Mittwoch, 29. Juni 2016

Rezension // Laura Newman - Coherent von SINA


Sophie ist anders, als andere Mädchen. Nicht nur, dass sie schon mit ihren 17 Jahren herbe Verluste in der Familie hinnehmen muss, auch ihre "Gabe" ist nicht gerade förderlich. Irgendwie kann sie gedanklich Kontakt mit internetfähigen Geräten aufnehmen. Als sie bei einem Schüleraustausch in Frankreich Jean kennenlernt, ist er der erste, der von ihrer Fähigkeit erfährt. Und so verbringt Sophie mit Jean wunderschöne Monate. Als Sophie dann jedoch wieder nach Hause fahren muss, ändert sich ihr Leben schlagartig. Denn es warten nicht nur weitere Schicksalsschläge auf sie, sondern auch Männer in dunklen Anzügen, die sich nicht für Sophie, sondern mehr für ihre Fähigkeiten interessieren. 

Mit ihrem Dilogie-Auftakt "Another day in Paradise" ist mir die Autorin schon sehr positiv aufgefallen. Dies lag unter anderem an dem bildhaften Schreibstil, der mich in den Bann gezogen hat. 

Mit "Coherent" lag mir nun der nächste Roman vor. Schon der Klappentext hat mich sehr angesprochen und als ich mich dann den ersten Seiten hingegeben habe, war ich sofort wieder vom Stil gefangen. Es ist nicht nur die bildhafte Schreibweise, sondern auch die Liebe zum Detail, die mir sofort aufgefallen ist. Nicht nur die die Beschreibung der Charaktere oder der Landschaften, auch die einzelnen Szenen und Dialoge sind gut ausgearbeitet. Ich hatte mehr als einmal das Gefühl, mittendrin zu sein.

Sophie ist eine sympathische junge Frau, die durch einen Schicksalsschlag schon mit ihren 17 Jahren viel zu früh erwachsen werden muss. Sie hat sich um vieles zu kümmern und ist gleichzeitig noch mit ihrer besonderen Gabe "gestraft". Nach und nach ergibt sich erst, warum Sophie so ist, wie sie ist.

In drei Teilen erzählt die Autorin nun die Geschichte Sophies. Und dem jungen Franzosen Jean, der Sophie gehörig den Kopf verdreht. Allerdings fand ich Jean letzten Endes nicht so gut gelungen. Er war mir etwas zu perfekt. Er hatte stets einen passenden Spruch auf den Lippen, hat sich (zu) rührend um Sophie gekümmert und war auch sonst fast ohne Fehler. Ich hätte mir bei ihm etwas mehr Ecken und Kanten gewünscht. Außer seiner lästigen Angewohnheit zu rauchen, war fast gar nichts "fehlerhaftes" an ihm.

Aber auch die etwas langwährenden Szenen im ersten Teil des Buches führen zu Punktabzug. Die Geschichte des "Schüleraustausches" war etwas zu sehr in die Länge gezogen. Doch ab dem zweiten Teil macht die Autorin dies alles wieder wett. Denn dann kommt endlich Sophies Gabe ins Spiel und es beginnt die eigentliche Geschichte. Und es wird spannend. Das kann ich versprechen. Es beginnt ein Katz- und Maus-Spiel. Dabei kommen einige überraschende Wendungen zum Vorschein.

Die letztendliche Umsetzung des Endes hat mich dann auch nicht richtig überzeugen können. Ich denke aber, dass es bei mir einfach doch am Thema lag. Manchmal verstand ich eben nur den berühmten Bahnhof, was aber an meinen mangelnden Kenntnissen über Computer sowie Soft- und Hardware liegt. Und deswegen sehe ich darüber weg.

Insgesamt fand ich - als eingefleischter "The Walking Dead"-Fan - "Another Day in Paradise" um Längen besser, was dann aber eben an der Thematik lag. In diesem Fall werde ich mich auf jeden Fall noch der "Nachtsonne"-Trilogie der Autorin widmen.

Alles in allem war ich dann aber doch mittendrin und hatte kurzweilig Lesestunden.

Fazit:
Spannen ab dem zweiten Drittel. Von mir gibt es dafür 7 von 10 Punkten.

Verlag: Drachenmond
erschienen: 2015
Format: ebook
Printseiten: 448
ISBN: 978-3-95991-083-5



Dienstag, 28. Juni 2016

Rezension // Poppy J. Anderson - Prickelnde Küsse von SONJA


Ryan Fitzpatrick ist einer der Boston 5, Polizist und Macho schlechthin; er will sich beziehungstechnisch lieber nicht festlegen und so trifft es ihn besonders hart, als eine rachesüchtige Frau ihn mit seinen eigenen Handschellen ans Bett kettet.

Er wird zum Gespött der Feuerwehleute, die zur Hilfe eilen. Doch auf der Wache seines Bruders gibt es einen Neuzugang: Jordan Esposito und diese junge Feuerwehrfrau beweist, dass sie nackte Männer mit dem Seitenschneider befreien kann und dabei Haare auf den Zähne hat. Doch irgendwas fasziniert die beiden aneinander.

Ryan ist dem Leser aufgrund der Vorbände kein Neuling und es ist ein gelungenes Widersehen mit der ganzen Familie Fitzpatrick, die von Band zu Band mehr Mitglieder bekommt. Man freut sich auf die spritzigen und sarkastischen Dialoge am Esstisch und wünscht sich auch einmal dort Platz zu nehmen. Ryan muss natürlich den Spott der Familie ausbaden und bekommt für sein Verhalten in den Vorbänden eine verdiente Abreibung.

Doch nun kommt ein weiterer Esstisch dazu. Die Espositos und hier ist die Stimmung nicht so herzlich und lustig. Denn hier gab es noch nicht verarbeitete Vorkomnisse, von denen man erst im Verlauf der Handlung erfährt.

Jordan hat ordentlich "Pfeffer im ..." und ist eine ebenbürtige Partnerin für Ryan. Die beiden müssen einige glaubwürdige Hürden überwinden bei denen Emanzipation auf Machogehabe trifft. Volle Punktzahl und ich freue mich wehmütig auf den letzten noch ausstehenden Band der Boston 5, der wohl bald erscheint.

Spoiler: Im Nachwort der Autorin wird verraten, dass es wohl auch noch ein paar Bände mit einigen der Espositos geben wird. Vielleicht ändert sich die Stimmung an diesem Esstisch ja?!

Verlag: Kindle Edition
erschienen: 2015
Seiten: 258
ASIN: B018UKNPEO

© Sonja Kochmann

Rezension // Carrie Price - Make it count: Gefühlsbeben von SONJA


Lynn führt zwischen den Studenten an der Bostoner Uni ein einsiedlerisches Leben. Nur ihre Mitbewohnerin kennt sie vermeintlich. Doch Schatten der Vergangenheit - das Leben in Oceanside - beeinflussen ihr Leben. Nur Jared scheint sie zu durchschauen. Hinter der toughen Fassade ist eine traurige junge Frau. Doch kann diese Jareds Nähe zulassen?

Bereits mit dem Vorband hatte mich das Autorinnenduo voll nach Oceanside verschleppt. Malerische kleine Städte mit schrulligen oder hilfebedürftigen Menschen, eine Liebesgeschichte im young adult Bereich. Absolut hitverdächtig.

Der Schreibstil von Carrie Price alias Adriana Popescu ist erfrischend locker und lässt sich schnell lesen. Das muss man auch, denn man möchte einfach schnell wissen, was für ein dunkles Geheimnis Lynn hat. Auch Jared scheint Altlasten zu haben. Beide Charaktere sind interessant und abwechslungsreich gelungen. Der Leser erfährt genau wie Lynn bzw. Jared häppchenweise von den Ereignissen, was die Handlung nicht vorhersehbar macht. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Mit diesem Buch braucht sich Adriana Popescu nicht hinter den großen amerikanischen Autorinnen zu verstecken und kann locker mit den internationalen Büchern der Szene mit halten.

Eine kleine Besonderheit gibt es noch. Wer Band 1 der Make it count Reihe "Gefühlsgewitter" von Ally Taylor kennt, erinnert sich vielleicht an eine Szene im Fischrestaurant. Die Pärchen aus Band 1 treffen hier aufeinander. Nur hier gibt es natürlich einen Perspektivwechsel. Dies ist wirklich eine Überraschung gewesen. Band 1 ist aber keine Lesevoraussetzung.

Das Motto der Reihe "Make it count" bzw. "Tag für Tag leben" haben hier aufgrund der traurigen Vergangenheit der beiden Protagonisten eine besondere Bedeutung und erschaffen ein schönes und auch trauriges Buch: 8 von 10 Punkten!

Verlag: Knaur TB
erschienen: 2015
Seiten: 240
ISBN: 978-3426518120


© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann



Sonntag, 26. Juni 2016

Rezension // Ulf Schiewe - Bucht der Schmuggler von SINA

Jan van Hagen muss aus Bremen flüchten, ansonsten wird er in den Schuldturm geworfen. Er macht sich auf nach Amsterdam, um von dort aus mit einem brisanten Auftrag in die Karibik aufzubrechen Er soll den Sohn seines Auftraggebers ausfindig machen, der mit seiner Mannschaft auf der Insel Hispaniola gefangen gehalten wird. Dort angekommen, werden ihm jedoch so einige Steine in den Weg gelegt. Kurz darauf lernt er die charmante Doña Maria kennen, die jedoch mit dem Zuckerrohrplantagenbesitzer Don Miguel verheiratet ist, der nebenbei noch Geld mit Schmuggelei verdient. Don Alonso, dem Vize-Gouverneur von Hispaniola, ist dies jedoch ein Dorn im Auge und er versucht, Don Miguel auf frischer Tat zu ertappen. Und so beginnt ein Spiel mit der Zeit.

Gleich von Anfang an wird man in die Geschichte mit hineingerissen und erfährt, wie Jan nach einer langen Reise in seiner Heimatstadt Bremen mit bösen Nachrichten konfrontiert wird und Hals über Kopf flüchten muss. Und so macht er sich auf den Weg in die Neue Welt. Jedoch nicht ohne Probleme, klar, sonst wäre das Buch viel zu kur.

Ich hatte wieder das Glück, das Buch in einer Leserunde lesen zu dürfen, die vom Autor auch begleitet wurde und so wieder vielen Chancen bestanden, auch hinter die Kulissen des Buches sehen zu dürfen. Und so hat sich natürlich einiges Überraschendes ergeben. Der Autor zum Beispiel konnte viel von seinem Leben in das Buch miteinbringen. Schon allein, dass er 10 Jahre die Nordsee besegelt hat, führt natürlich dazu, dass erst sich mit der Schifffahrt auskennt. Auch drei Jahre Leben n Brasilien ließ sich mit verarbeiten und hat letztendlich einen farbenfrohen Roman über das Leben in der Karibik im 17. Jahrhundert hervorgebracht.

Mehrmals hat mich der Autor mit Dingen überrascht und bei einer Stelle blieb mir der Mund sogar offen stehen. Insbesondere wird hier sehr intensiv auf den Sklavenhandel sowie die Sklavenhaltung eingegangen. Sehr gut wurde herausgearbeitet, wie die Sklaven ihren Alltag bestreiten bzw. zu bestreiten haben. Da es mehrere Farmen und auch Sklavenbesitzer auf Hispaniola gibt, lässt sich ein guter Vergleich ziehen. Bei Doña Maria zum Beispiel hatten die Sklaven es sehr gut, war man jedoch auf der Farm von Don Diego als Sklave... Intensiver möchte ich hier nicht darauf eingehen, da manche Szenen im Buch doch sehr direkt und anschaulich beschrieben werden und man am Liebsten ins Buch krabbeln möchte, um dem Unrecht ein Ende zu machen. 

Auch die verschiedenen Charaktere im Buch bilden starke Kontraste. Allen voran Jan van Hagen, ein Kaufmannssohn aus Bremen, der lieber seine Arbeit auf dem Schiff verrichtet, als im Kontor seines Vaters oder Doña Maria, die mit ihrer sanften Art viele darüber täuschen kann, wie mutig und stark sie doch sein kann, wenn es darauf ankommt.
Besonders gut gefallen haben mir eine Prostituierte aus Amsterdam, die sich an Bord von Jans Schiff schleicht, um in der Neuen Welt auch ein neues Leben beginnen zu können. Für sie kommt es jedoch anders, als sie dachte. Ihr keckes Auftreten und ihr Hang zur Gerechtigkeit sind besonders aufgefallen und so hat sie eine starke kleine Nebenrolle im Buch besetzt. Ebenso der "Schiffsarzt", der eigentlich Jurist ist, sich aber in der Medizin gut genug auskennt, um helfen zu können. Er ist Jan eine wertvolle Hilfe.

Aber auch unter den Sklaven gibt es so einige, die trotz oder gerade wegen der ungerechten Behandlung wissen, wem sie vertrauen und helfen können. Hier stechen insbesondere Babatunde und Olu heraus, beides Personen, die ich gerne mal persönlich treffen würde. Aber vielleicht gibt es ja mit allen ein Wiederlesen, falls ein nächster Teil erscheint. Denn es bleibt am Ende doch ein kleines bisschen offen... von den Personen und Fragen her. 

Das Buch ist durchweg kurzweilig und verspricht einen spannenden Inhalt. Aufgegliedert in fünf Teile werden die Flucht Jans aus Deutschland geschildert bis zur Ankunft auf Hispaniola. Abwechselnd wird aus Jans und Doña Marias Sicht alles geschildert. Zwischendurch melden sich noch Don Alonso, Baba sowie andere zu Wort. So hat man immer einen schönen Blick auf alle Seiten und kann sich auch einiges besser vorstellen.

Fazit:
Ein Mix aus deutscher Gelassenheit und spanischem Temperament - Ulf Schiewe entführt in die Neue Welt im 17. Jahrhundert. Von mir gibt es dafür die volle Punktzahl.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2016
Printseiten: 448
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-51693-5

s. a. Bibliografie Ulf Schiewe


Dienstag, 21. Juni 2016

Rezension // Geneva Lee - Royal Dream von SONJA


Belles Traum von einer großen adeligen Hochzeit ist dahin. Denn ihr Bräutigam betrog sie während der Hochzeitsvorbereitungen mit Pepper. Wie ihr Leben finanziell weitergehen soll, ist ihr schleierhaft und so nimmt sie notgedrungen den Job als persönliche Assistentin beim Londoner Anwalt Smith Price an. 

Wer die Vorbände um Clara und Alexander kennt, der will natürlich wissen, wie es Belle ergeht. Auch Clara, Alexander und Edward wollen weiterhin erwähnt werden, denn die lieb gewonnen Figuren behalten ihren Platz in der Handlung. Doch nun ist Clara die Nebenfigur und Belles Seelenheil muss in den Fokus gerückt werden.

Smith Price scheint ein würdiger Partner zu sein, denn er hat Geld und Macht und schafft es Belles kesses Mundwerk (und nicht nur das) unter Kontrolle zu bringen. Die Dialoge und auch die erotischen Szenen triefen teilweise vor Machtgehabe, dass es mir manchmal schon ein bisschen zuviel war. Denn an einem Lenkrad zu nuckeln - auch wenn es ein limitiertes Luxusauto ist - ist meines Erachtens nicht sexy.
Die Szenen wirken dunkler und derber und passen aber dennoch zu den beiden Protagonisten, da die Leserin nach und nach von den bislang gehüteten dunklen Geheimnissen der beiden erfährt .

Ein Mann mit Geld muss natürlich die Frau wieder einmal zum Shopping schleifen und schnell ist die Emanzipation der Heldin dahin. Dies scheint in den Erotikromanen derzeit ein echtes Stilmittel zu sein. Auch wird hier ein ums andere Mal zu Musikzitaten - hier die Stones - gegriffen. Nicht neu, aber eindeutig passend.

Die Handlung nimmt dennoch an Fahrt auf und die dunklen Geheimnisse bedrohen das Pärchen, das trotz Machtgehabe zu einander passt. Was haben Hammond, der Juwelier und die Vergangenheit gemeinsam? Wie ergeht es der schwangeren Clara? Wird es im englischen Königshaus eine Schwulenhochzeit geben?

Trotz der Kritik konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich musste weiter lesen. Volle Punktzahl.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2016
Seiten: 352
ISBN: 978-3734103803


© Sonja Kochmann

Rezension // Joelle Charbonneau - Die Auslese: Nichts ist, wie es scheint von SONJA


Cia hat bereits zwei Ausleseverfahren überlebt und erfahren, dass die Rebellen einen Plan schmieden, die Auslese zu beenden und die Regierung zu behindern. Doch es gibt Rebellen, die ein doppeltes Spiel spielen. Wem kann Cia vertrauen und auf welche Hilfe kann sie bauen. Soll sie selbst eine Auslese vornehmen?

Ich habe beide Vorbände verschlungen, da ich die dystopische Handlung als sehr gelungen fand.

Doch nun beim Abschlussband hatte ich streckenweise zu kämpfen. Trotz des lockeren und flüssigen Schreibstils fiel mir der Einstieg in die Handlung schwer. Dies kann u.a. auch daran gelegen haben, dass zwischen dem Erscheinen der einzelnen Bänden viel Zeit vergangen war. Nach dem ich wieder ungefähr wusste, wer welche Rolle hat, fand ich die Handlung sehr spannend und auch teilweise grausam.

Der Leser bekommt durch die dystopische Zukunftsvision durchaus sozialkritische Elemente vorgesetzt, über die es sich lohnt, nachzudenken. Sollte man Einzelne opfern, um das Überleben einer Mehrheit zu garantieren? Wer darf über Leben und Tod entscheiden? Ist das Verhalten eines Menschen zu 100% vorhersehbar?

Eine Menge Intrigen und Schachzüge erwarten Cia und auch den Leser und gegen Ende des Buches hatte ich leider das Gefühl, dass sich die Autorin im Labyrinth der Intrigen selbst verrannt hat und Mühe hatte, das Buch würdig zu beenden. Dennoch vergebe ich 8 von 10 Punkten, da ich bei dieser Trilogie aktionreich unterhalten wurde.

Verlag: Penhaligon
erschienen: 2016 
Seiten: 384
ISBN: 978-3764531195

© Sonja Kochmann

Montag, 20. Juni 2016

Lesung // Sophie Kinsella - Shopaholic and Family von SONJA



© Sonja Kochmann

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Etliche Bücher wurden bereits mit dem Namen Sophie Kinsella über den Ladentisch geschoben und Laden und Shopping ist das Kernthema dieser Reihe um die Supershopperin Rebecca Bloomwood.


Als die Autorin sich zur Vermarktung und Lesung ihres nunmehr 8 Band um die Shopaholic-Reihe ankündigte, besorgte ich mir gleich eine Karte. Die Freude war zusätzlich groß, denn den deutschen Part sollte Wolke Hegenbarth und dann....kam alles ganz anders.



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Die Autorin Sophie Kinsella alias Madeleine Wickham war da, die deutsche Moderatorin vom NDR Anouk Schollähn war da, doch Wolke Hegenbarth nicht. Die hatte es inzwischen erwischt und lag mit Fieber flach. Die Konstellation Sophie Kinsella und Anouk Schollähn als Duo war für diesen Abend neu und das Publikum war gespannt. Gleich vorweg: Es fiel gar nicht auf, dass der Ablauf ein anderer war. Anouk Schollähn managte den Abend souverän mit Spaß beim Übersetzen, Fragen Stellen und Lesen der deutschen Passagen. Eine so lockere und fröhliche Grundstimmung habe ich schon lange nicht erlebt und würde ich mir gern öfter wünschen. Also liebe Verlage, bitte diese Sprecherin häufiger bei Lesereisen buchen!



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Im Laufe des Abends erfuhren die Zuhörer, dass das neue Buch "Shopaholic and Familiy" unmittelbar mit dem Vorgängerbuch "Shopaholic in Hollywood" zusammenhängt. Grundsätzlich kann man sie einzeln lesen, doch es macht bei den einzelnen Gags mehr Spaß, die ganze Sippe und den Werdegang zu kennen.




Die Autorin beschäftigt sich mit den Themen der einzelnen Bücher 1 bis 2 Jahre und schreibt ca. 9 Monate. Es entsteht eine Art Baby. O-Ton:"Look at the lovely book!" An dieser Stelle möchte ich auf die besondere Stimme und das Englisch der Autorin hinweisen. Auch wenn sie selbst Sorge hat, dass ihre Stimme zu schnell und zu hoch wird, fand ich die englischen Passagen und auch ihre Antworten einfach großartig. Dies kann ich hier im Blogbericht leider gar nicht so rüberbringen.


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Als Anregung für ihr Buch geht sie natürlich selbst gern shoppen und dabei ist es völlig egal, ob es Kleidung oder Teppiche sind. Wobei natürlich Schuhe immer gehen, man muss sich nicht großartig ausziehen und zu Hause hingestellt, sehen diese auch toll aus. Dabei wird jeder im Laden beobachtet und dann wird dies verwendet, in dem es ein bisschen "bigger" wird. Grandios. 

Die Recherche in Las Vegas fiel daher auch ein bisschen anders aus, als so manch Leser vielleicht denkt. Das Glücksspiel war völlig unwichtig: die Umgebung, die Kleider, die Cocktails und die niedlich kleinen Chips waren viel interessanter. Und dann wurde natürlich noch Ausschau nach Daniel Craig gehalten.

Sie selbst kann immer und überall schreiben. Hauptsache es ist energiegeladene Musik (z.B. Daft Punk) dabei. Denn als Mutter von 5 Kindern muss man beim Schreiben die Familie aussperren. Dabei hilft ihr ihr Mann, der auch ihr Erstleser ist. Alle 20.000 Worte erhält er die Rohfassung und wenn seine laute Lache durch das Haus schallt, ist sie beruhigt und kann weiter schreiben.

Die ehemalige Finanzjournalistin begann übrigens zu schreiben, da sie auf ihrem Weg zur Arbeit selbst immer Romane las und dies auch machen wollte. Da die ersten Romane einen etwas anderen Stil hatten und die Shopaholic Reihe sich davon abheben sollten, griff sie zum Pseudonym.


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Zum Schreiben benötigt sie Kaffee und ab und an Schokolade (was man ihr nicht ansieht). Läuft es mal nicht gut, geht sie Cocktails mit ihrem Mann trinken und schon ist Becky wieder im Einsatz.

Neben der Fragerunde hatte Anouk Schollähn noch ein witziges Spiel parat, zu bestimmten Schlagworten sollte die Autorin etwas erwidern. Da hierfür ein englischen designtes Notizbuch verwendet wurde, wurde etwas geblättert und mit Begeisterung festgestellt, dass dieses Buch schon für Stichworte für Jojo Moyes verwendet wurde. Diese hatte als Stichwort u.a. einen "stinkenden, pupsenden Hund" was für viel Gelächter sorgte, aber bei der Autorin für eine mögliche Inspiration sorgte. Da sie selbst einen lieben Hund besitzt, könnte Rebecca Bloomwood in den nächsten Bänden vielleicht auf den Hund kommen...wer weiß.


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Vielen Dank für diesen unterhaltsamen (zum Teil improvisierten) Abend. Es hat Spaß gemacht!


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Lesung // Anna Todd - Before us von SONJA



© Sonja Kochmann

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Anna Todd der weibliche literarische Popstar der "young adult" Buchszene kommt nach Deutschland und alle müssen hin. Wer nicht hin geht, hat selbst Schuld oder keine Karte abbekommen....auch ich musste hin. Es ist schon einiges geschrieben worden, aber ich werde aus gutem Grund auch noch einmal meinen Senf dazu geben.

Tessa und Hardin ein Pärchen, was mir einige tolle und schwere Buchstunden beschert hat. Warum? Ich war nicht immer mit Hardin glücklich und auch nicht mit dem langen Verlauf der Handlung. Dennoch gestehe ich der Autorin zu, etwas besonders geschaffen zu haben. Vom Internet in die Bestsellerlisten. Vom Schreibtisch in die Fanmenge und das ganz ohne Allüren.


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Im Vorfeld (ein Montag) gab es schon eine live Lesung (https://www.litlounge.tv/online-event/us) auf der Verlagsseite, die ich mir aus Neugier ansah. Mona Kasten moderierte und da das Buch "Before us" aus Hardins Sicht geschrieben ist, las den deutschen Part Bastian Hagen. Hierbei fiel mir erstmalig negativ auf, wie oft sich Bastian Hagen verlas! Selbst bei den Namen gab es noch einige Schwierigkeiten, was ich schon ein bisschen peinlich fand, denn selbst wenn es Premiere auf einer Lesereise ist, sollte dies doch vorher geübt werden!?


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Auch am Abend meiner Lesung in Hannover (der Samstag - also die gleiche Woche) hakte es ordentlich. Teilweise konnte Bastian Hagen vor lauter Lachen nicht weiter lesen. Dies mag vielleicht am hohen Östrogenpegel der anwesenden Damenwelt gelegen haben. Denn die anwesenden Damen waren hin und weg von ihm, da er so aus sah wie Hardin und so süüüüüüüüüüüüüß war. (Die Zitate, die teilweise fielen. lasse ich hier mal weg, aber er war ein genauso begehrtes Fotomotiv wie die Autorin selbst).
So hatte er auch kein Problem bei soviel anhimmelnden Augenpaaren zu erzählen, dass er genau wie Hardin unter Bindungsproblemen leidet - hat kaum einer mitbekommen....es seufzten ungefähr 200 junge Zuhörerinnen oder mehr.


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Eine Besonderheit des Abends gab es. Die Autorin, die selbst nicht gern liest, las einen klitzekleinen Part auf Englisch vor. 

Dann kam die Fragerunde bei der auf die neuen Bücher um Landon oder die mögliche Besetzung der Verfilmung eingegangen wurde. Aufgrund der großen Fanzahl und der hohen Bücherstapel ging es dann auch recht rasch an das Signieren und Fotografieren. 


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Obwohl ich mich teilweise mit der Reihe schwer getan hat, werde ich wohl weiterlesen, da ich ein bisschen neugierig bin.....und die Autorin durch ihre offene Art wirklich eindrucksvoll war.


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Lesung // Sky du Mont - Steh ich jetzt unter Denkmalschutz? von SONJA

© Sonja Kochmann


Sky du Mont in Hannover?

Steh ich jetzt unter Denkmalschutz?: Älterwerden ist nichts für Spaßbremsen - cooler Buchtitel da muss ich hin, gesagt getan und eine Karte gekauft. Diese Auffassung hatten wohl noch einige andere, denn die Buchhandlung Hugendubel war restlos ausverkauft. 

Trotz sehr sommerlichen Temperaturen und gefühlten 40 Grad bei maximal 10 % Prozent Sauerstoffgehalt saß ein ganz gebanntes Publikum bereit für den Star des Abends. Frau Fischer kündigte das Publikum als das beste Publikum überhaupt an (Ja, sind wir in Hannover wirklich!) und als Sky du Mont das Jacket auszog und die Damenwelt klatschte und jubelte, wurden wir dann auch noch das versauteste (O-Ton Sky du Mont).


© Sonja Kochmann


Der Autor, der ja eigentlich jedem ein Begriff ist, erzählte zu Beginn ein bisschen zum Entstehen des Buches und hatte schon da einige Lacher auf seiner Seite. Seine Gestik und Mimik zum Thema Älterwerden war dabei schon zum Wegwerfen komisch. Eine kleine Besonderheit des Abends: Sky du Mont lernte in Hannover zur Expo seine Frau Mirja du Mont kennen. Neben mir in Reihe 1 (ja ich hatte mit den besten Platz) saßen die Schwiegereltern von Sky du Mont, was manche pikante Anekdote gleich doppelt lustig machte - für das Publikum. 


© Sonja Kochmann


Das Buch wurde passagenweise vorgelesen - nein eher vorgetragen bzw. gespielt. Die besondere Stimme, Gestik und Mimik (ich kann es nicht oft genug betonen) und ab und an die Anmerkung "klar das DAS die Frauen hier lustig finden" haben die Lesung einzigartig gemacht.

Am Ende gab es eine kleine Fragestunde, bei der hauptsächlich Fragen gestellt wurden, die man beim Lesen von einigen Zeitungen eigentlich selbst schon wissen könnte. Nur ein hartnäckiger Fan bat um das das "The Superperforator-Lied" aus dem Film "Der Schuh des Manitus". Dies wurde aber höflich verneint. Dazu könnten ihn nicht mal seine Kinder kriegen.


© Sonja Kochmann

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Anschließend ging es zum Signieren und Foto schießen und jeder erhielt sein Andenken. Ein schöner und eindrucksvoller Abend. Sky du Mont wird noch einige Lesungen abhalten (siehe hier http://skydumont.com/news/) und man sollte sich dies nicht entgehen lassen!


© Sonja Kochmann

Sonntag, 19. Juni 2016

Rezension // Anna Kuschnarowa - Djihad Paradise von SONJA


Mitten im Herzen Berlins steht ein junger Mann namens Julian Engelmann mit einem versteckten Sprengstoffgürtel und will alle Ungläubigen mit in den Tod nehmen. Doch wie kam es dazu und hat er den Mut, diesen Weg zu gehen? Da ruft eine junge Frau nach ihm und er erinnert sich an sein Leben "davor" mit Romea.

Das Buch ist ein echter Geheimtipp. Denn in den Buchhandlungen, Zeitungen und im Internet wird es kaum beworben. Ich habe es lediglich beim Stöbern entdeckt und wurde durch das Cover und dem widersprüchlichen Titel angelockt.

Die Thematik fand ich für ein Jugendbuch äußerst schwierig und war gespannt, wie die Autorin dieses leider sehr aktuelle Thema umsetzen wird.

Die beiden Protagonisten Julian und Romea sind Jugendliche/junge Erwachsene wie es ein jeder von uns sein könnte, wenn das Umfeld entsprechend gewesen wäre.

Romea ist die behütete Schülerin, deren Eltern es mit harter Arbeit zu einem gewissen Wohlstand gebracht haben. Dafür wird von der Tochter Gehorsam und Fließ erwartet.

Julian wurde von seiner Mutter verlassen und lebt bei seinem Vater, der Alkoholiker ist, von Hartz 4.

Beiden fehlt Nähe und ein soziales Umfeld in denen sie Halt finden und so entwickelt sich, ohne zuviel zu verraten, eine Liebesgeschichte. Doch das Paar sucht weiter nach einer Art Heim und findet einen Rahmen in einer islamischen Gemeinde. Von da ab ist der Weg zum Salafisten durch die falschen Leute und das Gedankengut nicht mehr weit und es ist für den Leser erschreckend, mit anzusehen, wie schnell Julian und Romea von ihrer eigentlichen Erziehung abgebracht werden.

Obwohl Romea ein modernes Frauenbild vermittelt wurde, fügt sie sich dem Frauenbild des Islams. Julian findet sich schnell zurecht; war er vorher "voll im Arsch" ist er nun "auf der Überholspur Allahs". Geblendet von der Gemeinschaft, lernen beide die Kehrseite kennen, als es schon zu spät ist.

Da diese Thematik wirklich schwer zu verstehen ist und teilweise auch brutale Szenen enthält, würde ich das Buch erst für Leser ab 14 Jahren empfehlen. Volle Punktzahl für dieses aufwühlende Geschichte.


Verlag: Beltz und Gelberg
erschienen: 2015
Seiten: 416
ISBN: 978-3407811554




© Sonja Kochmann

Rezension // Sandra Lüpkes - Die Sanddornkönigin von SONJA


Juist in herbstlicher Stimmung: schwindende Touristen und gestresste Hotelmitarbeiter. Im exklusiven Hotel "Dünenschloss" werden die Sanddorntage vorbereitet, um noch ein paar Touristen auf die Insel zu locken. Doch dann wird in den Dünen die frisch gekürte Sanddornkönigin gefunden.

Wencke Tydmers und ihr Kollege Sanders werden für Ermittlungen vom Festland auf die Insel geschickt.

Da mir Sandra Lüpkes Reihe um Jannike und ihr Inselhotel so gut gefallen haben, habe ich beschlossen auch Wencke Tydmers eine Chance zu geben.

Bei der Sanddornkönigin handelt es sich um einen klassischen Krimi, der seine Besonderheiten durch maritime Landstriche und Eigenarten bekommt. Maritime Eigenarten? Ja, wer schon mal Urlaub auf einer Nordseeinsel gemacht hat oder einen Friesen persönlich kennt, wird wissen, das Insulaner ein ganz besonderes Völkchen sind.

In den Dialogen und Szenen, die Wencke Tydmers und ihr Team durchlaufen, wird dies besonders deutlich und obwohl ein Krimi nicht unbedingt zum Lachen ist, musste ich hier und da mal Schmunzeln. 

Ein bisschen hat mich dieser Hoteldirektor an den Hoteldirektor aus "Das kleine Inselhotel" erinnert. Ob die Autorin mehrfach schlechte Erfahrungen mit dicken Hoteldirektoren gemacht hat? 

Wencke hat mir als Ermittlerin gut gefallen und ihre Art zu ermitteln, machen den Roman hinsichtlich der Menschlichkeit glaubwürdig. Der Mörder ist nicht der Gärtner, aber wird auf interessante Art nach einigen Sackgassen gefunden.

Ein Krimi mit besonderer maritimer Note, der solide 7 von 10 Punkten erhält!

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2005
Seiten: 208
ISBN: 978-3499238970

© Sonja Kochmann

Rezension // Amie Kaufmann + Meagan Spooner - These Broken Stars: Lilac und Tarver (1) von SINA


Lilac LaRoux ist die behütete Tochter eines reichen Vaters. Tarver kommt dagegen aus der Mittelschicht und wurde nur durch seinen Mut beim Militär zu einem höheren Rang berufen und ist deshalb bekannt. Als sich die beiden auf der Icarus, einem Raumschiff, das erste Mal begegnen, merken sie, dass sie etwas besonderes verbindet. Und kurz darauf merken sie auch, was. Als die Icarus abstürzt, können sie die beiden in einer Rettungskapsel auf einen in der Nähe befindlichen Planeten retten. Doch scheinen sie die einzigen Überlebenden zu sein... und auch die einzigen auf dem Planeten.

Mein Juni-Highlight 2016... das kann ich von vornherein sagen. Die Autorinnen haben mich mit ihrer wunderschönen Schreibweise total in den Bann gezogen und ich konnte, nein wollte einfach nicht aufhören zu lesen. 

Allein der Anfang zieht einem schon in den Bann und man will unbedingt wissen, wie es Lilac und Tarver durch den Verlauf der Geschichte schaffen. Hat man am Anfang wirklich noch den Vergleich mit dem Film "Titanic" wird es jedoch später raus eine sehr eigenständige Geschichte, die sich mit vielen überraschenden Wendungen und wendigen Überraschungen am Leben hält. 

Lilac ist am Anfang fast schon ein nerviger Charakter. Doch wenn man sie näher kennenlernt und Dinge aus ihrer Vergangenheit hört, kann man sich vorstellen, warum sie so ist, wie sie ist. Aber auch Lilac merkt, dass sie mit ihrer Vergangenheit abschließen und sich ein eigenständiges Leben aufbauen muss. Und so fängt sie an, alles selbst in die Hand zu nehmen und macht deshalb eine sehr positive Verwandlung durch. 
Tarver dagegen war mir von Anfang an sehr sympathisch. Der nette Junge aus der Mittelschicht, der es durch Mut und Geschick zu etwas Höherem geschafft hat. Leider wird er von vielen aber nicht richtig akzeptiert und sie sehen in ihm etwas, was er gar nicht ist. Doch Tarver weiß das, lässt sich dadurch nicht unterkriegen und bleibt wie er ist. Sympathisch, nett und charmant. 

Dies ist eine Liebesgeschichte, die im All ihren Anfang nimmt und sich durch den Absturz des Raumschiffs und dem Aufenthalt auf einem unbewohnten Planeten ständig steigert. Die Ausgangssituation für die Autorinnen war sehr schwer, doch haben sie es geschafft, eine spannende Geschichte zu kreieren, die mit vielen Überraschungen gespickt ist und somit eine sehr - zumindest bei mir - bannende Wirkung hatte.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und hat mich zeitweise ein bisschen an Marissa Meyer mit ihren Luna-Chroniken erinnert. Auch bei ihr hatte ich Mühe, die Bücher zur Seite zu lesen, weil sie irgendwie an meinen Fingern kleben blieben. 

Aber nicht nur das Innere überzeugt durch eine gefühlvolle und spannende Geschichte, auch das Äußere ist mal wieder ein absoluter Hingucker. So kennt man den Carlsen-Verlag. Allein schon wegen dem schönen Cover lohnt es sich, das Buch im Regal stehen zu haben. Da ich "nur" die ebook-Version gelesen habe, werde ich mir das Printbuch jedoch bestimmt noch für mein Regal besorgen.

Die Autorinnen haben sich auch noch etwas Besonderes für ihr Buch einfallen lassen. Zwischen den einzelnen Kapiteln, die immer wieder entweder aus Tarvers oder aus Lilacs Sicht geschrieben sind, gibt es Gesprächsfetzen. Dabei handelt es sich um eine Verhör von Tarver. Hier meint man zuerst, dass fast schon das Ende des Buches am Anfang verraten wird, aber je mehr man von diesen Gesprächsfetzen liest, umso mehr merkt man, dass alles doch nicht so ist, wie es scheint. 

Ich kann das Buch als sehr emotional beschreiben, da sowohl bei Lilac als auch bei Tarver einiges ans Tageslicht kommt, was beide nicht erwartet hätten. 

Am 25. November 2016 erscheint der Folgeband der Trilogie "These Broken Stars - Jubilee und Flynn". Ich warte sehnsüchtig darauf und hoffe, dass die Autorinnen das Niveau halten und mich wieder restlos begeistert können.

Fazit:
Spannend, emotional und wunderschön. Ein genialer Auftakt zu einer hoffentlich genauso genialen Trilogie. Von mir gibt es dafür 10 von 10 Punkten.

Verlag: Carlsen
erschienen: 2016
Printseiten: 496
Format: ebook
ISBN: 978-3-551-58357-4

Mittwoch, 15. Juni 2016

Rezension // Sebastian Fitzek - Das Joshua-Profil von SINA

Max Rhode ist ein mehr oder weniger erfolgreicher Schriftsteller, der des mit einem Roman zum Ruhm geschafft hat, aber keine nennenswerten Nachfolger mehr schaffte. Mit seiner Frau läuft es mehr schlecht als recht. Einziger Lichtpunkt in seinem Leben ist seine Pflegetochter Jola. Für sie würde er alles tun. Als sie entführt wird, rückt Max als Täter an erste Stelle. Kurz vorher wurde ihm sogar prophezeit, dass er es wäre, der Jola entführen würde. Dies alles würde eher zu seinem Bruder Cosmo passen, der jedoch in Sicherheitsverwahrung sitzt. Max macht sich eigenständig auf die Suche nach dem Täter und kommt dabei einer Organisation auf die Spur, die dafür bekannt ist, Taten und ihre Täter vorherzusagen.



Wie bei vielen Büchern des Autors, freute ich mich auch den neuen Roman aus seiner Feder.

Vielleicht bin ich auch etwas gebrandmarkt durch den zuvor gelesenen Roman "Die Blutschule" von Max Rhode alias Sebastian Fitzek. Aber auch nach intensivem Nachdenken konnte mich auch das aktuelle Buch des Bestseller-Autors nicht überzeugen. Ich hatte mir sehr viel mehr darunter vorgestellt. Vor allem, da ein großer Hype darum gemacht wurde.

Ich kann gar nicht so recht sagen, was genau mich störte. Letztendlich kann ich eigentlich nur sagen, dass das Gesamtbild für mich einfach nicht gepasst hat. Schon gleich zu Anfang kam ich nicht richtig in die Geschichte rein. Die Figuren blieben für mich blass und teilweise emotionslos. Auch wenn das Thema, dass der Autor anschneidet, sehr brisant ist und immer aktuell bleiben wird, war ich dennoch enttäuscht von der Gesamtumsetzung. 

Die Figur des Max war für mich diejenige, mit dem größten Potential. Doch irgendwie wurde dies nicht richtig ausgeschöpft. Gerade als "Thrillerautor", welcher Max nunmal ist, hätte ich gedacht, dass er mehr aus allem herausholen kann und sich nicht so schwer tut mit der Umsetzung von Plänen. Ideenreichtum hätte ich nun vorausgesetzt, da er sich eben in seinem Beruf ja meist in den weiten Sphären der Literatur herumtreibt. Doch war er immer wieder auf Außenstehende angewiesen, die ihm zündende Ideen vorlebten. Gerade Max´ Bruder Cosmo war hier mehr Hilfe als ich am Anfang gedacht habe.

Auch Frieda, die eher zufällig in die ganze Sache hineinschlittert, zeigte mehr Engagement, als Max. Ich weiß nicht, ob dies daran lag, dass er derjenige war, der eben den meisten Streß durchmachen musste und somit nicht rational denken konnte. 

Die Rolle der Bösewichte fand ich da schon ansprechender, da sie tiefere Einblicke geben konnten. 

Der Anfang hatte mich noch überzeugen können, doch dann war alles für mich sehr vorhersehbar .
Ich denke, dass man aus der Idee noch viel mehr hätte herausholen können. 

Auch gab es mehr Action als Thriller. Verfolgungsjagden, Schlägereien, nachvollziehbare Dialoge - alles Dinge, die Fitzek eigentlich nicht so sehr in seinen Büchern einsetzt. 

Schon mit "Noah" hatten wir keinen typischen Fitzek mehr vorliegen, doch seit dem "Joshua-Profil" kann man nun wirklich nicht mehr davon sprechen. 

Vielleicht sollte man sich in Zukunft damit abfinden, dass Fitzek doch sehr vielseitig sein kann und nicht jedes Buch eben für einen sehr gut sein kann. Geschmäcker sind natürlich verschieden.

Fazit:
Für mich war es diesmal nichts. Trotzdem freue ich mich auf das nächste Buch und die bevorstehende Lesereise. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2015
Printseiten: 430
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-7857-2545-0


s. a. Bibliografie Sebastian Fitzek







Sonntag, 12. Juni 2016

Rezension // Max Rhode - Die Blutschule von SINA

Simon und sein Bruder Mark ziehen mit ihren Eltern von der großen Stadt aufs Land. Kaum im neuen Haus angekommen, ändert sich so einiges. Alles fängt damit an, dass Simon merkt, dass sich ihr Vater, der sich immer liebevoll um sie gekümmert hat, verändert. Als er zusammen mit Simon und Mark auf einen Ausflug aufbricht, stellen sich die Brüder eigentlich nichts schlimmes vor. Bis sie auf der einsamen Insel mitten im Storkower See ankommen und dort ein Klassenzimmer der besonderen Art vorfinden. Die Schulfächer lauten dort: Opfer bringen, Fallen stellen und Menschen töten.

Von Max Rhode hört man mit diesem Buch zum ersten Mal. Doch wenn man sich genauer damit beschäftigt, merkt man, wer eigentlich dahinter steckt. Sebastian Fitzek, bekannt durch seine undurchschaubaren Thriller und nervenzerreißenden Geschichten, hat sich diesmal etwas besonderes für seine Fans ausgedacht. Er schrieb unter dem Pseudonym Max Rhode eben das Buch, welches in seinem Roman "Das Joshua-Profil" mehrfach erwähnt wird. Dass es sich bei Max Rhode um eben die Hauptperson aus dem Joshua-Profil handelt, macht die ganze Sache noch etwas spannender.

In "Die Blutschule" geht es um die Brüder Mark und Simon, wobei die Geschichte aus Simons Perspektive in Ich-Form erzählt wird. Am Anfang denkt man noch, wie harmonisch die Familie miteinander umgeht. Der Vater der Brüder ist ein netter Kerl, der sich sehr viel Mühe gibt, um ein harmonisches Miteinander zu ermöglichen. Doch je mehr man liest, umso mehr kommen die Grauen an die Oberfläche. Der Auslöser dafür ist für mich jedoch nicht ganz nachvollziehbar. Denkt man eigentlich, dass man sich einem Horror-Thriller gewidmet hat, kommt nun plötzlich ein Fantasy-Einschlag mit dazu. Dies hat mich persönlich sehr überrascht und finde ich auch nicht sehr gelungen, denn wenn man weiß, wer hinter dem Buch steckt, dann weiß man auch, dass sich der Autor es nicht gerade leicht macht und jeden Schachzug sorgfältig überdenkt. Sich plötzlich mit Fantasy-Elementen zu helfen, passt so gar nicht zu ihm

Allerdings sollte man dann auch wieder bedenken, dass das Buch ja unter dem Pseudonym Max Rhode erschienen ist, und eben nicht unter Sebastian Fitzek. So ist es eben auch möglich, sich mal in ein anderes Genre zu wagen und diese übergreifend auch miteinander zu verbinden.
Mir ist es allerdings nicht gelungen, Max Rhode und Sebastian Fitzek als zwei eigenständigen Personen anzusehen. So hat mich zum Beispiel auch der Schreibstil gestört,  der so gar nicht an Fitzek erinnerte. Auch wenn ich mir immer vorgehalten habe, dass es ja kein "richtiger Fitzek" ist, den ich da lese, sondern ein "echter Rhode", war ich doch enttäuscht. Im Hinterkopf war eben immer der Gedanke, dass es von Sebastian Fitzek geschrieben wurde. Der Stil ist komplett anders.
Nach dem Lesen hatte  ich jedoch auch einen "geklärten" Blick auf das Ganze und bewundere den Autor dafür, dass er komplett die Stilrichtung ändern kann und etwas Neues erschafft.

Trotzdem packte mich der Roman nicht. Normalerweise bin ich fast immer sofort geflasht, wenn ich Fitzeks Romane lese. Dies liegt nicht nur am Schreibstil, sondern auch daran, dass der Autor mit seinen Geschichten auch etwas mitteilen will. Aber hier wartete ich vergebens auf die Aussage. Die Horror-Elemente überwiegen einfach.

Das "Die Blutschule" eine zentrale Rolle in Fitzeks Buch "Das Joshua-Profil" spielt, ist es fast unerlässlich, sich dem weiteren Buch zu widmen. Doch kann ich jetzt - nach dem Lesen von "Das Joshua-Profil" - noch immer nicht recht viel damit anfangen und frage mich nun auch ein bisschen, ob es nicht doch eher ein PR-Gag war und ich einfach darauf hereingefallen bin, eben zwei Bücher des Autors zu kaufen.

Ich habe wahrscheinlich den Fehler begangen, dass ich nicht zuerst "Das Joshua-Profil" gelesen, habe, in welchem ja immer wieder Bezug auf "Die Blutschule" genommen wurde. Doch auch nach Recherche im Internet konnten viele nicht genau sagen, mit welchem Buch man beginnen soll. Ich persönlich würde jedoch sagen, dass man zuerst das Joshua-Profil lesen sollte, um sich danach der Blutschule zu widmen. 

Fazit:
Alles in allem war die Blutschule für mich nicht überzeugend. Daher gibt es von mir leider nur 4 von 10 Punkten.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2015
Printseiten: 272
Format: Taschenbuch
ISBN:978-3-3404-17267-2

s. a. Bibliografie Max Rhode