Sonntag, 26. März 2017

Interview // Sandra Lüpkes von SONJA



Sandra Lüpkes gehört zu den Autorinnen bei denen ich sofort eine Karte zur Lesung kaufen muss. Warum? Es ist immer ein lustiger und musikalischer Abend, der mich von meiner Nordsee träumen lässt.....Ich hatte anlässlich des neuen Buches "Inselfrühling" die Gelegenheit ein paar Fragen an Sandra Lüpkes zu stellen:

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Quelle: http://www.sandraluepkes.de
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Haben Jannike, Mattheusz und Co. echte Vorbilder? Ein paar schrullige Insulaner vielleicht? Oder wie sind Sie auf diese Protagonisten gekommen?

Es gibt tatsächlich einige Vorbilder, allerdings niemals eins zu eins. Die Figuren sind oft eine Mischung aus  mehreren Personen, mit denen ich während meiner Zeit auf Juist zu tun hatte. Witzigerweise erkennen sich manchmal auch Leute in den Büchern wieder, die ich gar nicht gemeint habe.

Gibt es einen Grund, warum die Hoteldirektoren bei Ihnen immer so schwierige Gestalten sind (Gerd Bischoff bei Jannike und der Direktor bei der Sanddornkönigin)?

Gut beobachtet! Tatsächlich ist es so, dass die Besitzer der größten Hotels auf der Insel viel zu melden haben, sie sitzen oft im Gemeinderat und der Gaststättenverband hat an einem Touristenort auch viel mehr Einfluss als anderswo. Wer eine solche Position bekleidet, bringt einen dominanten Charakter oft schon mit. Oder hat ihn in die Wiege gelegt bekommen, wie Gerd Bischoff, der ja nicht ganz freiwillig das Familienhotel übernommen hat, wie wir in „Inselfrühling“ erfahren.

Im neuen Buch kommt eine bisschen Seemannsgarn zum Einsatz. Was halten Sie von diesen „alten Geschichten“ die man am besten bei einem Grog genießt?

Ich liebe alte Sagen und Novellen. „Der Schimmelreiter“ ist seit meiner Jugend mein unangefochtenes Lieblingsbuch. Auch wenn die Inseln ja heutzutage relativ abgesichert sind, die Erinnerungen an raue, harte Zeiten und den Kampf gegen das Meer bleiben dennoch allgegenwärtig.

Quelle: Sandra Lüpkes

Wie kam es zum Einsatz einer polnischen Familie auf der Insel (kulinarisch und menschlich)?

Die Probleme sind ja auf allen Inseln dieselben: Jede Ecke wird für Gäste genutzt, die Angestellten müssen sich mit recht beengten Wohnungen und überteuerten Mieten zufrieden geben. Da gab es immer Probleme, Personal auf die Insel zu locken. Nach der Wende - also Anfang der Neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts - kamen darum viele polnische Saisonkräfte, für die der Lohn, den sie in drei Monaten verdient haben, die Familie zuhause ein ganzes Jahr ernähren konnte. Viele von ihnen sind auf der Insel geblieben, haben Insulaner geheiratet und Familien gegründet. Da lag es nahe, dass auch im kleinen Inselhotel eine polnische Familie arbeitet. Und wo sie schon mal da waren, haben sie gleich ein osteuropäisches Restaurant eröffnet. Oma Maria würde doch niemals Pizza backen!

Sie haben selbst zwei Töchter, waren deren Geburten auch so spektakulär?

Meine große Tocher wurde im Sommer geboren, was auf der Insel selten ist, denn da hat man ja eigentlich keine Zeit zum Kinderkriegen. Ähnlich wie Jannike hatte ich damals auch sehr viel um die Ohren, mein erster Mann und ich hatten gerade ein Haus gekauft und unsere Ferienwohnungen eröffnet. Deswegen sind wir erst wenige Tage vor dem Geburtstermin zum Festland gefahren, was aber problemlos war, meine Tochter war pünktlich - ist sie heute, mit Anfang zwanzig, übrigens immer noch ;-)
Meine jüngere Tochter kam kurz vor Karneval auf die Welt. Da kann es schon mal schwierig werden mit der Fahrt zum Festland, deshalb haben wir bereits ein paar Wochen vorher in einer Wohnung im Haus meiner Schwiegereltern gewohnt. Sie ist übrigens in der Badewanne geboren, auf ihrem Geburtspass prangt ein Seehundstempel. Und als wir dann an Weiberfastnacht wieder zur Insel gefahren sind, war die Fähre überfüllt mit Karnevalsflüchtlingen aus NRW. Wir haben keinen Platz mehr gefunden, bis uns die Matrosen in die Kombüse eingeladen haben. Völlig verqualmt, aber trotzdem besser, als bei Temperaturen um den Nullpunkt draußen an Deck zu stehen.


Im Nachwort werden ein paar „Besatzungsmitglieder“ genannt, wer hat bei welchen Themen in diesem Buch geholfen? Wer darf generell als erstes einen entstandenen Text bei Ihnen lesen? Wie schreiben Sie?

Ausnahmsweise hatte ich dieses Buch schon vor der ersten geschriebenen Zeile komplett durchgeplant. Dabei hat mir mein Mann Jürgen Kehrer - der ja auch Schriftsteller ist - geholfen, denn er hat ein unglaubliches Talent, eine Geschichte schon im Vorfeld zu überblicken: Wo sind die Konflikte, wo nimmt die Handlung eine entscheidende Wendung, wie kann man die Spannung noch weiter steigern? Das haben wir gemeinsam bei einer langen Autofahrt durchkonzipiert, danach ging das Schreiben deutlich einfacher als sonst. Aber wie gesagt, üblicherweise arbeite ich anders, mehr aus dem Bauch heraus. Doch da ich die letzten beiden Inselhotel-Romane recht schnell hintereinander geschrieben und parallel noch an zwei Drehbüchern gearbeitet habe, hat es diese Stringenz gebraucht. Erstleserin waren meine Lektorin und meine Agentin, danach ist das Manuskript noch an verschiedene Testleser gegangen. Mein Bruder und eine gute Freundin (von denen ich weiß, dass sie viel lesen und kein Blatt vor den Mund nehmen), ein Kieferorthopäde (für die Szenen mit Jannikes Vater), eine Bekannte aus Polen (für die Szenen mit Oma Maria), eine Hebamme (für die Schwangerschafts- und Geburtsszenen). Das ist immer eine Warterei, bis die kritischen Rückmeldungen eintrudeln… Wie kommt die Geschichte an? Ist sie spannend? Stimmen die Details? Diese Zweifel sind immer da, auch wenn „Inselfrühling“ mein inzwischen 24. Buch ist.

Quelle: Sandra Lüpkes


Sie wohnen inzwischen nicht mehr auf einer Insel, vermissen Sie das Meer und die steife Brise?

Das werde ich oft gefragt, und wenn ich ehrlich mit „Nein“ antworte, kommt es mir immer ein bisschen so vor, als sei der Fragesteller etwas enttäuscht. Zwar fahren mein Mann und ich ab und zu an die Küste, allerdings ist eher er die treibende Kraft, ich liebe hingegen die Berge. Und einen Fluss finde ich spannender als das Meer. Darüber hinaus möchte ich nie wieder auf so eingeengtem Raum und so weit ab vom Schuss wohnen. Im Gegenteil: Im kommenden Jahr ziehen wir nach Berlin, urbaner geht es ja eigentlich nicht, und ich freue mich sehr darauf, in einer großen Stadt einfach ein wenig unsichtbarer zu sein.

Quelle: Sandra Lüpkes


Was verbindet Sie mit Hannover?

Nach dem Abitur habe ich drei Jahre sehr gern in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelebt. Ich habe dort eine Ausbildung zur Schaufensterdekorateurin absolviert und hinterher bei „Mäntelhaus Kaiser“ gearbeitet. Es war eine spannende Zeit: Demos gegen die geplante Expo 2000, „Fury in the Slaughterhouse“ feierten ihre ersten Erfolge, Radio ffn war absoluter Kult und hat am Waterloo-Platz super Partys geschmissen.

Welches ist Ihre Lieblingsinsel von den ostfriesischen Inseln und warum?

Schwer zu sagen. Meine Heimat ist natürlich Juist, im Winter fahre ich gern nach Norderney und im Sommer lieber nach Spiekeroog. Vor zwei Jahren war ich auch endlich mal auf Baltrum und muss sagen: Das Inselchen ist sehr charmant… Also, ich bin diplomatisch und sage: Jedes Eiland hat sein ganz bestimmtes Extra und ist liebenswert. Ich kann mich da nicht entscheiden. Aus diesem Grund steht ja auch das kleine Inselhotel auf keiner genannten Insel, da darf sich jeder seinen Favoritenort aussuchen.

Quelle: Sandra Lüpkes
Norderney


Wie kam es zu den musikalischen Lesungen?

Als kleines Mädchen konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich lieber Schriftstellerin, Schauspielerin oder Sängerin werden wollte - am liebsten alles drei. Und welch ein Glück: Bei den Lesungen kann ich das wirklich ausleben. Tatsächlich habe ich schon immer gesungen, hatte mehrere Bands, und bin durch das Schreiben der Songtexte dann auch schließlich zum Geschichtenschreiben gekommen.

© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann


Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Ole West?

Das ist eine schöne Geschichte: Schon immer mochte ich die Bilder und Grafiken von Ole West, in unserem Haus auf Juist hatten wir fast in jeder Ecke einen Kunstdruck von ihm hängen. Dann habe ich auf einer Lesung auf Norderney erfahren, dass Ole West auch anwesend ist. Fast ein wenig schüchtern habe ich mich bei ihm vorgestellt - und siehe da: Er war auch so etwas wie ein Fan von mir und meinen Büchern. Wenige Kaltgetränke später war klar, dass wir was zusammen machen müssen, herausgekommen sind zwei wunderbar illustrierte Erzählungen.


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Darf man auf einen weiteren Band der Insel Reihe oder Wencke Tydmers hoffen?

Wencke hat tatsächlich im letzten Jahr mal wieder zwischen zwei Buchdeckeln ermittelt. Im Roman „Acht Leichen zum Dessert“ (kbv-Verlag), den ich gemeinsam mit sieben Kollegen bei einem Schreibprojekt in nur acht Tagen geschrieben haben, kommt meine Ermittlerin mal wieder zum Einsatz, allerdings in einem Ermittlerteam. Es hat großen Spaß gemacht, mal wieder etwas aus der Wencke-Sicht zu schreiben und mir war gar nicht klar, wie tough diese Frau eigentlich ist. Einen eigenen Wencke-Roman wird es eher nicht so bald geben, auch erst mal keinen Inselhotel-Roman, da ich derzeit mehr mit dem Drehbuchschreiben beschäftigt bin. Nach siebzehn Jahren gönne ich mir mal eine kleine Roman-Pause.

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gebracht?

Vielleicht mein Vater, der Pastor war und den ich immer samstags auf die Tasten seiner Schreibmaschine hauen hörte. Oder meine Mutter, die einfach so frei nach Schnauze ganz wunderbare Geschichten erzählen kann. Vielleicht auch ein, zwei Deutschlehrer, die erkannt haben, dass da eventuell ein Talent schlummert (es waren nach meinem Gefühl nur zwei, aber wenn ich heute meine ehemaligen Lehrer treffe, behaupten die oft, sie hätten es schon immer gewusst - sogar die Physik-Lehrer). Ich weiß es nicht genau. Ich wollte das eben schon immer machen.

Welchen Part am Autorin sein, finden Sie am besten (Schreiben, Lesungen, das Buch im Laden sehen, der Film der erscheint)?

Ganz klar: Es ist alles auf einmal. Nichts würde mir allein auf die Dauer Spaß machen, die Mischung ist aber perfekt.

Quelle: Sandra Lüpkes


Wer ist Ihr Lieblingsschriftsteller?

Was soll ich da sagen: Natürlich mein Mann.

Was ist Ihr Lieblingsbuch?

„Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm (s.o.), „Homo Faber“ von Max Frisch und „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf.

Haben Sie neben dem Schreiben noch Hobbys?

Obwohl ich gern schreibe, ist es nicht mein Hobby, sondern mein Beruf. In meiner Freizeit gehe ich gern wandern, arbeite im Garten, singe im Chor und schaue mir Filme im Programmkino an.

Was lesen Sie gerade?

Da ich viel am Bildschirm sitze, höre ich Bücher eher, meistens beim Laufen. Momentan begleitet mich Frank Goosens „Sommerfest“ in das kleine Wäldchen um die Ecke. Aber in den Osterferien habe ich mir Juli Zehs „Unterleuten“ vorgenommen.

Wie stehen Sie zum Ebook?

Ist auf jeden Fall eine tolle Alternative, auch wenn ich es schade finde, dass man in der Bahn die Leute nicht charakterisieren kann, weil das Buchcover nichts mehr über sie verrät.


Vielen Dank für das Interview und den Einblick ins Fotoalbum. Ich freue mich bereits auf die Lesung im Juni 2017 in Hannover.


© Sonja Kochmann



Rezension // Sandra Lüpkes - Inselfrühling von SONJA


Jannike und Mattheusz haben ordentlich was um die Ohren: hochschwanger, frisch verheiratet und mittendrin im Sturmtief Linda beginnt die Saison für das kleine Inselhotel. Als es zu Dünenabbrüchen und Stromausfall kommt, gerät die Zukunft in Gefahr.....

Der Schreibstil von Sandra Lüpkes ist im vierten Teil wieder famos: abwechslungsreich, witzig und dialogstark.

Der Kreis um Jannike und Co. bekommt mächtig Zuwachs. Damit auch alles in ordentlichen Bahnen verläuft, heiraten Jannike und Mattheusz vor der Geburt der Zwillinge in Polen. Damit lernt man gleich die neue Verwandtschaft kennen und kann nötige Bräuche wahren.
Dumm nur, wenn der eigene Vater so verdammt bieder und knöchern ist, dass er sich mit Oma Maria eine neue Feindin schafft. (Bei den Seiten mit polnischen Ausdrücken hätte ich mir übrigens hier und da ein paar Fußnoten gewünscht, da ich beim Lesen das Gefühl hatte, etwas zu verpassen und Oma Maria ist einfach die Beste.)

Zurück auf der Insel machen Jannikes Partner und sein Mann erst einmal Urlaub und damit verliert Jannike irgendwie den Halt. Man hat während der gesamten chaotischen Handlung das Gefühl, dass Jannike mitgerissen wird. Chaotisch war es ja in den Vorbänden auch, aber diesmal ist Jannike sehr passiv und ich gebe zu, dass mich das teilweise doch sehr gestört hat. Eigentlich hätte es zu ihr mehr gepasst, ab und zu mit der Faust auf den Tisch zu hauen und hochschwanger die Sache selbst zu regeln.

Aber auch die anderen Protagonisten haben ordentlich zu Tun, denn das Buch lebt wie immer von dem Zusammenspiel der schrulligen Insulaner: Gerd Bischoff und Monika Galinski haben es nicht leicht ihre neue / alte Partnerschaft auszuleben. Denn hier trifft der routinierte Hotelier auf die esoterisch angehauchte Lebenskünstlerin. Hanne Hahn würde am liebsten auch noch mitmischen, denn die hat ganz eigene Motive...

Sturmtief Linda bedroht die Insel und von da ab müssen alle in die Hände spuken und den Groll begraben und gemeinsam anpacken. Eine interessante Menschenstudie, die Würze von außerhalb bekommt, als, Jannikes Vater, die Küstenschutzexperten (von mir mal hier als Herr Wortkarg und Frau Plappermaul bezeichnet), ein Sternekoch und Tourismusjournalisten auf der Insel eintreffen.

Ob Jannikes Zuhause gerettet werden kann, was Zahnspangen mit Küstenschutz zu tun haben und ob es neue Insulaner gibt, lest selbst: 9 von 10 Punkten aufgrund Jannikes Flaute bei stürmischer See.

P.S.: Ich finde das Cover angesichts der stürmischen Handlung trügerisch und eigentlich ziemlich unpassend. Dürfen auf Büchern keine dunklen Wolken die Stimmung trüben?


Verlag: Rowohlt
erschienen: 2017
Seiten: 336
ISBN: 978-3499272264


© Sonja Kochmann



Dienstag, 21. März 2017

Rezension // Erin Watt - Paper Prince: Das Verlangen von SONJA


Ella Harper hat das Leben der Royals so richtig auf den Kopf gestellt. Obwohl die Brüder ihr ordentlich zugesetzt haben, hat sie es mit Ihnen aufgenommen und zum Teil positiv auf diese eingewirkt. Gerade Reed kann nach dem Tod seiner Mutter, dank Ella, wieder positiv in den Tag blicken. Als Ella verschwindet, versuchen die Royals alles, um Ella zurückzuholen.

Wer "Paper Princess" nicht kennt, der MUSS dies, zum Verständnis und weil es SO TOLL ist, wirklich nachholen.

Die Handlung setzt unmittelbar, jedoch diesmal schwerpunktmäßig aus der Sicht von Reed, bei dem Cliffhanger des Vorbandes an. Man ist aufgrund des Schreibstils sofort wieder gefesselt und kann das Buch nicht aus der Hand legen.

Die beiden Autorinnen, die unter dem Pseudonym Erin Watt schreiben, könnten Drehbücher für Seifenopern schreiben, denn die Handlung hat es echt in sich. (Ich würde schon gern wissen, wer dahinter steckt. Ihr auch?) 

Wer mit wem und welche Leichen im Keller, reich, arm, schön und eine handvoll fieser Menschen. Einmal umrühren und schon ist man stundenlang an ein Buch gefesselt, was wieder mit einem gemeinen Cliffhanger endet!!! (Gut, dass das ebook bald erscheint.)

Was kann man bei dieser Handlungsentwicklung verraten, ohne zuviel vorweg zu nehmen? Naja, Easton wird zu einem Verbündeten. Er ist für Ella wichtig und gleichzeitig liefert er sich mit Ellas bester Freundin Val einen Schwung spritziger Wortgefechte, so dass man vielleicht hoffen kann, dass da mehr aus diesen beiden wird. Ella schafft es, ihre natürliche Art trotz ihres Erbes zu erhalten, obwohl sie tagtäglich einem Spießrutenlauf ausgesetzt wird,der einem Angst und Bange macht. 

Ansonsten sind die Fieslinge aus Band 1 sehr aktiv und setzen Ella und Co. ordentlich zu, so dass ein friedliches Leben fast nicht möglich ist. Das kann man sich doch nicht gefallen lassen! Einige Personen bekommen endlich den Hintern hoch und nehmen den Kampf auf.
Aber lest selbst....volle Punktzahl für die packende Geschichte, obwohl es "nur" der zweite Band einer Trilogie ist.

Verlag: Piper
erschienen: 2017
Seiten: 368
ISBN: 978-3492060721

© Sonja Kochmann

Donnerstag, 16. März 2017

Rezension // Ursula Poznanski - Schatten von SONJA


Ein unbeliebter Nachbar grausam zu gerichtet, eine unfreundliche Hebamme ertränkt in einem Bach; Beatrice Kaspary und Florin Wenninger haben wieder einiges zu tun. Beatrice erkennt; diese Fälle haben mit ihr zu tun. Denn sie kannte beide Opfer und konnte diese nicht leiden. Sie begibt sich in massive Gefahr, als sie erkennt, dass es eine weitere Spur in ihre Vergangenheit gibt....

Wer bislang die Reihe von Beatrice Kaspary und Florin Wenninger nicht kennt, sollte sich unbedingt an die richtige Reihenfolge (1. Fünf, 2. Blinde Vögel, 3. Stimmen) halten, denn die Ermittler machen selbst eine Entwicklung durch und um Beatrices Werdegang und ihre "Antipathien" gegen Kollegen und Exmann verstehen zu können, sollte man die Vorbände gelesen haben.

Aufgrund der raschen Abfolge der Morde und Beatrices Ehrgeiz eine Verbindung zu finden, vergehen die 416 Seiten wie im Fluge. Obwohl ich zeitweise etwas Mühe hatte, mich an die bereits angesprochene Verbindung zur Vergangenheit (mehr verrate ich nicht) zu erinnern, hat es die Autorin geschafft, durch spannende Erklärungen und psychologische Tricks mein Gedächtnis ohne unnötige Wiederholungen aufzufrischen.

Die Ereignisse der Vergangenheit werden in anderer Schrift durch ein Tagebuch näher gebracht. Wer könnte als Täter in Frage kommen? Diese Suche im Heuhaufen und die verstrichene Zeit fand ich ein ganz klein bisschen überzogen.

Besonders gelungen fand ich jedoch Beatrices und Florins Fortschritte in ihrer Beziehung, so dass man gespannt sein darf, wohin dies noch führen könnte.

Soviel darf ich verraten: Der Bösewicht gehört mal wieder einer Berufsgruppe an, von der man sich doch fern halten sollte, wenn man kann. Ich vergebe 8 von 10 Punkten für diesen soliden Thriller, da ich die Vorbände deutlich stärker und abwechslungsreicher fand.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3805250634

© Sonja Kochmann


Sonntag, 12. März 2017

Rezension // Geneva Lee - Secret Sins: Stärker als das Schicksal von SONJA


Faith Kane arbeitet in einer Kleinstadt als Kellnerin, um sich und ihren kleinen Sohn Max durch zu bringen. Als sie bei einem Treffen für Suchtkranke Jude Mercer trifft, gerät ihre kleine Welt aus den Fugen. Kann man einem Mann trauen, der zu den Anonymen Narcotics geht? Welche Geheimnisse verbirgt er und kann sie ihm trauen, denn Faith hat selbst einiges zu verbergen.

Geneva Lee hat sich mit Ihrer "Royal"-Reihe schon lange ihren Platz in meinem digitalen Bücherregal erkämpft. Daher war ich gespannt auf dieses neue Buch, das so gar nichts mit der Erotikreihe zu tun hat. Denn die Autorin kann auch ernstere Töne anschlagen.

Man merkt jedoch, dass die Thematik der Autorin besonders am Herzen lag. Bereits im Vorwort erfährt der Leser, dass Sucht und Co. in der Familie und im Freundeskreis der Autorin nicht neu sind und dass man sich ggfs. Hilfe suchen soll, wenn man Parallelen im Buch entdeckt.

Faith und Max haben es nicht leicht und der Leser erfährt nach und nach von Faith und ihrer zurückgelassenen Vergangenheit. Das einzige Bindeglied ist ihre demente Großmutter, die Faith ab und an in ihrem Pflegeheim besucht. Doch ihre Erinnerung ist so getrübt, dass Faith beinah allein da steht. 

Beinah. 

Denn es gibt Amie, Chefin des Restaurants in dem Faith arbeitet und Mitbewohnerin. Amie ist schlagfertig und pusht Faith an Stellen, wo diese sich nicht traut, nicht nur Mutter zu sein. So gibt es da doch einige Dialoge, die mich laut loslachen ließen, obwohl die Stimmung des Buches bis zur Hälfte doch recht traurig und erdrückend war.

Jude scheint ein Helfersyndrom zu haben und alle Beteiligten müssen schauen, wie sie Vertrauen, Liebe und Freundschaft wieder in ihr Leben lassen können, ohne sich selbst wieder an die Sucht zu verlieren. Denn dieser Kampf wird scheinbar niemals enden. 

Musik und Glückskekse fordern ihren Platz im Herzen der Protagonistin und auch bei der Leserin (seufz - schön). Doch was für Geheimnisse müssen bis zum Happy (?) End noch gelöst und überwunden werden? Lest selbst. Ich habe das Buch an zwei Abenden verschlungen. Volle Punktzahl.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2017
Seiten: 352
ISBN: 978-3734104770



© Sonja Kochmann

Samstag, 11. März 2017

Rezension // Markus Heitz - Kommando Flächenbrand von SONJA


Markus Heitz regt mit seinen vier Kurzgeschichten zum Thema Politik, Flüchtlinge, Terrorismus und Krieg zum Nachdenken an.

Markus Heitz hat schon seit Jahren einen Platz in meinem Bücherregal. Auf dieses ebook bin ich beim Stöbern gestoßen, denn obwohl das Cover sehr eindrucksvoll ist, weicht das Buch doch von den üblichen Heitz Geschichten ab.

Der Autor beschäftigt sich in den vier Geschichten eindrucksvoll mit den oben genannten Themen und weist ausdrücklich in den Nachworten daraufhin, dass jeder für sich selbst diese Geschichten analysieren, darüber sprechen und reflektieren soll. 

Obwohl die Geschichten vom Autor bereits vor einigen Jahren entstanden sind, ist die Aktualität beängstigend. Ich selbst mache an dieser Stelle bewusst keine Inhaltsangabe oder Analyse. Denn die Geschichten sprechen für sich. 

Wer nicht über Ignoranz der Weltpolitik oder sogar der Politik im eigenen Land verfügt, sollte in einer stillen Stunde zu diesem ebook greifen. Denn das Buch ist es wert, sich in Ruhe damit zu beschäftigen. Es schockt und stimmt nachdenklich.

Volle Punktzahl!


Verlag: edel und electric
erschienen: 2015
Seiten: 193
ASIN: B01601O96I


© Sonja Kochmann

Donnerstag, 9. März 2017

Rezension // Audrey Carlan - Trinity: Tödliche Liebe von SONJA


Gillian wurde am Tag ihrer Hochzeit entführt und befindet sich nun in Gewalt ihres Stalkers, der ihre Lieben auslöschen will, um an ihre bedingungslose Liebe zu gelangen. Kann Chase sie rechtzeitig finden und vor diesem grausamen Schicksal bewahren?

Wer die beiden Vorbände "Verzehrende Leidenschaft" und "Gefährliche Nähe" nicht kennt, muss diese unbedingt vorher lesen, um die Handlung zu verstehen!

Hat Band 1 noch als Liebesroman mit Erotik begonnen, wurde die Spannung in Band 2 massiv hochgeschraubt und wird im 3. Band nun tödlich.....

Audrey Carlan ist es gelungen, der Liebesgeschichte von Gillian und Chase einen extremen Spannungsbogen hinzuzufügen: der Stalker. Er bedroht nicht nur das Liebesglück, sondern auch Gillians Freundinnen und deren Freunde, die aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit einen besonderen Stellenwert in Gillians Leben haben.

Der Stalker ist dem Leser seit Band 2 bekannt und so muss man Seite um Seite fürchten, was dieser nun plant. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und das Buch hat ein echtes Herzschlagfinale. Finale? Ja, auch wenn der Verlag noch "Bittersüße Träume" und "Brennendes Verlangen" angekündigt hat, handelt es sich hierbei um die Geschichten von Maria und Kathleen. Die nach diesen drei Bänden durchaus noch ein eigenes Buch verdient haben.

Gillians und Chase Beziehung muss einiges verkraften. Dennoch entwickeln sich beide weiter. Zum Teil erhalten Sie psychologischer Hilfe, was ich als sehr glaubwürdig empfand angesichts der dramatischen Vorgänge.

Ohne zuviel zu verraten, wird es mit Verlusten ein Happy End geben. Wie es für ein paar Nebenprotagonisten weiter geht, werden wir in den nachfolgenden Büchern erfahren. Daher freue ich mich auf die folgenden Bände. Ich vergebe volle Punktzahl, da mich dieses Buch wirklich an die Couch gefesselt hat.

Verlag: Ullstein
erschienen: 2017
Seiten: 304
ISBN: 978-3548289366

© Sonja Kochmann

Dienstag, 7. März 2017

Rezension // Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch von SONJA


Durch eine Verkettung von Zufällen gerät der ehemalige Profispieler Tadeus Bloch in Baden Baden an eine historische Spielkarte, die ihn auf mysteriöse Art und Weise anspricht. Doch die Karte hat noch andere Interessenten und auf der Suche nach deren Ursprung beginnt ein Spiel auf Leben und Tod.

Markus Heitz ist einer der wenigen Autoren, die fantastische Thriller schreiben können, ohne dass sie im Einheitsbrei untergehen oder das man sich beim Lesen langweilt. 

Ich war sehr gespannt auf dieses angekündigte Buch und war von Anfang an von dem geschriebenen Wort gefesselt. Die Handlung hat zwei Zeitstränge: zum einen das Entstehen der Karte und zum anderen die Zeit heute mit dem Protagonisten Tadeus. Nach und nach wird der Leser in die Handlung gesogen und erfährt, was es mit den Spielkarten auf sich hat und wie gefährlich sie sind.

Es beginnt für Tadeus eine wahre Schnitzeljagd um den Globus und eine schicksalhafte und aktionreiche Szene jagt die nächste, so dass die 672 Seiten tatsächlich wie im Fluge vergehen. Er erhält Unterstützung von der jungen Ärztin Hyun Poe, die den Tod ihres Verlobten ergründen will. Doch haben beide dasselbe Ziel?

Tadeus und Hyun haben nicht die typischen Heldeneigenschaften. Denn beide sehen ihre persönlichen Motive im Vordergrund und es ist nicht klar, ob beide zum Schluss das Ziel gemeinsam erreichen werden. Beide sind hin und her gerissen von Sucht, Verlangen, Rache und dem Ziel. Wer von was? Lest selbst!

Die Motive der Protagonisten und wer wem trauen kann, eröffnet sich erst nach und nach, so dass man bis zum Schluss bangen muss. Volle Punktzahl für dieses abwechselungsreiche Buch, das mit eigenem Soundtrack daher kommt: “CARDS“ by SUPÉRIEUR feat. Nina de Lianin ein echter Ohrwurm, der bei mir Dank Spotify schon einige Male gelaufen ist.

Das Entstehen der Spielkarten wurde übrigens mit historischen Details um das echte historische Kartenspiel und dem jungen Goethe gepaart. Hierzu gibt es am Ende des Buches noch detaillierte Angaben vom Autor, die sehr interessant zu lesen waren.

Nicht zu vergessen, mich hat eine Textpassage an ein Lied aus früher Jugend (Oh mein Gott - ich werde alt) erinnert. Schaut Euch das Video unten an: Mysterious Art und "Das Omen" aus dem Jahr 1989!


Verlag: Knaur HC
erschienen: 2017
Seiten: 672
ISBN: 978-3426654194


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Video - © Sonja Kochmann

Rezension // Jennifer Ryan - Montana Dreams: So wild wie das Leben von SONJA


Gillian hat das Angebot ihres Großvaters nach Montana auf die Ranch zu ziehen, angenommen. Sie kennt ihn zwar nicht, doch als Opfer einer schweren Gewalttat benötigt sie dringend Ruhe und die Möglichkeit der Genesung. Doch bei ihrer Ankunft auf der Ranch gibt es einige Überraschungen: Gillian hat noch ein Kind dabei und der smarte Cowboy Blake Bowden kann kaum die Augen von ihr lassen.

Dieses Buch ist das zweite Buch der Montana Dreams Reihe um die Brüder der Familie Bowden. Da die Paarung aus dem ersten Band "Montana Dreams - So ungezähmt wie das Land" Ella und Gabe nur am Rande vorkommen, kann dieses Buch jedoch losgelöst davon gelesen werden.

Gillian ist eine starke sehr junge Persönlichkeit. Sie hat sich aufgrund der Umstände, die ich nicht vorweg nehmen möchte, zu einer echten Überlebenskünstlerin entwickelt. Es fällt ihr schwer, die ihr angebotene Hilfestellung entgegen zu nehmen. Um so schöner fand ich die familiäre Stimmung des Buches, dass durch den Großvater Bud, seiner Frau Dee und auch Blake von Anfang an gut herüber kam.
Schuldgefühle, Zuneigung, Liebe und die Schwierigkeit nach Misshandlung zu vertrauen, sind nur ein kleiner Teil des mächtigen Gefühlschaos das hier vorliegt.

Passend zu ihrer eigenen Lage übernimmt Gillian die Pflege eines misshandelten Pferdes namens Boots und kann dadurch selbst wieder zurück ins Leben finden. Die Arbeit auf der Farm empfand ich als sehr idyllisch zu lesen, was vermutlich neben den knackigen Cowboys auch der Grund ist, warum ich gern zu diesen Romanen greife.

Apropos Cowboy: es gibt einen guten Cowboy namens Blake, der Gillian trotz des leichten Altersunterschiedes sofort verfallen ist und den bösen Cowboy namens Ken, der noch ordentlich für Ärger sorgen wird.

Das Buch streift gegen Ende ein bereits abgeschlossenes Ereignis aus dem ersten Band, so dass man sich doch auf das Wiedersehen gefreut hat. Das Ereignis wurde nämlich im ersten Buch kaum erwähnt. Ich freue mich bereits auf den nächsten Band "Montana Dreams - So berauschend wie die Liebe" und vergebe hier volle Punktzahl!


Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2017
Seiten: 384
ISBN: 978-3956496394

© Sonja Kochmann