Montag, 30. April 2018

Rezension // Anna Rosendahl - Meerblick inklusive von SONJA


© Sonja Kochmann


Ihr braucht ein Buch für den Strandurlaub? Ich hätte da eins. Denn Oma ist verschwunden und Meike macht sich auf die Suche nach Oma Elisabeth, die einfach abgehauen ist: nach Amrum!

Eine kleine Schnitzeljagd über die Insel wird für Meike viel mehr als nur die Suche nach ihrer Oma. Sie entdeckt, dass sie selbst Wurzeln auf der Insel und das Oma ein jahrzehntelang gehütetes Geheimnis hat.

Den besonderen Schreibstil von Anna Rosendahl oder viel mehr Andrea Russo (oder Anne Barns oder Anne Töpfer)  habe ich bereits im letzten Jahr für mich entdeckt, damals wusste ich noch nicht, dass die Autorin bei verschiedenen Verlagen derart fleißig ist und sich hinter diesen Pseudonymen versteckt. Doch der Stil ist unverkennbar. Die Liebe zur friesischen Landschaft, kulinarischen regionalen Besonderheiten und Familiengeheimnissen, die einfach gelüftet werden müssen.

Klar, dass die Liebe nicht zu kurz kommen darf. Denn eine neue Generation muss die Traditionen schließlich fortführen und selbst aus Fehlern klug werden. 

Meike entdeckt hier, dass ihre Oma unter dem Druck der damaligen Gesellschaft anders gehandelt hat, als sie es heute tun würde. Sie hat sich grad frisch getrennt und ist noch so richtig sauer auf die Männerwelt. Obwohl die Insel doch den ein oder anderen interessanten Insulaner zu bieten hat....auch Freundschaften werden geschlossen und man hätte Lust, sofort die Koffer packen und ans Meer fahren.

Ich habe mir dieses Buch sorgsam eingeteilt und immer dann gelesen, wenn ich für meine persönliche Auszeit in der Badewanne verschwunden bin. Das ein oder andere Mal war ich ganz schön schrumpelig, weil ich einfach nicht aufhören konnte: volle Punktzahl für diesen Ausflug nach Amrum. 



Verlag: Heyne
erschienen: 2017
Seiten: 368
ISBN: 978-3453418356


Rezension // Erin Watt - When it's Real: Wahre Liebe überwindet alles von SONJA


© Sonja Kochmann

Erin Watt begeistert ja mit ihrer "Paper" Reihe etliche Leser und so war ich neugierig auf dieses Werk. 

Und Hurra, der Schreibstil ist geblieben: locker und leicht mit spritzigen Dialogen UND es scheint tatsächlich (oder ersteinmal ?) ein Einzelband zu sein:

Oakley hat schon viel erlebt im Leben. Er ist zwar erst 19 Jahre alt, aber er blickt schon auf einige Jahre Showbizerfahrung zurück. Doch das Leben als Rockstar hat auch seine Schattenseiten: die Medien machen Jagd auf ihn für eine Schlagzeile. Positiv oder negativ, das ist für diese egal. Doch Oakley braucht dringend positive Schlagzeilen, um einen ganz bestimmten Produzenten von sich zu überzeugen.

Oakleys Managment engagiert kurzer Hand die 17jährige Vaughn. Die steht durch den Tod der Eltern bereits mit beiden Beinen fest im Leben und reagiert anders erwartet. Obwohl sie seine feste Freundin mimen soll, verfällt sie nicht in die gewohnte Schwärmerei, nein, sie bietet Oakley ordentlich Paroli.

Diese Dialoge sind wirklich toll gelungen und obwohl ich das Genre Young Adult inzwischen versuche zu meiden, finde ich beide Protagonisten durch ihre Eigenarten einfach toll.

Das Buch zeigt die Schattenseiten des Berühmtseins und die Kunstwelt des Social Media Marketings auf. 

Vielleicht sollte man als Nutzer dieser Kanäle und der Regenbogenpresse doch etwas skeptischer sein? Ein toller Ansatz für die jungen Leser.

Das Buch enthält jedoch am Rande noch eine weitere Geschichte um Oakleys Bodyguard und Vaughns Schwester. Beides sind wichtige Bezugspersonen. Vaughns Familie zeigt Oakley auf, wie ein Heim, auch ohne Eltern, sein kann. Denn außer seinem Bodyguard scheint er sich auf niemanden verlassen zu können. Seine Eltern sind viel zu sehr mit ihren eigenen Hollywoodkarrieren beschäftigt.

Kann er sich auf Vaughn verlassen und ist da vielleicht mehr? Und tut sie das alles nur für Geld?

Ein echtes "Seufzer"-Herzschmerzbuch: volle Punktzahl.


Verlag: Piper
erschienen: 2018
Seiten: 480
ISBN: 978-3492061087




Mittwoch, 25. April 2018

Rezension // Laurelin McGee - Miss Taken von SONJA


© Sonja Kochmann

Jaylene Kim ist entsetzt. Ihr Date mit Blake Donovan endete in einer Katastrophe. Wie konnte ihr ihre Nachbarin Andrea Dawson dieses Blinddate bloß antun? Ein Casanova und Macho so etwas geht gar nicht....

Da erscheint ihr der neue Nachbar Noah wesentlich gebildeter und kultivierter. Doch stille Wasser sind tief....

Dieses ebook ist ein kleiner Bonus. Denn in dem ebook Mr. Undateable lernen wir den Grund von Jaylenes Frust, Blake Donovan, kennen. Man kann ihre Wut gut nachvollziehen und ich empfehle das ebook vorab zu lesen.

Der Charakter von Jaylene ist vielseitig gelungen. Einerseits ist sie eigenständig und redet sich als Feministin gern um Kopf und Kragen. Andererseits sehnt sie sich doch nach starken Armen und Liebe.

Ihr Nachbar Noah scheint auf den ersten Blick gebildet und kultiviert und scheint ihr loses Mundwerk und ihre feministischen Sprüche ertragen zu können, doch dass dieser andere Qualitäten hat und ihre andere Seite entdecken und fordern will, ist ungewohnt für diese selbstbewusste Frau. 

Der Weg zum Paar ist amüsant und gibt der Frau von heute ein bisschen was zum Nachdenken mit auf den Weg. Ich vergebe 8 von 10 Punkten. Das Autorenduo, dass hinter diesem Pseudonym steckt, werde ich im Auge behalten.


Verlag: Lyx digital
erschienen: 2018
Seiten: 108
ASIN: B079MC95PR

Rezension // Tim Erzberg - Sturmfeuer von SONJA


© Sonja Kochmann

Nach Hell-go-land wird es für die Polizistin Anna Krüger wieder mörderisch. Bei einer Kindersegelregatta verschwindet ein Kind. Kurz darauf stirbt an den Klippen Helgolands ein Mann. Anna Krüger vermutet in beiden Fällen ein Verbrechen und findet ein dunkles Geheimnis, das seinen Ursprung in den Kriegswirren 1945 auf der Insel fand.

Nach dem Vorgängerroman Hell-go-land war ich gespannt auf die Fortsetzung. Um Annas Motive und auch ihr eigenes Defizit, eine wiederkehrende Migräne, nachvollziehen zu können, sollte jedoch der erste Band gelesen werden.

Der Erzählstil ist einfach und locker. Doch trotz der interessanten Vorfälle plätscherte die Handlung lediglich dahin und konnte mich diesmal nicht so recht begeistern. Hier und da bekam der Leser Einschübe zu den Ereignissen 1945 zu lesen. Doch außer ein paar Vermutungen aufgrund der Nachnamen der Personen, ergab sich lange kein Zusammenhang, so dass dadurch keine Spannung aufgebaut wurde.

Annas Migräne, ausgelöst durch ein Trauma, behindert ihre Arbeit als Polizistin sehr. Ich wage an dieser Stelle zu bezweifeln, dass sie überhaupt diensttauglich wäre. 

Die Irrungen und Wirrungen aus Vergangenheit und Gegenwart wirkten in Bezug auf die kleine Dienststelle auf Helgoland sehr konstruiert. Denn es ist doch unwahrscheinlich, dass die Insulaner sich einerseits sehr gut kennen, aber diese Entwicklung völlig an ihnen vorbei gegangen ist. 

Die Geschichte in Verbindung mit Annas Zustand und der Anzahl von drei Polizisten auf der Insel wirkt damit noch unglaubwürdiger.

Mich hat das Buch leider nicht überzeugt. Allerdings fand ich die Beschreibungen der Insel angenehm, da sie mich an meinen Ausflug dorthin erinnert haben. (Auf dem Bild ist ein Stein von Helgolandsklippen zu sehen.)

Ich vergebe 4 von 10 Punkten.

Verlag: Harper Collins
erschienen: 2018
Seiten: 384
ISBN: 978-3959671477

Montag, 9. April 2018

Rezension // Sara Rider - Going for the Goal von SONJA


Sportagentin Jillian Nichols musste viel für ihren Kundenstamm tun, um sich in einer Männerdomäne behaupten zu können. Doch als Nick „The Punisher“ Salinger, Eishockeyrüpel wie er im Buche steht, sie um einen Vertrag bittet, will sie aufgrund ihrer eisernen Grundsätze am liebsten ablehnen. Doch kann und will sie dies überhaupt? Vor Jahren hat er ihr bereits den Kopf verdreht....

Aufgrund des Klappentextes musste ich unbedingt zugreifen. Denn ich liebe solche Liebesgeschichten, die sich um kernige Sportler drehen.

Dieses Buch ist Teil der Reihe "The Perfect Play". Allerdings merkt man beim Lesen nicht, dass es zwei Vorbände "For the Win" und "Keeping Score" gibt. In "For the Win" geht es um Lainey Lukas, die hier überhaupt nicht erwähnt wird. In "Keeping Score" geht es um Jaime Chen, die als Nebenfigur in einigen kleinen Szenen vorkommt.

Sara Rider hat einen erfrischenden Schreibstil und so fliegen die Seiten leicht und locker mit Witz und Charme der Protagonisten nur so dahin. Die zu erwartende Dosis Erotik kommt natürlich mit einigen zu lösenden Problemen hinzu.

Jillian ist eine tatkräftige Heldin. Sie kann fast jedes Problem für ihre Schützlinge lösen und geht in ihrem Job auf. Dass sie sich dabei meist selbst vergisst, ist ihr egal. Sie will als Sportagentin, dass beste für ihre Schützlinge. Ihre Beweggründe sind glaubhaft dargestellt und sie findet in dem scheinbar skrupellosen Eishockeyrowdy Nick einen ungewohnten Beschützer. 

Nick, der aufgrund seiner Position auf dem Eis und seiner Medienberichte eher als Schläger wahrgenommen wird, hat jedoch eine fürsorgliche Seite. Damit ergänzen sich beide schneller als gedacht (trotz zurückliegender Ereignisse). Was da noch alles passieren muss, damit die Kuh vom Eis oder der Eishockeyspieler vom Eis ins Bett kommt, müsst ihr selbst lesen!

Ich würde mir vom Verlag wünschen, dass auch die übrigen Bücher übersetzt werden, denn Sara Rider kann mit den bisher in Deutschland erschienenen "Sportlerliebesgeschichten" hervorragend mithalten: volle Punktzahl.

Verlag: forever
erschienen: 2018
Seiten: 370
ISBN: 978-3958189638


© Sonja Kochmann

Rezension // Jennifer Ryan - Montana Dreams: So tief wie die Sehnsucht von SONJA


Colt und Luna: es gab einen Kuss vor einiger Zeit und dennoch wurden beide kein Paar. Als Luna ein Jobangebot in einer anderen Stadt erhält und ihr väterlicher Freund Wayne stirbt, überschlagen sich die Ereignisse. Haben die beiden eine Chance?

Ich bin bzw. war verwirrt. Laut Ankündigung des Verlages soll dies der vierte Teil der Reihe "Montana Dreams" sein.

Aber ... das macht keinen Sinn, weil im dritten deutschen Band "So berauschend wie die Liebe" wir die Kendricks das erste Mal am Rande kennen lernen. Alle drei Söhne sind zu diesem Zeitpunkt Single. 

Hier erfahren wir nun, dass Rory Kendrick Sadie heiraten wird und dass es ein ordentliches Drama um die beiden gab. Colt Kendrick und Luna haben sich bereits kennengelernt und wohl auch geküsst. Warum? Wieso?

Ich habe mich ein Drittel des Buches gefragt, warum ich die ablaufende Handlung nicht nachvollziehen kann, weil die Protagonisten, wie es ja bei diesen Reihen üblich ist, einfach da weiter machen, wo die Handlung aufhörte (nur halt mit neuer Pärchenbildung). 

Ich habe auf der Homepage der Autorin herausgefunden, dass der englische Band "Stone Cold Cowboy" im Deutschen übersprungen wurde. Schade. Das Buch verliert einiges dadurch. 
Der nächste Band wäre der verbliebene Bruder Ford Kendrick mit "His Cowboy Heart". 

Zu beiden Teilen konnte ich noch keine Vorankündigung finden, was ich sehr ärgerlich finde. Denn die drei Brüder gehören zusammen, was anhand der beschriebenen Familienbande sehr deutlich wird.

Räumt man die Fragezeichen der fehlenden Geschichte beiseite, so ist die Familie Kendrick und auch die Ranchmitarbeiter von Wayne ein liebenswerter Haufen, der Luna hilft, sich als echte Ranchbesitzerin zu bewähren. 

Die Gefahr durch die Neider ist sehr spannend und mehr möchte ich, trotz meiner Kritik, über die erotische Lovestory im Westernstyle nicht verraten. Da dies jedoch meinen Lesespaß zu Beginn des Buches sehr beeinflusst hat, vergebe ich nur 5 von 10 Punkten, was der Verlag durchaus hätte vermeiden können!


Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2018
Seiten: 384
ISBN: 978-3956497704



© Sonja Kochmann

Sonntag, 8. April 2018

Rezension // Geneva Lee - Game of Destiny von SONJA


Emma Southerly und Jamie West: eine ereignisreiche Nacht in Las Vegas brachte die beiden zusammen. Doch der Mörder von Jamies Vater ist noch auf freiem Fuß und die beiden stolpern bei der Recherche über ein Geheimnis nach dem anderen. Haben die beiden eine Chance?

Endlich ist der dritte und letzte Teil da. Endlich werden wir erfahren, was es für Geheimnisse um Emma und Jamies Familien gibt. Und wer ist denn nun der Mörder? In einer Stadt wie Las Vegas kann es jeder sein. Sex, Geld, Macht und Sünde spielen um die Gunst der Bewohner und der Touristen.

Geneva Lee hat es geschafft in allen drei Teilen (1. Game of Hearts und 2. Game of Passion) die Spannung konstant zu halten. Nie wurde es langweilig. Denn die Suche nach dem Täter lässt die beiden Hauptprotagonisten erwachsen werden. 

Das Buch gehört meiner Meinung nach zum Young Adult Genre, aber nun...haben Emma und Jamie....es getan und müssen mit den Konsequenzen leben. 

Aktuelle Themen wie z. B. der Hollywoodskandal um #metoo und Instagramaccounts machen das Buch, trotz der funkelnden und strahlenden Umgebung von Las Vegas, brandaktuell und glaubwürdig .

Die Vielzahl der Tatverdächtigen und der Motive sorgen für eine spannende Trilogie mit einem überraschenden und meisterlich gelösten Verbrechen. Volle Punktzahl.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2018
Seiten: 304
ISBN: 978-3734104817


© Sonja Kochmann

Donnerstag, 5. April 2018

Rezension // Patrick Ness - Sieben Minuten nach Mitternacht von SINA

© Sina Frambach

Conor ist 13 Jahre alt und glaubt nicht mehr an Monster. Allein vor seinen Albträumen fürchtet er sich. Und diese kommen jede Nacht, seit seine Mutter schwer erkrankt ist. Als um sieben Minuten nach Mitternacht jedoch ein Monster bei Conor auftaucht und ihm mit Geschichten seine Weisheit vermittelt will, weiß Conor, dass der Schmerz, der in ihm wohnt, etwas Gefährliches von ihm abverlangt. Doch was, muss er erst herausfinden.

Wenn man sich auf diese Geschichte einlässt, muss man darauf gefasst sein, dass die Emotionen über einen hereinbrechen. Bei mir war es so, denn was Conor in seinem jungen Alter erleben muss, sollte nicht sein. Die Mutter schwerkrank, muss Conor zu früh erwachsen werden. Wenn es seiner Mutter sehr schlecht geht, kümmert er sich um den Haushalt, macht sich und seiner Mutter essen. Regelmäßig geht er in die Schule und macht seine Hausaufgaben. Begleitet wird er dabei von neugierigen Blicken und Fragen von Schülern und Lehrern. Doch Conor gibt sich tapfer.

© Sina Frambach

Schon allein dies hat mich unheimlich traurig gemacht, weil Conor, so tapfer und mutig er sich gibt, vollkommen auf sich gestellt ist. Er hat keinen, dem er sich anvertrauen kann, keinen, der ihm hilft, durch die Sache zu kommen.
Sein Vater ist nach Amerika gezogen, seine Großmutter interessiert sich nur für ihren eigenen Schmerz.

Doch dann taucht das Monster auf, sieben Minuten nach Mitternacht. Und Conor hat keine Angst. Sondern nur Fragen, die ihm leider noch nicht beantwortet werden.

Der Autor hat einen wunderbaren Schreibstil, so dass man sich mitten in der Geschichte befindet und auch mitleidet. Ich hätte Conor so gerne in den Arm genommen und ihm gesagt, dass alles gut wird. Dass er weiter tapfer sein und auch seine Gefühle zulassen soll. Dass er noch Kind sein soll. Dass er alles so toll macht und sich wunderbar um seine Mutter kümmert. 

© Sina Frambach
Doch leider kann ich dies nicht, deshalb konnte ich ihn nur begleiten auf seinem Weg. Unendlich traurig und mit vielen Emotionen gespickt erlebt man, wie sich Conor auf etwas vorbereitet, was sein Leben nachhaltig verändern wird.

Der Autor erzählt mit einfühlsamen Worten Conors Geschichte. Dabei schont er aber den Leser nicht.  Die Krankheit der Mutter steht immer im Vordergrund und durch den Einblick in Conors Gedankenwelt erfährt man auch von seinen Ängsten, die er nach außen nicht richtig preis gibt. 

Die Charaktere haben entsprechend des Themas auch viel Tiefe. Ebenso das Monster, das Conor erscheint. Es wirkt furchteinflößend, entwickelt sich dann jedoch ganz anders als gedacht. 

© Sina Frambach

Die Geschichte ist unendlich traurig. Und gleichzeitig wunderschön. Das Ende ist von vornherein bekannt, und doch ist es bitter, wenn man die letzte Seite gelesen hat. 

Die Illustrationen im Buch sind noch mal das Tüpfelchen auf dem I. Denn sie unterstreichen die Geschichte auf eindrucksvolle Weise. Den zugehörigen Film habe ich noch nicht sehen können und ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich diesen sehen möchte. Wenn beim Buch schon solche Emotionen hochkommen, dann will ich nicht wissen, was laufende Bilder bewirken können.

Fazit:
Taschentücher bereit halten. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: cbj
erschienen: 2017
Printseiten: 224
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-570-40347-1

© Sina Frambach





Rezension // Cherrie Lynn - Raw Deal: Gegen alle Regeln von SONJA


Savannah ist am Boden zerstört: Ihr Bruder wurde im MMA Ring von seinem Gegner Mike "The Red Reaper" Larson versehentlich getötet.

Als dieser auf der Beerdigung auftaucht und um ein Gespräch bittet, ist sie hin und her gerissen zwischen Trauer und Wut und der Faszination für diesen attraktiven Mann.

Da ich selbst ab und an gern Wrestling schaue, war ich vom Klappentext fasziniert. Endlich mal ein echter Kämpfer mit einem weichen Kern.

Mike Larson hatte natürlich eine harte Kindheit. Als ältester Sohn hat er seine Brüder Zane, ein Popstar, und Damien, einen Pokerstar, stets beschützt. Der Kampf ist sein Leben und so bietet ihm der MMA Ring einen Ausgleich für seine Ruhelosigkeit und gleichzeitig eine finanzielle Grundlage.

Er ist ein fairer Kämpfer und so verwundert es nur oberflächliche Menschen, dass er Savannah und ihrer Familie nach Tommys Tod sein Beileid zollen will. Savannah will die Witwe, Rowan, und ihre Mutter beschützen und ist bereit, sich fernab zu treffen. Schnell gerät sie in einen Gewissenskonflikt, denn der sympathische Kämpfer erobert nicht nur den Ring, sondern auch ihr Herz.

Der Schreibstil ist locker und leicht und mit der zu erwartenden Dosis Erotik. Durch dezente Hinweise auf die Rocky Filme erkennt man den Faible für die Filme mit Sylvester Stallone, die die Dialoge mit einem kleinen Insiderwitz aufpeppen.

Die Motive und Beweggründe der einzelnen Protagonisten wurden schön hervorgehoben und man bangt und hofft mit den Figuren mit. Volle Punktzahl.

Ich hoffe, dass Lyx die anderen Teile der Larson Brothers (Raw Need und Raw Heat) mit in das Programm nehmen wird, denn ich muss wissen, wie es mit Rowan und Zane und Damien weitergeht!


Verlag: Lyx digital
erschienen: 2018
Seiten: 386
ASIN: B079M52HDD


© Sonja Kochmann



Mittwoch, 4. April 2018

Rezension // Guillermo del Toro + Daniel Kraus - The Shape of Water von SINA

© Sina Frambach

Im Jahre 1963 arbeitet die stumme Elisa als Putzfrau in einem geheimen Militärlabor in den USA. Ihr Leben verläuft ruhig. Zu ruhig. Als Elisa den Auftrag bekommt, in dem streng gesicherten Labor F-1 zu putzen, entdeckt sie ein Wesen, halb Mensch, halb Amphibie. Elisas Neugier ist geweckt und so verbringt sie möglichst viel Zeit mit dem Wesen und bringt diesem die Gebärdensprache bei. Doch muss sie dies heimlich tun. Denn der Mann, der das Wesen im Amazonas gefangen nehmen konnte, hat seine eigenen Pläne damit. Es soll genauer untersucht werden und dafür muss es sterben. Elisa erfährt dies und kann nur eins tun: es retten. 

Mit eindrucksvollen Worten erzählen die Autoren die Geschichte der stummen Elisa, die als Reinigungskraft in einem Militärlabor arbeitet und per Zufall erfährt, dass dort ein Wesen gefangen gehalten wird, welches halb Mann, halb Amphibie ist. 

© Sina Frambach

Bei dem Buch handelt es sich um eine Liebesgeschichte. Jedoch um keine gewöhnliche. Denn die Zuneigung, die Elisa und das Wesen füreinander entwickeln, geht weit über das Verständnis vieler hinaus. 
Bis es jedoch dazu kommt, wird in unterschiedlichen Strängen von unterschiedlichen Personen erzählt, bis am Ende alles zusammenläuft.

Zuerst lernen wir Richard Strickland kennen, der im Amazonas unterwegs ist, um dort den geheimen Auftrag des US-Militärs auszuführen, den Deus Brânquia zu fangen und nach Amerika zu bringen. Doch Strickland hat nicht nur diesen Auftrag auszuführen, sondern auch mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen. 

Kurz darauf schwenkt die Geschichte zu Elisa über. Wir erfahren, wie sie lebt, was sie arbeitet und welche Gedanken in ihr vorgehen. Und dass sie stumm ist. Dieser Teil spielt eine sehr große Rolle in der Geschichte. Die Gebärdensprache, die Elisa benutzt, um sich zu verständigen, wird von nur wenigen Personen erkannt und so kann sich Elisa auch nur ihren engsten Freunden anvertrauen.

© Sina Frambach

In einem anderen Strang begleiten wir Giles, Elisas Nachbarn, der als Künstler versucht, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Leider kann er dies nur bedingt, denn seine Homosexualität wird von vielen nicht anerkannt und so ist es für ihn sehr schwierig, Geld zu verdienen. Doch mit Elisa verbindet ihn eine innige Freundschaft und die beiden können sich bedienungslos vertrauen.

In weiteren kleinen Sequenzen lernen wir auch Richard Stricklands Frau Elaine und deren Kinder kennen sowie Zelda, eine Kollegin und Freundin von Elisa.
Und natürlich den Deus Brânquia, der in einem Wassertank im Militärlabor gefangen gehalten wird. 

Die Handlung packt einem von der ersten Seite an. Denn die Autoren haben eine Geschichte erschaffen, die von Anfang an das Kopfkino anspringen lässt. Da ich den Film noch nicht gesehen habe, hatte ich natürlich meine eigenen Bilder vor Augen. So konnte ich das Buch unverfälscht genießen. Wenn der Film nur ansatzweise so gut gemacht ist, wie das Buch geschrieben wurde, kann ich mich ja hier auch auf etwas freuen. Da dieser ja mit einem Oscar prämiert wurde, kann da ja nichts schief gehen. 

© Sina Frambach
Die Story ist ungewöhnlich, da sie die Freundschaft zwischen einer stummen Frau und einem stummen Wesen halb Mensch, halb Amphibie beschreibt. Die Ungerechtigkeit, die dem Deus Brânquia widerfährt, führt vor Augen, wie es draußen in der Welt zugeht. Und nicht nur zwischen „ungewöhnilchen“ Wesen, sondern vor allem zwischen den Menschen an sich. 

Die Autoren gehen auch auf das gesellschaftliche Leben im Jahre 1963 ein. Die Diskriminierung der Rassen, das Nicht-Ernstnehmen der Frauen und die Anfeindungen, die Homosexuellen gegenüber an den Tag gelegt werden. 

© Sina Frambach
In dieser Geschichte kann man sich einfach fallen lassen, denn sie vermischt geschickt Phantasie und Realität miteinander. Die Charaktere haben viel Tiefe und zeigen auch mal ungewöhnliche Eigenschaften, die man ihnen anfangs gar nicht zugetraut hatte. So ergibt sich eine sehr ungewöhnliche Story mit vielen Emotionen und rührenden Momenten, mit Freundschaft und Liebe, mit Mut und der Konfrontation der Wahrheit. 

Zeitweise hatte ich das Gefühl, mich tatsächlich im Jahr 1963 zu befinden, weil der Stil der Autoren einem die Geschichte so nahe bringt. Die Gefühle, die hervorgerufen wurden, haben mich zum Nachdenken gebracht. Wie würde ich wohl handeln, wenn ich an Elisas Stelle wäre? Könnte ich einem unbekannten Wesen vertrauen und gar eine Freundschaft aufbauen? Hätte ich den Mut, mich für dieses Wesen so sehr einzusetzen? Mein eigenes Leben in Gefahr zu bringen? Dies kann wohl wahrscheinlich erst beantwortet werden, wenn es wirklich so weit kommen würde.

Fazit:
Eine Liebesgeschichte, die zu Herzen geht. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2018
Format: Taschenbuch
Printseiten: 432
ISBN: 978-3-426-52307-0