Freitag, 28. April 2017

Rezension // Lara Adrian - For 100 Days: Täuschung von SONJA


Die Kellnerin Avery Ross bekommt unerwartet den Job als Housesitterin in einem Luxusapartmenthaus. Damit sind ein Teil ihrer Probleme gelöst. Doch es kommen neue hinzu, als sie dem Penthousebesitzer Dominic Baine begegnet.

Lara Adrian gehört aufgrund der Midnight Breed Reihe und ihren Rittern definitiv zu meinen Lieblingsautorinnen. Die Vampire habe ich zwar nach Band 10 für mich (vorerst?) beendet, da ich einfach dem Thema Vampir überdrüssig geworden bin, dennoch war ich gespannt auf einen erotischen Roman ohne "Beisserchen".

Jedoch hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass es der Autorin schwer fiel auf die actionreichen Vampirmänner zu verzichten. Denn diese haben ja allein schon durch die körperliche Präsenz und dem Kampf eine ordentliche Wirkung.

Dominic Baine kam mir anfänglich sehr blass und farblos vor und ich fragte mich Seite um Seite: Wo kommt die Anziehung zwischen ihm und Avery Ross her? Der Zusammenstoß in einer Lobby? Bitte, das hatten wir in Crossfire und auch bei Shades of Grey. Ich konnte es mir nicht so recht erklären....Auch der Segeltörn mit Fesseleinlage schien mir etwas abgenutzt.

Nach und nach erfährt die Leserin von "den typischen Leichen im Keller", die schließlich dafür sorgen sollen, dass bei drei Bänden der rote Faden nicht verloren geht und noch einiges geklärt werden muss.

Averys Malerei ist ein schöner Aspekt, kommt allerdings bei dem ganzen Essen und Rumgefingere zu kurz. Denn Dominic Baine isst gern und kann seine Finger grundsätzlich nicht bei sich behalten. Die Art und Häufigkeit fand ich in den erotischen Szenen zum Schluss ziemlich nervig und plump. Genau wie bei Shades of Grey die "Innere Göttin", "die grauen Augen" und der Biss in die Lippe irgendwann nervten, war es hier das "Eintauchen des Fingers", das ständig explizit erwähnte Kondom und der Tau in ihrem Schoss. (Vielleicht ein Übersetzungsproblem?)

Auch Averys Sorglosigkeit begannen mich irgendwann zu nerven. Obwohl Dominic abwesend war, liess sie Tag um Tag verstreichen, um ihre eigenen Probleme zu lösen, für die man (bzw. Frau) eigentlich keinen Milliardär benötigt.

Erst im letzten Drittel kam statt der Leidenschaft auch ein bisschen Trost und verliebt sein hinzu. Dies führt jedoch dazu (zusammen mit dem Cliffhanger, der im Zusammenhang mit den noch nicht gelösten "Leichen im Keller" steht), dass ich lediglich 6 von 10 Punkten vergebe. Es ist noch "Luft nach oben" vorhanden. Ich werde jedoch vermutlich weiter lesen, um herauszubekommen, was Avery und Dominic prägte.


Verlag: Lyx
erschienen: 2017
Seiten: 384
ISBN: 978-3802598210

© Sonja Kochmann

Mittwoch, 26. April 2017

Rezension // Hans Rath, Edgar Rai - Bullenbrüder von SONJA


Zwei Brüder, die unterschiedlicher kaum sein können: Holger, leitender Kommissar und Charlie, Privatdetektiv.

Der eine bewohnt ein Haus mit zänkischer Ehefrau, der andere wurde gerade von seiner letzten Freundin an die Luft gesetzt. Widerwillig gewährt Holger Charlie einen Schlafplatz im Gartenhäuschen, denn eigentlich hat er keinen Sinn für Schlafgäste: Ein enger Vertrauter des hiesigen Drogenbosses wurde ermordet. Wer steckt dahinter und warum interessiert sich auch Charlie dafür?

Das Buch wurde in den letzten Monaten sehr stark beworben, hätte ich es zeitlich geschafft, hätte ich mir die Autoren auch auf der Leipziger Buchmesse angeschaut, nun musste ich in meiner privaten Drogenküche zu diesem Roman greifen:

Vom Schreibstil der beiden Autoren muss ich sagen, es liess sich leicht lesen, aber ich habe aufgrund der Vermarktung mehr lustige Dialoge erwartet. Die beiden Brüder kabbeln sich auf Kindergartenniveau ("Hätte, hätte Fahrradkette") und die Nebenfigur Kommissarin Bökh stielt den beiden mehrfach mit sexistischen Sprüchen die Show. (Diese waren allerdings wirklich witzig.)

Der Kriminalfall hat mich spannungsmäßig leider nicht wirklich umgehauen, denn ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass die Spannung nur so dahin tröpfelt. Da flossen der Chablis und andere alkoholische Getränke deutlich mehr.

Als Leserin, die einige Polizisten in der Familie hat, haben sich mir bei einigen Szenen jedoch die Haare gesträubt. Holger lässt sich massiv an der Nase rumführen und wäre schon ab der Hälfte des Buches seinen Job auf Lebenszeit los, da die Polizeibehörde doch so einige Daten- und auch Beweismittelsicherungen hat. Das hier mag ja witzig sein, aber völlig unrealistisch.

In einigen Online-Shops wird bereits von Fortsetzungen gesprochen, da einige familiäre Probleme ungeklärt sind, kann ich mir dies gut vorstellen; allerdings nur wenn die Jungs mehr aus dem Quark kommen und Frau Bökh genau soviel Pfeffer im Hintern hat und noch mehr Szenen bekommt: 5 von 10 Punkten - ausbaufähig.

Verlag: Wunderlich
erschienen: 2017
Seiten: 320
ISBN: 978-3805251044

© Sonja Kochmann



Sonntag, 23. April 2017

Rezension // Anne Freytag - Den Mund voll ungesagter Dinge von SONJA


Sophie steckt mitten in den Abiturvorbereitungen als ihr Vater ihr verkündet, dass er zu seiner Freundin von Hamburg nach München ziehen wird und Sophie mit muss. Die Zweisamkeit von Sophie und ihrem Vater wird durch die neue Stiefmutter plus zwei kleine Söhne und plus Hund Carlos Knall auf Fall zerstört.

Eine neue Schule, neue Mitschüler und überhaupt hat Sophie das alles nicht gewollt. Mit dieser Einstellung kommt Sophie jedoch weder bei den Jungs noch bei dem Nachbarsmädchen Alex weiter.....ein Kuss nach einem Partyspiel wird alles ändern....

Sophie steckt mitten in der Pubertät und irgendwie läuft alles anders, als gedacht: Sie kann sich nicht an eine Mutter wenden, denn die hat sie nie gewollt. Ihr bester Freund, ist derzeit in Paris und dann kommt der Umzug von Hamburg nach München und die Zweisamkeit von Vater und Tochter wird zu bunten Patchworkfamilie mit Hund.

Das alles führt bei Sophie auf anschauliche Weise zu einer Art Weltuntergangsstimmung. Obwohl die neue Stiefmutter eigentlich alles richtig macht, ihre kleinen neuen Brüder sie lieb haben und sogar der Hund Carlos sie in sein pelziges Herz geschlossen hat, kann Sophie sich nicht einleben.

Als die Nachbarstochter Alex aus dem Urlaub kommt, finden beide nach einigen Zwischenfällen zueinander; mehr als anfänglich gedacht und nun steht die Gefühlswelt richtig Kopf und das bisherige Chaos ist fast nebensächlich, so dass man mit Sophie dank des Schreibstils der Autorin richtig mitfühlen kann.

Das Buch ist aus der Sichtweise von Sophie geschrieben und lässt sich leicht und locker lesen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Dank des Wochenende hatte ich es an 2 Tagen durch, denn ich musste unbedingt wissen, wie es für Sophie und Alex ausgeht.

Das Buch enthält innerhalb der Handlung eine Art Playlist und den ein oder anderen Song hab ich mir gleich angehört und gespeichert.

Anne Freytag schafft es in diesem Buch meisterlich das Gefühlschaos und die Bedenken von Sophie (und am Ende auch von Alex) darzustellen. Ein Jugendbuch, das unter die Haut geht und dem Leser zusätzlich ein Thema zum Nachdenken gibt. Toleranz bezüglich lesbischer Liebe oder generell Anderssein ist leider nicht jedem gegeben und können die Schulzeit und das spätere Leben durch Mobbing oder auch nur durch schiefe Blicke zur Hölle machen. Volle Punktzahl.

Verlag: Heyne fliegt
erschienen: 2017
Seiten: 400
ISBN: 978-3453271036


© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann

Freitag, 21. April 2017

Rezension // Sebastian Fitzek und Stolli - Pupsi und Stinki von SONJA (und JUSTUS)


Der kleine Paul wird in seinem Kindergarten immer gemobbt, denn er muss leider immer pupsen. Bei einem Tagesausflug in den Wald freundet er sich mit dem Stinktier Stinki an. Der hat ganz andere Probleme, er kann nicht stinken. Beide freunden sich an und ....

Ich war auf "den Kinderfitzek" gespannt und habe ihn sogleich mit meinem Sohn getestet. Allein die Vorstellung von Paul mit den kleinen grünen Stinkewölkchen sorgten für ordentliches Nase kräuseln beim jungen Testleser.


© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

Pupsen an sich ist zwar wohl cool, aber nicht wenn es unkontrolliert, wie beim armen Paul, passiert. Wenn dann noch die anderen Kinder gemein zu diesem sind, ist das "ordentlich doof" (Zitat Testleser). Mein Sohn fand das gemein und anhand des Buches zeigt sich doch schon das Gerechtigkeitsempfinden der jungen Leser.


© Sonja Kochmann

Eine interessante Variante kleinen Kindern Hänseln bzw. Mobbing aufzuzeigen. Seite für Seite erfahren wir von Paul, genannt Pupsi, und Stinki, dem Stinktier. Um die Aufmerksamkeit der kleinen Leser zu testen, wurden hier mehrfach Aufzählungen eingebaut die immer eine "Quatschvariante" enthielten. Dies fand mein Sohn die ersten Male noch witzig, dann kam das vernichtende Urteil: so ein Quatsch.

Paul bekommt natürlich eine Art Happy End und ich vergebe 8 von 10 Punkten für dieses Buch, da die Themen und auch die Handhabung geeignet sind, um mit Kindern beim und nach dem Lesen bestimmtes Verhalten anzusprechen. Es zeigt sich auch das manches relativ ist und man immer den Blickwinkel mal ändern sollte....


Verlag: Pattloch Geschenkbuch
erschienen: 2017
Seiten: 56
ISBN: 978-3629142375


© Sonja Kochmann

Rezension // Jamie Shaw - Rock my Heart von SONJA


Rowan und ihre Freundin Dee wollen bei einem Konzert der Band "The Last Ones to Know" Spaß haben und richtig abfeiern. Für Rowan endet der Spaß, als sie ihren Freund Brady mit einer fremden Frau sieht.
Völlig aufgelöst flieht sie aus dem Club und wird ausgerechnet vom Sänger der Band, Adam, mit einem atemberaubenden Kuss getröstet. Ein Kuss, der alles ändert.

Anfänglich war ich mir nicht sicher, ob die Welt noch eine Reihe braucht, die von Rockstars handelt. Immerhin gibt es ja doch so einige. Doch diese hier ist ein bisschen anders, denn diese Jungs stehen am Anfang ihrer Karriere und sind noch junge Hüpfer - auch wenn einige schon sehr erfahren sind - . 

Rowan ist süße 18 und auf den ersten Blick die typische graue Maus, wie sie in den New Adult Büchern vorkommt. Doch Vorsicht: Rowan hat sich dies selbst ausgesucht, da sie von manchen Dingen einfach nichts hält. Sie hat Pfeffer im Hintern und heizt dem Bad Boy Adam ordentlich ein. ER ist derjenige, den die Konfrontation mit Rowan voranbringt.

Die Konstellation von Rowan und Adam hat mich ein bisschen an Anna Todds Tessa und Hardin erinnert, wobei mir Rowan von Anfang an sympatischer war und sich nicht so sehr in die Opferrolle drängen ließ.

Die Dialoge der beiden und auch der übrigen Bandmitglieder, Dee und Rowans schwuler Freund sind witzig und bringen Tempo in die Handlung. Die 384 Seiten vergehen wie im Fluge und am Ende freut mach sich auf die Folgebände, in denen natürlich die übrigen Bandmitglieder und Dee ihren Platz bekommen. Volle Punktzahl für diese Leseüberraschung, obwohl ich in letzter Zeit New Adult eigentlich eher gemieden habe, da mir diese häufig zu kindisch waren.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2017
Seiten: 384
ISBN: 978-3734102684


© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann


Rezension // Simona Ahrnstedt - Alles oder nichts von SONJA


Ambra ist Journalistin. Ihr Weg führt sie in das abgelegene Kiruna. Ein Ort an den sie aufgrund ihrer Vergangenheit niemals wieder zurückkehren wollte. Dort trifft sie auf Tom, der hier seine psychischen Verletzungen auskurieren will. Die Dunkelheit des Ortes und ihrer beiden Seelen sorgt für eine unwiderstehliche Anziehungskraft.

Die ersten beiden Teile von Simona Ahrnstedt "Die Erbin" und "Ein einziges Geheimnis" habe ich bereits gelesen und fand die Teile aufgrund des schwedischen Jetset toll. Dies fehlte hier leider.

Obwohl Tom durch die Vorbände bekannt ist, können die ersten 2/3 des Buches nicht den Flair der ersten Bücher erreichen. Denn Kiruna ist dunkel und trist. Vermutlich wollte Autorin aufgrund der seelischen Wunden der beiden Protagonisten genau das erreichen, doch ich fand die Handlung dadurch sehr langatmig und zu sehr auf Gedanken- und Gefühlswelt konzentriert.

Neben Tom und Ambra gibt es noch eine weitere Paarung (Matthias und Jill), die vielleicht von der Autorin nochmals aufgegriffen wird, die dialogtechnisch ordentlich die Fetzen fliegen lassen.

Erst im letzten Drittel wird durch die Rückkehr nach Stockholm und einigen anderen Entwicklungen die Handlung spannender. Auch tauchen die Figuren aus den ersten Bänden am Rande auf, so dass ich empfehle, diese in der richtigen Reihenfolge zu lesen, obwohl dies nicht unbedingt zwingend ist.

In den Vorbänden erfuhren wir neben der Handlung viel über die Finanzwelt und Ärzte ohne Grenzen. Nun nimmt sich die Autorin Journalismus, Pflegefamilien, Sicherheitsfirmen, Internettrolle und Popstardasein vor. Themen, die dafür sorgen, dass das letzte Drittel den etwas lahmen Anfang ausgleicht: 8 von 10 Punkten. (Beim Lesen den Tee und die Kuscheldecke nicht vergessen, in Kiruna liegt viel Schnee und es ist bitterkalt.)

Verlag: Lyx
erschienen: 2017
Seiten: 704
ISBN: 978-3802599477



© Sonja Kochmann


Rezension // Simona Ahrnstedt - Ein einziges Geheimnis von SONJA


Alexander de la Grip, jüngster Spross der Dynastie, Partylöwe und Frauenheld und für die Frauenwelt ein reines Sexobjekt triff auf die toughe und bodenständige Ärztin Isabel Sorensen. Sie arbeitet für Ärzte ohne Grenzen und eine Stiftung namens Medpax, die in massiven Geldsorgen steckt.

Alexander ist gewillt, für ein Date mit Isabel Geld zu stiften. Doch es ist ein Spiel mit dem feurigen Rotschopf, denn die Anziehungskraft der Ärztin lässt sich nicht leugnen...

Das Buch setzt bei den Geschehnissen aus dem ersten Band "Die Erbin" an. Um die Familie de la Grip und die angesprochenen Querelen zu verstehen, empfehle ich die Reihenfolge unbedingt einzuhalten.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt locker und spritzig. Hier möchte ich besonders die Dialoge der Protagonisten hervorheben. Doch nicht nur Alexander und Isabel haben hier ordentlich Pfeffer im Hintern auch die Nebenfiguren Leila und Eugen bieten den ein oder anderen Spruch, der einen zum Schmunzeln bringt.

Ein weiteres Pärchen ergibt sich aus der Historie aus dem ersten Band und so darf man sich auf Peter und Gina freuen.

Durch Isabels berufliche Tätigkeit und Ginas Flucht aus Afrika bietet dieses Buch aber auch ordentlich Stoff zum Nachdenken: den Flüchtlingspolitik, Integration, Rassenhass, Standesdünkel und medizinische Versorgung in dritte Welt Ländern sind hier neben den romantischen und erotischen Szenen sehr wichtig und geben dem Buch einen nachdenklich stimmenden Tenor, den ich bislang in keinem erotischen Liebesroman vorgefunden habe.

Das Buch hat auch im Gegensatz zu seinem Vorgängerband einen richtig dramatischen Höhepunkt, der einen Ausblick auf den nächsten Protagonisten in dem Buch "Alles oder nichts" bereit hält. Volle Punktzahl für dieses besondere schwedische Schmankerl.

Verlag: Lyx
erschienen: 2016
Seiten: 672
ISBN: 978-3802599460


© Sonja Kochmann


Rezension // Simona Ahrnstedt - Die Erbin von SONJA


Natalia de la Grip gehört zur Oberschicht Schwedens. Ihre Familie hat adelige Wurzeln und führt das Finanzimperium Investum. Um in dieser Finanzwelt Fuß zu fassen, versucht Natalia, sich selbst einen Namen zu machen. Denn der Vorstand des Familienunternehmens sieht nicht gern Frauen dort. Als eines Tages David Hammar, Schwedens umstrittenster Risikokapitalgeber um ein Mittagessen bittet, nimmt Natalia an. Nichtsahnend welche Folgen das für ihr Leben haben könnte.

Interessanter Weise schmorte dieses Buch schon lange bei mir im Regal, da ich den Fehler begangen habe, es als Taschenbuch zu kaufen, weil ich das Cover so schön fand. Fehler? Ja, inzwischen lese ich fast nur noch ebooks und Taschenbücher werden vernachlässigt. 

Und dieses Buch hätte von mir nicht vernachlässigt werden dürfen. Simona Ahrnstedt bietet mit diesem Buch ordentlich Abwechselung. Die Handlung spielt erfrischenderweise in Schweden und die Orte und auch die Namen der Protagonisten entführen beim Lesen mal in andere Gefilde als die typischen amerikanischen oder englischen Schilderungen. (Ein Hej kann auch mal ganz schön sein.)

Ich hatte bei der Love Letter Convention 2016 das Glück die Autorin bei einem meet and greet zu treffen und war von ihrer Art begeistert. Sie erzählte davon, dass es in Schweden kaum Autoren gibt, die erotische Bücher schreiben und es auch häufig das Vokabular für abwechslungsreichen Szenen gar nicht gibt. Durch die Übersetzung ins Deutsche konnte ich diesbezüglich keine negativen Feststellungen machen. Aber der Schreibstil ist offen und locker und trotz der 608 Seiten vergeht die Handlung wie im Fluge. Gefühle sind bei der Autorin groß geschrieben und werden bei der Schilderung der Hauptprotagonisten Natalia und David und auch Asa und Michel schön in der Handlung umgesetzt.

Man erfährt nebenbei, dass der Börsenkurs durchaus aufregend sein kann, was die Autorin selbst übrigens nie für möglich hielt. Das Buch hat wie eine Seifenoper eine Menge zu bieten Hass, Rache, Liebe, Freundschaft, Dünkel, Geld und Adelstitel, daher gehe ich hier nicht weiter auf die Motive der einzelnen Personen ein, um die Spannung nicht kaputt zu machen.

Eine Menge Nebencharaktere wurden eingeführt, von denen ich mir mehr in den Bänden "Ein einziges Geheimnis" und "Alles oder nichts" erhoffe. 

Volle Punktzahl!

Verlag: Lyx
erschienen: 2015
Seiten: 608
ISBN: 978-3802599453


© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann

Rezension // Edward Ashton - Hagerstown von SONJA


Ein Video von Hagerstown im Internet zeigt Leichen. Doch dieses Video verschwindet aus dem Internet. Genauso wie alle Bewohner von Hagerstown. Jeder der Nachforschungen anstellt, wird zur Zielscheibe. Ein scheinbarer Krieg zwischen "Unveränderten" und gentechnischen Modifizierten bricht aus.

Als ich den Klappentext gelesen und die Einordnung "Thriller" gesehen habe, dachte ich gleich: super, klingt spannend und ist etwas für mich. 
Doch was ich nicht wusste, die Bezeichnung "Thriller" ist falsch. Meines Erachtens handelt es sich um eine Dystopie mit einer Menge Science Fiction! Und dies ist eigentlich so gar nicht mein Genre.

Die ersten Seiten habe ich gar nicht verstanden, in welches Zukunftsszenario ich da geraten bin. Kapitelweise wurden andere Protagonisten vorgestellt, deren Zusammenhang erst nach und nach offenbart wurde. Die gentechnischen Modifikationen und auch der technische Fortschrift waren mir teilweise zu viel und auch zu langweilig.

Warum ich das Buch dennoch ausgelesen habe? Das Buch hat in dieser komplizierten Handlung ordentlich Gesellschaftskritik versteckt: wie weit darf der technische und medizinische Fortschritt gehen, kann Technik ein Eigenleben entwickeln, wie weit darf der Staat eingreifen?

Hinzu kam, dass die Protagonisten sich ständig witzige und dynamische Wortgefechte geliefert haben, so dass ich teilweise doch schmunzeln musste.

Alles interessante Aspekte, so dass ich doch wissen wollte, wie es ausgeht. Ich vergebe 5 von 10 Punkten. Ich empfehle das Buch aber dennoch all denen, die Dystopien mit hohem SciFi Anteil gefallen.

Verlag: HarperCollins
erschienen: 2017
Seiten: 352
ISBN: 978-3959670821


© Sonja Kochmann

Dienstag, 11. April 2017

Rezension // Erin Watt - Paper Palace: Die Verführung von SONJA


Ella und Reed sind nicht mehr zu trennen...bis...bis jedoch ein Mord geschieht und ein tot Geglaubter wieder auftaucht. Ella muss um ihr Glück kämpfen und nimmt es mit einer Schar ermittelnder Polizisten, dem fiesen Richter, ihrer Stiefmutter und einem überfürsorglichen Vater auf.

Nachdem ja in den Vorbänden "Paper Princess" und "Paper Prince" schon ordentliche Intrigen gesponnen wurden, toppt dieser Band Ellas Spießrutenlauf.
An dieser Stelle muss jetzt leider ein Spoiler sein und ich empfehle dringend die richtige Reihenfolge einzuhalten: Nachdem ihr tot geglaubter Vater wieder da ist und Reed des Mordes an Brooke verdächtigt wird, kommt es dicke für Ella. Ihre Mitschüler nehmen ihre Hasskampagne wieder auf und Steve will ihr den Umgang mit Reed verbieten, obwohl die beiden endlich eine richtige Beziehung haben.

Doch Ella schlägt sich wacker und nimmt den Kampf gegen Mobbing und väterliche Fürsorge auf und versucht, Reeds Unschuld zu beweisen.

Der Schreibstil ist wie bei den Vorbänden gewohnt locker und lässt sich schnell lesen. Die Perspektive wechselt kapitelweise zwischen Reed und Ella hin und her, was ein bisschen Tempo hineinbringt. Aufgrund des Cliffhangers wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Dennoch hatte das Buch teilweise Längen und man hatte das Gefühl, dass Reed nicht wirklich vorankommt und sich Ella mit unwichtigen erzieherischen Maßnahmen von Steve herumschlagen muss.

Ella gibt jedoch alles und die Aktionen mit ihren Mitschülern peppen diese Längen etwas auf. Das Ende ist spektakulär und zufriedenstellend, so dass ich diese Reihe mit einem weinenden und einem lachenden Auge beende: 9 von 10 Punkten!

Vielleicht wird es ja eine Fortsetzung mit den anderen Royal Brüdern geben, denn diese Jungs kamen mir in diesem Band ein bisschen zu kurz.

Verlag: Piper
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3492060738

© Sonja Kochmann

Sonntag, 9. April 2017

Rezension // Nacho Figueras - Die Wellington-Saga: Versuchung von SONJA


Die Tierärztin Georgia wird von ihrem besten Freund nahe zu genötigt, zum schicken und glamourösen Polotunier nach Wellington zu kommen. Sie soll dort den neuen Freund begutachten. Obwohl sie als bodenständige Frau kein Interesse am Jetsetleben hat, fällt ihr nach wenigen Minuten Alejandro Del Campo auf. Ein Mann, ein Vermögen, ein siegreiches Poloteam und eine Menge Altlasten, die man überwinden muss.

Bereits bei der Verlagsvorschau ist mir dieses Buch aufgrund des schlichten aber edlen Covers aufgefallen und ich war neugierig. Polo und Pferde sind neu als "Hintergrundthema". Außerdem ist dieses Buch mal von einem Mann mit weiblicher Unterstützung geschrieben. Ob man das bei Liebesromanen erkennt?

Der Schreibstil lässt sich leicht und locker herunterlesen. Mir viel jedoch auf, dass es an manchen Stellen durchaus etwas mehr hätte sein können. Vielleicht im Moment des Kennenlernens oder beim ersten Kuss. Vielleicht schreiben Frauen doch blumiger oder romantischer?
Es hat mich jedoch in dem Zusammenhang mit dem Thema Polo nicht gestört und ich gebe zu, dass ich aufgrund des sehr präsenten Fotos des Autors bei Alejandro an den Autor selbst denken musste. (Zusätzlich zu dem Appetit auf Nachos. Sorry, der musste sein.)

Die Atmospäre und der Del Campo Clan lassen einen beim Lesen ein bisschen an Denver Clan, Dallas oder Falcon Crest denken. Daher gefiel mir das Setting der beiden Protagonisten sehr gut.
Georgia ist auch kein kleines hilfloses Weibchen. Sie ist es gewohnt, sich durch zu beissen und versetzt damit die Schickeria in Aufruhr.

Das Buch ist in sich abgeschlossen und man darf sich in den Folgebänden auf die Familienmitglieder Sebastian und Antonia Del Campo freuen. Ich vergebe 9 von 10 Punkten, weil es hier und da ein paar mehr Schnörkel hätten sein dürfen, werde aber auf jeden Fall die Reihe weiter verfolgen.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2017
Seiten: 416
ISBN: 978-3734103728

© Sonja Kochmann

Rezension // Abby Clements - Das Glück schmeckt nach Zitroneneis von SONJA


Anna und Matteo zieht es nach Italien. Sie übernehmen dort ein Eiscafé. Doch die liebe italienische Schwiegermutter hat diverse Wörtchen mit zu reden. 

Die zurückgelassene Familie in England ist traurig und so reist Annas Schwester Imogen einfach hinterher. Denn sie erhofft sich, ein Familiengeheimnis aufzuklären.  

Dieses Buch ist die Fortsetzung von "Viviens himmlisches Eiscafé", weil es mir damals sehr gut gefallen hat, war ich sehr gespannt, wie die Geschichte um Anna und Imogen weiter geht. Da das Buch in sich geschlossen ist und alle Protagonisten noch einmal vorgestellt werden, kann man die Bücher unabhängig voneinander lesen.

Die Geschichte beginnt 2 Jahre nach dem ersten Band und bei Anna und Matteo kommt der Klapperstorch. Es gibt einen erneuten Zeitsprung und zack ist aus Baby Bella ein plapperndes Kleinkind geworden, das die Familie auf Trab hält.
Anna, Matteo und Imogen sind vom Fernweh infiziert. Sie möchten Reisen bzw. eine neue Existenz im Ausland aufbauen. Das dies nicht so einfach ist und man die lieben Daheimgebliebenen dabei ordentlich verletzen kann, müssen diese schmerzlich erfahren. Diese Rücksichtslosigkeit und auch Sorglosigkeit hat mich anfänglich leider ziemlich genervt, obwohl der Schreibstil wie gewohnt locker war.

Doch als Anna, Matteo und Bella endlich in Italien ankommen, geht alles seinen Weg, der aufgrund der Einmischung von Matteos Familie doch recht steinig wird. Dennoch hat man bei den Schilderungen des Eisdiele, des Vorplatzes, der Sonne an der Amalfi-Küste sofort den Wunsch, einen Koffer zu packen.

Imogen findet daheim ein Familiengeheimnis heraus und muss für ihren Onkel, Evie und einigen anderen Personen das Mädchen für alles spielen. Sie fühlt sich eingeengt und flüchtet vor ihrem Freund Finn nach Italien. So haben alle Protagonisten wieder eine Handvoll zu tun. Doch es klärt sich alles und man muss nur Ruhe bewahren und an seinem Eis schlecken: 8 von 10 Punkten.


Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2017
Seiten: 320
ISBN: 978-3956496783

© Sonja Kochmann

Rezension // Abbi Waxman - Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen von SONJA


Lilian hat alle Hände voll zu tun: zwei kleine Töchter, eine schrullige Mutter, eine Singleschwester, die bei ihr ein und aus geht und die Trauer um ihren verstorbenen Ehemann. Dabei ist sie mit Anfang 30 noch nicht bereit fürs Abstellgleis. Doch wozu ist sie schon bereit?

Diese Frage wird ihr abgenommen, als ihre Chefin sie zu einem Gartenkurs anmeldet. Der Dozent: ein knackiger Mann, der über knackiges Obst und Gemüse und bunte und duftende Blumen berichtet und ganz nebenbei Lebensfreude in Lilians Leben bringt.

Ich gebe zu, dass mich der Klappentext anfänglich nicht angesprochen hat. Warum, kann ich eigentlich gar nicht so genau sagen. Vielleicht weil es derzeit einige dieser Bücher gibt, in denen ein Partner gestorben ist und der andere versucht, weiterzuleben. Doch nachdem bei facebook ein Werbebanner nach dem nächsten auftauchte, schnupperte ich in die Leseprobe und war begeistert.

Der Schreibstil ist anders als erwartet. Er ist lustig, zynisch, traurig und romantisch. Die Dialoge sind zum Kringeln und jeder der Kinder hat, wird so manche Szene schmunzelnd bestätigen können. Für die, die keine Kinder haben, könnte dies als eine kleine Einführung ins Chaos dienen. Die Wortspiele und der Wortwitz haben mich teilweise an Kerstin Gier und ihre Müttermafia erinnert.

Es gibt hier zwar keine Müttermafia, aber einen Gartenkurs, der aus den unterschiedlichsten Leuten zusammengewürfelt ist und der regelrecht zusammenwächst. Hier gibt es einen pensionierten Banker, ein lesbisches Lehrerinnenpärchen, eine allein erziehende Mutter mit ihrem Sohn, einen Surfer und Lilian mit ihrer Brut. 

Sie hat auch noch andere familiäre Vorkommnisse zu bewältigen und bei allem muss sie sich die Frage stellen: War das schon alles, was das Leben bereit hielt? Kann das Leben, nach dem Tod des Partners weitergehen?

Der englische Titel "The Garden of Small Beginnings" finde ich in diesem Zusammenhang sehr passend, wäre aber vermutlich im Deutschen zu klobig geworden.

Wer bei diesem schönen Wetter Lust auf Blumen und andere Pflanzen hat oder einfach im Liegestuhl die Aussicht auf Balkon oder Garten genießen will, der sollte zu diesem Buch greifen: volle Punktzahl für dieses gefühlvolle, lustige Buch, das zwischen den Kapiteln Pflanztipps bereit hält. (Ich hab bei meinem Balkon jedenfalls gleich mal angefangen.)

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2017
Seiten: 368
ISBN: 978-3499272769

© Sonja Kochmann
© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

Donnerstag, 6. April 2017

Lesung // Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch von SONJA

Nachdem ich ja zusammen mit Sina schon auf der Buchmesse in Leipzig die Gelegenheit hatte, Markus Heitz zu interviewen, war ich ganz gespannt auf eine Lesung mit diesem Autor.


© Sonja Kochmann


Der Tag war schön sonnig, was bei der Hugendubel Filiale in Hannover immer bedeutet, man wird regelrecht gedünstet: stickige Luft und Temperaturen im subtropischen Bereich. 



© Sonja Kochmann


Wer in der ersten Reihe sitzen will, muss früh da sein und daher konnten wir (Conni und ich) beobachten, wie Frau Fischer die Technik vorbereitete. Als "Platzhalter" wurde mal eben die Präsentation von Peter Wohlleben aus seiner vergangenen Lesung gestartet, was später ein witziges Anfangsbild ergab. 



© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann


Zwischenzeitlich haben wir noch ein bisschen Osterdeko für Hugendubel gebastelt.


© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann




Markus Heitz freute sich sehr über die sommerlichen Temperaturen, da er auch einiges zu schleppen hatte. Denn er hatte 8 Kilo Spielchips dabei (abzüglich der Chips, die von Lesung zu Lesung einfach verschwinden). 
Mit einem kleinen diabolischen Lächeln überreichte er Frau Fischer seinen USB Stick und sagte: "Schauen wir doch mal wie kompatibel ihr Windows PC mit meinen Mac Dateien sind." Nach einigen Startschwierigkeiten konnte der tolle Buchtrailer mit Nina de Lianin abgespielt werden...doch ach Schreck...es gab keine Lautsprecher. Also wurde mal eben das Mikrofon vom Autor an den Laptop gehalten.



© Sonja Kochmann


© Sonja Kochmann





Video - © Sonja Kochmann

Im Alter von 14 Jahren begann Markus Heitz Kurzgeschichten zu schreiben und als er über Rollenspiele - hier kam der Zusatz: kein Shades of Grey, der Fetisch war der Würfel - sich selbst immer neue Welten erschaffte, war der Weg als Autor geebnet. Obwohl er ursprünglich auf Lehramt studierte, entschied er sich dann doch für den Beruf des Journalisten, um nebenbei schreiben zu können. Mitbesitzer eines Pubs ist er übrigens entgegen der Eintragung auf Wikipedia nicht mehr. (Dies war nur eine Zeit, um günstig an Whiskey ranzukommen. Auch wenn er in dieser Zeit gefragt wurde, ob sich seine Bücher nicht gut verkaufen würden.) 

Inzwischen ist das nicht mehr zu befürchten, da sich O-Ton sein Lebensalter (46) und die Schuhgröße (46) und die Zahl der veröffentlichen Bücher langsam angleichen würden. 


© Sonja Kochmann



Beim Mau Mau spielen fragte sich Markus Heitz dann, wo kommt die Spielkarte eigentlich her? Denn James Bond nutzt sie stehts, Gambit und der Joker sind erfolgreiche Fim- und Comicfiguren, Motorhead veröffentliche Ace of Spades, im Krieg zierte das betreffende Ass die Panzer.

Neben diversen geschichtlichen Fakten erfuhren wir, das ein Großteil der Geschichte um das tödliche Ass auf die Kurzgeschichte von Robert Louis Stevens "Der Selbstmörderclub" zurück geht. Wer noch mehr wissen will, kann die separaten Ausführungen im Buch lesen.




Video - © Sonja Kochmann

Natürlich wurden ein paar Textstellen gelesen und mitten drin, in den spannendsten Stellen, unterbrach Markus Heitz seinen Vortrag und wollte partout aus dramaturgischen Gründen nicht weiter lesen.

Obwohl ich das Buch bereits als ebook hatte, habe ich die Signierstunde genutzt und es mir nochmal gekauft. 


© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann




Video - © Sonja Kochmann


Endlich ging es ans Namen ziehen und dann wurde gezockt. Zum Zugucken blieb nur eine Handvoll Leute, aber es war dennoch spannend mit anzusehen, weil es nicht todernst ;) zuging. Es wurde gewitzelt und Sprüche geklopft und Hannover hat die Frauenquote gegen Mitternacht erhöht. (Leider hat Hannover in Baden Baden nicht gewonnen.) Ein schöner Abend und sollte der Autor nochmal nach Hannover kommen, bin ich dabei, denn ich will unbedingt mal das angekündigte Heitz Bingo spielen.


© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann


Danke an alle für diesen tollen Abend.




Interviewbericht // Markus Heitz - Des Teufels Gebetbuch von Sina und Sonja



© Sonja Kochmann


Dank Patricia Keßler hatten wir die Gelegenheit, Markus Heitz auf der Buchmesse zu interviewen. Sein neuester Roman "Des Teufels Gebetbuch" wird ja derzeit mit Buchtrailern und spannenden Lesungen sehr werbewirksam in Szene gesetzt.


"Des Teufels Gebetbuch" enthält viel Historisches über die Entstehung der Spielkarten und so kam die Frage auf, wie Markus Heitz auf die Idee kam, in seinem neuesten Buch Spielkarten zu verwenden. Die Antwort war lustig: Beim Verlieren beim Mau Mau spielen, fragte sich der Autor, wo kommen diese Spielkarten eigentlich her und fing an zu recherchieren. Die erste gesicherte Quelle und die ist maßgeblich wie wir erfuhren, ist übrigens 1367 zu finden.


Inzwischen waren ja schon einige Lesungen gelaufen und daher kam die Frage auf, ob alle Leser diese überlebt haben. Die Lesungen liefen laut Autor gut und bis zur Buchhandlungstür haben wohl auch alle überlebt. Was allerdings auf dem Nachhauseweg so alles passieren kann...

© Sonja Kochmann

An dieser Stelle möchten wir betonen, dass das Gespräch von Anfang an sehr locker und ungezwungen war. Mit einer großen Kanne Schwarztee (Assam), der von dem Autor nämlich ein MUSS zum Überleben ist, hätten wir dort am Droemer Knaur Stand noch Stunden sitzen können....

Musikalisch geht Markus Heitz in die Richtung Gothic und Metal. Daher interessierte es uns, wie die Zusammenarbeit mit Nina de Lianin kam. Für dieses Buch wünschte sich Markus Heitz von Anfang an so einen richtigen "James Bond" Song und über eine gemeinsame Bekannte, eine Fotografin, kam die Zusammenarbeit mit der Musicalsängerin und Schauspielerin zustande. Im Video und auch bei der Moderation in Baden Baden wurde dann noch die deutsche Stimme von Daniel Craig, Dietmar Wunder hinzugezogen. (Kleine Information am Rande: der inzwischen bekannte Comedian Torsten Sträter sprach den Buchtrailer zu Aera.)



© Sonja Kochmann

Kleiner Gag: Welcher Vampir gefällt Markus Heitz wohl besser, der glitzernde Romantiker oder der actionreiche Superheld? Natürlich der Superheld.....wobei, nachdem am Samstag beim Livesteam in Baden Baden nahezu versprochen wurde, eine Romanze zu schreiben...vielleicht....   ;)

Er selbst schafft es kaum noch zu lesen, da er fast nur noch am Schreiben ist. Da dies ja seine große Leidenschaft ist, sieht er darin auch keine Probleme. Damit benötigt er circa 4 Monate für ein Buch: Planen, Plotten (2 Monate), schreiben, Test lesen durch einen ausgesuchten Kreis, noch mal überarbeiten, Lektorat, überarbeiten und fertig. Klingt eigentlich ganz einfach, steckt aber sehr viel Leidenschaft und Disziplin dahinter.

Als Ausblick für 2017 wurde uns die Fortsetzung von Wedora versprochen, in die ich bestimmt mal reinlesen werde, auch wenn ich festgestellt habe, dass ich aufgrund der fleißigen Veröffentlichungen des Autors doch ein paar Lücken habe. Manche Protagonisten kommen in den Büchern immer wieder vor. Den Überblick behält der Autor tatsächlich einfach "nur" mit Zetteln.



© Sina Frambach

Wovor könnte ein Autor aus der dunklen Ecke denn bloß Angst haben? Vor Krankheiten und kranken Idioten, die ihren Fanstatus überschreiten, wie man es erst vor Kurzem in der Zeitung lesen musste.

Da macht er doch lieber Späßchen mit Mark Benecke auf dem Kölner Bahnhof. Die beiden verbindet die "Gruftiabteilung" und die Liebe zu diversen Festivals.

Das Video zu dem Spontantreffen am Bahnhof könnt Ihr Euch anschauen, einfach auf facebook anschauen.

Doch es gibt auch die ernsten Seiten von Markus Heitz. Bei der Frage, ob er jemals an seiner Entscheidung Schriftsteller zu werden, gezweifelt hat, kam ein klares und selbstsicheres "Nein". Er hätte nur nicht gedacht, dass es so gut läuft. Sobald man kreativ sei, schaffe man etwas, was kein Mensch braucht, meint er.
Als er 2004 seinen Hauptjob als Journalist an den Nagel gehängt hat, schreibt er Geschichten, die Spaß machen sollen. Dabei bleibt Markus Heitz jedoch auf dem Boden der Tatsachen und weiß, dass Erfolg nie selbstverständlich ist. 

© Sina Frambach

Wenn genug Schwarztee in der Blutbahn ist (2 l am Tag), kommt die Kreativität, dabei ist er nicht an eine bestimmte Tageszeit gebunden. Kreativität ist überall. Inspiration braucht er dafür nicht. Und so schreibt er von morgens bis abends. Entspannung gibt es natürlich auch, meist in Form von Fernsehen. Hier kann er auch mal nebenbei auf seinem Heimtrainer sitzen.

Apropos Fernsehen: Filme sind eine weitere Leidenschaft von Markus Heitz. Hier insbesondere Action und Komödie. Auf die Nachfrage, ob er gerne eines seiner Bücher verfilmt sähe, gab Markus Heitz zur Antwort, dass diese teilweise ja schwer umzusetzen seien. Aber "Des Teufels Gebetbuch" wäre schon interessant auf der Leinwand zu sehen. Wobei ja eine Reihe des Autors schon länger verfilmt werden soll. Bei "Die Zwerge" steht man schon länger in Verhandlung bzw. die Umsetzung gestaltet sich als sehr schwierig. Hier bleibt abzuwarten, wie sich dies weiter entwickelt.

Urlaub ist natürlich auch ein Thema. Hier führen die Urlaube jedoch auch zu den Orten, die für die Recherche benötigt werden. Dabei ist Markus Heitz Japan in große Erinnerung geblieben, weil die Kultur so völlig fremd ist. Dies übt auch einen großen Reiz aus und hat Eindruck hinterlassen.

© Sina Frambach

Da Sina kurz vor dem Interview eine Doku über die Besiedlung des Mars gesehen hatte, kam ihr bei der Vorbereitung der Fragen noch folgende in den Sinn: Es gibt die Möglichkeit zum Mars zu fliegen. Drei persönliche Dinge dürfen mitgenommen werden. Was würde Markus Heitz mitnehmen? 
Für die Antwort musste er dann doch schon länger überlegen. Zuerst kam natürlich Stift und Papier, wobei die Wahl auf einen Bleistift fallen würde. Auf unsere Nachfrage hin, warum, kam eine sehr interessante Antwort. Ein Bleistift schreibt überall. Sei es bei -40 Grad oder bei +40 Grad... ein Kugelschreiber dagegen nicht. Also sollte man immer einen Bleistift bei sich haben. 
Die dritte persönliche Sache kam erst nach langem Überlegen und zeugt wieder von der Leidenschaft des Autors. Die Musiksammlung wäre ein Muss. 

Ein tolles Foto gab es natürlich auch...

© Sina Frambach

Ach ja, die Kleine auf dem Bild ist übrigens Sina... 😛

Durch das lockere Plaudern, die witzigen Antworten und einem sehr sympathischen Autor waren die angesetzten 30 Minuten für das Interview im Nu um. Wir hätten wirklich stundenlang weiterreden können. 

Wer jetzt noch mehr über Markus Heitz erfahren will, sollte seine Bücher lesen oder seine Website besuchen: www.mahet.de
Hier erfahrt Ihr auch Aktuelles zu neuen Buchprojekten, Terminen und könnt Euch Newsletter ansehen. 
Weiter treibt er sich auch Facebook herum, wenn er nicht gerade an seinem neuesten Roman schreibt.

© Sina Frambach