Mittwoch, 6. Juni 2018

Rezension // M. G. Leonard - Käfer-Saga: Käferkrawall (3) von SINA

© Sina Frambach
Darkus, Virginia und Berthold reisen mit ihrer kleinen Käferarmee zu Lucretia Cutters Versteck, um der Tyrannei endlich ein Ende zu setzen. Denn Lucretia hat ihrerseits Käfer ausgeschickt, die Ernten der Menschen zu vernichten. Darkus ist sich jedoch noch immer nicht sicher, ob sein Vater gemeinsame Sache mit Lucretia macht oder nur so tut, als ob er ein Befürworter ihrer Pläne ist, um sie in Sicherheit zu wiegen. Im Moment deutet alles auf das erstere hin.

Leider ist dies schon der letzte Teil der Käfer-Saga rund um Darkus und seinen Käfer Baxter. Die Krabbeltierchen, die zusammen mit den Kindern die Welt retten wollen, sind mir sehr ans Herz gewachsen.

© Sina Frambach

Diesmal begeben wir uns in die heiße Endphase. Der Kampf ums Überleben steht im Vordergrund, doch will keiner so recht glauben, dass die angesehene Modedesignerin Lucretia Cutter die Drahtzieherin ist.
Und so vergeht viel Zeit, bis sich endlich etwas tut. Darkus und seine Freunde versuchen Hilfe zu bekommen, aber es ist ein großes Problem vorhanden: keiner glaubt ihm so richtig.
Nur wenige Helfer finden sich und deswegen machen sich die Freunde alleine auf den Weg um Lucretia aufzuhalten.

Das Setting ist sehr interessant, denn es verschlägt uns nach Ecuador. Der perfekte Ort, um die Weltherrschaft zu übernehmen. Das Amazonas-Gebiet ist das ultimative Versteckt. Denkt zumindest Lucretia.
Ich finde es toll, wie die Autorin Fakten über den Klimawandel, lehrreiches über Käfer und politische Entwicklungen in die Geschichte einfließen lässt, ohne das Langeweile aufkommt.

© Sina Frambach

Wissenschaft meets Fantasy, eine gelungene Paarung, die jedoch auch Augen öffnen soll und dazu anregt, vielleicht doch einige Dinge zu ändern, bevor es zu spät ist. Die Botschaft, die die Autorin vermitteln will, muss viele erreichen. Ihr Weg ist jedoch nur ein kleiner Anfang. Die Moral der Geschichte ist den Großen der Welt gewidmet, denen, die meinen, dass mit Geld alles zu erreichen ist - auch das Ende der Welt.

Aber trotzdem steht hier dann doch der Spaß an der Geschichte im Mittelpunkt. Und den hatte ich in großem Maße. Die Freundschaft, die Darkus, Berthold und Virginia verbindet, ist beispielhaft. Sie können sich blind aufeinander verlassen und tun dies auch. Allen voran ist es Darkus, der mit seinen Ideen und seinem sechsten Sinn für Käfer die rettende Lösung parat hat. Die Umsetzung allerdings kann er nicht alleine vollbringen und ist deswegen auf seine Freunde angewiesen. Die krabbelnden sowie die menschlichen. 

© Sina Frambach

Manchmal fand ich aber auch, dass etwas zu viel des Glücks vorhanden war. Gerade wenn es darum ging, nach Ecuador zu gelangen. Hier wurde es den Freunden sehr einfach gemacht. Ein bisschen Widerstand hätte noch mehr Schwung in die Geschichte gebracht.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig zu lesen und man merkt deutlich, dass die Geschichte an Kinder gerichtet ist. Trotzdem ist der Spaßfaktor auch für Erwachsene sehr hoch, gerade weil eben sehr liebevoll die Details über die Käfer verpackt sind, die Kindern vielleicht gar nicht auffallen würden.

© Sina Frambach

Ich jedenfalls bin sehr froh, dass ich diese Reihe gelesen habe, da sie einfach unvergleichlich ist. Wer hat schon Käfer an seiner Seite, die einfach alles für einen tun und denen man blind vertrauen kann? Darkus hat dies und damit ist er ein ganz besonderer Junge.

Fazit:
Ein spannendes Abenteuer mit vielen Informationen. Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

Verlag: Chicken House
erschienen: 2018
Printseiten: 320
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-551-52104-0