Dienstag, 17. Juli 2018

Rezension // Juno Dawson - Clean von SONJA


© Sonja Kochmann


Als ich den Klappentext zu "Clean" las, musste ich an das Buch "Mein Sommer auf dem Mond" von Adriana Popescu denken. Da mir dieses Buch so gut gefallen hat, war ich gespannt wie diese Version der heiklen Themen "Abhängigkeit" und "Therapie" ausfallen würde.

Der Schreibstil von Juno Dawson hat mir sehr gut gefallen. Trotz des "schweren" Themas war das Buch von Anfang an locker und leicht zu lesen.

Lexi, Hotelerbin und Partyjunkie, wird von ihrem Bruder gegen ihren Willen in die Einrichtung Clarity eingewiesen. Nach und nach wird sie mit allen Höhen und Tiefen clean. Dabei lernt sie die anderen Patienten Ruby, Brady, Sasha, Guy, Kendall und Saif kennen. Alle haben Probleme mit der Abhängigkeit: Alkohol, Pillen, Drogen, Sex und Essen.

Lexi muss ihr altes Leben hinterfragen und ändern. Doch nur wie?

Eindrucksvoll beschreibt die Autorin die tollen Gefühle des "High seins" und den abartigen, ekligen Entzug mit seinen Folgen. Man kann die Augen nicht verschließen. Das Buch zeigt die unschöne Seite der Suchtmittel. (Das vom Verlag empfohlene Alter beträgt übrigens 14 Jahre. Dem kann ich hier nur zustimmen.)

Das Buch ist in Abschnitte eingeteilt und zwar in die einzelnen Schritte der Therapie. Dr. Ahmed und Dr. Goldstein, der sympathische väterliche Arzt, der selbst einige Probleme hatte, bringen die jungen Erwachsenen mehr oder weniger zurück ins Leben. Nicht alle werden es schaffen.

Man muss sein Problem erkennen und zu geben, den Willen zum Gesund werden aufbringen, Vertrauen erlernen und Hilfe annehmen, seine eigene Stärke erkennen und Selbsthass umwandeln in das Bestreben ein besserer Mensch zu werden. Dabei muss man Veränderungen zu lassen und Wiedergutmachung leisten.

Lexi und auch die anderen lernen durch die harte Schule, dass man dabei scheitern kann und dass sie sich nun ein Leben lang der Sucht stellen müssen.

"Gossip Girl flog übers Kuckkucksnest", ein Zitat aus dem Buch, was ich sehr passend fand, klärt mit unschönen Leidens- und Lebenswegen auf und lässt den Leser um seine Protagonisten bangen und hoffen: volle Punktzahl.

Einen lobende Ehrenpunkt, gibt es für die im Anhang aufgeführten Hilfsstellen, sofern man sich durch dieses Buch angesprochen fühlt und Hilfe benötigt.

Verlag: Carlsen
erschienen:
Seiten: 400
ISBN: 978-3551583826

Rezension // Katharina Herzog - Zwischen dir und mir das Meer von SONJA


© Sonja Kochmann
Nach "Immer wieder im Sommer" musste natürlich auch "Zwischen dir und mir das Meer" auf meinem ebook-Reader Platz finden.

Leider war bis vor ein paar Wochen das Wetter grau und kühl, so dass ich einfach literarisch keinen Ausflug nach Amrum und an die Amalfiküste machen wollte. Als ich das Buch dann bei schönem sommerlichen Temperaturen beendet hatte, fehlten mir einfach die richtigen Worte, um eine Rezension zu schreiben: das Buch ist einfach soooooooooooooooooo schön!

Katharina Herzog hat mit diesem Buch eine sommerliche Familiengeschichte erschaffen, die einfach ans Herz geht: Lena arbeitet auf Amrum in einem Hospiz. Nach dem Ertrinken der Mutter Mariella im offenen Meer kann sie den Gedanken nicht ertragen, dass Menschen beim Sterben allein sind. Das Meer, wird von ihr als Schwimmerin gemieden, doch beim Sammeln von Meerglas geliebt. Anders als ihre Schwester Zoe, die in die Welt hinauszieht und wagemutig alles riskiert. Als eines Tages der Italiener Matteo die Insel aufsucht, kommen die italienischen Wurzeln der Mutter ans Licht. Die Vergangenheit der Mutter bewegt die Schwestern sehr und so machen sich diese auf den Weg nach Italien.

Ein Satz in diesem Buch hat es mir besonders angetan: "Wenn einem in der Familiengeschichte ein Band fehlte, dann konnte auch die eigne Geschichte niemals komplett sein." (Seite 74) 

Lena und Zoe wissen nicht viel über die italienischen Wurzeln ihrer Mutter und Katharina Herzog schafft es erstaunlich einfühlsam darzustellen, was die beiden Schwestern prägte und warum diese so unterschiedlich durchs Leben gehen. Ich persönlich konnte mich mehr mit Lenas zurückhaltender Art anfreunden, doch diese macht Dank der italienischen Lebensfreude und ordentlich amore eine große Entwicklung bei der Suche von Mariellas Geheimnissen durch.

Anhand eines Fotos findet Lena ihren Großvater, der auf traditionelle Weise Zitronen züchtet und sich eisern gegen die großen Händler behauptet. Genau wie vor zig Jahren. Denn durch geschickte Perspektivwechsel der Kapitel erfährt der Leser genau wie Lena und Zoe nach und nach, was damals geschah.

Und noch einer, weil es so schön ist: "Am Ende fand jeder seinen Frieden, egal wie er zuvor gelitten hatte." (Seite 343)

Lest selbst von der friesischen Oma Hilde, vom italienischen Opa Babbo und einigen anderen wichtigen Personen und Ereignissen: volle Punktzahl.

Verlag: Rowohlt
erschienen: 2018
Seiten: 352
ISBN: 978-3499274206

Montag, 16. Juli 2018

Rezension // Volker Klüpfel + Michael Kobr - Kluftinger: Seegrund (3) von SINA


© Sina Frambach

Bei einem Spaziergang am Alatsee findet Kluftinger mit seiner Familie einen verletzten Taucher. Dieser ist bewusstlos und liegt in einer Lache aus rotem Blut. Wie sich herausstellt, ist es jedoch kein Blut, sondern Bakterien aus dem See. Als Kluftinger weiter recherchiert, stößt er auf viele Ungereimtheiten. Wer ist der Verletzte? Warum ist er am Alatsee getaucht, wo es doch heißt, dass Tauchen hier sehr gefährlich ist? Und was hat er gesucht? Die Hinweise führen zu längst vergangenen Tagen aus dem Zweiten Weltkrieg.
Gleichzeitig ist auch die Freundin von Kluftingers Sohn Markus bei den Kluftingers zu Gast, um mit ihnen gemeinsam Weihnachten zu feiern. Yumiko ist Japanerin und stellt damit Kluftingers Weltbild auf den Kopf. Vor allem, weil er sie sehr sympathisch findet und - um ihr alles recht zu machen - wieder jedes Fettnäpfchen mitnimmt, dass sich ihm in den Weg stellt.

Kluftinger, wie er leibt und lebt. Was witzig beginnt - die Ankunft Yumikos und die Suche nach einem Restaurant zum Essen - endet in einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit. Der verletzte Taucher am Alatsee wirft unendlich viele Fragen auf, die Kluftinger und seine Kollegen eine zeitlang beschäftigten. Und je mehr man von dem Fall erfährt, umso weiter reist man zurück in die Vergangenheit bis hin zum Zweiten Weltkrieg.

© Sina Frambach
Im Vorwort schreiben die Autoren, dass in dem Buch Wahrheiten verarbeitet sind und googelt man nach "Alatsee" bekommt man so einige Verschwörungstheorien vorgeworfen. Für mich immer wieder interessant, weil ich wahre Begebenheiten in einem Roman gerne weiterverfolge und mir so weiteres Hintergrundwissen aneignen kann.

Die Autoren haben sich nun von den Gerüchten rund um den See inspirieren lassen und einen weiteren Allgäu-Krimi mit Kommissar Kluftinger geschaffen. Der schrullige Kommissar hat wieder seine ganz eigene Methode, um den Fall zu knacken. Diesmal bekommt er Hilfe von einer ebenso schrulligen Kommissarin namens Friedel Marx. Die zigarillorauchende Frau, die eher ein Mann hätte abgeben sollen, ist Kluftinger zwar keine sehr große Hilfe - meint er zumindest -, doch schleicht sie sich schon ein bisschen mit ihrer nicht normalen Art in sein Herz.

Auch dem Charme Yumikos, einer junge Japanerin, die zusammen mit Kluftingers Sohn Markus den heimischen Frieden auf den Kopf stellt, kann sich Kluftinger nicht entziehen. 

Und so ergibt sich wieder eine Geschichte der anderen Art.

© Sina Frambach
Auf der einen Seite steht natürlich das Ernste, der Fall des verletzten Tauchers. Auf der anderen die heitere Version des Privatlebens des Kommissars.
Beides bringt Kluftinger eigentlich in guten Einklang, muss aber wieder so einiges einstecken, beruflich wie privat.

Dies führt zu einer gelungenen Mischung aus Komödie und Krimi und lässt einem gebannt weiterlesen. 
Aber auch Kluftingers Kollegen kommen nicht zu kurz und arbeiten kräftig mit. Ebenso die Familie, die immer für einen Lacher gut ist.

Fazit:
Das Allgäu, ein ungelöster Fall und Kommissar Kluftinger in seinem Element. Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Piper
erschienen: 2008
Format: Taschenbuch
Printseiten: 352 
ISBN: 978-3-492-25094-8

Donnerstag, 12. Juli 2018

Rezension // Volker Klüpfel + Michael Kobr - Kluftinger: Erntedank (2) von SINA

© Sina Frambach
Hauptkommissar Kluftinger hat es diesmal mit einem Serienmörder zu tun. Lag auf der ersten entdeckten Leiche noch eine Krähe, wurde bei der zweiten eine rätselhafte Botschaft gefunden. Warum bedient sich der Mörder an der Allgäuer Sagenwelt? Was will er damit bezwecken? Kluftinger taucht ein in die Märchen des Allgäus und stößt dabei auf sehr interessante Dinge. 
Diesmal bekommt er tatkräftige Unterstützung von seinem Sohn Markus, der als Psychologie-Student einiges beisteuern kann.
Aber auch in Kluftingers Privatleben wird es nicht langweilig, vor allem, da er, Dank eines kaputten Wasserrohrs im Bad, gerade bei Dr. Langhammer Unterschlupf finden muss.

Kluftinger, die Zweite. Und ebenso charmant, chaotisch und witzig, wie der erste Teil. 

© Sina Frambach

Der Serienmörder hält Kluftinger auf Trab. Hat aber auch einen positiven Nebeneffekt. Denn der Kommissar kann sich näher mit seinem geliebten Allgäu beschäftigen, diesmal in märchenhafter Hinsicht. Viele Sagen und Legenden werden angesprochen und bringen einem das "alte Allgäu" noch etwas näher. 

Kluftingers Herangehensweise an den Fall ist ungewöhnlich. So sehr er auch darauf bedacht ist, dass alles harmonisch verläuft, so sehr kann er aber auch den Chef heraushängen lassen, wenn es nicht nach seiner Nase geht. 
Seine Kollegen kennen seine Art, doch bei den Zeugen und Tatverdächtigten führt dies eher zu Abneigungen. Aber trotzdem schafft er es immer wieder, das Ruder herumzureißen und die letzte Information aus einem herauszukitzeln.

Fettnäpfchen, die herumstehen, nimmt er regelmäßig mit. Ungeliebte Aufgaben schiebt er auf "ungeliebte" Kollegen ab. Zollt jedoch allem Respekt und lobt für getane Arbeit.

© Sina Frambach

Die Ausflüge ins Privatleben machen die Geschichte dann noch liebenswerter. Kluftingers Ehefrau Erika ist ganz in ihrem Element. Sie liebt ihren Mann, wäre jedoch froh, wenn ab und zu ein bisschen Abwechslung in ihr Eheleben eintreten würde. Andere Leidenschaften wie Hausmannskost oder jeden Abend vor dem Fernseher einschlafen, stattdessen Spieleabende oder mal ausländisches Essen probieren. Gut, dass da die Langhammers sind.
Schlecht, dass Kluftinger Langhammer nicht leiden kann. 

Doch wieder gut für uns, denn so kommt es zu Szenen, die einem zum Schmunzeln bringen. Man steht immer wieder auf der Seite Kluftingers, der mit seinem tollpatschigen, naiven und alteingesessenem Verhalten für viele Lacher sorgt.

Der Running Gag des nicht genannten Vornamens Kluftingers bleibt erhalten. Ich bin gespannt, wann sich dies auflöst.

Der Schreibstil des Autorenduos ist flüssig lesbar. Die Geschichte ist spannend, wird an den richtigen Stellen in Szene gesetzt und es kommen keine unnötigen Pausen auf.

Fazit:
Erntedank mal anders. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Piper
erschienen: 2006
Format: Taschenbuch
Seiten: 384
ISBN: 978-3-492-24511-1


Rezension // Volker Klüpfel + Michael Kobr - Kluftinger: Milchgeld (1) von SINA

© Sina Frambach

Kluftinger, Hauptkommissar bei der Polizei Kempten, liebt Kässpatzen, gutes Bier und ein ruhiges Leben. Dies wird jedoch jäh unterbrochen durch einen Toten in seinem Heimatort Altusried. 
Als Kluftinger an die Nachforschungen geht, stößt er auf ziemliche Ungereimtheiten. Dabei führt eine Spur zu einer bekannten Käsefirma im Allgäu. 
Gerade Käse, den Kluftinger ja so liebt. 
Und als wäre ein Toter nicht genug, fährt Kluftingers Ehefrau Erika auch noch ohne ihn nach Mallorca, weil der Fall es gerade nicht zulässt, dass Kluftinger in Urlaub geht. So muss sich Kluftinger auch noch um sich selbst kümmern. 

Die schrullige und verschrobene Art des Kommissars ist sehr liebenswert. Dabei gerät die Aufklärung des Falls fast in den Hintergrund. 
Mit außergewöhnlichen Handlungsweisen, ebenso verschrobenen Kollegen und einem Hang, in Fettnäpfchen zu treten, gibt Kluftinger einen sehr sympathischen Charakter ab. 
Das Allgäu wird mit sehr viel Liebe beschrieben, ebenso die Protagonisten. Das Autorenduo legt dabei sehr viel Herzblut in die Geschichte, was den Allgäu-Krimi zu etwas ganz besonderem macht.

Mit seinem ganz eigenen Charme nimmt Kluftinger einen besonderen Platz ein und schleicht sich in jedes Herz. Seine Kollegen Strobl, Hefele und Meier ebenfalls, aber auch die Ehefrau Erika, die ihren "Butzele" liebt und trotz seiner komischen Eigenarten zu ihm hält.

© Sina Frambach

Aber nicht nur mit dem Mordfall muss sich Kluftinger abmühen. Wenn er arbeitet, ist er ganz in seinem Element und geht auch sehr professionell zu Werk. Muss er jedoch mit seinen Mitmenschen persönlich agieren, fällt es ihm sehr schwer, sich "normal" zu benehmen. Er interpretiert so einiges falsch, liest Dinge heraus, die so nicht sind und wundert sich über manches Verhalten, weil er selbst so nie reagieren würde.

Gerade wenn er auf seinen "Feind" Dr. Langhammer trifft, wird es zum Schreien komisch. Dr. Langhammer ist Arzt und der Mann der besten Freundin von Erika, Kluftingers Ehefrau. Erika und Annegret fahren zusammen nach Mallorca, wobei Annegret kurzfristig an Kluftingers Stelle einspringt. Dabei nehmen die Frauen ihren Männern das Versprechen ab, sich zu treffen und gemeinsam zu kochen. 
Kluftinger, der lieber seine Ruhe haben will, würde dieses Versprechen gerne brechen, doch Langhammer, ein sehr alternativ und sportlich lebender Mann, sieht darin die Chance, das Verhältnis zu Kluftinger zu verbessern. 
So stoßen ein mürrischer Kluftinger und ein aufgedrehter Langhammer aufeinander und es kommt zu Szenen, die besser nicht sein könnten. 

© Sina Frambach

Es macht sehr viel Spaß, Kluftinger auf seinem Weg der Recherche zu begleiten. Aber auch die private Seite hat ihren Reiz. 

Ein Running Gag: Kluftingers Vorname wird nie genannt, was sich auch durch die weiteren Bände zieht und - glaube ich - auch erst im zehnten Band aufgelöst wird. 

Fazit:
Ein Allgäu-Krimi mit viel Herz, Charme und vielen Fettnäpfchen. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Piper
erschienen: 2005
Format: Taschenbuch
Printseiten: 320
ISBN: 978-3-492-24216-5

Rezension // Markus Heitz - Die dunkle Zeit: Die Quellen des Bösen (6) von SINA


© Sina Frambach
Govan, der nunmehrige Herrscher über das Land Tarpol, baut seine Macht weiter aus. Er erobert und zerstört. Zusammen mit seiner Schwester Zvatochna möchte er die uneingeschränkte Herrschaft über den ganzen Kontinent Ulldart 
Doch Rebellenzellen auf dem ganzen Kontinent verteilt, schießen sich zusammen, um das Land zu befreien. Ein Gerücht hält sich dabei hartnäckig und gibt allen Hoffnung, auf ein gutes Ende. Doch kann es wirklich sein, dass Lodrik, der ehemalige Kabcar, gar nicht tot ist? 

Der Abschluss der Ulldart-Reihe "Die dunkle Zeit" hat mich nochmals fesseln können. Der Autor legt ein gutes Tempo vor und bringt viele Höhepunkte ein. Man merkt gar nicht, dass das Buch über 800 Seiten hat. Die Spannung wird durchweg gehalten und alle angefangenen Stränge werden zu einem Abschluss geführt. Die Geschichte fliegt förmlich an einem vorbei und zieht einem in den Bann.

© Sina Frambach

Wir stoßen auf alte Bekannte, auf neue Weggefährten und auf unbekanntes Terrain. Und doch ist alles vertraut. Die Wege kreuzen sich, man gründet eine Rebellenallianz und kämpft gemeinsam gegen den Feind. Längst aufgegebene Charaktere rücken sich ins rechte Licht, kleinere Nebenrollen werden zu den wichtigsten Personen. 

Keine Fragen bleiben offen, Alls wird aufgeklärt, teilweise mit überraschenden Szenen. 

Gerade gegen Ende hatte ich mehrfach Tränen in den Augen, weil sich vieles genau so ereignet hat, wie ich es mir wünschte. Der Abschied von liebgewonnenen Figuren fiel mir nicht leicht. Und teilweise waren es auch nicht nur die Guten, bei denen es weh tat. 

Alle Charaktere übernehmen einen wichtigen Teil in der Geschichte, auch wenn dieser Charakter am Anfang noch so unwichtig erschien. So ergibt sich ein schlagkräftiges und cleveres Team. Jeder hat seine Aufgaben, jeder tut das, was er am besten kann.

Das Klischee "Gut gegen Böse" wird hier voll ausgereizt. Dabei droht alles jedoch nicht ins Kitschige zu fallen, da zwischendrin doch wieder Dinge passieren, die nicht vorhersehbar waren. Der rode Faden, der im ersten Teil seinen Anfang hat, wird kontinuierlich durch die Reihe verfolgt und hält bis in den letzten Teil.
Eine Eigenschaft, die nicht jedem Autor immer gelingt und einem umso froher macht, wenn man eine Reihe abschließt.

© Sina Frambach

Der Humor kommt wieder nicht zu kurz. Gerade in den Szenen mit König Perdor und dessen Hofnarr Fiorell. Dies lockerte auch alles etwas auf und man hatte eine kleine Verschnaufpause.

Zum Glück erwarten mich noch weitere Reihen des Autors, denen ich mich Vorfreude entgegenblicke.

Fazit:
Ein sehr gelungener Abschluss einer sehr gelungenen Reihe mit sehr gelungenen Protagonisten. Ich vergebe 9 von 10 Punkten. 

Verlag: Piper
erschienen: 2010
Format: ebook
Printseiten: 832
ISBN: 978-3-492-95054-1


Rezension // Christine Feret-Fleury - Das Mädchen, das in der Metro las von SINA

© Sina Frambach

Juliette fährt jeden Tag mit der Metro zu ihrer langweiligen Arbeit in einem Immobilienbüro. Dabei trifft sie auf die unterschiedlichsten Personen und beobachtet diese während der Fahrt. Besonders angetan haben es ihr diejenigen, die lesen. 
Als sie eines Tages zwei Stationen früher als gewohnt aussteigt, trifft sie auf Zaïde, ein junges Mädchen, dass sie sogleich mit in den "Buchladen" ihres Vaters Soliman nimmt. 
Soliman ist kein normaler Buchhändler. Denn er gibt seine Bücher an sogenannten Kuriere aus, die die Bücher an die Personen weitergeben sollen, die für die Bücher bestimmt sind. Juliette ist gleich gefangen von der Atmosphäre und findet Soliman und seine Tochter sympathisch. So lässt sie sich gleich darauf ein, als Soliman fragt, ob Juliette eine zeitlang auf den Laden und auf Zaïde aufpassen kann, da er für einige Zeit fort müsse. 
Juliette willigt ein, nichtsahnend, dass sich damit ihr ganzes Leben verändert.

Dieses kleine Büchlein hat mich sehr ratlos zurückgelassen. Leider konnte ich die Botschaft, die es vermitteln soll, nicht richtig nachvollziehen bzw. die Botschaft hat mich nicht so erreicht, wie es wohl von der Autorin gewünscht war.

© Sina Frambach
Einen richtigen roten Faden, dem man folgen kann, gibt es meiner Meinung nach nicht. Irgendwie ist die Geschichte eine lange Einleitung zu der eigentlichen Geschichte, die aber nicht folgt. Denn am Ende geht es erst richtig los und es bleibt der Phantasie des Lesers überlassen, wie wohl alles weitergehen könnte.

Juliette ist eine junge Frau, die mit ihrem Leben nicht zufrieden ist, aber nichts ändert, weil alles irgendwie so "eingefahren" wirkt. Ihre Wohnung gefällt ihr nicht, ihr Job ist mittelmäßig und das Leben eintönig. Doch ändern tut sich nichts. Bis Juliette auf Zaïde trifft. Ab da ist nichts mehr, wie es ist. Juliette fängt an, nachzudenken und geht Risiken ein, die sie vorher nicht mal im Traum in Betracht gezogen hätte. 

Immer wieder geht es um Bücher und Vergleiche, die mit den Geschichten gezogen werden. Soliman ist es, der Juliettes Inneres berührt und ihr eine neue Sichtweise vermittelt. Bis das Schicksal zuschlägt und alle Beteiligten plötzlich ein neues Leben planen müssen.

Eigentlich könnte diese Idee so wunderbar umgesetzt werden, doch die Autorin hat einen Weg eingeschlagen, der für mich nicht nachvollziehbar war.

© Sina Frambach
Ich muss auch noch anmerken, dass die Titelwahl des Buches nicht sehr glücklich gewählt ist. Denn Juliette liest so gut wie nicht in der Metro. Sie beobachtet die Leute, die lesen und stellt sich dabei vor, wer diese Personen wohl sind und warum sie gerade das Buch lesen, das sie gerade lesen. 

Die Autorin legt keinen großen Wert auf Tempo. Es vergehen zwar immer wieder Abschnitte von mehreren Wochen, doch werden diese nicht groß erklärt und in der nächsten Szene geht es weiter, als ob kein großer Zeitraum dazwischen liegen würde. 
Leise Töne werden angeschlagen und man taucht oft in die Gefühlswelt Juliettes hinab. Und doch konnte ich nicht wirklich einen Zugang zu Juliette finden.

Hinzu kommt, dass das Buch nur 176 Seiten lang ist und einem auch nicht sehr viel Zeit bleibt, alle richtig kennenzulernen, weswegen es auch wundert, dass die Autorin sich mit vielem so Zeit lässt. 

Am Ende findet Juliette ihren Weg, doch wäre es hochinteressant gewesen, zu wissen, wie es denn nun weitergeht und ob Juliette genau das findet, was sie sich wünscht und ob sie auch glücklich ist.

© Sina Frambach

Der Schreibstil ist wunderschön, doch bleiben die Figuren blass. Die Tiefe fehlt, auch wenn Gefühle beschrieben werden. Ich fand keinen Zugang zu den Charakteren. 

Weiter hätte mich auch interessiert, wie die anderen Charaktere zu dem wurden, was sie sind. Oder wie Zaïdes weiteres Leben wohl aussieht. Dies hätte vielleicht kurz angerissen werden können. 

Es bleiben viele Fragen offen und somit ließ mich das Buch, trotz des interessanten Ansatzes und des Themas, sehr unzufrieden zurück.

Fazit:
Wunderschöner Anfang, kurze Abhandlung, unzufriedenes Ende. Ich vergebe 4 von 10 Punkten.

Verlag: Dumont
erschienen: 2017
Format: Hardcover
Printseiten: 176
ISBN: 978-3-8321-9886-2

Mittwoch, 11. Juli 2018

Rezension // Layla Hagen - Diamonds For Love: Entflammte Sehnsucht von SONJA


© Sonja Kochmann

Die Bennetts: eine Großfamilie mit interessanten, liebenswerten und vielseitigen Mitgliedern. Für zwei Familienmitglieder (Sebastian und Ava in "Voller Hingabe" und Logan und Nadine in "Verlockende Nähe") konnte schon Liebes technisch weitergeholfen werden.

Nun ist Pippa an der Reihe. Bislang gerne die Kupplerin vom Dienst, nun Opfer ihres Bruders Max und ihren Schwestern Alice und Summer. Auch die neuen Partnerinnen Nadine und Ava beteiligen sich an der Kuppelaktion, denn Pippa ist nach einem Rosenkrieg ein gebranntes Kind. Sie arbeitet lieber an den Schmuckentwürfen der Firma und verkriecht sich zu Hause mit Liebesromanen, TV Serien und Keksen.
Als Max jedoch seinen ehemaligen Studienkollegen und CEO der Firma "Callahan Finest" Eric Callahan Pippa vorstellt, knistert es gewaltig. Dabei hat auch dieser smarte Witwer aufgrund des Unfalltodes seiner Frau der Liebe zugunsten seiner kleinen Tochter Julie abgeschworen.

Pippa ist eine sympathische Protagonistein, die aufgrund ihrer Laster, Zucker und Koffein, "eine von uns" sein könnte. Aufgrund des gebrochenen Herzens hat sie "Staub unter der Gürtellinie" angesetzt. Eine lustige und bildliche Formulierung, die einige Dialoge aufpeppt.

Gerade die Dialoge möchte ich beim Schreibstil von Layla Hagen besonders loben: abwechslungsreich, peppig und spritzig im Stile von Sex and the City.

Eric dagegen ist als allein erziehender Vater stets bemüht, den Wünschen seiner Tochter gerecht zu werden, was bei der einsetzenden Pubertät mit den damit verbundenen"Mädchenwünschen" einen echten Kerl ordentlich ins Schwitzen bringt.

Mit Glitter, Charme und knisternder Anziehungskraft treffen diese drei aufeinander. Können diese zusammenfinden und die Schatten der Vergangenheit los werden? Das müsst ihr selber lesen. Denn die Entwicklung der drei und auch die Familiendynamik der Bennetts ist einzigartig.

Ich bin ganz angetan von den Bennetts und freue mich auf die Folgebände. Volle Punktzahl für die menschliche Sahneschnitte, explodierende Eierstöcke, kindlichen Charme, Cupcakes, Koffein, prickelnde Erotik und ein paar Überraschungen.

Verlag: Piper
erschienen: 2018
Seiten: 336
ISBN: 978-3492313278


© Sonja Kochmann

Montag, 9. Juli 2018

Rezension // Cherrie Lynn - Raw Need: Gegen den Verstand von SONJA

© Sonja Kochmann


Weiter geht es mit der Larson-Brother Reihe: Nachdem Mike und Savannah trotz des Todes von Savannahs Broder Tommy zueinander finden konnten, geht es nun um Tommys schwangere Witwe Rowan und Mikes Bruder Zane.

An dieser Stelle möchte ich auf zwei Dinge hinweisen:

1) Das Buch "Raw Deal" ist zwingend notwendig, um zu verstehen, was bisher geschah!
2) Dieses Buch ist nichts für schwangere Leserinnen. Denn im Verlauf der Handlung tauchen Komplikationen auf, die sehr genau dem sogenannten HELLP-Syndrom entsprechen. Ich habe dies leider am eigenen Leibe erfahren und da mich diese Passagen sehr an meine eigene Schwangerschaft erinnert haben, musste ich zwischendurch pausieren, da es sehr bildlich meine Erlebnisse zurückbrachte. Gut recherchiert. Oder etwa auch eigene Erfahrungen der Autorin?

Rowans Leben ist durch viele Verluste geprägt! Bereits beim Tod der Eltern griff sie auf Musik von Zanes Band "August on Fire" zurück. Musik als Balsam für die Seele.
Um Rowan abzulenken, darf sie ein Konzert der Band besuchen und findet in Zane viel mehr als einen Rockstar. Durch Telefonate und Musik findet er den richtigen Ton, um die Trauer aus Rowans Herzen zu vertreiben, während ihre Schwiegermutter Regina lauter Ansprüche und Erwartungen an sie stellt, die sie kaum erfüllen kann.

Sie lernt allerdings auch die Schattenseiten des Rock 'n' Rolls und Zanes dunkle Seite kennen. Kann Sie damit fertig werden? Ist sie trotz ihrer Schwangerschaft begehrenswert für Zane? Kann ihre Umgebung akzeptieren, dass sie wieder von einem Mann geliebt werden will?

Keine leichten Themen, die Cherrie Lynn mit diesem Buch anspricht. Zwei Protagonisten, die wahre Kämpfer sind und von mir volle Punktzahl verliehen bekommen.

Des weiteren hoffe ich auf "Raw Heat" mit dem dritten Larson Bruder Damien, über den man schon ein bisschen erfuhr. Bislang konnte ich hierzu allerdings noch kein Veröffentlichungsdatum bei Lyx finden.



Verlag: Lyx digital
erschienen: 2018
Seiten: 386
ASIN: B07CRNYSWC

Rezension // April Dawson - Royal Temptation von SONJA



© Sonja Kochmann


Nach "Royal Wedding" geht es nun mit "Royal Temptation" weiter mit den Aristokraten von Galen.

Im Vorband haben sich Prinz Philip und Jenna ja gefunden. Da die Leser bereits in diesem Band auch Kylie Jennas beste Freundin und Niall, den Bodyguard von Philip kennengelernt haben, empfehle ich die richtige Reihenfolge einzuhalten.

Das Buch "Royal Temptation" ist allerdings so geschrieben, dass man problemlos in die Handlung hineinfindet ohne den Vorband zu kennen. Man hat dadurch bloß nicht den Effekt des Wiedersehens von lieb gewonnenen Charakteren. Vom Schreibstil ist dies nämlich April Dawson hervorragend gelungen und ich liebe solche Bücher, in denen sich eins zum anderen fügt.

Kylie Blair-Woodward ist als Tochter eines Lords von Galen ihr ganzes Leben darauf gedrillt worden, sich stilsicher zwischen den Adeligen zu bewegen und irgendwann auch einen passenden Ehemann zu finden. Sie trat die Flucht nach New York an, aber durch die Verkettung der Umstände aus dem Vorband (Jennas und Philips Liebesglück) ist die Nähe zum Königshaus und die Hoffnung der penetranten Mutter auf eine standesgemäße Heirat wieder näher gerückt.

Die Autorin hat hier eine Vielzahl an Charakteren geschaffen, die die Handlung vielseitig bereichern und voranbringen. Aus einem One-Night-Stand wird viel mehr. Denn ohne zu spoilern, darf verraten werden, dass Kylie ein Kind von Niall erwartet.

Es kommt die Frage auf, ob sie das Baby überhaupt behalten will. Denn Niall ist alles andere als standesgemäß. Wie wird man zur Mutter? Ist es nur der Schwangerschaftstest? Oder vielleicht der erste Herzschlag?

Kylie ist überfordert. Aber ihre Freundinnen sind in diesem Chaos für sie da. Ein interessanter Konflikt für die toughe moderne Frau, die immer noch mit antiquierten Wertvorstellungen zu kämpfen hat.

Niall dagegen lebt für seinen Job als Bodyguard. An eine eigene Familie hat er bis auf seine Halbgeschwister noch nie gedacht. Doch Kylie lässt ihn schwach werden und umdenken. Für beide Protagonisten eine echte Herausforderung zum Glück. Ich vergebe 9 von 10 Punkte.

Ich hoffe auf weitere Bücher über die Adeligen von Galen, denn Kylie hat noch zwei Schwestern, Charlotte und Faye und Niall die besagten Halbgeschwister. Also rann an die Tasten, April Dawson!



Verlag: Lyx digital
erschienen: 2018
Seiten: 274
ISBN: 978-3736308176

Mittwoch, 4. Juli 2018

Rezension // Sarah Morgan - Verliebt bis in die Fingerspitzen von SONJA



© Sonja Kochmann

New York, New York. Die Autorin Sarah Morgang führt uns wieder nach Manhattan. Bereits in den Vorbänden, die man alle losgelöst voneinander lesen könnte, haben wir die Mädels von Urban Genie (Band 1 bis 3) und Daniel, den Bruder der Gassi-Service-Schwestern The Bark Rangers kennengelernt.

Und weil es nun natürlich mit einer Schwester (Fliss) weitergeht und wir schon im Vorband vom nahenden Liebesdrama ahnten, empfehle ich (1) Schlaflos in Manhattan, 2) Ein Sommergarten in Manhattan 3) Lichterzauber in Manhattan, 4) Verliebt bis über beide Herzen) in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Fliss hat Angst. Sie hat eine Vergangenheit, die sie und ihre Geschwister geprägt haben. Sie scheinen beziehungsunfähig. Daniel konnte dies mit Hilfe von zwei Hunden und Molly überwinden, doch Fliss setzt zur Flucht nach vorn an, als Ihr Exmann Seth anfängt, in der Tierarztpraxis in Manhattan zu arbeiten: Dann doch lieber ein Sommer in den Hamptons bei ihrer Großmutter als ungeduldige Pflegekraft. Sie selbst sieht sich als "der böse Zwilling", der zu nichts Nutze ist. So gibt es dann auch ein paar lustige Verwicklungen als Fliss Kekse backen soll.....

Aber es kommt, wie es kommen muss: auch Seth verschlägt es in die Hamptons. Da sie sich selbst kein Selbstbewusstsein und den nötigen Mut zu gesteht, gibt sie sich als ihre Zwillingsschwester aus. Ob das gut gehen kann?

Die Autorin hat mit ihrem charmanten Schreibstil wieder ein tolles Sommerbuch abgeliefert. Ein Sommer am Strand und sympathische Protagonisten, die ein bisschen Hilfe in Liebesdingen benötigen, um zueinander bzw. zu sich selbst zu finden.

Denn die Vergangenheit lässt alle nicht los. Fliss hat immer unter dem Zorn des Vaters zu kämpfen gehabt. Doch sie erfährt, von seinen Beweggründen und muss lernen, sich zu akzeptieren und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Seth muss die Trauer über den Tod des Vaters überwinden. Gleichzeitig will er um Fliss kämpfen. Denn die einstige Jugendliebe ist viel mehr. Eine Geschichte mit ordentlich Potential zur Selbstfindung. Held und Heldin müssen sich zusammen tun.

Wer sich aus der Kurzgeschichte "Mitternacht in Manhattan", die vor den Romanen spielt, an die chaotische und liebenswerte Autorin Matilda erinnern mag, wird hier mit einem Wiedersehen belohnt. Ein Baby ist hier im Anmarsch, doch dessen Geburt hat es in sich und...nein, lest selbst. Volle Punktzahl und ich freue mich auf Band 6 mit der verbliebenen Schwester Harriet in "Verliebt für eine Weihnachtsnacht" Ende 2018.

Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2018
Seiten: 400
ISBN: 978-3956497858

Rezension // Anna Nigra - Cecilia: Wenn die Sterne Schleier tragen von SONJA


© Sonja Kochmann


Ich habe dieses Buch bei vorablesen gewonnen und dieses ebook (das natürlich auch in Papierform erhältlich ist) mit royalem Flair hat mich wirklich begeistert.

Der Schreibstil von Anna Nigra lässt sich leicht und locker lesen und bis auf die "fiesen Protagonisten" habe ich mich schnell mit den sympathischen Figuren des Buches angefreundet.

Bereits im Prolog stellt sich die Frage, wem wurde hier der Kopf verdreht. Wer hat sich hier verliebt? 

Denn auf den nächsten Seiten erfahren wir, dass Cecilia Prinz Noran von Europa aus politischen Gründen heiraten soll. Welche? Man dürfte gespannt sein, denn das scheint trotz der Verbundenheit der Väter erst einmal ungeklärt. 
Interessant scheint auch ein angeführter Konflikt mit Amerika zu sein, denn der Leser erfährt von einem Krieg, der die Regierungen der Länder veränderte. Ein royales Jugendbuch mit Dystopie! 

Das gelbe Cover zielt auf das Familienwappen der Königsfamilie ab und Cecilia muss ihre eigenen Wünsche bereits recht früh bei der Kleiderwahl zurückstellen. Denn als zukünftige Königin soll auch die Kleidung zur Etikette und zum erwarteten Gesamtbild passen. Das Gesamtbild: Kleider, hohe Schuhe, Jungfräulichkeit und Anstand antiquiert oder angepasst ?!

Die Presse und auch das Volk reagieren ähnlich, wie wir es vor Kurzem bei Prinz Harry und Meghan im TV gesehen haben. Wer also gern royale Geschichten liest, ist hier genau richtig.

Doch die aufkeimende zarte Liebe umfasst nicht nur Cecilia und Noran. Denn Cecilia kann sich hervorragend mit dem jüngeren Bruder Prinz Elias fetzen. Und auf diesen smarten Wildfang hat Cecilias Schwester Marissa ein Auge geworfen.....Eins ist klar; die unbeschwerte Zeit ist vorbei. 

Im Palast gibt es natürlich auch Intrigen und dann...hat das Buch einen bombastischen Cliffhanger und der angefixte Leser muss noch einige Monate bis zum nächsten Band warten. Dennoch vergebe ich volle Punktzahl und hoffe auf baldige Veröffentlichung des Folgebands. Den Verlag und die Autorin habe ich neu entdeckt und werde ich unbedingt im Auge behalten.


Verlag: A TREE AND A VALLEY
erschienen: 2018
Seiten: 399
ISBN: 978-3947357062


Mittwoch, 27. Juni 2018

Rezension // Mona Kasten - Save You von SONJA


© Sonja Kochmann

Mona Kasten hat uns Leser ja mit "Save me" einen gemeinen Cliffhanger hinterlassen. An dieser Stelle empfehle ich unbedingt den Vorband zu lesen, da man in diesem Band die einzelnen Protagonisten und Beweggründe erfährt.

Ruby hat es aufgrund der Ereignisse des Vorbandes wahrlich den Boden unter den Füssen weggerissen. Sie ist zutiefst enttäuscht und verkriecht sich in ihrem Zimmer, obwohl sie doch eigentlich einen sehr guten Abschluss in Maxton Hall erzielen will, damit sie sich ihren großen Traum erfüllen kann: ein Studium in Oxford.

Während Ruby an einem gebrochenen Herz leidet, haben auch die anderen so ihre Sorgen: James und Lydia betrauern den Tod der Mutter, James muss in der Firma einen Platz einnehmen und Lydias Schwangerschaft schreitet voran. Aber auch Lin, Ember, Cyril, Alistair und Wren werden mit einigen Problemen konfrontiert.

Es scheint, als ob das letzte Schuljahr nicht problemlos ablaufen wird. Mona Kasten ist es durch die Vielfalt der aufkommenden Probleme gelungen, einen spannenden zweiten Band einer Trilogie abzuliefern.

Ruby und James lieben einander. Es ist klar, dass die Reihe nicht durch die dramatischen Vorfälle und die Trennung beendet ist. James gibt nicht auf und versucht, geschickt wieder einen Platz in Rubys Leben einzunehmen. Hat er Erfolg? Lest selbst. Eine gelungene und schön beschriebene Taktik dieses Herzensbrechers.

Bei den detaillierten geschilderten Problemen zu einer Schwangerschaft und den Gerüchten im Netz habe ich mich allerdings als Leser gefragt, ob die Autorin inzwischen an einem "privaten" Projekt arbeitet und u. U. ihre eigenen Erfahrungen niedergeschrieben hat. Wer weiß? Wir werden es bestimmt erfahren.

Interessant fand ich auch die Trends wie Bullet Journal schreiben und ASMR-Videos zur Entspannung schauen. Von dem letzten Trend hatte ich persönlich noch nie etwas gehört und habe mir dann gleich einmal ein paar im Netz angeschaut.

Bei all den Problemen scheint der Zusammenhalt durch Familie und Freunde der Schlüsselpunkt zu sein. Während Rubys Familie idyllisch Gesellschaftsspiele spielt und füreinander da ist, sieht es bei den Beauforts wesentlich herzloser aus, obwohl hier aufgrund der guten finanziellen Lage die Sorgen weniger existenziell sein dürften. Ein krasser Gegensatz, der aufzeigt, dass Geld allein nicht glücklich macht.

Werden Ruby und James wieder eine Grundlage für ihre Partnerschaft finden? Wie kam es überhaupt zu den neuen Problemen? Kann Lydia offen zu ihrer Schwangerschaft stehen? Wird Rubys kleine Schwester mit ihrem Blog "Bellbird" Erfolg haben und wird sie einen Fehler bezüglich eines Jungen machen?

Fragen über Fragen und ein weiterer fieser Cliffhanger. Ich vergebe volle Punktzahl.


Verlag: Lyx
erschienen: 2018
Seiten: 384
ISBN: 978-3736306240

Rezension // Lucy Score - Mr. Fixer Upper: Bauplan für die Liebe von SONJA



© Sonja Kochmann
"Kings of Destruction" so heißt eine beliebte Heimwerkersendung im TV. Gannon und Cat King werkeln an Häusern herum und überraschen die Besitzer mit einen renovierten Haus.

Ein Format, das sowohl im amerikanischen als auch deutschen Fernsehprogramm bekannt sein dürfte. Die Besonderheit: der Handwerker Gannon ist sexy hoch drei und treibt seine Aufnahmeleiterin Paige regelrecht in den Wahnsinn. Die Produzenten sehen den Funkenflug und wittern eine weitere PR Möglichkeit: Gegen ihren Willen muss Paige nun vor die Kamera und von da ab geht es drunter und drüber.

Mir hat die Geschichte drum herum hier sehr gut gefallen: quasi tool time und Co in sexy. Ich hatte die einzelnen Häuser und das Gewusel der Crew regelrecht vor dem geistigen Auge. Die Freude beim Eintreffen der Handwerker und die persönlichen Schicksale der ausgewählten Familien für das Reality Format hat die Autorin glaubhaft geschildert. Vermutlich hat sie auch das ein oder andere Stündchen vorm Fernseher verbracht und hat beim Zerstören und Wiederaufbauen zugeschaut.

Die Dialoge von Paige und Gannon sind wirklich gelungen und man ahnt, dass beide einfach zusammen gehören. 

Das Dilemma von Paige, dennoch ihre Glaubwürdigkeit im Job zu behalten, wenn man sich indirekt auf seinen Boss oder Star der Sendung einlässt, bringt ernstere Töne in diesen erotischen Liebesroman. Die Autorin hat sich übrigens auch bewusst hierfür entschieden, wie man im Nachwort erfährt.

Dies ist mein erstes Buch von Lucy Score gewesen, aber sollten weitere übersetzt werden, worum ich den Verlag an dieser Stelle bitte, werde ich wieder zu schlagen: volle Punktzahl.

Verlag: forever
erschienen:
Seiten: 408
ISBN: 978-3958189676

Rezension // Ransom Riggs - Die Legenden der besonderen Kinder von SONJA


© Sonja Kochmann

Ransom Riggs hat es geschafft, mit seiner Reihe über die besonderen Kinder, die Erwachsen zurück in die Welt der Geschichten zu holen. Denn welche Attraktionen und welche, der erzählten Geschichten sind wahr und welche erfunden? Weilen Besondere unter uns? Die Buchreihe und auch die Verfilmung hat mich bereits in seinen Bann gezogen. 

Nun kommt dieses besondere Büchlein in seiner besonders schönen Aufmachung daher. Edel, golden und mit einem besonderen Einband erinnert es mich an die Märchenbücher von früher.

Die Sammlung wurde inoffiziell von Millard Nullings zusammengestellt, der uns als Autor der besonderen Chronologie der Zeitschleife von Mrs. Peregrine bekannt ist.

Wer bislang noch nicht in die Welt der Besonderen hineingeschnuppert hat, der dürfte mit diesem Buch einen gelungenen Einstieg in diese faszinierende Welt finden. 

Hier erfährt man vom Entstehen der ersten Zeitschleife und der Not der Besonderen zusammen mit normalen Menschen zu leben. Akzeptanz des anderen spielt eine große Rolle. Ein Thema, dass durchaus auf die heutige Zeit anzuwenden ist. Daher gleichen die Geschichten den Fabeln und Märchen aus meiner Kindheit. Ein Körnchen Wahrheit oder eine versteckte Botschaft ist immer enthalten.

Nicht nur das Äußere des Buches oder die Legenden an sich sind besonders erwähnenswert: auch die Zeichnungen zu jeder Geschichte sind besonders gelungen. Man freut sich regelrecht auf den Beginn einer neuen Geschichte, um zu sehen, welche Zeichnung Andrew Davidson hierfür vorgesehen hat. Und nun ein letztes Mal: für dieses besondere Büchlein vergebe ich 8 von 10 Punkten!

© Sonja Kochmann

Verlag: Knaur HC
erschienen: 2018
Seiten: 208
ISBN: 978-3426226568