Montag, 30. November 2015

Rezension // James Frey - Endgame: Die Hoffnung (2) von SINA


© Sina Frambach

Der Erdschlüssel ist gefunden und damit wurde ein Ereignis ausgelöst, dass das Ende der Menschheit, wie wir sie kennen, bedeutet. Ein Komet rast auf die Erde zu und droht einzuschlagen. 
Von den ehemals zwölf Spielern des Endgames sind noch neun übrig, die versuchen, für ihr Geschlecht die Rettung zu erwirken. Doch dann finden einige heraus, was der Himmelsschlüssel ist, der als nächstes gefunden werden muss. Die Spieler merken, dass sie eine Wahl haben. So versuchen einige, das Spiel aufzuhalten, während andere nur an den Sieg denken. Gut gegen Böse, Krieg gegen Frieden, Leben gegen Tod. 

Nachdem mich Band 01 „Die Auserwählten“ zwar nicht gänzlich vom Hocker gerissen hat, war ich trotzdem darauf versessen, mir auch den zweiten Teil zu Gemüte zu führen. 

© Sina Frambach

Die ersten Seiten haben sich - wie auch schon der erste Teil - sehr gezogen und bis zur Hälfte hin war ich wirklich versucht, abzubrechen und mich einem anderen Buch zu widmen. Doch dann konnte der Autor das Ruder herumreißen.

Die Spannung war greifbar, das Tempo rasant, die Ereignisse überschlugen sich und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. 


Mit seinem sehr reizvollen Schreibstil gelang es James Frey, mich in den Bann zu ziehen. Ich fieberte mit, entwickelte Sympathien für Charaktere und fing an, anderen den Tod zu wünschen. Dies schockierte mich ein wenig, bin ich eigentlich ja nicht der gewaltvolle Typ. Doch hier gab es Momente, in denen ich dachte, dass es vielleicht besser wäre, wenn der ein oder andere Spieler nicht mehr mitspielen könne.

© Sina Frambach

Wieder müssen einige Spieler ihr Leben lassen. Wer, wird natürlich nicht verraten, nur so viel: Es sind welche, von denen ich dachte, dass sie eher zu den Siegertypen gehören. Andere wiederum, die eigentlich mehr die Loser sind, gehen plötzlich vollkommen in ihrem Spielelement auf und klotzen so richtig ran, um ja in die nächste Runde zu kommen.

Ich kann nicht auf die einzelnen Charaktere eingehen, denn so würde ich viel zu viel spoilern. Doch kann ich sagen, dass mir einer besonders ans Herz gewachsen ist, von welchem ich im dritten Teil Großes erhoffe und auch ein bisschen voraussetze. 

Natürlich ist das ganze Buch wieder in großes Rätsel. Viele kryptische Bilder oder Texte sind abgebildet. Beim ersten Buch hatte ich noch an dem Rätsel teilgenommen, aber irgendwann aufgegeben, da es dann doch für mich sehr kompliziert wurde. So konnte ich mich auch nicht richtig auf das Buch konzentrieren, da ich nebenbei auch immer wieder einen Blick auf die Rätsel warf .
Diesmal habe ich mich gleich komplett auf das Buch eingelassen, was mich aber - wie oben erwähnt - erst gegen Mitte richtig fasziniert hat.

© Sina Frambach

Das Ende ist rasant und geht gar nicht so aus, wie ich es mir gewünscht habe. Auch wenn dieser Wunsch sehr brutal war. Doch nach dem Lesen war mir klar, dass es ja gar nicht so enden konnte, wie ich es wollte, da ja schließlich noch ein dritter Teil erscheinen soll, auf welchen ich mich jetzt auch sehr freue. Denn ich will, nein ich MUSS jetzt wissen, wie alles ausgeht.

Das Buch ist wieder ein Hingucker. Mit einem knalligen roten Cover und der goldenen Schrift fällt es gleich ins Auge und weckt damit auch ein großes Interesse an dem Inhalt.

Fazit:
Ich hatte Startprobleme, doch als ich drin war, kam ich nicht mehr von los. Aufgrund dessen gibt es von mir 8 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger
erschienen: 2015
Printseiten: 592
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7891-3524-8 

s. a. Bibliografie James Frey


Dienstag, 24. November 2015

Lesung // Jilliane Hoffmann - Samariter von SONJA


Jilliane Hoffman, Gisa Zach und Ulrike Sárkány bildeten für dieses Lesung das Gespann. Bereits in den ersten Minuten fiel die Autorin durch ihren sympathischen Redeschwall auf, den Ulrike Sárkány kaum managen konnte.


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann


Die Anekdoten und Einschübe sprudelten regelrecht aus Jilliane Hoffman heraus, so dass ich an dieser Stelle froh war, auf ein angestaubtes Schulenglisch zurück greifen zu können. Denn es wurde leider nicht alles übersetzt und auch nur grob zusammengefasst, was ich bei anderen Lesungen viel viel besser erlebt habe. Enttäuschend fand ich auch, dass das Buch zwischen den gelesenen Passagen durch Anmerkungen von Ulrike Sárkány derart gespoilert wurde, dass ich mich entschlossen habe, dieses Buch erst einmal nicht zu lesen. (Wenn etwas Gras über meine Erinnerungen gewachsen ist, werde ich es vielleicht versuchen.)

Nun denn. Ich möchte von einigen spoilerfreien und interessanten Anekdoten an dieser Stelle berichten: 


© Sonja Kochmann
Die Autorin ist selbst ein großer Fan der Serie The Walking Dead und hat den geschilderten Landstrich mehrfach bereist, da sie dort in der Nähe lebt.

Aufgrund des wegfallenden Tourismus der letzten Jahrzehnte fand die Autorin in einem, von Zuckerrohrfeldern umgebenen, verlassenen Krankenhaus den idealen Platz, um Angst zu schüren. Eine Flucht durch diese scharfblättrigen Pflanzen ist die ideale Umgebung für einen Thriller!

Das Wetter spielt nicht nur im Roman eine Rolle, denn auch der Bruder der Autorin verlor einst während eines Sturms sein Haus. Auch das junge Ehepaar Hoffmann musste sich während eines gefährlichen Sturms zwischen TV-Gerät und Kristallgläsern entscheiden. (Da der Mann getragen hat, dürft ihr raten, was gerettet wurde.)

Sie selbst liest bereits seit sie 7 Jahre (!) alt ist Berichte über wahre Verbrechen in der Zeitung und sagt von sich selbst, dass sie nichts mehr schocken kann.


© Sonja Kochmann


Die Rechte für das Buch "Cupido" sind bereits verkauft worden, doch leider gibt es noch nichts konkretes über die Verfilmung.

Die Autorin hat übrigens keinen festen Platz zum Schreiben, dank Laptop schreibt sie zu Hause, im Cafe, im Zug, im Flugzeug....entscheidend ist die "deadline". Dann dürfte bei dieser Disziplin ja für ausreichend Nachschub gesorgt sein. Die Fortsetzung vom "Mädchenfänger" erscheint übrigens Anfang 2016 auf Englisch.



© Sonja Kochmann

Freitag, 20. November 2015

Rezension // T. S. Orgel - Die Blausteinkriege: Das Erbe von Berun (1) von SINA


© Sina Frambach
Sara, ein Straßenmädchen, kommt an den Hof des Königs und findet sich plötzlich als Spielball der Königinmutter wieder, während Thoren, der Spion der Königin, versucht, das Reich zu beschützen. Und dann ist da noch Marten, der auf einem Kriegsschiff anheuern muss, um ins Macouban, dem Nachbarland Beruns zu reisen. Scheinbar haben diese drei Personen nichts miteinander zu tun, doch werden sie als Spielfiguren eingesetzt, um die Macht der Mächtigen noch mehr zu festigen oder gar zu erhöhen. Doch welche Rolle spielt dabei die geheimnisvolle Blausteinmagie, die gerade im Macouban noch ausgeübt wird? Alle drei müssen nun einen Weg finden, ihr Leben zu meistern und damit auch denen zu dienen, denen sie sich verpflichtet fühlen. Und der Krieg hat gerade erst begonnen…


Erst wollte ich nicht… wirklich. Das Buch hörte sich zwar interessant an, aber aufgrund der Höhe meines SuBs wollte ich wirklich nicht. Bis ich das Autorenduo auf der Buchmesse in Frankfurt persönlich getroffen habe. Beide waren so natürlich, so ehrlich und so witzig. Und sehr charmant, gerade weil sie ja einige Fragen über sich ergehen lassen mussten. Trotzdem blieben sie professionell, gaben interessante Antworten und hatten mich damit für sich und natürlich ihr neuestes Werk „Die Blausteinkriege - Das Erbe von Berun“ eingenommen.

© Sina Frambach
Und dann wollte ich. Und wie ich wollte! Und ich bereue nichts. Der 608 Seiten starke Fantasy-Auftakt zu der neuen Trilogie von Tom und Stephan Orgel ist im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch. Ich komme nicht umhin, hier einen kleinen Vergleich zu George R.R. Martin zu ziehen. Denn T.S. Orgel haben es geschafft, mich für einen Fantasy-Roman zu begeistern, der erstens in einer anderen Welt spielt und zweitens mit wenig Fantasy auskommt, aber trotzdem reinste Phantasie ist. 

Es gibt zwar die sog. Blausteine, denen eine gewisse Wirkung nachgewiesen wird. Wer sie kaut oder als Pulver schluckt, der weckt sein Talent. Dies ist unterschiedlich. Der eine kann Wasser beherrschen, die andere wird unsichtbar, der dritte kann durch Metalle gehen usw. Hört sich im ersten Moment sehr nach X-Men an, geht aber dann doch in eine andere Richtung. Dieses sparsame Einsetzen von Fantasy-Elementen hat mich dann letztendlich überzeugt und so war ich froh, jede freie Minute mit Lesen dieses Buches verbringen zu können.

Die Brüder haben einen sehr fesselnden Schreibstil und ich konnte wirklich keinen Unterschied in den einzelnen Kapitel feststellen. So war nicht ersichtlich, dass sich zwei Autoren an diesem Buch verweilt haben. Die Ergänzung der beiden war in meinen Augen einfach perfekt.

© Sina Frambach
Ich will das Buch nicht ganz in den blauen Himmel loben (Achtung: Wortspiel!), gab es doch einige Stellen, die sich etwas gezogen haben. Gerade zum Schluss gab es einige Szenen, die etwas „weniger“ hätten sein dürfen. Dafür gab es aber auch wieder Dinge, wo etwas „Mehr“ gut getan hätte. 

Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht von Sara und Marten geschrieben. Zwischendurch gibt es mal Einwürfe von einem Boten namens Messer, der eher ungewöhnliche Botengänge erledigt und einem jungen Mann namens Lebrec, der auf der Flucht ist. Warum, kriegt man nur häppchenweise zu lesen und letztendlich weiß man es dann doch nicht so genau. Aber dies birgt auch einen gewissen Reiz, denn nun will ich natürlich auch den nächsten Band lesen, auf den ich hoffentlich nicht allzu lang warten muss.

Die Charaktere sind sehr sympathisch. Allen voran hat mir Marten sehr gut gefallen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, weiß aber, wann er diesen zu halten hat, um sich nicht selbst unnötigen Gefahren auszusetzen - zumindest meistens. Und Sara macht eine komplette Verwandlung durch. Wie leicht sie sich allerdings allem anpassen kann, fand ich bemerkenswert. Aber auch sie zieht Vorteile aus dem, was sich für ergibt.

© Sina Frambach
Am Ende bleiben einige Dinge unbeantwortet - logischerweise. Die Spannung ist auf dem Höhepunkt und ich bin gespannt, wie der Handlungsbogen weiter gespannt wird. Aber ich denke, dass ich hier keine Sorgen machen muss. Wenn die Autoren weiterhin das Niveau halten, wird einem eine interessante und vor allem ausgereifte Reihe vorliegen.

Auch auf das Cover möchte ich kurz eingehen. Es ist - natürlich - blau, sehr blau. Und damit hat es eine gewisse Sogwirkung, gerade bei mir. Es ist wunderschön und passt sehr gut zu der Geschichte rund um die magischen Blausteine, die Charaktere mit schwerem Werdegang und dem geheimnisvollen Erde von Berun.

Fazit:
Ein gelungener Auftakt mit klitzekleinen Längen und interessanten Protagonisten. Von mir gibt es dafür 8 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2015
Format: Paperback
Printseiten: 608

ISBN: 978-3-453-31688-1

Sina Frambach
Buchmesse Frankfurt 2015

Sonntag, 15. November 2015

Lesung // Ursula Poznanski und Arno Strobel - Fremd von SONJA


Ursula Poznanski zählt mit zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Daher stand für mich fest: Ich muss zu ihrer gemeinsamen Lesung mit Arno Strobel!

Nachdem beide Autoren durch Inbetriebnahme eigener Headsets die armen Buchhändler in ein Technikchaos mit Rückkopplung gestürzt hatten, begann Ursula Poznanski fix die Moderation des Abends, denn Arno müsse schließlich erst noch warm werden mit den Hannoveranern.


© Sonja Kochmann


So erfuhren wir, dass das gemeinsame Buchprojekt auf der Leipziger Buchmesse bei viel Wein entstanden ist. Eigentlich war es eine Art Austausch: Wie schreibt der andere? Und so wurde eine Geschichte "gesponnen" bei der die Handlung durch die Perspektiven von zwei verschiedenen Erzählern hinzu gewinnt.

An dieser Stelle wurde Arno Strobel gefragt, ob er denn nun schon was sagen könne und er konnte. Schließlich sei er damals in Leipzig abgefüllt worden, um den Vertrag zu unterzeichnen!

Es kam der Vorschlag: Wir lesen ihnen das ganze Buch vor, sind gegen 3: 30 Uhr fertig, beantworten Fragen bis 4:05 Uhr und fangen dann an zu signieren.

Hmm, das wäre auch mal eine ganz besondere Lesung gewesen, aber es kam dann doch anders.


© Sonja Kochmann


Das Buch entstand im Ping-Pong-Prinzip. Einer schrieb das Kapitel, das meist mit einem Cliffhanger endete und der andere musste dann durch sein Kapitel "antworten".

Kleines Bespiel: "Dann klingelte es an der Tür......" "Ursula? Wer ist denn an der Tür?" "Keine Ahnung, Arno. Es ist dein Kapitel!"

So wurden die Kapitel per Email von Trier nach Wien und von Wien nach Trier geschickt. Ab und an gab es auch persönliche Treffen; doch am meisten glühte der elektronische Emailverkehr.

Da der Spannungsbogen des Buches nur zuließ, dass die ersten beiden Kapitel vorgelesen wurden, erhielten wir eine ganz besondere Lesung. Wir bekamen nämlich Auszüge des Emailverkehrs zu hören, der beim Enstehen des Buches für ordentliche Schmunzler und bei der Lesung für ordentliche Lacher sorgten.


© Sonja Kochmann


Denn Abgabefristen sorgten dafür, dass man sich in die Haare bekam (Arno Strobel "Schauen sie sich doch die Haare an!"). So verfeinerte der Autor seine Emails mit Ausreden, warum das Kapitel noch nicht fertig war mit wunderbaren Anekdoten über Computerviren, versehentlich in der Bücherei abgegebenen Manuskriptseiten und und und. Es war einfach lustig zu zu hören, so dass ich am Ende einfach fragen musste, ob beide nicht einmal ein lustiges Buch schreiben wollten. Doch dies machen wohl die Agenten bzw. die Verlage nicht mit. Schade.

Es wird jedoch eine Fortsetzung der Zusammenarbeit, aber keine Fortsetzung dieses Buches geben. Das Buch erscheint voraussichtlich im Oktober 2016!

Die Kritik am anderen und die Kapitelwechsel haben im übrigen fast das Lektorat ersetzt. Auch wenn Ursula Poznanski das Los des "Angstkapitels Nr. 41" zog und sehr lange auf die Unterstützung ihres Kollegen warten musste, da dieser nicht pflichtbewusst vorm PC saß, sondern auf dem Golfplatz war, haben beide aus ihrer Zusammenarbeit für ihre Soloprojekte gelernt und die Zusammenarbeit genossen.

Der Abend war Gold wert (auch wenn nicht alle Anwesenden ein Buch kaufen konnten, da der Verkauf durch den Vorablesungstermin limitiert war und einige mehrere Bücher kauften).


© Sonja Kochmann


Wirklich empfehlenswert. Sympathie Hoch 3 für dieses Autorenduo!



© Sonja Kochmann


Freitag, 13. November 2015

Rezension // Rebecca Gablé - Waringham-Saga: Der Palast der Meere (5) von SINA


© Sina Frambach
Eleanor of Waringham ist als Spionin von Königin Elizabeth I. voll ausgelastet. So bekommt sie alles aus nächster Nähe mit. Sei es der Konflikt mit der schottischen Königin Mary Stewart, die Eifersucht der Königin, wenn es um Robin Dudley geht, die Bemühungen, Elizabeth I. endlich zu verheiraten oder der Krieg gegen die spanische Krone. Und dann ist da noch der gutaussehende König der Diebe, Gabriel Durham, der ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen mag. Während Eleanor versucht, alles unter einen Hut zu bringen, beschliesst ihr Bruder Isaac allem aus dem Weg zu gehen und schleicht sich als blinder Passagier auf das Schiff von Kapitän John Hawkins. Dort lernt er unter anderen Francis Drake kennen. Doch Hawkins hat so seine ganz eigenen Pläne mit Isaac und verkauft diesen als Sklave auf der Insel Teneriffa. Isaac merkt, dass er mit seinem Vertrauen nunmehr sparsam umgehen muss, sich jedoch aber auch auf Freunde verlassen kann.

Der fünfte Waringham… und was für einer. Nach dem nicht so ganz überzeugenden vierten Teil „Der dunkle Thron“ läuft Rebecca Gablé hier wieder zur Höchstform auf.
Sei es mit ihrer unglaublichen Erzählweise gerade was das englische Königshaus anbetrifft oder diesmal mit dem Ausflug in etwas härtere Gewässer wie Sklavenhandel, Freibeuterleben und Raubzüge im Dienste Ihrer Majestät.

© Sina Frambach
Das 957seitige Epos war in kürzester Zeit verschlungen. Ich hätte ewig weiterlesen können, da mich gerade die Passagen mit Isaac und seine Ausflüge in die Neue Welt sehr fasziniert haben. Isaac ist mein absoluter Liebling in der Geschichte. Er ist ein Rebell, lässt sich nichts vorschreiben und lebt sein Leben so, wie er es für richtig hält. Da er aufgrund seines Naturells nicht als Lord of Waringham geschaffen ist und damit auch nicht die Ambitionen hat, den Landsitz weiterzuführen, baut er sich selbst ein Leben als Freibeuter auf und dies dann auch noch alles mit Absegnung der Königin Elizabeth I., die mehr als profitiert hat von den Dingen, die ihre Flotte bei Heimkehr so mitgebracht hat.

Anders als Isaac ist seine Schwester Eleonor. Sie ist geradlinig, königstreu und ergeben. Ihre persönliche kleine Rebellion ist ihr Verhältnis zum König der Diebe. Hier bricht sie aus ihrem Gewohnten heraus, lässt sich gehen und genießt ihr Leben in vollen Zügen. Doch sobald sie aus seinem Umfeld heraus ist, geht sie wieder vollends in ihrer Rolle als Spionin auf.

© Sina Frambach
Wieder verflicht die Autorin geschickt die wahren historischen Gegebenheiten mit dem fiktiven Schicksal der Familie Waringham. Und da geht noch mehr. Zwar hat die Autorin verraten, dass sie noch Ideen für weitere Waringham-Romane hat, doch fällt es ihr schwer, weitere zu schreiben, da nun chronologisch das Barock-Zeitalter folge würde und ihr persönlich die Leute mit Perücken etwas zuwider sind. Doch wer weiß, was sie sich einfallen lässt, um dem vielleicht etwas zu entgehen. Ich persönlich bin sehr gespannt, wie es in dieser Hinsicht weitergehen wird.

Interessant war das ganze Freibeuter-Thema. Während eines Treffens erzählt Rebecca Gablé, dass man von Sir Francis Drake ein total falsches Bild habe. Er sei nicht so, wie in Filmen immer dargestellt. Er muss ein ziemlicher „Drecksack“ gewesen sein. Kein Gehorsam ihm gegenüber hatte zur Folge, dass er Rache übte. Dieses Bild wird auch etwas in ihrem Buch vermittelt.

© Sina Frambach
Ich könnte jetzt noch seitenweise Ausführungen schreiben, muss mich ja aber doch kurz fassen. Und so kann ich eigentlich nur noch eins sagen: ein toller Waringham-Roman mit viel Witz und Charme und einem interessanten Inhalt.

Viele historische Figuren werden genannt. Angefangen natürlich bei Königin Elizabeth I. bis hin zu Mary Stewart und deren Ehemännern. Aber auch am Rande werden einige erwähnt und so ist es Isaac auch gegönnt z. B. William Shakespeare zu seinen engeren Freunden zu zählen. Diese kleinen Details machen für mich dann auch wieder einen Hauptteil aus. 

Fazit:

Hier ist alles drin, was in einem historischen Roman vorhanden sein muss. 10 verdiente Punkte.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2015
Printseiten: 957
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-431-03926-9

s. a. Bibliografie Rebecca Gablé

sinaframbach

Rezension // Rebecca Gablé - Der Palast der Meere von SONJA


England 1560: Elisabeth I. und Mary Stuart. Die eine Königin ist protestantischen Glaubens, die andere katholisch. Beide wollen den Thron. Damit Elisabeth I, diesen auch behält, ist Eleanor of Waringham das Auge der Königin und versucht durch alle Mittel, Intrigen und Putschversuche abzuwenden.

Dabei lernt sie den König der Diebe kennen und lieben. Doch darf das bei ihrer Verbundenheit zur Königin überhaupt sein?

Isaac of Waringham versucht, den heimischen Verpflichtungen durch eine Fahrt als blinder Passagier zu entkommen und lernt gefährliche Zeitgenossen kennen, die eine tragende Rolle für die Königin einnehmen.

Dieser neue Band der Waringham Saga wurde von mir wahrlich herbei gesehnt. Denn obwohl historische Bücher schnell langatmig und langweilig werden können, schafft es die Autorin, durch ihre Charaktere und Dialoge schnell den Leser zu fesseln.

Ich gebe zu, anfänglich hatte ich leichte Einstiegsschwierigkeiten aufgrund des Stammbaums der Waringhams (Der letzte Band wurde von mir 2011 gelesen.) Doch beim Lesen kam ich schnell wieder herein.

Eleanor und Isaac sind wirklich interessante Charaktere, deren Werdegang mit den historischen Persönlichkeiten ihrer Zeit verbunden wurden.

Besonders Eleanor ist der Autorin gelungen. Sie entspricht nicht dem Klischee der Hofdame (s. hierzu auch Bericht zum Meet and Greet) sondern hat ihren eigenen Kopf. Die Dialoge haben dadurch Pfiff und bei ihrem wortgewandten und selbstbewussten Auftreten wird dem König der Diebe schnell der Kopf verdreht. Beide sind wichtige Figuren auf Augenhöhe und es war eine Freude, den beiden in der Geschichte zu folgen.

Isaac, der nicht das schwarze Einhorn (das Wappen der Waringhams) sondern das schwarze Schaf der Familie zu sein scheint, findet seinen Platz in der Geschichte um die Seefahrt seiner Zeit. Seine Figur macht eine enorme Entwicklung und bringt den Part um die Seefahrt als spannungsgeladenes Element hinein.

Durch diese Figuren ist die Geschichte um Elisabeth I hervorragend dargestellt und der Leser erhält sogar die Chance, Shakespeare in seinen Anfangen zu erleben.

Die Charaktere zeichnen sich übrigens nicht nur durch historische Elemente aus, nein, auch alltägliche Dinge, die uns auch heute bekannt sein dürften: Mahallat und Lappidot sind nämlich mit ihren Namen so gar nicht einverstanden, sodass sie selbst einfachere Namensgebung betreiben. 

Volle Punktzahl.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2015
Seiten: 960
ISBN: 978-3431039269



© Sonja Kochmann

Bericht // Meet and Greet mit Rebecca Gablé von SONJA


© Sonja Kochmann

Die Frankfurter Buchmesse hatte dieses Jahr ein besonderes Highlight für mich: Einer von zehn Plätzen beim Meet and Greet mit Rebecca Gablé.

Als mir vor ein paar Jahren die Waringham Reihe von meiner Mitbloggerin Sina empfohlen bekam, schaute ich erstmal skeptisch drein. Historisch? Und soviele Seiten? Doch ich verschlang alle Bände und als die Autorin letztes Jahr den Erscheinungstermin für "Der Palast der Meere" bekannt gab, konnte ich es kaum noch erwarten.


© Sonja Kochmann


Das von Bastei Lübbe organisierte Treffen fand im abgetrennten Bereich von Bastei Lübbe statt und es war auf Anhieb gemütlich dort. Die Autorin nahm uns auch gleich die Hemmungen und wir konnten mit den ersten Fragen gleich loslegen. Es ergab sich ein lockeres Gespräch mit Getränken und Keksen während die Autorin für jeden signierte.


© Sonja Kochmann


In ihrem neuen Buch nimmt die Seefahrt einen großen Raum ein, da dies für diese Zeit sehr wichtig und prägend war. Zur Recherche nutzte Rebecca Gablé ihre alte Uniblibliothek. Doch wie es nun mal so ist, muss man geliehene Bücher immer dann zurück geben, wenn man sie benötigt. Daher verschafft sie sich gern einen Überblick über die notwendigen Bücher und kauft sie dann selbst. Hierbei ist erforderlich, dass sie auch die Sprache des Quellenbuches versteht, um Übersetzungsfehler zu vermeiden.

Gerne würde sich auch über spanische Ereignisse schreiben, aber ihr Spanisch sei hierfür noch zu schlecht.

Bei der Recherche werde dann eine Art stichwortartiges Verzeichnis angelegt, in dem sie zum Beispiel unter "Blitzschlag im Hauptmast" das Quellenbuch und die Seitenzahl notiert. Da die Autorin chronologisch schreibt, kann dann bei der entsprechenden Szene sofort darauf zurückgegriffen werden. Klingt eigentlich einfach. Erfordert aber auch sehr viel Vorbereitung.

Wir waren uns übrigens alle einig: unser historisches Wissen über England (und auch Otto) wurde durch ihre packenden Romane gefestigt. Denn in der Schule gibt es große Themengebiete, die einfach nicht oder kaum behandelt werden. (Übrigens wird es von Otto "Das Haupt der Welt" vorraussichtlich 2017 eine Fortsetzung geben.) Ob sie die Waringhams nun nach diesem Zeitabschnitt direkt fortsetzt, ist fraglich, denn nun würde die Perückenzeit beginnen und dies könne sie sich nicht so ganz für ihre Romanfiguren vorstellen.

Nach "Das Haupt der Welt" hat Rebecca Gablé übrigens die weibliche Hauptfigur für sich entdeckt. Denn Eleanor, die ursprünglich "nur" Hofdame werden sollte, bekommt eine tragende Rolle als Auge der Königin, deren Agieren und die Dialoge der Autorin beim Schreiben sehr viel Spaß gemacht haben. 

Spaß ist bei ihren Büchern auch ein wichtiger Faktor. Denn bei aller Recherche möchte die Autorin nicht belehren, so dass sie sich beim Schreiben häufig fragt: "Ist dieses historische Detail für das Buch wirklich wichtig?"

In einer kürzlich gesendeten Reportage ("Der Bestseller Code") führte sie selbst an, dass die Titel "Der dunkle Thron" und auch "Der Palast der Meere" nicht von ihr selbst stammen. Eine Nachfrage ergab aber, dass sie nicht den Schlüssel, der zum Buchkauf führe habe und damit überlasse sie dies lieber der Lektorin.


© Sonja Kochmann


Die neuen Cover sind sehr schön gestaltet und wer noch alte Ausgaben besitzt, kann die neuen Cover auf der Homepage der Autorin 


(https://www.gable.de/?page=buecher) 

ausdrucken. 

Sie selbst greift gerne zu Stephen King und hat ja auch schon selbst Krimis geschrieben.


© Sonja Kochmann


Das Treffen endete mit Fotos für jeden und war wie im nu um. Danke an die Autorin und an die Organisatoren!



© Olivier Favre







Donnerstag, 12. November 2015

Ralf Wolfstädter - HAMBURG RAIN 2084: Rehab (Band 03) von SINA


Daniel Arzberger erwacht aus der Bewusstlosigkeit und findet sich in einem Horroszenario wieder. Neben ihm liegt eine sterbende Frau, die ihm nur noch Bruchstücke zuflüstern kann. Die Polizei ist ihm schon dicht auf den Fersen. Nur mit Mühe kann er fliehen. Doch er wird gefasst und eine Rehabilitierungsanstalt gebracht. Die Methoden dort sind jedoch fragwürdig und so flieht Daniel erneut und macht sich auf die Suche nach Antworten.


Ich muss von vornherein sagen, dass ich am Ende total enttäuscht war. Total enttäuscht, dass es nicht noch weitere Seiten gab, die ich lesen konnte, dass ich nicht weiter zusammen mit Daniel auf die Suche gehen konnte, dass alles einfach viel zu schnell wieder vorbei war. 

Die Hamburg Rain 2084-Reihe ist eine dystopische Welt, die mich einfach gefangen hält. Es ist faszinierend, mit welchen Ideen die Autoren der Reihe aufwarten und sich daraus ein ganzes Bild ergibt, dass faszinierender nicht sein könnte.

So auch vorliegend Ralf Wollstädter, der seinen Protagonisten Daniel Arzberger aus tiefer Bewusstlosigkeit aufwachen lässt, ihm eine tote Frau an die Seite legt, sein Gedächtnis löscht und ihn nun seinem Schicksal überlässt. Und schon jagt ein Ereignis das andere. Rasant und spannend geht es durch die Geschichte. Man kommt kaum zum Atmen. 

Daniel muss rekonstruieren, was passiert ist. Interessant war dabei, dass er immer nur kleine Hinweise bekommt und aus diesen Puzzleteilen ein großes Gesamtbild zusammensetzen muss. Dabei kommt er seinem Ziel immer näher. 

Dass er Steine in den Weg gelegt bekommt, ist klar und so muss sich Daniel auch fragen, wem er trauen kann und wem nicht. 

Der Autor fesselt einem mit seinem spannenden Schreibstil und dadurch fliegt man förmlich durch die Geschichte. Dies war auch das erste Mal in der Reihe, dass ich mich mit dem Protagonisten der Story identifizieren konnte, vielleicht auch, weil ich seinen Weg vom Ende der Bewusstlosigkeit an mit verfolgen konnte.

Die Reihe ist bis jetzt durchweg spannend und interessant und ich freue mich auf die Teile, die noch vor mir liegen. Ich bin gespannt, welches Gesamtbild sich am Ende der Reihe entblößt.

Rehab war der bis jetzt beste Teil der Reihe. Ich hoffe, dass die Serie weiter ihr Niveau halten kann.

Fazit:
Spannende Verfolgungsjagd quer durch Hamburg im Jahre 2084. Von mir gibt es daher 10 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2015
Printseiten: 200
Format: ebook
ISBN: 978-3-426-43749-0


Freitag, 6. November 2015

Lesung // Karen Rose - Dornenmädchen von SONJA



Karen Rose. Ein großer Name in der Thrillerwelt (bzw. Romantic Suspense) und eine kleine Autorin, die gerne lacht. Bereits zum zweiten Mal war ich bei einer Lesung von ihr und ich finde sie einfach goldig.

Sie begeistert überall auf der Welt mit ihren Büchern und es gibt sie inzwischen in 24 Sprachen!

Das neue Buch "Dornenmädchen" ist bereits auf Platz 14 der Bestsellerliste eingestiegen!


© Sonja Kochmann


Die Lesung wurde von Günther Keil moderiert und den deutschen Part übernahm die Schauspielerin Floriane Daniel. Die Übersetzungen von Herrn Keil waren teilweise sehr großzügig, so dass ich froh war, auf ein etwas angestaubtes Schulenglisch zurück greifen zu können. Floriane Daniel las hervorragend und ist für Lesungen super geeignet. Die Autorin selbst las ihren Part übrigens nicht aus dem Buch, sondern vom Smartphone....auch mal etwas Besonderes.


© Sonja Kochmann


In einer vorgelesenen Szene spielt im Radio ein Lied von Tim McGraw. Beim Signieren sprach ich Karen Rose auf diesen Interpreten an und sie ist in der Tat ein großer Countryfan!


© Sonja Kochmann


Im Laufe des Abends erfuhren wir, dass die Autorin bereits als Lebensmittelchemikerin und Lehrerin tätig war. Sie schrieb 5 Jahre im Geheimen, bis ihr Mann ihr einen Ratgeber für Autoren kaufte und sie zu einem Treffen mit anderen Autoren nötigte. 

Diesen Mann lernte sie übrigens bei einem Blind Date auf einer Überraschungsparty kennen, bei der die beiden die einzigen Gäste waren. (Das ist bei Autoren scheinbar üblich. s.a. Susan Elizabeth Phillips HIER).

Ihr Mann arbeitete als Therapeut mit Verbrechern, was bereits zu einer massiven Bedrohungssituation für ihre Familie geführt hat. Diese Bedrohung war für die Familie Auslöser für einen Neustart und einen Umzug wie auch für die Romanfigur Faith. 

Sie selbst sieht sich jedoch nicht als ängstliche, sondern als vorsichtige Person. Denn Serienkiller könnten überall sein. Dies führt häufig zu Neckereien innerhalb der Familie.

Vorsicht! Schreibt Karen Rose gerade an einer Szene mit einem Bösewicht, sollte man sie nicht anrufen oder an ihre Bürotür klopfen, die Resonanz könnte .....ich verrate nichts.

Obwohl die Autorin eine Schnellschreiberin ist (3 Monate für das Manuskript - bisheriger Rekord 17 Tage - , ca. 5 Monate für die restlichen Arbeiten), ist der Anfang stets das Schwerste. Wichtig ist auch der Bösewicht, denn der ist ausschlaggebend für die anderen Figuren.

Der Bösewicht kann auch noch so böse sein. Kinder und Tiere sind vor ihm sicher. (Hier kommt wohl die Lehrerin durch.)

Interessant ist auch die Gemeinsamkeit mit "ihrem FBI Agenten" denn hätte Karen Rose nicht einen guten Frisör, wäre sie bereits seit frühster Jugend schneeweiß. 

Aufgrund eines Reitunfalls musste Karen Rose ihr Hobby Reiten aufgeben und vergnügt sich nun mit "vampire novels" und Malen und Wein. (Hierbei wurde ordentlich gelacht.)  Es war ein lustiger und spannender Abend. Vielen Dank an alle Beteiligte.


© Sonja Kochmann


Rezension // Mein Blaubeersommer: Rezepte zum Verlieben von SONJA


"Der Sommer der Blaubeeren" von Mary Simses ist ein wundervolles Buch. Als Nachgang zu diesem mit köstlichen Blaubeerkuchen und Co. gespickten Roman rief der Bassermann Inspiration Verlag dazu auf, die besten Rezepte mit Blaubeeren einzusenden. 

© Sonja Kochmann

Das Buch ist mit kräftigen leuchtenden Farben gestaltet, so dass es allein schon Spaß macht, in diesem Buch zu blättern. Ich persönlich finde bei Koch- und Backbüchern die Fotos und auch die Farbgebung bei der Rezeptgestaltung sehr wichtig. Dies ist hier super gelungen.

Die Rezeptresultate sind auf den Fotos auf altem Geschirr (sprich: Vintagegeschirr) angerichtet. Man hat gleich das Gefühl, das hat Oma gemacht; das wird schmecken.....wer dies auch ausprobieren will, sollte zu diesem Buch greifen. Volle Punktzahl. 

Für die Stadtmenschen gibt es sogar ein Foto, wie Blaubeeren am Strauch aussehen. ;) 

Ich bin dann mal unterwegs zum Ofen, den Kuchen rausholen.....



Verlag: Bassermann Inspiration
erschienen: 2015
Seiten: 80
ISBN: 978-3572081905


© Sonja Kochmann



Mittwoch, 4. November 2015

Rezension // Robin Gold - Mein Stück vom Himmel von SONJA


Clover Gray steht nach dem Ruin ihrer Bäckerei vor dem bankrott. Doch sie bekommt eine einzigartige Chance. Sie nimmt an einem TV-Wettbewerb teil, der das beste Eis des Landes sucht. Einzigartiger Gewinn: 2 Millionen Dollar! Was sie jedoch in dem Wettstreit mit den anderen 4 Konkurrenten erwartet, hätte sie nie für möglich gehalten!

Etwas irreführend finde ich den deutschen Titel, der für mich rein gar nichts mit dem Buch zu tun hat. Da ich bereits das Buch "Die Liste der vergessenen Wünsche" der Autorin gelesen hatte, lies ich mich jedoch nicht täuschen und wurde in eine Lesegenusswelt entführt. Denn der englische Titel "An Eclair to remember" wäre hier deutlich passender gewesen.

Der lockere leichte Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass die Leserin (Entschuldigung - Es ist definitiv ein Frauenroman!) bereits auf den ersten Seiten zu einer Art Freundin für Clover für Clover wird. 

Wer jedoch unter Gewichtsproblemen leidet und gerade eine Diät durchmacht, wird hier in arge Versuchung geführt. Hier wird gebacken und Eiscreme gerührt, so dass auch ich das ein oder andere mal etwas Süßes beim Lesen brauchte.

Der Wettbewerb erinnert an die Talentshows im Fernsehen. Motto: "Fressen oder gefressen werden." Die Stimmung der Shows und das "Hickhack" der Kontrahenten wurde gekonnt umgesetzt und man fieberte von Entscheidungsshow zu Entscheidungsshow mit. Die Gefühle Hass, Neid, Trauer und auch Liebe kollidieren miteinander. Denn jeder Teilnehmer hat seine eigenen Gründe, warum er das Geld benötigt. Und....es gibt auch jemanden der falsch spielt.

Das Eis erotisch sein kann und Frauen schnippisch und frech sein können, wird mit diesem Buch bewiesen.

Ob Clover ihr Glück findet oder der Sabotage unterliegt? Lest selbst! Volle Kalorien- .....äh Punktzahl!


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 416
ISBN: 978-3764505356



© Sonja Kochmann