Mittwoch, 27. Juni 2018

Rezension // Mona Kasten - Save You von SONJA


© Sonja Kochmann

Mona Kasten hat uns Leser ja mit "Save me" einen gemeinen Cliffhanger hinterlassen. An dieser Stelle empfehle ich unbedingt den Vorband zu lesen, da man in diesem Band die einzelnen Protagonisten und Beweggründe erfährt.

Ruby hat es aufgrund der Ereignisse des Vorbandes wahrlich den Boden unter den Füssen weggerissen. Sie ist zutiefst enttäuscht und verkriecht sich in ihrem Zimmer, obwohl sie doch eigentlich einen sehr guten Abschluss in Maxton Hall erzielen will, damit sie sich ihren großen Traum erfüllen kann: ein Studium in Oxford.

Während Ruby an einem gebrochenen Herz leidet, haben auch die anderen so ihre Sorgen: James und Lydia betrauern den Tod der Mutter, James muss in der Firma einen Platz einnehmen und Lydias Schwangerschaft schreitet voran. Aber auch Lin, Ember, Cyril, Alistair und Wren werden mit einigen Problemen konfrontiert.

Es scheint, als ob das letzte Schuljahr nicht problemlos ablaufen wird. Mona Kasten ist es durch die Vielfalt der aufkommenden Probleme gelungen, einen spannenden zweiten Band einer Trilogie abzuliefern.

Ruby und James lieben einander. Es ist klar, dass die Reihe nicht durch die dramatischen Vorfälle und die Trennung beendet ist. James gibt nicht auf und versucht, geschickt wieder einen Platz in Rubys Leben einzunehmen. Hat er Erfolg? Lest selbst. Eine gelungene und schön beschriebene Taktik dieses Herzensbrechers.

Bei den detaillierten geschilderten Problemen zu einer Schwangerschaft und den Gerüchten im Netz habe ich mich allerdings als Leser gefragt, ob die Autorin inzwischen an einem "privaten" Projekt arbeitet und u. U. ihre eigenen Erfahrungen niedergeschrieben hat. Wer weiß? Wir werden es bestimmt erfahren.

Interessant fand ich auch die Trends wie Bullet Journal schreiben und ASMR-Videos zur Entspannung schauen. Von dem letzten Trend hatte ich persönlich noch nie etwas gehört und habe mir dann gleich einmal ein paar im Netz angeschaut.

Bei all den Problemen scheint der Zusammenhalt durch Familie und Freunde der Schlüsselpunkt zu sein. Während Rubys Familie idyllisch Gesellschaftsspiele spielt und füreinander da ist, sieht es bei den Beauforts wesentlich herzloser aus, obwohl hier aufgrund der guten finanziellen Lage die Sorgen weniger existenziell sein dürften. Ein krasser Gegensatz, der aufzeigt, dass Geld allein nicht glücklich macht.

Werden Ruby und James wieder eine Grundlage für ihre Partnerschaft finden? Wie kam es überhaupt zu den neuen Problemen? Kann Lydia offen zu ihrer Schwangerschaft stehen? Wird Rubys kleine Schwester mit ihrem Blog "Bellbird" Erfolg haben und wird sie einen Fehler bezüglich eines Jungen machen?

Fragen über Fragen und ein weiterer fieser Cliffhanger. Ich vergebe volle Punktzahl.


Verlag: Lyx
erschienen: 2018
Seiten: 384
ISBN: 978-3736306240

Rezension // Lucy Score - Mr. Fixer Upper: Bauplan für die Liebe von SONJA



© Sonja Kochmann
"Kings of Destruction" so heißt eine beliebte Heimwerkersendung im TV. Gannon und Cat King werkeln an Häusern herum und überraschen die Besitzer mit einen renovierten Haus.

Ein Format, das sowohl im amerikanischen als auch deutschen Fernsehprogramm bekannt sein dürfte. Die Besonderheit: der Handwerker Gannon ist sexy hoch drei und treibt seine Aufnahmeleiterin Paige regelrecht in den Wahnsinn. Die Produzenten sehen den Funkenflug und wittern eine weitere PR Möglichkeit: Gegen ihren Willen muss Paige nun vor die Kamera und von da ab geht es drunter und drüber.

Mir hat die Geschichte drum herum hier sehr gut gefallen: quasi tool time und Co in sexy. Ich hatte die einzelnen Häuser und das Gewusel der Crew regelrecht vor dem geistigen Auge. Die Freude beim Eintreffen der Handwerker und die persönlichen Schicksale der ausgewählten Familien für das Reality Format hat die Autorin glaubhaft geschildert. Vermutlich hat sie auch das ein oder andere Stündchen vorm Fernseher verbracht und hat beim Zerstören und Wiederaufbauen zugeschaut.

Die Dialoge von Paige und Gannon sind wirklich gelungen und man ahnt, dass beide einfach zusammen gehören. 

Das Dilemma von Paige, dennoch ihre Glaubwürdigkeit im Job zu behalten, wenn man sich indirekt auf seinen Boss oder Star der Sendung einlässt, bringt ernstere Töne in diesen erotischen Liebesroman. Die Autorin hat sich übrigens auch bewusst hierfür entschieden, wie man im Nachwort erfährt.

Dies ist mein erstes Buch von Lucy Score gewesen, aber sollten weitere übersetzt werden, worum ich den Verlag an dieser Stelle bitte, werde ich wieder zu schlagen: volle Punktzahl.

Verlag: forever
erschienen:
Seiten: 408
ISBN: 978-3958189676

Rezension // Ransom Riggs - Die Legenden der besonderen Kinder von SONJA


© Sonja Kochmann

Ransom Riggs hat es geschafft, mit seiner Reihe über die besonderen Kinder, die Erwachsen zurück in die Welt der Geschichten zu holen. Denn welche Attraktionen und welche, der erzählten Geschichten sind wahr und welche erfunden? Weilen Besondere unter uns? Die Buchreihe und auch die Verfilmung hat mich bereits in seinen Bann gezogen. 

Nun kommt dieses besondere Büchlein in seiner besonders schönen Aufmachung daher. Edel, golden und mit einem besonderen Einband erinnert es mich an die Märchenbücher von früher.

Die Sammlung wurde inoffiziell von Millard Nullings zusammengestellt, der uns als Autor der besonderen Chronologie der Zeitschleife von Mrs. Peregrine bekannt ist.

Wer bislang noch nicht in die Welt der Besonderen hineingeschnuppert hat, der dürfte mit diesem Buch einen gelungenen Einstieg in diese faszinierende Welt finden. 

Hier erfährt man vom Entstehen der ersten Zeitschleife und der Not der Besonderen zusammen mit normalen Menschen zu leben. Akzeptanz des anderen spielt eine große Rolle. Ein Thema, dass durchaus auf die heutige Zeit anzuwenden ist. Daher gleichen die Geschichten den Fabeln und Märchen aus meiner Kindheit. Ein Körnchen Wahrheit oder eine versteckte Botschaft ist immer enthalten.

Nicht nur das Äußere des Buches oder die Legenden an sich sind besonders erwähnenswert: auch die Zeichnungen zu jeder Geschichte sind besonders gelungen. Man freut sich regelrecht auf den Beginn einer neuen Geschichte, um zu sehen, welche Zeichnung Andrew Davidson hierfür vorgesehen hat. Und nun ein letztes Mal: für dieses besondere Büchlein vergebe ich 8 von 10 Punkten!

© Sonja Kochmann

Verlag: Knaur HC
erschienen: 2018
Seiten: 208
ISBN: 978-3426226568


Rezension // Markus Heitz - Die Klinge des Schicksals von SONJA

© Sonja Kochmann


"Die Klinge des Schicksals" ist kein einfaches Buch für mich gewesen, obwohl Markus Heitz einer meiner absoluten Lieblingsautoren ist, tat ich mich an diesem Buch anfänglich etwas schwer, so dass ich es zwischendurch einmal weggelegt habe.

Markus Heitz hat in diesem Buch eine neue vielseitige und vielfältige Welt erschaffen. Es ist also bislang ein Einzelband. Die Heldin des Buches ist die sogenannte Klinge des Schicksals genannt Danestra. Sie wird beim Eintreten in die Schlafphase vom Schicksal an den Ort im Land katapultiert, an dem sie Unrecht wieder gut machen oder ausgleichen soll. Ihre Geschichten und Heldentaten sind legendär, so dass sie, trotz ihres Alters, geachtet und gefürchtet ist.

An dieser Stelle hat sich der Autor den Spaß erlaubt und hat zwischen den Kapiteln kleine Textpassagen des fiktiven (?) Autors Mahetian Tintenfain eingefügt, der im besagten Land dafür bekannt ist, die Abenteuer der Klinge mit kleinen Groschenheftchen festzuhalten und zu verbreiten.

Danestra trifft auf die schwangere Kalenia, die von einem brutalen Überall auf eine Köhlersiedling im Wald berichtet. Eine Verschwörung soll das Land bedrohen. Denn das Land auf dem die Menschen leben, wird tagtäglich durch eine vorrückende Wildnis dezimiert. Kann die Klinge dem schwangeren Mädchen trauen? Ist dies wirklich ihre Aufgabe?

Trotz einer Auflistung der "Dramatis Personae" hatte ich anfänglich etwas Mühe mich zwischen den vielen fremden Namen und Orten zurecht zu finden. Nach meiner kleinen Pause, fand ich dann doch in die Geschichte hinein und musste um Danestra und ihr Gefolge, dass Seite um Seite durch eine Vielzahl an charakterstarken Nebenfiguren anwuchs, bangen. Gerade diese Vielzahl machte es unübersichtlich und spannend zugleich!

Seeschlangen, Augenfresser, Nebelaffen, Crocodyle und anderes Getier bedrohen die Helden der Geschichte und diese wurde immer packender.

Für Fantasy Fans ein Muss! Rache, Hass und Gerechtigkeit sind hier glaubhaft dargestellte Beweggründe. Doch ob dies alles ist, müsst Ihr selbst herausfinden. Ich vergebe 7 von 10 Punkten aufgrund meiner persönlichen Einstiegsschwierigkeiten.





© Sonja Kochmann

© Sonja Kochmann


Verlag: Knaur HC
erschienen: 2018
Seiten: 576
ISBN: 978-3426654484

Samstag, 23. Juni 2018

Rezension [Hörbuch] // Jenny T. Colgan - Doctor Who: Die Zeitdiebe von SINA

© Sina Frambach

Die Tardis ist defekt und muss repariert werden. Auf dem Planeten Calibris gibt es die passenden Teile und etliche zwielichtige Gestalten. Der Doctor und Donna sehen sich während der Reparatur ihres Raumschiffes auf dem Planeten und und stoßen auf ein Mädchen, dass eine wunderliche Waffe mit sich führt. Zeitgleich versuchen die außerirdischen Vacintians auf dem Planeten für Ordnung zu sorgen. Diese beiden Begebenheiten stehen irgendwie im Zusammenhang. Doch der Doctor muss erst am eigenen Leib erfahren, was dies bedeutet, um zu verstehen, warum alles so gefährlich ist.

© Sina Frambach

Die Tardis ist defekt. Ein Umstand, der den Doctor fast in den Wahnsinn treibt. Seine perfekte, wunderschöne Tardis hat einen Mangel, der schnellstens behoben werden muss. Schon allein diese Tatsache lässt einem schmunzeln, wenn man die Serie bereits länger verfolgt. 

Auf dem Planeten Calibris treibt sich etlicher Abschaum herum. Und dann ist es natürlich klar, dass die unlauteren Geschäfte, die abgewickelt werden, Hochkonjunktur haben.

Diesmal hatte ich nicht so Mühe, in die Geschichte hineinzukommen, weil alles - trotz vorheriger Unkenntnis über die Geschichte - geordneter ablief und man nicht gleich ins kalte Wasser geworfen wird wie bei "Technophobie" oder "Der Tod und die Königin". Gut möglich, dass ich mich aber auch an das Chaotische gewöhnt habe. 

© Sina Frambach

Die Story konnte mich diesmal nicht so sehr fesseln. Die Nebencharaktere konnten mich nicht begeistern, weil sie blass wirkten und ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte. Außerdem war die Vorgehensweise auch nicht so nachvollziehbar wie sonst. 


© Sina Frambach

Der typische Humor des zehnten Doctor konnte zwar etliches wieder herausholen und auch Donna hat mir ihrem losen Mundwerk für Lacher gesorgt, doch waren dies auch schon die einzigsten Highlights des Hörspiels. Es fehlte dann doch wieder der Erzähler, der die Dinge geordneter hätte rüberbringen können. Auch die Bösewichte waren mir nicht böse genug und die Waffe, die zum Einsatz kommt, könnte zwar das ganze Universum bedrohen, kommt aber auch eher harmlos rüber. 

Fazit:
Nicht so spannend wie gehofft. Ich vergebe 6 von 10 Punkten.

Verlag: Lübbe Audio
erschienen: 2018
Format: 1 CD
Länge: 59 Minuten
ISBN: 978-3-785-756836

© Sina Frambach

Freitag, 22. Juni 2018

Rezension [Hörbuch] // James Goss - Doctor Who: Der Tod und die Königin von SINA

© Sina Frambach

Der Doctor ist ratlos. Donna verliebt sich Hals über Kopf in einen Mann, der zufällig auch noch ein Prinz ist und demnächst zum König gekrönt werden soll. Als der Doctor Donna besucht, merkt er jedoch, dass Donna nicht so glücklich ist, wie sie vorgibt. Doch steht die Hochzeit kurz bevor, auch wenn die Schwiegermutter nicht so begeistert scheint und zu allem Unglück auch noch eine Skelettarmee vor den Toren des Schlosses wartet. Der Doctor findet heraus, dass Donna gar nicht den Prinzen heiraten soll, sondern den Anführer der Armee - den Tod persönlich.

© Sina Frambach
Welch herrlicher Hörspaß. Der Doctor und Donna sind in Höchstform und es wird einem von allem etwas geboten. Es gibt romantische Szenen, sarkastische, humorvolle, aber auch traurige. 

Ich hatte schon bei dem Hörspiel "Technophobie" bemängelt, dass der Geschichte ein Erzähler fehlt. Denn so wirkt alles sehr chaotisch und teilweise auch verwirrend, da man quasi ins kalte Wasser geschmissen wird. Die Geschichte wird nur durch Stimmen und Geräusche erzählt, so weiß man manchmal gar nicht, wer spricht. Die einzigen, die man auseinander halten kann, sind der Doctor und Donna, weil man deren Stimmen eben schon von anderen Hörspielen her kennt. 


Die Story an sich fand ich einfach herrlich. Donna verliebt sich Hals über Kopf in einen Prinzen und verlässt den Doctor, um an der Seite eben des Prinzen zu leben, den sie auch alsbald heiraten wird. Der Doctor findet das natürlich alles zu schnell, besucht Donna auf ihrem Schloss und schon fängt die Story an. Denn plötzlich steht eine Skelettarmee vor dem Schloss und bedroht alle. 

© Sina Frambach

Und dann steht Donna im Mittelpunkt des Ganzen. Der Doctor kam mir zwar in dem Hörspiel nur als eine Art Nebenrolle vor, doch hat er mit seiner charmanten Art so manches Rad ins Rollen gebracht.

Der Tod ist in unangenehmer Zeitgenosse, zuerst, doch dann hat er gewisse sympathische Züge, doch bleibt stets im Vordergrund, dass er ja der Tod ist und eben diesen auch bringt. Donna muss eine Entscheidung treffen. Entweder sie lässt das Volk sterben und rettet sich oder sie stirbt zum Wohle des Volkes.

Trotz der anfänglichen Verwirrtheit, fand ich sehr schnell in das Hörbuch hinein und hatte jede Menge Spaß beim hören. Donna wächst über sich hinaus und ihr loses Mundwerk ist einfach das Beste.

© Sina Frambach
Fazit:
Ein Story im besten Doctor Who-Style. Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

Verlag: Lübbe Audio
erschienen: 2018
Format: 1 CD
Länge: 61 Minuten
ISBN: 978-3-785-756843

© Sina Frambach

Rezension [Hörbuch] // Matt Fitton - Doctor Who: Technophobie von SINA

© Sina Frambach

Der Doctor und Donna besuchen gerade das Technische Museum in London, als die Exponate anfangen, sich merkwürdig zu verhalten. Die Technik scheint verrückt zu spielen, ebenso auch die Menschen. Eine regelrechte Verdummungswelle schwappt über die Stadt. Der Doctor und Donna machen sich natürlich gleich an die Lösung des Problems und finden dabei heraus, dass die Koggnossenti auf der Erde lauern und die Technophobie ausgelöst haben.

Doctor Who ist eine Klasse für sich - wer die Serie mag, wird auch die Hörspiele mögen. Denn in meinen Augen ist es Voraussetzung, dass man die TV-Serie kennt, um dem Hörspiel folgen zu können.

© Sina Frambach

Es ist chaotisch, schnell und manchmal auch verwirrend, wenn man nur die Stimmen und Geräusche hört, aber keine Bilder vor Augen hat. Leider fehlt ein Erzähler, der ein bisschen Ordnung in die Angelegenheit bringt. 

Zu Anfang ist es nämlich schon so, dass ich ein bisschen Probleme hatte, in die Geschichte zu finden. Es sprechen verschiedene Personen und erst nach einigen Momenten wird klar, mit wem man es zu tun hat.

Ist man dann erst mal drin, kann man sich aber voll und ganz auf die Geschichte einlassen und genießt eine typische Doctor Who-Story mit allem, was nötig ist. Einer liebreizenden Donna Noble, die sagt, was sie denkt, einem charismatischen Doctor, der mit seinem Verstand wieder atemberaubende Denkweisen vorweist und Nebencharakteren, die die Geschichte komplett machen.

© Sina Frambach
Die Koggnossenti sind die bösen Gegenspieler des Doctor bzw. ganz London. Ihre Darstellung ist eigentlich genial, nur hatte ich Probleme, sie zu verstehen. Ihre Stimmen wurden derartig verzerrt, dass ich teilweise etwas "zurückspulen" musste, um mir das Gesagte nochmals anzuhören. 

Das Chaos, dass sie jedoch anrichten, war mal ein etwas anderes als gewohnt. Die Technik schlägt zurück und die Menschen fangen an zu verdummen. Kein klarer Gedanke kann mehr gefasst werden und das kommt - verspätet - auch beim Doctor an.

© Sina Frambach

Alles in allem hatte ich es mit dem Hörspiel nicht so leicht, da mich einiges an der "Umsetzung" gestört hat. Die Geschichte an sich war jedoch spannend und dank des Sarkasmus des Doctors und der vorlauten Donna Noble auch mit dem nötigen Humor gespickt.

Ich bin ein großer Fan der Serie und der zehnte Doctor ist - neben dem elften - mein absoluter Liebling. Auch Donna Noble, die mir aufgrund ihrer ehrlichen Art so gut gefällt, kann bei mir punkten. Die beiden sind ein tolles Team. 
In gehörter Form fehlt natürlich so einiges, aber wenn man sich anstrengt und das Kopfkino spielen lässt, ist das Hörspiel eine tolle Ergänzung zu TV-Serie und Comic.

Fazit:
Ein interessantes Hörspiel mit einigen kleinen Schönheitsfehlern. Ich vergebe 7 von 10 Punkten.

Verlag: Lübbe Audio
erschienen: 2018
Format: 1 CD
Länge: 62 Minuten
ISBN: 978-3-785-756829


© Sina Frambach

Montag, 18. Juni 2018

Rezension // Angelika Schwarzhuber - Barfuß im Sommerregen von SONJA


© Sonja Kochmann


Ein neues Buch von Angelika Schwarzhuber: 
Barfuß im Sommerregen! 

Die alleinerziehende junge Mutter Romy entdeckt im Supermarkt einen lebensrettenden Aushang: kostenloses Wohnen auf einem Bauernhof. Als Gegenleistung soll ein rüstiger älterer Herr namens Alfred unterstützt werden.

Doch als Romy auf dem Hof ankommt, ist Alfred alles andere als begeistert. Die beiden raufen sich jedoch zusammen und aufgrund einer Verkettung an Vorfällen entwickeln beide eine Geschäftsidee, die Romy und auch den Hof voranbringen soll. Gut, dass es noch Alfreds Neffen Hannes gibt, der Romys Gefühlsleben zusätzlich in Aufruhr bringt. Ach und dann gibt es noch Marco, der Vater des kleinen Tommis, der einfach so aus der Versenkung auftaucht.

Romy ist aufgrund ihrer familiären Schicksalsschläge ängstlich und zurückhaltend. Sie möchte ihren Sohn am Liebsten in Watte packen. Doch dieser entdeckt das Landleben nach und nach für sich und möchte sich lieber ins Heu oder auf die matschige Wiese mit dem Esel Herakles schmeißen.

Die beschriebenen Probleme einer allein erziehenden Mutter sind ohne Augenwischerei treffend dargestellt. Es ist nachvollziehbar, dass Vertrauen erst neu gelernt werden muss.

Dabei hilft Hannes, der sich gern über die extreme Vorsicht von Romy lustig macht. Nach und nach nähern sich die beiden an. Romy entschleunigt auf Alfreds Hof. Der Wegzug aus München ins Umland von Passau tut ihr und auch Alfred gut.

Und der alte Herr hat selbst ein Geheimnis. Durch zahlreiche Rückblicke erfährt der Leser davon. Wie sich alles fügt, ist absolut lesenswert.

Ein echtes Wochenend-/Urlaubsbuch zum Entschleunigen, denn der Hof mit seinen nach der griechischen Mythologie benannten Tieren, den schrulligen Dorfbewohnern und der Liebesgeschichte von Romy beruhigt auch die Nerven eines angespannten Lesers (Dank des Schreibstils von Angelika Schwarzhuber.).

Zum Ende bekommt man noch einen ordentlichen Ohrwurm (Christina Aguilera - Candyman) und Rezepte, die Appetit machen, verpasst. Ende gut, alles gut: volle Punktzahl.

Verlag: Blanvalet
erschienen: 2018
Seiten: 400
ISBN: 978-3734105531

Rezension // Jane Linfoot - Der kleine Brautladen am Strand von SONJA



© Sonja Kochmann

Ein Brautladen in Cornwall? Absolut mein Thema, dachte ich mir. Die Tortenbäckerin Poppy wohnt und arbeitet über dem Brautladen "Brides by the Sea". Nun muss aber Poppy für ihre Freundin auch noch die Hochzeitsplanerin ersetzen, als diese abspringt. Fortan muss sich Poppy nicht nur um Zuckerguss und Tüll herumschlagen, sondern auch mit dem mürrischen Gutsbesitzer Rafe und seinem tierischen Gefolge.

Denn Rafe kann aus persönlichen Gründen offensichtlich Hochzeiten nicht leiden. Er verwüstet ständig den gemeinsamen Schreibtisch und schleppt auch noch brütendes Federvieh namens Henrietta ins Büro.
Als sich jedoch der Hochzeitsfotograf Jules für Poppy zu interessieren beginnt, scheint sich das Blatt zu wenden. Doch hat Poppy angesichts des Chaos den Kopf dafür?

Poppys Beweggründe sind einleuchtend. Doch der Weg ist das Ziel und es ist klar, das  Poppy auf Dauer der Liebe nicht entgehen kann. Der Weg war leider, trotz des lockeren Schreibstils, ein Tick länger als vielleicht nötig gewesen wäre.

Doch das lustige Chaos von Hausgeburten, gestressten Bräuten, Küken, Entlobungen und Co. halten den Leser bei Laune. (Henrietta ich will auch ein Küken von dir!)

Rafe ist genau wie Poppy ein gebranntes Kind und eigentlich aus Selbstschutz mürrisch hoch 3. Mit seinen Motto T-Shirts verdreht er schnell den Damen, die sich nicht schrecken lassen, den Kopf.

Ob Poppy den nötigen Mut hat und ob das Chaos überhand nimmt, müsst ihr selbst lesen. Ich freue mich, dass es noch zwei weitere Bände geben wird;  von denen einer ("Winter im kleinen Brautladen am Strand") bereits im Programm von Mira Taschenbuch zu finden ist. Ich vergebe 8 von 10 Punkten für Zuckerguss, Sekt und Co.


Verlag: MIRA Taschenbuch
erschienen: 2018
Seiten: 416
ISBN: 978-3956497957

Rezension [Hörbuch] // Walter Moers - Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachmahr von SINA

© Sina Frambach
Prinzessin Dylia leidet unter einer seltenen Krankheit. Sie kann manchmal tagelang nicht schlafen. Viele Ärzte haben versucht, ihr zu helfen, doch vergebens. Die Schlaflosigkeit führt dazu, dass Dylia sich - aufgrund eben genügend Zeit - nächtelang Gedanken über alles mögliche macht. Farben, Formen, Gefühle - nichts bleibt ungedacht. Ihr Gehirn ist ihr bester Freund, vor allem, wenn sie nachts durch das Schloss wandelt.
Und so ist sie erst gar nicht überrascht, als plötzlich Harvarius Opal, ein Nachtmahr, vor ihr auftaucht und verkündet, dass er nun ab sofort bei ihr bleibt, um sie in den Wahnsinn zu treiben. Erst hält Dylia ihn für ein Hirngespinst und macht sich freudig mit ihm auf dem Weg nach Amygdala. Doch bald merkt sie, dass diese Reise in das Innerste ihres Gehirns gar nicht so freudig ist, wie gedacht.

© Sina Frambach

Lange mussten wir ja auf ein neues Buch von Walter Moers warten. Nun liegt es endlich vor, auch in gesprochener Form vom grandiosen Andreas Fröhlich, der sich mal so richtig hier austoben kann und damit auch ein würdiger Nachfolger für den leider verstorbenen Dirk Bach ist, der früher die Zamonien-Romane gelesen hat.

Beim Lesen des Buches war ich ja sehr zwiegespalten war und es fiel mir auch sehr schwer, eine Rezension zu schreiben, da ich meine Gefühle zu dem Buch nicht so recht zum Ausdruck bringen konnte.

Am Anfang war ich sogar wirklich versucht, das Buch zur Seite zu legen und ihm zu späterer Zeit nochmals eine Chance zu geben. Doch irgendetwas in mir weigerte sich, dies zu tun und so hielt ich durch.

© Sina Frambach

Ich bin froh, durchgehalten zu haben. Bei dem mir nun vorliegenden Hörbuch konnte ich mich dann auch voll und ganz auf die Geschichte einlassen und hatte nochmals sehr viel Spaß, das gelesene nochmals durch den Sprecher Andreas Fröhlich Revue passieren zu lassen. 
Auch die Aufmachung des Hörbuchs ist wunderschön.  Zu sehen ist der Nachtmahr Harvarius Opal in seinen schönsten Alptraumfarben. Wenn man sich das Hörbuch von innen ansieht, dann finden sich dort wunderschöne Illustrationen der Zeichnerin Lydia Rode, die mit den Zamonien-Romanen und Walter Moers besonderes verbindet.

Wir gehen diesmal nicht auf Reise durch Zamonien, sondern durch das Gehirn von Prinzessin Dylia. Und dort treffen wir - auch aufgrund der seltenen Krankheit, die Dylia im Griff hat - auf allerlei Kurioses. Seien es Zwielichtzwerge, Irrschatten, Hirnschnecken und Grillos. Ständig gibt es Neues zu entdecken. Und ständig locken neue Gefahren Dylia und ihren alptraumfarbenen Gefährten tiefer in das Gehirn. 

© Sina Frambach
Das Buch in seiner ganzen Pracht

Dylia ist eine sehr gewöhnungsbedürftige junge Frau. Sie ist neugierig, vorlaut und sagt, was sie denkt. Zu Anfang war sie mir noch sehr sympathisch, da sie ja auch aufgrund der Krankheit ein großes Handicap zu tragen hat. Doch je näher ich sie kennenlernte, umso mehr musste ich meine Meinung über sie revidieren. 
Ihre teilweise wirren Gedanken haben mich manchmal in den Wahnsinn getrieben, doch bin ich nach Beendigung des Buches nicht mehr so sicher, ob diese Gedanken ihre eigenen waren oder ihr so von Havarius Opal eingepflanzt wurden.

Da die Geschichte jedoch einen ernsten Hintergrund hat, seht man am Ende die Geschichte dann doch mit etwas anderen Augen und überdenkt manche Situation nochmals neu.
Dies war bei mir auch so und so schlug die anfängliche Enttäuschung in Interesse um. 

© Sina Frambach
Das Innere des gedruckten Buches

Eine Reise durch ein Gehirn stelle ich mir sehr schwer vor. Die Recherche, die nötige Kenntnis des Weges und vor allem alles so hinzubiegen, dass es auch noch eine Geschichte ergibt. Ein komplexes Organ ergibt dann auch eine komplexe Geschichte. 

Walter Moers ist ein wahrer Wortspieler. Er jongliert so geschickt mit den einzelnen Buchstaben, dass sie daraus so manch wunderbarer Satz ergibt und letztendlich eine interessante Geschichte. Durch die Wortspielereien ergeben sich neue Kreationen und so werden aus Kopfschmerzen eben mal Schmopfkerzen und schon wird dem Wort der "böse" Kern genommen. Gerade dies zeigt aber auch, dass sich der Autor sehr, sehr viele Gedanken gemacht hat und auch mit viel Liebe zum Detail ans Werk ging.

© Sina Frambach

Abschließend kann ich sagen, dass ich nicht ganz unzufrieden aus der Geschichte heraus ging. Zwar war es anders, als gedacht und auch weniger als erwartet, aber gerade durch die "Andersartigkeit" dann doch wieder gut.

Der Sprecher Andreas Fröhlich gibt dem ganzen nochmals den nötigen Spannungseffekt. Da er mit seiner Stimme ein wahrer Akrobat des gesprochenen Wortes ist, haucht er jedem Charakter Leben ein. Gerade Opal hat in meinen Ohren einfach perfekt geklungen. Ich konnte mir förmlich vorstellen, wie der Nachmahr vor mir steht, mit ausgebreiteten Armen und seinen wunderbar schillernden Augen. Ein faszinierendes Wesen. Auch Dylia hatte ich vor Augen. Ihre Bewegungen, ihre Art zu sprechen,  ihr Gesicht beim Denken.

Das Kopfkino hat jede Menge zu tun. Und wenn man auf die leisen Zwischentöne lauscht, die sich immer wieder in der Geschichte verstecken, erkennt man den ernsten Hintergrund und entdeckt etwas völlig neues.

Fazit:
Eine Geschichte, auf die man sich einlassen muss. Für das Hörbuch gibt es von mir 10 von 10 Punkten.

Verlag: der Hörverlag
erschienen: 2018
Format: 1 mp3-CD, ungekürzt
Länge: 11 Stunden, 23 Minuten
ISBN: 978-3-844-528091

Sonntag, 17. Juni 2018

Rezension // Markus Heitz - Die dunkle Zeit: Die Magie des Herrschers (5) von SINA

© Sina Frambach

Lodrik sehnt sich nach Frieden. Doch gibt es noch Widerstand, der niedergeschlagen werden muss. Immer noch ist es sein Berater Mortva, der im Hintergrund Fäden zieht, die dazu führen, dass Lodrik sich nicht wohlfühlen kann. 
Plötzlich ändert sich alles und das Königreich scheint in die Dunkle Zeit zu stürzen, die seit langem prophezeit wurde.
Einzige Hoffnung sind die wenigen Widerständler, die im Geheimen Pläne schmieden, um dem entgegenzuwirken. Doch ist es schwer, gegen die Übermacht anzutreten. 

Der fünfte, der auf insgesamt sechs Teile angelegten Reihe, birgt so einige Überraschungen. Es kommt zu Szenen, die einem den Atem rauben. Gerade am Ende gibt es etliches, was einem nicht zu Atem holen kommen lässt, da sich damit alles ändert. 

Diesmal kommen fast alle Charaktere ausführlich zu Wort. Lodrik, Lorin, Tokaro, Waljakov, Perdor, Fiorell und alle anderen entwickeln sich weiter. So gibt es quasi einen mächtigen Schub in der Geschichte. 
Außerdem wird dem Inquisitor Pashtak eine größere Rolle übertragen. Die Szenen mit ihm kann ich noch nicht so richtig einordnen. Sein Mitwirken bei dem großen Ganzen ist mir noch nicht ganz klar.

Dabei finde ich es bewundernswert, dass sich der Autor nicht verzettelt und bei allen Charakteren eine klare Linie verfolgt. Auch ist es schön, eine Fantasy-Reihe zu verfolgen, die ohne die typischen Fantasy-Charaktere wie Zwergen oder Elfe auskommt. 
Außerdem kommt keine Langeweile auf, da durch die verschiedenen Blickwinkel immer wieder Abwechslung eingebracht wird. 

Die Spannung, die sich auch schon durch die ersten vier Bände gezogen hat, wird weiter gehalten. Nur im Mittelteil hatte ich einen kleinen Durchhänger, der aber schnell behoben war.

Gerade Lorin entwickelt sich zu einem taffen, jungen Mann, der sich mit seinen Taten endlich die Sporen verdient, die ihm zustehen.

Seit langem ist dies mal wieder eine Reihe, die ich mit Freuden lese, weil sie einfach gute Unterhaltung bietet und mit kleinen Überraschungen auch immer wieder genau das Quentchen Spannung aufbietet, das benötigt wird, um dran zu bleiben.

Ich bin nun gespannt, wie der letzte Teil der Reihe alles auflöst, was sich bisher angesammelt hat. 

Fazit:
Ein Fantasy-Abenteuer mit allem, was man braucht. Ich vergebe 8 von 10 Punkten.

Verlag: Piper
erschienen: 2010
Printseiten: 544
Format: ebook
ISBN: 978-3-492-95215-6


Rezension // Markus Heitz - Die dunkle Zeit: Unter den Augen Tzulans (4) von Sina

© Sina Frambach

Lodrik erweitert sein Königreich, steht jedoch immer noch unter dem Einfluss seines Konsultanten Mortva Nescera. Auch seine Ehefrau Aljascha beteiligt sich an dem Komplott. Lodrik ahnt, dass er hintergangen wird, ihm fehlen jedoch die Beweise. Auch seine Kinder entwickeln sich nicht so, wie gehofft, denn auch hier mischt Mortva mit. 
Die Situationen spitzen sich zu und Lodrik weiß, dass er etwas unternehmen muss, bevor es zu spät ist. Sein Ausweg: seine Gabe so auszuweiten, dass sie ihm zur Hilfe kommt, wenn er sie am Nötigsten braucht. Und so schreckt er auch vor Mitteln nicht zurück, die ihn selbst das Leben kosten können.
Währenddessen wächst unerkannt weit entfernt sein Sohn Lorin auf. Zusammen mit Waljakov, Lodriks ehemaligem Leibwächter, dem Mönch Matuc und der Seherin Fatja. Ist Lorin die Hoffnung, die das Königreich nun braucht?

Im vierten Teil der Ulldart-Reihe "Die dunkle Zeit" spitzen sich alle Ereignisse so sehr zu, dass man meint, dass es nun keine Auswege mehr gibt. Doch der Autor holt nochmals zum Gegenschlag aus und bietet kleine Hoffnungsschimmer. Ob diese sich jedoch durchsetzen können, bleibt abzuwarten. Die Feinde scheinen übermächtig, obwohl sie nur spärlich gesät sind. Und doch sind sie irgendwie überall, mischen kräftig mit und bleiben unerkannt. Zumindest denken die Feinde dies.

Wieder ist die Geschichte in verschiedene Stränge unterteilt.

Zum einen natürlich Lodrik und seine Bemühungen, ein geeinigtes Königreich zu ermöglichen. Seine Untertanen mögen ihn, verehren ihn sogar teilweise. Nur bekommt er nicht mit, was so hinter seinem Rücken getrieben wird. Er weiß zwar, dass alles nicht mit rechten Dingen läuft, doch kann er nichts Greifbares vorweisen.
Der zweite Strang handelt von seinem Sohn Lorin, von dem Lodrik jedoch nichts weiß. Lorin ist noch zu jung, um alle Zusammenhänge richtig zu verstehen, doch nach und nach ergibt sich für ihn auch ein Bild, welches jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch etwas unklar zu deuten ist.

In einem weiteren Strang erleben wir mit, wie Stoika, ehemaliger Berater Lodriks, sowie König Perdor und dessen Hofnarr Fiorell gemeinsam nach einer Lösung  suchen, um Lodrik von dem Einfluss Mortvas zu befreien. 

Weiter wird eine neue Person eingeführt: Tokaro, königlicher Reitmeister, aufstrebendes Talent und unheimlich verliebt in Zvatachna, Lodriks wunderschöne Tochter.
Dies führt natürlich zu einigen Verwechslungen, Missverständnissen und Unruhen. 

Und immer wieder gibt es kleine Einwürfe von verschiedenen Seiten. Und doch hatte ich nicht das Gefühl, durcheinander zu kommen. Allen Protagonisten wird genug Spielraum eingeräumt, so dass man Zeit hat, jeden kennenzulernen. Mittlerweile hat sich so ein komplexes Muster ergeben, so dass es auch unabdingbar ist, die Reihe von Anfang zu lesen, da Quereinsteiger die Zusammenhänge nicht verstehen würden.

Wenn man in der Materie drin ist, ergibt sich eine fantasiereiche und vor allem spannende Geschichte, deren Ausgang noch total ungewiss ist. Ich kann mir im Moment so rein gar nicht vorstellen, wo alles hinführt, weil irgendwie halt alles noch offen ist.

Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und gut verständlich. Der typische Heitz-Humor ist an den richtigen Stellen vorhanden, gerade wenn es um König Perdor und seinen Hofnarren Fiorell geht. 

Auch könnte man meinen, Markus Heitz sei in die Pralinenherstellung eingestiegen, denn die Variationen, die er in der Geschichte kreiert, lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Insoweit kann ich Perdor sehr gut verstehen, dass er laufend nach etwas Süßem greifen muss.

Fazit:
Eine faszinierende Reihe, mit allem was gute Fantasy braucht. Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Freitag, 15. Juni 2018

Rezension // Anne Freytag - Nicht weg und nicht da von SINA

© Sina Frambach

Luise trauert um ihren Bruder, der sich das Leben genommen hat. Sie droht in ein tiefes Loch zu fallen. Therapiestunden sollen ihr helfen, alles zu verarbeiten. Doch Luise stellt sich stur. Als sie Jacob kennenlernt, schleicht sich ein kleiner Lichtblick in ihre dunkle Welt. 
Bis Luise plötzlich eine Mail bekommt - von ihrem toten Bruder.

Schon "Mein bester letzter Sommer" und "Den Mund voll ungesagter Dinge" waren herzzerreißend schöne Romane. Nun legt die Autorin mit ihrem neuesten Jugendroman noch mal einen drauf. Von der ersten Seite an ist man gefangen in der Geschichte, die so gefühlvoll traurig und gleichzeitig liebevoll glücklich ist.

© Sina Frambach

Luise ist mit 16 Jahren schon sehr erwachsen. Aufgewachsen mit einem Bruder, der an einer bipolaren Störung litt, waren ihre Eltern eher mit ihm beschäftigt, als mit ihr. Nach der Scheidung der Eltern, hatte ihre Mutter alle Hände voll damit zu tun, ihr Leben und das des Sohnes auf die Reihe zu bekommen. Luise blieb dabei auf der Strecke. 
Und doch entwickelte Luise ein fast normales Leben, da ihr Bruder ihr Mittelpunkt war. Ihr Leben war eng mit seinem verknüpft. Doch nun ist er weg und Luise droht, in ihrer Trauer zu versinken.

Jacob, dessen Kindheit auch kein Zuckerschlecken war, trifft auf Luise und es entwickelt sich eine Geschichte wie ein Feuerwerk. Es fängt langsam an und wird zum Ende hin heftig, gewaltig und traumhaft schön.
Doch ist der Weg auch mit vielen Tränen gepflastert. Zumindest floßen bei Luise sehr viele, was auch mich regelmäßig zum Heulen brachte.

© Sina Frambach

Ich liebe die gefühlvolle Art, die die Autorin ausmacht. Für jede Situation gibt es passende Worte. Jede Szene ist perfekt arrangiert und droht nicht ins Kitschige zu fallen. 

Jacob und Luise nähern sich langsam. Die zarten Bande lassen Herzen höher schlagen und führen dazu, dass man geradezu darauf hinfiebert, dass die beiden zusammenkommen. Man hat quasi selbst Schmetterlinge im Bauch. 
Doch ist es klar, dass es nicht einfach wird, schon gar nicht, als die erste Mail von Kristopher, Luises totem Bruder ankommt. 
Kristopher war einzigartig. Er war Luises Welt, eine Welt, die sie nun langsam aber sicher hinter sich lassen muss, um ihre eigene zu finden. 

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Es tauchen so liebevolle Charaktere auf. Allen voran der sehr sympathische Bruder Jacobs, Arthur. Er hat eine so herrlich chaotisch-liebevolle Art, er scheint unbekümmert, im richtigen Moment ist er jedoch der große Bruder, der Jacob braucht.

Ich hätte stundenlang weiterlesen können, weil Jacob und Luise einfach so sympathisch waren. Diese beiden sind eine der wenigen Figuren, die ich gerne weiterverfolgen würde. Was wird aus ihnen? Hält die Liebe? Oder trennen sie sich? Was erleben sie? Und vor allem: sind sie glücklich?

Am Ende findet sich eine Playlist. Hier werden alle Lieder nochmals aufgezählt, die im Buch erwähnt werden. 

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Meine Fantasie hat nun viel zu tun. Ich weiß, dass "Nicht weg und nicht da" ein Buch sein wird, dass mich noch lange begleiten wird. 

Fazit:
Luise + Jacob (+ Kristopher) - ihre Leben werden auf ewig miteinander verbunden sein. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Heyne fliegt
erschienen: 2018
Format: Hardcover
Printseiten: 480
ISBN: 978-3-453-27159-3

© Sina Frambach