Samstag, 6. Januar 2018

Rezension // Mila Roth - Spionin wider Willen: Man trifft sich stets zweimal (11) von SINA


Janna Berg und Markus Neumann sind uns ja mittlerweile altbekannt. Und so freut es mich nun besonders, den ersten Teil des Staffelfinales, der mit einem bitterbösen Cliffhanger aufwartet, vorstellen zu dürfen. Und wer den elften Teil der Reihe gelesen hat, muss sich nun - wie ich - bis März 2018 gedulden, denn dann erscheint der zweite und gleichzeitig letzte Teil der ersten Staffel. 

Wir befinden uns wieder in Bonn und starten mit Janna in einen neuen, aufregenden Abschnitt ihres Lebens.
Sie arbeitet in Kürze vollständig für das Institut und ist Markus dann als feste Partnerin zugewiesen. Gemeinsam mit ihm soll sie eine neue Abteilung aufbauen und ein Team leiten. Mit der ihr natürlichen Nervosität macht sich Janna daran, ihren alten Job abzuschließen und sich der neuen Aufgabe ordnungsgemäß zu widmen. 

Dass sie nun mehr Zeit mit Markus verbringt, ist ihr bewusst und auch ein willkommener Nebeneffekt, doch möchte sie professionell wirken und blendet ihre Gefühle aus, um keine Fehler zu machen.
Markus dagegen ist seine Verwirrung anzumerken. Ihm machen verschiedene Dinge zu schaffen: die Gefühle für Janna, obwohl er keine zulassen möchte. Die Aussicht, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, obwohl er eher ein Einzelgänger ist. Und eine geflohene Insassin aus dem Gefängnis, mit der Janna und Markus schon in einem früheren Fall zu tun hatten. 

Und prompt sind wir mitten in einem Fall, der nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf.
Es geht um geheime Pläne des Militärs, Spionagearbeit deluxe und Bewältigen der Vergangenheit, wobei Markus und Janna merken, dass ihre Begegnung eigentlich kein Zufall ist, sondern vom Schicksal beflügelt.

Die Autorin legt ein gutes Tempo vor, denn es geschieht so einiges, nicht nur auf den Fall gemünzt. Es gibt eine Szene, die mir Gänsehaut bescherte, weil Janna und Markus einen Moment trauter Zweisamkeit genießen und auf ein prägendes Ereignis aus der Vergangenheit stoßen. Dieser Moment wirkte auf mich sehr intim, obwohl keinerlei Zärtlichkeiten körperlicher Natur ausgetauscht wurden. Diese Szene hat einen Knackpunkt ausgelöst und mir gezeigt, dass Markus und Janna sich sehr weiterentwickelt haben. Ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden, dass beide wirklich nur gute Freunde bleiben würden, doch hier gibt es Gemeinsamkeiten, die beide nochmals über alles nachdenken lassen könnte. Vielleicht war dies der entscheidende Ruck, den beide gebraucht haben. Aber wie ich die Autorin kenne, wirft sie alles wieder über den Haufen und überrascht uns mit einer gekonnten Finte. 

Denn erreicht man das Ende des Buches, kann man sich gar nichts mehr sicher sein. Die Autorin hatte gewarnt, dass man nach Lesen dieses Teils das Lied "Shiny happy people" von R.E.M. nicht mehr hören kann, ohne an ihr Buch zu denken. Dies hat sie mit Bravour geschafft, denn die abschließende Szene hat mir die Tränen in die Augen getrieben. Diese Szene hat mich unsagbar traurig gemacht, mir aber gleichzeitig auch ein Stück Hoffnung gegeben. Insoweit muss ich mich jedoch noch bis März 2018 gedulden, wenn der nächste Teil erscheint.

Der flüssige und packende Schreibstil der Autorin ließ mich durch das Buch fliegen und bescherte wieder einige Einblicke in Jannas Familienleben. Kurze Momente des Glücks, des Loslassens und der Zufriedenheit. Ein harter Gegensatz zu den Abläufen im Institut. Auf der einen Seite das sorglose Genießen des Lebens, auf der anderen der harte Blick auf die Realität.
Janna steht zwischen zwei Stühlen, aber sie merkt, dass sie auch im Institut angekommen ist und respektiert wird. 
Der Spagat zwischen Familie und Geheimdienst wird von ihr bislang sehr gut gemeistert.

Fazit:
Spannend, packend und mit bösen Überraschungen gespickt. Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2017
Format: ebook
Printseiten: 196
ISBN: 978-3-96134-050-7