Freitag, 29. April 2016

Rezension // [Hörbuch] George R.R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer: Sturm der Schwerter (5) von SINA


© Sina Frambach
Der Bürgerkrieg tobt, die Intrigen gehen weiter, das Spiel um den Thron ist noch lange nicht fertig. König Joffrey versucht, den Thron zu halten. Hier hat er Hilfe von seinem Großvater und seiner Mutter. Robb Stark hofft auf die Hilfe seiner Verbündeten, um König des Nordens zu bleiben. Und Daenerys will sich die Krone zurückerobern. Dafür kauft sie sich eine Armee von Unbefleckten, die keine Schmerzen kennen.

Der fünfte Teil ist grausamer und gleichzeitig emotionaler als seine Vorgänger. Gerade durch die wechselnden Perspektiven der einzelnen Kapitel – jedes Kapitel wird aus Sicht einer anderen Figur erzählt – bekommt man einen guten Einblick in die Gefühle und Gedanken der einzelnen Charaktere.




So hat mich diesmal Jaime positiv mit seinen Gedanken überrascht. Fast wächst er einem ans Herz, wenn nicht doch immer wieder das Schlechte überwiegen würde.
Meine Lieblinge sind jedoch immer noch Tyrion Lennister, Jon Schnee und Daenerys Targaryen.
Jon und Daenerys entwickeln sich zu zwei sehr selbständigen Personen. Dany wird sehr selbstständig, während Jon sein Ehrgefühl entdeckt.

Viele Kämpfe werden ausgefochten und diese auch im Detail beschrieben. Und diese Detailtreue zeigt sich auch bei anderen Dingen. Kleider, Landschaften, Emotionen – gerade dies ist mir wieder positiv aufgefallen.




Faszinierend finde ich, dass der Autor bei den gefühlt 1000 verschiedenen Namen nicht den Überblick verliert. Seine Notizen über die einzelnen Personen müssen allein ein paar Bücher füllen.

Besonders erwähnenswert ist in diesem Band Samwell Tarly, ein Mann der Nachtwache. Er stellt sich seinen Ängsten – von denen er nicht wenige hat. Durch gewissen Umstände muss er Mut beweisen und wird so zu meinem persönlichen Helden. Hier bin ich gespannt, wie es mit ihm in den Folgebänden weitergeht.



Der Sprecher Reinhard Kuhnert übertrifft sich mal wieder selbst. Sei es durch die verschiedenen Stimmlagen, das Singen von Liedern, Vortragen von Geschichten und Gedichten oder einfach der Spannungsaufbau. Ich kann ihm einfach stundenlang zuhören und zähle ihn mittlerweile zu meinen Lieblingssprechern. Er hat eine sehr faszinierende Art. 

Fazit:
Die Reihe wird einfach immer besser. Und deswegen gibt es wieder die volle Punktzahl von mir.

Verlag: RandomHouse Audio
erschienen: 2013
Länge: 23 Std., 48 Min.
Format: 4 mp3-CDs
ISBN: 978-3-8371-2018-9

Donnerstag, 28. April 2016

Rezension // J. R. Ward - Black Dagger: Sohn der Dunkelheit (22) von SINA

Während Qhuinn merkt, dass er vielleicht doch mehr für Blay empfindet, als er sich eingestanden hat, ist es Blay, der nun zurückrudert und versucht, nicht mehr Gefühle aufflammen zu lassen. Doch wäre alles so viel einfach, wenn sie miteinander reden könnten. Aber es bleibt kompliziert und Qhuinn merkt nun viel intensiver, wie sehr ihm eine Familie fehlt. Und ist es wirklich eine gute Lösung, mit Layla eine Familie zu gründen? Qhuinn verfällt immer mehr ins Grübeln.
Assail, der neue Drogenboss in der Stadt, trifft auf Sola, die als Einbrecherin diversen Tätigkeiten nachgeht. Hier fliegen die Funken und Sola, die als Mensch keinerlei Ahnung hat, was Assail ist und macht, geht dabei ein hohes Risiko ein. 
Xcor mischt wieder kräftig mit, doch geht im die Auserwählte Layla nicht mehr aus dem Kopf und er hofft nichts sehnlicher, als sie endlich wiederzusehen.

Ich habe den Vorgänger schon über alle Maßen gelobt und eigentlich könnte ich die Rezension nicht toppen, doch ich muss. Denn "Sohn der Dunkelheit" ist mit Abstand eines der besten Bücher der Black Dagger-Reihe. Nur die Geschichte um Zsadist und Bella ist noch mein Favorit.

Die Autorin geht sehr gefühlvoll an das Paar Blay und Qhuinn heran. Mehr als einmal standen mir Tränen in den Augen und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als das die beiden endlich ihre Bestimmung finden. Qhuinn hat man noch näher kennengelernt und seine Vergangenheit ist mehr als furchtbar. Seine Sehnsucht nach einer Familie konnte ich so sehr nachvollziehen.

Aber es geht nicht nur um Blay und Qhuinn, auch die neuen Protagonisten bzw. alte Nebencharaktere kommen zu Wort. Allen voran Trez, der eine Sucht entwickelt. Er vergnügt sich jeden Abend mit ein oder zwei Frauen, um seiner Bestimmung davonzulaufen, sich mit der Prinzessin einer Auserwählten zu verheiraten.  Und dann trifft er die Auserwählte Selena, und es ist um ihn geschehen.
Genauso auch Assail, der mit seinen Drogengeschäften so manches durcheinanderbringt. Er trifft auf Sola, eine Menschenfrau. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, doch wissen sie, dass es gefährlich wird, wenn sie sich aufeinander einlassen.
Und Xcor, der sich immer noch nach Layla sehnt, kann sich fast nicht mehr auf seine Aufgabe konzentrieren. 

Es liegt sehr viel Liebe in der Luft. Aber alles ist kompliziert. So ist es aber eben bei den Black Dagger. Einfach geht nicht, es muss immer um 100 Ecken gehen und das ist ja das interessante an der Reihe. Das Melancholische, das Traurige, der Hang zum Drama und vor allem der Stolz, der bei den Brüdern so ausgeprägt ist und allen im Weg steht. 

Die Autorin findet auch immer wieder neue Ideen, wie ihre Protagonisten denn letztendlich zusammenkommen und ob es wirklich eine Zukunft für sie gibt.

Das Ende des Buches hat mich persönlich fast umgehauen und die Tränen flossen dann auch über. Es war sehr emotional und hat  - trotz des harten Images der Bruderschaft - einfach perfekt gepasst. 

Eigentlich sind nun alle unter der Haube, doch hat die Autorin sich ja auch einiges einfallen lassen. Denn es muss ja weitergehen. So gibt es im Hause der Bruderschaft neue Mitbewohner, die von Neben- zu Hauptcharakteren aufgestiegen sind und die es nun zu "verkuppeln" gilt. Ich bin gespannt, wie nun alles weitergesponnen wird.

Fazit:
Sehr emotional, sehr aufwühlen, sehr Black Dagger. Von mir gibt es die volle Punktzahl.

Verlag: Heyne
erschienen: 2014
Printseiten: 432
Format: Taschenbuch

ISBN: 978-3-453-31519-8


s. a. Bibliografie J. R. Ward

Mittwoch, 27. April 2016

Rezension // J. R. Ward - Black Dagger: Seelenprinz (21) von SINA

Qhuinn verzehrt sich so sehr nach Blay, dass er seit einem Jahr abstinent lebt und sich keinem anderen Partner zuwenden kann. Auch sein Wunsch nach einer Familie, da seinige ihn ja abgelehnt hat, wird immer stärker. So kommt es ihm fast gelegen, dass die Auserwählte Layla in die Triebigkeit fällt und ihn braucht, ihr da hindurch zu helfen. Dass als Nebeneffekt ein Kind gezeugt werden könnte, ist Qhuinn dabei sehr recht. Doch hängt sein Herz immer noch an Blay und bestimmt sein Leben und seine Träume.
Die Lesser fangen an, sich immer mehr zu positionieren, doch auch die neu aufgetauchte Bande rund um den Vampir Xcor ist der Bruderschaft ein Dorn im Auge. Xcor allerdings ist fasziniert von der Auserwählten Layla, die ihm mit ihrem Blut das Leben gerettet hat.

Nach über 20 Bänden ist es schwer, eine Rezension zu schreiben, die die Begeisterung für diese Reihe ausdrückt. Und dann noch, wenn man sich die Geschichte um Qhuinn und Blay so sehr herbeigewünscht hat. Ich weiß einfach nicht, was die Faszination ist, die gerade diese beiden auf mich ausüben. Nicht nur, weil sie das erste homosexuelle Paar sind, dem sich die Autorin widmet, nein, auch ihre Art und die besondere Freundschaft, die sie alle verbindet.

Die Autorin hat einfach eine spannende und prickelnde Idee gehabt, als sie die Bruderschaft rund um die Black Dagger erfunden hat. Diese dann in Caldwell, in der Großstadt New York anzusiedeln, um damit einen großflächigen Aktionsradius zu schaffen, gibt allem dann den nötigen Kick. Viele verschiedene Orte können dadurch genutzt werden, sei es das Rotlichtmillieu, die umstrittenen Bar- und Kneipenmeile, in der so manch zwielichtiges Geschäft abgeschlossen wird. Oder die gehobenen Viertel, hinter denen die Glymera (der Adel) agiert und auch so manch brüchiges Geschäft abgeschlossen wird. Es gibt einiges, das schon erzählt wurde, doch ist auch noch ein großer Spielraum vorhanden. Und es wird bestimmt noch einiges passieren.

Aber zurück zu Band 21 und der vermeintlichen "Liebesgeschichte" um Qhuinn und Blay. Die beiden schleichen schon so einige Zeit umeinander herum, haben aber aufgrund diverser Vorkommnisse in der Vergangenheit beide ihre berechtigten Zweifel.
Hierbei wird abwechselnd aus Qhuinns und Blays Sicht erzählt und beiden wird damit Gehör geschenkt.
Wie die beiden so mit ihren Gefühlen klarkommen müssen, kann ich natürlich nicht erzählen, dies muss man selbst lesen. Doch kann ich eins versprechen, es lohnt sich.

Weiter lernt man Xcor und seine Bande näher kennen. Hier weiß ich echt noch nicht, was ich von denen halten soll. Xcor ist darauf aus, den König vom Thron zu stoßen, doch hat er manchmal Anfälle von Zweifel und suhlt sich auch ein bisschen in Selbstmitleid. Und dann stößt er auch noch auf die Auserwählte Layla und fühlt sich zu ihr hingezogen.

Die Lesser kommen etwas zu kurz in diesem Teil, aber sie sind immer noch eine Gefahr und sind - wenn auch nicht körperlich - ständig präsent. Die Bruderschaft muss sich immer wieder auf Angriffe gefasst machen.

Ich könnte noch stundenlang schwärmen. Seit der Geschichte rund um Zsadist und Bella habe ich keinen so gefühlvollen Band mehr von der Autorin gelesen. Klar ist, dass in jeder Geschichte rund um einen der Brüder viel Gefühl liegt, doch hier hat sich J. R. Ward geradezu verausgabt und einfach etwas richtiges zu Papier gebracht. Ich bin gespannt, wie sie dies im nächsten Band noch toppen will und welche Hürden von allen noch überwunden werden müssen.

Fazit:
Qhuinn und Blay sind das neue Traumpaar der Bruderschaft - auch wenn sie sich nicht wollen. Von mir gibt es 10 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2013
Printseiten: 464
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-453-31518-1

s. a. Bibliografie J. R. Ward

Dienstag, 19. April 2016

Rezension // J. R. Ward - Black Dagger: Schattentraum (20) von SINA

Tohr versucht gegenüber No´One keine Gefühle zuzulassen. Zu stark sind seine Erinnerungen an seine verstorbene Shellan Wellsie. Doch er merkt, dass er etwas ändern muss, damit Wellsie, die im Zwischenreich festhängt, endlich in den Schleier gehen kann. Aber es ist schwer für ihn und auch gegenüber No`One nicht fair. Und so vergeht die Zeit ohne dass sich etwas tut. 
Währenddessen haben sich John und Xhex festgefahren und ihre Verbindung scheint zu zerbrechen. John weiß, dass er der Auslöser dafür war, doch seine Sorge um Xhex hat dazu geführt, dass sie sich immer weiter voneinander entfernen. Bis John die Chance sieht, seine Frau für sich zurückzugewinnen.
Qhuinns Gefühle fahren Achterbahn und er hat nur noch eins im Sinn: Blay. Bis er und die Auserwählte Layla ein Übereinkommen schließen, dass alles auf den Kopf stellt.

Auch der 20. Band und der zweite Teil rund um Tohr und No`One ist rasant wie nichts. Innerhalb kürzester Zeit habe ich ihn quasi inhaliert und war fast schon enttäuscht, dass die Geschichte zu Ende war. 

Wieder ist das Buch in mehrere Stränge unterteilt. In erster Linie geht es Tohr und No`One und vor allem Tohrs Weg, seiner im Zwischenreich gefangenen Wellsie zu helfen, endlich die Erlösung zu finden und in den sog. Schleier (den Himmel der Vampire) eintreten zu dürfen. Doch wie er es schaffen kann, sie daraus zu befreien, ist ungewiss und so muss er verschiedene Dinge ausprobieren. Ob er letztendlich den richtigen Weg findet, kann ich natürlich nicht verraten.
No`One, die ich im ersten Teil noch etwas unscheinbar fand, mausert sich hier zu einer wahren Kämpfernatur, soweit dies ihr Charakter zulässt. Sie ist eher zurückhaltend und versucht, allen alles Recht zu machen. Dabei denkt sie nicht an sich, sondern zuerst an alle anderen. Und so merkt sie erst recht spät, was sie selbst eigentlich will. Aber als es endlich Klick macht, zieht sie für sich die bestmöglichen Schlüsse daraus.

Der zweite Strang erzählt von der Krise zwischen John und Xhex. Beide entfernen sich immer mehr voneinander, sehnen sich aber danach, endlich wieder zusammensein zu können. Das Dilemma zwischen den beiden kam mir eher vor wie Kindergarten. "John hat mich geärgert, also ist er nicht mehr mein bester Freund" - Xhex versinkt daher auch etwas in Selbstmitleid. Und John sucht verzweifelt nach einer Lösung.

Auch Qhuinn bekommt wieder einige Kapitel, in denen man in sein Gefühlsleben sehen kann. Hier bin ich gespannt, wie sich alles entwickelt und wünsche ihm sehr, dass er endlich Erlösung findet. Jedoch fand ich seine Entscheidung am Ende des Buches sehr fragwürdig und frage mich, was er genau damit bezweckt. Ich persönlich halte es für einen großen Fehler. 

Der "böse" Strang widmet sich wieder Xcor und seiner Bande, die immer mehr Einfluss zu haben scheint. Ihr Vorhaben, den König zu stürzen, muss vorbereitet werden und dabei ist ihnen jedes Mittel  recht. Was ich von Xcor halten soll, kann ich nicht so richtig einschätzen. Einerseits ist er  der knallharte Kerl, der den Thron will. Andererseits hat er Gewissensbisse und Selbstzweifel. Seine Entwicklung hat mir am besten gefallen und ich bin sehr gespannt, wie es mit ihm weitergeht. 

Insgesamt hat mir der 20. Band sehr gut gefallen. Wie immer schafft die Autorin es, die Entwicklung der einzelnen Charaktere und die Vorbereitung auf kommende Bände sehr gut miteinander zu vermischen. 
Auch nach 20 Bänden über die harte Kerle mit ihrem weichen Kern hat die Faszination nicht abgenommen und ich möchte noch sehr viel mehr über die Vampire lesen. Aber für Nachschub ist ja schon reichlich gesorgt.

Fazit:
Vampire sind - zumindest für mich - noch lange nicht out. 9 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2013
Printseiten: 464
Format: Taschenbuch

ISBN: 978-3-453-31027-8


s. a. Bibliografie J.R. Ward



Rezension // Geneva Lee - Royal Desire von SONJA


Clara hat ihre Beziehung zu Prinz Alexander beendet. Doch dieser Mann ist kein Mann, der sich so einfach aus dem Leben entfernen lässt. Er ist überall präsent. Kann Clara dieser Anziehungskraft widerstehen und will sie dies überhaupt?

Diese Reihe hat eine faszinierende Wirkung. Bereits der erste Band hat mich gepackt und so habe ich mich gefreut, dass mir Band 2 mit ein bisschen Schokolade den Krankenhausaufenthalt ordentlich versüßen konnte.

Obwohl das Buch in vielen Punkten (Arbeit in einer Agentur, Beschreibungen einer Luxuswohnung, komplizierte Vorbeziehungen) der "Lost in You" Reihe von Jodi Ellen Malpas gleicht, fand ich die englische Atmosphäre einfach passend. (Vielleicht sollte ich doch einmal einen englischen Kurztrip einplanen.)

Die Kombination der beiden Protagonisten aus Mädchen mit Reichtum und Prinz von England dürfte jedem, der einmal beim Frisör saß, bekannt vorkommen. Daher fand ich die angesprochenen Probleme wie die Erwartungshaltung der Familienmitglieder, der Presse und auch des Königs interessant. Wer hat nicht schon mal darüber gegrübelt, was wohl Kate und William so alles hinter den Vorhängen des Palast aus zu stehen hatten/haben.

Zurück zu Clara und Alexander, denn beide finden hier einen Weg, der Band 1 deutlich übertrifft. Selbst mit Essstörung kann Essen orgiastisch sein. Wer bei Band 1 die fehlende Handlung bemängelte (hab ich hier und da gelesen), wird hier versöhnlich gestimmt.

Auch die Nebenfiguren wie Edward, David und Pepper bieten ordentlich Abwechselung und Zündstoff. Doch wer Band 3 noch nicht hat, sollte gewarnt sein, wie in jedem Märchen gibt es Monster, Hexen und einen Bösen mit einer Waffe, was uns da noch erwartet, ich kann es kaum abwarten: volle Punktzahl!


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2016
Seiten: 384
ISBN: 978-3734102844




© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Rezension // Cathy Woodman - Auf leisen Tatzen ins Glück von SONJA


Tessa ist Tierarzthelferin mit Leib und Seele. Als auf dem Weg zur Hochzeit mit ihrer Limousine ein Hund angefahren wird, stakst sie mit Pumps und Kleid durch den Matsch, um diesen zu retten. Doch dies ist nur der Anfang vom Chaos, denn in der Kirche bittet sie ihr Exfreund Jack, die Hochzeit ganz abzusagen. Gesagt getan und da sie Heim und Job braucht, fängt sie an, in einer Tierschutzeinrichtung zu arbeiten in der auch Jack tätig ist.

Ich bin ein großer Fan der Otterhouse Veterinary Reihe der Autorin, doch ich muss leider sagen, dass die Autorin sich mehr und mehr auf die Tiergeschichten konzentriert, als auf die anbahnende Liebesgeschichte. Waren die Vorbände noch voll von witzigen Dialogen, kann sich Tessa freuen, überhaupt in ihrer einsamen und abgelegenen Einrichtung ein menschliches Wesen zu treffen.

Wie da die Geschichte von Tessa und Jack glaubwürdig geklärt werden konnte, war mir dann doch etwas zu kurz und knackig zwischen den ganzen Pfotengeschichten.

Das Wiedersehen der anderen Figuren Tierarzt Alex, Tante Fifi und Co. aus den Vorbänden fällt leider auch recht knapp aus, da die Einrichtung sogar außerhalb des kleinen bekannten englischen Vorortes Talyton St. George liegt. 
Daher vergebe ich 6 von 10 Punkten, kann aber das Buch für alle Tierfreunde und Liebhaber von Tiergeschichten durchaus empfehlen, da es hier nur so von lustigen Geschehnissen um Pfote, Huf und Schwimmhaut wimmelt.


Verlag: Blanvalet
erschienen: 2015
Seiten: 416
ISBN: 978-3734102134


Sonntag, 17. April 2016

Rezension // J. R. Ward - Black Dagger: Liebesmond (19) von SINA

© Sina Frambach
Tohrments Schmerz ob dem Verlustes seiner Shellan Wellsie stürzt ihn in eine tiefe Trauer. Sein Lebenswille ist fast erloschen und so stürzt er sich bei der Jagd nach den Lessern in gefährliche Situationen, die seinen Tod bedeuten könnten. Ein kleiner Lebensfunke hält ihn jedoch davon ab, sich endgültig zu ergeben und so führt er ein eher schattenhaftes Leben im Kreise seiner Brüder. Aber da ist dann auch noch No´One, die im Hause der Bruderschaft ein zurückgezogenes Leben führt und sich eigentlich nur einem widmen will: ihrer Tochter Xhex näherzukommen und sie richtig kennenzulernen. Tohr merkt, dass ihm No`One nicht gleichgültig ist, wehrt sich jedoch gegen seine Gefühle. Doch muss er sie zulassen, um seine verstorbene Frau endgültig in den Schleier gehen zu lassen.
Währenddessen stürzen auch Xhex und John in eine Krise, kann John es nicht verkraften, dass seine Stellan an den Kämpfen gegen die Lesser teilnimmt. Die Angst, dass ihn das gleiche Schicksal erwartet, wie Tohr, lässt John Dinge tun, die er nie so gedacht hätte. 
Und Qhuinns Gefühle für Blay werden intensiver... doch ist dieser ja mit Saxton zusammen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich nun wieder nach einem Black Dagger-Band gegriffen und zwar dem 19. der Reihe... und es war wie nach Hause kommen. In Rekordzeit habe ich den Band verschlungen, mich wieder in den Kampf mit den Vampiren gestürzt, die Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen in mich aufgenommen und mich um die Zukunft der ganzen Bruderschaft gefürchtet. 

Auch wenn der Schreibstil der Autorin recht hart ist, geflucht wird und "unanständige Dinge" in der Geschichte vorkommen, merkt man am Ende, wie gefühlvoll doch alles ist und vor allem, welche Ängste die Brüder befallen, die sich eigentlich nach Geborgenheit und Wärme sehnen. Aber ihre harte Schale überdeckt den ach so weichen Kern und so wirken sie eben egoistisch, überheblich, sarkastisch und vor allem unnahbar. In ihren eigenen vier Wänden sind sie jedoch wie ausgewechselt und man kann tief in ihr Innerstes blicken. Diese Mischung ist der Autorin einfach wunderbar gelungen.

"Liebesmond" wird abwechselnd aus der Sicht von Tohr, No´One, John, Xhex, Qhuinn sowie dem gefallenen Engel Lessiter erzählt. Von der bösen Seite sind es Xcor und Throe, die sich "zu Wort melden". Diese Abwechslung sorgt dafür, dass einem nicht langweilig wird und ständig Bewegung in der Geschichte drin ist.

Hauptsächlich geht es natürlich um Tohrment und No´One. Tohrs Leiden ist fassbar und er tut mir so unendlich leid. Doch weckt dies in mir eher den Beschützerinstinkt und ich wünsche ihm nichts sehnlicher, als dass er endlich Erlösung erlangt und die Trauer in ihm zu einem ertragbaren Maß  zusammenschrumpft. No`One ist mir immer noch unnahbar und ich kann leider keinen Bezug zu ihr erlangen. Dies ändert sich aber vielleicht im nächsten Band.
Heyne
Als Nebenstrang wird die Geschichte von John und Xhex weitererzählt. John hat eine sehr impulsive Art. Da er stumm ist, hat die Autorin es auf interessante Weise geschafft, ihn dennoch sehr lebendig "reden" zu lassen, auch wenn er dies nur mit den Händen und der Mimik tut. Mit Xhex hat John eine ebenso impulsive Frau gefunden und wenn die beiden aufeinandertreffen sprühen nicht nur die Funken, nein, es kracht gewaltig und sie schenken sich nichts. Doch die Liebe, die zwischen ihnen herrscht, ist ebenso greifbar.

Fast schleichend kommt dann noch ein dritter Handlungsstrang zu Tage. Die "Bösen" treten auf den Plan. Xcor mit seiner Bande macht den Black Daggern zu schaffen, auch wenn sie eigentlich gar nicht so richtig mit ihnen kämpfen. Trotzdem sind sie eine Gefahr. Auch wenn die Bande erst am Anfang steht, haben sie schon einen großen Einfluss und wollen den König stürzen. Xcor ist jedoch ebenfalls mit vielen Problemen behaftet und hat mehr mit sich selbst zu schaffen. Dies kann noch große Auswirkungen haben.

Qhuinn bekommt ebenfalls ein paar Kapitel gewidmet. Häppchenweise führt die Autorin hier an die Geschichte zwischen Qhuinn und Blay heran. Ich muss zugeben, dass ich interessiert bin, wie und ob sich die beiden endlich kriegen. 

Alles in allem war ich wieder begeistert von der Geschichte und werde mich nun schnellstens dem nächsten Band "Schattentraum" zuwenden. Dies ist der zweite Teil rund um Tohrment und No´One. 

Fazit:
Black Dagger - ich glaube, von denen kann ich nicht genug bekommen. Von mir gibt es - da ich noch an eine Steigerung im nächsten Band glaube - 9 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2012
Printseiten: 416
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-453-31026-1

s. a. Bibliografie J. R. Ward





Donnerstag, 14. April 2016

Rezension // Jojo Moyes - Ein ganzes halbes Jahr von SONJA


Louisa Clark ist modisch ziemlich eigenwillig. Sie arbeitet in einem kleinen Café und hat eine belanglose Beziehung mit ihrem Freund Patrick. Als sie ihren Job verliert, ist sie gezwungen, eine Stelle bei Will anzutreten. Will sitzt nach einem Unfall im Rollstuhl und braucht mehr als nur ein bisschen Hilfe...wie das aussieht, erfährt man in diesem Buch.

Ich habe dieses Buch schon lange vor mir hergeschoben, denn das dies kein "leichtes und unbeschwertes" Buch sein würde, war mir anhand des Klappentextes schon klar. Auch die Medienstimmen ließen auf ein nachdenklich stimmendes Buch schließen.

Als nun im letzten Jahr ein Fortsetzungsroman ("Ein ganz neues Leben") erschien, nahm ich mir vor, das Buch nun endlich zu lesen.

Der Schreibstil von Jojo Moyes hat mir sehr gut gefallen und obwohl des Thema des Buches kein einfaches ist, ist es der Autorin durch die Gestaltung der Protagonisten gelungen, ein leicht zu lesendes Buch mit 544 Seiten zu schaffen, dass man einfach nicht aus der Hand legen kann.

Lou ist herrlich locker und einfach und obwohl ihre Rahmenbedingungen (Arbeiterklasse, mangelnde berufliche Perspektive, Geldsorgen und Teenagererlebnisse) nicht für Unbeschwertheit sorgen, findet sie ihren Weg.

Will dagegen für den das Leben bislang alles bereit hielt (Geld, Vermögen, Job mit Führungsposition, Modelfrau) sieht sich in einer hoffnungslosen Situation. 

Beide treffen aufeinander und die Dialoge sind teilweise erfrischend sarkastisch, zynisch und auch wieder liebevoll. Auch die Nebenfiguren wie Patrick, der Pfleger, die Eltern und die Geschwister von Lou und Will sind nennenswerte Figuren. 

Lou und Will finden auf eine besondere Art und Weise zu einander doch....es ist ratsam für das gesamte Buch Taschentücher bereit zu legen. Volle Punktzahl und ich MUSS noch mehr von dieser Autorin lesen!

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2015
Seiten: 544
ISBN: 978-3499266720

© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

Rezension // Andreas Winkelmann - Killgame von SONJA


Gefangen in einem Loch im Wald. Gequält und dann doch in die scheinbare Freiheit entlassen. Ein junges Mädchen flieht panisch durch den Wald, bis ein Pfeil an ihr vorbei zischt.

Unterdessen versucht Dries Torwellen seine Nichte Nia zu finden und stößt auf einen Anbieter, der in den tiefen Wäldern Kanadas ein unglaubliches Urlaubserlebnis anbietet.

Dieses 10. Buch des Autors ist mein 1.  Da mich das Thema des Klappentextes ansprach, musste ich dies unbedingt lesen. 

Der Schreibstil ist klar und fix zu lesen und durch die zackige spannende Handlung, muss man einfach immer weiter lesen.

Der Leser ist anfänglich ähnlich unwissend, wie die ermittelnde Hauptfigur Dries Torwellen. Denn die beschrieben Frauen sind im Text namenlos. Erst im Verlauf der Handlung werden Zusammenhänge und Verknüpfungen klar. Dieses Schreibkonzept fand ich sehr mitreißend, da man schließlich immer miträtselt.

Die Idee mit der Menschenjagd ist sicherlich nicht neu, wurde aber hier spannend und lebhaft umgesetzt. Wer es nicht so blutrünstig mag, muss vor diesem Buch keine Angst haben. Hier wird mehr auf den psychologischen Effekt gesetzt. 

Abzüge gibt es allerdings für mich aufgrund des Aspektes um Dries Zwillingschwester, die - soviel kann man verraten - nicht mehr am Leben ist. Der Zwillingskult und der Glaube an die Schwester waren mir zu weit hergeholt und teilweise auch zu mystisch. Aufgrund des packenden Schreibstil wäre die Geschichte auch ohne dieses Element ausgekommen; daher 8 von 10 Punkten.


Verlag: Wunderlich
erschienen: 2016
Seiten: 432
ISBN: 978-3805250801


© Sonja Kochmann

Rezension // Marissa Meyer - Wie Schnee so weiß von SONJA


Lunas grausame Königin Levana fürchtet um ihre Herrschaft, denn ihre schöne Stieftochter Prinzessin Winter ist dem Volk sehr nahe. Als diese beschließt, Winter töten zu lassen, macht diese sich auf die Suche nach Prinzessin Selene, die einzig wahre Königin.

Der Abschluss der Luna Chroniken ist da. Wer bislang von dieser Reihe noch nichts gehört hat, wird sich mit diesem Band schwer tun. Selbst mir fiel es aufgrund der großen Zeitspanne zwischen den Erscheinungsterminen sehr schwer, wieder in die Geschichte hineinzukommen.

Es dauerte eine Weile bis ich die Chronologie der bisherigen Geschehnisse und die EIgenarten der durchaus liebgewonnen Charaktere wieder intus hatte.

Auch hatte ich beim Lesen streckenweise das Gefühl, dass in dem finalen Band das "große Ende" mit sogenannten Showdown schleichend vorbereitet wurde. Ich fand es an einigen Stellen etwas zu langatmig, obwohl mir der lockere Schreibstil der Autorin sehr zusagt.

Winters Geschichte ähnelt in diesem Fall Schneewittchen (In der Vorbänden waren es zur Erinnerung Schneewittchen, Rotkäppchen und Rapunzel). Die charakteristischen Merkmale des ursprünglichen Märchens (Apfel, Sarg, Kuss) sind originell in die Geschichte mit besonderen Abweichungen eingearbeitet. Wie verrate ich natürlich nicht.

In diesem Band kommen natürlich alle Figuren wieder zusammen und man hat das Gefühl eines großen Familientreffens: Cinder, Kai, Iko, Cress, Thorne, Wolf, Scarlet, Winter, Jacin und viele mehr haben ihren Auftritt im gelungenen Abschluss und wenn sie nicht gestorben sind...

Daher vergebe ich 8 von 10 Punkten und hoffe, dass die Autorin noch viele tolle Ideen für neue Projekte hat.



Verlag: Carlsen
erschienen: 2016
Seiten: 848
ISBN: 978-3551582898

© Sonja Kochmann

Rezension // Natalie Matt + Silas Matthes - Kings & Fools: Vermisste Feinde (5) von SINA


© Sina Frambach
Die Ereignisse spitzen sich so langsam zu. Der Angriff auf den Internatsleiter gibt Noel und Sam zu denken und als Jon von Noel verlangt, sich von Sam fernzuhalten, kommen Noel erhebliche Zweifel, ob die Mission, die vor ihnen liegt, wirklich die Richtige ist. Doch Jon ist stur und uneinsichtig, sein Weg ist das Ziel und er verfolgt ihn mit allen Mitteln. Noel aber sucht Verbündete, die mit ihm nach der Wahrheit suchen. Und auch wenn er Sam verletzt hat, ist sie immer noch auf seiner Seite. Der Brennende König wird es nicht leicht haben.

Auch mit dem fünften Teil hat die Faszination rund um das Internat Favilla und die dort ansässigen "Schüler" nicht abgenommen. Dies liegt aber auch daran, dass das Tempo der Geschichte nun richtig angezogen hat und man gerade überhaupt nicht mehr weiß, wem man denn alles trauen kann. 
Ich möchte hier nämlich gleich mal auf das Ende des Buches anspielen, als Personen auftauchen, mit denen man gar nicht gerechnet hat. Alles, was ich mir ausgemalt habe, ist dabei wieder ins Wanken gekommen und ich bin nun vollends verwirrt, wie und wo und vor allem warum sich denn alles so entwickelt.


Dieses Verwirrspiel gefällt mir außerordentlich gut und ich bin sehr gespannt, wie denn der sechste Teil der Reihe ausfallen wird. Wird alles aufgelöst? Oder wird es ein weiteres Verwirrspiel geben? Ich bin auf jeden Fall schon sehr nervös und freue mich auf den letzten Band.

Wie immer bin ich begeistert vom Schreibstil der beiden Autoren. Ich kann wirklich nicht sagen, wann sich die beiden abgewechselt haben oder ob einer schreibt und der andere überarbeitet oder sie vielleicht doch zusammen an den jeweiligen Kapitel sitzen. Im Nachwort schreibt der Pate der beiden Autoren, Bernhard Hennen, dass ihm besonders gut eine Szene gefallen hat, die Natalie geschrieben hat. Ich habe mir diese Szene nochmals durchgelesen und versucht, mir vorzustellen, ob sie sich grundlegend von anderen unterscheidet. Dies tut sie in meinen Augen nicht. Sie ist einfühlsam, schön geschrieben und interessant, aber das ist der Rest des Buches eben auch. Die  beiden sind einfach ein eingespieltes Team und ich hoffe, dass sie sich entscheiden, noch einiges zusammen zu schreiben.


Aber zurück zur eigentlichen Geschichte. Die Ereignisse überschlagen sich. Am Anfang kommt es zu einem Anschlag auf Jon, den Internatsleiter. Ja, Jon... er war mir in den ersten Bänden schon sehr suspekt, aber nun hat er wirklich den Vogel abgeschossen. Seine Forderungen sind überspitzt, er scheint nur an seinen Plan zu denken, ohne Rücksicht auf Verluste. Er gibt nur das Nötigste preis und dies führt dazu, dass Noel anfängt, an ihm zu zweifeln. Aber auch ich bin mir überhaupt nicht mehr sicher, ob Jon Gutes im Schilde führt. Insgeheim hoffe ich es jedoch noch.

Noel an sich hat in diesem Band einiges durchzustehen. Nicht nur die Forderungen von Jon soll er erfüllen, er muss sich auf eine Mission mit ungewissem Ausgang begeben und seine Freunde beschützen. Er weiß nicht, wem er trauen kann. Und dies führt bei ihm zu Konflikten, die letztendlich nur von ihm ausgetragen werden können. Ob er sich dabei richtig entscheidet, kann ich noch nicht sagen. Dazu muss ich jetzt noch den letzten Teil lesen. 


Großes Lob auch wieder an das tolle Cover. Die Reihe ist im Regal ein absoluter Hingucker.

Fazit:
Eine interessante Reihe mit tollen Charakteren und dem richtigen Hang zur Dramatik und Spannung. Von mir gibt es dafür wieder die volle Punktzahl.

Verlag: Oetinger34
erschienen: 2016
Printseiten: 224
Format: Softcover
ISBN: 978-3-95882-073-9







Mittwoch, 13. April 2016

Rezension // Björn Springorum - Der Ruf des Henkers von SINA

Während einer Hinrichtung in seinem kleinen Heimatdorf wird Richard Winters durch einen Zufall zum Retter seiner geliebten Elizabeth und zum Lehrling des berüchtigten Henkers William Calcraft. Calcraft ist ein gefürchteter Mann - nicht nur, weil er eben Hinrichtungen ausführt, sondern oftmals dabei grausame Methoden anwendet. Richard zieht mit Calcraft durchs Land und lernt den Tod von vielen Seiten kennen und schätzen. Aber auch seinen Meister. Und bald merkt er, dass Calcraft eine besondere Mission hat - denn Wechselbälger überrennen England und der Henker hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese auszulöschen. Und Richard soll sein Nachfolger werden. Doch Richard muss immer wieder an Elizabeth denken und ob er wirklich als Henker arbeiten will. Bis er in London eine schreckliche Entdeckung macht.

Ich muss zugeben, dass ich nur des Covers wegen zu dem Buch gegriffen habe und gar nicht genau wusste, was denn da auf mich zukommt. Aber letzten Endes war ich positiv überrascht.

Richard ist eigentlich ein sehr naiver junger Mann, der sich gerne sagen lässt, was er tun und lassen soll. Auch hinterfragt er die Methoden seines Meisters nicht näher und lässt sich gerne von ihm abspeisen. Und so bleibt er in Calcrafts Diensten und lässt sich widerwillig zum Henker ausbilden. So tingeln die beiden durch England von einer Hinrichtung zur nächsten. Nebenbei lernt Richard so einiges und merkt auch bald, dass es seinem Meister gar nicht um den Tod von Dieben, Mördern und Schändern geht, sondern um das Jagen von Wechselbälgern.

Schlagartig hat sich damit das Buch für mich gewandelt und wurde interessanter. Denn ich hatte etwas Mühe, in die ganze Geschichte reinzukommen. Sie plätscherte erst vor sich hin und es dauerte etwas, bis Fahrt aufkam. 

Richard kann man richtig zusehen, wie er erwachsen wird, auch wenn er mit seinen Gedanken immer wieder bei Elizabeth landet. Trotzdem verliert er vorerst nicht das Ziel aus seinen Augen, Wechselbälger zu jagen. 
Sein Meister William Calcraft ist das genaue Gegenteil von Richard, aber hinter seiner harten Schale steckt ein weicher Kern.
Calcraft hat übrigens wirklich gelebt und als Henker gearbeitet. Er muss ein grausamer Mensch gewesen sein, der seinen Beruf mehr als geliebt haben muss. 

Der Schreibstil des Autors war sehr flüssig zu lesen und ab Mitte des Buches hat er es auch geschafft, mich zu fesseln. Mein Kopfkino hatte viel zu tun, gerade bei der Beschreibung des Gefängnisses in London und auf den Kämpfen. Die Wechselbälger an sich waren detailliert dargestellt und wirkten irgendwie faszinierend.

Gegen 3/4 des Buches gab es für mich dann wieder eine kleine Durststrecke, doch der Showdown am Ende hat alles wieder wett gemacht. Denn dort gab es eine kleine Überraschung. Das Ende war für mich mehr als befriedigend. 

Sogar eine kleine Hoffnung hat sich breit gemacht. dass es vielleicht einen zweiten Teil geben könnte. Denn Richard ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich würde gerne noch mehr von ihm lesen. 

Auch die Nebencharaktere sind toll gezeichnet und ausgereift. Hier würde ich mich ebenfalls über ein Wiederlesen freuen. So z. B. Rose, einer jungen Frau, die Richard eine gute Freundin geworden ist. Oder Ben, ein jüdischer Gasthaus-Besitzer, der mit seinem Wissen und seiner Freundlichkeit eine große Stütze für alle Beteiligten ist.

Für alle, die das Buch schon gelesen haben, gibt es auch ein kleines Quiz.

Fazit: 
Mal was anderes und deswegen sehr empfehlenswert. Aufgrund der kleinen Längen gibt es von mir 8 von 10 Punkten.

Verlag: Thienemann
erschienen: 2016
Printseiten: 352
Format: ebook
ISBN: 978-3-522-62132-8





Lesung // Iny Lorentz - Die steinerne Schlange von SONJA


Durch Stöbern auf der Verlagsseite von Droemer Knaur entdeckte ich vor einigen Wochen den PraeHistorischen Salon. 

Den was?

Den Praehistorischen Salon des Niedersächsichen Vereins für Urgeschichte e.V.


Folgende Links kennzeichnen wir gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:

 (http://www.landesverein-urgeschichte.de/PraeHistorischer_Salon/praehistorischer_salon.html). 


© Sonja Kochmann


Autoren ausgewählter historischer Romane dürfen ihre Romane im Landesmuseum in Hannover vortragen. Doch um diese Lesung mit den Fakten zu verknüpfen, werden durch anwesende Historiker und andere Experten einige interessante Details erzählt.


© Sonja Kochmann


Am gestrigen Abend waren das Autorenehepaar Elmar und Iny zu Gast, die unter dem Namen Iny Lorentz eine unglaubliche Vielzahl von Büchern verfasst haben. Das neuste Werk 

"Die steinerne Schlange" 

wurde vorgestellt und die historischen interessanten Hintergründe durch die Moderation von Eckhard Wähler (Historischer Verein für Niedersachsen) und dem Althistoriker Dr. Jörg Fündling erläutert.


© Sonja Kochmann


Was auf den ersten Blick vielleicht etwas trocken klingt, dem sei gesagt, es war äußerst interessant.

Da ich bereits während meiner Schulzeit durch den Lateinunterricht von dem Thema "Rom und Römer" sehr fasziniert war (Danke an dieser Stelle für den packenden Lateinunterricht Herr Tiedje!) fand ich die Ausführungen von Dr. Fündling über Caracalla und sein Wirken spannend. 

Im Laufe des Abends scheute sich der Althistoriker auch nicht, Seitenhiebe und Vergleiche zu Game of Thrones, Gladiator und Asterix auszuteilen. Diverse Äußerungen über mögliche parteiische Quellen und Besonderheiten ließen das doch für manche so trocken geglaubte Thema als amüsant und interessant herüberkommen. 

Es ergab sich auch ein lockerer Plausch mit den Autoren über deren Werdegang und ihre Arbeitsweise. Wussten Sie zum Beispiel, dass nach langer Vorrecherche (manchmal bis zu 7 Jahre!) das Ehepaar so vorgeht: Elmar schreibt, gibt den Text an Iny. Diese korrigiert, dann geht der Text wieder an Elmar, der dann ggfs. nochmal historische Daten recherchiert und ergänzt. Dann geht der Text noch 5 weitere Male zwischen den beiden hin und her, so dass die Verlagslektoren lediglich 5% am Text ändern müssen. Durch die vielfältigen historischen Interessen des Ehepaars wären diese auch in der Lage sofort 3 Romanideen umzusetzen. Allerdings reicht beiden ein Buch pro Jahr!

Respekt!

Die Geschichte um die junge Gerhild und den besagten Feldzug war ein sogenannter Recherchefund. Denn bei einer Reise wurde Ihnen "der Floh ins Ohr gesetzt, einmal etwas Historisches über den Limes zu schreiben. Der biss dann halt zu." Ob das Buch ein Einzelband sei, konnte nicht abschließend geklärt werden, da Elmar lediglich James Bond zitierte ("Sag niemals nie") und Iny erklärte, dass die Seniorlektorin zwar gegen eine Fortsetzung sei, aber ihr Vertrag mit dem Verlag lediglich die Bedingungen enthalte, dass etwas Historisches geschrieben werden müsste. 


© Sonja Kochmann

Herr Wähler berichtete von einem anderen Autorenpaar, bei dem beim Schreiben immer Streit ausbrach, wenn Protagonisten sterben sollten. Dies sei bei Elmar und Iny nicht der Fall. Iny kommentierte dies nur trocken: "Diese Ehe hält nicht lang."

Das beide schnell und zügig arbeiten und die Handlung auch entsprechend anpassen können, wurde am Buch "Die Wanderhure" verdeutlicht. Der Verlag wollte damals das Buch nur kaufen, wenn innerhalb eines Wochenendes (!) ein Expose für die Fortsetzung vorgelegt werden konnte. Dieses wurde dann natürlich rasch gefertigt und als dann der Tod einer Person kritisiert wurde, wurde dieser Handlungsstrang auch noch umgearbeitet. (Diese musste dann aber leider etwas später sterben.)

Beide sehen ihre Produktivität und Kreativität darin begründet, dass sie sich jederzeit austauschen können, wenn der Text nicht richtig passt. Aus einem schlechten Text kann man stets einen guten machen, aber man könne nicht sofort einen guten Text erstellen.

Der Einblick in die Arbeit des Autorenehepaars und das Buch "Die steinere Schlange" mit den fachmännisch vorgetragenen Fakten hat mir sehr gut gefallen. 

Ich werde auch die Veranstaltungsdaten des PraeHistorischen Salons weiter im Augen behalten. Danke für den schönen Abend.


© Sonja Kochmann



Rezension // Lauren Rowe - The Club: Flirt von Sonja


Jonas ist stinkreich. Er kann sich alles leisten - auch eine sündhaftteure Mitgliedschaft in einem Datingclub. Denn er möchte ganz viele Frauen sexuell befriedigen. Bei seiner Anmeldung lässt er kein Detail aus. 

Sarah sitzt am PC und soll eigentlich "nur" die Anmeldeformulare für den Club auswerten. Doch Jonas Anmeldung fordert sie heraus und so kommt es zu einem regen Emailverkehr. Ob es bei diesem Verkehr bleibt?

Dieses Buch hat mich aufgrund der Schilderungen der Verlagsmitarbeiterinnen bereits auf der Frankfurter Buchmesse 2015 neugierig gemacht. Doch ich musste leider warten. Und nun endlich....

Das Buch hat mehrere Besonderheiten: Es gibt zwei "ich"-Erzähler. Zum einen Jonas und zum anderen Sarah. Beide haben für sich genommen einen sehr charakteristischen Erzählstil. Jonas erzählt sehr männlich und derb. Sarah ist skeptisch und kritisch und betrachtet ihrer eigene Sexualität etwas anders als Jonas. Der Leser wird auf den ersten Seiten von sexuellen derben Schilderungen und Phantasien regelrecht überflutet, so dass ich etwas ratlos da saß. Was erwartet mich?

Aber genau in dieser Situation befinden sich die beiden Protagonisten auch. Sie wissen nicht alles vom Club und geraten daher in völliges Neuland. Die Anziehungskraft der beiden ist etwas ganz Besonderes und es ist der Autorin mit zunehmender Handlung gelungen, eine Mischung aus Pretty Woman und den derzeit beliebten Erotikromanen zu kreieren.

Ohne zuviel vorweg zu nehmen, verrate ich dennoch, dass Sarah und Jonas beide mit Kindheitstraumata zu kämpfen haben. Beide sind durch ihre Bildung und ihre Wünsche interessante Akteure in diesem erotisch geladenen Buch und ich bin mehr als gespannt auf die beiden Folgebände. Denn das Buch endet mit einem bösen Cliffhanger und es kommt überraschender Weise ein Thrillerelement hinzu. Volle Punktzahl für dieses Überraschungspaket, deren Inhalt jeder Leser/in selbst entdecken MUSS!


Verlag: Piper
erschienen: 2016
Seiten: 400
ISBN: 978-3492060417




© Sonja Kochmann