Donnerstag, 29. März 2018

Rezension // Vanessa Sangue - Cold Princess von SONJA



INHALT:
Saphira De Angelis ist Erbin einer der mächtigsten Mafiafamilien Italiens. Nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern und ihres Bruders, muss sie sich in einer Männerwelt voller Rache, Gewalt, Macht und Verbrechen behaupten. Gefühle bedeuten für sie Schwäche und daher will sie der Faszination und dem Reiz ihrem neusten Leibwächter Madox gegenüber eigentlich nicht nachgeben.....


FAZIT:
Bereits im Vorwort wird man von der Autorin gewarnt: Es wird düster, brutal und es gibt keinen Kuschelsex....dennoch reizte mich der Klappentext. Die Mafia! Endlich mal etwas neues in diesem Genre. Auch das Cover sprach mich sehr an.

Der Schreibstil der Autorin ist leicht und locker und aufgrund der Handlung um die Cosa Nostra auch sehr spannend. Der Leser wird mit den einzelnen Begriffen wie z.B. famiglia, soldato, capo, guardie etc. schnell vertraut gemacht. Diese sind in Kursivschrift hervorgehoben. Ob dies nun optisch unbedingt hätte sein müssen, ist wohl Geschmacksache.

Die Gefühle von Saphira und Madox sind von Anfang an eher unromantisch. Hier geht es um Begierde, Macht und SM Sex. Wer also eher die Kuschelromanze sucht, wird nicht unbedingt fündig. Ich fand es allerdings im Verhältnis zu der Mafiahandlung und der Vergangenheit der Protagonisten sehr gelungen.

Besonders hervorheben möchte ich die Eigenschaften von Saphira. Sie ist eiskalt, brutal und wenn sie es will, schweigen die Menschen um sie herum. Sie ist bereit, selbst zu töten. Daher zur Abwechselung hier mal kein kleines Frauchen, das gerettet oder ausgehalten werden muss. Sie ist im kleinen Schwarzen auf High Heels sicher mit Beretta und Messer! Ihre Regeln:

1) Zeige keine Gefühle.
2) Erlaube dir keinerlei Schwäche.
3) Töte alles, was eine Bedrohung darstellt.
4) Verliebe dich niemals.

Und Madox? Ein Mafiakiller. Ausgebildet von Kindesbeinen an und er hat ein düsteres Geheimnis.......

Achtung: Das Buch endet mit einem sehr fiesen und gemeinen Cliffhanger...und die Autorin ist im Nachwort auch noch stolz darauf. Also freut Euch gefälligst auf "Fire Queen"...im Juli 2018!

Ob Saphira und Madox bei all dem Blut und den Tränen eine Chance haben werden, wird sich zeigen: 9 von 10 Punkten!

Verlag: Lyx
erschienen: 2018
Seiten: 352
ISBN: 978-3736304369


© Sonja Kochmann

Rezension // Sarina Bowen - The Ivy Years: Bevor wir fallen von SONJA


INHALT:
Seit ihrem Sportunfall beim Eishockey ist Corey Callahan an den Rollstuhl gefesselt. Doch sie will studieren und setzt sich über die Bedenken der Eltern hinweg. Sie lässt sich in ein behindertengerechtes Wohnheim einquartieren. Dort trifft sie auf ihre Mitbewohnerin Dana und Adam Hartley. Adam ist Eishockeyspieler und brach sich kürzlich sein Bein.

Er ist smart, hat eine Freundin, liebt Eishockey und wird irgendwann wieder gesund sein. Besteht da eine Chance auf ein gemeinsames Glück?

FAZIT:
Seit der True North Reihe liebe ich die Bücher von Sarina Bowen und so musste dieses Buch natürlich sein. Ich war bereits von der ersten Seite an Fan von Corey und Adam oder vielmehr Callahan und Hartley.

Die beiden freunden sich zunächst auf der Kumpelebene an, so dass sie sich wie "echte Kerle" nur mit Nachnamen anreden. Sie spielen Eishockey als Videospiel und quälen sich gemeinsam über den Campus. Denn dort wird nicht überall berücksichtigt, dass es auch Studenten mit Behinderungen gibt.

An dieser Stelle muss ich sagen, dass Coreys und auch Adams Behinderungen mit den dazugehörigen Komplikationen und Begleiterscheinungen hervorragend in die Handlung mit hineingebracht wurden. Es stimmt den Leser nachdenklich und man erkennt, dass es bei all den Äußerlichkeiten im Umfeld auch sehr schwer sein muss, mit diesen Handicaps seinen Alltag zu bewerkstelligen.

Die "Sportlermaterie" Eishockey mit Goalies, Groupies und einigem mehr bietet einen geschickt ausgewählten Rahmen für einen Collegeroman mit Herz. 

Sarina Bowen hat nebenbei noch ein paar interessante Charaktere geschaffen, die hoffentlich auch einen eigenen Platz im Bücherregal bekommen werden. Volle Punktzahl.

Weiter geht es mit "The Ivy Years: Was wir verbergen" in dem Bridger McCaulley seinen eigenen Handlungsrahmen erhält. Ich bin gespannt. (Im Englischen gibt es übrigens schon vier Teile...also Lyx...ran an die Übersetzung. Wir wollen mehr!)

Verlag: Lyx
erschienen: 2018
Seiten: 352
ISBN: 978-3736304505


© Sonja Kochmann


Sonntag, 25. März 2018

Rezension // Layla Hagen - Diamonds For Love: Verlockende Nähe von SONJA



INHALT:
Logan geht voll in seinem Job in dem Familienunternehmen der Bennetts auf. Seit seine Verlobte ihn wegen seiner Familie sitzen ließ, traut er der Frauenwelt nicht mehr. Doch er hat nicht einkalkuliert, dass seine Schwester Pippa und seine Schwägerin in spe Ava ihn mit  ihrer Freundin Nadine verkuppeln wollen....


FAZIT:
Nach dem interessanten Einstieg in die vielseitige Familie Bennett mit dem ersten Teil "Voller Hingabe" mit Sebastian und Ava kommt hier nun ein weiteres Familienmitglied (Logan) und Avas beste Freundin (Nadine). Da die einzelnen Personen bereits in der bisherigen Handlung vorkommen und auch die nachfolgenden Bände die Personen weiterführen, empfehle ich, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Die Familienmitglieder der Bennetts sind allesamt Familienmenschen: fürsorglich, loyal, beschützend. Klar, dass alle zusammenhalten und füreinander da sind. Logan möchte dies für eine Beziehung nicht opfern und so ist er verständlicherweise enttäuscht, dass durch diese Gebundenheit seine Beziehung kaputt geht.

Nadine hatte es durch die Krankheit ihrer Mutter recht schwer und ist durch ihren Ex betrogen worden. Sie ist es gewohnt, allein zurecht zu kommen und es fällt ihr nicht leicht, zu vertrauen.

Damit prallen zwei Welten aufeinander. Es ist bereits auf den ersten Seiten klar, dass die beiden keine Chance haben werden, gegen die Kuppelversuche von Pippa und Ava zu bestehen. Dadurch geht dem Buch ein klein bisschen der Reiz verloren. Doch es ist irgendwie schön, im Kreise der Bennetts zu beobachten, wie die zwei, trotz Skepsis, zueinander finden und die entstehenden Probleme aus dem Weg räumen. Ich vergebe daher 9 von 10 Punkte.

Natürlich musste ich linsen, wem es denn nun an den Kragen geht. Im Folgeband "Entflammte Sehnsucht" wird es nun der Kupplerin höchstpersönlich (Pippa) an den Kragen gehen und Ava, Alice und Nadine haben in diesem Buch schon ihre Pläne gemacht. Ich bin so gespannt.


Verlag: Piper
erschienen: 2018
Seiten: 320
ISBN: 978-3492311625


© Sonja Kochmann

Rezension // Mona Kasten - Save Me von SONJA



INHALT:
Ruby ist vor einiger Zeit durch ein Stipendium an dem Maxton Hall College angenommen worden. Sie gibt alles, um gute Noten und Auszeichnungen zu bekommen. Ihr Traum: Oxford.

Durch einen Zufall erfährt sie etwas, dass das Ansehen der prominenten und reichen Familie Beaufort belasten würde. Fortan hat James Beaufort, der Partyschüler, sie im Visier. Durch die Aufmerksamkeit des coolen und smarten Schülers gerät Ruby ungewollt in den Fokus der Schule....

FAZIT:
Ich gebe zu, als das Buch in der Vorschau auftauchte, habe ich weitergeblättert. Irgendwie hat es mich nicht gereizt. Da ich auch die anderen Bücher der Autorin nicht kenne, hatte ich auch nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Als der Verlag jedoch eine Whats App Marketing Aktion im Vorfeld gestartet hat, wurde ich neugierig. Täglich kamen Nachrichten von der Protagonistin Ruby herein und irgendwie habe ich mich mit ihr angefreundet.

Kurz um, ich musste das Buch dann doch lesen. 

Der Schreibstil von Mona Kasten ähnelt durch locker und leichte Art (mit einer Prise Humor) den amerikanischen Autoren und muss sich hinter diesen nicht verstecken.

Die Hauptprotagonisten Ruby und James sind durch ihre Gegensätze hervorragend gelungen und laden zum Mitfiebern ein, wie aus den beiden ein Paar werden wird (oder könnte). Durch eine Vielzahl an Nebenprotagonisten an dem Maxton Hall College, der Privatschule schlechthin, entsteht der notwendige Rahmen, den ein Young Adult Roman braucht:

Da gibt es die beste Freundin, eine Anzahl Streber und die angesagte coole und reiche Clique. Auch bei den Nebenprotagonisten deuten sich ein paar vergangene oder aber auch beginnende Liebeleien an, die auf einige vielversprechende Lesestunden hindeuten. 

Und: es scheint, dass jede Familie und sei sie noch so angesehen, ein paar Leichen im Keller hat. Was es so alles herauszufinden gibt, müsst ihr selbst lesen. Doch etwas Gesellschaftskritik bei "schwierigen" Themen wie z.B. Übergewicht, Homosexualität, Standesdünkel etc. wurde hier hervorragend mit ihn die Handlung integriert.

Ich vergebe volle Punktzahl für diesen Auftrakt der Trilogie und freue mich auf den Folgeband "Save you". (Bei den übrigen Büchern der Autorin werde ich wohl doch mal reinlesen....)

Verlag: Lyx
erschienen: 2018
Seiten: 416
ISBN: 978-3736305564


© Sonja Kochmann

Donnerstag, 22. März 2018

Rezension // Markus Heitz - Die Klinge des Schicksals von SINA

© Sina Frambach

Danèstara Adima Decessa von Tiamin ist die Klinge des Schicksals. Durch eine höhere Fügung springt sie während des Schlafes an entlegene Orte, um dort das Schicksal zu erfüllen und der Gerechtigkeit Genüge zu tun. Eines Nachts wacht sie bei einem überfallenen Tross auf. Alle sind tot, bis auf eine schwangere, junge Frau. Diese erzählt ihre Geschichte und Danestra weiß, dass die junge Frau der Schlüssel dazu ist, ganz Nankan von der immer weiter vorrückenden Wildnis zu befreien. Und so machen sie Danestra, die schwangere Kalenia und weitere Helfer auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, nichts ahnend, dass alles nur eine Falle ist.

Schon im Herbst bei der Vorstellung des Buches auf der Frankfurter Buchmesse (2017) bei einem Bloggertreffen des Verlages Droemer Knaur, wusste ich, dass dies ein Buch ist, dass ich unbedingt lesen muss. Dies hatte vor allem mit der sehr sympathischen Vorstellung seitens des Autors zu tun, aber auch mit dem interessanten Plot. Nun, ein halbes Jahr später, habe ich jede freie Minute mit dem Buch verbracht und war von Anfang an begeistert von Schreibstil, Story und den ungewöhnlichen Charakteren. Die Spannung, die sich wie ein Faden durch die Geschichte zieht, war fast greifbar und ich hatte ein wunderbares Kopfkino was gerade die Landschaft, Orte und Personen anbetrifft. 

© Sina Frambach
Ungewöhnlich ist, dass es keinen jungen Helden bzw. keine junge Heldin gibt. Die Rolle der Klinge des Schicksals ist einer 60jährigen Frau auf den Leib geschrieben. Also eher das ältere Semester. Doch ist diese Frau alles andere als "alt". Sie ist kräftig, schnell und hat einen scharfen Verstand, der ihr mehr als einmal die Haut rettet. Durch eine Fügung des Schicksals ist sie dazu bestimmt, anderen zu helfen. Um dies zu können, wird sie - während sie schläft - an Orte gesandt, um dort das Schicksal zu erfüllen. 

Dadurch ist Danestra natürlich im ganzen Land bekannt. So sehr, dass sie wie ein Star behandelt wird. Sie muss Autogramme geben und Hände schütteln und würde es Handys geben, müsste sie bestimmt auch für das ein oder andere Selfie herhalten. Diese Berühmtheit wird auch dadurch verstärkt, dass ein Schriftsteller namens Tintenfain schon etliche Romane über sie veröffentlicht hat. Nicht selten muss Danestra einen davon signieren  (im übrigen eine schöne Anspielung auf die Berühmtheit des Autors und der Nachfrage für ein Autogramm). Nicht selten sind die fiktiven Romane über Danestra sehr romantisch angehaucht und dichten ihr auch schon die ein oder andere Affäre an.

© Sina Frambach

Gleich von Anfang an ist man in der Geschichte drin und merkt auch bald, dass Danestra eine sehr vielseitige Frau ist. Im Vordergrund steht natürlich die Erfüllung des Schicksals, nicht selten begleitet vom Kämpfen. Doch auch die richtigen Schlüsse ziehen, ist für Danestra sehr wichtig. Das dies aber auch mal daneben gehen kann, macht sie weit mehr menschlicher und sympathischer.
Dies führt auch dazu, dass sie sich immer wieder neue Freunde macht, da man sie einfach gern haben muss. Der mütterliche Teil in ihr ist sehr groß (ist sie ja selbst Mutter von vier Kindern). 

Die Geschichte wird abwechselnd aus Danestras Sicht sowie ihrem Sohn Mabian erzählt. Auch der Lehrling Quent kommt zu Wort, der seinen toten Meister in dessen Heimatland bringen möchte, um dessen letzten Wunsch zu erfüllen. Wie diese drei Personen alle verbunden sind, ergibt sich dann erst am Ende. Das geschickte Hinarbeiten darauf liest sich sehr faszinierend.

© Sina Frambach
Der geschaffene Kontinent Nankan ist eine hochinteressant entwickelte Welt. Mutet sie doch mittelalterlich an, gibt es durchaus Dinge, die sehr modern erscheinen. Magie ist ein Teil der Welt und wird auch gerne eingesetzt. Doch dann gibt es auch das Electorum. Eine Art des Stroms, die dafür benutzt wird, verschiedene Maschinas zu betreiben. Aber auch Aggregatas, Pistolas, Elec-Büchsen und Batterias werden in die Story eingebaut. 

Diese Mischung aus mittelalterlicher Fantasy-Welt mit modernen Aspekten hat mir sehr gut gefallen und ist auch etwas ungewöhnlich. Obwohl ich ein wenig an Steampunk denken musste, war es trotzdem anders. 

Der Schreibstil ist gewohnt fesselnd und ich konnte auch oftmals den Humor des Autors in seiner Schreibweise erkennen. Durch ein auf der Leipziger Buchmesse (2017) geführtes Interview mit dem Autor hatte ich auch das Vergnügen, diesen Humor persönlich kennenzulernen. 

Das Buch an sich ist natürlich auch wieder ein Hingucker. Der rote Buchschnitt verspricht schon eine blutige Geschichte, das Cover ebenfalls. Die Karte im Inneren ist wahrlich gelungen.

Fazit:
Mit der Klinge des Schicksals auf Abenteuerreise durch das wilde Nankan. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2018
Format: Klappenbroschur
Printseiten: 576
ISBN: 978-3-426-65448-4

Dienstag, 20. März 2018

Rezension Leseprobe // Piper Rayne - The Boxer von SONJA

© Sonja Kochmann

Die Leseprobe schubst uns zurück ins Geschehen um die drei spritzigen Ladies bekannt aus „The Bartender“ (https://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2018/02/rezension-piper-rayne-bartender-von.html).

Die Ausgangssituation ist uns bekannt: Tahlia hat aufgrund der entdeckten Untreue ihres Verlobten die Hochzeit gekippt und versinkt in Selbstmitleid und Eiscreme. Doch Whitney und Lennon machen Ihr nun endlich Feuer unter dem lahmen Hintern und schleppen sie zu einem Boxkampf. Dort entdeckt sie widerwillig, dass andere Mütter auch schöne (und sexy) Söhne haben.


Wie es mit den schlagfertigen Frauen weitergeht MUSS ich lesen. Volle Punktzahl für diese Leseprobe. Danke Netgalley fürs anfixen und nun....warten!

Montag, 19. März 2018

Rezension // Annell Ritter - Küsse zum Dessert von SINA

Toni Hoff, eigentlich Antonia von Hoff, möchte sich von ihrer adligen Familie etwas distanzieren und ihr Leben alleine auf die Reihe kriegen. Als Volontärin bei einem Werbeunternehmen möchte sie ihre Karriere starten. Doch sie wird immer wieder ausgebremst. Genauso gerät sie auch immer wieder an die falschen Männer.
Nur ihr bester Freund Philipp, der gleichzeitig ihr Nachbar ist, ist eine feste Konstante in ihrem Leben. Er ist Tröster, Lebensretter und Hundesitter für ihren Hund Napoleon. Außerdem ist er immer da, wenn sie ihn braucht. Doch auch dieser braucht Tonis Freundschaft, wenn er mal wieder wegen seiner heimlichen Schwärmerei für Tonis Freundin Nele in ein Tief gerät. 

Zu allererst: Wenn man Hunger hat, sollte man dieses Buch nicht lesen! Es werden viele herrliche Köstlichkeiten angesprochen. Und Toni und Philipp sind auch ständig am Essen oder zumindest am Kochen. Von einfachen Gerichten bis hin zu speziell ausgeklügelten Variationen ist alles vertreten. Vielleicht wäre hier noch ein eigenes Kochbuch empfehlenswert.

Toni ist eine sehr chaotische junge Frau, die teilweise sehr naiv durchs Leben geht. Wenn sie jedoch merkt, dass die hintergangen wird, versucht sie mit Herzblut die Ungerechtigkeit zu "rächen", in dem sie mit Worten so einiges gerade biegt. 
Sie hat das Herz am rechten Fleck, merkt jedoch teilweise nicht, was genau vor ihrer Nase so abgeht. Und so werden die Steine, die ihr in den Weg gelegt werden, zu einem großen Haufen aufgeschüttet und plötzlich steht sie eben an dem Punkt, an dem sie einfach nicht mehr weiterkommt.

Gut, dass sie ihren Nachbar Philipp hat, der ihr mit Rat und Tat immer zur Seite steht. Auch wenn er selbst Probleme hat. So zum Beispiel die heimliche Schwärmerei für Tonis Freundin Nele. Er schreibt Gedichte, die er Toni vorliest und danach wegwirft, aus Angst, enttäuscht zu werden. Als Philipp genug von Tonis Männereskapaden hat, platzt ihm jedoch auch mal die Hutschnur. 

Die Geschichte baut sich langsam auf. Man lernt Toni und Philipp kennen, wobei sich alles um Toni dreht. Sie ist der Mittelpunkt und sie ist es, mit der man leidet und lacht. Ihre Familie, die als Adel ein bisschen abgedreht ist (vor allem Mutter und Schwester), können nicht so ganz verstehen, warum sich Toni keinen vermögenden Mann mit guter Ausbildung sucht, sondern sich mit meist hippigeren Typen umgibt. Dies ist aber eher der Rebell in Toni und vielleicht auch etwas Rache an dem spießigen Leben, dass sie geführt hat. Hier hat mir gerade Tonis Vater sehr gut gefallen, der immer ein offenes Ohr für Toni hat und gute Ratschläge erteilt.

Die locker flockige Story plätschert am Anfang etwas dahin, doch dann nimmt sie Fahrt auf, weil auch noch etliche kleinere Überraschungen auftauchen, mit denen man nicht gerechnet hat.

Toni war mir sehr sympathisch, weil sie einfach durch die chaotische Weise eben diesen Eindruck vermittelt. Sie wirkt wirr und unkoordiniert und trotzdem bekommt sie es irgendwie hin, ihr Leben zu meistern. Als sie endlich merkt, was genau so falsch läuft, ändert sie einiges und das ist bemerkenswert. Die Wendung, die sie hinlegt, ist gut überlegt und wird sie um einiges weiterbringen.

Ich hatte viel Spaß beim Lesen, vor allem, wenn es darum ging, wie Toni und Philipp miteinander umgehen. Der lockere Ton ändert sich im Laufe der Geschichte und bringt auch etwas Spannung rein. Da eigentlich von Anfang an klar ist, wie die Geschichte ausgeht, aber man ja natürlich wissen will, wie es denn zum Ende kommt, ist es interessant zu lesen, wie sich Toni und Philipp so anstellen. 

Fazit:
Eine süße Love-Story für Zwischendurch mit ganz viel Herz und Rezeptideen. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Ullstein Forever
erschienen: 2018
Format: ebook
Printseiten: 200
ISBN: 978-3-95818-264-6

Rezension // Mila Roth - Spionin wider Willen: Man trifft sich stets zweimal (12) von SINA


Janna hat kräftig an dem Tod ihres Partners Markus Neumann zu knabbern. Ihr Job beim Geheimdienst wurde nun gecancelt und der Geheimdienst selbst hat den Kontakt zu ihr abgebrochen. Janna versucht nun, ihr altes Leben wieder aufzugreifen. Und vor allem normal zu leben. Doch die Trauer übermannt sie immer wieder. Als ihre Eltern mit ihren Pflegekindern eine gewonnene Reise antreten, möchte Janna sich endlich Zeit für sich nehmen und mit dem alten Leben abschließen. Doch plötzlich steht ein gut aussehender Fremder vor ihrer Tür und fragt sie, ob sie für das Institut einen letzten Auftrag erfüllen möchte. Janna weiß, wenn sie dies tut, werden alte Wunden aufgerissen. 

Mit Spannung habe ich auf dieses Staffelfinale hingefiebert, vor allem da die Autorin im letzten Band ein sehr emotionales Ende gesetzt hat und man mit Tränen in den Augen das Buch beenden musste. Vielen Fragen sind offen geblieben. Wie geht es nun für Janna weiter? Und vor allem: Ist Markus wirklich tot?

Einige Fragen konnten nun im Staffelfinale beantwortet werden und ich kann Euch eins versprechen: es wird richtig spannend und sehr emotional. 

Janna wird von einem Institutsmitarbeiter angesprochen, einen weiteren Auftrag auszuführen. Dabei hatte sie eigentlich mit der Arbeit für den Geheimdienst abgeschlossen. Sie stimmt trotz der vergangenen drei Monate zu und findet bei sich zu Hause einen USB-Stick, der geheime Daten enthält. Und damit nimmt natürlich wieder ein actiongeladenes Abenteuer seinen Weg.

Die Autorin legt diesmal in viele Szenen sehr viel Gefühl, was man auch aus ihren Hunde-Romanen her kennt. Dabei werden Dinge offenbart, die vorher nur angedeutet wurden. Bei diesen Szenen hatte ich selbst das Gefühl, dass es wirklich Zeit wurde, dass so gehandelt wird. 

Markus Tod ist für Janna ein Wendepunkt, denn sie hat ihren besten Freund verloren. Mit diesem Schicksalsschlag muss sie sich nun auseinandersetzen und versucht ihr Leben auf die Reihe zu bringen. 
Hier finde ich es wie immer einfach toll, wie die Familie für Janna da ist. Auch wenn diese nicht genau weiß, warum Janna nun nicht mehr in dem angeblichen Institut arbeitet, stehen sie trotzdem hinter ihr und unterstützen sie. 
Am Ende des Buches gibt es sogar eine Überraschung, was Jannas Familie betrifft, mit der ich in der Form so überhaupt nicht gerechnet habe. 

Die Story an sich ist sehr spannend und durchdacht. Die Bösewichte sind diesmal richtig böse und schrecken vor nichts zurück. Mit Psychospielchen und einer sadistischen Ader ausgestattet, zerrt es diesmal sehr an Jannas Nerven. Hier gibt es am Ende eine Szene, in der ich Jannas Mut sehr bewundere und hoffe, dass sie einen Weg findet, darüber hinwegzukommen.

Dass es gewohnt rasant und spannend zugeht, brauche ich nicht extra zu erwähnen.
Die Autorin vergleicht in diesem Teil ihre Protagonistin Janna mit der Janna aus dem ersten Buch. Dabei wird sehr deutlich, wie sehr sich Janna zum Positiven verändert hat. Sie ist selbstbewusster und mutiger. 
Nur eins ist geblieben: ihre Neigung, sehr schnell und viel zu reden, wenn sie nervös ist. Aber dies ist ein sehr sympathischer Zug an ihr.

Und so bleibt natürlich nun die Frage: Wie geht es weiter in Staffel 2? Was denkt sich die Autorin für Janna aus? Und wie entwickeln sich die neuen Gegebenheiten, die am Ende der ersten Staffel offenbart werden? Und was wird aus den Gefühlen, die sich am Ende der Staffel aufgestaut haben? Kann sich daraus vielleicht was entwickeln? Fragen über Fragen. Antworten kann uns nur die Autorin geben. 

Ich bleibe der Reihe auf alle Fälle treu, da mir Janna und alle anderen Charaktere sehr ans Herz gewachsen sind. Es ist gerade so, als würden sie in der Nachbarschaft wohnen und man würde alle persönlich kennen. Wer weiß, vielleicht steht ja irgendwann mal ein Fremder vor mir und übergibt mir einem Umschlag!

Fazit:
Ein toller Abschluss der ersten Staffel mit viel Aussichten auf eine zweite. Ich vergebe 10 von 10 Punkten. 

Verlag: Selfpublishing
erschienen: 2018
Format: ebook
Printseiten: 196
ISBN: 978-3-96134-053-8

Rezension // Guillermo del Toro - Die Nacht (3) von SINA


Zwei Jahre nach Übernahme der Vampire halten sich kleine Rebellenzellen standhaft, um immer noch nach einem Weg zu suchen, die Welt von den Vampiren zu befreien. Vor allem Vasily, Nora und Gus sind in ständiger Bewegung, während Ephraim seinen Gedanken nachhängt und sich Vorwürfe wegen seines Sohnes Zack macht. Dieser ist nämlich von seiner zum Vampir verwandelten Mutter Kelly entführt worden und Eph ist sich sicher, das Zack nun ebenfalls als Vampir umherwandeln muss. Doch Eph weiß nicht, dass Zack immer noch menschlich ist, da der Meister mit ihm etwas Großes vor hat. 
Und plötzlich gibt es einen Weg, um alles zu verändern.

Der dritte Teil der Reihe macht diesmal einen Sprung von zwei Jahren. Der Vampirvirus hat sich ausgebreitet und es gibt nur noch wenige Menschen, die sich gegen die Vampire zur Wehr setzen. Viele haben sich jedoch dem Schicksal gefügt und sind entweder selbst verwandelt worden oder dienen den Vampiren als Geburtenstation oder als Blutkonserve. 

Die Welt, wie sie sich entwickelt hat, gefällt mir sehr gut, denn es wird genauestens klar, wie trostlos nun alles für die Menschheit ist. Es besteht keine Hoffnung, die Vampire haben die Überhand und die kleinen Gruppen, die sich gegen die Vampire stellen, haben keine Chance. 
Bis sich plötzlich eine Wendung ergibt und es doch Hoffnung zu geben scheint. Und so wird die Spannung wieder aufgebaut und mit einem dramatischen Showdown geht die Trilogie zu Ende. Und doch war es nicht so, wie erwartet.

Die erste Hälfte des Buches hat mich etwas enttäuscht. Zwar wird hier genau erklärt, was die einzelnen Charaktere nun machen und wie es zu dem kam, was im Moment gerade geschieht. Doch hatte ich das Gefühl, dies hätte auch auf kürzerem Wege geschehen können. Hätte man kleine Rückblicke eingebaut und sich mehr um die Bekämpfung der Vampire gekümmert, hätte von vornherein Spannung aufgebaut werden können.

Doch als sich alle wieder zusammenraufen und einen Plan entwickeln, wird es richtig packend. Denn die Umsetzung ist schwierig und so müssen auch Bündnisse eingegangen werden, die vorher nicht vorstellbar waren. 

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig. Ich finde aber, dass es gerade im dritten Teil sehr offensichtlich war, dass der Autor es darauf abgesehen hat, daraus einen Film oder eine Serie zu machen. Es gibt Explosionen, blutige Kämpfe und Intrigen, eben alles, was das Fernsehen braucht.

Interessant fand ich jedoch die Erklärung der Entstehung der Vampire. Die Parallelen zum Alten Testament waren gut überlegt und wurden geschickt in die Geschichte eingeflochten. 

Und doch war alles nicht so wie in den ersten beiden Bänden. Es lag vielleicht daran, dass es zwei Jahre später spielt und das Trostlose im Vordergrund stehen soll. Es lag vielleicht dran, dass alle sehr depressiv wirkten und die Hoffnungslosigkeit in allen vorhanden war. Es lag vielleicht daran, dass ein Charakter aus den ersten beiden Büchern gefehlt hat, um Beistand zu leisten oder mit seinem Wissen zu glänzen. Es lag vielleicht daran, dass ich mir einfach etwas Spektakuläreres vorgestellt habe.

Sehr schade, denn die ersten beiden Teile hatten so unendlich viel versprochen, was der letzte Teil leider nicht halten kann.

Fazit:
Der Abschluss der Trilogie, die unheimlich packend begann und nur durch kurze Glanzmomente im dritten Teil das Niveau halten kann. Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2013
Printseiten: 432
Format: ebook
ISBN: 978-3-453-52733-1

Sonntag, 18. März 2018

Rezension // Sarah Morgan - Verliebt bis über beide Herzen von SONJA



INHALT:
Molly ist zufrieden, sie lebt mit einem athletischen Kerl namens Valentine glücklich zusammen und arbeitet online unerkannt in New York als Beziehungsratgeberin - nur das Valentine ein Dalmatiner ist. Als sie beim morgendlichen Joggen immer wieder auf den smarten Scheidungsanwalt Daniel trifft, gerät ihr durchdachtes Leben ordentlich ins Wanken.

FAZIT:
Ich liebe die Bücher von Sarah Morgan. Man kann alle Bücher für sich lesen und genießen. Doch muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Sarah Morgan inzwischen eine kleine Protagonistencrew um sich geschart hat, die man gern wieder trifft. 

Es gibt u.a. die Snow Crystal Bücher (die ich persönlich noch nicht gelesen habe, weil mir ein Ausflug in ein Ski Resort zeitlich irgendwie noch nicht zugesagt hat), die Bücher, die um und auf Puffin Island spielen und natürlich New York. 

In den letzten drei Büchern (Schlaflos in Manhattan, Ein Sommergarten in Manhattan und Lichterzauber in Manhattan) lernten wir die Mädels der Firma Urban Genie kennen, die mit der Hundegassitruppe den Bark Rangers zusammenarbeiten und genau diese Truppe hängt mit den drei neuen Büchern (Verliebt bis über beide Herzen, Verliebt bis in die Fingerspitzen und Verliebt für eine Weihnachtsnacht) zusammen:

Daniel ist ein smarter Scheidungsanwalt, der aufgrund seiner Erfahrungen gerne seine Schwestern und sich beschützt. Er kämpft für einen sauberen Schnitt, wenn es mit Beziehungen einfach nicht klappen will und ist überzeugt davon, dass das Verlieben keinen Sinn macht. Er fühlt sich jedoch von der toughen Joggerin Molly und ihrem Hund angezogen, so dass er äußerst kreativ wird, um sie anzusprechen. Ein weiterer Hund namens Ruffels aka Brutus muss her.

Molly dagegen ist ein gebranntes Kind und da es äußerst widersprüchlich erscheint, eine Beziehungsratgeberin ohne funktionierende Beziehung zu sein, zieht sie sich in die Anonymität zurück und holt sich ihre Dosis Zuneigung von ihrem Hund und ihren Freunden.

Blöd nur, wenn die Anziehungskraft dazwischen funkt und die Funken wahrlich nur so sprühen. Das bei dieser kontroversen Konstellation natürlich noch ein paar Probleme zu lösen sind, ist klar und sorgt für ordentlich Trubel. Volle Punktzahl und ich freue mich bereits auf die nächsten Bände mit Harriet und Fliss.


Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2018
Seiten: 384
ISBN: 978-3956497780


© Sonja Kochmann

Rezension // Uwe Laub - Sturm von SONJA



INHALT:
Das Wetter auf der ganzen Welt spielt verrückt: Ein Tornado verwüstet das Olympiastadion in Berlin, der Permafrostboden in Siberien taut, Hagelstürme verwüsten Hannover und in Australien verdunsten ganze Seen. Verletzte und Tote sorgen für einen Schockzustand der betroffenen Nationen. Es beginnt ein Kampf gegen.....

FAZIT:
Bereits bei der Verlagsvorschau ist mir das Buch aufgefallen. Seit Marc Elsberg habe ich einen Faible für diese Art von Thriller entwickelt und der Schreibstil von Uwe Laub kann hier hervorragend mithalten.

Natürlich war ich als Hannoveranerin gespannt, welche Teile von Hannover betroffen sind und ein Blick aus dem Fenster (Schnee, Eis brrr) lassen einen dann doch etwas nachdenklich werden. Leider habe ich aufgrund der Grippe die Lesung in Hannover oder auf der Buchmesse verpasst, aber ich hatte tolle und spannende Lesestunden:

Uwe Laub schafft zwei glaubhafte und sympathische Protagonisten, die in der aktionreichen Handlung bestehen müssen. Die nötigen wissenschaftlichen Erklärungen werden locker und leicht in die Handlung eingeflochten, so dass man als Laie das nötige Know How der Verschwörung nach und nach erfährt.

Die Sekretärin Laura und der Wetterspezialist Daniel werden zu einem unschlagbaren Duo bei der Aufspürung des anfänglich unsichtbaren Feindes  (Laura mutiert als Mutter fast zur Superheldin. Streng nach dem Motto: leg dich nicht mit Mutti an!).

Es stellt sich dem Leser die unheimliche Frage: wie viel ist Fiktion und wie viel Realität?

Volle Punktzahl.

(Einen Abzug in der Kür gibt es für den Verwendung des Begriffs Bahre. Denn die Person, die in der Szene drauf lag, war sehr lebendig und blieb es auch. Liebe Lektoren...achtet mal darauf! Eine Bahre ist nur für Leichen!)

Verlag: Heyne
erschienen: 2018
Seiten: 400
ISBN: 978-3453419803


© Sonja Kochmann

Montag, 12. März 2018

Rezension [Hörbuch] // Walter Moers - Rumo & die Wunder im Dunkeln von SINA



© Sina Frambach

Rumo ist ein kleiner Wolpertinger, der durch einen unglücklichen Zufall auf den Teufelsinseln der Zyklopen landet. Dort lernt er die Haifischmade Smeik kennen. Smeik lehrt Rumo, wie er im Leben zurechtkommt. Als Rumo erwachsen wird, kann er sich und Smeik von der Teufelsinsel retten. Und nun kann er sich auf den Weg machen, um den silbernen Faden zu finden, der ihm schon seit der Kindheit vor den geschlossenen Augen erscheint. Er gelangt schließlich nach Wolperting und findet dort das, was er gesucht hat. Seine große Liebe Rala. Als er ihr seine Liebe gestehen will und auszieht, um ihr ein Geschenk zu besorgen, findet er nach seiner Rückkehr die Stadt leer vor. Und die schwarze Kuppel, die schon für so manches Geheimnis sorgte, offen...


"Rumo & die Wunder im Dunkeln" - mein absolutes Lieblingsbuch von Walter Moers und überhaupt. Hier wird die Geschichte des Wolpertingers Rumo erzählt. Einem hundeähnlichen Wesen, welches in das Leben gestoßen wird, ohne zu wissen, was ihm so blüht. Eigentlich führt er ja ein schönes Leben auf dem Hof von Fernhachenzwergen. Doch eines Tages kommen die Teufelsfelszyklopen, nehme alle gefangen und verschleppen diese auf die Teufelsinseln. Dort werden sie in einer Höhle gehalten, bis die Zyklopen Appetit auf sie bekommen.

© Sina Frambach

Rumo lernt in der Zeit der Gefangenschaft bei den Zyklopen so einiges über das Leben. Denn die Haifischmade Smeik erzählt ihm einige Geschichten. Aber nicht nur Zamonien lernt Rumo so kennen, auch sein eigener Körper gibt ihm Rätsel auf, die es zu lösen gilt. 

Der Autor Walter Moers hat mit Zamonien einen fiktiven Kontinent erschaffen, der an Phantasie nicht zu überbieten ist. Es gibt die unterschiedlichsten Rassen dort. Angefangen bei den kleinen Fernhachenzwergen über Buntbären (Käpt`n Blaubär) und Krätzchen bis hin zu Haifischmaden und Wolpertinger. In jedem von ihm geschaffenen Roman widmet er sich einer bestimmen Art und lässt diese zauberhafte Abenteuer erleben.

© Sina Frambach

Nimmt man diese Phantasie und paart sie mit dem Schreibstil des Autors ergeben sich wunderbare Geschichten, in denen an einfach abtauchen kann. Sehr faszinierend ist es, dass der Autor auch jedes Buch irgendwie mit dem anderen verknüpft, in dem er Charaktere aus anderen Büchern auftauchen lässt. So ist es z. B. die Familie Smeik, die immer mal wieder Erwähnung findet. Aber auch Rumo gibt einen kurzen Auftritt in anderen Geschichten ab (Käpt´n Blaubär). Diese Verknüpfungen finde ich persönlich sehr gelungen, denn so kann man (ein kurzes) Wiederlesen feiern.

Die Geschichte rund um Rumo finde ich persönlich sehr gelungen. Unterteilt wird die Story in den Teil "Obenwelt" und "Untenwelt". Im ersten Teil "Obenwelt" lernen wir Rumo kennen, erleben seinen Aufenthalt auf den Teufelsfelsen, seine Reise nach Wolperting und das Finden des silbernen Fadens. 
Rumo ist sehr wortkarg und wirkt auf den ersten Blick auch etwas naiv. Doch je mehr man von ihm erfährt, umso mehr merkt man, dass Rumo einfach eher der introvertierte Typ ist, der seine Kämpfe lieber mit dem Schwert als mit dem Wort austrägt. Dabei ist er aber keineswegs dumm, sondern mit sehr viel Glück gesegnet. 

© Sina Frambach
Im zweiten Teil "Untenwelt" begeben wir uns in eben diese und hier schöpft der Autor nochmals aus den Vollen. Die Welt unterhalb Zamoniens bietet nochmals eine Vielzahl an Geschöpfen und so ergeben sich auch so einige neue Abenteuer.

Die Geschichte ist zu keiner Zeit langweilig und bietet jede Menge Abwechslung. Manchmal ist es hochdramatisch, manchmal spannend und packend, an anderer Stelle wiederum komisch. Aber auch fürs Herz wird so einiges geboten.

Erzählt wird die Geschichte vom unvergleichlichen Dirk Bach, der genauso nach Zamonien gehört wie all die von Walter Moers erfundenen Figuren. Mit seiner unverwechselbaren Stimme gibt er jedem Charakter seine eigene Note. Wechselt von weinerlich zu böse, von heiter zu traurig, von liebevoll zu kindisch. Schade, dass er so früh von uns gehen musste und die weiteren Werke von Walter Moers dadurch nicht mehr hörbar machen kann. 
Ich muss allerdings gleichzeitig sagen, dass Andreas Fröhlich das Erbe von Dirk Bach meisterlich weiterführt.

Fazit:

Eine fantastische Erzählung über einen Wolpertinger, der auf dem Weg zu seinem silbernen Faden jede Menge Abenteuer bestehen muss und viele Freundschaften schließt. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.


Verlag: Hörbuch Hamburg
erschienen: 2004
Format: 21 CDs, ungekürzte Lesung
Länge: 1.500 Minuten
ISBN: 978-3-89903-800-2

© Sina Frambach

Rezension // Guillermo del Toro - Das Blut (2) von SINA


Die Vampire sind weiter auf dem Vormarsch und überrennen die Stadt. Nur Einzelne setzen sich zur Wehr. Hier sind es vor allem Ephraim, Nora, Abraham und Vasily, die mit aller Macht versuchen, einen Weg zu finden, die Vampire aufzuhalten. Ein Buch namens "Occido Lumen" scheint die entscheidenden Hinweise zu verraten, um den Meister endgültig zu vernichten. Doch gerade dieser wird mit jedem Tag stärker und die Zeit rennt allen davon. Denn der Meister hat es insbesondere auf Ephraim abgesehen. Er will ihn demütigen, ihm zeigen, wer der wahre Herr ist. Und holt sich das Wertvollste, was Ephraim besitzt.

Die Vampire sind allgegenwärtig und dies lässt der Autor einem auch spüren. Die Gefahr lauert an jeder Ecke und die Wenigen, die sich gegen die Vampire wehren, müssen nicht nur mit den Vampiren rechnen, sondern auch mit Menschen, die mit allen Mitteln versuchen, sich selbst zu beschützen.

Unerwartete Hilfe kommt von den Alten, Vampiren, die schon seit Ewigkeiten "leben", aber nicht die radikale Art des Meisters verfolgen.

Je näher die Bedrohung kommt, umso mehr müssen auch die Menschen mit sich ringen. Die Moral sinkt gewaltig, der Überlebenswille steigt. Und der Meister sitzt jedem im Nacken.

Während die kleine Gruppe sich nun darauf vorbereitet, das "Occido Lumen" in ihren Besitz zu bringen, kämpfen sie auch mit ihren inneren Dämonen. Vor allem Ephraim, der nicht nur seine Ehefrau an die Vampire verloren hat, sondern auch auf seinen Sohn Zach aufpassen muss, nimmt den Kampf gegen den Meister als seinen persönlichen Mount Everest an. Er zeigt sehr verbissene Züge und versucht auch, mit allen Mitteln zu kämpfen. So stößt er aber auch manche seiner Freunde gegen den Kopf.

Gestört hat mich nur, dass die Rebellen aus manch ausweglosen Situationen doch sehr einfach wieder herausfanden. Diese "Problemlösungen" fand ich stellenweise sehr unschön gelöst. Denn eigentlich hätte der Angegriffene keine Chance gehabt, sich zu befreien und dann plötzlich gab es jemanden oder etwas, der oder das zur Hilfe kam und so alles zum Guten ausging. 

Die Hinweise, die die Gruppe findet, fand ich da schon interessanter. So z. B. das Buch Occido Lumen, das sehr kostbar für beide Seiten ist. Denn in dem Buch steht, wie der Meister vernichtet werden kann. Die Rebellen wollen das Buch natürlich, um den Meister zu stürzen. Der Meister möchte es, um mit aller Macht zu verhindern, gestürzt zu werden.

Zeitgleich gibt es immer wieder einige Rückblicke in die Vergangenheit von Abraham Setrakian, der sich ja schon seit langer Zeit mit dem Meister beschäftigt, bis jetzt aber nie die Mittel hatte, gegen diesen vorzugehen. 

Die Story wird aus Sicht von vielen Charakteren erzählt. So ergibt sich ein kompaktes Bild, da man viel mehr erfährt und nicht erst eine Person sich alles alleine erarbeiten muss. Man kennt die Bedrohung und weiß auch, wie das Böse denkt und seine Angriffe plant, aber doch ist es spannend zu lesen, wie gerade die Guten versuchen, sich gegen all das zu wehren und die Überhand zu erlangen.

Mir gefällt besonders der Charakter des Vasily Fet, ein Kammerjäger,  der nun zum Vampirjäger aufgestiegen ist. Er ist irgendwie so "das Mädchen für alles". Er ist clever, hat Kraft und mausert sich nebenbei noch zum Bodyguard für Setrakian. Außerdem bauen die beiden noch eine Art Vater-Sohn-Beziehung auf. Außerdem ist Vasily mit seinen Kenntnissen über die Tunnel unter New York ein wertvolles Mitglied der Gruppe.

Auch Nora ist mir ans Herz gewachsen, weil sie - trotz dass sie keine Mutter ist - sehr große Muttergefühle aufweist. Sie kümmert sich um Ephraims Sohn Zachary, dessen eigene Mutter leider ein Opfer der Vampire geworden ist. Außerdem hat sie noch ihre demente Mutter, um die sie sich große Sorgen macht.

Der zweite Teil kommt in meinen Augen viel düsterer daher, was aber auch daran liegt, dass nun alle im "Kampfmodus" sind und New York (und die ganze Welt) sich dagegen wehren musst, von den Vampiren überrannt zu werden. 

Die Trilogie wurde als TV-Serie umgesetzt. Unter "The Strain" gibt es zur Zeit drei Staffeln. Die ersten beiden habe ich mittlerweile gesehen und muss sagen, dass man sich sehr an die Bücher gehalten hat. Nur einige neue Charaktere kamen dazu, aber die Story wurde größtenteils eingehalten. 

Fazit:
Gelungener zweiter Teil mit packenden Elementen. Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2012
Format: ebook
Printseiten: 400
ISBN: 978-3-453-52732-4



Samstag, 10. März 2018

Rezension // Judith & Christian Vogt - Die 13 Gezeichneten von SINA

© Sina Frambach

Sygna, die Stadt der magischen Zeichen. Wer diese beherrscht, darf sich Meister nennen. So war es zumindest, bis die Armee des Kaisers Yulian die Stadt erobert hat. Seit dem ist es verboten, die Magie auszuüben. Doch eine Gruppe Rebellen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die alten Zustände wieder herzustellen. Dieser Gruppe schließt sich - etwas unfreiwillig - Dawyd an. Als Mitglied der Fechtgilde ist er für die Rebellen ein wertvolles Mitglied. Doch Dawyd zweifelt noch an den Methoden der Rebellen. Bis die Geheimpolizei der Eroberer in den Freiheitswillen der Bewohner Sygnas eingreift - und die Urzeichen, die längst verschollen geglaubt waren, wieder erscheinen.

Es hat einige Zeit gebraucht, bis ich richtig in der Materie der Geschichte drin war, doch war dies einmal geschehen, hat es mich richtig gepackt. Dabei ist es die ungewöhnliche Herangehensweise an das Thema Magie, das mich sehr fasziniert hat. Denn es sind nicht Zauberer, die die Magie wirken, sondern einfache Leute, die die Zeichen nutzen, um ihr Handwerk etwas leichter zu machen. So werden zum Beispiel Zeichen auf einem Blasebalg angebracht, damit dieser sich von alleine bewegt. Oder der Hammer des Schmieds wird mit einem Zeichen versehen, so dass man nicht mehr so viel Kraft aufwenden muss und trotzdem das bestmögliche Ergebnis beim Schmieden erzielt.

© Sina Frambach

Fechter bringen Zeichen auf ihren Schwertern und Degen an. Dichter wirken die Zeichen auf ihrer Zunge. Schreiner und Zimmerleute nutzen sie für ihr Werkzeug. Glasbläser, Steinmetze, Töpfer, Weber, Hebammen, Heiler - jedes Handwerk hat seine Zeichen, die alles etwas leichter machen. 

So ist die ganze Stadt eigentlich von Magie durchdrungen. Die Zeichen sind wichtig für alle Handwerksgilden. Doch seit die Stadt von Kaiser Yulian erobert wurde, hat sich einiges geändert. Die Zeichen dürften nicht mehr angewendet werden und die Eroberer selbst sind es, die sich die Zeichen zunutze machen wollen. 

Aber was wäre das Böse ohne das Gute und so gibt es eine Handvoll Rebellen, die sich dagegen wehren und Sygna wieder zu dem machen wollen, was es vorher war. Zu diesen Rebellen gehört Ignaz Dreifinger, ein verkrüppelter Schreinermeister. Er scheint der Anführer zu sein, denn jeder hört auf seinen Rat oder führt seine Anweisungen aus. Ihm zur Seite steht Elisabeda, eine Schmiedin, die mit ihrem Hammer wahre Wunder vollbringen kann. Einige weitere haben sich den Rebellen angeschlossen und es werden immer mehr. 
Allerdings benutzen auch sie etwas unlautere Mittel, um ihre Wege zu gehen. Und sie "rekrutieren" Leute, die sich ihnen anschließen sollen. Manchmal lassen sie den neuen Rekruten auch keine andere Wahl, so auch Dawyd, der sich eher unfreiwillig anschließt und erst spät merkt, dass er für das Gute kämpfen will.

© Sina Frambach
Natürlich gibt es auch einen bösen Gegenspieler, hier in Form von Lysandre Rufin, der eigentlich sehr charismatisch wirkt. Doch seine Ziele verfolgt er sehr zielstrebig und weicht nicht davon ab. Sie werden durchgesetzt mit allen Mitteln. 

Der Kampf der Rebellen scheint aussichtslos, vor allem, als plötzlich die Urzeichen ins Spiel kommen und die Besatzer daraus ihre Vorteile ziehen können.

Wie schon oben geschrieben, hatte ich erst Probleme, mich ganz in die Geschichte einfinden zu können. Dies lag zum einen am Schreibstil, andererseits aber auch daran, dass einem nicht allzu viel erklärt wird und man sich erst im Laufe der Geschichte so einiges zusammenreimen kann. Zum Beispiel, was genau die Zeichen sind und wozu sie genutzt werden. Aber auch die Hierarchie innerhalb der Rebellen und der Besatzer war erst nicht so klar. 

© Sina Frambach

Die Story an sich war allerdings sehr fesselnd, da sie eben doch etwas ungewöhnlicher ist, als normale Fantasygeschichten. Auf knapp 600 Seiten wird eine eher düstere Geschichte erzählt, in denen so einige Charaktere unterkommen. Das Autorenduo hat dabei fast jedem Charakter auch Stellen gewidmet, so dass durch Perspektivwechsel manchmal auch etwas Verwirrung entstanden ist. Hat man eben noch aus Dawyds Sicht einen Einblick ins Geschehen erhalten, steht im nächsten Moment plötzlich Ignaz im Mittelpunkt, der seinerseits dann wieder das Heft in Elisabedas Hand abgibt und wir erfahren, wie sie alles sieht. Dies erfolgt teilweise in schnellem Wechsel und so hat man auch etwas Mühe, sich anzupassen.

Fazit:
Trotz einiger kleiner Schwächen eine spannende Geschichte, die mit ihrem magischen Schwerpunkt so manch ungewöhnliche Sichtweise bietet. Von mir gibt es deswegen 8 von 10 Punkten.

Verlag: Bastei Lübbe
erschienen: 2018
Format: Paperback
Printseiten: 591
ISBN: 978-3-404-20892-0