Montag, 11. Juni 2018

Rezension // Mac P. Lorne - Robin Hood: Die Pranken des Löwen (1) von SINA

© Sina Frambach
Robert Fitzooth ist ein Glückspilz. Erst wird er von der Tochter des Königs davor bewahrt, dass seine Hand abgeschlagen wird, dann steigt er zu deren persönlichen Leibwächter auf und macht Karriere an ihrem späteren Kaiserhof. Sein unentbehrliches Verhalten macht ihn außerdem zu einem ihrer besten Freunde und zum engsten Vertrauten. Doch ahnt Robert nicht, dass er später der Großvater des berühmtesten Helden Englands wird. Und so legt er langsam den Grundstein für die Legende Robin Hood.

Mit "Der Pirat" und "Der Herr der Bogenschützen" konnte mich der Autor schon durch den lehrreichen und spannenden Schreibstil für sich gewinnen. Grund genug, sich auch seinen früheren Werken zu widmen, die jetzt neu aufgelegt erschienen sind. Hier nun die Reihe Robin Hood, der Reiche bestiehlt und es den Armen gibt.

© Sina Frambach

Doch fängt der Autor nicht bei Robins Geburt an, sondern bei dessen Großvater Robert Fitzooth. Als noch unbedeutender, aber sehr fähiger Soldat wird er eines Verbrechens beschuldigt, welches er gar nicht in der Art begangen hat und wird von der 8jährigen Mathilda, ihres Zeichens Königstochter, gerettet. Dies ist der Beginn einer großen Freundschaft, denn Robert wird, weil er die Ehre der Königsfamilie verteidigt hat, zum Dank als persönlicher Leibwächter für Mathilda eingesetzt. Mathilda vertraut Robert blind, während Robert Mathilda ebenso ergeben ist. Er begleitet sie überall hin bis sie zuletzt als Kaiserin selbst ihre großen Schlachten schlägt. 

Der Autor schildert sehr eindringlich Roberts Lebensweg. Seine freundschaftliche Zuneigung zur Kaiserin, seine große Liebe Martha, seine Kämpfe in den Schlachten, seine Diplomatie in Verhandlungen. Egal, was Robert aufgetragen wird oder was er sich in den Kopf setzt, wird von ihm gewissenhaft ausgeführt. Sein Mut und sein Starrsinn haben ihm viel eingebracht. 

Der Autor widmet Robert Fitzooth, der sich später in Loxley in Nottingham niederlässt, die erste Hälfte seines Romanes.

© Sina Frambach
Die zweite Hälfte ist einer Legende vorbehalten. Robert Fitzooth, der Jüngere, Enkel des oben erwähnten Robert und allen besser bekannt als Robin Hood. Viele kennen seine Geschichte: als Geächteter lebt er mit seinen Merry Man im Sherwood Forrest und seine Auseinandersetzungen mit dem Sheriff von Nottingham und Prinz John sind legendär. Ebenso, dass er mit der schönen wie klugen Lady Marian verbandelt war. 

Die Interpretation des Autors zeigt auf, wie Robin Hood zu dem wird, der er ist. Dabei wird aus den Vollen geschöpft. Wir beginnen in der Kindheit, in der er mit Marian zusammen aufwächst, das Bogenschießen für sich entdeckt und merkt, dass die heile Welt auch düstere Überraschungen bereit hält.

© Sina Frambach
Roberts und Robins Weg ähneln sich. Beide sind Kämpfer und verteilen, was sie lieben. Ungerechtigkeit wird nicht toleriert, Pläne geschmiedet, um den Unterdrückten zu helfen.

Robert wäre stolz auf seinen Enkel gewesen. Genauso wie der Autor stolz auf seine Auslegung der Legende Robin Hood sein kann. 

Der farbenprächtige Roman weckt die Sehnsucht nach mehr. Welche aber auch erfüllt werden kann. Denn mit "Das Herz des Löwen" ist die Fortsetzung garantiert. Die Reihe umfasst mittlerweile fünf Bände, so dass man sich auch auf weitere spannende Lesestunden freuen kann. Ich bleibe auf alle Fälle an der Reihe dran.

Fazit:
Die "wahre" Geschichte des Robin Hood. Ich vergebe 10 von 10 Punkten.

Verlag: Droemer Knaur
erschienen: 2018
Format: Taschenbuch
Printseiten: 736
ISBN: 978-3-426-52147-2