Donnerstag, 29. September 2016

Rezension // Nalini Singh - Rock Kiss: Ich will alles von dir von SONJA


Kit und Noah waren einst eng befreundet. Es hätte mehr draus werden können. Bis Noah durch sein Rumgemache mit Groupies Kit das Herz brach. Nun pushen Beziehungsgerüchte der Paparazzi Kits Karriere und beide beschließen eine Weile ein Liebespaar zu spielen. Ob das gut ausgeht?

Der dritte Band wurde von mir gleich im Anschluss an die Vorbände "Eine Nacht ist nicht genug" und "Ich berausche mich an dir" gelesen und ich muss leider sagen, dass ich mich zeitweise schwer tat und das Buch unterbrochen habe.

Obwohl mir Kit und auch Noah, auf seine eigene Art, sehr sympatisch waren, fand ich das hin und her zwischen den beiden teilweise anstrengend und auch langatmig zu lesen. Erst als es zwischen den beiden etwas intimer wurde, kamen die gewohnt spritzigen Dialoge der Autorin.

Eine besondere Note bekommt der Roman durch die Bedrohung durch Kits Stalker, dessen Identität geschickt bis zum letzten Moment durch ein paar Finten verschleiert wird. Interessant fand ich die Aspekte des Alltags einer Hollywoodschauspielerin (Ernährung, Maske, Schlafgewohnheiten) und auch Noahs düsteres Geheimnis, das in den Vorbänden angedeutet, aber nie aufgedeckt wurde.

Das Wiedersehen mit den bereits verkuppelten Pärchen Fox und Molly und Thea und David, fügte sich wunderbar in das Gesamtbild um die Band von School Boy Choir, so dass man sich schon jetzt auf Abe freuen kann.

Aufgrund der langatmigen Passagen vergebe ich 7 von 10 Punkten.

Verlag: Lyx
erschienen: 2016
Seiten: 448
ISBN: 978-3736301702


© Sonja Kochmann




Rezension // Nalini Singh - Rock Kiss: Ich berausche mich an dir von SONJA


Charlotte trifft weit nach Feierabend einen ihr unbekannten Mann im Büro. Aus Angst wirft sie ihm einen Tacker an den Kopf. Mit Erschrecken muss sie feststellen, dass er ihr neuer Boss ist, der ihre Firma wieder aus den roten Zahlen holen soll. Als er sie am nächsten Tag ins Büro zitiert, schlottern Charlotte nicht nur aus Angst vor dem Jobverlust die Knie, denn Gabriel ist ein sehr attraktiver Mann....

Meines Erachtens gehört dieser Band nicht wirklich zur Rock Kiss Reihe, da Charlotte und Gabriel nichts mit der Band School Boy Choir zu tun haben. Charlotte ist lediglich die beste Freundin von Molly aus "Eine Nacht ist nicht genug" und kennt Charlottes Vorgeschichte und Ängste. Sie steht mit Rat (nicht mit Tat) am Telefon parat (*hihi - das musste jetzt sein), wenn Charlotte Hilfe beim Umgang mit Gabriel Hilfe benötigt. Denn dieser gebärdet sich gnadenlos in der Firma, so dass er nur noch T-Rex genannt wird.

Die Entwicklung der Charaktere ist grandios gelungen und die beiden liefern sich regelrecht einen Schlagabtausch. So wird Charlottes bester Freund Ernest ständig mit neuen Namen betitelt (Emil, Edgar...) und es werden kalorienreichen Entschuldigungen erbracht. So kann das Zubereiten von Nudelsoße durchaus erotisch werden.

Charlottes Vergangenheit wird erst nach und nach enthüllt, so dass Gabriel und auch der Leser anfänglich rätseln müssen, was Richard Dick Charlotte angetan hat, dass sie derart ängstlich ist. Volle Punktzahl für diesen spritzigen Roman.

Außerhalb der Wertung möchte ich anführen, dass ich die Überschriften über den einzelnen Kapiteln nervig und auch störend empfunden habe. Zukünftig bitte lieber nur durch nummerieren, lieber Verlag!

Vielleicht mag ja die Autorin ein paar Bände Gabriels Geschwistern widmen. Mir hat dieser Familienschwarm sehr gut gefallen.

Verlag: Lyx/Lübbe
erschienen: 2016
Seiten: 416
ISBN: 978-3802599279

© Sonja Kochmann

Rezension // Nalini Singh - Rock Kiss: Eine Nacht ist nicht genug von SONJA


Molly hat genug von der Presse und Paparazzi. Durch einen Skandal in ihrer Kindheit, versucht sie, keinerlei Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Als sie den Musiker Fox kennen lernt und er ihr ein unmoralisches Angebot macht, ist es um sie geschehen. Wie kann sie den Medien ausweichen und ihr Herz schützen?

Ich habe mich von Anfang an gefühlt, als ob mich jemand in die Handlung geschubst hätte. Irgendwie hatte ich den Verdacht, dass da jemand ein paar Kapitel geklaut hat. Denn mir fehlte der Vorlauf, warum Molly Fox so anziehend findet: der erste Blick zum Beispiel oder der erste Song. Das Vorspiel ist halt auch bei diesen Romanen wichtig   ;) und so fand ich Fox drängende Art und seine Überzeugungskunst teilweise doch sehr plump und Molly etwas zu schüchtern - fast schon devot.

Die Vorgeschichte zur Band School Boy Choir wird nach und nach enthüllt. Die Anordnung der Vergangenheit von Molly und auch Fox fand ich unglücklich gewählt und haben mich manchmal verzweifeln lassen. 

Das Konzept um die Musiker fand ich jedoch sehr gelungen. Wer hat als "kleines Mädchen" nicht schon einmal vom großen Musiker geträumt, der nur für seine große Liebe ein Lied singt. 7 von 10 Punkten.

Verlag: Lyx/Lübbe
erschienen: 2015
Seiten: 448
ISBN: 978-3802599255

© Sonja Kochmann

Montag, 19. September 2016

Rezension // M. L. Stedman - Das Licht zwischen den Meeren von SONJA


Australien 1920: Tom nimmt als Kriegsveteran einen Job als Leuchtturmwärter an, um Ruhe für seine geschundene Seele zu finden. Isabel sucht in der Nachkriegszeit einen Mann, der in der Lage ist, eine Familie mit ihr zu gründen. Nach einigen Besuchen, heiraten die beiden und versuchen in der Abgeschiedenheit auf Janus eine Familie zu gründen. 
Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen. Izzy erleidet eine Fehlgeburt nach der anderen und so ist die Gefühlswelt der beiden in heller Aufruhr als eines Tages ein Boot mit einer männlichen Leiche und einem gesunden Baby strandet. Sie behalten das Baby und Jahre später wird ihre Entscheidung auf eine harte Probe gestellt, denn sie erfahren, dass diese Entscheidung ein anderes Leben zerstört hat.

Ich habe das Buch schon lange bei mir liegen und habe es nie gelesen. Ich war vom alten Cover bezaubert und hatte dennoch das Gefühl, dass es der falsche Moment war. Als ich nun die Kinovorschau mit dem wundervollen Meer und dem Leuchtturm sah, wusste ich jetzt oder nie....

Das Buch ist ein ruhiges Buch. Ich empfand das Lesen als sehr ruhig und entspannend. Der Erzählstil hat mich auch sehr an die beruhigende Wirkung des Meeres erinnert. Auch die Schilderungen von Janus und dem Leuchtturm empfand ich als sehr gelungen und wunderschön und ich liebe das Meer wirklich!

Der Leidensweg von Tom und Izzy und ihren familiären Erfahrungen verdeutlicht die Emotionen und lässt einen als junge Mutter selbst grübeln. Ich denke, dass dieses Buch nicht für Leserinnen geeignet ist, die vergeblich versuchen schwanger zu werden oder die bereits ein Kind verloren haben! Das Buch ist diesbezüglich wirklich schonungslos.

Wie würde man selbst entscheiden und was passiert mit dem Kind, wenn es nicht bei der richtigen Mutter aufwächst? Was ist vererbbar und was ist anerzogen? 

Obwohl es kein "actionreiches" Buch ist, habe ich mich auf keiner Seite der 448 Seiten gelangweilt. Volle Punktzahl für die Hommage an die Familie, das Meer, das Leben und die Liebe.

Außerhalb der Buchbewertung möchte ich Euch noch die Verfilmung ans Herz legen. Ein gelungener Film mit wunderbaren Schauspielern, stimmungsvoller Musik und beeindruckenden Landschaftsaufnahmen.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2014
Seiten: 448
ISBN: 978-3442384006


© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann

Sonntag, 18. September 2016

Rezension // Debbie Macomber - Herbstleuchten von SONJA


Jo Marie muss die Neuigkeiten von Marks Geständnis erstein Mal verkraften. Doch das Bed and Breakfast hat sich inzwischen etabliert und es kündigen sich neue Gäste mit neuen Problemen an. Bleibt da Jo Marie die Zeit, ihr eigenes Leben zu ordnen?

Herbstleuchten ist der vierte Band der Rose Harbor Reihe und wurde von mir lange herbei gesehnt. Denn Jo Marie und ihr kleiner eigenwilliger Hund Rover sind einem wirklich ans Herz gewachsen.

An dieser Stelle empfehle ich alle Bände in der richtigen Reihenfolge (Winterglück, Frühlingsnächte, Sommersterne, Herbstleuchten) zu lesen, da die Geschehnisse und die Gefühle von Jo Marie besser nachzuvollziehen sind. Das Örtchen Cedar Cove und seine Einwohner sind einfach einen ausführlichen Leseausflug wert!

Jo Marie und Mark haben die Grenzen ihrer Freundschaft erreicht und in diesem Buch werden die Weichen für eine mögliche Liebe gestellt. An dieser Stelle kann ich offen sagen, ich fand die Lösung bzw. das Ende etwas zu offen.  Aufgrund der Jahreszeiten im deutschen Titel kommt der deutsche Leser schnell zu der Vermutung, dass es nur vier Teile gibt. Ein Blick auf die englische Homepage lässt mich jedoch hoffen, dass es weitere Übersetzungen geben wird (http://debbiemacomber.com/books#/series/rose-harbor), denn es ist nach diesem vierten Teil noch lange nicht Schluss.

Die Gäste haben es diesmal auch in sich. Coco und Katie kommen für ein Klassentreffen nach Cedar Cove. Beide haben gute und schlechte Erinnerungen und wünschen sich Rache bzw. ein Happy End. Doch in diesem Buch scheinen die ersehnten Happy Ends nicht so einfach zu sein und so muss der Leser recht lange mit den drei Damen mit fiebern.

Herbstleuchten ist ein Buch, das man nicht einfach aus der Hand legen kann, da die Wünsche und Motive der Charaktere sehr schön dargestellt werden und man einfach mitleidet/-fiebert. Volle Punktzahl und ich erhoffe mir ein Wiedersehen mit dem Rose Harbor Inn!

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2016
Seiten: 416
ISBN: 978-3734102943

© Sonja Kochmann

Rezension // Debbie Macomber - Wolkenküsse von SONJA


Manchmal ist ein Wechsel der Perspektive sehr interessant. In diesem Buch erzählt Mark ein paar Anekdoten von sich und Jo Marie.

Diese short story bietet einen gelungenen Bonus. Denn während die Romane aus der Sichtweise von Jo Marie geschrieben sind, kommt endlich mal ein Mann zu Wort.

Er berichtet, wie Jo Marie und ihr nutzloser Hund sein Leben auf den Kopf stellen und er sich doch eingestehen muss, dass da mehr ist. Die männliche Perspektive der turbulenten Geschehnisse empfand ich als sehr gelungen, auch wenn diese Geschichte für das Verständnis der Reihe nicht notwendig ist. Volle Punktzahl für diesen muffeligen Handwerker.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2016
Seiten: 53
ASIN: B01HWGL7EW

© Sonja Kochmann

Freitag, 16. September 2016

Lesung // Tess Gerritsen - Totenlied von SONJA


Das Buch Totenlied von Tess Gerritsen hatte es mir vom Klappentext angetan, so dass ich mir schon weit vor der Veröffentlichung eine Karte für die musikalische Lesung in Hannover zugelegt habe. Man gut, denn obwohl die Lesung nicht direkt in der Buchhandlung Leuenhagen und Paris stattfand, sondern in der Apostelkirche, war die Lesung ausverkauft. 


© Sonja Kochmann


Tess Gerritsen füllt eine Kirche bis auf den letzten Platz! Durch meine Neugier hatte ich das Buch schon einige Wochen vor der Lesung gleich nach dem Erscheinen gelesen und mit allerlei Nervennahrung verschlungen.


© Sonja Kochmann


Ich war gespannt auf die musikalische Umsetzung. Denn obwohl ich kein Instrument spiele, hatte ich mir beim Lesen natürlich eine Art "musikalisches Bild" gemacht.

Die Moderation des Abends übernahm Margarete von Schwarzkopf und führte, wie gewohnt, sicher durch den Abend. Den deutschen Part las die Schauspielerin Claudia Michelsen. Den eindrucksvollen musikalischen Part übernahm der Violinist Jörg Widmoser.


© Sonja Kochmann


Wir erfuhren an diesem Abend, dass die Idee für das Buch tatsächlich aus einem Alptraum stammt, in dem bei einem Baby die Augen rot anfingen zu glühen. Dies passierte tatsächlich während einer Venedigreise UND während Tess Gerritsen darauf wartete, dass ihr erstes Enkelkind (!) geboren wird. Vermutlich hat ihr da ihr Unterbewusstsein einen ordentlichen Nervenkitzel beschert.

Während dieser Reise entdeckte sie in dem jüdischen Ghetto eine hölzerne Gedenktafel auf der eine große Gruppe mit dem Nachnamen Tudesco gelistet ist. Dies war der Anfang von dem jungen Lorenzo aus dem Buch.

Aufgrund ihrer Erfahrungen als Ärztin und als Mutter hat sie sich die Ängste von Eltern für diesen Roman zu Nutzen gemacht: Die Angst vor dem eigenen Kind kann grausam sein, denn das Unschuldige trifft das Böse - oder etwa nicht? Wer Tess Gerritsen kennt (so erklärt sie lächelnd), weiß, dass in ihren Büchern, das was man sieht, nicht unbedingt das ist, was wirklich passiert. Daher hat sie medizinische Fakten, musikalische Emotionen und die Geschichte miteinander verwoben, so dass ein Psychothriller erster Güte entstanden ist.


© Sonja Kochmann


Schließlich mache es ihr Spaß, Leute zu ängstigen. Dieses Buch liegt ihr jedoch am Herzen, denn es ist auch ein Buch der Erinnerung. Man soll nicht vergessen, was man nicht wiederholen will. Die schreckliche Zeit des Faschismus und die mutigen Menschen, die versucht haben, andere zu retten, dürfen nicht vergessen werden.

Die Musikstücke des Abends wurden übrigens von der Autorin selbst komponiert und klangen in der Kirche einfach wundervoll.


© Sonja Kochmann




                                                                                       © Sonja Kochmann 


Nächstes Jahr wird es übrigens einen neuen Rizzoli und Isles Thriller geben. Vielen Dank für diesen wundervollen Abend!


© Sonja Kochmann

Rezension // Tess Gerritsen - Totenlied von SONJA




INHALT:
Die Violinistin Julia bringt von einer Italienreise ein ganz besonderes Souvenir mit. Einen alten Bogen mit Noten und die haben es in sich: Sie fordern Julias musikalisches Können bis aufs Äußerste und immer wenn Julia die aufwühlenden Noten spielt und der faszinierende Walzer ertönt, scheint etwas Merkwürdiges mit Julias dreijähriger Tochter zu passieren. Aus Angst und Sorge fängt Julia an zu recherchieren und schwebt dabei in tödlicher Gefahr....

FAZIT:
Obwohl die Autorin sehr fleißig ist, habe ich bislang noch nichts von ihr gelesen. Doch dieser Klappentext sprach mich an. Ich war sowas von neugierig...und da es ein Einzelband ist, griff ich zu und konnte es kaum aus der Hand legen.

Das Buch hat zwei Zeitschienen: Zum einen die aktuellen Geschehnisse um Julia in der heutigen Zeit und zum anderen der Entstehungszeitpunkt der Noten. Ihre Welt wird durch das Musikstück komplett aus den Angel gehoben. Durch Julias fast fanatische Art sich auf das Musikstück einzulassen, droht ihrer Familie eine undefinierbare Gefahr. 

Aufgrund des Hintergrunds der Autorin (Ärztin und Violinen- und Klavierspielerin) ist dem Leser von Anfang an klar, dass "das was man sieht, nicht unbedingt das ist, was passiert" (Zitat von der Lesung - Bericht findet sich HIER).

Der Leser wird - damit verrate ich nicht zuviel - zusätzlich auch noch auf eine andere Fährte gelockt, denn die zweite Zeitschiene spielt während des Faschismus in Italien. Der Komponist ist ein junger jüdischer Italiener namens Lorenzo, der.....

Mehr verrate ich nicht. Denn die Kombination aus Thriller und "Geschichte gegen das Vergessen" ist wundervoll gelungen. 

Das Buch ist für Krimi/Thrillerliebhaber und Fans von historischen Romanen Rund um den Zweiten Weltkrieg. Dinge die in Erinnerung bleiben sollen, werden mahnend mit den aktuellen Geschehen verflochten, wobei es die Autorin geschafft hat, mir den Faschismus in Italien näher zu bringen. Viele Fakten waren mir unbekannt, obwohl ich in der Schule Geschichteleistungskurs mit u.a. diesen Themen hatte. Das Buch enthält auch eine traurige Liebesgeschichte, denn Lorenzo wurde von einer Katholikin geliebt.....volle Punktzahl für dieses eindrucksvolle Buch.

Verlag: Limes
erschienen: 2016
Seiten: 320
ISBN: 978-3809026709

© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Rezension // Bassermann - Die besten Kühlschrank-Torten von SONJA


Ein Kuchen für die sommerliche Kaffeetafel ohne vorher in der Küche vor dem brütenheißen Ofen zu stehen? Bitte sehr: Bassermann macht es möglich.

Ich habe zu diesem Buch gegriffen, da mein Mann mich bat,"frische" Kuchen zu machen. Bei dieser Bitte half mir dieses Buch doch sehr. Denn hier werden Kuchenträume ohne zu backen wahr. Etwas Platz im Kühlschrank wird allerdings benötigt. Also das Grillfleisch etwas anders stapeln und schön können kühle und frische Tortengenüsse produziert werden.

Das Buch ist schön übersichtlich gestaltet. Auf je einer Doppelseite befindet sich das Rezept mit Zubereitungszeit, Kalorien (das will man zwar nicht wissen, aber es steht trotzdem klein da und kann gut überlesen werden), Zutaten und ein schickes großes appetitanregendes Foto.

Toll finde ich auch die extra hervorgehobenen Tipps, in denen zum Beispiel darauf hingewiesen wird, wie lange sich ein Kuchen hält oder maximal vorher zu bereitet werden kann.

Manche Rezepte haben für den Boden Mandeln oder Nüsse verwendet. Die musste ich bislang überblättern, da mir noch keine Idee eingefallen ist, wie ich diese ersetzen könnte. Hier wäre ein Tipp schön, denn es gibt inzwischen doch einige Allergiker.

Die Varianten und Obstauswahl sind abwechslungsreich und die Kuchen meiner Meinung nach auch für die übrigen Jahreszeiten geeignet. Wer sich aus Platzmangel im Kühlschrank gegen dieses Buch entscheidet, kann ja im Winter, das Törtchen auf den Balkon stellen.

Volle Punktzahl. Empfehlenswert.

Verlag: Bassermann
erschienen: 2016
Seiten: 128
ISBN: 978-3809435198


© Sonja Kochmann

Rezension // Ulla Scheler - Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen von SONJA


Ben und Hanna. Hanna und Ben. Seit langer Zeit unzertrennliche Freunde und nun rückt das Abitur immer näher und beide drohen sich aufgrund von unterschiedlichen Zukunftsperspektiven zu entzweien, da entfliehen beide mit einem voll gepackten Auto der Realität, campen am Strand, träumen von der Zukunft und lesen sich Geschichten vor....bis etwas schreckliches passiert.

Anhand der Leseprobe habe ich ein Buch erwartet, in dem Träume realisiert werden. Etwas Verrücktes angestellt wird. Etwas Spektakuläres, was Hanna und Ben für immer verändert, doch ich wurde enttäuscht.

Hanna ist sehr zurückhaltend und hat konservative Erwartungen vom Leben. Ben ist das Gegenteil und aufgrund seiner Vergangenheit psychisch angeschlagen. Die beiden scheinen überhaupt nicht zueinander zu passen und ich hatte während des gesamten Buches Schwierigkeiten, die beiden als Paar zu sehen. Die typische gemeinsame Entwicklung von Held und Heldin unterbleibt. Es ist als ob beide Probleme haben, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Das Verhalten und auch ihre Handlungen fand ich sehr kindisch und auch leider nicht spannend. Das gegenseitige pushen mit "i dare you" empfand ich wie eine Mutprobe von 12jährigen und nicht wie von gerade frisch gebackenen Abiturienten.

Die Handlung plätschert so dahin und ich fand es sehr schleppend und mühselig zu lesen. Auch als die weiteren Charaktere, Chloé und Sam, hinzukommen und Unruhe stiften, konnte mich das Buch nicht fesseln. Ich fand zwar die Dialoge zwischen Sam und Hanna spannender als die mit Ben, aber die richtige Lesestimmung kam nicht auf.

Eine Schauergeschichte (passend zur Zeltlagerromantik) soll Bens Ausbruch aus den Erwartungen etwas aufpeppen, kam aber für mich albern herüber, da man nicht wusste wohin das ganze die Handlung bringt. Die Geschichte bzw. die Auswirkungen auf Ben und Hanna werden dann zu allem Überfluss auch nur recht spärlich aufgeklärt, so dass dieses Buch für mich tatsächlich kein Knüller war. 

Vielleicht bin ich aber auch schon zu erwachsen, um das Ausbrechen aus den Erwartungen in dieser Form als gut zu empfinden? Vielleicht auch zu konservativ erzogen? 4 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne fliegt
erschienen: 2016 
Seiten: 368
ISBN: 978-3453270435



© Sonja Kochmann

Donnerstag, 15. September 2016

Interview // Ella Simon (Sabrina Qunaj) - Ein Gefühl wie warmer Sommerregen von SONJA



Vor einiger Zeit habe ich das Buch "Ein Gefühl wie warmer Sommerregen" gelesen und war begeistert. 


© Foto Puntigam


Ich wollte mehr über die Autorin erfahren und fand heraus, dass hinter dem Namen Ella Simon Sabrina Qunaj steckt. Über den Verlag ergab sich die Gelegenheit nachzufragen:


Ich lese sehr gerne Liebesromane und spielte schon länger mit dem Gedanken, einen zu schreiben. Es war eine glückliche Fügung, dass meine Lektorin und ich zur selben Zeit den Einfall hatten, dass ich dieses Genre versuchen könnte. Die Idee zu Alis‘ Geschichte kam mir dann bei den Vorbereitungen zu meiner Recherchereise nach Wales für die historischen Romane. Ich stolperte über ein Video des Tenby Lifeboats und war sofort fasziniert. In Wales, inmitten dieser wunderbaren Landschaft, nahm die Idee dann weiter Form an.
Sie haben bislang unter ihrem richtigen Namen Sabrina Qunaj historische Romane veröffentlicht. Woher kam die Idee für dieses Buch und das Pseudonym?

Die Entscheidung für ein offenes Pseudonym fiel sehr schnell, da die Bücher unter meinem richtigen Namen alle etwas Mystisches haben – die Fantasy für Jugendliche und Erwachsene und das Mittelalter bei den historischen Romanen. Als Ella Simon bewege ich mich ausschließlich in der Gegenwart und ohne phantastische Elemente. Das Pseudonym entstand dann in mehreren Brainstorming-Runden mit Verlag und Agentur.

Wer hat Ihnen bei den Fakten zur Tiermedizin oder zur Royal National Lifeboat Institution geholfen?
Bei der Tiermedizin hatte ich das Glück, dass meine Stiefschwester und meine Freundin beide Tierärztinnen sind. Um Informationen über die RNLI zu bekommen, habe ich sehr viel gelesen, unzählige Einsatzvideos angesehen und die Station in Tenby auch mehrmals besucht. Besonders hilfreich war der Mechaniker der Station, der mich herumgeführt und all meine Fragen beantwortet hat. So durfte ich sogar auf dem Sitz des Bootsführers Platz nehmen und ganz in Alis‘ Schuhe schlüpfen.

Woher kommt das Interesse an Wales, wo sie doch selbst aus der Steiermark kommen?
Schon als Kind hegte ich eine Faszination für britische Mythologie und das keltische Volk. Mich interessierten Geschichten über Merlin, Arthur, Tristan und Isolde usw. immer mehr als heimische Märchen. Beim Lesen von historischen Romanen über Großbritannien fiel mir dann oft auf, dass Wales so gut wie nie eine Rolle spielt, was mich persönlich aber am meisten interessiert hätte. Also beschloss ich, selbst diese Lücke zu füllen. Ich tauchte tiefer ein in die Geschichte dieses Landes und je länger ich mich damit beschäftigte, umso mehr fühlte ich mich dort zu Hause.

Sie sagen von sich selbst, dass Sie ein Bücherwurm sind. Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller? Was ist Ihr Lieblingsbuch?
Das ändert sich eigentlich ständig, es gibt so viele großartige Autoren und Bücher. Rebecca Gablé und Bernard Cornwell zählen aber definitiv zu meinen Lieblingen bei den historischen Romanen und Susan Elizabeth Phillips bei den Liebesromanen.

Was lesen Sie gerade?
„Gegen den Wind“ von Sean Thomas Russell, der vierte Band einer Reihe, ein historischer Seekriegs-Roman, ein wenig wie „Hornblower“.

An dem Buch kann man die Liebe zu Pferden deutlich erkennen. Seit wann reiten Sie und haben Sie noch andere Hobbies?
Mit dem Reiten begonnen habe ich mit neun, mit achtzehn kaufte ich mir mit meinen ersten eigenen Gehältern nach dem Schulabschluss ein eigenes Pferd. Mittlerweile ist auch meine siebenjährige Tochter eine begeisterte Reiterin. Ansonsten habe ich neben meiner Familie kaum Hobbys. Ich mag es, die Familie zu bekochen und Spiele mit ihnen zu spielen, Ausflüge zu unternehmen oder einfach nur zusammengekuschelt auf der Couch ein Buch zu lesen.

Wer oder was hat Sie generell zum Schreiben gebracht?
Die Antwort ist ziemlich unromantisch: Pure Langeweile! Nach der Geburt meiner Tochter wusste ich nicht viel mit mir anzufangen. Ich war es gewohnt, 40 Stunden die Woche im Büro zu sitzen und meine Tochter war ein außergewöhnlich ruhiges Baby, das sehr viel schlief und nie weinte. Bei den stundenlangen Spazierfahrten mit dem Kinderwagen hing ich wie immer Fantasiegeschichten nach und da ich plötzlich so viel Zeit hatte, begann ich, sie zu Hause aufzuschreiben. Bald waren tausend Seiten fertig und mein Debütroman „Elfenmagie“ erwachte zum Leben.

Wie schreiben Sie an einem ganz normalen Tag mit Heim, Mann und Kindern?
Immer dann, wenn ich Zeit finde, ich habe keinen festen Plan. Das ist das Schöne an meinem Beruf, ich kann mich ganz nach der Familie richten. Oft schreibe ich vormittags, wenn die Kinder im Kindergarten bzw. in der Schule sind oder abends, wenn sie schlafen. Manchmal unternimmt mein Mann nachmittags etwas mit den beiden und ich habe auch Zeit.

Wie stehen Sie zum Ebook?
Ich gestehe, ich lese fast ausschließlich E-Books. Meinen ersten E-Book-Reader gönnte ich mir zur Geburt meines zweiten Kindes. Das Lesen fällt mit einem Baby auf dem Arm sehr viel leichter, wenn man nicht umblättern oder schweres Gewicht tragen muss. Ich bin aber nach wie vor Print-Fan und nicht selten kaufe ich mir Bücher, die mich als E-Book begeistern, auch noch als Print fürs Regal.

Wie stehen Sie zu Buchreihen? Sind Sie davon begeistert, oder mögen Sie lieber Einzelbücher? Sind diese einfacher zu schreiben?
Als Leser wie auch als Autor bevorzuge ich Reihen, in denen jeder Band abgeschlossen ist, ich bin kein Fan von Cliffhangern. Wenn ich einen Band beenden kann, ohne die Fortsetzung lesen zu müssen, bin ich ein absoluter Reihenfan. Besonders, wenn ich ein Buch entdecke, das mich begeistert, kann ich nicht genug davon haben. Ob Reihen oder Einzelbände einfacher zu schreiben sind, kann ich nicht sagen. Ich plane keine Reihe als Ganzes, sondern arbeite mich von Band zu Band weiter und jeder hat eine eigene Geschichte. Das ist also, als würde ich Einzelbände schreiben, nur ist das Universum dasselbe. Ich stelle es mir aber schwierig vor, über mehrere Bände hinweg zu planen.

Wollen Sie zukünftig auch unter Ella Simon weiter Bücher schreiben?
Im Moment schreibe ich gerade meinen zweiten Ella Simon Roman – eine Fortsetzung des ersten Bandes, aber gleichzeitig auch eine eigenständige Geschichte, die ohne Vorwissen des ersten gelesen werden kann.

(Kleiner Einschub: Juhu!)


© Sonja Kochmann


Wollten Sie schon immer Autor/in werden?
Überhaupt nicht, der Gedanke kam mir eigentlich nie bis zu meinen Schreibversuchen nach der Geburt meiner Tochter. Ich versuchte mich als Teenager zwar an ein paar Fanfictions, aber ich stellte nichts fertig und nahm es auch nicht ernst.

Welche/n Autor/in würden Sie gerne mal treffen? Welche Frage würden Sie stellen?
Das wäre Rebecca Gablé. Ich würde mich gerne mit ihr über das britische Mittelalter und ihre Recherchemethoden austauschen.

© Foto Puntigam


Vielen lieben Dank an die Autorin und den Verlag für diese Ein- und Ausblicke. Bei der Fortsetzung bin ich auf jeden Fall dabei.

Samstag, 10. September 2016

Rezension // David Bourne - Evolution Z. Prequel von SINA

© Sina Frambach
Max Cooper hat einen Termin bei einem Pharmaunternehmen. Er holt sich seine letzte Spritze einer Medikamentenstudie ab. Als er jedoch zu Hause ankommt, merkt er, wie er langsam die Kontrolle über seinen Körper verliert.
Zur gleichen Zeit befindet sich Clem Cheung auf einem Kreuzfahrtschiff im Urlaub. Eine Durchsage des Kapitäns führt zu einer Katastrophe. Angeblich ist die Tollwut an Board ausgebrochen.

In diesem kurzen Prequel schildert der Autor den Ausbruch des Zombie-Virus. Und vor allem, wer der Schuldige der Apokalypse ist. Das Pharmaunternehmen "Vita Invicta" wollte eigentlich eine lebensverlängerndes Medikament auf den Markt bringen, doch ist bei der Zusammensetzung des Medikaments sowie der Verabreichung bei den Probanden so einiges schief gelaufen.

Ohne alles zu beschönigen, erzählt der Autor, was Max zu Hause und Clem auf dem Schiff durchmachen müssen. Gerade bei Max musste ich mehrmals schlucken. Sein "Leidensweg" ist grausam. Er muss so einiges durchmachen und bekommt hautnah mit, warum das Virus ausbricht und vor allem, wie man den zu einem Untoten wird.

Clem hat Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein und kämpft um sein Leben - auf einem Schiff ohne Fluchtmöglichkeit.
Sein Kampf ums Überleben ist hart und mit so einigen Zombies gepflastert, doch sein Wille ist stark.

Ob Max und Clem am Ende auf ein Happy End hoffen können, kann ich natürlich nicht verraten. Doch führt ihr (Schicksals)Weg dazu, dass man fast nahtlos nach Lesen des Prequels mit der Reihe "Evolution Z. Stufe 1" beginnen kann. 

Sollte man das Prequel vorher lesen, ist es ein guter Einstieg. Sollte man die ersten Teile der Reihe schon gelesen haben, eine gute Ergänzung zur eigentlichen Geschichte. 

Zur Zeit gibt es das ebook bei Amazon für 0,00 Euro.

Fazit:
Guter Einstieg, gute Ergänzung. Von mir gibt es für diese kurze Geschichte 8 von 10 Punkten.


Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2016
Printseiten: 61
Format: ebook
ISBN: B01EDBC7EI


Rezension // David Bourne - Evolution Z: Stufe Drei (3) von Sina

© Sina Frambach
Fort Benning ist für viele ein Ort des Friedens und der Ruhe geworden, doch ein hintertückischer Angriff auf die Bewohner führt dazu, dass Ray seine Meinung ändert und nun doch nach Sanctuary aufbrechen will, um dort die Familie von Dr. Abbadon ausfindig zu machen. Nun muss ein Plan her. Zusammen mit Scott, dem Mechaniker Screw und der schiesswütigen Nika macht sich Ray auf den Weg. Doch ihr Weg führt von einem Albtraum zum nächsten.

So, nun hat er mich, der Autor. War ich bei den ersten beiden Bänden noch mehr als skeptisch, konnte nun das Ruder herumgerissen werden.
Zwar ist mir der Hauptcharakter Ray noch immer etwas unsympathisch, doch ist er nun auf dem besten Wege, doch noch in meinen Freundeskreis aufgenommen zu werden.

Er übernimmt endlich Verantwortung und zeigt Stärke. Auch steht sein Alkoholproblem nicht mehr im Vordergrund. Er zeigt Mut und Größe und führt seine Freunde an, so wie er es von Anfang an hätte tun sollen.

Scott dagegen hat sich etwas zurückgezogen, wahrscheinlich auch, weil er merkt, dass Ray nun seine Rolle im apokalyptischen Leben gefunden hat. Scotts Priorität hat sich nun auf das Finden seiner Familie verlegt.
Der neue Lichtblick der Freunde heißt nun "Sanctuary", ebenfalls ein Lager, dass sich aus Überlebenden gebildet hat.
Dort soll sich die Familie von Dr. Abbadon befinden, der eine Mitschuld daran trägt, dass das Virus ausgebrochen ist. Er hilft jedoch nur, wenn er seine Familie wieder hat.

Und deswegen der Aufbruch zu dem legendären "Sanctuary", denn es ist unsicher, ob das Lager noch existiert.

Einzig Josh kommt diesmal nicht so gut weg. Er hat nur kurze Auftritte und sein Mitwirken fällt auch nicht so ins Gewicht, ganz so, als wäre der Autor seiner überdrüssig geworden.

Der Schwerpunkt liegt diesmal auf der Spannung und dem Menschlichen. Die Zombies rücken in den Hintergrund, sind aber trotzdem ständig präsent.
Die Gefahr lauert überall, aber nicht nur in Form von Untoten. Und das macht alles realistischer und auch interessanter für mich.

So blieb ich gerne am Ball und habe auch mit allen mitgefiebert und mir die Frage gestellt, wie es denn nun für alle endet.

Am Anfang ging ich noch davon aus, dass es sich bei der Reihe um eine Trilogie handelt. Eine Recherche hat jedoch ergeben, dass der Autor nun an einem vierten Band arbeitet. Außerdem wurde ein Prequel veröffentlicht, eine Kurzgeschichte, die zum Zeitpunkt des Ausbruchs spielt bzw. einen Einblick in die Anfänge des Virus gibt. Hierzu geht jedoch eine gesonderte Rezension online.

Alles in allem war der dritte Teil der Überzeugendste und lässt mich auch mit vielen Fragen  zurück, die hoffentlich im nächsten Teil beantwortet werden.

Fazit:
Es kommt Fahrt auf. Von mir gibt es 7 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2016
Printseiten: 294
Format: ebook
ISBN: 978-1522852568

Donnerstag, 8. September 2016

Rezension // Petra Schier - Vergeltung im Münzhaus von SINA


© Sina Frambach
Im Jahr 1408 wird Köln von einem Mörder heimgesucht. Der Kürschner van Oeche wird im Haus des Münzwechslers Birboim tot aufgefunden und seine Tochter Clara wird angeklagt, ihn ermordet zu haben. Adelina und ihre Familie sind sich jedoch sicher, dass Clara damit nichts zu tun hat. Zusammen mit ihrer Stieftochter Griet macht sich Adelina an die Aufklärung. Da kommt ihnen auch der Hauptmann Cristan Reese zur Hilfe, der nicht nur durch sein kluges Verhalten Eindruck bei Griet hinterlässt. Doch Griets Vergangenheit lastet schwer auf ihr und auch Cristan hat ein Geheimnis, dass ihn alles kosten könnte. Als er Griet ein Angebot macht, dass ihnen beiden zu einem ruhigen Leben verhelfen könnte, kann Griet dies nicht ausschlagen. Und plötzlich stellt sich das Leben aller Beteiligten auf den Kopf. 

Der sechste und auch letzte Band der Adelina-Reihe hat mich sehr wehmütig gemacht. Ich wusste zwar schon lange, dass ich mich von Adelina Burka und ihrer Familie verabschieden muss, doch es nun endgültig zu wissen und das Buch auch noch beendet zu haben, war für mich persönlich sehr emotional. 

Die Reihe hat mich jetzt sehr lange begleitet. Durch ihre sehr lebhafte Art des Schreibens, hat die Autorin mir die Familie Burka so nah gebracht, als würde sie in meiner Nachbarschaft leben. Ich habe viele Abenteuer mit ihnen bestanden, sie durch Tiefen und Höhen begleitet und vor allem Adelinas und in diesem Teil auch Griets Gefühlswelt intensiv miterlebt.



Im nun letzten Band der Reihe passiert natürlich wieder ein Mord. Diesmal muss der Kürschner dran glauben. Ein sehr unangenehmer Geselle. Seine Tochter, die er vor Jahren an einen Hurenwirt verkauft hat, gerät als erstes in Verdacht, ihn getötet zu haben und wird in den Turm gesperrt. 
Und so fangen Adelina und ihre Stieftochter Griet an, zu recherchieren, um Clara aus dem Turm zu holen und den wahren Mörder zu finden. Nur sind sie sich gar nicht so sicher, ob Clara nicht doch etwas mit dem Mord an ihrem Vater zu tun hat.

Im Laufe der Geschichte gibt es natürlich so einige Ungereimtheiten und ständig hat man jemand anderen in Verdacht. Aber es gibt auch ständig neue Informationen. 

Ganz nebenbei gibt es dann auch noch einen zweiten Handlungsstrang, der sich komplett um Griet und Cristan dreht. Die beiden tragen jeweils eine schwerwiegende Vergangenheit mit sich herum und wissen beide, dass sie dadurch unmöglich einen Ehepartner finden können. Und da beide um die Vergangenheit des anderen wissen, schließen sie einen Vertrag, der es ihnen möglich macht, ein ruhiges Leben zu führen. 



Gerade Griets Vergangenheit ist grausam und man wünscht sich nichts mehr, als diese ungeschehen zu machen. Doch sie muss selbst damit klar kommen und braucht dafür auch viel Zeit. Als sie Cristan näher kennenlernt, merkt sie, dass es auch eine Zukunft geben kann, eine Aussicht auf ein Leben in Ruhe und Frieden. Doch Griet ist - verständlicherweise - sehr misstrauisch.

Der schon oben erwähnte bildhafte Schreibstil hat es mir wieder sehr einfach gemacht, dass mein Kopfkino viel zu tun hatte. So hatte ich wieder die Apotheke vor Augen oder auch Cristans Haus, das sich gegenüber dem Haus der Burkas befindet. Aber auch Köln selbst ist lebhaft geschildert. Das Leben dort ist hart, doch die Menschen sind zäh und sympathisch. 

Die Autorin schildert diesmal mehr aus Sicht von Griet und Cristan. Wenn Adelina "zu Wort kommt", wird klar, dass sie in den Hintergrund treten muss. Adelina hat alles gefunden, was sie sich wünscht. Ihr Ehemann, ihre Kinder, ihr Haushalt, ihre Apotheke. Griet ist es, die nun einen Platz im Leben finden muss und so wird ihr natürlich der größte Teil in der Geschichte eingeräumt. 



Ich gehe nun mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil mich Adelina und alle anderen so lange begleitet haben, weinend, weil die Reihe nun zu Ende ist und ich die mir so ans Herz gewachsenen Personen gehen lassen muss. 
Normalerweise lese ich Bücher nicht doppelt. Hier gibt es wenige Ausnahmen, zu denen natürlich Harry Potter oder der Herr der Ringe gehört. Auch Rebecca Gables Waringham-Saga habe ich schon zweimal verschlungen. Petra Schiers Adelina-Reihe wird sich nun in diese Gruppe einreihen. Ich bin mir sehr sicher, dass ich die Bücher in ein paar Jahren nochmals lesen werde und dies mit gleicher Begeisterung.

Fazit:
Ein emotionales Finale der Reihe. Von mir gibt es die volle Punktzahl.

Verlag: Rororo
erschienen: 2016
Printseiten: 512
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-499-26958-5

s. a. Bibliografie Petra Schier