Montag, 30. Mai 2016

Rezension // Debbie Macomber - Sommersterne von SONJA


Der Sommer ist in Cedar Cove angekommen und während der unentbehrlich gewordene Handwerker Marc anfängt, an Jo Maries Pavillon zu bauen, zerbricht sich diese den Kopf über den lieb gewonnenen Freund. Auch die angekommenen Gäste bringen ein ganzes Potpourri an Gefühlen mit, so dass in dem kleinen Bed and Breakfast wieder ordentlich was los ist. 

Diese Reihe ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Die turbulente Mischung aus den Bed and Breakfast Gästen und den Dorfbewohnern bietet ordentlich Abwechselung und Probleme, die gelöst werden wollen.

Hier hätten wir zum einen die behütete Ellie, die zum ersten Mal ihre Internetbekanntschaft treffen wird. Doch der hat noch eine schockierende Überraschung parat und die klammende Mutter ist dank Handy und Co. auch immer dabei.

Dann gibt es zum anderen das Ehepaar Maggie und Roy, die sich scheinbar anhand einer Vielzahl von Problemen auseinander gelebt haben.

Aber das Rose Harbor Inn bietet nicht nur den Gästen Zuflucht, auch Jo Marie hat weiterhin an dem Tod von Paul zu knapsen. Dabei hilft ihr der Trosthund Rover und der besagte Handwerker Marc, der ihre Neugier immer mehr weckt und am Ende des Buches verbal eine Bombe platzen lässt.

Der Erzählstil und die Dialoge lassen sich locker und leicht lesen und am Ende des Buches ist man fast ein bisschen wehmütig, das Ende erreicht zu haben. 

Es gibt jedoch durch eine Reservierung im Bed and Breakfast bereits einen Ausblick auf
"Herbstleuchten" 
mit den Frauen Kellie und Katie, die ein Klassentreffen besuchen wollen. Aufgrund der aufbauenden Geschichte um Jo Marie empfehle ich unbedingt die beiden Vorbände vorher zu lesen. Volle Punktzahl.



Verlag: Blanvalet
erschienen: 2016
Seiten: 416
ISBN: 978-3734101908


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Sonntag, 29. Mai 2016

Rezension // Matthew J. Arlidge - D. I. Grace: Einer lebt, einer stirbt von SONJA


Amy und Sam trampen nach einem Konzert und wachen eingeschlossen in einem alten Schwimmbad mit einem Revolver mit einer Patrone auf. Das Ultimatum: Entweder es verhungern beide oder einer greift zur Waffe und ist frei.

Doch dies wird kein Einzelfall sein. Eine grausame Entführungs- und Todesserie beginnt. D. I. Helen Grace und ihr Team versuchen, die Mörderin zu fassen und geraten an ihre eigenen Grenzen.

Vorweg genommen: Dieses Buch ist bereits 2014 unter dem Titel "Eene Meene. Einer lebt, einer stirbt" im Rowohltverlag erschienen. Da aber nun in diesen Jahr zahlreiche Bände um die Hauptermittlerin D. I. Helen Grace erscheinen (werden), wurde das Buch neu aufgelegt und es hat sich gelohnt.

Ich bin erst durch die neue Aufmachung darauf aufmerksam geworden, da ich mich eine zeitlang an Thrillern satt gelesen hatte und diese in der Buchhandlung schlicht weg ignoriert habe.

Die erste Begebenheit erinnert mich stark an den Film "SAW". 2 Menschen, ein gefliester Raum, eine Waffe. Nun bin ich kein Fan solcher Filme und habe diesen damals in der "entschärften" FSK 16 Version gesehen und war geschockt. 
Mit ähnlichen Schockmomenten arbeitet der Autor. Was passiert mit Werten und Normen, wenn man am verhungern ist und der einzige Weg in die Freiheit ein Mord ist? Die einzelnen Entführungsopfer reagieren unterschiedlich, aber teilweise auch vorhersehbar. 
An manchen Stellen dachte ich, eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Psychoszenen, aber dem war nicht so. Die einzelnen Charaktere ergeben am Ende ein großes Puzzlebild, das Helen Grace zusammensetzen muss. 

Sie ist eine Ermittlerin, die selbst dunkle Seiten hat, da....das wird sie im Laufe des Buches selbst aufdecken. Das Buch ist ein absoluter Pageturner und kann kaum aus der Hand gelegt werden. Volle Punktzahl!

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2016
Seiten: 384
ISBN: 978-3499272042


© Sonja Kochmann



© Sonja Kochmann


Montag, 23. Mai 2016

Rezension // Sandra Lüpkes - Inselträume von SONJA


Zwischen Jannike und Mattheusz schleicht sich der Alltag ein. Obwohl Jannike gern mehr romantische Zeit mit ihrem Liebsten verbringen möchte, kommt immer etwas dazwischen. Um sich auf andere Gedanken zu bringen, will Jannike beim Inselduell starten und trainiert mit dem schicken Bademeister Nils. Aber nicht nur in dieser Situation geht es feurig zu, ein Feuerteufel treibt sein Unwesen. 

Die Reihe um Jannike geht in die dritte Runde. Nach den Bänden "Das kleine Inselhotel" und "Inselhochzeit" konnte ich gar nicht abwarten, wie es weitergeht. Denn neben Jannike und Mattheusz sind einem beim Lesen alle Insulaner ans Herz gewachsen und in diesem Band kommen noch welche dazu! Und ein Bösewicht ....und...

Auf dieser kleinen Insel, welche es ist, wird geschickterweise nicht verraten, ist immer etwas los und ein jeder, der schon einmal Urlaub an der See gemacht hat, wird sich hier wieder finden. Die bereits bekannten Familien erhalten Zuwachs und haben mit sich und den Touristen ordentlich zu tun.

Jede einzelne Person hat interessante Charakterzüge und bietet eine interessante Palette an Möglichkeiten an der Handlung beizutragen. Sei es dass ein Apothekenumschau geprägter Bösewicht an diversen Wehwehchen leidet, eine Polizistentochter sich piercen lässt oder eine altbackene Lehrerin von Bullerbü träumt und dann doch eher in der Handlung von Kalle Blomquist landet. 

Denn ein Feuerteufel birgt ordentlich Gefahr für die Insulaner und auf der Suche nach dem Bösewicht, hat doch die Autorin die ein oder andere Finte im Buch gelegt. 

Die lustigen Einleitungen zwischen den Kapiteln sind bei der ebook Fassung inzwischen auch sehr gut zu lesen, was leider beim Vorband grafisch noch verbesserungswürdig war.

Wer von Liebe, Eifersucht, Familiengeschichten, Gefahr und Meeresbrise lesen möchte, der sollte unbedingt zu greifen. Volle Punktzahl!



Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
erschienen: 2016
Seiten: 336
ISBN: 978-3499272257




Den Bericht zur Lesung gibt es hier auf dieser Seite.


© Sonja Kochmann

Lesung // Sandra Lüpkes - Inselträume von SONJA

© Sonja Kochmann




Letzte Woche war es endlich wieder soweit: Eine musikalische Lesung mit Sandra Lüpkes! Musikalisch? Kennt ihr noch nicht? Dann wird es Zeit. Dazu werdet ihr bestimmt noch einmal die Gelegenheit haben, denn die Autorin ist sehr fleißig und schreibt nicht nur an ihrer "Insel-Reihe" um Jannike, sondern hat bei der Lesung auch angekündigt, sich an eine Fortsetzung der "Wencke Tydmers-Reihe" zu setzen.


© Sonja Kochmann


Was macht die Lesung aus? Auf jeden Fall gute Laune. Durch ihre lockere und offene Art und ein Strahlen im Gesicht, kann die Autorin alle Situationen meistern. Auch wenn in Sachen Kleidungsfragen etwas schief läuft, wird dies souverän gemeistert.

Wie ihr an den Bildern sehen könnt, wurde einiges an Equipment aufgefahren. Die einzelnen Passagen des Buches "Inselträume" wurden vorgelesen und teilweise mit Musik, Gesang und Sound aus dem Laptop begleitet. Die Autorin hat dies mit den einzelnen Stimmen und Spannungspassagen so toll vorgelesen, dass sie des Hörbuch m.E. selbst lesen sollte. 


© Sonja Kochmann


Grundsätzlich macht sich ja jeder Leser beim Lesen sein Bild und seine Vorstellung von den einzelen Personen. Da ich die Vorbände bereits kannte, habe ich inzwischen schon ein genaues Bild von den Personen aus dem Buch. Witzigerweise hatte ich bei der Person des Mattheusz keinen Dialekt im Sinn, den die Autorin amüsanter Weise in die Lesung gebracht hat. Als ich dann zu Hause war, war es um Mattheusz geschehen; nun hat er einen polnischen Dialekt!

Zwischen den einzelnen Leseabschnitten wurde auch gesungen - zum Teil in platt - und musiziert. Höhepunkt: Musik auf einer Säge. Die Kleidungsfrage wurde hier aus dem gegebenen Anlass wieder aufgegriffen, aber da ja Hopfen und Malz...ihr wisst schon.


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Es wurde an dem Abend viel gelacht und gescherzt und die Lesung hätte auch in keiner anderen Buchhandlung statt finden dürfen als bei Leuenhagen und Paris! Da Frau Lüpkes hier schon Dauergast ist, darf auf eine baldige Wiederkehr gehofft werden. Also merken!


© Sonja Kochmann


Freitag, 20. Mai 2016

Rezension // Lauren Rowe - The Club: Match von SONJA


Sarah und Jonas haben durch die Scheinwelt des Clubs zueinander gefunden und möchten mit dieser abschließen. Doch der Club ist noch nicht fertig mit den beiden!

Beide haben ihre emotionalen und sexuellen Grenzen überschritten und wagen für ihre Verhältnisse viel, um zusammenzusein. Doch können sie einander trauen und welche Rolle wird der Club zukünftig spielen?

Nach dem mich Band 1 "Flirt" sehr überrascht hat, war ich gespannt, wie es weitergeht. 

Hinweis an dieser Stelle: Wer Band 1 nicht kennt wird sich mit der Handlung schwer tun. Sollte aber unbedingt gelesen werden!

Die Handlung setzt unmittelbar am Cliffhanger von Band 1 an und Jonas Bruder Josh eilt zur Hilfe. Da Sarah auch noch eine Freundin namens Kat hat, die versorgt werden will, könnte es durchaus zu einer weiteren Paarung kommen; denn im Verlauf von Band 2 liefern sich die beiden Nebenprotagonisten bereits ein amüsantes Wortduell. 

Dieser zweite Band ist mit seinen 240 Seiten deutlich dünner als der Vorband, so dass die Handlung und auch die Problemlösung nicht deutlich voran kommt. Die Pläne um gegen den Club vorzugehen, werden konkretisiert, Jonas und Sarah basteln an ihrer Beziehung und legen interessante Betteinlagen hin: hier ist mit einem Sexsamurai und einer Art Wonderwoman namens Orgasma Bekanntschaft zu schließen. Das neben all den Altlasten auch eine Prise Humor dabei ist, wirkt erfrischend und beschwert die Handlung nicht unnötig.

Das Buch hat eine besondere Mischung aus humorvollen und erotischen Szenen, die durch spritzige Dialoge und einer Thrillerhandlung abgerundet werden. Dieser zweite Band hat übrigens einen noch schlimmeren Cliffhanger als der Vorband und mir blieb auf den letzten Seiten fast das Herz stehen.......ich brauche den Abschlussband 

"Love" 

auf jeden Fall. Volle Punktzahl!



Verlag: Piper
erschienen: 2016
Seiten: 240
ISBN: 978-3492060424


© Sonja Kochmann

Donnerstag, 19. Mai 2016

Rezension // Geneva Lee - Royal Love von SONJA


Für Clara und Alexander wird es ernst. In einigen Wochen werden sich beide das Ja-Wort geben. Doch nicht nur Hochzeitskleid und Co. will geplant sein, auch die Neider müssen unter Kontrolle gebracht werden. 

In diesem dritten Band entwickeln sich Clara und Alexander in ihrer Beziehung deutlich weiter. Trotz einiger verständlicher Zweifel (immerhin wird aus Clara durch die Heirat die zukünftige Königin) lassen sich beide mehr und mehr aufeinander ein. 
Alexander gelingt dies jedoch noch nicht ganz so gut und seine Art Clara zu beschützen und zu kontrollieren hat mich dann doch hier und da genervt.

Die Bedrohung von Außen wird akut und bringt einen überraschenden Handlungsverlauf mit sich, den ich natürlich nicht verraten werde. Doch leider laufen erhoffte Szenen völlig aus dem Ruder und haben mich diesbezüglich ein bisschen enttäuscht. Doch das wahre Leben hat nun mal Vorrang. Nun seid ihr neugierig, dann müsst ihr zu diesem Trilogiefinale greifen.

Die Beziehung der beiden und auch die erotischen Szenen stehen hier handlungstechnisch deutlich vor dem erwarteten royalen Ereignis im Vordergrund. Die Freunde von Clara, Edward und Belle, bezeichnen die royale Hochzeit sogar  "lediglich als Deko drum rum". Auch die bereits lieb gewonnen bzw. verhassten anderen Figruen bekommen ihren Platz, so dass an dieser Stelle nochmals auf die Vorbände hingewiesen werden muss.

Was macht diese Reihe noch so besonders? Das royale Umfeld, das englische Flair, tea time....es sind einige Elemente, die von einem erotischen Prinzen träumen lassen, der seine Prinzessin krönt...ähm unterwirft.....hier findet Siegelwachs auch eine andere Verwendung. 9 von 10 Punkten, da mir Alexander hier und da ein bisschen zu anhänglich war!

Gott sei Dank, werden der Leserin weitere drei Bände (mit der Nebenfigur Belle) für dieses Jahr vom Verlag in Aussicht gestellt.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2016
Seiten: 384
ISBN: 978-3734102851


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Mittwoch, 18. Mai 2016

Rezension // Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer von SONJA


Tessa ist gut in der Schule. Sie lernt, um ihre Eltern mit guten Noten zu beeindrucken und später studieren zu können. Die Uni hat sie sich schon ausgesucht. Sie wartet auf den perfekten Freund und erfährt dann völlig ungeküsst von einem tödlichen Herzfehler. Alle Träume sind dahin und sie verkriecht sich wütend in ihrem Zimmer.

Doch dann kommt Oskar und versucht ihren Träumen wieder eine Basis zu geben und reißt sie aus ihrem Zimmer.

Anne Freytag ist es gelungen zwei wundervolle Hauptprotagonisten zu schaffen. 

Tessa: jung, voller Träume, bestrebt anständig und erfolgreich durchs Leben zu gehen. Nach der Diagnose kann sie mit ihrem Gefühlschaos kein Verständnis für sich und ihre Umwelt aufbringen. Das sie dabei verletzend oder unfair wird, ist mehr als nur nachvollziehbar.

Oskar: ebenfalls jung, aber mit traurigen Geheimnissen. Aufgrund seiner eigenen Erlebnisse ist er bestrebt, Tessa einen wundervollen Sommer zu schenken. Ob dies nun der letzte Sommer ist oder nicht.

Beide agieren wie es typische Heranwachsende tun, da wird über facebook erst einmal die Lage abgecheckt und in der Sicherheit des Zimmers gechattet, bevor beide sich auf unsicherem Terrain nähern.

Der Roadtrip lädt zum Träumen ein und Sonne und gutes Essen sorgen dafür, dass Tessa und Oskar paradiesische Erfahrungen mit Architektur, Kunst, Land und Leuten machen. Aber auch ein bisschen Selbstfindung und Entdeckung des anderen ist dabei.

Die Nebenfiguren (Eltern, Tessas Schwester, Oskars Freund) umrahmen das Ganze und auch das Verhalten von Tessas Schwester lassen zur Taschentuchbox greifen. Überhaupt ist das Buch nichts für Leser, die nah am Wasser gebaut sind, denn ...ach lest es selbst. Als großer Fan von John Greens "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" habe ich dieses Buch an einem Tag gelesen und war so berührt, dass ich die Rezension nicht gleich schreiben konnte. Denn man glaubt und hofft mit den Figuren.....bis zum Schluss. Volle Punktzahl und der deutschen Autorin ist es gelungen, gleichzuziehen mit John Green und Jojo Moyes, was durch die derzeitigen Buchcharts nur bestätigt wird!


Verlag: heyne fliegt
erschienen: 2016
Seiten: 368
ISBN: 978-3453270121



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Rezension // Molly McAdams - Love and Lies: Alles ist verziehen von SONJA


Rachel und Kash haben die Hindernisse und Gefahren aus Band 1 "Love and Lies: Alles ist erlaubt" überstanden und planen im Kreis von Kashs Familie ihre Hochzeit. Doch Kashs Beruf als Polizist bringt Rachel in Gefahr.....

Der erste Band von Love and Lies hat mir sehr gut gefallen, so dass ich mich nach dem bösen Cliffhanger sehr auf die Fortsetzung gefreut habe. Nach den temporeichen letzten Kapiteln des Vorbandes habe ich eigentlich damit gerechnet, dass die Handlung unmittelbar weitergeht. Doch Pustekuchen: Es wird in der eigentlichen Handlung erst einige Zeit zurückgegangen, so dass Rachel erst einmal die Familie von Kash kennen lernt und in die Hochzeitsplanung einsteigt.

Da dies bereits am Rande von Band 1 vorkam, hat mich dies etwas verwirrt und irritiert. Als dann endlich die Szene des besagten Cliffhangers kam, war diese Irritation beseitigt und ich las am Stück. Denn der Schreibstil und Rachels Bedrohung durch die Gangmitglieder fand ich spannend.

Etwas nervig fand ich jedoch in diesem Band die ständigen inhaltlichen Wiederholungen: so wird Rachel immer und immer wieder aufgefordert, zu schreien, wenn jemand kommen sollte. Da hätte ich fast beim Lesen angefangen zu schreien!

Die Autorin scheint auch ein Faible für mögliche oder angedachte Dreiecksgeschichten zu haben, denn Rachels Entführer beginnt durchaus im Rahmen ihrer Gefangenschaft interessant zu werden. Ein kleines Stockholm Syndrom am Rande, ein sexy Entführer hier und ein eifersüchtiger Verlobter, der Undercovercop ist da und schon flutscht die Handlung. Tempo kommt auch durch die Perspektivwechsel auf. Durch diese Wechsel bekommt der Leser auch Einblicke in den jeweiligen Kenntnisstand der Personen und fiebert regelrecht auf Rachels Befreiung zu. Wird es ein Happy End geben? Lest selbst: 9 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2016
Seiten: 384
ISBN: 978-3453419162



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Sonntag, 1. Mai 2016

Interview // Kiera Brennan - Die Herren der grünen Insel von SONJA



Die Herren der grünen Insel von Kiera Brennan ist ein Buch, dass derzeit in jeder Auslage einer Buchhandlung zu finden ist. Es greift mit seiner historischen Handlung Irland auf, was ich bislang in dieser Form noch nicht gelesen habe. Da mir persönlich ein Krankenhausaufenthalt den Besuch der Leipziger Buchmesse 2016 zu nichte gemacht hat, hatte ich durch den Verlag die Chance meine Fragen per Email an Julia Kröhn zu stellen, die hinter diesem englischen Pseudonym steckt. 


© Sonja Kochmann


Nach der Erstellung dieses Blogbeitrages ergab sich dann noch spontan die Möglichkeit, Julia Kröhn auf der Love Letter Convention 2016 in Berlin zu treffen:


Wer oder was hat Sie zum Schreiben gebracht? Und wie kam es zu dem Pseudonymen?

  1. Carla Federico
  2. Leah Cohn
  3. Sophia Cronberg

Ich habe schon sehr früh angefangen, Geschichten zu erfinden, und für mich waren diese von Anfang an eine Gelegenheit, in vergangene Zeiten einzutauchen – ist meine Leidenschaft für „die Geschichte“ doch fast so groß wie fürs „Geschichtenerzählen“. In gewisser Weise ist das Schreiben für mich also ein „Vehikel für Zeitreisen“.
Zunächst habe ich ausschließlich unter meinem wirklichen Namen publiziert. Die Pseudonyme wurden dann notwendig, als zum einen mein Output größer und ich zum anderen vielseitiger und experimentierfreudiger wurde. Für mich bieten die Pseudonyme die Chance, neue Genres und Erzählweisen auszuprobieren, ohne bisherige Leser, die die Eigenheiten der Kröhn-Romane schätzen, zu enttäuschen.

© Sonja Kochmann


Die Formulierungen sind manchmal recht derb und männlich. Haben Sie auch mal mit dem Gedanken gespielt, ein männliches Pseudonym zu wählen?

Am Anfang stand mal ein geschlechtsneutrales Pseudonym zur Debatte, doch diese Überlegungen wurden bald verworfen, hätte das doch bedeutet, keine Lesungen oder Medienauftritte zu machen. Ganz ehrlich: Ich hätte es schwer mit meiner feministischen Grundhaltung vereinbaren können, mal eben schnell mein Geschlecht zu ändern, um – in welcher Hinsicht auch immer – glaubwürdiger oder berechenbarer zu sein. Dass „Die Herren der Grünen Insel“ ein düsterer, martialischer und naturalistischer Roman ist, wird schließlich auch durch Cover und Klappentext deutlich – insofern bedarf es m.E. keinen männlichen Autorennamen als „Warnhinweis“ für Fans von netten Frauenromanzen.

Was verbindet Sie mit Irland und seiner Geschichte? Woher kam die Idee für das Buch?

Vor Irland habe ich bereits mehrere Male Schottland, Nordfrankreich, England und Norwegen bereist. Ich liebe einfach die nordischen Länder mit ihren rauen, wilden Küstenlandschaften und der Einsamkeit, dieser archaischen Schönheit und den reichen Zeugnissen der (meist keltischen) Geschichte.  In gewisser Weise spielt mein Roman nicht nur in Irland – er hat auch viel mit der „Grünen Insel“ gemein: Eine Gondelfahrt in Venedig ist ohne Zweifel das lieblichere, nettere Erlebnis, weil die Chance auf Sonne bzw. darauf, trocken und sauber zu bleiben, deutlich größer ist, als wenn man durch Irland wandert - aber sie ist eben auch nicht so herausfordernd, so individualistisch, so besonders.
Die normannische Invasion Irlands wiederum ist für mich eines der faszinierendsten Ereignisse der irischen Geschichte, weil hier ein Thema zum Tragen kommt, das in fast all meinen historischen Romanen eine große Rolle spielt – nämlich der „clash of civilizations“, also das gewaltsame Aufeinanderprallen von zwei unterschiedlichen Kulturen.

Wie lief die Recherche im Vorfeld ab? Gab es Hilfe zu den Themen (Kleidung, Tradition/Glaube, Kriegsführung, Pflanzenheilkunde)?

Ich habe viele Originalquellen und jede Menge Sekundärliteratur (etwa fünfzig Bücher) gelesen, sodass ich am Ende sehr viel Material beisammen hatte. Zu meiner großen Begeisterung gibt es etliche Werke, die nur so vor interessanten Details/Episoden aus dem Alltag des mittelalterlichen Irlands strotzen. Wichtig waren für mich auch meine Recherchereisen an die Originalschauplätze, wo ich u.a. auch an den Gräbern von zwei meiner Romanfiguren (Strongbow und Diarmait) gestanden bin.

© Sonja Kochmann


Das Buch beinhaltet eine Menge gleichgestellte Figuren. Welches ist Ihre Lieblingsfigur und warum?

Ascall von Toora ist die bislang größte Romanliebe meines Lebens -  ich war noch nie so sehr in einen Protagonisten verliebt wie in ihn. Das liegt wohl auch daran, dass er für mich sehr schwer zu fassen war/ist, und ich überhaupt erst nach zwei Dritteln des Buchs – zumindest ansatzweise - kapiert habe, wie er tickt. Diese Mischung von Brutalität und Verletzlichkeit, von Rohheit und Verantwortungsbewusstsein ist für mich ziemlich unwiderstehlich.
Bei den Frauen ist Caitlín meine Favoritin, an der ich den schwarzen Humor und den Pragmatismus schätze.

Die Namensgebung der Protagonisten ist durch die Mischung aus englisch und gälisch interessant geworden. Vermutlich werden diese aber vom Leser falsch gedacht bzw. ausgesprochen. Warum wurden nicht alle Namen ins Englische übertragen?

Für mich war diese Vorgehensweise ein Kompromiss. Ich hätte am liebsten alle Namen original gälisch geschrieben, weil ich die Geschichte der normannischen Eroberung Irlands aus dem Blickwinkel von Iren schildere und es mir falsch vorgekommen wäre, ausgerechnet bei ihren Namen plötzlich die normannische Perspektive einzunehmen. Allerdings war mir auch klar, dass man Lesern nicht unbedingt Namen wie z.B. „Tairrdelbach Ua Conchobair“ zumuten kann. Deswegen habe ich mich bei den komplizierten Namen für jene Schreibweise entschieden habe, die der gälischen Form – spricht man sie denn laut aus – am nächsten kommt: So wurde jemand wie der Hochkönig Ruaidrí bei mir zu Ruari. Was die Sache so kompliziert macht, ist die Tatsache, dass es von vielen Namen nicht einfach nur die „gälische“ oder die „englische“ Form gibt, sondern etliche dazwischen, manchmal bis zu sechs.
Bei den fiktiven Figuren habe ich großteils versucht, einfach auszusprechende Namen zu verwenden – z.B. Ascall, Pól etc. Dass allerdings auch bei diesen die Aussprache oft vom geschriebenen Wort abweicht, ließ sich nicht immer vermeiden. Wobei es doch o.k. ist, wenn der Leser - sobald er z.B. Éilís liest - „Alice“ im Kopf hat, nicht „Älisch“.
Etwas inkonsequent war ich – zugegebenermaßen – bei den Ortsnamen. Bei diesen habe ich fast immer die englische Namensform gewählt, denn da einige Leser Irland kennen und sich auf der Insel gut orientieren können, wäre es mir als Schikane erschienen, statt des Flusses Liffey „An Life“ oder statt Wexford „Loch Garman“ zu schreiben.

Die Figuren sind größtenteils gleichgestellt. Eine Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenfiguren gibt es kaum, da die Handlung stark verwoben ist und alle Figuren einen Zusammenhang haben oder sich irgendwann „treffen“. Wie haben Sie da geschrieben bzw. geplottet (personenbezogen oder chronologisch)?

Durch die historischen Ereignisse war ein Grundgerüst vorgegeben – d.h. ich wusste ganz genau, was in welchem der sechs Jahre, die die normannische Eroberung währte, passiert. Beim Plotten bin ich so vorgegangen, dass ich zunächst - auf Basis der Historie – die einzelnen Handlungsstränge entwickelt habe, um diese dann nach und nach zu verweben. Ich gehöre generell zu den Autorinnen, die extrem viel planen, ehe sie zu schreiben beginnen – und bei dieser Fülle an historischen Fakten und Figuren hast sich das besonders gut bewährt.

Wie lange dauerte das Schreiben dieses Buches?

Von der Erstellung des Exposés bis zur Abgabe vergingen knapp zwei Jahre, wobei ich in dieser Zeit nicht ausschließlich an diesem Buch gearbeitet habe. Und natürlich bin ich mit dem Stoff schon lange zuvor schwanger gegangen.

© Sonja Kochmann


Ich habe Gerüchte gehört, dass es eine Fortsetzung mit dem Titel „Wolf und Rabe“ geben wird…..

Es gibt definitiv eine Fortsetzung, wobei ich diese nicht unbedingt so bezeichnen würde. Es werden zwar sehr viele Protagonisten von den „Herren der Grünen Insel“ wieder auftauchen bzw. wird deren Geschichte dann auch zu Ende erzählt, doch mein zweiter Irlandroman ist so angelegt, dass man ihn auch als eigenständiges Buch lesen und verstehen kann. Der Titel „Wolf und Rabe“ ist tatsächlich der Arbeitstitel – allerdings ist er vom Verlag noch nicht abgesegnet worden. Gut möglich also, dass am Ende was ganz anderes daraus wird.

Das Buch ist wirklich ein dickes Buch und sorgt auch für Muskelarbeit beim Lesen. Wie stehen Sie zum Ebook?

Ich selbst habe mich bis jetzt noch nicht mit Ebooks anfreunden können, obwohl ich ihre Vorteile klar sehe. In diesem Fall wäre es in der Tat die muskelschonendere Variante – der Roman wiegt immerhin mehr als ein Kilo :-) - allerdings ist es gerade bei diesem Buch manchmal gut, zum Personenverzeichnis vorblättern zu können.

Wie gefällt Ihnen der Buchtrailer?

Ich bin sehr begeistert davon. Klar, die Burg, die man sieht, hätte man im 12. Jahrhundert nicht in Irland vorgefunden und die Cliffs of Moher, auf die man einen kurzen Blick erhascht, kommen in meinem Roman gar nicht vor – aber ich finde, der Trailer fängt die Grundstimmung des Buchs perfekt ein. Für mich bedeutet es immer wieder Gänsehaut pur, ihn zu sehen.

Haben Sie neben dem Schreiben noch Hobbys?

Ich reise sehr gerne, bin bekennender Serienjunkie und zwinge mich regelmäßig zur körperlichen Ertüchtigung ;-)

Wollten Sie schon immer Autor/in werden?

Ich glaube, ich war nie etwas anderes – deswegen konnte ich auch nichts anderes werden :-) Wenn ich als kleines Kind in der Badewanne saß, habe ich mit zwei Zahnbürsten irgendwelche erfundenen Geschichten nachgespielt. Von daher gilt: Das Geschichtenerzählen ist nicht das, was ich tue, sondern das, was ich bin.

© Sonja Kochmann


Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview und ich bin gespannt auf weitere Werke. 



Rezension // Kiera Brennan - Die Herren der grünen Insel von SONJA


Irland im Jahre 1166: Die grüne Insel ist in kleine Reiche zersplittert und es herrscht ein Krieg, der vielen Inselbewohnern Leib und Leben kostet. Die langjährigen Fehden der kleinen Reiche bedrohen die Untertanen. Nichts ahnend, dass die Insel bald durch einen gemeinsamen Feind bedroht werden wird: Henry Plantagenet, der König von England, zeigt Interesse an einer Herrschaft über die grüne Insel.

Ich lese gern ab und zu ein historischen Roman, da ich es immer wieder interessant finde, durch den Handlungsverlauf auch hier und da historische Daten und Details zu erfahren. Das Cover fand ich wundervoll gelungen und da ich bislang kaum historische Texte über Irland gelesen habe, war ich gespannt.

Die Autorin erleichtert dem Leser durch eine Mischung von gälischen und englischen Namen bei den Protagonisten und den geografischen Orten das Lesen. Denn wer würde bei original gälischen Schreibweisen nicht ordentlich ins Holpern gelangen. 

Die Protagonistenvielzahl hat mich anfänglich etwas überfordert, so dass ich froh war, bei der gebunden Ausgabe stets zum Personenverzeichnis blättern zu können. 

Abwechselung und Farbe kommt in die Vielzahl durch derbe und vulgäre Dialoge bei den Mannsbildern und tückische und listige Verhaltensweisen bei den Frauen. Jeder Figur hat besondere Charaktereigenschaften und Beweggründe abbekommen.

Die Personen sind auch im Handlungsverlauf relativ gleichgestellt und werden von der Autorin im Krieg um die Herrschaft nicht geschont. Inzwischen habe ich hier und da schon gelesen, dass das Buch streckenweise etwas kürzer sein könnte. Dies muss ich klar verneinen. Denn hier geht es nicht nur um den Krieg auf der Insel, sondern auch um die Beweggründe der einzelnen Personen: 

Warum ist Ascall unbarmherzig? Warum liebt der Barde seine Musik? Mit welcher List kann Caitlin überleben?

Hier zu kürzen, würde den Überlebenskampf der Figuren schmälern und viele Symbole würden in der Kürze der Handlung untergehen. Denn der Hermelin Eirwen hat durchaus eine gravierende Bedeutung auch wenn es nur ein kleines Tierchen ist. Versteht Ihr nicht? Dann müsst ihr zu diesem Buch greifen, dass durch wortgewaltige Schilderungen und interessante Dialoge mit mehreren Handlungssträngen einen Zopf flechtet, der.....mich ordentlich fasziniert hat. 8 von 10 Punkten!


HINWEIS: Wer sich noch für das Entstehen des Buches und die Autorin interessiert, findet auf dieser Seite ein Interview.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2016
Seiten: 960
ISBN: 978-3764505592


© Sonja Kochmann





Rezension // Tibor Rode - Das Mona-Lisa-Virus von SONJA


Eine Verkettung von ungewöhnlichen Ereignissen lassen einen FBI Ermittler und eine Forscherin hellhörig werden: entführte Schönheitsköniginnen, die entstellt wieder auftauchen, weltweites Bienensterben, Anschläge auf architektonische und künstlerische Meisterwerke und ein Computervirus, das Bilddateien drastisch verändert....wer oder was steckt dahinter?

Das Buch greift die Errungenschaften der Moderne und den Sinn für Schönheit gesellschaftskritisch und inhaltlich auf. "Der vermeintliche Bösewicht" wird dem Leser bereits in den ersten Kapiteln präsentiert und der Leser muss sich wie die ermittelnden Personen fragen, was denn noch alles kommt und warum.

Die Komponenten des Racheplans sind interessant und vielfältig gelungen, so dass keine Langeweile aufkommt. Der Leser wird abseits des Buches ein wenig dazu gezwungen, darüber nachzudenken, ob der "Bösewicht" mit seiner aggressiven Kritik an der Gesellschaft nicht vielleicht Recht hat.

Die ermittelnden Charaktere sind im Fokus der Handlung und wurden menschlich interessant gestaltet. (Mehr kann man an dieser Stelle nicht verraten.) Der Bösewicht kam mir jedoch als Person im Dialog mit der Forscherin und dem FBI Ermittler zu kurz, auch wenn diese seinem Tun massiv ausgesetzt sind.

Aufgrund der rasanten Abläufe erscheinen dem Leser die 464 Seiten auf keinen Fall als langatmig. Durch die Aspekte des "goldenen Schnitts" und die kunsthistorischen Details musste ich teilweise an die Schreib- und Erzählweise von Dan Brown denken. Ich vergebe 8 von 10 Punkten, da mir der "Bösewicht" als Person ein wenig zu kurz kam.


Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2016
Seiten: 464
ISBN: 978-3785725672




© Sonja Kochmann