Montag, 30. April 2018

Rezension // Anna Rosendahl - Meerblick inklusive von SONJA


© Sonja Kochmann


Ihr braucht ein Buch für den Strandurlaub? Ich hätte da eins. Denn Oma ist verschwunden und Meike macht sich auf die Suche nach Oma Elisabeth, die einfach abgehauen ist: nach Amrum!

Eine kleine Schnitzeljagd über die Insel wird für Meike viel mehr als nur die Suche nach ihrer Oma. Sie entdeckt, dass sie selbst Wurzeln auf der Insel und das Oma ein jahrzehntelang gehütetes Geheimnis hat.

Den besonderen Schreibstil von Anna Rosendahl oder viel mehr Andrea Russo (oder Anne Barns oder Anne Töpfer)  habe ich bereits im letzten Jahr für mich entdeckt, damals wusste ich noch nicht, dass die Autorin bei verschiedenen Verlagen derart fleißig ist und sich hinter diesen Pseudonymen versteckt. Doch der Stil ist unverkennbar. Die Liebe zur friesischen Landschaft, kulinarischen regionalen Besonderheiten und Familiengeheimnissen, die einfach gelüftet werden müssen.

Klar, dass die Liebe nicht zu kurz kommen darf. Denn eine neue Generation muss die Traditionen schließlich fortführen und selbst aus Fehlern klug werden. 

Meike entdeckt hier, dass ihre Oma unter dem Druck der damaligen Gesellschaft anders gehandelt hat, als sie es heute tun würde. Sie hat sich grad frisch getrennt und ist noch so richtig sauer auf die Männerwelt. Obwohl die Insel doch den ein oder anderen interessanten Insulaner zu bieten hat....auch Freundschaften werden geschlossen und man hätte Lust, sofort die Koffer packen und ans Meer fahren.

Ich habe mir dieses Buch sorgsam eingeteilt und immer dann gelesen, wenn ich für meine persönliche Auszeit in der Badewanne verschwunden bin. Das ein oder andere Mal war ich ganz schön schrumpelig, weil ich einfach nicht aufhören konnte: volle Punktzahl für diesen Ausflug nach Amrum. 



Verlag: Heyne
erschienen: 2017
Seiten: 368
ISBN: 978-3453418356


Rezension // Erin Watt - When it's Real: Wahre Liebe überwindet alles von SONJA


© Sonja Kochmann

Erin Watt begeistert ja mit ihrer "Paper" Reihe etliche Leser und so war ich neugierig auf dieses Werk. 

Und Hurra, der Schreibstil ist geblieben: locker und leicht mit spritzigen Dialogen UND es scheint tatsächlich (oder ersteinmal ?) ein Einzelband zu sein:

Oakley hat schon viel erlebt im Leben. Er ist zwar erst 19 Jahre alt, aber er blickt schon auf einige Jahre Showbizerfahrung zurück. Doch das Leben als Rockstar hat auch seine Schattenseiten: die Medien machen Jagd auf ihn für eine Schlagzeile. Positiv oder negativ, das ist für diese egal. Doch Oakley braucht dringend positive Schlagzeilen, um einen ganz bestimmten Produzenten von sich zu überzeugen.

Oakleys Managment engagiert kurzer Hand die 17jährige Vaughn. Die steht durch den Tod der Eltern bereits mit beiden Beinen fest im Leben und reagiert anders erwartet. Obwohl sie seine feste Freundin mimen soll, verfällt sie nicht in die gewohnte Schwärmerei, nein, sie bietet Oakley ordentlich Paroli.

Diese Dialoge sind wirklich toll gelungen und obwohl ich das Genre Young Adult inzwischen versuche zu meiden, finde ich beide Protagonisten durch ihre Eigenarten einfach toll.

Das Buch zeigt die Schattenseiten des Berühmtseins und die Kunstwelt des Social Media Marketings auf. 

Vielleicht sollte man als Nutzer dieser Kanäle und der Regenbogenpresse doch etwas skeptischer sein? Ein toller Ansatz für die jungen Leser.

Das Buch enthält jedoch am Rande noch eine weitere Geschichte um Oakleys Bodyguard und Vaughns Schwester. Beides sind wichtige Bezugspersonen. Vaughns Familie zeigt Oakley auf, wie ein Heim, auch ohne Eltern, sein kann. Denn außer seinem Bodyguard scheint er sich auf niemanden verlassen zu können. Seine Eltern sind viel zu sehr mit ihren eigenen Hollywoodkarrieren beschäftigt.

Kann er sich auf Vaughn verlassen und ist da vielleicht mehr? Und tut sie das alles nur für Geld?

Ein echtes "Seufzer"-Herzschmerzbuch: volle Punktzahl.


Verlag: Piper
erschienen: 2018
Seiten: 480
ISBN: 978-3492061087




Mittwoch, 25. April 2018

Rezension // Laurelin McGee - Miss Taken von SONJA


© Sonja Kochmann


INHALT:
Jaylene Kim ist entsetzt. Ihr Date mit Blake Donovan endete in einer Katastrophe. Wie konnte ihr ihre Nachbarin Andrea Dawson dieses Blinddate bloß antun? Ein Casanova und Macho so etwas geht gar nicht....

Da erscheint ihr der neue Nachbar Noah wesentlich gebildeter und kultivierter. Doch stille Wasser sind tief....

FAZIT:
Dieses ebook ist ein kleiner Bonus. Denn in dem ebook Mr. Undateable lernen wir den Grund von Jaylenes Frust, Blake Donovan, kennen. Man kann ihre Wut gut nachvollziehen und ich empfehle das ebook vorab zu lesen.

Der Charakter von Jaylene ist vielseitig gelungen. Einerseits ist sie eigenständig und redet sich als Feministin gern um Kopf und Kragen. Andererseits sehnt sie sich doch nach starken Armen und Liebe.

Ihr Nachbar Noah scheint auf den ersten Blick gebildet und kultiviert und scheint ihr loses Mundwerk und ihre feministischen Sprüche ertragen zu können, doch dass dieser andere Qualitäten hat und ihre andere Seite entdecken und fordern will, ist ungewohnt für diese selbstbewusste Frau. 

Der Weg zum Paar ist amüsant und gibt der Frau von heute ein bisschen was zum Nachdenken mit auf den Weg. Ich vergebe 8 von 10 Punkten. Das Autorenduo, dass hinter diesem Pseudonym steckt, werde ich im Auge behalten.


Verlag: Lyx digital
erschienen: 2018
Seiten: 108
ASIN: B079MC95PR

Rezension // Tim Erzberg - Sturmfeuer von SONJA


© Sonja Kochmann

INHALT:
Nach Hell-go-land wird es für die Polizistin Anna Krüger wieder mörderisch. Bei einer Kindersegelregatta verschwindet ein Kind. Kurz darauf stirbt an den Klippen Helgolands ein Mann. Anna Krüger vermutet in beiden Fällen ein Verbrechen und findet ein dunkles Geheimnis, das seinen Ursprung in den Kriegswirren 1945 auf der Insel fand.

FAZIT:
Nach dem Vorgängerroman Hell-go-land war ich gespannt auf die Fortsetzung. Um Annas Motive und auch ihr eigenes Defizit, eine wiederkehrende Migräne, nachvollziehen zu können, sollte jedoch der erste Band gelesen werden.

Der Erzählstil ist einfach und locker. Doch trotz der interessanten Vorfälle plätscherte die Handlung lediglich dahin und konnte mich diesmal nicht so recht begeistern. Hier und da bekam der Leser Einschübe zu den Ereignissen 1945 zu lesen. Doch außer ein paar Vermutungen aufgrund der Nachnamen der Personen, ergab sich lange kein Zusammenhang, so dass dadurch keine Spannung aufgebaut wurde.

Annas Migräne, ausgelöst durch ein Trauma, behindert ihre Arbeit als Polizistin sehr. Ich wage an dieser Stelle zu bezweifeln, dass sie überhaupt diensttauglich wäre. 

Die Irrungen und Wirrungen aus Vergangenheit und Gegenwart wirkten in Bezug auf die kleine Dienststelle auf Helgoland sehr konstruiert. Denn es ist doch unwahrscheinlich, dass die Insulaner sich einerseits sehr gut kennen, aber diese Entwicklung völlig an ihnen vorbei gegangen ist. 

Die Geschichte in Verbindung mit Annas Zustand und der Anzahl von drei Polizisten auf der Insel wirkt damit noch unglaubwürdiger.

Mich hat das Buch leider nicht überzeugt. Allerdings fand ich die Beschreibungen der Insel angenehm, da sie mich an meinen Ausflug dorthin erinnert haben. (Auf dem Bild ist ein Stein von Helgolandsklippen zu sehen.)

Ich vergebe 4 von 10 Punkten.

Verlag: Harper Collins
erschienen: 2018
Seiten: 384
ISBN: 978-3959671477

Sonntag, 22. April 2018

Rezension // M. A. Bennett - Bloody Weekend von SINA


© Sina Frambach
Greer, die ein Stipendium auf dem altehrwürdigen Internat STAGS erhalten hat, findet dort allerdings nur schwer Anschluss. Lange kämpft sie deshalb mit sich, ob sie die Einladung zu einem Wochenende mit den sog. Medievals, einer Gruppe IT-Teenies, annehmen soll. Doch sie ringt sich durch und nimmt die Einladung zum "Jagen-Schießen-Fischen-Wochenende" an. Sie sieht es als Chance, endlich mehr Beachtung zu erhalten.
Das Wochenende werden die sechs Medievals und drei ausgewählte Schüler auf dem Landsitz Longcross verbringen. Doch bald weiß Greer nicht mehr, wer denn gejagt wird. Denn komische Begebenheiten lassen sie zweifeln, ob alles mit rechten Dingen zugeht. 

Gleich zu Anfang weiß man, dass jemand am Ende des Buches stirbt, denn Greer erzählt ihre Geschichte rückblickend. Doch ist es wider Erwarten sehr interessant, langsam nachzuvollziehen, wie es denn zu allem kam.

© Sina Frambach
Wie erfahren zuerst etwas über die Charaktere. Dabei ist von Anfang an klar, wer gut und wer böse ist. 
Die Medievals, als sog. Wächter der Schule, lassen die ihren übertragenen Privilegien gerne heraushängen und benehmen sich auch gerne mal daneben, in dem sie beleidigen und großkotzig daherkommen. Deshalb gehen bei einem auch gleich alle Warnlichter an, als gerade von dieser Gruppe eine Einladung zu einem Jagen-Schießen-Fischen-Wochenende kommt. Und dies gerade an die Schüler, die sie am meisten auf dem Kieker haben. 

Greer, Nel und Shafeen sind die Außenseiter der Schule, können aber nicht widerstehen, die Einladung anzunehmen. 
Die Geschichte plätschert erst ein bisschen vor sich hin, bis die Gruppe endlich in Longcross ankommt. 
Dann geht es richtig lost. Es wird spannend, auch wenn gar nicht richtig viel passiert. Wir lernen aller noch genauer kennen und merken, dass "Geld haben" nicht gleichzusetzen ist mit "nett sein". Denn die Medievals lassen es sich nicht nehmen, auch hier mit dem piesacken weiterzumachen.

© Sina Frambach

Greer kommen immer mehr Zweifel an dem eigentlichen Vorhaben und sie beginnt, zu recherchieren. Wäre da nicht Henri, der Anführer der Medievals, der es nur mit Worten und zärtlichen Gesten schafft, Greer so sehr aus dem Konzept zu bringen, so dass sie nicht mehr klar denken kann. 

Die Handlung des Buches war etwas Neues für mich, da hier Jugendliche ohne erwachsene Hilfe anfangen, ein Psychospiel der besonderen Art zu betreiben. Grausam, verachtend und unwürdig. 

Das Setting hat mir sehr gut gefallen. Ein alter Landsitz, mit geheimen Orten, traumhaften Wäldern, schönen Seen. Die alte Schule, ein Gemäuer, dass Gemütlichkeit ausstrahlt, aber auch Strenge vermittelt. 

© Sina Frambach
Diese mittelalterliche Stimmung, die verbreitet wird, wird nur unterbrochen von dem modernen Denken von Greer, Nel und Shafeen. Diese interessante Mischung hat mir sehr viel Spaß gemacht. Denn einerseits konnte ich die Gründe der Medievals (nicht die Umsetzung) und auch die Argumente von Greer und ihren Freunden verstehen.

Auch wenn ich mit Greer, die die Geschichte ja erzählt, nicht so richtig warm geworden bin, konnte ich doch einige ihrer Handlungen nachvollziehen. 
Greer erscheint als Hauptcharakter etwas blass, obwohl man viel von ihr erfährt. Trotzdem hat sie ein paar Eigenarten an sich, die ich nicht so hinnehmen wollte. Erst am Ende des Buches gibt sie zu, dass sie früher eingreifen hätte müssen. Aber ihre Gefühle gerade für Henri, sie fehlgeleitet haben.

Als positiven Nebeneffekt lernt man einiges über Jagen (Hirsche), Schießen (Fasane) und Fischen (Fische :) ), was ich persönlich sehr interessant finde. Jetzt nicht das Jagen an sich, sondern die Informationen über das Verhalten und Leben der Tiere. 

Greer entpuppt sich als großer Sherlock Holmes-Fan. So ist es auch verständlich, dass man ein paar Parallele zu "Das letzte Problem" von Arthur Conan Doyle ziehen kann. 

Letztendlich kann ich sagen, dass das Buch einen großen Unterhaltungswert hat und bis auf die oben aufgezeigten Schwächen gerade am Anfang einen spannenden Handlungsrahmen aufweist. 

Fazit:
Romantisches Setting, spannende Handlung, ungewöhnliche Charaktere. Ich vergebe 7 von 10 Punkten.

Verlag: Arena
erschienen: 2018
Format: Hardcover
Printseiten: 344
ISBN: 978-3-401-60399-5

Rezension // Julie Murphy - Dumplin': Go big or go home von SINA

© Sina Frambach

Willowdean, von ihrer Mutter liebevoll Dumplin', Knödel, genannt, ist 16 Jahre alt, ein riesiger Dolly-Parton-Fan und dick. Bis jetzt hat ihr dies nichts ausgemacht, fühlte sie sich wohl und zusammen mit ihrer besten Freundin Ellen hatte sie alles, was sie brauchte. Bis Bo sie küsst. Bo, sportlich, gut aussehend und nett...
Plötzlich ist für Willowdean alles anders. Sie fühlt sich unwohl in ihrem Körper, alle scheinen sich über sie lustig zu machen und auch sonst läuft irgendwie alles schief.
Willowdean fasst einen Entschluss: Um es allen zu zeigen, meldet sie sich bei dem jährlich stattfindenden Schönheitswettbewerb an.

Ich finde es immer gut, wenn man sich mit den Protagonisten identifizieren kann und mit ihnen auch sehr viel gemein hat. So weiß man immer genau, was der Charakter durchmachen muss, weil man so etwas schon selbst erlebt hat.

© Sina Frambach
Willowdean ist ein sehr fröhliches Mädchen. Sie ist clever, hübsch, freundlich und hilfsbereit. Sie zeigt keinen Neid, schon gar nicht gegenüber ihrer besten Freundin Ellen. Und sie hat Träume. Träume, die jedes 16jährige Mädchen hat.
Bei Willowdean ist es Bo. Mit ihm arbeitet sie zusammen in einem Fast-Food-Laden und schwärmt heimlich für ihn. Doch sie denkt, Bo ist für sie unerreichbar. Er sieht sehr gut aus, ist sportlich und Willowdean so gar nicht sein Typ. Denkt sie zumindest.
Bis Bo sie küsst. Und damit alles verändert. Diese "Kleinigkeit" bringt Willowdean so sehr aus dem Konzept, dass sich auf einen Schlag ihr ganzes Leben ändert.

Sie verkracht sich mit ihrer besten Freundin Ellen und meldet sich beim Schönheitswettbewerb an. Eine mutige Entscheidung, denkt sie. Doch womit sie nicht gerechnet hat, ist den Zuspruch, den sie erhält. Von Mitschülern, die ebenfalls Schönheitsmängel vorweisen. 
Und plötzlich ist Willowdean der Star in ihrem Umfeld. Hier fühlt sie sich ein bisschen wie Dolly Parton. Und trotzdem sehr unwohl.

© Sina Frambach

Die Autorin erzählt in flüssiger und witziger Weise Willowdeans Geschichte, so dass man richtig Lust bekommt, ins Buch zu krabbeln und ebenfalls an Willowdeans Seite für "das Gute" zu kämpfen.

Willowdean kämpft und gibt sich tapfer und stark. Doch braucht sie selbst jemanden, der ihr zuredet und ihr hilft, alles durchzustehen.
Leider bekommt sie weder von ihrer Mutter, einer damaligen Gewinnerin des Schönheitswettbewerbs noch von ihrer besten Freundin Rückhalt. Dies hat mich sehr traurig gemacht, sollte doch gerade die Mutter stolz darauf sein und sie unterstützen. Ich hatte den Einruck, dass Willowdeans Mutter ihren alten Zeiten hinterhertrauert und gehofft hatte, dies durch Willowdean nochmals erleben zu können. Aber Willowdean hat sich zu einer sehr eigenständigen Person entwickelt und nicht zu einem Abbild der Mutter.

Es gibt so viele schöne Szenen in dem Buch, aber auch die Schattenseiten werden nicht außen vor gelassen. Mehr als einmal kamen mir die Tränen. 

Die Autorin, selbst übergewichtig, wusste zu genau, wo die wunden Punkte sitzen. Doch schon allein mit ihrer Widmung "Für all die Mädchen mit den dicken Hintern" macht sie Mut und gibt ein bisschen Kraft.

© Sina Frambach

"Dumplin'" ist für Schokoladen-Fans, für Dolly-Parton-Vernarrte, für Schönheitsköniginnen mit Mängeln und vor allem für die, die meinen, sie seien hässlich. Oh nein, dass seid ihr nicht! Ihr seid perfekt!

Fazit:
Ein Sieg auf ganzer Linie. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: FJB
erschienen: 2018
Format: Hardcover
Printseiten: 400
ISBN: 978-3-8414-2242-2

Montag, 9. April 2018

Rezension // Sara Rider - Going for the Goal von SONJA


INHALT:
Sportagentin Jillian Nichols musste viel für ihren Kundenstamm tun, um sich in einer Männerdomäne behaupten zu können. Doch als Nick „The Punisher“ Salinger, Eishockeyrüpel wie er im Buche steht, sie um einen Vertrag bittet, will sie aufgrund ihrer eisernen Grundsätze am liebsten ablehnen. Doch kann und will sie dies überhaupt? Vor Jahren hat er ihr bereits den Kopf verdreht....

FAZIT:

Aufgrund des Klappentextes musste ich unbedingt zugreifen. Denn ich liebe solche Liebesgeschichten, die sich um kernige Sportler drehen.

Dieses Buch ist Teil der Reihe "The Perfect Play". Allerdings merkt man beim Lesen nicht, dass es zwei Vorbände "For the Win" und "Keeping Score" gibt. In "For the Win" geht es um Lainey Lukas, die hier überhaupt nicht erwähnt wird. In "Keeping Score" geht es um Jaime Chen, die als Nebenfigur in einigen kleinen Szenen vorkommt.

Sara Rider hat einen erfrischenden Schreibstil und so fliegen die Seiten leicht und locker mit Witz und Charme der Protagonisten nur so dahin. Die zu erwartende Dosis Erotik kommt natürlich mit einigen zu lösenden Problemen hinzu.

Jillian ist eine tatkräftige Heldin. Sie kann fast jedes Problem für ihre Schützlinge lösen und geht in ihrem Job auf. Dass sie sich dabei meist selbst vergisst, ist ihr egal. Sie will als Sportagentin, dass beste für ihre Schützlinge. Ihre Beweggründe sind glaubhaft dargestellt und sie findet in dem scheinbar skrupellosen Eishockeyrowdy Nick einen ungewohnten Beschützer. 

Nick, der aufgrund seiner Position auf dem Eis und seiner Medienberichte eher als Schläger wahrgenommen wird, hat jedoch eine fürsorgliche Seite. Damit ergänzen sich beide schneller als gedacht (trotz zurückliegender Ereignisse). Was da noch alles passieren muss, damit die Kuh vom Eis oder der Eishockeyspieler vom Eis ins Bett kommt, müsst ihr selbst lesen!

Ich würde mir vom Verlag wünschen, dass auch die übrigen Bücher übersetzt werden, denn Sara Rider kann mit den bisher in Deutschland erschienenen "Sportlerliebesgeschichten" hervorragend mithalten: volle Punktzahl.

Verlag: forever
erschienen: 2018
Seiten: 370
ISBN: 978-3958189638


© Sonja Kochmann

Rezension // Jennifer Ryan - Montana Dreams: So tief wie die Sehnsucht von SONJA


INHALT:
Colt und Luna: es gab einen Kuss vor einiger Zeit und dennoch wurden beide kein Paar. Als Luna ein Jobangebot in einer anderen Stadt erhält und ihr väterlicher Freund Wayne stirbt, überschlagen sich die Ereignisse. Haben die beiden eine Chance?

FAZIT:
Ich bin bzw. war verwirrt. Laut Ankündigung des Verlages soll dies der vierte Teil der Reihe "Montana Dreams" sein.

Aber ... das macht keinen Sinn, weil im dritten deutschen Band "So berauschend wie die Liebe" wir die Kendricks das erste Mal am Rande kennen lernen. Alle drei Söhne sind zu diesem Zeitpunkt Single. 

Hier erfahren wir nun, dass Rory Kendrick Sadie heiraten wird und dass es ein ordentliches Drama um die beiden gab. Colt Kendrick und Luna haben sich bereits kennengelernt und wohl auch geküsst. Warum? Wieso?

Ich habe mich ein Drittel des Buches gefragt, warum ich die ablaufende Handlung nicht nachvollziehen kann, weil die Protagonisten, wie es ja bei diesen Reihen üblich ist, einfach da weiter machen, wo die Handlung aufhörte (nur halt mit neuer Pärchenbildung). 

Ich habe auf der Homepage der Autorin herausgefunden, dass der englische Band "Stone Cold Cowboy" im Deutschen übersprungen wurde. Schade. Das Buch verliert einiges dadurch. 
Der nächste Band wäre der verbliebene Bruder Ford Kendrick mit "His Cowboy Heart". 

Zu beiden Teilen konnte ich noch keine Vorankündigung finden, was ich sehr ärgerlich finde. Denn die drei Brüder gehören zusammen, was anhand der beschriebenen Familienbande sehr deutlich wird.

Räumt man die Fragezeichen der fehlenden Geschichte beiseite, so ist die Familie Kendrick und auch die Ranchmitarbeiter von Wayne ein liebenswerter Haufen, der Luna hilft, sich als echte Ranchbesitzerin zu bewähren. 

Die Gefahr durch die Neider ist sehr spannend und mehr möchte ich, trotz meiner Kritik, über die erotische Lovestory im Westernstyle nicht verraten. Da dies jedoch meinen Lesespaß zu Beginn des Buches sehr beeinflusst hat, vergebe ich nur 5 von 10 Punkten, was der Verlag durchaus hätte vermeiden können!


Verlag: Mira Taschenbuch
erschienen: 2018
Seiten: 384
ISBN: 978-3956497704



© Sonja Kochmann

Sonntag, 8. April 2018

Rezension // Geneva Lee - Game of Destiny von SONJA



INHALT:
Emma Southerly und Jamie West: eine ereignisreiche Nacht in Las Vegas brachte die beiden zusammen. Doch der Mörder von Jamies Vater ist noch auf freiem Fuß und die beiden stolpern bei der Recherche über ein Geheimnis nach dem anderen. Haben die beiden eine Chance?

FAZIT:
Endlich ist der dritte und letzte Teil da. Endlich werden wir erfahren, was es für Geheimnisse um Emma und Jamies Familien gibt. Und wer ist denn nun der Mörder? In einer Stadt wie Las Vegas kann es jeder sein. Sex, Geld, Macht und Sünde spielen um die Gunst der Bewohner und der Touristen.

Geneva Lee hat es geschafft in allen drei Teilen (1. Game of Hearts und 2. Game of Passion) die Spannung konstant zu halten. Nie wurde es langweilig. Denn die Suche nach dem Täter lässt die beiden Hauptprotagonisten erwachsen werden. 

Das Buch gehört meiner Meinung nach zum Young Adult Genre, aber nun...haben Emma und Jamie....es getan und müssen mit den Konsequenzen leben. 

Aktuelle Themen wie z. B. der Hollywoodskandal um #metoo und Instagramaccounts machen das Buch, trotz der funkelnden und strahlenden Umgebung von Las Vegas, brandaktuell und glaubwürdig .

Die Vielzahl der Tatverdächtigen und der Motive sorgen für eine spannende Trilogie mit einem überraschenden und meisterlich gelösten Verbrechen. Volle Punktzahl.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2018
Seiten: 304
ISBN: 978-3734104817


© Sonja Kochmann

Donnerstag, 5. April 2018

Rezension // Andy Weir - Artemis von SINA


Jazz ist Schmugglerin. Schließlich ist das Leben auf dem Mond recht teuer und so verdient sie sich einiges mit dieser Tätigkeit dazu. Ihr eigentlicher Job ist Trägerin, d. h. sie bringt Waren, die von der Erde kommen zu ihren Empfängern. Als sich eines Tages ein illegaler Job als sehr lukrativ für erweist, schlägt sie zu, weil sie mit dem zu verdienenden Geld endlich ein besseres Leben führen kann. Doch alles geht schief und plötzlich wird Jazz zu der Person, die die Menschen auf dem Mond retten muss.

Nach "Der Marsianer" war ich sehr gespannt auf das neueste Werk des Autors. Diesmal befinden wir uns auf dem Mond und schmuggeln zusammen mit Jazz Bashara Luxusgüter, die eigentlich auf dem Mond verboten sind. 
Dabei lernen wir so einige Personen der Stadt Artemis kennen, die allesamt eine wichtige Rolle spielen.

Der Autor hat es wieder geschafft, alle technischen oder physikalischen Begebenheiten so zu beschreiben, dass auch ein Laie versteht, wie denn die Stadt auf dem Mond überhaupt existieren kann. Dabei bedient er sich auch einer sehr bildgewaltigen Sprache, so dass man keinerlei Mühe hat, sich vorzustellen, dass auf dem Mond tatsächlich solch eine gewaltige Anlage entstanden ist. 

Jazz ist eine liebenswerte junge Frau, die sich eigentlich nur wünscht, endlich aus dem "armen" Leben, dass sie führt, zu fliehen und ein "reiches", d. h. besseres Leben in einem anderen Stadtteil zu führen. Dabei führt sie kleinere kriminelle Schmuggeleien durch, um sich das Leben zu ersparen, dass sie sich wünscht.

Die Aussicht, etwas schneller an dieses Leben heranzukommen, führt Jazz dazu, einen größeren Auftrag auszuführen und damit eine Firma zu ruinieren, um einer anderen Firma die Möglichkeit zu geben, die größte der Stadt zu werden. Und plötzlich kommt sie dabei einer Verschwörung auf die Spur.

Jazz ist nicht auf den Mund gefallen. Sie sagt, was sie denkt und eckt dabei auch gewaltig an. Aber weil sie eben ihr Herz auf der Zunge trägt, macht sie sich so einige Freunde und kann deshalb auf Hilfe zählen, als sie diese am dringendsten braucht.

Mir hat es Spaß gemacht, Jazz auf dem Mond zu begleiten. Die Idee, die der Autor hier verarbeitet hat, war sehr interessant, gut durchdacht und bietet eine Menge Potential.

Und doch hat mir "Der Marsianer" besser gefallen, weil einfach mehr Spannung vorhanden war. Außerdem ist Jazz ein sehr cleveres Mädchen. Sie könnte ihr Potential ausschöpfen und eigentlich einen richtig guten Job machen. Doch verlegt sie sich lieber aufs Schmuggeln. 

Die technischen Begebenheiten, die auf dem Mond verarbeitet sind, sind klug durchdacht. Großen Respekt vor dem Autor, dass er sich hier so in die Materie eingearbeitet hat, diese aber so einfach und spielerisch erklärt, dass sie jeder versteht. Dies hat mir in dem Vorgängerroman schon gefallen und ich hoffe, dass der Autor diesen Stil auch weiter beibehält.

Fazit:
Ein Ausflug zum Mond mit spannenden Abenteuern. Von mir gibt es 8 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne
erschienen: 2018
Printseiten: 432
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-453-27167-8

Rezension // Anja Janotta - Die Trabbel-Drillinge: Heimweh-Blues & Heisse Schokolade (1) von SINA



Franka, Vicky und Bella sind eineiige Drillinge. Klar, dass sie dies natürlich berühmt macht. Schließlich kommt so etwas nur 1 : 200 Millionen mal vor. Als ihre Mutter auf dem Land ein Bio-Hotel eröffnen will, wissen die drei, dass das bestimmt ganz schön öde wird. Und tatsächlich: mieses Internet, keine Freunde und zu dritt in einem Doppelbett, weil der Rest des Hotels eine Baustelle ist. Die Drillinge wissen jedoch auch, dass Zusammenhalt das Wichtigste ist und mit Schokolade und guten Ideen ganz sicher alles wieder gut wird.

Franka, Vicky und Bella sind etwas ganz Besonderes. Als Drilling geboren zu werden, ist eine Chance von 1 : 200 Millionen. Und da die drei wissen, dass sie besonders sind, nutzen sie dies auch zeitweise aus. So übernimmt z. B. Bella manchmal die Rollen der beiden anderen, wenn es um Prüfungen in der Schule geht. Ähnliche Aktionen führen auch mal dazu, dass etwas Verwirrung gestiftet wird.
Aber wenn es hart auf hart kommt, sind die drei ein Herz und eine Seele. Und wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können.

© Sina Frambach

Aber auch ein Drilling braucht mal Abstand von seinen Geschwistern. Dies ergeht zumindest Franka so. Da sie die "Nette" der drei ist, ist es auch sie, die immer nachgibt oder hilft. Doch Franka will dies nicht mehr und versucht sich abzukapseln. Dies führt natürlich auch zu vielen Komplikationen. 

Die Drolligen sind ein lustiges Gespannt und ergänzen sich auch gut. Der Computernerd Vicky, die Beauty-Queen Bella und die nette Franka, die mit ihren Kochfähigkeiten so manches Wohlgefühl verströmt. Vor allem Schokolade hat es ihr angetan und die verarbeitet sie in allen möglichen Variationen, bevorzugt jedoch in heißer Schokolade. 

Und plötzlich werden die drei High-Society-Girls in das luftige Landleben gestoßen, wo ihre Mutter ein Bio-Hotel eröffnen möchte. Aber anstatt sich in das neue Leben zu fügen, trotzen die drei und versuchen mit aller Gewalt, sich ja nicht anzupassen. Bis Details aus dem alten Leben auf das Land dringen, und die drei plötzlich mit einigen Anfeindungen rechnen müssen. 

© Sina Frambach

Die Autorin beschreibt das Drillings-Leben zuerst als eine Art Party, bis alle drei merken, dass sie Abstand voneinander brauchen. Und so fangen sie an, ihre eigenen Wege zu gehen. Aber trotzdem merkt man immer die Verbundenheit, die bei den dreien herrscht. 

Der witzige Schreibstil lässt einem durch das Buch fliegen und man begleitet die drei auf einem sehr ungewöhnlichen Weg zu einem neuen Leben. 

Fazit:
Viel Trabbel mit den Trabbel-Drillingen. Von mir gibt es 7 von 10 Punkten.

Verlag: cbj
erschienen: 2018
Printseiten: 224
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-570-17536-1

© Sina Frambach

Rezension // Christopher Golden - Der Fährmann von SINA

© Sina Frambach

Nachdem Janine ihr ungeborenes Baby verloren hat, muss sie ihr Leben wieder in geregelte Bahnen bringen. Unterstützung findet sie dabei von ihrer besten Freundin Annette und ihrem Ex-Freund David. Doch immer wieder quälen sie Albträume, in denen ihr ein Fährmann erscheint und ihr droht.
Auch David bekommt Besuch von totgeglaubten Personen, die ihm nach dem Leben trachten. 
Als Janine und David wieder zueinander finden, nimmt die Gefahr zu und so suchen sie Unterstützung bei Father Charles, der ihre Geschichte nicht als Spinnerei abtut. Die Nachforschungen führen jedoch zu einem Ergebnis, dass nur auf eins hinführen kann: einer muss sterben, um den Albtraum zu beenden.

Schon das aufwendig gestaltete Cover lädt ein, das Buch bloß zu besitzen. Düster kommt es daher und der schwarze Buchschnitt macht den Einruck dann noch vollkommen. Der kurze, prägnante Eitel weckt noch mehr die Neugier und durch den Klappentext wird man quasi genötigt, sich dem Werk sofort zu widmen.
So ging es zumindest mir. Und ich kann nun endlich sagen: es lohnt sich! Denn was das Äußere verspricht, wird im Inneren gehalten.

© Sina Frambach

Die Protagonisten Janine und David sind von Anfang an sehr sympathisch. Vor allem David, der sich als wahrer Gentleman entpuppt. Er ist zuvorkommend, hört zu, ist aufmerksam und hilfsbereit. Er denkt zuerst an andere, bevor er sich um sich selbst kümmert. Ihn quälen zwar auch düstere Geschehnisse aus der Vergangenheit, trotzdem versucht er mit beiden Beinen auf dem Boden zu bleiben und vor allem eine logische Erklärung für das Unerklärliche zu finden.
Janine, die mit dem Verlust ihres ungeborenen Kindes zu kämpfen hat, wird von Albträumen gequält. Diese führen dazu, dass Janine ernsthaft an ihrem Verstand zweifelt. Sie versucht gegenzusteuern, doch kann sie teilweise nicht unterscheiden, ob sich alles in der Realität abspielt. 

Was hinter allem steckt wird nur langsam aufgeklärt. Dabei bedient sich der Autor eines sehr bildhaften Schreibstils. Dadurch entsteht ein regelrechtes Kopfkino, das es einem möglich macht, sich ganz in der Geschichte zu verlieren. 

© Sina Frambach

Durch das düstere Szenario wird der Eindruck erweckt, dass alles aussichtslos erscheint. Nur ganz kleine Lichtblicke lassen Hoffnung entstehen.

Die Spannung zieht sich durch das ganze Buch und lässt auch keinen Augenblick nach. So fliegt man durch die Geschichte, leidet mit den Protagonisten und such selbst nach Antworten und Lösungen.

Die Vermischung der Realität verhindert aber auch, dass diese Geschichte im Einheitsbrei der Bücher untergeht. So hebt sich das Buch gewaltig ab und bietet dabei einen sehr großen Unterhaltungsgrad. 

Dies wird auch durch die schönen Illustrationen im Inneren unterstützt. Hier wird das Düstere nochmals eingefangen und fürs Auge weitergegeben.

© Sina Frambach

Mich persönlich hat das Buch sehr in den Bann gezogen. Jede freie Minute habe ich damit verbracht und hätte auch gut und gerne noch viel weiter lesen können. Umso gespannter bin ich auf das neueste Werk des Autors, der sich nun einen Favoritenplatz in meinem Bücherregal erarbeitet hat.

Fazit:
Pure Spannung, gute Unterhaltung und schöne Illustrationen - eine perfekte Mischung. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Buchheim Verlag
erschienen: 2017
Format: Hardcover
Printseiten: 372
ISBN: 978-3-946330-01-1

Rezension // Patrick Ness - Sieben Minuten nach Mitternacht von SINA

© Sina Frambach

Conor ist 13 Jahre alt und glaubt nicht mehr an Monster. Allein vor seinen Albträumen fürchtet er sich. Und diese kommen jede Nacht, seit seine Mutter schwer erkrankt ist. Als um sieben Minuten nach Mitternacht jedoch ein Monster bei Conor auftaucht und ihm mit Geschichten seine Weisheit vermittelt will, weiß Conor, dass der Schmerz, der in ihm wohnt, etwas Gefährliches von ihm abverlangt. Doch was, muss er erst herausfinden.

Wenn man sich auf diese Geschichte einlässt, muss man darauf gefasst sein, dass die Emotionen über einen hereinbrechen. Bei mir war es so, denn was Conor in seinem jungen Alter erleben muss, sollte nicht sein. Die Mutter schwerkrank, muss Conor zu früh erwachsen werden. Wenn es seiner Mutter sehr schlecht geht, kümmert er sich um den Haushalt, macht sich und seiner Mutter essen. Regelmäßig geht er in die Schule und macht seine Hausaufgaben. Begleitet wird er dabei von neugierigen Blicken und Fragen von Schülern und Lehrern. Doch Conor gibt sich tapfer.

© Sina Frambach

Schon allein dies hat mich unheimlich traurig gemacht, weil Conor, so tapfer und mutig er sich gibt, vollkommen auf sich gestellt ist. Er hat keinen, dem er sich anvertrauen kann, keinen, der ihm hilft, durch die Sache zu kommen.
Sein Vater ist nach Amerika gezogen, seine Großmutter interessiert sich nur für ihren eigenen Schmerz.

Doch dann taucht das Monster auf, sieben Minuten nach Mitternacht. Und Conor hat keine Angst. Sondern nur Fragen, die ihm leider noch nicht beantwortet werden.

Der Autor hat einen wunderbaren Schreibstil, so dass man sich mitten in der Geschichte befindet und auch mitleidet. Ich hätte Conor so gerne in den Arm genommen und ihm gesagt, dass alles gut wird. Dass er weiter tapfer sein und auch seine Gefühle zulassen soll. Dass er noch Kind sein soll. Dass er alles so toll macht und sich wunderbar um seine Mutter kümmert. 

© Sina Frambach
Doch leider kann ich dies nicht, deshalb konnte ich ihn nur begleiten auf seinem Weg. Unendlich traurig und mit vielen Emotionen gespickt erlebt man, wie sich Conor auf etwas vorbereitet, was sein Leben nachhaltig verändern wird.

Der Autor erzählt mit einfühlsamen Worten Conors Geschichte. Dabei schont er aber den Leser nicht.  Die Krankheit der Mutter steht immer im Vordergrund und durch den Einblick in Conors Gedankenwelt erfährt man auch von seinen Ängsten, die er nach außen nicht richtig preis gibt. 

Die Charaktere haben entsprechend des Themas auch viel Tiefe. Ebenso das Monster, das Conor erscheint. Es wirkt furchteinflößend, entwickelt sich dann jedoch ganz anders als gedacht. 

© Sina Frambach

Die Geschichte ist unendlich traurig. Und gleichzeitig wunderschön. Das Ende ist von vornherein bekannt, und doch ist es bitter, wenn man die letzte Seite gelesen hat. 

Die Illustrationen im Buch sind noch mal das Tüpfelchen auf dem I. Denn sie unterstreichen die Geschichte auf eindrucksvolle Weise. Den zugehörigen Film habe ich noch nicht sehen können und ich bin mir auch noch nicht sicher, ob ich diesen sehen möchte. Wenn beim Buch schon solche Emotionen hochkommen, dann will ich nicht wissen, was laufende Bilder bewirken können.

Fazit:
Taschentücher bereit halten. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: cbj
erschienen: 2017
Printseiten: 224
Format: Taschenbuch
ISBN: 978-3-570-40347-1

© Sina Frambach