Dienstag, 24. November 2015

Lesung // Jilliane Hoffmann - Samariter von SONJA


Jilliane Hoffman, Gisa Zach und Ulrike Sárkány bildeten für dieses Lesung das Gespann. Bereits in den ersten Minuten fiel die Autorin durch ihren sympathischen Redeschwall auf, den Ulrike Sárkány kaum managen konnte.


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann


Die Anekdoten und Einschübe sprudelten regelrecht aus Jilliane Hoffman heraus, so dass ich an dieser Stelle froh war, auf ein angestaubtes Schulenglisch zurück greifen zu können. Denn es wurde leider nicht alles übersetzt und auch nur grob zusammengefasst, was ich bei anderen Lesungen viel viel besser erlebt habe. Enttäuschend fand ich auch, dass das Buch zwischen den gelesenen Passagen durch Anmerkungen von Ulrike Sárkány derart gespoilert wurde, dass ich mich entschlossen habe, dieses Buch erst einmal nicht zu lesen. (Wenn etwas Gras über meine Erinnerungen gewachsen ist, werde ich es vielleicht versuchen.)

Nun denn. Ich möchte von einigen spoilerfreien und interessanten Anekdoten an dieser Stelle berichten: 


© Sonja Kochmann
Die Autorin ist selbst ein großer Fan der Serie The Walking Dead und hat den geschilderten Landstrich mehrfach bereist, da sie dort in der Nähe lebt.

Aufgrund des wegfallenden Tourismus der letzten Jahrzehnte fand die Autorin in einem, von Zuckerrohrfeldern umgebenen, verlassenen Krankenhaus den idealen Platz, um Angst zu schüren. Eine Flucht durch diese scharfblättrigen Pflanzen ist die ideale Umgebung für einen Thriller!

Das Wetter spielt nicht nur im Roman eine Rolle, denn auch der Bruder der Autorin verlor einst während eines Sturms sein Haus. Auch das junge Ehepaar Hoffmann musste sich während eines gefährlichen Sturms zwischen TV-Gerät und Kristallgläsern entscheiden. (Da der Mann getragen hat, dürft ihr raten, was gerettet wurde.)

Sie selbst liest bereits seit sie 7 Jahre (!) alt ist Berichte über wahre Verbrechen in der Zeitung und sagt von sich selbst, dass sie nichts mehr schocken kann.


© Sonja Kochmann


Die Rechte für das Buch "Cupido" sind bereits verkauft worden, doch leider gibt es noch nichts konkretes über die Verfilmung.

Die Autorin hat übrigens keinen festen Platz zum Schreiben, dank Laptop schreibt sie zu Hause, im Cafe, im Zug, im Flugzeug....entscheidend ist die "deadline". Dann dürfte bei dieser Disziplin ja für ausreichend Nachschub gesorgt sein. Die Fortsetzung vom "Mädchenfänger" erscheint übrigens Anfang 2016 auf Englisch.



© Sonja Kochmann

Sonntag, 15. November 2015

Lesung // Ursula Poznanski und Arno Strobel - Fremd von SONJA


Ursula Poznanski zählt mit zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Daher stand für mich fest: Ich muss zu ihrer gemeinsamen Lesung mit Arno Strobel!

Nachdem beide Autoren durch Inbetriebnahme eigener Headsets die armen Buchhändler in ein Technikchaos mit Rückkopplung gestürzt hatten, begann Ursula Poznanski fix die Moderation des Abends, denn Arno müsse schließlich erst noch warm werden mit den Hannoveranern.


© Sonja Kochmann


So erfuhren wir, dass das gemeinsame Buchprojekt auf der Leipziger Buchmesse bei viel Wein entstanden ist. Eigentlich war es eine Art Austausch: Wie schreibt der andere? Und so wurde eine Geschichte "gesponnen" bei der die Handlung durch die Perspektiven von zwei verschiedenen Erzählern hinzu gewinnt.

An dieser Stelle wurde Arno Strobel gefragt, ob er denn nun schon was sagen könne und er konnte. Schließlich sei er damals in Leipzig abgefüllt worden, um den Vertrag zu unterzeichnen!

Es kam der Vorschlag: Wir lesen ihnen das ganze Buch vor, sind gegen 3: 30 Uhr fertig, beantworten Fragen bis 4:05 Uhr und fangen dann an zu signieren.

Hmm, das wäre auch mal eine ganz besondere Lesung gewesen, aber es kam dann doch anders.


© Sonja Kochmann


Das Buch entstand im Ping-Pong-Prinzip. Einer schrieb das Kapitel, das meist mit einem Cliffhanger endete und der andere musste dann durch sein Kapitel "antworten".

Kleines Bespiel: "Dann klingelte es an der Tür......" "Ursula? Wer ist denn an der Tür?" "Keine Ahnung, Arno. Es ist dein Kapitel!"

So wurden die Kapitel per Email von Trier nach Wien und von Wien nach Trier geschickt. Ab und an gab es auch persönliche Treffen; doch am meisten glühte der elektronische Emailverkehr.

Da der Spannungsbogen des Buches nur zuließ, dass die ersten beiden Kapitel vorgelesen wurden, erhielten wir eine ganz besondere Lesung. Wir bekamen nämlich Auszüge des Emailverkehrs zu hören, der beim Enstehen des Buches für ordentliche Schmunzler und bei der Lesung für ordentliche Lacher sorgten.


© Sonja Kochmann


Denn Abgabefristen sorgten dafür, dass man sich in die Haare bekam (Arno Strobel "Schauen sie sich doch die Haare an!"). So verfeinerte der Autor seine Emails mit Ausreden, warum das Kapitel noch nicht fertig war mit wunderbaren Anekdoten über Computerviren, versehentlich in der Bücherei abgegebenen Manuskriptseiten und und und. Es war einfach lustig zu zu hören, so dass ich am Ende einfach fragen musste, ob beide nicht einmal ein lustiges Buch schreiben wollten. Doch dies machen wohl die Agenten bzw. die Verlage nicht mit. Schade.

Es wird jedoch eine Fortsetzung der Zusammenarbeit, aber keine Fortsetzung dieses Buches geben. Das Buch erscheint voraussichtlich im Oktober 2016!

Die Kritik am anderen und die Kapitelwechsel haben im übrigen fast das Lektorat ersetzt. Auch wenn Ursula Poznanski das Los des "Angstkapitels Nr. 41" zog und sehr lange auf die Unterstützung ihres Kollegen warten musste, da dieser nicht pflichtbewusst vorm PC saß, sondern auf dem Golfplatz war, haben beide aus ihrer Zusammenarbeit für ihre Soloprojekte gelernt und die Zusammenarbeit genossen.

Der Abend war Gold wert (auch wenn nicht alle Anwesenden ein Buch kaufen konnten, da der Verkauf durch den Vorablesungstermin limitiert war und einige mehrere Bücher kauften).


© Sonja Kochmann


Wirklich empfehlenswert. Sympathie Hoch 3 für dieses Autorenduo!



© Sonja Kochmann


Freitag, 13. November 2015

Rezension // Rebecca Gablé - Der Palast der Meere von SONJA


England 1560: Elisabeth I. und Mary Stuart. Die eine Königin ist protestantischen Glaubens, die andere katholisch. Beide wollen den Thron. Damit Elisabeth I, diesen auch behält, ist Eleanor of Waringham das Auge der Königin und versucht durch alle Mittel, Intrigen und Putschversuche abzuwenden.

Dabei lernt sie den König der Diebe kennen und lieben. Doch darf das bei ihrer Verbundenheit zur Königin überhaupt sein?

Isaac of Waringham versucht, den heimischen Verpflichtungen durch eine Fahrt als blinder Passagier zu entkommen und lernt gefährliche Zeitgenossen kennen, die eine tragende Rolle für die Königin einnehmen.

Dieser neue Band der Waringham Saga wurde von mir wahrlich herbei gesehnt. Denn obwohl historische Bücher schnell langatmig und langweilig werden können, schafft es die Autorin, durch ihre Charaktere und Dialoge schnell den Leser zu fesseln.

Ich gebe zu, anfänglich hatte ich leichte Einstiegsschwierigkeiten aufgrund des Stammbaums der Waringhams (Der letzte Band wurde von mir 2011 gelesen.) Doch beim Lesen kam ich schnell wieder herein.

Eleanor und Isaac sind wirklich interessante Charaktere, deren Werdegang mit den historischen Persönlichkeiten ihrer Zeit verbunden wurden.

Besonders Eleanor ist der Autorin gelungen. Sie entspricht nicht dem Klischee der Hofdame (s. hierzu auch Bericht zum Meet and Greet) sondern hat ihren eigenen Kopf. Die Dialoge haben dadurch Pfiff und bei ihrem wortgewandten und selbstbewussten Auftreten wird dem König der Diebe schnell der Kopf verdreht. Beide sind wichtige Figuren auf Augenhöhe und es war eine Freude, den beiden in der Geschichte zu folgen.

Isaac, der nicht das schwarze Einhorn (das Wappen der Waringhams) sondern das schwarze Schaf der Familie zu sein scheint, findet seinen Platz in der Geschichte um die Seefahrt seiner Zeit. Seine Figur macht eine enorme Entwicklung und bringt den Part um die Seefahrt als spannungsgeladenes Element hinein.

Durch diese Figuren ist die Geschichte um Elisabeth I hervorragend dargestellt und der Leser erhält sogar die Chance, Shakespeare in seinen Anfangen zu erleben.

Die Charaktere zeichnen sich übrigens nicht nur durch historische Elemente aus, nein, auch alltägliche Dinge, die uns auch heute bekannt sein dürften: Mahallat und Lappidot sind nämlich mit ihren Namen so gar nicht einverstanden, sodass sie selbst einfachere Namensgebung betreiben. 

Volle Punktzahl.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2015
Seiten: 960
ISBN: 978-3431039269



© Sonja Kochmann

Bericht // Meet and Greet mit Rebecca Gablé von SONJA


© Sonja Kochmann

Die Frankfurter Buchmesse hatte dieses Jahr ein besonderes Highlight für mich: Einer von zehn Plätzen beim Meet and Greet mit Rebecca Gablé.

Als mir vor ein paar Jahren die Waringham Reihe von meiner Mitbloggerin Sina empfohlen bekam, schaute ich erstmal skeptisch drein. Historisch? Und soviele Seiten? Doch ich verschlang alle Bände und als die Autorin letztes Jahr den Erscheinungstermin für "Der Palast der Meere" bekannt gab, konnte ich es kaum noch erwarten.


© Sonja Kochmann


Das von Bastei Lübbe organisierte Treffen fand im abgetrennten Bereich von Bastei Lübbe statt und es war auf Anhieb gemütlich dort. Die Autorin nahm uns auch gleich die Hemmungen und wir konnten mit den ersten Fragen gleich loslegen. Es ergab sich ein lockeres Gespräch mit Getränken und Keksen während die Autorin für jeden signierte.


© Sonja Kochmann


In ihrem neuen Buch nimmt die Seefahrt einen großen Raum ein, da dies für diese Zeit sehr wichtig und prägend war. Zur Recherche nutzte Rebecca Gablé ihre alte Uniblibliothek. Doch wie es nun mal so ist, muss man geliehene Bücher immer dann zurück geben, wenn man sie benötigt. Daher verschafft sie sich gern einen Überblick über die notwendigen Bücher und kauft sie dann selbst. Hierbei ist erforderlich, dass sie auch die Sprache des Quellenbuches versteht, um Übersetzungsfehler zu vermeiden.

Gerne würde sich auch über spanische Ereignisse schreiben, aber ihr Spanisch sei hierfür noch zu schlecht.

Bei der Recherche werde dann eine Art stichwortartiges Verzeichnis angelegt, in dem sie zum Beispiel unter "Blitzschlag im Hauptmast" das Quellenbuch und die Seitenzahl notiert. Da die Autorin chronologisch schreibt, kann dann bei der entsprechenden Szene sofort darauf zurückgegriffen werden. Klingt eigentlich einfach. Erfordert aber auch sehr viel Vorbereitung.

Wir waren uns übrigens alle einig: unser historisches Wissen über England (und auch Otto) wurde durch ihre packenden Romane gefestigt. Denn in der Schule gibt es große Themengebiete, die einfach nicht oder kaum behandelt werden. (Übrigens wird es von Otto "Das Haupt der Welt" vorraussichtlich 2017 eine Fortsetzung geben.) Ob sie die Waringhams nun nach diesem Zeitabschnitt direkt fortsetzt, ist fraglich, denn nun würde die Perückenzeit beginnen und dies könne sie sich nicht so ganz für ihre Romanfiguren vorstellen.

Nach "Das Haupt der Welt" hat Rebecca Gablé übrigens die weibliche Hauptfigur für sich entdeckt. Denn Eleanor, die ursprünglich "nur" Hofdame werden sollte, bekommt eine tragende Rolle als Auge der Königin, deren Agieren und die Dialoge der Autorin beim Schreiben sehr viel Spaß gemacht haben. 

Spaß ist bei ihren Büchern auch ein wichtiger Faktor. Denn bei aller Recherche möchte die Autorin nicht belehren, so dass sie sich beim Schreiben häufig fragt: "Ist dieses historische Detail für das Buch wirklich wichtig?"

In einer kürzlich gesendeten Reportage ("Der Bestseller Code") führte sie selbst an, dass die Titel "Der dunkle Thron" und auch "Der Palast der Meere" nicht von ihr selbst stammen. Eine Nachfrage ergab aber, dass sie nicht den Schlüssel, der zum Buchkauf führe habe und damit überlasse sie dies lieber der Lektorin.


© Sonja Kochmann


Die neuen Cover sind sehr schön gestaltet und wer noch alte Ausgaben besitzt, kann die neuen Cover auf der Homepage der Autorin 


(https://www.gable.de/?page=buecher) 

ausdrucken. 

Sie selbst greift gerne zu Stephen King und hat ja auch schon selbst Krimis geschrieben.


© Sonja Kochmann


Das Treffen endete mit Fotos für jeden und war wie im nu um. Danke an die Autorin und an die Organisatoren!



© Olivier Favre







Freitag, 6. November 2015

Lesung // Karen Rose - Dornenmädchen von SONJA



Karen Rose. Ein großer Name in der Thrillerwelt (bzw. Romantic Suspense) und eine kleine Autorin, die gerne lacht. Bereits zum zweiten Mal war ich bei einer Lesung von ihr und ich finde sie einfach goldig.

Sie begeistert überall auf der Welt mit ihren Büchern und es gibt sie inzwischen in 24 Sprachen!

Das neue Buch "Dornenmädchen" ist bereits auf Platz 14 der Bestsellerliste eingestiegen!


© Sonja Kochmann


Die Lesung wurde von Günther Keil moderiert und den deutschen Part übernahm die Schauspielerin Floriane Daniel. Die Übersetzungen von Herrn Keil waren teilweise sehr großzügig, so dass ich froh war, auf ein etwas angestaubtes Schulenglisch zurück greifen zu können. Floriane Daniel las hervorragend und ist für Lesungen super geeignet. Die Autorin selbst las ihren Part übrigens nicht aus dem Buch, sondern vom Smartphone....auch mal etwas Besonderes.


© Sonja Kochmann


In einer vorgelesenen Szene spielt im Radio ein Lied von Tim McGraw. Beim Signieren sprach ich Karen Rose auf diesen Interpreten an und sie ist in der Tat ein großer Countryfan!


© Sonja Kochmann


Im Laufe des Abends erfuhren wir, dass die Autorin bereits als Lebensmittelchemikerin und Lehrerin tätig war. Sie schrieb 5 Jahre im Geheimen, bis ihr Mann ihr einen Ratgeber für Autoren kaufte und sie zu einem Treffen mit anderen Autoren nötigte. 

Diesen Mann lernte sie übrigens bei einem Blind Date auf einer Überraschungsparty kennen, bei der die beiden die einzigen Gäste waren. (Das ist bei Autoren scheinbar üblich. s.a. Susan Elizabeth Phillips HIER).

Ihr Mann arbeitete als Therapeut mit Verbrechern, was bereits zu einer massiven Bedrohungssituation für ihre Familie geführt hat. Diese Bedrohung war für die Familie Auslöser für einen Neustart und einen Umzug wie auch für die Romanfigur Faith. 

Sie selbst sieht sich jedoch nicht als ängstliche, sondern als vorsichtige Person. Denn Serienkiller könnten überall sein. Dies führt häufig zu Neckereien innerhalb der Familie.

Vorsicht! Schreibt Karen Rose gerade an einer Szene mit einem Bösewicht, sollte man sie nicht anrufen oder an ihre Bürotür klopfen, die Resonanz könnte .....ich verrate nichts.

Obwohl die Autorin eine Schnellschreiberin ist (3 Monate für das Manuskript - bisheriger Rekord 17 Tage - , ca. 5 Monate für die restlichen Arbeiten), ist der Anfang stets das Schwerste. Wichtig ist auch der Bösewicht, denn der ist ausschlaggebend für die anderen Figuren.

Der Bösewicht kann auch noch so böse sein. Kinder und Tiere sind vor ihm sicher. (Hier kommt wohl die Lehrerin durch.)

Interessant ist auch die Gemeinsamkeit mit "ihrem FBI Agenten" denn hätte Karen Rose nicht einen guten Frisör, wäre sie bereits seit frühster Jugend schneeweiß. 

Aufgrund eines Reitunfalls musste Karen Rose ihr Hobby Reiten aufgeben und vergnügt sich nun mit "vampire novels" und Malen und Wein. (Hierbei wurde ordentlich gelacht.)  Es war ein lustiger und spannender Abend. Vielen Dank an alle Beteiligte.


© Sonja Kochmann


Rezension // Mein Blaubeersommer: Rezepte zum Verlieben von SONJA


"Der Sommer der Blaubeeren" von Mary Simses ist ein wundervolles Buch. Als Nachgang zu diesem mit köstlichen Blaubeerkuchen und Co. gespickten Roman rief der Bassermann Inspiration Verlag dazu auf, die besten Rezepte mit Blaubeeren einzusenden. 

© Sonja Kochmann

Das Buch ist mit kräftigen leuchtenden Farben gestaltet, so dass es allein schon Spaß macht, in diesem Buch zu blättern. Ich persönlich finde bei Koch- und Backbüchern die Fotos und auch die Farbgebung bei der Rezeptgestaltung sehr wichtig. Dies ist hier super gelungen.

Die Rezeptresultate sind auf den Fotos auf altem Geschirr (sprich: Vintagegeschirr) angerichtet. Man hat gleich das Gefühl, das hat Oma gemacht; das wird schmecken.....wer dies auch ausprobieren will, sollte zu diesem Buch greifen. Volle Punktzahl. 

Für die Stadtmenschen gibt es sogar ein Foto, wie Blaubeeren am Strauch aussehen. ;) 

Ich bin dann mal unterwegs zum Ofen, den Kuchen rausholen.....



Verlag: Bassermann Inspiration
erschienen: 2015
Seiten: 80
ISBN: 978-3572081905


© Sonja Kochmann



Mittwoch, 4. November 2015

Rezension // Robin Gold - Mein Stück vom Himmel von SONJA


Clover Gray steht nach dem Ruin ihrer Bäckerei vor dem bankrott. Doch sie bekommt eine einzigartige Chance. Sie nimmt an einem TV-Wettbewerb teil, der das beste Eis des Landes sucht. Einzigartiger Gewinn: 2 Millionen Dollar! Was sie jedoch in dem Wettstreit mit den anderen 4 Konkurrenten erwartet, hätte sie nie für möglich gehalten!

Etwas irreführend finde ich den deutschen Titel, der für mich rein gar nichts mit dem Buch zu tun hat. Da ich bereits das Buch "Die Liste der vergessenen Wünsche" der Autorin gelesen hatte, lies ich mich jedoch nicht täuschen und wurde in eine Lesegenusswelt entführt. Denn der englische Titel "An Eclair to remember" wäre hier deutlich passender gewesen.

Der lockere leichte Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass die Leserin (Entschuldigung - Es ist definitiv ein Frauenroman!) bereits auf den ersten Seiten zu einer Art Freundin für Clover für Clover wird. 

Wer jedoch unter Gewichtsproblemen leidet und gerade eine Diät durchmacht, wird hier in arge Versuchung geführt. Hier wird gebacken und Eiscreme gerührt, so dass auch ich das ein oder andere mal etwas Süßes beim Lesen brauchte.

Der Wettbewerb erinnert an die Talentshows im Fernsehen. Motto: "Fressen oder gefressen werden." Die Stimmung der Shows und das "Hickhack" der Kontrahenten wurde gekonnt umgesetzt und man fieberte von Entscheidungsshow zu Entscheidungsshow mit. Die Gefühle Hass, Neid, Trauer und auch Liebe kollidieren miteinander. Denn jeder Teilnehmer hat seine eigenen Gründe, warum er das Geld benötigt. Und....es gibt auch jemanden der falsch spielt.

Das Eis erotisch sein kann und Frauen schnippisch und frech sein können, wird mit diesem Buch bewiesen.

Ob Clover ihr Glück findet oder der Sabotage unterliegt? Lest selbst! Volle Kalorien- .....äh Punktzahl!


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 416
ISBN: 978-3764505356



© Sonja Kochmann

Rezension // Kathrin Lange - Gotteslüge von SONJA

© Sonja Kochmann

Ein Selbstmordattentäter hat in einem Laden mitten im Herzen von Berlin die Ladenbesitzerin und ihr Kind als Geisel genommen. Er fordert ein persönliches Gespräch mit Faris Iskander und schnell zeigt sich, dass Faris Teil eines verrückten Racheplans geworden ist. Sein Gegner scheut nicht vor Entführung und Mord zurück. Kann Faris seine Lieben und auch die Einwohner Berlins beschützen?

Nach "40 Stunden" geht es für Faris Iskander natürlich weiter. Die Polizei in Deutschland braucht so einen toughen Komissar, der nicht im edlen Zwirn zur Klärung einer Straftat schreitet. Nein, er macht sich die Hände schmutzig, leidet (davon eine ganze Menge), verdreht den Frauen den Kopf und wird aufgrund seines muslimischen Glaubens selbst nicht gerade fair behandelt.

Eine Fortsetzung musste also her und ich war nach dem bombigen Einstand natürlich gespannt. Die Autorin schohnt den armen Komissar nicht und obwohl immer noch von den Geschehnissen aus Band 1 gezeichnet ist (unbedingt VORHER lesen), tritt er seinen Dienst an.

Die Idee hinter dem Racheplan finde ich interessant und auch gut umgesetzt, denn der Leser wird trickreich auf die ein oder andere falsch gelegte Fährte geführt. Schließlich denken nicht nur die Romanfiguren, sondern auch der Leser bei Muslimen, Glauben, Rache an vorgefertigte Meinungsbilder. Dieses Thema ist leider derzeit auch hochaktuell, so dass sich der Leser auch fragen sollte, wie schnell ein vorgefertigtes Meinungsbild zur falschen Urteilsbildung bzw. sogar zur Katastrophe führen kann.

Faris ist sowohl körperlich als auch psychisch mehr als gezeichnet, so dass ich trotz der gewünschten Fortsetzungen Punktabzug geben muss. Erfahrungsgemäß (ja durch Umfeld vorhanden) wäre Faris in dem beschriebenen Zustand vermutlich nicht wieder in den Dienst gelangt (auch wenn dies in Filmen und TV Serien häufig anders dargestellt wird) und die hier eingesetzte Psychologin hier doch ein Auge zugedrückt hat.

Das Ende ist ein wenig unbefriedigend, da ich aber bereits weiß, dass am dritten Band geschrieben wird, versuche ich mich zu gedulden: 8 von 10 Punkten.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 416
ISBN: 978-3442383467


© Sonja Kochmann