Der Autor Andy Weir schmeisst mit ziemlich vielen Fachbegriffen um sich. Allerdings hat er auch die das große Talent, diese Dinge so zu erklären, dass man sie versteht. Nicht bis ins kleinste Detail, das wäre zuviel verlangt, denn dann könnte ich selbst eine Mission zum Mars starten, nein, er erklärt sie mit einfachen Worten, so dass man den Sinn dahinter versteht und weiß, um was es geht. 
Auch Zahlen gibt es viele. Sehr viele. Mathematische Formeln, Temperaturangaben, Maßeinheiten etc. Doch auch hier macht es uns der Autor leicht und erklärt alles.

Eigentlich denkt man, dass jeden Moment Aliens auftauchen und Mark irgendwie retten, aber so ist es nicht. Es gibt nur Mark, den Mars und den grausamen Kampf ums Überleben. 

© Sina Frambach
Ein derart spannendes Hörbuch habe ich schon lange nicht mehr gehört. Die Geschichte zieht einem in den Bann und lässt einem auch nach dem Hören nicht mehr los. 

Fazit:
Eine mitreißende Geschichte und der packende Kampf ums Überleben. Von mir gibt es aufgrund der teilweise nicht gelungenen Szenen auf der Erde 8 von 10 Punkten.

Verlag: RandomHouseAudio
erschienen: 2015
Format: 2 mp3-CDs
Länge: 10 Std. 5 Minuten (gekürzte Lesung)
ISBN: 978-3-8371-3155-0

Rezension // P.C. und Kristin Cast - House of Night: Versucht (6) von SINA

Der Rückkehr ins House of Night steht nichts mehr entgegen und so machen sich Zoey und ihre Freunde auf den Weg. Dort erwartet sie jedoch das Chaos. Hörige Vampyre, die immer noch glauben, dass Kalona der wiedergeborene Erebos ist, tote Vampyre und Vampyre, die trauern. Keiner sieht die Gefahr, die von Kalona und Neferet ausgeht. Die Rettung wäre der Vampyrrat in Venedig. Dort könnte Zoey vorsprechen und Kalonas wahre Absichten offenlegen. Doch hat sie wieder Träume von ihm, in denen er seine Vergangenheit mit ihr teilt. Nun ist Zoey sich nicht mehr sicher, ob Kalona wirklich so böse ist, wie alle glauben… bis es zur Katastrophe kommt.

Was am Anfang noch vor sich hinplätschert, steigert sich bis zum Ende zu einem Schockmoment, der mich schwer schlucken ließ. Und wieder eine Überraschung seitens der Autorinnen, die mit einem gekonnten Wechsel und einem steigenden Unterhaltungsniveau sehr wohl einen Suchtfaktor auslösen.

Diesmal kommen neben Zoey und Stevie Rae auch der Rabenspötter Rephaim sowie der Rote Vampyr Stark und Zoeys Highschool-Freund Heath zu Wort. In gekonnten Szenenwechseln bekommt man von jedem einen Einblick in seine Sicht gewährt.
Zwischen Rephaim in Stevie Rae scheint sich eine Art Freundschaft aufzubauen. Ob diese jedoch gut für alle ist, bleibt abzuwarten. In dieser Hinsicht bin ich schon sehr gespannt, wie sich dies entwickelt.

Der mir sympathischste Charakter im Buch war mal wieder Aphrodite, auch wenn sie keinen allzu große Rolle spielt. Wie immer nimmt sie kein Blatt vor den Mund, was dazu führt, dass ehrliche Aussprachen innerhalb der Clique vorgenommen werden. Dies führt allerdings auch zu einem Bruch zwischen zwei Personen, was ich persönlich jedoch gar nicht so schlimm finde, denn es „ent“kompliziert einiges.
So können sich die entsprechenden Personen auf wichtigere Dinge konzentrieren, zumindest eine davon.

Sehr schade finde ich, dass Damon, Shaunee und Erin immer mehr in den Hintergrund rücken. Sie tauchen mehrmals nur als Randfiguren auf, geben ihre Kommentare ab und versinken dann wieder im Schatten, während andere Personen mehr in den Vordergrund rücken und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Im Gegensatz zu den anderen Büchern kam es mir vor, als wäre der Schreibstil nicht mehr so locker, sondern zieht etwas an. Vielleicht liegt es auch daran, dass viele nunmehr nicht mehr wie Teenager, sondern wie Erwachsene handeln und entscheiden müssen, allen voran Zoey.

Das von mir bereits angesprochene Ende lässt einem mit offenem Mund zurück. Die Lösung der Autorinnen hat mich noch nicht ganz überzeugt, wird aber sicherlich nötig für die nächsten Bände sein. Ich lasse mich überraschen.

Nun habe ich die Hälfte der Reihe gelesen, freue mich auf weitere Abenteuer mit Zoey und ihren Freunden und frage mich wirklich, wo alles hinführt und vor allem, ob alles auch gut ausgeht. Da hilft nur eins: Weiterlesen.

Fazit:
Eine Steigerung zu den Vorbänden. Deswegen gibt es 9 von 10 Punkten.

Verlag: Fischer
erschienen: 2009
Printseiten: 608
Format: ebook
ISBN:
978-3-8414-2006-0

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Rezension // Mila Roth - Spionin wider Willen: Scharade mal drei (9) von SINA


Markus Neumann bekommt einen neuen Fall zugetragen. Eine Kollegin steckt in Schwierigkeiten und er soll ihr helfen. Treffpunkt ist ein Landhotel, in welchem ein Ehevorbereitungsseminar läuft. Es ist also klar, dass er Janna Berg darum bitten muss, mit ihm zusammen als glückliche Verlobte dort einzuchecken und an dem Seminar teilzunehmen und gleichzeitig mit der Spionin Kontakt aufzunehmen.

Als Markus zu Anfang den neuen Auftrag erhält, war ja fast klar, dass er zusammen mit Janna nun sein bereits neuntes Abenteuer antritt. Was einem dann jedoch in diesem Landhotel erwartet, erwartet man eigentlich nicht.

So losgelöst habe ich Markus noch nie erlebt. Er kann über sich sprechen, er nimmt Rücksicht auf Janna und macht sich Gedanken. Viele Gedanken. Und Janna ebenfalls. Über ihre Vergangenheit und wie sie in Zukunft in Zukunft gestalten muss.

Ich finde, dass diese Folge so einiges ins rechte Licht rückt. Die Beziehung zwischen Janna und Markus, die ja gar nicht besteht, wird fester. Sie werden tatsächlich Freunde und was mich am meisten gefreut hat: Markus akzeptiert Janna.

Felicitas, Jannas Schwester bekommt einen kurzen Auftritt. Sie ist ein Energiebündel. Ich würde mir wünschen, mal mehr von ihr zu lesen.

Eine sehr intensive Szene während eines Seminarkurses hat mich sehr zum Schmunzeln gebracht. Danach war ich mir jedoch nicht mehr sicher, ob es wirklich so gut ist, dass Janna und Markus irgendwann ein Paar werden. Sie „nur“ als Freunde zu sehen, ist eigentlich gar nicht so verkehrt. Oder vielleicht doch nicht?
Es ist sehr verwirrend. Dieses Verwirrspiel beherrscht die Autorin sehr gut und bringt immer wieder Argumente für das Pro und das Contra.

Ich fand den Band sehr emotional. Dies liegt auch daran, dass sich Janna und Markus verändern. Gerade Janna finde ich in diesem Band mutiger und überlegter. Sie war noch nie ängstlich, aber bei einer Szene packte sie beherzt mit an. Dies hätte sie in den ersten Bänden garantiert nicht gemacht.

Für mich persönlich ist dieser Band der bis jetzt Beste der Reihe.

Fazit:
Eine emotionale Achterbahnfahrt. 10 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2015
Printseiten: 196
Format: ebook
ISBN: 978-3-95690-917-7

Rezension // P.C. und Kristin Cast - Eine House of Night Story: Neferets Fluch (3) von SINA

Die 16jährige Emily Wheiler bekommt mit, wie ihre Mutter bei der Geburt ihres Geschwisterchens verstirbt. Ab diesem Zeitpunkt ist im Hause Wheiler nichts mehr, wie es war. Emily's Vater behandelt sie wie eine Erwachsene und erwartet von ihr absoluten Gehorsam. Sie fühlt sich eingeengt und von den Blicken ihres Vaters verfolgt. Immer mehr wird sie von ihm bedrängt, immer mehr in eine Rolle gedrängt, die sie gar nicht spielen will. Emily fürchtet um ihr Leben, um ihre Zukunft. Doch so sehr sie auch versucht, sich unauffällig zu verhalten, führt dies einer Katastrophe – bis sie gezeichnet wird und auf Rache aus ist.

Die House of Night-Reihe besticht durch eine Leichtigkeit. Dies heißt für mich, dass sie eine Reihe ist, die man einfach so weglesen kann. Und auch wenn es einige Dinge gibt, die störend sind, hat sie doch etwas, was einfach nur gut ist.

Die Novellen allerdings, die sich mit den Vergangenheiten der Lehrer beschäftigen, waren etwas ganz anderes.
Ist die Reihe, die sich um Zoey und ihre Freunde dreht, auffällig dadurch, dass ein lockerer Umgangston herrscht, auch mal geflucht wird und sich doch vieles um Zoey und ihre Liebschaften dreht, so ist „Neferets Fluch“ vom Sprachlichen her etwas total anderes.

Wir befinden uns etliche Jahrzehnte vor dem Handlungsspielraum „Zoey“ und verfolgen die Geschichte von Emily Wheiler alias Neferet. Emily schreibt eine Art Tagebuch, in welchem sie ihre Gefühle und Ängste zum Ausdruck bringt. Was zu Anfang mit dem Tod ihrer Mutter startet, führt in weiteren Eintragungen zu einer unvorstellbaren Katastrophe, an welcher ihr Vater die Schuld trägt. Was genau passiert, werden die Leser der House of Night-Reihe wissen, da dies im ersten Band erwähnt wird. Im vorliegenden Buch wird die Geschichte von Anfang an erzählt und man bekommt so einen besseren Einblick darin, warum Emily/Neferet so ist, wie sie ist.

Ich muss nochmal auf den Schreibstil zurückkommen. War ich erst nicht so angetan von dem doch sehr lockeren Ton in der Story um Zoey, so legen die Autorinnen hier mal vor, was genau sie denn bewerkstelligen können. Und sie können es. Denn ich war fasziniert von der Erzählweise und dem kontinuierlichen Aufbau der Spannung bis zur Entladung am Ende des Buches.
Da ich wusste, worauf es letztendlich hinausläuft, dachte ich eigentlich, ich bin gefasst darauf, aber es kam doch anders. Ich musste schwer schlucken und hatte dann doch großes Mitleid mit Emily/Neferet. Doch dann führte ich mir wieder vor Augen, wie sie Jahrzehnte später denn so drauf ist und das Mitleid schwand.

Trotz meiner Abneigung Neferet gegenüber, fand ich es sehr interessant, zu erfahren, warum sie zu dem geworden ist, was sie vorgibt zu sein.

Fazit:
Diese Novelle ist eine tolle Ergänzung zu der eigentlichen House of Night-Reihe. Von mir gibt es dafür die volle Punktzahl.

Verlag: Fischer
Printseiten: 272
Format: ebook
ISBN: 978-3-10-402384-7 

Bibliografie P.C. und Kristin Cast

Montag, 26. Oktober 2015

Rezension // Emily St. John Mandel - Das Licht der letzten Tage von SINA

Eine Grippe-Epidemie wütet auf der ganzen Welt. Wer sich infiziert, stirbt innerhalb von 48 Stunden. 20 Jahre später kämpfen die wenigen Überlebenden darum, zu einem normalen Leben zurückzukehren.
Kirsten, die zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Krankheit, 8 Jahre alt war, zieht nun mit der Symphonie durchs Land, um mit ihren Shakespeare-Theater-Aufführungen wenigstens etwas Licht in die dunkle Zeit zurückzubringen. Doch gibt es auch Menschen, die sich das Elend der anderen zu Nutzen machen und mit prophetischem Gehabe ihre Jünger um sich scharren. Dies muss auch Kirsten am eigenen Leib erfahren.

Es gibt Bücher, da weiß man ab der ersten Seite schon, dass man sie besser nicht angerührt hätte. Und es gibt Bücher, da weiß man ab der ersten Seite, dass man sie lieben wird. Dann gibt es wiederum Bücher, bei denen man nicht weiß, was man von ihnen halten soll.

In welche Kategorie fällt nun „Das Licht der letzten Tage“? Dies ist schwer zu sagen. Vorab: Ich bin froh, es angerührt zu haben. Aber ob ich es mag?

Es fängt alles mit Arthur Leander an, der bei einem Auftritt auf der Bühne einen Herzinfarkt erleidet und verstirbt. Kurz danach bricht in der Stadt die Grippe-Epidemie aus und alles verändert sich.

Die Geschichte springt immer wieder in der Zeit. Mal befinden wir uns 20 Jahre nach dem Ausbruch der Grippe, mal ein paar Wochen davor oder danach. Dabei wird aus der Sicht vieler verschiedener Protagonisten erzählt. Hauptsächlich wird aus Kirstens Sicht erzählt, die mit „Der Symhonie“, einer Art Theater-Musik-Reise-Gruppe durchs Land tingelt, um mit ihren Aufführungen etwas Normalität in die düstere Zukunft zu bringen.

Was genau passiert, kann ich logischerweise nicht erzählen, doch ist es ein Verwirrspiel, welches erst am Ende einen Sinn ergibt.
Dies wird alles durch den leichten Schreibstil der Autorin unterstrichen. Teilweise sind es sanfte Töne, die durch die Geschichte führen. Auch gibt es einen roten Faden bzw. ein Licht, das sich von Anfang bis Ende durch das Buch zieht.

Vieles hat mich verwirrt, vieles hat Fragen aufgeworfen. Aber vieles hat mich auch fasziniert und in seinen Bann gezogen.

Und doch hatte ich am Ende des Buches das Gefühl, dass etwas fehlte. Was, kann ich noch nicht mal sagen. Ich blieb unbefriedigt zurück, obwohl alles geklärt war, ich fragte mich, wie es denn nun weitergeht, auch wenn eigentlich alles erzählt wurde. Es gibt nicht viele Bücher, bei denen ich mir mehr Seiten wünsche, aber „Das Licht der letzten Tage“ gehört nun auf alle Fälle dazu.

Definitiv handelt es sich hier um eine Dystopie, doch unterscheidet sie sich von anderen Dystopien fast gänzlich.
Auch gibt es einige Perspektivwechsel. Viele Protagonisten werden umrissen und ihre Geschichte erzählt.

Fazit:
Ein verwirrendes Buch, dass einem einerseits in den Bann zieht, andererseits jedoch viel Verwirrung zurücklässt. Deswegen gibt es von mir 8 von 10 Punkten.

Verlag: Piper
erschienen: 2015
Printseiten: 416
Format: ebook
ISBN: 978-3-492-97147-8


Donnerstag, 22. Oktober 2015

Rezension // Claudia Pietschmann - HAMBURG RAIN 2084: V2 (01) von SINA

Ruiz ist ein Juggernaut, gesteuert durch einen Chip in seinem Kopf kämpft er in der Arena. Bis er eines Tages jemanden umbringt und fliehen muss. Zusammen mit seiner Freundin Helena muss er sich verstecken. Helena möchte um jeden Preis ein ruhiges Leben mit Ruiz führen und begibt sich dafür in die Hände von Dr. Golding, einem Schönheitschirurgen. Sein Spezialgebiet: die ewige Jugend. Helena verkauft ihm Telomere, die er anderen Frauen einsetzt. Der Nachteil: Helena verliert zehn Jahre ihres Lebens. Doch die Aussicht auf eine gemeinsame Zukunft mir Ruiz ist ihr das wert. Doch schon bald merken alle Beteiligten, dass sie mit dem Feuer spielen.

Gleich vorweg: Die Autorin hat einen unheimlich fesselnden Schreibstil. Und wären diese Verpflichtungen wie Arbeiten, Haushalt und Schlafen nicht, hätte ich die 200 Seiten geradezu inhalieren können. Nein, im Ernst. Ich war richtig gefesselt von der Geschichte, auch gerade wegen dem Hintergrund.

Wieder wird die Kluft zwischen Arm und Reich mehr als deutlich. Auf der einen Seite stehen Helena und Ruiz, die sich durchs Leben schlagen und versuchen, mit allen Mitteln glücklich sein zu dürfen. Auf der anderen Seite Clara Golding und ihr Ehemann, der Schönheitschirurg, die sich mit Geld so ziemlich alles kaufen können. Auch die ewige Jugend. Und von wem holen sie sich dies? Von denen, die keinen Ausweg mehr sehen.

Hinter der Idee der eSerie rund um das Hamburg in Jahre 2084 steckt Rainer Wekwerth zusammen mit sechs weiteren Autoren. Die Umsetzung ist schlichtweg genial. Unabhänig voneinander können die sechs Teile der ersten Staffel gelesen werden, ergeben letztendlich jedoch ein Gesamtbild. Ich bin sehr gespannt, was mich nach Abschluss der ersten Staffel erwartet. V2 wird in der Reihe als erster Band aufgeführt.

Der Schreibstil der Autorin ist packend und hat gerade bei mir ein Kopfkino in Gang gesetzt. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen. Vor allem die drückende Stimmung, die in den unteren Ebenen herrscht. Viele haben keine Zukunft, viele halten sich mit Gaunereien über Wasser. Andere steigen in der Hierarchie und werden zu Anführern von Gruppen, die miteinander rivalisieren.

Mir hat sehr gut gefallen, dass zwar die Liebe zwischen Ruiz und Helena zeitweise herausgearbeitet wird, aber trotzdem nicht in den Mittelpunkt stellt. Dies wäre auch völlig fehl am Platz. Doch schafft die Autorin ein gutes Gleichgewicht zu halten zwischen dem Anflug einer Liebesgeschichte und der eigentlichen Hauptstory.

Ich bin immer noch begeistert von der Idee, die hinter allem steckt. Das komplexe System, dass in Hamburg herrscht, ist sehr gut durchdacht und bietet aufgrund dessen jede Menge Spielraum, der in den ersten beiden Bänden (V2 und Sundown) schon interessant gestaltet wird.

Bis jetzt habe ich Bände gelesen, die in den unteren Ebenen spielen. Mich würde es jetzt mal interessieren, wie es den weiter oben so abläuft, obgleich ich mir denken kann, dass die wahren Helden dann doch mehr im Hintergrund bzw. im Untergrund agieren.

Fazit:
Arm gegen Reich, Gut gegen Böse. 10 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2015
Format: ebook
Printseiten: 200
ISBN: 978-3-426-43747-6

Montag, 19. Oktober 2015

Special // Alle guten Dinge sind 3 oder 3 Tage auf der Buchmesse #fbm15 von SONJA

Oh, womit fange ich nur an. Es gab soviel zu sehen und zu erleben.

Großer Dank geht vor allem an die Deutsche Bahn, denn ein stressfreies Anreisen scheint nicht möglich zu sein. Zugstreichungen und Verspätungen inklusive.

Nach meiner verspäteten Ankunft Donnerstag Mittag machte ich mich auf zum Bastei Lübbe Stand, um Kathryn Taylor zu treffen. Es ergab sich ein wundervoller Plausch über die Colors of Love und die Daringham Reihe. Hierzu wird es in den nächsten Wochen noch ein ausführliches Interview geben. Vielleicht verkürzt dies ja die Wartezeit auf den Abschlussband der Daringham Hall Reihe ein klein wenig.

Kathryn Taylor - © Sonja Kochmann

Unsere Plauschrunde wurde immer größer und gemütlicher Kerstin Gier und Eva Völler kamen hinzu und es wurde gepostet (bei Instagram und facebook) was das Zeug hielt. 

Eva Völler, Kathryn Taylor und Kerstin Gier - © Sonja Kochmann

Eigentlich hätte ich hier den Rest der Messe sitzen können, aber ich wollte ja noch soviel sehen.....Obwohl sich mein Vorablesen Gewinn "Das dunkle Herz der Welt" von Liliana Le Hingrat noch auf sich warten lässt, konnte ich mich mit der Autorin am Verlagsstand treffen und erfuhr einiges über Autorin und Buch. Ich bin gespannt, wann ich es endlich lesen darf, denn ich durfte es schon ganz kurz in den Händen halten.

Liliana Le Hingrat - © Sonja Kochmann

Ach ja Sebastian Fitzek...ähm Max Rhode hab ich auch getroffen:

Max Rhode bzw. Sebastian Fitzek - © Sonja Kochmann

Der Freitag begann mit einem gemütlichen Kaffee mit Angelika Schwarzhuber, die mit ihrer lockeren freundlichen Art den Freitag einfach wundervoll beginnen lies.

Angelika Schwarzhuber - © Sonja Kochmann

Das Bloggertreffen bei Randomhouse war wie immer ein Messe MUSS und es war ordentlich voll. Teilweise übersah man die Autoren im Gedränge aber Gesa Schwartz, Julia Engelmann, Lilli Beck, Titus Müller und Kate Morton habe ich gefunden. Auch einige Bloggerurgesteine. Es ist ja irgendwie wie ein großes Klassentreffen.

Lilli Beck - © Sonja Kochmann
Gesa Schwartz - © Sonja Kochmann
Julia Engelmann - © Sonja Kochmann
Kate Morton - © Sonja Kochmann

Eine separaten Bericht wird es zum Meet and Greet mit Rebecca Gablé noch geben. Denn ein paar Zeilen würden diesem Treffen nicht gerecht. Die Organisatoren sorgten für ein umfangreiches Treffen mit 10 eifrigen Lesern, die nach anfänglicher Scheu der Autorin eine Menge Fragen gestellt haben. 


Rebecca Gablé - © Sonja Kochmann

Der Samstag war voll, zu voll. Vermutlich war das Besucherplus von 2% einfach an diesem einem Tag da. Die Gänge waren dicht und das Geschiebe beinah unerträglich. Dennoch habe ich mich zum vorablesen mit Corinna Bomann und zum Knaur Bloggertreffen durchgekämpft, wo mit den zwei Energiebündeln Anne Freytag und Adriana Popescu dieses intellektuelle Brillentrio und das trendy Achterbahnfoto aufgenommen wurde.

Anne Freytag und Adriana Popescu - © Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann

Von da ab ging der Messetag auch bergab, denn der Massenandrang beim lovelybooks Treffen hat mir den Spaß am Messetag verdorben und ich bin früher als geplant nach Hause.

Dennoch war es eine wundervolle Messe mit vielen neuen und alten Gesichtern und einem schweren Koffer auf der Heimreise.


Nicht vergessen: Nach der Messe ist vor der Messe!



© Sonja Kochmann

Special // #blogntalk auf der #fbm15 von SONJA



Ein MUSS auf jeder Messe ist das Bloggertreffen von Randomhouse. Diesmal auf der ‪#‎fbm15‬ – mit einer Besonderheit!


Aufgabe: lokalisiere den oder die vorgegebene/n Autor/in im Gewusel, kämpfe Dich durch und führe ein Kurzinterview. Ich hatte Glück. Denn ich wusste aufgrund der Medienpräsenz wie Gesa Schwartz aussieht und dass sie vermutlich nicht in knallbunten Farben in der Menge sein würde….siehe Bild

1) Gibt es bei Ihnen bestimmte Schreibzeiten?
Nein. Obwohl Sie ein Nachtmensch sei, setzt die Autorin sich zum Schreiben hin, wenn sie Zeit hat und dass kann auch sehr lange am Stück sein.


2) Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Stift und Papier zum Schreiben und einen noch unbekannten Drachen, der aber so toll sein muss wie „Ohnezahn“. (Da wäre mein Sohn bestimmt auch gern dabei.)

Vielen Dank an alle Organisatoren für ‪#‎blogntalk‬.


Gesa Schwartz - © Sonja Kochmann
Ohnezahn - © Sonja Kochmann

Sonntag, 18. Oktober 2015

Rezension // Petra Schier - Kreuz-Trilogie: Die Bastardtochter (Band 03) von SINA

© Sina Frambach
Enneleyn ist zwar unehelich geboren, führt jedoch im Haushalt ihres Vaters Johann von Manten und dessen Frau Elisabeth ein wunderbares Leben. Nur eins fehlt ihr noch zum Glück: ein Ehemann. Als der smarte Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält, denkt Enneleyn nicht lange nach und freut sich auf eine schöne Zukunft. Kurz darauf merkt sie jedoch, dass die Ehe mit Guntram nicht das ist, was sie sich erhofft hat, fügt sich aber ihrem Schicksal. Bis sie langsam hinter den Plan kommt, den Guntram verfolgt.

Petra Schier konnte mich ja schon mit den ersten beiden Teilen überzeugen, doch mit dem dritten Band der Kreuz-Trilogie legt sie sogar noch eins drauf. Nicht nur die Spannung und interessante Geschichte fesselte mich förmlich an das Buch, nein auch die Schicksalsschläge, die die Protagonisten erwarten, steigern sich nochmal.
Wenn ich Petra nicht ein bisschen persönlich kennen würde, würde ich sagen, dass sich hinter dem Autorennamen eine taffe, harte Frau verbirgt, die mit „Der Hexenschöffe“ schon Grausamkeiten in eine packende Geschichte verpackt hat. 

© Sina Frambach
Enneleyn ist die Hauptperson, die jedoch wahrscheinlich lieber eine Randrolle spielen würde. Sie begibt sich in eine Ehe, von der sie sich viel mehr verspricht, als letztendlich gehalten wird. Ihr Ehemann Guntram von Eggern entpuppt sich als ein grausamer Mensch, doch Enneleyn nimmt sich die strenge Erziehung seitens ihres Vaters Johann und ihrer Stiefmutter Elisabeth zu Herzen und fügt sich dem, was sie erwartet. Und das ist wirklich hart. Dass es wahrscheinlich vielen Frauen zu dieser Zeit so ging, ist kein Geheimnis, doch ist es erschütternd, wie sich die Männer gegenüber ihren Ehefrauen verhielten und welche Rechte sie sich herausnahmen.

Gerade diese Situationen, in denen es um die Brutalität und die Herabwürdigung gegenüber Frauen geht, werden von der Autorin sehr eindringlich beschrieben. Man fühlt sich in die Szene hineinversetzt. Dies liegt an dem wunderbaren, wie auch fesselnden und bildlichen Schreibstil der Autorin.


© Sina Frambach
Viele bekannte Gesichter tauchen in dem letzten Teil der Kreuz-Trilogie auf, doch auch neue Charaktere erweitern den Freundeskreis und tragen erheblich zur Geschichte bei. So ergibt sich ein vollkommen neuer Nebenstrang durch Wulfhard de Berge, der ein Geheimnis mit sich trägt, am Ende jedoch seinen Abschluss findet.

Mit „Die Bastardtochter“ ist die Trilogie abgeschlossen. Die Autorin lässt sich am Ende jedoch eine klitzekleine Hintertür offen, vielleicht noch weitere Geschichten über die Familen von Manten, Wied und Bongert schreiben zu können (was ich dann auch insgeheim hoffe).

Es ist selten, dass ich eine komplette Trilogie durchgehend sehr gut bewerte. Doch die Kreuz-Trilogie hat es geschafft, für mich durchweg einfach packend und fesselnd zu sein.

© Sina Frambach
Nun fehlt mir nur noch die Aachen-Trilogie der Autorin, dann habe ich vorerst alle Bücher von ihr gelesen. Aber ich denke, dass noch viele weitere Bücher von Petra Schier folgen werden.

Fazit:
Wieder faszinierend, wieder packend, wieder Petra Schier. Wieder 10 Punkte.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2015
Format: Taschenbuch
Printseiten: 544
ISBN: 978-3-499-26801-4


Rezension // Heike Wahrheit - HAMBURG RAIN 2084: Sundown (02) von SINA

Daira wohnt 42 Ebenen unter dem Meeresspiegel. Das Leben dort unten ist hart, aber sie hat einen Weg gefunden, sich über Wasser zu halten. Mit ihren Dazzles wird man für kurze Zeit unsichtbar und ermöglichen damit viele Möglichkeiten.
Eines Tages kommt ihr Ex-Freund Milan auf sie zu. Er arbeitet für das Syndikat und hat einen großen Auftrag für sie. Er benötigt etliche Dazzles für einen großen Coup. Daira wittert ihre große Chance, doch dann kommt es zu Komplikationen. Milan verschwindet spurlos und das Syndikat stellt Daira vor ein Ultimatum. Dabei kommt sie einer Verschwörung auf die Spur, die ganz Hamburg bedroht.

Schon das Prequel „Der schwarze Regen“ hat mich in seinen Bann gezogen. Denn die Idee, die Zukunft dermaßen düster zu gestalten, fand ich sehr faszinierend.
Durch das Schmelzen der Polkappen, versinkt Hamburg im Wasser. In der Not verschmolz Hamburg zu einem gigantischen Gebäude, dass sich nun im Jahr 2084 auch bis tief unter die Erde erstreckt.

Und hier, in der 42. Ebene unter dem Meeresspiegel, spielt auch der größte Teil der Geschichte. Daira ist dabei die Hauptperson, die sich mit ihrem technischen Verständnis und einem sehr klugen und wachen Verstand ein ertragreiches Geschäft aufgebaut hat. Allerdings bleibt sich auch sehr unnahbar, da sie mit ihrem taffen Verhalten dann doch eine Art Mauer um sich herum aufbaut, die nicht durchdringbar ist.

Und dann kommt auch schon gleich mein Kritikpunkt. Die technischen Begriffe. Es gibt viele davon, sehr viele. Sätze musste ich teilweise nochmals lesen, weil ich am Ende nicht verstanden habe, worum es eigentlich geht. Dies hat den Lesefluss dann doch gestört. Gegen Mitte des Buches war mir dies dann jedoch egal. Wenn ich etwas nicht richtig verstanden habe, habe ich quasi darüber „hinweg gelesen“ und mir nicht weiter Gedanken gemacht.

Trotzdem zog sich die Spannung durch das Buch, wie ein roter Faden und es kam keine Langeweile auf. Technisch versierte werden ihre helle Freude an diesem Buch haben und wenn man als Laie über diesen Umstand hinwegliest, kommt man auch voll auf seine Kosten.

Hamburg im Jahre 2084 ist schon eine faszinierende Welt, doch möchte ich garantiert nicht in ihr leben. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist noch breiter, wie heute. Und dies wird von vielen geradezu ausgenutzt. Dies zeigt sich auch insbesondere im ersten Band der Serie „V2“.

Rainer Wekwerth hatte eine interessante Idee und die Autoren, die mit ihm zusammenarbeiten, haben diese auch genial umgesetzt.

Die erste Staffel besteht aus sechs Bänden und einem Prequel von Rainer Wekwerth (Der schwarze Regen). Sie sind jedoch unabhängig voneinander lesbar und bauen nicht aufeinander auf. Am Ende ergibt sich dann jedoch ein Gesamtbild vom Leben im Jahre 2084 in Hamburg.

Der Schreibstil der Autorin Heike Wahrheit war jetzt zwar nicht so mein Ding, dies ändert jedoch nichts an der spannenden Geschichte.

Fazit:
Dauerregen und ein spannendes Buch. Eine perfekte Kombination. Aufgrund der technischen Begriffe gibt es jedoch kleine Abzüge, deswegen "nur" 8 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2015
Printseiten: 208
Format: ebook
ISBN: 978-3-426-43748-3

Sonntag, 11. Oktober 2015

Special // Ladies Crime Night 2015 von SONJA


© Sonja Kochmann


Die Mörderischen Schwestern schlagen wieder zu: In rasant vorbei ziehenden 7 Minuten wurde von den Autorinnen

© Sonja Kochmann


Cornelia Kuhnert, Kathrin Lange, Natascha Manski, Judith Merchant, Annette Petersen und Elke Pistor 

© Sonja Kochmann


Mörderisches vorgelesen. Beendet wurde dies (meist im spannendsten Moment) durch einen lauten Schlussknall von Christiane Dieckerhoff.

Was Handschellen, Nagelfeilen, Pasta, Head Sets, Papierschnipsel und Mikrofone damit zu tun haben, kann man Euch leider nicht verraten, denn sonst wird es wieder mörderisch.....

© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann


Eine interessante Veranstaltung bei der ich bekannte Autorinnen wieder getroffen habe und für mich bislang unbekannte Autorinnen im Geiste für die Weihnachtseinkäufe notiert habe.

© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann

Ich freue mich schon auf das nächste Jahr.