Montag, 30. Mai 2016

Rezension // Debbie Macomber - Sommersterne von SONJA


Der Sommer ist in Cedar Cove angekommen und während der unentbehrlich gewordene Handwerker Marc anfängt, an Jo Maries Pavillon zu bauen, zerbricht sich diese den Kopf über den lieb gewonnenen Freund. Auch die angekommenen Gäste bringen ein ganzes Potpourri an Gefühlen mit, so dass in dem kleinen Bed and Breakfast wieder ordentlich was los ist. 

Diese Reihe ist mir wirklich ans Herz gewachsen. Die turbulente Mischung aus den Bed and Breakfast Gästen und den Dorfbewohnern bietet ordentlich Abwechselung und Probleme, die gelöst werden wollen.

Hier hätten wir zum einen die behütete Ellie, die zum ersten Mal ihre Internetbekanntschaft treffen wird. Doch der hat noch eine schockierende Überraschung parat und die klammende Mutter ist dank Handy und Co. auch immer dabei.

Dann gibt es zum anderen das Ehepaar Maggie und Roy, die sich scheinbar anhand einer Vielzahl von Problemen auseinander gelebt haben.

Aber das Rose Harbor Inn bietet nicht nur den Gästen Zuflucht, auch Jo Marie hat weiterhin an dem Tod von Paul zu knapsen. Dabei hilft ihr der Trosthund Rover und der besagte Handwerker Marc, der ihre Neugier immer mehr weckt und am Ende des Buches verbal eine Bombe platzen lässt.

Der Erzählstil und die Dialoge lassen sich locker und leicht lesen und am Ende des Buches ist man fast ein bisschen wehmütig, das Ende erreicht zu haben. 

Es gibt jedoch durch eine Reservierung im Bed and Breakfast bereits einen Ausblick auf
"Herbstleuchten" 
mit den Frauen Kellie und Katie, die ein Klassentreffen besuchen wollen. Aufgrund der aufbauenden Geschichte um Jo Marie empfehle ich unbedingt die beiden Vorbände vorher zu lesen. Volle Punktzahl.



Verlag: Blanvalet
erschienen: 2016
Seiten: 416
ISBN: 978-3734101908


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Sonntag, 29. Mai 2016

Rezension // Matthew J. Arlidge - D. I. Grace: Einer lebt, einer stirbt von SONJA


Amy und Sam trampen nach einem Konzert und wachen eingeschlossen in einem alten Schwimmbad mit einem Revolver mit einer Patrone auf. Das Ultimatum: Entweder es verhungern beide oder einer greift zur Waffe und ist frei.

Doch dies wird kein Einzelfall sein. Eine grausame Entführungs- und Todesserie beginnt. D. I. Helen Grace und ihr Team versuchen, die Mörderin zu fassen und geraten an ihre eigenen Grenzen.

Vorweg genommen: Dieses Buch ist bereits 2014 unter dem Titel "Eene Meene. Einer lebt, einer stirbt" im Rowohltverlag erschienen. Da aber nun in diesen Jahr zahlreiche Bände um die Hauptermittlerin D. I. Helen Grace erscheinen (werden), wurde das Buch neu aufgelegt und es hat sich gelohnt.

Ich bin erst durch die neue Aufmachung darauf aufmerksam geworden, da ich mich eine zeitlang an Thrillern satt gelesen hatte und diese in der Buchhandlung schlicht weg ignoriert habe.

Die erste Begebenheit erinnert mich stark an den Film "SAW". 2 Menschen, ein gefliester Raum, eine Waffe. Nun bin ich kein Fan solcher Filme und habe diesen damals in der "entschärften" FSK 16 Version gesehen und war geschockt. 
Mit ähnlichen Schockmomenten arbeitet der Autor. Was passiert mit Werten und Normen, wenn man am verhungern ist und der einzige Weg in die Freiheit ein Mord ist? Die einzelnen Entführungsopfer reagieren unterschiedlich, aber teilweise auch vorhersehbar. 
An manchen Stellen dachte ich, eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Psychoszenen, aber dem war nicht so. Die einzelnen Charaktere ergeben am Ende ein großes Puzzlebild, das Helen Grace zusammensetzen muss. 

Sie ist eine Ermittlerin, die selbst dunkle Seiten hat, da....das wird sie im Laufe des Buches selbst aufdecken. Das Buch ist ein absoluter Pageturner und kann kaum aus der Hand gelegt werden. Volle Punktzahl!

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2016
Seiten: 384
ISBN: 978-3499272042


© Sonja Kochmann



© Sonja Kochmann


Samstag, 28. Mai 2016

Rezension // Shane Hegarty - Darkmouth: Die Legenden schlagen zurück (3) von SINA

© Sina Frambach
Finn hat es geschafft. Er hat erfolgreich Legenden verjagt, einen Reise auf die Verseuchte Seite überlebt und sich auch sonst in einigen Dingen verdient gemacht. Klar, dass er nun kurz vor seinem Geburtstag doch aufgeregt ist, weil er nun vor der Vollendung steht und seine Ausbildung zum Legendenjäger abgeschlossen ist. Zur Zeremonie reisen auch schon unzählige Leute nach Darkmouth, um dieser beizuwohnen. Darunter natürlich etliche Halbjäger. Und die verschwinden dann urplötzlich und ein Countdown erscheint in der Luft. Finn ist sich sicher, wenn der Countdown Null erreicht, passiert etwas schreckliches. Und als Steve, Emmies Vater zu den Vermissten zählt, weiß Finn auch, wer hinter allem steckt. Denn Mr. Glad ist wieder da - und böser denn je.


Der dritte Teil fängt langsam an. Es mutet fast an, dass in Finns Leben nun so gar nichts mehr aufregendes passiert, seit das letzte Tor zur Verseuchten Seite geschlossen wurde und auch keine Kristalle mehr vorhanden sind, um ein neues zu öffnen. Doch hier wiegt der Autor einem nur in Sicherheit und je mehr man liest, umso größer wird das Ausmaß der Katastrophe, dass sich Darkmouth nähert.

Wieder ist es ein Heidenspaß, sich mit Finn, seinem Vater Hugo und Emmie durch die Geschichte zu bewegen. Finn ist dabei wieder derjenige, der von einem Fettnäpfchen ins nächste rutscht, aber mit Mut, Entschlossenheit und einer gehörigen Portion Cleverness Wege findet, da wieder herauszukommen und sich ganz nebenbei auch noch darum zu kümmern, dass andere da nicht hineingeraten. Leider kann er nicht auf allen Baustellen sein und so passieren doch einige üble Dinge. 


Während Finn immer etwas unter seinem perfektionistischen Vater Hugo leiden musste, ist es diesmal Hugo, der jemanden vorgesetzt bekommt, mit dem er so gar nicht zurecht kommt. Wer dies ist, kann ich leider nicht verraten, sonst würde ich nämlich einen gehörigen Teil des Buches verraten. Nur eins kann ich sagen: man muss ordentlich schmunzeln, wenn Hugo und sein "Widersacher" aufeinanderstoßen.

Auch wenn sich der Anfang in meinen Augen etwas zog, kam dann ab dem ersten Drittel so richtig Fahrt auf und es wird eine Geschichte abgespult, die rasanter und packender wird, je mehr sie sich dem Ende nähert. 


Da ich in den Rezensionen zum ersten und zweiten Teil nicht auf die Aufmachung zu sprechen kam, möchte ich dies nun hier nachholen. Die Illustrationen sind wirklich toll und ein echter Hingucker. Aber ich die Cover sind toll und stimmig. Wie sie richtig passen, merkt man zwar erst nach dem Lesen, aber so weiß man genau, was in den Büchern denn so vorkommt.


Der Schreibstil des Autors ist packend, flüssig und in manchen Szenen sehr detailgetreu. So kann man sich die Legenden förmlich vorstellen, sich in die Menschen in Darkmouth hineinversetzen und die Stadt fast bildlich vor sich sehen. Ich hatte richtiges Kopfkino und bin wirklich gespannt, wie dies als Film umgesetzt werden kann. Die Filmrechte sind schon verkauft und das Casting läuft.

In meinen Augen ist Finn viel reifer geworden. Er hört auf den Rat seines Vaters, lässt diesen auch mal links liegen, macht sich seine eigenen Gedanken zur Rettung der Welt und hat vor allem ein neues Ziel vor Augen: doch als Legendenjäger zu arbeiten, da er nun weiß, was es heißt, Darkmouth bzw. die Welt zu retten. Und so setzt er vieles daran, dass er auch am Ball bleibt. Die Möglichkeit bekommt er natürlich geliefert.
Emmie dagegen hat diesmal einen weniger großen Part bzw. sie übernimmt weniger Verantwortung. Dies hat mehrere Gründe, vorrangig natürlich weil ihr Vater verschwunden ist. Doch lässt sie sich diesmal auch viel vorschreiben und führt dies fast ohne Murren aus. Dies hat mir in den vorigen Bänden besser gefallen. Es scheint gerade, als hätte sie ihren ganzen Mut aufgebraucht und braucht nun jemanden, der sie führt. 


Die beiden Vorbände waren in meinen Augen deutlich besser, weshalb ich hier Punktabzug geben muss. Erst das Ende hat alles wieder aufgewertet. Eigentlich dachte ich, dass es sich um eine Trilogie handelt, allerdings wurde ich eines besseren belehrt. Es wird auf alle Fälle einen weiteren Band geben, da das Ende einfach kein Ende für eine Trilogie ist. 

Alles in allem wurde man sehr gut unterhalten, der Biss der ersten Bände fehlte, trotzdem gab es spannende, packende und vor allem witzige Stellen, gerade wenn befreundete Legenden mit im Spiel sind und die Charaktere haben wieder gut zusammengearbeitet. Ob dies im vierten Band jedoch weiter der Fall sein wird, bleibt dahingestellt. 

Fazit:
Gelungene Fortsetzung mit kleinen Mängeln.  Von mir gibt es 7 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger
erschienen: 2016
Printseiten: 400
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7891-3727-3

s. a. Bibliografie Shane Hegarty


Montag, 23. Mai 2016

Rezension // Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher: Der Palast des Poseidon (2) von SINA

Kaum sind von Humboldt, Oskar, Charlotte und Eliza von ihrem Abenteuer in Peru zurückgekehrt, erwartet sie schon der nächste Auftrag. Diesmal führt sie ihr Weg nach Griechenland. Dort verschwinden Schiffe im Meer und es geht das Gerücht, dass ein Seeungeheuer sein Unwesen treibt. Also genau das Richtige für die vier Abenteurer. Doch was sie im Mittelmeer erwartet, hätte noch nicht mal Jules Verne in seinen kühnsten Romanen schreiben können.

Das zweite Abenteuer von Oskar, von Humboldt, Charlotte und Eliza beginnt genauso spannend wie der erste Teil. Angeheuert von einem griechischen Reeder machen sie sich sofort auf, um nach Hinweisen zu suchen.
Natürlich gibt es wieder jemanden, der sich in den Kopf gesetzt hat, von Humboldt und seine Begleiter aufzuhalten. Diesmal in Form des Norwegers, einem Assassinen, der beauftragt wurde, die vier zu töten. 
Und so ergibt sich ein spannender Wettlauf, der sich von Berlin über Griechenland und Paris bis hin ins kretische Meer zieht. 
Hier finde ich es wieder hochinteressant, dass einem nicht nur eine Abenteuergeschichte erzählt wird, sondern auch vieles Lehrreiches vermittelt wird. Griechische Götter, minoische Kulturen und das sagenumwobene Atlantis sind nur einige der historischen Dinge, die angesprochen werden. Es ist für jeden etwas dabei.

Auch trifft man auf bekannte historische Figuren wie Nikola Tesla und Jules Verne. Der Autor hat diese Personen geschickt in seine Geschichte mit einbezogen und so tragen diese mehr oder weniger zur Geschichte bei. Dies hat mir im ersten Teil auch schon gut gefallen.

Oskar hat sich weiter entwickelt und weiß, dass er mit seinen Diensten bei von Humboldt den richtigen Weg eingeschlagen hat. Dies zeigt ihm auch deutlich ein Ausflug in eine alte Stammkneipe, aus welcher er nur mit Mühe und Not wieder entkommen kann.

Und dann sind da noch seine Gefühle für Charlotte, von Humboldts Nichte. Aber irgendwie lässt er sie nicht zu bzw. gesteht sie sich nicht ein. Und als dann noch die französische Versuchung namens Oceanne auftaucht, ist er sich gar nichts mehr sicher.

Aber auch von Humboldt und Eliza überraschen mit einigem und der kleine Begleiter der vier Abenteuer, ein Kiwi namens Wilma hat eine größere Rolle zu spielen. Der kleine Vogel bringt tolle Abwechslung in die Geschichte.

Alles in allem erwartet einem wieder ein toller Ausflug in ein spannendes Abenteuer und vielen geheimnisvollen Ansätzen. 
Und am Ende gibt es noch eine große Überraschung für Oskar, die sich aber schnell in eine Enttäuschung wandelt. Hier bin ich gespannt, wie das Dilemma gelöst werden soll, denn ich wünsche mir für Oskar, dass er das bekommt, was er sich nunmehr sehnlichst wünscht. Aber da muss ich wohl zum nächsten Band greifen. 

Der Autor baut geschickte Wendungen ein, um den Leser bei der Stange zu halten. Es hat bei mir gewirkt, denn den zweiten Teil habe ich auch in Rekordzeit verschlungen. 

Und gleichzeitig wurde die Lust geweckt, mal zu einem Klassiker zu greifen. "20.000 Meilen unter dem Meer" von Jules Verne liegt sogar auf meinem SuB. Und rückt jetzt in greifbare Nähe.
Ich finde es immer toll, wenn Autoren es schaffen, dass man sich für die Klassiker erwärmt und so auch mal älteren Büchern eine Chance gibt.

Auch die Cover der Reihe sind erwähnenswert. Sie passen wunderbar zu den Abenteuern und vermitteln auch richtig Lust auf das, was sich im Inneren verbirgt.

Fazit: 
Ein gelungener zweiter Teil. Die Reihe hat es zu meinen Favoriten geschafft. Von mir gibt es wieder die volle Punktzahl.

Verlag: Loewe
erschienen: 2010
Printseiten: 480
Format: ebook
ISBN: 978-3-7320-0048-7

s. a. Bibliografie Thomas Thiemeyer

Rezension // Sandra Lüpkes - Inselträume von SONJA


Zwischen Jannike und Mattheusz schleicht sich der Alltag ein. Obwohl Jannike gern mehr romantische Zeit mit ihrem Liebsten verbringen möchte, kommt immer etwas dazwischen. Um sich auf andere Gedanken zu bringen, will Jannike beim Inselduell starten und trainiert mit dem schicken Bademeister Nils. Aber nicht nur in dieser Situation geht es feurig zu, ein Feuerteufel treibt sein Unwesen. 

Die Reihe um Jannike geht in die dritte Runde. Nach den Bänden "Das kleine Inselhotel" und "Inselhochzeit" konnte ich gar nicht abwarten, wie es weitergeht. Denn neben Jannike und Mattheusz sind einem beim Lesen alle Insulaner ans Herz gewachsen und in diesem Band kommen noch welche dazu! Und ein Bösewicht ....und...

Auf dieser kleinen Insel, welche es ist, wird geschickterweise nicht verraten, ist immer etwas los und ein jeder, der schon einmal Urlaub an der See gemacht hat, wird sich hier wieder finden. Die bereits bekannten Familien erhalten Zuwachs und haben mit sich und den Touristen ordentlich zu tun.

Jede einzelne Person hat interessante Charakterzüge und bietet eine interessante Palette an Möglichkeiten an der Handlung beizutragen. Sei es dass ein Apothekenumschau geprägter Bösewicht an diversen Wehwehchen leidet, eine Polizistentochter sich piercen lässt oder eine altbackene Lehrerin von Bullerbü träumt und dann doch eher in der Handlung von Kalle Blomquist landet. 

Denn ein Feuerteufel birgt ordentlich Gefahr für die Insulaner und auf der Suche nach dem Bösewicht, hat doch die Autorin die ein oder andere Finte im Buch gelegt. 

Die lustigen Einleitungen zwischen den Kapiteln sind bei der ebook Fassung inzwischen auch sehr gut zu lesen, was leider beim Vorband grafisch noch verbesserungswürdig war.

Wer von Liebe, Eifersucht, Familiengeschichten, Gefahr und Meeresbrise lesen möchte, der sollte unbedingt zu greifen. Volle Punktzahl!



Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
erschienen: 2016
Seiten: 336
ISBN: 978-3499272257




Den Bericht zur Lesung gibt es hier auf dieser Seite.


© Sonja Kochmann

Lesung // Sandra Lüpkes - Inselträume von SONJA

© Sonja Kochmann




Letzte Woche war es endlich wieder soweit: Eine musikalische Lesung mit Sandra Lüpkes! Musikalisch? Kennt ihr noch nicht? Dann wird es Zeit. Dazu werdet ihr bestimmt noch einmal die Gelegenheit haben, denn die Autorin ist sehr fleißig und schreibt nicht nur an ihrer "Insel-Reihe" um Jannike, sondern hat bei der Lesung auch angekündigt, sich an eine Fortsetzung der "Wencke Tydmers-Reihe" zu setzen.


© Sonja Kochmann


Was macht die Lesung aus? Auf jeden Fall gute Laune. Durch ihre lockere und offene Art und ein Strahlen im Gesicht, kann die Autorin alle Situationen meistern. Auch wenn in Sachen Kleidungsfragen etwas schief läuft, wird dies souverän gemeistert.

Wie ihr an den Bildern sehen könnt, wurde einiges an Equipment aufgefahren. Die einzelnen Passagen des Buches "Inselträume" wurden vorgelesen und teilweise mit Musik, Gesang und Sound aus dem Laptop begleitet. Die Autorin hat dies mit den einzelnen Stimmen und Spannungspassagen so toll vorgelesen, dass sie des Hörbuch m.E. selbst lesen sollte. 


© Sonja Kochmann


Grundsätzlich macht sich ja jeder Leser beim Lesen sein Bild und seine Vorstellung von den einzelen Personen. Da ich die Vorbände bereits kannte, habe ich inzwischen schon ein genaues Bild von den Personen aus dem Buch. Witzigerweise hatte ich bei der Person des Mattheusz keinen Dialekt im Sinn, den die Autorin amüsanter Weise in die Lesung gebracht hat. Als ich dann zu Hause war, war es um Mattheusz geschehen; nun hat er einen polnischen Dialekt!

Zwischen den einzelnen Leseabschnitten wurde auch gesungen - zum Teil in platt - und musiziert. Höhepunkt: Musik auf einer Säge. Die Kleidungsfrage wurde hier aus dem gegebenen Anlass wieder aufgegriffen, aber da ja Hopfen und Malz...ihr wisst schon.


© Sonja Kochmann


Es wurde an dem Abend viel gelacht und gescherzt und die Lesung hätte auch in keiner anderen Buchhandlung statt finden dürfen als bei Leuenhagen und Paris! Da Frau Lüpkes hier schon Dauergast ist, darf auf eine baldige Wiederkehr gehofft werden. Also merken!


© Sonja Kochmann


Sonntag, 22. Mai 2016

Rezension // M.G. Leonard - Die Käfer-Saga: Käferkumpel (1) von SINA

Darkus Vater ist verschwunden. Die Polizei hat die Suche eingestellt, doch Darkus glaubt nicht, dass sein Vater tot ist. Er versucht Hinweise zu finden. Als er bei seinem Onkel Max einzieht und dadurch auch eine neue Schule besuchen muss, lernt er Bertolt und Virginia kennen. Er versteht sich auf Anhieb mit den beiden und vertraut ihnen auch an, dass er immer noch nach seinem Vater sucht. Sie versprechen ihm, bei der Suche zu helfen.
Kurz darauf lernt er auch seine skurrilen Nachbarn kennen. Die ungleichen Brüder streiten sich mitten auf der Straße. Während des Streits fällt aus dem Hosenaufschlag eines Bruders ein Käfer, der sich sogleich zu Darkus begibt.
Ab diesem Zeitpunkt sind Darkus und der Nashornkäfer Baxter beste Freunde und bestehen so einige Abenteuer. Dabei lassen sie aber nie das eigentliche Ziel aus dem Auge: Darkus Vater zu finden.

Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich schon total begeistert von dem Buch. Und das wunderschöne Cover hat dann nochmal einiges dazu getan. Die ersten Seiten des Buchs habe ich dann mal auf mich wirken lassen und den Rest dann regelrecht verschlungen.


Darkus, der Held des Buches, ist eigentlich ein ganz normaler Junge, dessen Vater urplötzlich aus einem verschlossenen Raum des Museums verschwindet. Ab diesem Zeitpunkt ist nichts mehr so wie es mal war. Die Polizei findet keinen Hinweise und stellt die Suche ein. Er muss in Pflegefamilien und kommt letztendlich zu seinem Onkel. Darkus war mir von Anfang an sympathisch, da er ein klares Ziel verfolgt: seinen Vater zu finden. Und er lässt sich durch nichts davon abbringen. Und diese "Sturheit" bringt ihn in vielem weiter.

Insektenstorys scheinen ja gerade sehr in zu sein. Ich selbst habe ein paar Bücher zu Hause, in denen Insekten die Hauptrolle spielen, habe aber leider noch keines davon lesen können. "Käferkumpel" war somit meine Jungfernfahrt in diesem Genre und ich bin begeistert. Auch wenn die Käfer hier in diesem Buch nicht reden, sind sie dennoch sehr kommunikativ und vor allem einfach nur sympathisch. 

Der Schreibstil der Autorin ist zwar kindgerecht, trotzdem konnte sie mich fesseln und ich hatte Mühe, das Buch aus der Hand zu legen. Ständig passierte etwas Neues und Aufregendes.
Dabei geht die Autorin mit liebevollen Details an die Aufklärung des Falls und ihre Charaktere reichen von liebenswürdig über durchgeknallt bis hin zu böse. Die Mischung ist perfekt und es macht Spaß, den Werdegang aller zu verfolgen.


Vor allem Virginia ist mir dabei sehr positiv aufgefallen. Sie ist eine sehr vorlaute Person, hat aber das Herz am rechten Fleck und gute Ideen.
Bertolt ist ein kleiner Nerd, der lieber mit dem Kopf arbeitet, als sich die Hände schmutzig zu machen. Doch wenn es hart auf hart kommt, weiß er ebenfalls fest mit anzupacken.

Mit diesen beiden und seinem Käfer Baxter hat Darkus tolle Freunde gefunden und er weiß, dass er so größere Chancen hat, seinen Vater vielleicht wiederzufinden. 

Die Gegenspielerin Lucretia Cutter ist eine echt fiese Dame. Sie ist Modedesignerin und hat mit den Käfern etwas ganz Spezielles vor. Ob Darkus und seine Freunde dies zu verhindern wissen, kann ich natürlich nicht verraten. Nur eins kann ich sagen: die Spannung kommt nicht zu kurz. 

Auch Onkel Max finde ich sehr erwähnenswert. Er ist kein gewöhnlicher Erwachsener, der alles mit einem Wink abtut und seinem Neffen rät, sich doch nicht darum zu kümmern. Nein, er hört Darkus zu und unterstützt ihn in vielen Dingen. So verbindet die beiden auch recht schnell eine tolle Freundschaft. 

Alles in allem ist das Buch einfach eine tolle Geschichte rund um die Freundschaft, die Suche nach einem verschwundenen Vater und nebenbei lernt man auch noch einiges über die Insektenwelt und insbesondere über Käfer. Zugeben muss ich aber, dass wir zu Hause selbst Käfer halten und ich deswegen auch nochmals ein gesondertes Interesse an dem Buch hatte. Und ein kleines bisschen hoffe ich jetzt, dass unsere Käfer vielleicht auch so intelligent sind, wie Baxter und Co..

sinaframbach
sinaframbach
Das Ende war so, wie ich es mir erhofft hatte und lässt sehr auf einen zweiten Teil hoffen. Die Abenteuer von Darkus, Baxter, Virginia und Bertolt sind noch lange nicht fertig.

Und wie bei allen Büchern aus dem Carlsen / ChickenHouse-Verlag gibt es natürlich wieder ein großes Lob für das Cover. Hier hat einer ein ausgesprochen gutes Händchen, was die Cover anbetrifft. Stimmig, wunderschön und passend.

Fazit:
Spannend, lehrreich und einfach gut. Von mir gibt es für diesen Ausflug in die Käferwelt die volle Punktzahl.

Verlag: Chicken House
erschienen: 2016
Printseiten: 336
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-52084-5

sinaframbach






Freitag, 20. Mai 2016

Rezension // Lauren Rowe - The Club: Match von SONJA


Sarah und Jonas haben durch die Scheinwelt des Clubs zueinander gefunden und möchten mit dieser abschließen. Doch der Club ist noch nicht fertig mit den beiden!

Beide haben ihre emotionalen und sexuellen Grenzen überschritten und wagen für ihre Verhältnisse viel, um zusammenzusein. Doch können sie einander trauen und welche Rolle wird der Club zukünftig spielen?

Nach dem mich Band 1 "Flirt" sehr überrascht hat, war ich gespannt, wie es weitergeht. 

Hinweis an dieser Stelle: Wer Band 1 nicht kennt wird sich mit der Handlung schwer tun. Sollte aber unbedingt gelesen werden!

Die Handlung setzt unmittelbar am Cliffhanger von Band 1 an und Jonas Bruder Josh eilt zur Hilfe. Da Sarah auch noch eine Freundin namens Kat hat, die versorgt werden will, könnte es durchaus zu einer weiteren Paarung kommen; denn im Verlauf von Band 2 liefern sich die beiden Nebenprotagonisten bereits ein amüsantes Wortduell. 

Dieser zweite Band ist mit seinen 240 Seiten deutlich dünner als der Vorband, so dass die Handlung und auch die Problemlösung nicht deutlich voran kommt. Die Pläne um gegen den Club vorzugehen, werden konkretisiert, Jonas und Sarah basteln an ihrer Beziehung und legen interessante Betteinlagen hin: hier ist mit einem Sexsamurai und einer Art Wonderwoman namens Orgasma Bekanntschaft zu schließen. Das neben all den Altlasten auch eine Prise Humor dabei ist, wirkt erfrischend und beschwert die Handlung nicht unnötig.

Das Buch hat eine besondere Mischung aus humorvollen und erotischen Szenen, die durch spritzige Dialoge und einer Thrillerhandlung abgerundet werden. Dieser zweite Band hat übrigens einen noch schlimmeren Cliffhanger als der Vorband und mir blieb auf den letzten Seiten fast das Herz stehen.......ich brauche den Abschlussband 

"Love" 

auf jeden Fall. Volle Punktzahl!



Verlag: Piper
erschienen: 2016
Seiten: 240
ISBN: 978-3492060424


© Sonja Kochmann

Donnerstag, 19. Mai 2016

Rezension // Thomas Thiemeyer - Chroniken der Weltensucher: Die Stadt der Regenfresser (1) von SINA

Carl Friedrich von Humboldt ist ein illegitimer Sprössling des berühmten Forschers Alexander von Humboldt - zumindest behauptet er dies. Von Humboldt hat es sich zur Aufgabe gemacht, seinem Vater nachzueifern und dessen nicht abgeschlossene Expeditionen zu vollenden. Der junge Oskar Wegener - ein Straßenkind und Dieb - stößt durch Zufall auf von Humboldt, der ihm daraufhin das Angebot macht, für ihn zu arbeiten und an einer Expedition teilzunehmen. Zusammen mit von Humboldt, dessen Nichte Charlotte und der haitianischen Voodoopriesterin Eliza macht sich Oskar nun auf nach Peru, um dort die legendäre Stadt der Regenfresser zu finden. Bald merken sie, dass sie Plan einer uralten Prophezeiung sind.
Außerdem werden sie von Valkrys Stone verfolgt, die noch eine Rechnung mit von Humboldt offen hat.

Mein erstes Buch von Thomas Thiemeyer und ich habe Blut geleckt. Man wird in das Peru 1893 verfrachtet und mitten in eine abenteuerliche Geschichte geschmissen, die vor Fantasie und historischen Elementen nur so strotzt.
Durch die so tolle Unterhaltung habe ich auch gleich zum zweiten Teil "Der Palast des Poseidon" gegriffen.

Oskar, der sich mit kleinen Diebstählen über Wasser hält, war mir gleich von Anfang an sympathisch. Er hat eine sehr offene, direkte Art, weiß aber auch im richtigen Moment damit hinterm Berg zu halten. Für seine Freunde tut er alles und er weiß, dass er als Expeditionsmitglied in von Humboldts Gruppe eine zweite Chance erhält, die er auch ergreift, um sich ein besseres Leben zu ermöglichen. Seine kluge Art hilft ihm dabei natürlich sehr.

Auch Charlotte, die Nichte von Humboldts, wächst einem sehr ans Herz. Ihr forsches Auftreten imponiert nicht nur Oskar und so entwickelt sich schnell eine Freundschaft zwischen den beiden Jugendlichen.
Mit Eliza, einer haitianischen Voodoopriesterin kommt dann der fantasylastige Teil ins Spiel. Ihr Spezialgebiet ist die Telepathie und dies ist natürlich von großem Vorteil.

Von Humboldt bleibt auch geheimnisvoll, was aber daran liegt, dass er verschlossen ist und gerade Oskar gegenüber, der sich natürlich fragt, warum von Humboldt gerade ihn für seine Dienste ausgewählt hat.

Ich mag den Schreibstil des Autors. Beim Lesen habe ich gar nicht gemerkt, wie die Zeit vergeht und war auch in Rekordzeit durch.
Das Buch hat alles, was ein gutes Buch eben braucht. Die Protagonisten sind allesamt sehr sympathisch, selbst die "bösen" Charaktere wachsen einem ans Herz. Im richtigen Moment gibt es Aha-Effekte, gefolgt von "Oha" und "Och nee". Das macht eine richtig gute Geschichte aus. Und die Lust auf den nächsten Band steigt um ein Vielfaches.

Ich hatte vor längerer Zeit schon, das Hörbuch zum ersten Teil gehört (Rezension HIER) und war hier schon total begeistert von der Geschichte. Die nächsten Teile möchte ich jetzt jedoch lesend verschlingen, um mich intensiver mit Oskar, Charlotte, von Humboldt und Eliza auseinandersetzen zu können.

Fazit:
Spannung pur mit sympathischen Figuren und einer mitreißenden Geschichte. Hierfür gibt es die verdiente volle Punktzahl.

Verlag: Loewe
erschienen: 2013
Printseiten: 448
Format: ebook
ISBN: 978-3-7320-0046-3

s. a. Bibliografie Thomas Thiemeyer


Rezension // Geneva Lee - Royal Love von SONJA


Für Clara und Alexander wird es ernst. In einigen Wochen werden sich beide das Ja-Wort geben. Doch nicht nur Hochzeitskleid und Co. will geplant sein, auch die Neider müssen unter Kontrolle gebracht werden. 

In diesem dritten Band entwickeln sich Clara und Alexander in ihrer Beziehung deutlich weiter. Trotz einiger verständlicher Zweifel (immerhin wird aus Clara durch die Heirat die zukünftige Königin) lassen sich beide mehr und mehr aufeinander ein. 
Alexander gelingt dies jedoch noch nicht ganz so gut und seine Art Clara zu beschützen und zu kontrollieren hat mich dann doch hier und da genervt.

Die Bedrohung von Außen wird akut und bringt einen überraschenden Handlungsverlauf mit sich, den ich natürlich nicht verraten werde. Doch leider laufen erhoffte Szenen völlig aus dem Ruder und haben mich diesbezüglich ein bisschen enttäuscht. Doch das wahre Leben hat nun mal Vorrang. Nun seid ihr neugierig, dann müsst ihr zu diesem Trilogiefinale greifen.

Die Beziehung der beiden und auch die erotischen Szenen stehen hier handlungstechnisch deutlich vor dem erwarteten royalen Ereignis im Vordergrund. Die Freunde von Clara, Edward und Belle, bezeichnen die royale Hochzeit sogar  "lediglich als Deko drum rum". Auch die bereits lieb gewonnen bzw. verhassten anderen Figruen bekommen ihren Platz, so dass an dieser Stelle nochmals auf die Vorbände hingewiesen werden muss.

Was macht diese Reihe noch so besonders? Das royale Umfeld, das englische Flair, tea time....es sind einige Elemente, die von einem erotischen Prinzen träumen lassen, der seine Prinzessin krönt...ähm unterwirft.....hier findet Siegelwachs auch eine andere Verwendung. 9 von 10 Punkten, da mir Alexander hier und da ein bisschen zu anhänglich war!

Gott sei Dank, werden der Leserin weitere drei Bände (mit der Nebenfigur Belle) für dieses Jahr vom Verlag in Aussicht gestellt.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2016
Seiten: 384
ISBN: 978-3734102851


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Mittwoch, 18. Mai 2016

Rezension // Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer von SONJA


Tessa ist gut in der Schule. Sie lernt, um ihre Eltern mit guten Noten zu beeindrucken und später studieren zu können. Die Uni hat sie sich schon ausgesucht. Sie wartet auf den perfekten Freund und erfährt dann völlig ungeküsst von einem tödlichen Herzfehler. Alle Träume sind dahin und sie verkriecht sich wütend in ihrem Zimmer.

Doch dann kommt Oskar und versucht ihren Träumen wieder eine Basis zu geben und reißt sie aus ihrem Zimmer.

Anne Freytag ist es gelungen zwei wundervolle Hauptprotagonisten zu schaffen. 

Tessa: jung, voller Träume, bestrebt anständig und erfolgreich durchs Leben zu gehen. Nach der Diagnose kann sie mit ihrem Gefühlschaos kein Verständnis für sich und ihre Umwelt aufbringen. Das sie dabei verletzend oder unfair wird, ist mehr als nur nachvollziehbar.

Oskar: ebenfalls jung, aber mit traurigen Geheimnissen. Aufgrund seiner eigenen Erlebnisse ist er bestrebt, Tessa einen wundervollen Sommer zu schenken. Ob dies nun der letzte Sommer ist oder nicht.

Beide agieren wie es typische Heranwachsende tun, da wird über facebook erst einmal die Lage abgecheckt und in der Sicherheit des Zimmers gechattet, bevor beide sich auf unsicherem Terrain nähern.

Der Roadtrip lädt zum Träumen ein und Sonne und gutes Essen sorgen dafür, dass Tessa und Oskar paradiesische Erfahrungen mit Architektur, Kunst, Land und Leuten machen. Aber auch ein bisschen Selbstfindung und Entdeckung des anderen ist dabei.

Die Nebenfiguren (Eltern, Tessas Schwester, Oskars Freund) umrahmen das Ganze und auch das Verhalten von Tessas Schwester lassen zur Taschentuchbox greifen. Überhaupt ist das Buch nichts für Leser, die nah am Wasser gebaut sind, denn ...ach lest es selbst. Als großer Fan von John Greens "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" habe ich dieses Buch an einem Tag gelesen und war so berührt, dass ich die Rezension nicht gleich schreiben konnte. Denn man glaubt und hofft mit den Figuren.....bis zum Schluss. Volle Punktzahl und der deutschen Autorin ist es gelungen, gleichzuziehen mit John Green und Jojo Moyes, was durch die derzeitigen Buchcharts nur bestätigt wird!


Verlag: heyne fliegt
erschienen: 2016
Seiten: 368
ISBN: 978-3453270121



© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

Rezension // Molly McAdams - Love and Lies: Alles ist verziehen von SONJA


Rachel und Kash haben die Hindernisse und Gefahren aus Band 1 "Love and Lies: Alles ist erlaubt" überstanden und planen im Kreis von Kashs Familie ihre Hochzeit. Doch Kashs Beruf als Polizist bringt Rachel in Gefahr.....

Der erste Band von Love and Lies hat mir sehr gut gefallen, so dass ich mich nach dem bösen Cliffhanger sehr auf die Fortsetzung gefreut habe. Nach den temporeichen letzten Kapiteln des Vorbandes habe ich eigentlich damit gerechnet, dass die Handlung unmittelbar weitergeht. Doch Pustekuchen: Es wird in der eigentlichen Handlung erst einige Zeit zurückgegangen, so dass Rachel erst einmal die Familie von Kash kennen lernt und in die Hochzeitsplanung einsteigt.

Da dies bereits am Rande von Band 1 vorkam, hat mich dies etwas verwirrt und irritiert. Als dann endlich die Szene des besagten Cliffhangers kam, war diese Irritation beseitigt und ich las am Stück. Denn der Schreibstil und Rachels Bedrohung durch die Gangmitglieder fand ich spannend.

Etwas nervig fand ich jedoch in diesem Band die ständigen inhaltlichen Wiederholungen: so wird Rachel immer und immer wieder aufgefordert, zu schreien, wenn jemand kommen sollte. Da hätte ich fast beim Lesen angefangen zu schreien!

Die Autorin scheint auch ein Faible für mögliche oder angedachte Dreiecksgeschichten zu haben, denn Rachels Entführer beginnt durchaus im Rahmen ihrer Gefangenschaft interessant zu werden. Ein kleines Stockholm Syndrom am Rande, ein sexy Entführer hier und ein eifersüchtiger Verlobter, der Undercovercop ist da und schon flutscht die Handlung. Tempo kommt auch durch die Perspektivwechsel auf. Durch diese Wechsel bekommt der Leser auch Einblicke in den jeweiligen Kenntnisstand der Personen und fiebert regelrecht auf Rachels Befreiung zu. Wird es ein Happy End geben? Lest selbst: 9 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2016
Seiten: 384
ISBN: 978-3453419162



© Sonja Kochmann

Samstag, 14. Mai 2016

Rezension // Natalie Matt + Silas Matthes - Kings & Fools: Verbotene Mission (6) von SINA

Während Noel und Sam zusammen mit den anderen Zirklern auf Patrouille gehen, stoßen sie auf Lucas, der vor längerer Zeit zusammen mit anderen Internatsmitgliedern verschwunden ist. Lucas, Sam und Noel schmieden nun einen Plan, wie sie an das Zepter des Brennenden Königs kommen können, damit die dort eingeschlossene Träne des Phönix für seinen Sturz verwendet werden kann. Noel und Lucas machen sich daraufhin auf, das Zepter aus der Burg zu stehlen. Plötzlich kommt ihnen ein großes Ereignis in die Quere - der Tod des Brennenden Königs. Doch der Nachfolger ist schon festgelegt. 

Der sechste Band wartet mit einigen Überraschungen auf und ließ mich mehrmals mit einem offenen Mund dasitzen. Die Autoren haben sich nochmals mächtig ins Zeug gelegt und einige Wendungen in die Geschichte eingebaut, so dass sie viele neue Möglichkeit ergeben.

Zuerst mal, dass Lucas wieder auftaucht und nicht nur den Plan der Zirkler durcheinanderbringt, sondern auch noch mit den Gefühlen für Sam zu kämpfen hat. Lucas hat einiges durchgemacht, was mich auch etwas verwirrt zurückließ. Doch ergab sich letztendlich dann doch ein stimmiges Bild. 

Sobald der Plan mal stand, wie sich die Zirkler des Zepters des Königs bemächtigen, lief die Geschichte so richtig an. Lucas und Sam haben dabei einiges zu tun und kommen sich dadurch auch etwas näher. Sam kommt dabei in einen Gewissenskonflikt, hat sie ja noch Gefühle für Noel. Doch weiß sie nicht, warum Noel sich plötzlich so abweisend ihr gegenüber verhält. Und so versucht sie, Noel zu verdrängen und wendet sich etwas mehr Lucas zu, den dies natürlich freut. 

Die Burg des Brennenden Königs hat mehrere Bereiche, in die der Leser geführt wird. Hier war ich dankbar, dass sich am Ende des Buches eine Übersichtskarte befand, denn ich konnte mir nicht wirklich vorstellen, wo sich alles befindet. Insbesondere die Käfiganlage der Phönixe war für mich hoch interessant. Denn hier hat sich einiges Neues ergeben und die Geschichte so nochmals richtig vorangebracht.

Das Lucas wieder mit von der Partie ist, hat  mich besonders gefreut. Durch ihn kam wieder Schwung rein und die neuen Möglichkeiten wurden auch gleich ausgeschöpft. Auch dass sich nun eine Dreiecksgeschichte anzubahnen scheint (Lucas, Sam und Noel), ist für die Geschichte förderlich.

Das Ende war sehr überraschend. Und natürlich auch wieder so geschrieben, dass man nun mit Ungeduld auf den nächsten Band wartet, der allerdings erst im Frühjahr 2017 erscheinen soll. 

Ein bisschen Schade fand ich, dass die anderen Charaktere wie Melvin, Lennart & Co. diesmal so wenige Auftritte hatten. Es hatte mich immer gefreut, dass ich in den Vorbänden auch von ihnen etwas mehr kennengelernt habe. Diesmal waren sie eigentlich so gut wie außen vor und es drehte sich rein um Noel, Lucas und Sam. Dies aber wahrscheinlich deshalb, weil das Buch aus Lucas Sicht geschrieben ist und er sich ja nicht mehr im Internat befindet. 

Wieder fand ich die Schreibstile des Autorenduos sehr ähnlich. Die Ergänzung der beiden ist einfach perfekt.

Fazit: 
Kings & Fools hat sich zu einer eigenständigen und hochinteressante Reihe entwickelt, bei der ich mit Spannung auf jeden Folgeband warte. Von mir gibt es 10 von 10 Punkten.

Verlag: Oetinger34
erschienen: 2016
Printseiten: 224
Format: Softcover
ISBN: 978-3-95882-074-6


Rezension // Annell Ritter - Brägenbeck: Land aufs Herz (3) von SINA

Carla hat sich mittlerweile gut in Brägenbeck eingelebt. Ihre Pension läuft hervorragend. Mit der Bewirtung ihrer Gäste, dem Führen der Pension und der Pflege des Gartens und ihrer Hausschweine ist sie ausgelastet - so sehr, dass sie für sich und ihren Freund Kai fast keine Zeit mehr findet. Und so hat der Alltag bei den beiden Einzug gehalten. Carla möchte dem Abhilfe schaffen, weiß aber nicht so recht, wie sie da wieder rauskommen sollen.
Als in Brägenbeck ein "Spargelripper" sein Unwesen treibt, fühlt sich Carla zusammen mit ihrer Münchener Freundin Lou und der spirituell angehauchten Gundula fast verpflichtet, dem Polizist Wendelin Meyerbär bei der Aufklärung zu helfen. Für Carla ist dies auch eine willkommene Abwechslung, um allem etwas zu entfliehen.
Und so macht sich das doch recht ungleiche Frauentrio an die Aufklärung des doch ungewöhnlichen Falles.

Nach dem nun dritten Band der Brägenbeck-Reihe bin ich doch etwas verliebt ihn die so herrlich chaotischen und leicht durchgeknallten Charaktere, die die Pension der Protagonistin Carla bevölkern. Allen voran natürlich Carla, die es geschafft hat, sich von der Stadtpflanze zu einer doch recht ländlichen Powerfrau zu gestalten. Zusammen mit ihrer Freundin Lou, die sich in Brägenbeck genauso zu Hause fühlt, wie in ihrer Heimatstadt München und der spirituellen Fachfrau Gundula bildet sich somit ein Trio der ungewöhnlichen Art. Doch die drei ergänzen sich wiederum so genial. 

Die Nebencharaktere sind auch sehr schön ausgearbeitet. Hier z. B. Kai, Carlas Freund. Er ist ein Schelm, weiß aber auch die romantische Seite auszuleben und hat auch immer einen klugen Spruch parat, wenn es Carla mal nicht so gut geht. 
Das die beiden nach nun längere Beziehung in das "Alltagsloch" fallen, ist klar, doch versuchen beide auch immer wieder eine Belebung ihrer Beziehung. Sei dies durch kleine romantische Gesten, Besuchen beim Lieblingsitaliener oder einfach durch einen Kuss im Vorbeilaufen. Hier merkt man deutlich, dass die beiden sich gesucht und gefunden haben. 

Der Polizist Wendelin Meyerbär, der allein schon durch seinen Namen ein Unikat ist, sticht diesmal deutlich aus der Geschichte heraus. Er ist ein Charmeur, wie es im Buche steht, benutzt zu jeden passenden und unpassenden Momenten Sprüche, die fast schon peinlich sind und lässt auch sonst fast kein Wort-Fettnäpfchen aus. Aber trotzdem ist er sehr sympathisch und wenn es hart auf hart kommt, ist er ganz Profi. Nur schade, dass er noch kein weibliches Wesen für sich hat finden können. Aber vielleicht ist dies ja mal irgendwann der Fall, denn ich denke, dass es noch weitere Anekdoten aus Brägenbeck zu erzählen gibt und "Land aufs Herz" nicht die letzte Geschichte aus dem beschaulichen Dörfchen hoch im Norden ist.

Der Schreibstil des Autorenduos ist gewohnt witzig. Mehrmals musste ich schmunzeln, gerade wenn die Münchener High-Society-Lady Lou mal wieder kein Blatt vor den Mund nimmt oder Gundula mit ihrer Naturverbundenheit und der Liebe zum Spirituellen ihre Wahrsager-Sprüche loslässt. 

Aber auch wenn alle so grundverschieden sind, haben es die Autorinnen sehr gut geschafft, doch alles harmonisch und passend zu gestalten. Sei es die Pension von Carla, die Ermittlungen des Trios, die junge Liebe zwischen Lous Sohn Augustin und Marie, der Tochter des Bauern Johannsen oder Dieter, Lous Ehemann, der es einfach mal gebraucht hat, in Brägenbeck vom Alltag in seiner Praxis abzuschalten und die erste Woche Urlaub einfach mal verschläft. 

Fazit:
Ein Besuch in Brägenbeck ist wie nach Hause kommen - warm, herzlich und Batterien-aufladend. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten für diese herrlich erfrischende Geschichte.

Verlag: Forever by Ullstein
erschienen: 2016
Printseiten: 200
Format: ebook
ISBN: 978-3-95818-100-7

s. a. Bibliografie Annell Ritter