Sonntag, 25. Februar 2018

Rezension // Rainbow Rowell - Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow von SINA

© Sina Frambach

Simon Snow, auszubildender Magier im letzten Jahr im Internat Watford, hat schon so einiges erlebt. Jahr um Jahr muss er gegen den Schatten kämpfen, der es auf ihn abgesehen hat. Zusammen mit seiner besten Freundin Penny, seinem Zimmergenossen Baz und seiner Freundin Agatha hat er schon einige Abenteuer erlebt. Dabei mag er Baz nicht mal, ist aber trotzdem froh, dass er immer zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Obwohl Simon den Verdacht hat, das Baz derjenige ist, der ihn eigentlich töten will und mit dem Schatten zusammenarbeitet.
Als die Chance besteht, den Mörder von Baz Mutter auf die Schliche zu kommen, tut sich das ungewöhnliche Quartett wieder zusammen und kommen dabei Dingen auf die Spur, die allesamt ordentlich aus der Bahn werfen. 

© Sina Frambach

Dieses Buch ist eigentlich entstanden, nachdem die Autorin zu ihrem Buch "Fangirl" die Idee entwickelte, dem Charakter, den die Protagonistin in "Fangirl" so verehrt, ein eigenes Buch zu widmen. So entstand der Plot um "Simon Snow", einem eher mittelmäßigen Zauberer, dem jedoch prophezeit ist, der mächtigste Magier der Zauberwelt zu werden.
Hört sich ein bisschen nach Harry Potter an, will man meinen. Und tatsächlich, die ersten 150 Seiten ist es auch genauso. Es gibt eine Zaubererschule namens Watford, Simon ist ein Waisenkind, erst mit 11 Jahren hat er erfahren, dass er Zauberer ist, seine beste Freundin Penny ist Klassenbeste und es gibt einen Bösen, der Simon Jahr für Jahr gegen Ende des Schuljahrs töten will.

Es gibt noch mehrere Parallelen, doch dann kommt das Depressive der Geschichte zum Vorschein. Simon hat eine Freundin namens Agatha, die ihn aber gar nicht liebt, sein Zimmerkollege Baz ist ein Vampir und die beiden können sich nicht leiden. Simon ist ein lausiger Zauberer und vergeht eher in Selbstmitleid, als sich aufzuraffen und endlich etwas gegen all das zu tun. Das negative könnte ich ordentlich weiterführen, doch dann würde ich anfangen zu spoilern.

© Sina Frambach

Ich kam nicht umhin, mich zu fragen, was die Autorin uns eigentlich mit der Geschichte sagen will. Im Grunde ist es wirklich eine negativere Nacherzählung von Harry Potter. Doch dann tut sich plötzlich nach über der Hälfte des Buches eine Wendung. Es wird spannend, es wird interessant und ich hatte das Gefühl, endlich Zugang zu den Charakteren zu erhalten. Vor allem zu Baz. Denn Simon muss sich mit Baz zusammentun, um herauszufinden, warum Baz Mutter sterben musste. Und so ergibt sich eine widerwillige Zusammenarbeit, die sehr intensiv wird. 

Und dann ist da noch Penelope, Simons beste Freundin. Ein Mädchen, dass weiß, was sie will. Sie ist tough, frech, stur und verfolgt ihren Weg. Sie hat immer einen coolen Spruch auf Lager, weiß meist genau, was zu tun ist und ist für Simon einfach unentbehrlich. Die beiden können sich blind vertrauen und vor allem Penny ist es, die Simon immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt und ihm die Meinung geigt, wenn er mal wieder droht, abzudriften. Eine bessere Freundin könnte er sich gar nicht wünschen.
Sie reißt meiner Meinung nach die ersten Seiten des Buches so richtig raus, weil ich nicht wegen Simon an der Geschichte dran geblieben bin, sondern wegen Penny und kurz darauf auch wegen Baz.

© Sina Frambach

Es gibt einige Überraschungen und Wendungen, was dann aber wieder exakt zu der Geschichte passt. Das letzte Drittel war dann auch sehr aufregend und wurde persönlich, gerade für Simon, der endlich mal aktiver wurde und anfing, sich selbst zu finden.

Man kann eigentlich eher von dem Titel "Fall und Aufstieg des außerordentlichen Simon Snow" reden, denn erst fällt er und fängt dann an, wieder aufzusteigen. 

An sich fand ich die Idee dann doch wieder sehr gut, nur haben mir eben die Parallelen zu Harry Potter nicht so sehr gefallen. Ich glaube letztendlich, dass diese gerade zu Anfang beabsichtigt waren und sich erst am Ende deutliche Unterschiede herauskristallisieren.

Wenn man "Fangirl" von der Autorin gelesen hat, ist es fast Pflicht, sich auch Simon Snow zu widmen. Ich war dann letztendlich auch froh, das Buch gelesen zu haben, um so einen besseren Einblick in "Fangirl" zu erhalten. 

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Quelle: Hanser
Fazit:
Leider etwas zu Harry Potter-lastig und erst gegen Ende richtig packend. Von mir gibt es 5 von 10 Punkten.

Verlag: dtv
erschienen: 2017
Printseiten: 528
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-423-64032-9

© Sina Frambach